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__ Othellos!" in ihrem freolischen Leichtsinn fortfuhr, den Vernichtung seiner Flotte und trotz der einladenden Wirren insterblichen Namen ihres Batten durch ehebrüchliche daheim nicht so raich seine toll fühne Rückfahrt durch NelLächerlichkeit in den Schmutz 311 ziehen. In der Tat, es fous Kreuzer hindurc; angetreten hätte, wenn nicht 311gibt 311 denken über die seltsame Vorfelting welthistorischer gleich Josefine, die verabscheute und doch noch geliebte, Dinge mit alltäglichen Begebenheiten, in denen jener ihm vorgeschwebt hätte. Als am Vorabend der Schlacht von dunkle llrgrund alles Scienden, die Erotif, vorherrscht, Abufir der staunende Murat die damals unverständlichen wenn wir den Welteroberer vor St. Jean d'Acre jaminern Worte vernahm: ,,Morgen wird das Schickjal der Welt und zanken hören über ein albernes banales Weibsstück entschieden,“ (reil' Napolion nur durch einen Sieg die Befanntlich hat der siegreiche Widerstand dieser Festung, Heimfahrt erkaufen founte), mischte sich vielleicht miwillin welche ein eigentümlicher Zufall einen früheren Mit- fürlich sind unbewust das Gefühl ein: Morgen wird sich schüler von der briemmer Kriegsschule verschlagen hatte, entscheiden, ob id) die Verabscheuenswürdige wiederjene auf daß er hier als Emigrant' den Revolutionsfeldherrn und ihr meinen Groll ins Gesicht schlendern fann! zum Stolpern bringe wie ein 311fällig herverschlenderter Von dim Einfluß Eugens in Aegypten weiß Maffon Stiefelstein, das Schickjal der Welt verändert. Angeckelt nichts, das späiere Verhältnis von Stiefvater und Stiefvon den Zuständen daheim, als orientalischer Pascha fich lohn berührt cr nicht, und doch stralt 111s gerade hier wolfühlend, hätte Bonaparte den abenteuerlichen Aleyanis ein edles Pienschentum entgegen. „Mein Herz weiß nichts der:Plan durchgesetzt, mit seiner handvoll Lente quer diirch lieberes als von dir z11 höreni,“ schreibt Napoleon einmal Kleinasien 211 marschiren und der Türkei Gesetze vorzu an den Vizefönig; 18:9 überwacht er mit väterlicher schreiben. Ein orientalisches Sultanat gaufelte vor seinen Sorgfalt die militärischen Operationen Eugeni, 1812 vercrhizicn Simen und er sah sich, cin neuer Muhammed auf trant er ihm den Oberbefehl über die Heerestrümmer ani. dem alten Kameel, einen Koran diftiren. Verbindungen | Als alle Marschälle in undankbarer Schwäche abfallen, mit Persien und indijchen Fürsten wurden angeknüpft für als Murat und Marinon bis zum Verrate gehen, ficht cinen Zug nach Indien, in das Gebäude britischer Stauf der Vizekönig am Mincio iterschütterlich fort. Die Ver. mannsmacht zit zertrüinumcrii

, und folch Abenteuer spufie bündeten, die ihn schäßen, bieten ihm durch den Zaren sogar in einem Instruftionsbrief an das Direktorium. den Nönigstitelind sichern seinen Kindern ein Reich, An llumöglichfeiteil hatte der wunderbare Mam die wenn er die Waffen niederlegt Da antwortet der Sohn Geister gewöhnt. Er traute sich zu, die asiatischen Völk 1- Josefinens ungefähr das folgende: „Eist heut erfahre ich, schaften antiziwiegeln und über Konstantinopel nach Wien wie hoch ein Troni im Preise steht, da man mir deshalb zu ziehen, vom Nil über Donau und Rhein nach Hause Treubrucı, lindanf und Verrat zinuten darf. Sie reden zurückzukehren! Bonaparte gleicht in Anfällen jolcher von Zurückjeßiinigen, die ich erfuhr.“ (Anspielung auf Fantasterei einem Hallizinireiden. Ausschweifende Ein- die Scheidungsgeschichte.) „Id weiß von feinen. Wäre bildungskraft stellt aber nur den Erzeß innerschöpflicher dem aber jo, so wäre jetzt wahrlich nicht der Augenblick, Tatenlust vor. Hiermit entfräftet sich auch die Almahme, mich daran zu erinnerii. Sie gernher von dem zil reden, er habe lediglich aus innerpolitischen Gründen feine Meer was Sie ineinen Ruhm niennen. Besiße ich solchen, so fahit angetreten, um die Dinge in Paris reifen 311 laffen. schulde id) auch ihn dem Mame, der meiner Jugend Nein, wenn Europa 311 eng war, so sollte der Orient dazu Vater, meines Mannesalters Lehrer und mein Meister herhalten, daß seine antife Ruhmliebe sich in mittelalter in den Waffen war." Er fämpft bis zur letzten Mög. licher Räuberromantik berauschen dürfe. Selbst unter lichkeit und" fällt mit seinem Kaijer. Der aber erweist ärgster Bedrängnis ipann er sich damals in Ergößziingen ihm auf St. Helena die leşte höchste Auszeichnung, die seines regen historischen Sinnes ein, der sich durch direfte er noch verleihen fann, er adelt ihn nochinals vor der Berührung mit den Stätten der Kreuzfahrerzüge ent-Nachwelt

. Denn zum Vollstrecker von Cäsars Testament, flamute Er jelbst hat diese Epoche die poetischerte seines wo jeder fleinste Ihm erwiesene Dienst seit Toulon mit Lebens genannt. 9111 Pyramident and Jordan fuüpfte er einen Regat bedacht wird, erneunt er ,,insern vielgeliebten poetische Reflexionen, wie ein Pilger Harald, sozujagen Sohn Eugen.“ Trug nicht Josefine durch die Mitgift, ein bewaffneter Byron oder Chateaubriand, mit Werther die sie ihm in solchem Söhne brachte, einen Teil ihrer und Lilian in der Rocraiche. Dieser korsische Knirps mit Schild gegen Napoleon ab? Gestattet der anständige dem bleichen flassischen Kopf ging in einem politischen Charakter ihrer beiden Rinder nicht einen Vererbungo. Weltschmerzmantel spazieren und gierte nach feiniem Eldu- | Rücichluß? Sdilug Hortensis Sernalität nach der radogolde Indiens wie ein spanischer Stonquistador, fon- Mutter? Masjon scheint in seinem Hortense - Stapitel dern nach aleranderhaften Heldentaten. Schon 1796 er jeden Mafel abzlıstreiten. Jedenfalls blieb auch die schien cili Kupferstich: Bonaparte am Grabe Virgils. So Stieftochter dem Aidenken Napoleons treu. hätte man ihn auch malen können in der Wüste vor einer Wenn wir uns von der Menschheit großen Gegenverschütteten Sphinx, das Vich Volmenys „, Die Ruinen“ ständen wieder dem „Cherchez la femme“ zuwenden, so in der Hand.

wird man den Imperator um seine Erfahrungen gewiß Wir haben hiermit nicht andeuten woll:n, daß Bona: nicht beneiden. Da ist diese Désirée Clary), seine Verpartes ägyptischer 3119, der so weltbestimmend in seinen lobte, die er für Josefine „die Alte", wie Désirée echt persönlichen Folgen werden sollte, nicht einem allgemeinen weiluid sie ihr Leben lang rannte – im Stich ließ. politischen Bedürfnis entsprochen hätte. Sdälen wir aus Es fängt schon hübsch an, daß sie später schreibt und den Hüljen der Nebenmotive den Kern heraus: Schon druđen läßt, sie sei damals vierzehn Jahre alt gewesen, Talleyrand hielt Besitznahme des Nillandes für imm während sie doch ein erwachsenes Mädel von siebzehn gänglich nötig, schon Leibnitz hatte Ludwig XIV. in einer Jahren war. „Ich werde nie einen andern angehören.“ Dentschrift darauf hingewiesen, und schon das Direktorium Deflamint fie pathetisch dem Intreuen vor, aber sie läßt faßte die Durchstechung der Sliez - Landenge ins Auge. sich erweichent, als dieser Mann, der nie vergißt und den Der lange Kampf Napoleons wider die britische Seeherr-lein peinlich zartes Gewissen eines Unrechts bezüchtigt, schaft wäre günstiger verlaufert

, wenn ihm die Behauptungilir einen General als Galten verschaffen will. Als Alerandrias geglückt wäre.

dieser vorzeitig einem Attentat zunı Opfer fällt, heiratet Indem wir aber dies wichtige: Glied in der Nauja- Désirée miunter den biederen Bernadotte, Napoleons auslitätskette weltbestimmender Ereignisse betrachten, drängt gesprochenen Feind. Es ist rührend, es ist fast erhaben, sich uns die Vermutung auf. daß Bonaparte froß der I wie der

wie der ,,Egoist" Napoleon von nun an nichts als

an

Schonung für den offenen und heimlichen Frondeur | beherrschend, dauerte kurz, wahrscheinlich aber hat eheliche fennt, Verschwörungen und Zetteluingen schlimmster Art Anhänglichkeit an Josefine sie gewaltsam erstickt

. ebenso übersieht, wie die elende Korpsführung Bernadettes Wol wahr, daß Napoleon keine Maitreffenwirtschaft 1806 und 1809, ihn vom Marschall und Prinzen sogar an feinem Hofe duldete. Ueber den Klatsch, den feine bis zum Tron von Schweden befördert – 'alles um der abgedankten „Vorleserinnen“ und andere Haremsdamen ehemaligen Verlobten willen, ihr abzubitten, was er dudi ihm anhefteni

, ereifert fich Masson. Er versteigt sich bis gar nicht verbrach! Denn von wahrer Liebe der eitlen 311 folgender derber und drohender Anspielung: „Eine Närrin kounte feine Rede sein, die alle zahllojen Auf dieser Frauen, die als Schriftstellerin am meisten Gemerksamkeiten ihres gefrönten Jugendliebhabers damit fannte, die mit Gunstbezeugungen am meisten Bedachte, vergalt, daß sie 1814 in Paris, wohin sie ihrem braven entgeht uns diesmal noch, weil bloße Wahrscheinlich Jean B.uptiste

entlaufen war, als er sich grade zil seiner feiten keine handgreiflichen Beweise bieten.“ Jeder Sununsterblichen Blamage als Chef der verbündeten Nord- dige weiß, wer hier gemeint ist und wie sehr es not lut, armee anschickle, mit Fouché imd Tallcirand, d. h. den die giftige Rokotte Reinusat an den Platz zu stellen, der Todfeinden des Empire, vertrauliche Einverständnisse ihrem Lügenbuch gebührt. Aus diesem Übgrund von unterhielt. Als die Marschälle von ihrem Woltäter ab- Frauenrache schöpfen alle ihre Naseweisheit, deren Herz fielen, zucte Napoleon nur die Achseln: „Das sind die imig dem Beginnen entgegenjubelt, das Stralende zit Menschen!“ Er hätte wol nicht minder Grund gehabt schwärzen und das Große aufs Niveau ihrer eigenen zu seufzen: „Voilà les femmes!* Da ist unter Napo- Nichtigkeit herabzuziehen. Köstlich aber dünft es dem leons Augenblicks - Maitressen liaisons passagères Rundigen, wenn Erzíchuft Taleyrand in seinen Memo'ren nennens die Franzosen die berühmte Sängerin Graf- elegisch zugibt: „J'aimais Napoléon" und die Remusat sini, die sich einbildet, ihr Schlafgemach sei ein politisches fast gleichlautend," aber noch stärker im Tonfall, ein postArbeitskabinet, und die den sehr bald erfalieten, doch bis 311- humes Bekenntnis ihrer allzu fcurigen Zuneigung beichtet

, leßt immer freigebigen und huldvollen Kaiser haßt, weil das selbst in solch halber Andeutung aus Frauenmund sie bei ihrem Leisten bleiben soll. 1815 macht sie sich vieljagend genug wirft. Masson scheut sich noch, die

ausgerechnet! – Wellington. „Dieser," schreibt wahren Quellen dieser historischen Brunnenvergiftung Masson böshaft

, „hatte eine merkwürdige Leideníchaft aufzudrden; wir umfrerseits haben längst die verdächtigen für Napoleons abgelegte Sachen.“ Auch der romantischen und bestochenen Zenigen des Taineschen Napoleonurteils Polin Walewska vermögen wir keinen Geschmack abz11- mit wolverdienten Fußtritten beehrt und sozusagen aus gewinnen. Sie heiratete vergnügt, während der große tem kritischen Gerichtssaal hinaus verwiesen. HerzMann, dem sie einen Sohn (später iinter Louis Napoleon erfreiend aber leuchtet uns der stete Durchbruchsieg der Botschafter in London imd Liebhaber der Rachel, gut, Wahrheit auf, wenn wir ims ießt auch mit neuester schön und dumn) geboren hatte, in St. Helena Forschung eins wissen und mehr und mehr jeder Ünich machtete. Da muß man doch wenigstens, auch wenn hefangene mit unsrer eigenen lange verfochtenen Aufman Josefinens sonstige Gutmütigkeit nicht in Auschlag fassung übereinstimmt, bringt, zu ihrer Ehre gelten lassen, daß sie tatsächlich an Napoleon sagte von sich: „Ich bin nicht für die Kummer über Napoleons Fall, am sogenannten ge Liebe gemacht.“ Aber er täuschte sich, nur zu sehr verbrodenen Herzen, starb. Natürlich darf man dies nur stridte ihn ein reizbares Nervensystem in verfeinerte und cum grano salis verstehen. Josefine sah bereits ihrer ausschließliche Herzensleidenschaften. Er wollte den Auflösung entgegen, mr hat das erschütiernde Ereignis Frauen keinerlei äußeren Einfluß einräumen, und doch von Fontainebleau durch Gemütsbewegung ihr Ende be- bestimmte zum Teil die Walewska seine schwankende schleunigt. Ihren leßten Odem verhandie sie in den Polenpolitik. Wir haben sogar einmal die Vermutung Seufzer: „Napoléon : . Marie Louise . : l'ile d'Elbe !

ausgedrückt, daß eine gewisse Unordnung, die in den Kurz ehe sie sich zum Sterben niederlegte, beschäftigte sie Operationen vor der Schlacht von Eylau einriß, auf jene sich noch mit

' Puß und Schminke, um den Besuch des Liebesgenüsse zurückzuführen sei, die der Imperator in Zaren würdig zu empfangen. Hoffle fie vielleicht durch Marie Walewskas Armen durchkostete. Im übrigen müssen persönlichen Zauber ihrer Liebenswürdigkeit vom Sieger wir die Behaupting Graf Yorks („Napoleon als Feldgünstigere Bedingungen für Eugen und Hortense zu er herr“ I.) mit Bezug auf 180.1 ablehnen, daß schon dawirken? So wie fie Begleichung ihrer innendlichen mals die Spannkraft des Feldherrn nachließ, weil er dem Schneiderrechnungen und noch bei der Scheidung mög- Weibe und Wolleben sich mehr als zuträglich ergeben lichst viel Geld von Napoleon erpreßt hatte Sie machie habe. Mit Recht meint Masson: „Wer an seiner Stelle sich anheischig, mit vier Pferden Vorspann als Kaiserin wäre anders gewesen! Wieviel Souveräne machen es durch ganz Franfreich nach Elba zu fahren, im Marie weit schlimmer!" Man braucht die Nachricht nicht ein. Louise zu beschämen. Mehr selbstsüchtige Eifersucht oder mal so weit zit treiben: es steht wirklich nicht so schlimm Aufflackern erloschener Zärtlichkeit für den gestürzten Ge mit der erotischen Bilanz des Napoleonlebens, verglichen nial? Wer mag es enscheiden! Einem neuerdings über mit dem üblichen Lebenswandel vornehmer ind reicher Josefine erschienenen Werke entnehmen wir, daß Massons Gesellschaftskreise. Was so nebenbei abfiel

, waren bloße Spoit über ihre verblühten Reize doch übers Ziel hinaus- Garnisonabenteiier. llnd darunter manche, die ihm nur schießt. Zwei süddeutsche Prinzen verliebten sich noch in Ehre machen. Als ein achtbares Mädchen in Schönbrunn sie am pariser Hof und einer davon erbot sich sogar, fie ihin ins Auge sticht, er aber merkt, das harmlose Ding nach der Scheiding zu heiraten, obschon sie seine Mutter bringe ihm harmlose Bewundering entgegen, läßt er sie sein konnte. Wollie er auch geduldig ihre ewigen Schulden unberührt zu den Thrigen bringen und seißt ihr eine Milbezahlen? Masson schweigt geflissentlich über ihren Ruim- gift aus. Das erinnert an eine ähnliche Episode in dem mertod, aber das ist keine Fabel. Hier sticht sie immerhin Byronbuche der Guiccioli. Der vielverleumdete Dichtervorteilhaft von ihrer Nachfolgerin Marie-Louise ab, ob lord, dieser angebliche Don Juan, imd sein Idol „Boni" schon diese schönen Seelen sonst einander würdig waren. Auch (wie die Engländer sich einen milleidigen Rosenamen für jene große Unbekannte, die heut nur noch als „Mas ihren Todfeind zurechtmachten) glichen sich auch hierin. dame X.“ genannt wird, bewieś noch 1815 ihre stile Er- Masson behauptet, daß ein solcher Fall sich bei Napoleon gebenheit und scheint ihren Jupiter aufrichtiger geliebt dreimal wiederholt habe. Jedenfalls i wußte der un= zu haben, als alle andern; seine Liebe, flammend und geslüme Soldat seinen sinnlichen Trang zu zügeln.

Brutal im äußeren Gebahren als Gewalthaber, blieb er im Privatverkehr stets nobel bis in die Fingerspißen. Jene lächerliche Karrikatur, die Tolstoj in „Krieg und Frieden“ für Napoleon ausgibt, ist kaum ein Affe des wahren Löwen. Dieses panslavistische, von russischem Ohnmachtgeifer stroßende Roman-Pamphlet auf Westeuropa konnte, seiner hohen poetischen Vorzüge im Genromalen unbeschadet, als Historienbild nur der heutigen Halbbildung einleuchten. Herr Marimilian Harden hat diese Fraße zwar für ein glaubhaftes Abbild des ,kalten (!) Dämonentums" erklärt; wir, die wir Napoleon etwas gründlicher zu kennen glauben, vermögen weder Nälte noch Dämonie in dem hier gemeinten Sinne zlı entdecken. Denn ,,dämonische" Genialität part ich recht gut mit naiver Menschlichkeit.

Und so von Stern zu Stern,
Vis hin vor Gottes Stufen
Sie Ichut sich an die Konie dem Herrn:
Vater, hast du gerufen?
Ihr hold verwirrtes Angesicht
Sieht fragend zu ihm auf und lauscht,
Wie lächelnd er herniederspricht:
Dir träumte wol, verwöhntes Kind.
Sie schweigt, und freut sidh, wie im Wind
Des Götterworts der lange Bart
Ihm leije um die üften rauscht.

Geistige Liebe.

Von

Gustave Seffroy. (lleberseßt von Matilde Mau..")

Neue Gedichte.

Von
Sustav Falke.

1.

Verit c clit. Ich hatte einen Traum Von unsrer Liebe. Es fang Eine Drossel im grünen Baum, Und ein Häschen sprang. Der Roggen stand still und schwer, în Sonne. Da kam ein Hauch Ilnd wiegte ihn hin und her, lind ein Wölfchen zog ein Raud). Tief unten lag das Dorf, Aus Linden sah cs herfür. Eine Hütte mit Schindel und Schorf. Deine Mutter stand vor der Tür.

Gegen Ende des Sommers hatte das junge Mädchen mit den Ihren das von der Tante Clémentine crerbte Haus, in der kleinen Stadt im Herzen Frankreichs bezogen, in dieser Stadt, die mit ihren stillen G bäuden iind den von Gras überwucherten Straßen mehr einem Weiler glich. Sie hatte sich gleich von Anfang an in das Aeußere dieses Hauses verliebt, in die hübschen Fenster im Stil Ludwigs XIV. und die über einem Perron von verschlissenen Marmorfliesen gelegene Hausthür, – in die Aussicht, die sie von innen auf den engen Hof mit seinen Jasmins sträuchen hatte, auf diesen ganzen zurüdspringenden Kompler von Duodez-Gebäuden mit den Pavillon als Hintergrund. Mit demselben Entzücken hatte sie von der Einrichtung der Zimmer Besit ergriffen, hatte sie die Geschichte ihrer Familie aus den Bildern gelernt, die sie von den Wänden herab ansalien und ihr aus der bestaubten Vergolding der Rahmen zulächelteit, aus dem Mobiliar der Zimmer, das unberührt von einer Generation auf die andere übergegangen war, als würde der Abwesende zurückkehren, und sein Eigentum wieder in Empfang nehmen.

In dem Salon, dem einzigen größeren Raum des ganzen Hauses, in den Zimmern und Rammern mit den hellen, verschossenen Tapeten, legte sich das melancholische junge Mädchen in die schweren Polsterstühle, in die Sessel mit den weichen Lehnen, auf die steifen Ranapés und versuchte, das Leben der entschwundenen Stun' en wieder wach zu rufen. Ihre Augen bemühten sich, in die hermetisch verschlossenen Schränke, in die bauchigen ftommoden aus seltenem Holz mit kupfernen Schlössern und Hängen einzudringen, und sie fand, daß fie Gräbern glichen, Sarkophagen, fest verschlossenen Gewölben, in denen Tote ruhten.

Seit sie mit den Fingern über die Tasten des alten Spinetts, des alten Klaviers gestrichen und das Murmeli, das Alagen seiner schwachen Stimuie gehört hatte, hegte sie eine ehrfurchtlose Scheu vor allen den Geheimnissen,

Unter der hohlen Hand
Sah fie, als suchte sie wen.
ES flimmerte so das Land,
Sie konnte vor Sonne nicht sehn.

Im Roggen raschelte die Maus, Ilnd der Wind lief über das Korn. Wir saßen im grünen Haus, Ilnd die Drossel sang im Dorn.

2.

Die Fantasie. Wer fängt mich? rief die Fantasie lind schwang fich durch die Regionen, Vorbei an Sternen, die noch ni: Ein Fuß betrat. Hier möcht ich wohnen, Sprach sie und ließ für furze Zeit Sich sachte auf die Füße nieder. Ein Leben blüte auf in Glanz und Ueppigkeit. Dann schied sie wieder.

*) Aus der demnächst erscheinenden Itebersegung des jüngsten Buches „Le Coeur et l'Esprit des führenden französischen Kunstfritikers. Die Ueberseßung erscheint in dem Verlage von Albert Langen, Leipzig und Paris, der sich neuerdings so namhafte Vers dienste erworben hat um die Vermittelung zwischen den Litteraturen Deutschlands und Skandinaviens und der Franfreichs

die dieses Haus barg. Sie fühlte sich umgeben von Er- tummem Zwiegespräch, bis die Schatten der Dämmerung innerungen und Ratschlägen, vielleicht and von Vorwürfen, hereinbrachen und nach und nach die Wände, die Möbel, sie stand in Verbindung mit dem Inbefannten, lebte' in das Bildnis verhülten. Der kleine Hof lag wie in einer geheimnisvollen Atmosphäre.

Rosenschimmer getaucht da, die weißen Blüten des Jasmins So wagte sie es denn auch nicht, gleich die Schlüssel hauchten einen feineren, wärmeren Duft aus. Dann herumzudrehen, die Türen der Schränke 211 öffnen, es entfernte sich das junge Mädchen leise auf den Fußipißen, machte ihr Vergnügeri, den Augenblick hinauszuschieben, schloß geräuschlos die Tür, einen leßten Blick schüchterner wo sie die Düfte und die Geheininisse von ehedem in das Zärtlichkeit zit dem an der Wand" erblafsenden Äntliß stille Zimmer hinausflattern ließ, daß sie ihre fieberheiße emporiverfend. Auf der Treppe hemmte sie ihren Schritt Stirn umfreisten, sich an ihr pochendes Herz schmiegten. fast bei jeder Stufe, sehnsuchtévoll und ängstlich, die Hand

Bisher hatte eine unwiderstehliche Macht sie zögernd, auf den zitternden Busen gepreßt, als kehre sie heim von fast wider Willen, täglich mehrmals in dasselbe Zimmer einem geheimnisvollen, gefährlichen Stelldichein. Und im zweiten Stocwerk unter dem Boden geführt, in einen dann ward ihr Name gerufen und sie lief in den leicht getäfelten Raum, defient spärliches Ammeublement vergoldenden Schimmer der brennenden Lichter hinab. aus einem schmalen Bett, einer Kommode, einein ichmucklosen Schrauf, einem Lehnjesjel, einem Stuhl und einem Wol waren es geheime Zusammenfünfte während Sefretär bestand, dessen Klappe sich zurücfschlagen ließ dieses scheidenden Sommers, jeden Augenblick zit er: und als Schreibtisch diente. Por den Bett lag ein kleiner, möglichen, die lange Träumerei einer Liebenden vor dem ebenfalls sehr sd maler Teppich. Ju einer Ecke befand sich stummen Bilde, eine selige und qualvolle Zeit der Ge. eine Tür, die in ein Toilettezimmer führte, in dem ständnisse, die sie diesem Sibglanz eines auf ewig verlorenen Kleidungstücke aufgehängt waren, die einfache Ausstattung Geliebten widmete. eines jungen Mannes, eines Studenten, der in die Ferien gereist ist.

Der Inbegriff der ganzen Erbschaft war für das Aber dies ein wenig kahle Zimmer mit seinem rot junge Mädchen fortan nur der Gedanke, daß fie das farrirten, gebohrten Fußboden erschien dem jungen Mädchen einzige Wesen gefunden hatte, das sie hätte lieben fönnen, das wärmste, geheimnisvollsie in ganzen Hause, der be- denjenigen, für den sie bestimmt war, infolge unbeirrbarer wohnteste Raum von allen.

Anziehungskraft, und daß gerade dieser Mann wiederEin Porträt über dem Kamin erfüllte das kleine bringlich fern von ihr weilte, aufgelöst in Grabesschatten. Gemach mit einem seltsamen Lebensfluidum.

Lange wollte sie nicht wissen, wer er gewesen, wie

er gelebt, was aus ihm geworden sei. Ehe sie die Schub. Es war das Bild cines jungen Manns mit innge fächer in seinem Zimmer öffuiete und mit zitternder Hand gepudertem Haar und in die Höhe stehendem Kragen, wie nach dem Wort forschte, das ihr sein Leben offenbaren er zur Zeit der Revolution getragen wurde. Er glich würde, weilte fie bei den Ahnenbildern, erquicfte sie sich feinem einzigen der Vorfahren, deren Gutmütigkeit, Ges an all den Figuren aus sächsischem und chinesischen wichtigkeit und vergängliches Wesen von den verschiedenen Porzellant, die Veibeigungen machten und Menuetts auf Ehrenpläßen der Wohnung herabschaute. Er hatte nid)t den Marmorfonsolen tanzten. ihr Advokaten-, Beamten- oder Militärgesicht, ihren Aus Ganz plötzlich entschloß sie sich dann eines Tages, druck ruhiger Verschlagenheit, bewuster Würde, behäbigen das Schweigen zu brechen, das den Unbefannten umgab, Familiensinns. Vielleicht glich der Schnitt feines Gesichts, eine glühende Neugier Trieb sie in sein Zimmer, wo sie die Zeichnung der Wangen, der Augen und des Mindes jich einschloß. ein wenig den Frauen in den Kostümen des achtzehnten Jahrhunderts, die im Salon hingen und aussaheni, als Das ciste, was ihr beim Deffrien des großen Schrankes hielten sie umunterbrochen einen pomphaften Empfang in die Hand fiel, waren Bücher und wieder Bücher, ab, er hatte aber nicht ihren leichtlebigen Ausdruck, Bücher, deren Titel fie fennen, deren Inhalt fie lesen ihr verheißungsvolles Lächeln flüchtiger Wollust, ihre stolze wollte, die ganze Litteratur und Philosophie der beiden und ironische Kopfhaltung

leßten Jahrhunderte, politische Broschüren, die um die

Morgenröte der Revolution das Licht der Welt erblickt Dieser Tote, der so einsam in diesem Zimmer weilte, hatten. Heberall zwischen den Blättern eingeschaltete hatte zweifelsohne den Hauch des Geistes verspürt. Notizen, und auch an den Rändern Anmerkungen, mit

Er war nicht so gemalt wie die anderen Bilder, mit reiner, vielleicht ein wenig frankhafter Schrift, Aussprüche, peinlicher Sorgfalt inbezug auf die Kleidung, die Ilms die von Gelehrjamfeit und edlem Sinn zeugten. Es war gebung, die Einzelheiten, er war einzig in seiner Art, von eine leidenschaftliche Seele, ein hoher Giisi; das begriff Schatten umgeben, aus denen er plötzlich unvergeßlich das junge Mädchen, und sie erschauerte im Gefühl des hervortrat, mit seiner geisterhaften Bläffe, den geschlossenen S!olzes. Lippen, den flaren Augen unter der Marmorstirn... 06 In den Schulfächern der Kommode fand sie Stöße wol sein Antlig bleich war, schien eine Flamme über von Papieren, Entwürfe zlı Büchern, Pläne zu sozialen seine Haut zu huschen, seinen Mund zu verjenigen, sich als llmgestaltungen, Briefe, zum Teil mit berühmien Namen helles Feuer in einem Blick festzulegen.

imterschricbeit, Zeichnungen, Landschaften. Jedes Mal, wenn das junge Mädchen die Tür Kein Frauenbildnis. - welche Freude für die illis öffnete, wußte sie, woher der Lichtrefler fam, der dieses glücklich Liebende, die Witwe, die Eifersüchtige! Aber Gesicht belebte, iind doch befiel sie eine umerflärliche Iluruhe, ein andres Bild von dem jungen Mann fand sie, in der wenn sie diese Augen mit so viel Angst auf sich gerid)tet Blüte der Jugend geinalt, in den Augen einen nach Glück sah, mit einer Besorgnis, als fönne sie es möglidherweise ausspähenden Blick und in den Winkeln des Mundes nicht sein. War dann die Tür geschlosjen und der Schatten bereits die Bitterfeit des künstigen Antlißes. zurückgekehrt, saß sie wieder in dem Lehnsessel, dem Stamin Hier blieb sie an jenem Tage stehen. Sie wußte den gegenüber, so nahm auch das Antliß des jungen Mannes Namen, und sie fand diesen Namen wieder in einem alten den Ausdruck tiefer Trauer, erhabenen Ernstes wieder an. Buch, in das Tante Clementine ein Geschlechtsregister und Angesichts dieses unbeweglichen Toten wagte die Lebende Erinnerungen verzeichnet hatte, sie fand eine Verwantschaft nicht, sich zu rühren, blieb sie stundenlang dort fißen in / zweiten Grades heraus, eine vereinzelte Angabe. Meine

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Heirat, feine Nachkommenschaft. Am folgenden Morgen Einbildung Gestalt an, als spräche ihr eine schwarze, leichte eilte sie auf den Friedhof, dort fand sie das Grab. Mit Erscheinung, die neben ihr auf dem Hügel saß. leise zu, achtundzwanzig Jahren gestorben. Ilnsagbar beglückt und erfaßte sauft ihre Hände. Mit stođenden Atem, der p optiestraurig fehrte sie heim.

lich gehemmt ward von den aufsteigenden frampfhaften

Zudungen, die ihren Busen hastig hoben und sentten, Bis an das Ende der Ferien dieses Jahres verbrachte Tauschte sie dieser Stimme, die wie aus weiter Ferne an fie von um an alle freien Augenblicke ihrer Tage in der- ihr Dhr drang, und obwol es ihr später ganz unmöglich felben Allee des Friedhofes. Die Zeit, in der sie fich) war, fich der einzelnen Worte zu enifinnen, die je gehört ihren Träumereien hingab, in der sie das verflossene Leben hatte, bewahrte sie doch in ihrean Junern den Eindruck wieder wachrief, wurde jetzt geteilt zwischen dem Zimmer, leidenschaftlicher Liebeserklärungen, lange verhaltener in dem die Augen des Bildnisses stralten, und der düstern Mlagen, die sich in süßen Frieden auflösten. Oft meinte Stätte, über der die insichtbare Erinnerung an den Toten sie auch das bis zum Wahnsinn gesteigerte Verlangen schwebie.

nach Leben zu veripüren, glaubte sie sich von SchattenMit leichteni, lebhaften Schritten verließ sie das Haus, armen umfangen, die sie leidenschaftlich umschließen wollten, flüchtig und schnell, als ginge es 311 einem geheimen während ein welfer Mund sich ihren Antlik näherte und Stelldichein, eine Liebende, die sich verspätet hat ind ihre Lippen fuchie. mun unterwegs noch die Bänder ihres Hutcs bindet, ihre Von diesen geheimen Zusammenkünften, von diesen Handschuhe zufnöpft, den Sonnenschirm aufspannt. Bald Zwiegesprächen fihrie fie zitweilen still und träumerish, hatte sie die Hauptstraße verlassen und die kleine Gasse jitweilen aufgeregt und zitternd beim, oft war ihr Anilit durcheilt, die auf die Felder hinausführte. Dort, ganz in Fruier gebadei, erglühte wie die Rosen der Gräber, an naté an der Stadt, aut freiem Felde, in der Ebene, non andern Tagen schimmerte cs bleich, als habe sie eine BeMauer eingeschlossen, zeichnete sich das Viereck des gegnung, eine B:rührung mit dem Tode gehabt. Gartens der Toten ab, in das cire forte führte. – Ein Das Wetter wurde Tegnerisch, der Himmel, der des Garten im wahren Sinne des Wortes, in dem wild- Morgens blaut und des übends veilchenfarben gewesen sprossende Kräuter und Blumen, die zum Naturzustand war, verwandelte sich in einen trüben, weinenden Himniel. zurückgeschrt waren, mit ihrem imregelmäßig ranfonden Die Spaziergänge warcu mit Schwierigfeiten verknüpft, Gewebe die Regelmäßigkeit der geradwinfcliger Alleen und und der aufgeweichte Boden des Friedhofes ward selbst die llmgebungen der Gräber bedecten. Die Lebensbäume für Füße in Holzschuhen fast izugänglich. So wurden und Cypreffen warfen ihren freppfarbenen Schatten auf dem die Bejiche fürzer und seltener. Äuch war der teure die Grabsteine, die Epheuranfen schmüdten sie mit ihren Schatten bei dem falten Wind, inmitten der verwelften Gewinden, die Buchsbaumsträitate iumrahmten sie mit Rojen nicht wiedergefehrt, die leidenschaftlichen Worte ihrem dumflen Grün. und überall auf diesem Begräbnis: Datten sich nicht mehr hören lassen. Der Liebende schien boden blühten und erschlossen sich Rosen hinter cinem tiefer in das Reich der Nacht" hinabzusteigen, sich mit aus Dornien geflochtenen Gitteriverf. Sie würzten diesen jedem Mal weiter zurück311ziehen in die schwarze Gruft, ganzen finstern Garten mit ihrem füßen Duft, sie über in der er ruhte, in die tiefsie Höhlung der Erde, in einen fühüiteten ihn mit ihrem lleberfluß, um dlangen die Bäume, verborgeneren, wärmeren Schlupfwinkel.

Das junge iletterten an den Mauern und den Grabgitteruicmpor, Mädden empfand einen tiefen Sdmerz. wenn sie von fielen wicder zu Boden, gleich) schleppenden Stoffen. diejen erfolglosen Besuchen in der veränderten Ilmgibung

Das junge Mädchen empfand hier nicht jane hoffungs- heimkehrte, und der Liebende, den sie heraufbeschworen lose Verzweiflimg, welche die großen Friedhöfe der Städte hatte, schien ihr wieder verloren, bis 311 dem Augenblick, stets auf sie gemadt hatten. In dem hellen Sonnensdein, wo sie das Bild wiederfand, wo sie ihre Nachforschungen inmitten der Farbenstralenden Blumci verlor der Sedande in dem vom Feiter belebten, von den brennenden Kerzen an den Tod alles Finstere, nur die Empfindung der Ruhe erhellien Zimmer wieder aufnahm. blieb zurück. Dies war nicht der grobc, prunküberladenie Der Sefretär wurde von mellem durchstöbert, ver's Père-Lachaise, imgeben, eingeschlossen, begrenzt von den borgene Schubfächer geöffnet, und das junge Mädchen Häusern der Faubourgš, beständig in den Rauch der pariser entdecte noch mehr Briefë, den ersten ähnlich, eine FortFabrifen gehüllt. Hier, inmitten der duftenden Wiesen, der jezuing derselbent. Da lernte sie den, der sie über die Zeit jimmenden Bienen, nid)t weit von den schlafenden Wassern hinneg gewonnen hatte, vollauf fennen eines Teiches, über die der nimmer inhende Flug der lauf zu einer Karrière, der ganze glühende Tatendrang Libellen husdót, rief die lächelnde Schwermut des länd- spiegelte sich in dieser Korrespondenz ab, in den Mamu. liden Friedhofs, die blütenbedeckte Trauer der Gräber den ifripteit, in denen die Liebe zur Menschheit inter den Gedanken an einen Weiler wach, der, in fernie Einsamkeit Worten der stolzen Sprache hindurchschimmerte. versunken, in der Glut, in dem Frieden des Mittags ent Auch die Enttäuschung schien nicht ausbleiben 31 schlimmert ist.

jollen. Sie trat an sie heran in Gestalt eines versiegelten, Die Heidin dieses übersinnlichen Liebesverhältnisses zusammengebundenen Heftes, das sie öffnete, das sie zu hielt dort an jedem Tage, zii jeder Stunde des Tages lesen begann, eines ganzen Haufens von Briefen in seiner eine wonnevolle Nast in dem traulichen, von langen Pausen Handschrift, Briefen, die an eine Frau gerichtet waren, unterbrochenen Zwiegespräch der Verliebten. Sie schwelgte das sah sie bei der ersten Zeile. in stummen Geständnissen, in geflüsterten Worten, in Sie durchflog das alles hastig, mit brennendem Blick. Seufzern, in süßen Plänen, die für sie, ach! mr ein Die Leidenschaft redete eine schöne, verlangende Sprache, Sehnen nach längst entsit; wundenen Zeiten, Pläne der forterte von dem flüchtigen Leben in beredten, tief traurigen Vergangenheit waren.

Worten Anteil am Glüc. Ilnd das alles verwoben mit befangen war, in der sie das Leben wieder neu zu gestalten den Schilderungen dramatischer Ereignisse, - eine ruhe. glaubie, bemerkte sie nicht, daß das Leben fehlte

, daß sie lose Liebe, verknüpft init den Gewalitaten der Geschichie. dem Tode Gewalt antat. In den heißesten Tagen dieses Das junge Mädchen las genauer, gelangte weiter, Septembermonats, wenn sie um sich her nur die luftige stieß auf erdichtete Namen, überzeugte sich bald, daß sie Mufif der Mücken vernahm, hallucinirt von Hitze und einen seiner Romane in Briefen, so wie sie damals Mode Licht, in Träume versunfen, halb betäubt, wie sie war, gewesen waren, in Händen hatte, sonderbarer Weise aber wollte es ihr hin und wieder scheinen, als nähme ihre | einen Brief - Roman ohne Antworten, eine Art von

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