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Si-yü-shui-tao-ki, welches von Ili handelt, entspringt der Kunges auf 43° 31' N. B., 32° 58' W. L. (etwa 2 Grade zu weit westlich?) am Westabhange des an der Nordwest-Grenze des Gebietes von Xarashar befindlichen Odon-Kür-Joches. Am Ostabhange desselben ist eine warme Quelle, die in Stein gefasst ist, welche Arbeit man den Dsungaren zuschreibt. Das oben erwähnte » Tagebuch einer Gesandtschaftsreise zu den Dsungaren (Shi chön Tshung ka'r hing thshöng ki) sagt: »Von der Thalmündung des A-la-kuei-Gebirges bis zur Quelle des Kunges sind 9 Tagereisen. Man geht von der genannten Thalmündung 470 li nach Westen und gelangt nach dem Grossen (?) Yüldüz, dann nach 60 li bis zur Thalmündung des Odon-Kür. Am 20. Tage des ersten Monats brach man von der östlichen Schlucht des Odon-Kür-Gebirges auf, überschritt das gleichnamige Joch und kam nach 50 li in die Schlucht der Westseite. Auf beiden Ufern war dichter Kiefern-Wald, in dessen Mitte das Gewässer floss . ... es regnete und schneite, sodass es am schlüpfrigen Abhange schwer zu gehen war. Am 21. ging man am Kunges abwärts in der Felsenschlucht 60 li.. am 22. übernachtete man nach 80 li Weges in der westlichen Thalmündung des O-tun-khur-shan, am 24. nach 60 li Weges am Kunges, welcher nach über 100 li aus dem O-tun-khur-Gebirge hinaustritt (4. Heft, S. 8b).

Im Ho-shi-tho-tsung-thshuan (der allgemeinen Erzählung von den Xoshot) heisst es, dass Norbudundok am Eriyen-Xabirgha weide (nach der Anmerkung bedeutet Ölin im Dsungarischen »bunta, ha-pi-'r-ka aber » Seitenrippe«, nach Schmidt ist eriyen im Mongolischen » bunt«, zabirgba »Seite«, »Berglehne«, zabisun »Rippen«; im Burjätischen bedeutet nach Castrén yaberga » Rippe«, in einer andern Mundart auch »Seite«; ich umschreibe also: Eriyen-Xabirgha). Dem höchsten Teile des Gebirges wurden während des Dsungaren-Krieges im kaiserlichen Auftrage Opfer dargebracht. Die Anmerkung spricht von diesen Opfern und dem Amursana, der in diesem Gebirge seine Zuflucht gesucht hatte; am Schlusse der Anmerkung aber heisst es vom Bogda, vom Xatun-Bogda und vom Eriyen-Xabirgha-Gebirge, wie folgt: >800 li westlich vom Bogda-Shan, 100 li westlich vom Xatun-Bogda-Shan ist der Bogda-Shan erhaben wie des Menschen Haupt, der Eriyen-Xabirgha befindet sich rechts und links von seinem Oberhaupte, wie Seitenrippen. Da der höchste Gipfel des Thien-Sban der Bogda') ist, so kann man alle Berge,

1) Mongolisch: Bogda „heilig“, Bogda-edzhen (göttlicher Herr) der Kaiser“, zatun „Königin, vornehme Frau“. In der chinesischen Umschrift ist Bogda = Po-k'e-ta im Si-yü-shui-tao-ki und Huang-Thshao I-thung-yü-ti-thsüan-thu; ebenso, oder auch Pa-k'e-ta im I-thung-yü-thu. Ritter's Pu-khi-tha-pan in Urumtsi ist wohl nichts weiter als Bogdadaban, s. Grigorieff, Anm. CDI.

die rechts und links davon liegen, Eriyen-Xabirgha nennen. Die Oertlichkeit, wo den jetzigen Meldungen nach die Opfer dargebracht werden, ist sicherlich das 100 li westlich vom Xatun-Bogda liegende Gebirge.« Für das o in Bogdo, wie statt Bogda auf unseren Karten wohl gebräuchlich ist, zeugen, soweit ich augenblicklich sehe, das Bogdo der Tungusen, die diesen den Kaiser bezeichnenden Ausdruck auf das Land China') übertragen haben (s. Castrén, tungusische Sprachlehre S. 95) and bogbdo »mutig, kühn« im Jakutischen, wenn dieses aus dem Mongolischen stammen sollte (s. Böhtlingk, über die Sprache der Jakuten, S. 134 des. Wörterbuches). Augenscheinlich hat aber das Eriyen-Xabirgha-Gebirge zwei sogenannte Schultern (mongolisch mürü); denn im I-thung-yü-thu, wo das ganze Gebirge Thöng-ke-li-shan (= Tengri tagbí oder Tegriyin ula?) »Himmelsgebirge« (chinesisch Thien-Shan) genannt ist, finde ich angemerkt:

1. den Bogda-Shan 26–27° W. L., 43° 30'— 43° 50' N. B. (Urumtschi

etwa 27° 20' W. L. und 43° 51' N. B.), 2. den Xatun-Bogda-Shan 43° N. B., 29° 30' W. L. (an der Quelle

des Barghatai-Xabdzbighai),
3. den Eriyen-Xabirghan-Mulu (=mürü!) etwa 43° 34' N. B., 30° ..

W. L., ferner unter demselben Namen 43° N. B., 28°
W. L. Etwa gerade die Mitte zwischen beiden ist bezeichnet

Tengnurtai. (Hier findet sich eine lange Anmerkung über die am Eriyen-Xabirgha zu bringenden Opfer, über Amursana und den eben beendeten SöngarenKrieg.)

> Die beiden Flüsse fliessen von dem Bache des Xarghatu-Berges an Ubomu vorüber, zehntausend Rinnsale fliessen um die Wette, hundert Bergströme brechen hervor und vereinigen sich, sie stürzen und springen dahin, sodass die gepeitschten Wogen wie der (Huang-)Ho sind, der am Ti-Tshu (Schleifsteinsäule in Ho-Nan) •vorbeifliesst, oder wie der (Ta-) Kiang, wo er aus den gefährlichen Schluchten des Wu-Shan tritt.«

Nachdem der Fluss nach Südosten geflossen ist, mündet nach dem Si-ya-shui-tao-ki der Urtu-Bulak (mongolisch »die lange Quelle«) von Norden, worauf der Fluss sich in zwei Arme teilt, einen nördlichen und einen südlichen. Beide laufen nach Osten. Nur der erstere hat Zuflüsse, nämlich erst den Moghai-Shara-Bulak (nach der Anmerkung vom dsungarischen mo-hai »unfähig, unpassend,« und shara »gelb«,

“) Nicht etwa umgekehrt vermöge einer Lebersetzung aus dem Chinesischen. In letzterem ist China Tshung-Kwo „Reich der Mitte“. Thien-Kwo „Himmelreich“ gebrauchten die sogenannten Thaipings erst, deren Name von dem Ausdrucke Thai-Phing „grosser Friede“ stammte, mit dem ihr Kaiser seine Herrschaft bezeichnete.

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also Wasser, welches gelb und schmutzig und deshalb unbrauchbar zum Tränken des Viehes ist; maghoyai ist »hässlich« im Mongolischev, shira oder shara »gelb«), dann den Shibartai-Bulak (»schmutziger Quell«), den Sailam-Bulak, den Ghurban-Nükünsün)-Bulak (»Quelle der drei Genossene), das Tsaghan-Ussu (» Weisswasser«) und den Kün-Xabtshil(un)-Bulak (die Quelle der tiefen Schlucht«).

Nach dem I-thung-yü-thu mündet der Urtu-Bulak schon in den nördlichen Arm, dann folgen der Sabirta-Bulak, der Kuo'r-ho-Bulak, der Tailirou-Bulak, das Wasser des Yamatu-Xabtshil (s. o.), das Ulan-ling-shui (Ulan-daban(u)-ussu s. o.), das Wasser der Ghurban Ao-kek? (s. o.) und, wie oben, das Wasser des Kün-Xabtshil. Aber auch der südliche Arm hat nach dem I-thang-yü-thu Zuflüsse, nämlich das Dzolotyo-ling-shui, das Yang-ho-shö'r-shui (chinesisch »Pappelfuss-Furt-Wasser«) das Hoknakling-shui'), das Wei-si-mo-shui und das Wu-kok-ling-shui.

Weiter nach Osten erreicht der Fluss nach dem Si-yü-shui-tao-ki die Nord-Seite des Dalan-Joches (mongolisch » dalan« 70, also wohl die » 70 Joche«?), worauf sich beide Arme wieder vereinigen.2) Im Jahre 654 fand am Ying-So-Thshuan (thshuan »Thalstrom«) nach der Erzählung von den Türken in der Geschichte der Thang der Angriff von Seiten des vorderen Heeres unter Su-Ting-Fang statt, und nach der Erzählung von den Uiguren befände sich der Ying-So-Thshuan nordwestlich von YenKhi.) Unser Verfasser wirft die Frage auf, ob das die Wüste (ye) von Yen-Khi sei. Der Name des Dalan-Daban dagegen kommt in der Geschichte der Kämpfe der Mitte des vorigen Jahrhunderts vor. Im Jahre 1757 nämlich, als der General-Major (tu-thung) Man-Fu die aufständischen Shara und Maghus bekämpfte und nach Xarayolo gekommen war, erblickte er auf seinem Wege durch das Gebirge einen dichten Wald und unten einen tiefen Bach. Man-Fu hatte schon Argwohn gefasst und eilig den Vortrab an sich gezogen, als plötzlich über 1000 Aufständische aus dem Walde stürzten und die kaiserlichen Truppen abschnitten. Man-Fu schrie laut: »Schlagt die Diebe todt« (sha tsei)! Da fiel er getroffen in den Bach. Temütshi-Dundok-Xashigho von den Shara schickte Leute aus, welche über das Dalan-Joch gehen und die Brücke über den XaiduFluss abbrechen mussten. Im Wasser watend, suchte der Hauptmann Ma-Szě am Flusse einen Weg, ohne einen finden zu können; denn es ist eine gefährliche Gegend, wo Wasser und Berge sich durcheinander winden!

1) Erinnert an den Kuknak-Ling nördlich von Tshadyr.

2) Im Ithung-yü-thu ist erst von Norden ein namenloser Zufluss, dann TsaghanUssu, dann ein Dalan-ling-shui, welches von einem nördlich gelegenen Dalan-Ling kommt!

3) Gebiet von Xarasbar, s. 0.

So anschaulich diese Stelle ist nur dass vielleicht Norden und Süden wieder verwechselt sind?), so dunkel und dennoch durch die Fülle von Ortsangaben wichtig ist die folgende, welche sich auf den XabtshighaiFluss bezieht. Es ist der Chabzagai-Gol und der Balgantai-Gol der Petermann'schen Karte zu Przewalski's Reise. Letzterer stieg von dem Passe, der ihn aus dem Kleinen Yüldüz führte, in dem Thale des Xabtsaghai-Flusses abwärts dem des Balgantai-gol zu, welches letztere er jedoch wieder verliess, wo das Gebirge aufhört (wohl bei Xabtsaghai-(yin-) anggha, dem »Munde«, oder Eingange in das Thal, »des Xabtsaghai«). Mit dem Namen Xabtshighai wechselt Xabtshir auf den chinesischen Karten; nach dem mongolischen Wörterbuche aber ist xabtsaghai »Klippe, Klüfte«, yabtshiyu reinschrauben«, zabtshighor >Zange«, zabtsbil »Schlucht«. Das I-thung-yü-thu lässt von einem Xabtshir-Ling (dem sich aber weiter links nach dem Yüldüz zu ein Thshur-Ling anschliesst) das Xabtshir-shui kommen, welches der Lage nach dem Przewalski’schen Xabtsaghai-Ghool entspricht, den Hauptfluss, Xabtshighai-ho, lässt das I-thung-yü-thu aus dem K'uk'e Ha-pu-thsi-'r shui (Küke Xabtshil(-un) Ussu; küke, geschrieben k'uk'e, »blau« ?) und dem Bargbatai Xabtshil Ussu (Pa'r ka thai ha pu thsi hai shui), welcher vom Xatun-Bogda-Daban kommt, entstehen, giebt ihm dem Sasak-Ussu als linken Nebenfluss und teilt bei Xabtshighai-Anggha den Fluss in zwei Arme, die beide dem K‘ai-tu-Ho (Xaidu) zufliessen.') Die Karte des Si-yü-shui-tao-ki hingegen lässt den Ulan-Ussu südlich vom Xatun-Bogda-Daban am Xabtshighai-Berge entspringen, ohne Angabe der, wie wir unten sehen werden, im Buche selber aufgezählten drei Quellen. Ein Sasak-Fluss als linker Zufluss ist auch nicht erwähnt, wohl aber ein gewaltiger linker Zufluss, Namens Bortu-ho, der etwa die vierfache Länge des Ulan-Ussu oberhalb der Mündung zeigt, am AlakueiShana) nach Westen, dann nach Norden und Südwesten fliessen soll, eine Auffassung, die wohl auf der Nähe der Quelle des Algoi- und der östlichsten Quelle des Barghatai-Flusses beruht. Doch sehen wir, was der Verfasser zur Begründung dieser Ansicht sagt:

> Nachdem der Grosse und der Kleine Yüldüz sich vereinigt haben« (das heisst doch wohl entweder: »nachdem die beiden Arme des Grossen Yüldüz

) Chinesisch shui , Wasser“, ho „Fluss“; mongolisch ussu „Wasser“, ghool „Fluss“.

2) Nach einer vom Verfasser des Si-yü-shui-tao-ki S. 19a des 2. Heftes gegebenen Ableitung bedeutet der Name A-la-kuei, der früher auch A'r-huei geschrieben wurde, soviel wie „gefährlich“ im Dsungarischen. Im mongolischen Wörterbuche kann ich nichts Entsprechenderes finden als alaghor „Vorsicht“, „behutsam,“ alak „bunt, scheckig“, arghui „Sauerklee“. Uspenski hat (S. 145 seiner Bearbeitung des Si-yu-shui-tao-ki) A-la-kui (Arzun). Man vergleiche auch die türkischen Ausdrücke arku, arkuri „quer“, argidal „Vorberge“. Durch Regel's Reise vom Jahre 1879 ist der Name Algoi festgestellt für einen unter etwa 43° N. B., 87° 0e. L. von Gr. am gleichnamigen Joche entspringenden Fluss, der sich bei Toksun in einen Salzsee ergiesst.

sich vereinigt haben,« was freilich eine müssige Wiederholung wäre, oder: » nachdem die Wege des Grossen und des Kleinen Yüldüz sich vereinigt haben, was wohl bei Xaramoto der Fall sein wird, wo Przewalski in das Xaidu-Thal kam), »fliesst (der Fluss) nach Südosten, wo der Ulan-Ussu ist, der, am Thale des Bortu-Shan vorbeifliessend, nach südwärts gerichtetem Laufe mit dem Bortu-ho sich vereinigt. Der Bortu-ho nun entspringt südöstlich von dem Toksun-kün-thai von Turfan, fliesst nach Norden, an der Nordseite der Feste (kün-thai) vorbei, macht eine Wendung nach Westen, fliesst nördlich an Ilarik vorbei und tritt weiter westlich in die Thalmündung des A-la-kuei shan. Im Tagebuche der Gesandtschafts-Reise zu den Dsungaren heisst es: »Am 9. Tage des ersten Monates (ging ich) von Ilarik ab; nach 140 li Aufenthalt in der Alakuei-Schlucht ist breiter Weg, es giebt dort Steingeröll; östlich von der Gegend Alakuei, beinabe dicht an derselben, ist ein kleiner Flussnamens Teke-Fluss, welcher dem südwestlichen Thale zufliesst. Innerhalb des Alakuei-Thales ist das Wasser des Flusses hell und durchsichtig, und die Bäume bilden Wälder. Nur Menschen gehen an den Abgründen der beiderseitigen Ufer auf und ab, für Kamele und Pferde ist es sehr beschwerlich. Am 10. Tage (war ich) noch im Alakuei-Thale, nach 60 li hielt ich an und überschritt sieben bis acht Mal den Fluss. Die Bäume waren dicht, die Pfade steil und eng. Am 11. Tage noch immer im Alakuei-Thale, nach 70 li Aufenthalt. Gelehnt an die Thalmündung, steht eine aus Erde gebaute Stadt; in der zerfallenen Stadt waren noch Spuren von den steinernen Stufen, die in den Felsen gehauen waren, und an denen (kiai > alle« für kiai » Stufe«; vorher das gleichbedeutende töng), dem Berichte zufolge, der Bortu-ho vorüberfliessen sollte. Sein Gewässer fliesst westwärts und an der Thalmündung des Bortu-shan vorbei, um sich mit dem Ulan-Ussu zu vereinigen« (wo die angeführten Stellen aufhören, ist, wie so oft in chinesischen Büchern, unsicher). » Es giebt auch ein Xabdzhighai-shui, welches auf dem Xabdzhighai-shan entspringt.

In dem angeführten Tagebuche der Keise heisst es: Aus dem Alakuei-shan-khou gekommen (khou = anga »Mund«; auch im I-thung-yü-tha ist das Aryui-Anga') an einer dem » Reisetagebuche« etwa entsprechenden Stelle angegeben, der Arqui-Fluss aber südlich davon und nördlich vom Alakuei-Shan als nach Osten fliessend?)), »gelangte ich nach 70 li nach Ghurban Dengnültei (Töngnultai soll im Dsungarischen ein Geflecht bedeuten, womit die Ufer

1) Anga ist eigentlich ein Mandschuwort, wie auch bira „Fluss“ gelegentlich auf Karten vorkommt, wo man einen anderen Ausdruck in der ortsüblichen Sprache erwarten sollte. Im Mongolischen ist sonst angza der Anfang“, angghaiyu „sich öffnen, klaffen“, aman „Mund, Thalmündung“.

2) Der Algoi-Fluss Regel's. Unser Verfasser hatte die Richtung missverstanden.

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