Billeder på siden
PDF
ePub

naturalistischen Schriftsteller beim Publikum durchsetzt. behandelte, er gedachte die allzu großen Persönlichkeiten zu Diese wachsende Liebe zur Wahrheit, dieses Interesse, vernichten und wünschte sich ein Volf von wolunterrichteten welches jedem modernen analytischen Werke entgegenge- und klar denkenden Schilderern, welche berufen wären, die bracht wird, macht ihnen mit Recht bange, die Menge Rolle jenes rebellischen Genies, das sich Delacroix nennt, könnte sich von ihnen und ihren Werfen abwenden. auszufüllen. Man begreift also, daß diese Republikaner, Was soll aus ihnen werden, wenn die Kürasse und die jo mistrauisch gegen die Litteratur sind, sich wenig Helme nicht mehr Mode find, wenn die schönen Tiraden geeignet erweisen, die neuen litterarischen Formeln anziinicht mehr ziehen, wenn erst die Lejer unter der Um nehmen. Im Grunde haben sie andrerseits ein historisches hüllung klare iind wissenschaftliche Ideen und wirkliche Ideal der Republik, die schwarze Suppe der Spartaner, Personen fordern! Nicht nur ihre Romane und Dramen die bürgerliche Rauheit des Brutus und den blutigen Haß werden diskutirt, sondern man beginnt sogar über ihre Marats, und diese düstere ind harte Republik, in der alles Politik zu lächeln, und schon nimmt man sie garnicht nivellirt und autoritär ist, diese Republik einer reinen mehr ernst

. Nun, da sie sich in ihrem Stolz und ihrem klassischen Einbildimg, die außerdem in ihrem endgiltigen Vermögen bedroht sehen, geben sie sich unaufhörlich das Zustande für unsere modernen Zeiten unmöglich wäre, Ansehen, als ob sie große Sorge und Ekel über die würde sich sehr schlecht mit einer Litteratur der Beobachtung neiten Schriftsteller empfänden. Anstatt es zuzugeben, und Analyie vertragen, die in ihrer Entwicklung eine daß die romantische Entwiclung die Zeit des An- absolute Freiheit nötig hat. Wir verleşen jene Leute also stoßes für die naturalistische Bewegung war, leugnen sie noch, weil wir uns nicht in die engen Formen einschnüren das und möchten die französische Litteratur bei der Pro lassen, die jene aufgestellt haben, und weil wir uns nicht duktion von 1830 festhalten. Das Bedürfnis sich in eine nummeriren und rangiren lassen, den Ordnungsbefehlen Zeit einzuschließen und eine Litteratur in einer Formel nicht gehorchen wollen und den Menschen nicht wie einen oder in eineni einzigen Menschen verförpert 311 sehen Stock ansehen, den man hinstellt, wo man ihn haben will. und so zu tun, als sei die Zukunft bereits firirt, das ist Sie sind für eine völlig zurecht gemachte Form, wir da. sehr charakteristisch. Es ist ein treffendes Beispiel für gegen sind für die stete Forschung und für die Hocheinen gewissen Widerspruch im Menschen, in der Politik haltung der menschlichen Dokumente. Deshalb fönnen wir alle Fortschritte zuzulassen und der Litteratur absolut ins nicht verständigen. das Recht nehmen zu wollen fortzuschreiten und sich Ich habe gesagt, daß es außer den speziellen Gründen zu erneuern.

Aber es liegt ein gewichtiger Grund noch allgemeine Gründe gäbe, welche die richtliche Feindin der feindlichen Haltung der romantischen Repii schaft der republifanischen Partei gegen die neue litteblikaner gegen die naturalistischen Schriftsteller. Sie rarische Formel erklären fönnten. Das sind die Gründe, versuchen sie herabzuseßen, werfen ihnen Rot ins Gesicht welche noch unter allen Regirungen Geltung hatten. Seit und behandeln sie wie Straßenkehrer, Pornographen die Republifaner die Macht besiken, haben sie sich dem und gemeine Schriftsteller. Man denke doch, diese allgemeinen Geseke nicht entziehen fönnen, welches beSchriftsteller studiren den Menschen ohne ihn zu fostü-slimmt, daß jeder Mensch, der zur Herrschaft miren, zergliedern und analysiren alles und arbeiten wie gefommen ist, anfängt, vor dem geschriebenen Ges Gelchrte an der modernen Forschung. Im Grunde find danken 311 zitterit

. Ift man in der Opposition, dann mit den groben Worten, mit denen man sie 311 besudeln erklärt man mit Begeisterung die Freiheit der Presse, und sucht, doch nur die Arbeiter der Wahrheit gemeint, der Zensur den Tod; aber erhält man tags darauf durch während die Romantiker die Arbeiter des Ideals find. einen Ilmsturz einen Sitz im Ministerium, dann wird Es gibt nur einen linterschied in der litterarischen Methode man sofort die Zahlen der Zensoren verdoppeln und und Philosophie, und er allein ist die Hauptsache. Die möglichst auf allen Gebieten den Zeitschriften eine RichtRomantiker glauben, die menschlichen Dokumente zum Schnur vorschreiben wollen: Gewiß, ich weiß es, er ist Vergnügen ind Nußen des Volkes abschwächen und feine Eintagsfliege von Minister, der in dem schönen arrangiren zu müssen; wir unsrerseits sind überzeugt, Eifer eralüht, inter seinem Namen das Jahrhundert Lud: daß es besser ist, die menschlichen Dokumente so zu geben, wigs XIV. wieder zu erneitern; es ist nur eine Art von wie sie sind, wenn man das Volf bis ins Herz treffen Musik, die er zur Feier seiner Ankunft aufspielt, und die und Werke zurücklassen will, aus denen man ewig lernen Litteratur zählt im Grunde gar nicht mit, die Politik befann. Augenscheinlich ist eine Verständigung unmöglich; Tiit ihn ganz und gar. llnd wem ihn die Not drängt, man weiß, daß die einen von den andern getötet werden. von seiner Regirung reden zit machen, und er fich dann Uebrigens bin ich über den Ausgang der Sache ganz wirklich mit Schriftstellern im Münstlern beschäftigt, dann ruhig. Ich will nur bemerfen, daß wir, die Gelehrten, ist das ein wahres llnheil, er befaßt sich mit Fragen, die Republik auf logischen Grundlagen aufbauen wollen, die er nicht fennt, und er belästigt seine IIntergebenen während die Romantiker sie dadurch, daß fie fie in ich mit ungewöhnlichen Noten, verteilt Prämien und Renten weiß nicht welchen humanitären Karneval geführt haben, an folche Mittelmäßigfeilen, daß die Menge schließlich fompromittirent.

jelber die Achseln darüber z11ckt. So wird jeder Mensch Die fanatischen Republikaner, endlich), iind ich be misbraucht, der zur Macht kommt, wie gut auch immer zeichne mit diesem Wort die engherzigen und hitzigen Geister, anfanas seine Absichten gewesen sein mögen. Er ermutigt welche die Republik wie einen Staat nach göttlichem Niecht imglücklicherweise die Mittelmäßigkeit, während er die behüten, den man auf gewaltsame Weise den Menschen Bedeutenden inberücksichtigt läßt, wenn er sie nicht gar aufdringen muß, diese" fanatischen Republikaner behandeln verfolgt. Es liegt darin vielleicht eine Staatsraison. Die die Litteratur im allgemeinen mit einer gewissen Ver- Regirungen haffen die Litteratur, weil sie eine Macht ächtlichkeit, betrachten sie beinahe wie unnüßen Lurus. ist, die ihrem Bereiche entschlüpft. Ein großer Künstler Sie räumen ihr keinerlei Wichtigkeit in sozialen Mecha und ein großer Schriftsteller genirt und erschreckt sie, 10nismus ein, und wenn sie sie schon gelten lassen, dann bald sie merken, daß er außerhalb ihrer Disziplin steht. wollen sie sie in eine allgemeine Regel zusammenfassen und wiewol er doch mit einem mächtigen Werkzeug ausgerüstet ihr eine durch die Geseke bestimmie Rolle zuweisen. ist. Wenn sie auch ein Gemälde, einen Roman, ein Drama Proudhon, einer der bedeutendsten Geister unserer Zeit, hat als angenehine lInterhaltung gelten lassen, so zittern sie gleichwol noch geglaubt, sich verteidigen zu müssen, weil doch, wenn das für ihr Privatvergnügen nicht mehr passen er die Kunst als einen Punft der politischen Dekonomie I will, sobald der Maler, der Romanschriftsteller, der Dra

[ocr errors]

matiker Originalität besißt oder eine Wahrheit ausspricht. Forderungen erscheint, kommt man, wie ich schon erklärt die sie Gemüter bewegt. Immer der Haß gegen die Litte: habe, zur Relativität. Deshalb herrschen die Tatsachen ratur. Man soll nicht allein stehen und starf sein; mali allein. sol feinen lebendigen Stil schreiben, der Klang, Farbe Nehmen wir das zweite Kaiserreich.

das zweite Kaiserreich. Heut kann und Duft hat, man soll überhaupt nicht eine neue Ent man laut die Wahrheit sagen. Das zweite Kaiserreich ist wicklung bestimmen, sonst beunruhigt und ärgert man die gewesen, weil die Republik Frankreich geschwächt hat. Minister in ihrem Rabinet. Königtum, Raiserreich, Re. Sie wollte sich troß der Tatsachen erhalten, sie machte sich keine publif, alle Regirungen, sogar die, welche vorgeben, die Sorgen darüber, ob sie einem Bedürfnis entipräche, fie Litteratur zu beschüßen, haben die originellsten Schrift verlor sich in öden Erklärungen, in ermüdenden Streitigsteller vertrieben. Ich spreche besonders von unseren feiten, in nebelhaften und durchaus impraktischen Theorien. Zeiten, in denen der geschriebene Gedanke eine furchtbare Man rufe sich doch diese Periode der 48er Republik Macht geworden ist.

zurück. Alle von ihr gemachten Versuche mißglüdten, So liegt die Sachlage und ich faffe sie zusammen, weil nicht einer den Boden unter sich hatte; fie Die naturalistischen Schriftsteller haben die Republit also wurde poni einem rein spekulativen Sozialismus gegen fich, weil die Republik heute eine entschiedene Re der romantischen Rhetorik und von der Religiosität deistischer girung ist, und von dem speziellen Uebel, das ich den Dichter verschlungen. Niemals hatte sie eine flare VorHaß gegen die Litteratur genannt habe, ihren Teil hat. stellung von dem Frankreich, das sie regiren wollte. Sie Andererseits haben sie auch die Doktrinäre gegen fich, die bildete sich ein, mit ihm, wie mit einem Körper erperiRomantiker und die Fanatiker unter den Republikanern, inentiren zu können. Gewiß, das waren große Worte: mit einem Worte: die mächtigsten Gruppen der Partei, Freiheit, Gleichheit, Vrüderlichkeit, Tugend, Ehre, Patriotisdenen fie irur, sei es ihrer Heuchelei, ihren Interessen oder mus. Aber, es waren nur Worte, und es bedarf um zu ihrem Dogma im Wege stehen. Muß ich noch weiter regiren der Taten. Man denke rich Leute mit den besten darauf hinweisen, werden die Ausländer, die nicht hinter Absichten von der Welt, sehr ehrenwert und sehr gut, die die Karten sehen können und die äußeren Gründe nicht in ein Land fommen, in denen ihnen alles imbefannt ist, kennen, nicht erstaunen, wenn sie feststellen, daß die re und die die seltsame Idee hätten, hier ein rein theoretisches publikanische Partei den jungen Schriftstellern leidenschaft-Regime anzuwenden. Es würde mit Gewalt dahin kommen, lich den Weg gerstört, die doch eine der ihren parallele daß das in seinem alltäglichen Leben gestörte und ganz Arbeit verrichten? Wir haben für uns in Wahrheit die aus Rand und Band gekommene Land sich schließlich naturalistischen Republikaner. Sie, die die Republik mit das Erperiment verbäte. Die Diktatur ist am Ende. Hilfe der Wissenschaft und der Erperimental - Methode Ind so kam der zweite Dezember. Franfreich hat einen wollen, fühlen wol, daß wir mit ihnen gehen. Das sind Herrn genommen, aus lleberdruß drei Jahre lang gequält die grösten Menschen der Epoche, natürlich sind sie nicht und um und umgewendet 311 sein, ohne daß man doch zahlreich, aber sie herrschen oder sie werden später herrschen, eine erträgliche Lage gefunden hätte. und wenn fie mittelmäßige Soldaten gebrauchen aus Studirt 'man die achtzehn Jahre des zweiten Kaiser. Mangel an Menschen, der allgemein in allen Parteien ist, reichs, so bemerft man von selbst die Allmacht der Tats so bedauern sie doch wenigstens die begangenen Gemein jachen. Als ein Ausweg und zıım Trost herbeigerufen, heiten, und sie hoffen täglich mehr Wahrheit und mehr verliert es sich von selbst und läßt die republikanische Kraft der Regirung zuzuführen.

Idee erstehen, und als es fiel, waren es die Tatsachen, Ich will hier ein inpisches Beispiel anführen, das den welche entschieden, die Republik herbeiführten. Ich besonderen Geist gewiffer Republikaner zeigen foll. Der wiederhole diese Dinge, weil man hierauf nicht zu oft schrecklichste Vorwurf, den man der naturalistischen Litte hinweisen kann. Wenn die Republik heute eristirt, so tatur macht, ist der, daß sie eine Litteratur von Tatsachen verdankt sie das nicht dem Absoluten noch auch den ist und infolgedessen eine bonapartistische Litteratur. Das Prinzipien, sondern einzig und allein den Tatsachen, die ist etwas oberflächlich, und ich will es zu erklären ver

sie wollen und aus ihr" die einzig mögliche Regirung suchen. Für die Republikaner, die hier in Frage stehen, machen, und die in ihr die direkte und genaue Befriedigung baut sich das Kaiserreich auf Tatsachen auf, während die für die Bedürfnisse des Landes finden. Rein Zweifel, Republif sich auf einem Prinzip aufbaut; also eine Litteratur, das Recht besteht, aber das Recht ist nur eine höhere die nur Tatsachen gelten läßt, die das Absolute verdrängt, Tatsache, das, wenn man so will, die entscheidende Catist eine bonapartistische Litteratur. Soll man darüber fache ist, dem die Volker über alle dazwischen liegenden lachen? Oder soll man sich darüber ärgern? Diese Frage Tatsachen hinweg zustrebent. Gefeßt, wir hätten in der erwägend, habe id) gefunden, daß die Sache sehr wichtig Republik die gesellschaftliche Wahrheit; diese Republik ist ist, denn im Grunde dieser erstaunlichen Anklage liegt die doch nichts desto weniger auf Tatsachen aufgebaut, wie Existenzfrage der Republik selbst.

al die andern Regirungsformen, die uns dahin geführt Es giebt viele Republikaner, welche die Republit haben. Es ist absurd, sie von der Erde hinwegzuführen, für das Absolute erklären. Die fanatischen Republikaner um fie in das Luftreich idealer Dichter ind in das stellen das mit der Strenge eines Arioms hin. Die ro Absolute philosophischer Sektirer zu erheben. mantischen Republikaner treiben direkt auf das Ideal zu, Man sieht also, welche Bedeutung die Anklage der schwingen ihre Fahnen und machen aus der Republik eine Republikaner hat, die es uns zum Vorwurfe machen, daß paradiesische Apotheose, Gott den Vater mit der phrygischen wir uns nur an Tatsachen halten. Ja die Tatsachen Müße bekleidet und im Lichte erstralend. Nach meiner allein haben für uns eine wissenschaftliche Gewißheit

, Auffassung ist das höchst kindisch und gefährlich. Ich will wir glauben nur an Tatsachen, denn die Tatsachen find wol, daß es Prinzipien giebt, wie es eine Polizei giebt es atein, denen die moderne Wissenschaft ihre Größe zur Beruhigung der ehrenwerten Leute: Nur ist das "A 6 verdankt. Das menschliche Dokument ist unsere feste solute ein rein philosophisches Vergnügen, über das fich Grundlage. Wir überlasjen den Träumern das ideal, wol gern bei leichten Reckereien chwaßen läßt; es aber als das Absolute oder wie man es nennen will, denn wir Grundlage für menschliche Dinge nehmen, das heißt, auf sind überzeugt, daß eben durch das Absolute die Menschen dem Nichts aufbauen wollen, das heißt ein Bauwerk auf- fo viele Jahrhunderte lang in ihrer Suche nach der führen, das sicherlich beim geringsten Windstoß zusammen Wahrheit aufgehalten und irre geführt wurden. Wir bricht. Sobald der Mensch mit seinen vielseitigen | seßen die Tatsachen auseinander, aber wir beurteilen fie

nicht; denn das Urteilen ist nicht die Aufgabe von its gesteht. Aber in Wahrheit fann diese Religion ohne die Beobachtern und Analytikern. Wir haben die Tatsache andere nicht bestehen. Der Glaube an das Schöne und des Raiserreichs erklärt, indem wir uns an die Historifer die durch gewisse Linien erreichte absolute Vollendung ist jener Zeit hielten, und wir werden die Tatsache der nur der materielle Ausdruck einer von den Menschen er. Republit erklären, sobald sie in das Bereich unserer Gesträumten und verehrten Göttlichkeit. Wenn man diese schichte eingetreten ist und neue Sitten bestimmt haben | Göttlichkeit levignet, werin man das philosophische Problemi ipird. Den Naturalismus als eine Ritteratur der Bona beim Studium der Welt, fogar der Natur und dem partisten erklären, das ist eine jener reizenden Dumm- Menschen gegenüber anwenden will, muß man auch unsere heiten, die in dem kleinen Gehirn der idealistischen Rhe | Litteratur annehmen, die genau der litterarische Ausdruck foriker ihr Wesen treiben. Ich behaupte im Gegenteil, der nienten durch unser Jahrhundert gesuchten wissenschaftdaß der Naturalismus eine repitblifanische Litteratur ist, lichen Auflösung ist. Wer mit der Wissenschaft" ist, der wenn man nämlich die Republik als die humane Re- | muß auch mit uns sein. gierungsform par excellence betrachtet, die sich auf der

(Schluß folgt.) universellen Forschung gründet und durch das Gewicht der Tatsachen bestimmt wird, kurz die den durch Veobachtung und Analyse festgestellten Bedürfnissen eines Volkes Rechnung trägt. Die ganze positivistische Wiffenschaft unseres Jahrhunderts liegt hier.

Hinter den litterarischen Streitfragen liegt immer noch eine philosophische Frage. Diese Frage wird oft fonfuß bleiben, man dringt nicht so weit vor, und die Schriftsteller, welche in Betracht kommen, werden oft

Litterarische Chronik. nicht zu sagen wissen, welches ihre Glaubenslehren sind.

Nochmals die Combustio spontanea. Wir erhalten So ist die Romantik sicherlich deistisch. Victor Hugo, in dem folgende Zuschrift, die wir mit Bergnügen veröffentlichen: er sich verförpert, hat eine katholische Erziehung genossen,

An die Redaktion des Magazins für Litteratur! von der er sich niemals entschieden befreit hat; der Katho: In medizinischen Kreisen ist die Frage der Selbstvers lizismus hat sich in ihm zum Pantheismus gewandelt

, brennung, jo gut wie abgetan, seitdem Liebig und nach ihm zu einem nebelhaften und Tyrischen Deismus. Immer Liman Versuche bezüglich der Möglichkeit eines derartigen Vorgangs erscheint Gott am Ende seiner Strofen, und er kommt

angestellt haben.

Liman, der erst vor kurzem verstorbene Professor für gerichthier nicht nur als ein Glaubensartifel vor, er fommt

iche Medizin an der Ilniversität Berlin, hat in einfachster Weise den vor allem als eine litterarische Notwendigkeit vor, als die ichlagenden Beweis dafür geführt, daß eine Selbstverbrennung eines Versinnbildlichung jenes Ideals, das die ganze Schule Menschen zu den völligen llnmöglichkeiten gehört. beherrscht. Man gehe niiin ziiin Viaturalismus und man

Ér jepte einen fünfmonatlichen Foetus, der seit Jahr und Tay

als anatomisches Präparat in Spiritus gelegen hatte, desjen Gewebe wird sich sogleich auf festem Boden fühlen. Das ist die

also wol mehr als die irgend eines Säufers sich mit dem brennLitteratur eines wissenschafilichen Jahrhunderts, das nur baren Stoffe anzufüllen Gelegenheit gehabt hatten, der äußerst intenan Tatsachent glaubt. Das focal ist, weiin nicht vera siven Fiamme eines kleinen chemischen Glas- und Metall - Schmelznichtet, so doch wenigstens in zweite Reihe gestellt. Der

ofens aus. Nach wenigen Minuten fing die Haut an zu brennen.

Die Flamme wurde entfernt, aber augenblicklich hörte auch der naturalistische Schriftsteller freut sich, daß er sich nicht Körper auf zu brennen. über die Frage nach einem Gotte zu erklären hat. Es So wurde der Versuch wol zehn bis zwölf mal wiederholt. giebt eine ichöpferische Kraft, und das ist alles. Er macht kaum war die Flamme genähert, jo brannte der Körper; faum war sich von vornherein an das Studium der Natur, nämlich

jie entfernt, so erlosch der Brand.

Das ganze Ergebnis des Versuchs war zulrßt Verbrennung an die Analyse, ohne sich erst auf eine Erörterung jener

der wenigen Stellen, auf welche die Flamine gewirkt hatte, feinesKraft einzulassen und ohne sie erst im einzelnen zu be wegs Selbstverbrennung des ganzen alkoholisicten Leichnams. trachten. Seine Aufgabe ist die inserer Chemiker und Wie schwierig cine vollständige Verbrennung des nenschlichen unserer Physiker. Er thut nichts als die Dokumente Störpers ist, das ersehen wir aus den Vorrichtungen, welche für die jauimeln und klassifiziren, ohne sie auf ein gemeinsames

Feuerbestattung in den Strematorien getroffen werden müssen. Es ist

dies auch einleuchtend, wenn man bedenkt, daß der menschliche Körper Maß zurückzubezieheni linid ohnie mit dem Ideal zit schließen. zu drei Vierteln aus Wasser besteht. Wenn man so will, ist das eine Untersuchung über das Bei den angeblich konstatirten Fäden von Selbstverbrennung Ideal und über Gott selbst, eine Forschung über das, ou in wenigen Stunden das betreffende Individuum zu einem Häuf:

chen Asche verbrannt sein. Merkwürdiger Weise sind unter 25 bewas ist, und nicht wie in der klassischen und in der

fannt gewordenen Fällen von Selbstverbrennung 20 in Frankreich romantischen Schule, eine Abhandlung über ein Doguia passirt. Alle diese Fälle halten jedoch einer wissenschaftlichen Kritit und ein rhetorischer Erguß über außernienschliche Ariome. nicht Stand; in den meisten dürfte es sich um Dord handeln, dessen Daß die Romantiker, daß die Klassiker, daß die

Spuren durch Verbrennungsversuche verwischt werden sollten.

Bei den hohen Grad von Åberglauben jedoch, welcher in FrankDeisten ins mit ihrem schönen Fanatismus der Leiden

reich in noch höherem Maße als in Deutschland zu finden ist, ist es schaften in den Kot ziehen, das begreife ich vollständig, ertlårlich, daß sich hier die Fabel von der Selbstverbrennung noch immer denn wir leugnen ihnen ihren guten Gott, wir verleiden aufrecht erhält. Findet man sie doch sogar in wissenschaftlichen frans ihnen ihren Himniel, ohne auf ihr Ideal Rücksicht 311 zöjidhen Werten wie 4. B. 'in Briand et Chandé: Traité de

médecine légale 1858. nehmen und alles auf das Absolute zu beziehen. Nur

Dr. med. Mar Birnbaum. was mich immer überrascht hat, ist, daß die Atheisten der Berlin,

praft, Arzt. republikanischen Partei uns init so blinder Wut angreifen. Das sind doch Leute, welche Dogmen zerstören, sie reden davon, daß sie Gott töteten, und in der Litteratur haben „Neuer Glaube“ von Christian Wagner, Vauer in sie doch ein Ideal absolut nötig! Sie brauchen einen

Sie brauchen einen Warmbronn, ist der seltsame Titel eines soeben erschienenen Vorrats-Hinimel mit himmlischen Gemälden und über- Büchleins. (Deutsche Verlagsanstalt, 1894.) menschlichen Abstraktionen. In der Gejellschafts-Wissen Neuer Glaube? — Als Anzengrubers Steinklopferhannes meinte, schaft erklären sie feine Religion mehr nötig zu haben, sie daß sein leßtes Stündlein geschlagen hatte, da schleppte er sich aus behaupten jogar, daß die Religionen zum Unheil führen; seiner Hütte hinaus unter die Bäume. Er sant in das tiefe Gras aber sobald es sich um die Litteratur handelt, ärgern sie heller Sonnenschein rings um ihn her, und in der Luft ein leises fich, daß man die Religion des Schönen ihnen nicht zur | Zirpen und Summen. Da hatte er seine Eingebung: du göhörst zu

[ocr errors]
[ocr errors]

dem all’n und dös an g'hört zu dir. Es kann dir nix g'schchn." der gelehrteste Historifer den „Geist der Zeiten“ zweifelsohne durchDie gleiche Offenbarung ist Christian Wagner, Bauer in Warnıbronn,

schaut, in eine „, Ni-zeit“. „Was fid, nie und nirgends hat begeben,

das allein veraltet niel“ Áber freilich, die abstratten politischen, jos zu teil geworden.

zialen oder religiösen Gedanken jener galvanisirten Vorzeit müssen Christian Wagner ist nicht wie der Philosoph von Rumpelsbach, dessen iebendig aus lebendigen Seelen "rinnen, der geschichtliche Rohstoff Papiere Robert Hamerling vor Jahren veröffentlichte, ein bäurischer

muß ganz und gar in Psychologie aufgelöst sein; und der Dichter,

der das verstände, ist unserer Generation noch nicht erschienen. Selbst Sonderling, der die Welt aus tol fantastischen Temperament heraus ein mächtiges Talent, wie Wildenbruch, läßt nich Hohenzollernproin grotesken groben Linien gezeichnet, nicht der scheue Dorfnarr, der gramme und Karolingerverträge als Traumlose, seelenlose, eisialte sid seinen absonderlichen Ansichten mit eigentümlichem Humor zu Schemen zwischen seinen warmen Figuren stehn. rechtgehämmert hat. Er ist das Sonntagstind des Dorfes.

Adı, und Georgi giebt uns eine fünfaftige biblische Historie:

Saul und Jonathan" als „Dramatische Charafterzeichnung in stille Träumer, der Wald und Feld durchstreift, und dem das Rauschen

5 Akten“ (Leipzig, Claußner) zum besten. „Äls Manuskript für der Blätter und der Gesang der Vögel dann eigene Weisen fünden: Bühnen“ – und er sollte doch wissen, daß Dramen aus der Heilige das Traumlied vom „neuen Glauben“.

Schrift nie aufgeführt werden! Und wenn die Siege und Nieder

lagen Sauls noch so ausführlich drin durchgenommen würden! „Du g'hörst zu dem all'n und dös all g'hört zu dir“: naiver

Schade um die vielen hübsdigebauten Janben! Pantheismus ist Christian Wagners neuer Glaube. Er fühlt sich Schade auch um die viertausend gleichfließenden Jamben, in denen mit der Natur identisch. Tiere und l.lumen sind ihm wie Brüder. „ Arnulf von Kärnten“, der Normannensieger, durch H. D. Horn Der Tautropfen in der Vlume ist eine Träne, die sie weint. Und

gefeiert wird. (Ein Trauerspiel aus deutscher Vorzeit, Davos, Selbstihre Träne gilt mitleidig dem Leid des Menschen. Die Atome des

verlay 1893).

Stärkere Talentspuren zeigen zwei Stüde aus dem Reformations, menschlichen Körpers wohnten vor der Geburt in Blumenjtengeln zeitalter: „Ich habs gewagt“ von C. W. Marschner (Berlin, und in Tierleibern: nach dem Tode werden sie dahin zurückkehren. enkel 1893) und „Der Bauernkrieg“ von F. Brombacher (LeipUnd Zeiten werden kommen, in denen sich die Gestaltung der Erde

zig, Friedrid). Talentjpureni wenigstens in kleineren Einzelheiten, ein

paar gute 4 ilder, ein paar schöne Leidenschaftsmomente, auch wol wandeln wird, aber die allschassende Natur greift hinüber in die Welt

einige fece Griffe in soziale Situationen der Vorzeit über jo ganz der Gestirne. . . So träunit das Sonntagstind des Dorfes. banale Charakteristik und jo schablonenhafte Fabelführung bei BromUnd er lehrt: Jhr seid Götter, wenn ihr Götter sein wollt. Die badier; und Marschner erst:dt in epischer Breite des Sdilderns und Freude macht euch zu Göttern, sie erhebt euch über die Welt hinaus.

in rhetorischem Wuste. Eine Selter genommen und solche Arbeiten

ausgequetschi: dann werden vielleicht fünf Prozent des Inhalts zu Mitleid ist die Stufe zu göttlicher Vollkommenheit. Seid mitleidig drei wirtlich guten Szenen! nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Tieren, mit Pflanzen.

Lrigineler, aber noch unreifer, ist Nirombaders anderes Werk: In Fragen und Antworten hat Christian Wagner den Katechis

stellers vild" Leipzig, išriedrid)); ein zum Sunstlerleben und

häuslichem Stillglüc angelegter Junfer hat böse Stänıpje um sein mus seines „neuen“ uralten Glaubens geschrieben. lind im Feuer

einfaches Liebchen und jeine Kunst mit dem adelsstolzen Vater, schließder Begeisterung hat sich die Sprache ihm dann rhythmisch gestaltet, lich jedoch endet alles idyllisch. Die Verje jind zum Teil schön, die und er hat in Versen gesprochen. Und unter den Versen finden sich Seelenmalerei recht kindlich. Aber unter dem Gesinde des Grafen ganz echte Gedichte:

Suno seller ist ein amijanter Weinzapf und ein süßes „Zinmermädchen“, schalthait und ganz cigenartig angeschaut: man fönnte sich in jie verlieben. Nachdem der Lejer sid) im Rittersaal ausgegähnt

hat, atmet er hie und da im Keller oder in der Gesindestube wieder Mein Liebchen verweilet im Grabe nicht,

etwas auf.

C. G. Bruno. Das Leben, es drängt sich ans Tageslicht.

[ocr errors]

*

Doch als ich sie suchte im grünen (Grund,
Nicht war es, als würd ihre Nähe mir fund.

Leconte de Lisle „der erste Lyrifer Frankreichs“, wie er

von seinen Anhängern genannt wurde Gradüber vom Feldrain ein Fremder saß,

ist gestorben. Da er am

23. Dktober 1520 geboren wurde, so ist er 74 Jahre alt geworden: Ilnd lange mit sinnendem Auge mid maß:

Leconte de Lišle gehörte zu den Einsamen - teils aus Schidsal,

denn seine erhaben-monotone Leyer hörten nur wenige gern, teils Doch endlich da sprach er: „Ei wie doch sind

aus Gemütsart, denn er fand eine den Poeten umgebende Bes Die Menschen mit sehenden Augen blind!

wundererschaar lächerlid). Wol nahm er die jungen Leute bei sich Nicht jahst du, o Blinder, wie drinnen im Wald

auf, die in den sedisziger Jahren sich vor der langweilig gewordenen In grünem Gewand sie vorüber gewollt?

Romantik durch einen Kultus der schönen išorm zu retten suchten;

die Sully - Prudhomme, Léon Diery, I. M. de Heredia, Catulle Ilnd drüben im Hag, wo die Rose sprießt,

Mendès, Armand Silvestre, François Coppée, Villiers de l'IsleDein Lieb dich mit leuchtenden Augen gegrüßt?

Adam. Sie suchten einen Führer und fanden in Leconte de Lisle einen gefälligen Wirt, der sein bischen Armut föniglichen Anstands

mit ihnen teilte, und einen falten Sdwärmer, der ihr leichtsinnig Ich glaube, es lohnt sich, in das Häuschen dieses dörfischen Sonntagsfindes einzutreten. Viel altüberkommener Haus

und listig ausgegebenes Reklanie - Schlagwort l’Art pour l'Art" rat steht darin, den der Besißer des Häuschens mit ängstlicher Scheu

blutig ernst nahm. Er machte ihnen die tadellosesten Verse, die je behandelt. An den Wänden hängen ein paar ungelenke Zeichnungen,

in französischer Sprache gesdrieben worden sind, und er erwartete die er selbst verfertigt hat, und die Dielen sind ziemlich sauber und

von ihnen, daß sie sidh um dieselbe Fertigfeit bemühten. Ein anderes mit weißem Sand bestreut. Aber durch die offenen Fenster wachsen

Publikum kannte er nicht. Sie aber kannten ein anderes Publikum, blühende Blumen in das Binmerden hinein.

sie wollten beachtet werden, Carrière machen. Sie hatten keine

Sdule gegründet, um in ciner obersten Etage des Boulevard des E. Geilborn.

Invalides mit Monsieur und Madame Leconte dünnen Thee zu trinken, sondern um sich gegenseitig vorwärts zu helfen. Une société des

coups d'épaule mutuels, das ist der Begriff der Schule im Historische Dramen. - Tapfere Leute, die heutzutage dialogisirte

Französischen – im Deutschen übrigens auch. Sie hatten eine Chroniten sdhreiben und glauben, wir fönnten sowas noch genießen, Devise, nun brauchten sie noch einen Meister. Sowie jedoch Leconte wir Modernen, denen politische Ideale so gleichgiltig und jelische merkte, daß die jungen Leute ihn misbrauchen wollten, um gegen Vorgänge so ausschließlich interessant sind. Das Drama „aus der Bittor sugo, den jo verlekend lange herrschend feßhaften Burggrafen Gegenwart engt vielfach die Fantasicfreiheit in peinliche Sdranken und verwischt leicht psychologische Buntheiten zu einem mūden Grau;

der Romantik, einen Trumpf auszuspielen, wies er ihnen die Tür. wer ungehemmt poetische Füde ausgießen möchte, wird immer gern Biftor Hugo aber erschrat so sehr über das Geschrei der jungen eine Handlung in irgend eine Vorzeit verseken; das heißt, da kaum Aufwiegler, daß er sich zum verzweifeltsten Mittel entschloß, um seine

Suprematie aufrecht zu erhalten: er ernannte Leconte zu seinem Nicht umsonst wählte Leconte die entlegensten Themata zu seinen Nachfolger. Er tat es, indem er die siebziger und achtziger Jahre poëmes barbares, antiqurs und tragiques, nicht umsonst besuchte hindurch bei jeder Vakanz in der Akademie seine Stimme für Le er den Olymp, Walhalla und Sehennah, verriet er Jupiter um Odins conte abgab; lange Zeit hindurch war es die einzige Stimme, die willen, Odin um Wischnus willen, Wischnu um Luzifers willen. der unpopuläre Versbildner erhielt; 1886 mußte die erlauchte Ver Denn was sind uns Jupiter und Odin und Wischnu und Luzifer? sammlung aber dem Drucke der Voltsstimmung, die bei Viktor Hugos Hekubal Ihm auch. Aber je weniger der Inhalt ihm und uns beTode unwiderstehlich wurde, nachgeben und mit der Wahl des Sechs deutet, desto stralender leuchten die Verse. undsechszigjährigen auf Sugos Sitz das „poetische Testament" des

Nur wenn er auf seine tropische Heimat zu sprechen kommt Nationalheiligen vollziehen. Das war ihr um jo schmerzlicher, als Leconte war Kreole von der Insel Bourbon-, besonders aber, wenn Leconte sich nie um die Ehre beworben hatte, einer der ihrigen zu er mit ganz ungeheuchelter Lebensverachtung den Tod anruft, komnit fein; Leconte aber feierte den Triumph, als der II ngefanntesten einer etwas Persönliches in seine Dichtung. Leconte ist durch seine Versin die erlauchteste Versammlung seines Landes gewählt zu sein, von kunst ein französischer Platen, in der Art seines Pessimismus er's den sogenannten Unsterblichen, denen er den üblichen Besuch nebst innert er an Hebbel. Nur besaß er weder die kindische Eitelkeit den sonstigen dazu gehörigen Deferenzen zu machen verschmäht hatte. Platens, noch die verbrecherisch selbstsüchtige Eitelkeit Hebbels. Er war

Den noch höheren Triumph, die Wahl abzulehnen, die ihm so ein Mann, nehmt alles nur in allem. Aber kein Dichter. Er war spät wurde, eine Wahl, in der ihm seine Schüler Coppée und Sully das, was die Natur manchmal schafft, wenn sie schwankt, ob sie Brudhomme vorausgegangen waren, dazu fehlte ihm allerdings als einen Bildhauer oder einen Redner erzeugen will. Dann entsteht ein Franzosen der Mut.

echter Platenide. Man weiß nie, wo die Plastik aufhört und die RheDie Unsterblichen rächten sich für die Bergewaltigung, die sie torit beginnt. llnd Geist ist alles, jener abgezogene Geist, der mit sich selber an sich vollziehen mußten, durch den Mund ihres Sprechers. selbst Unzucht treibt, weil er weder von der Anschauung, noch vom Herr Dumas, der Sohn, war auserlesen, den neuen Akademiker zu Mitgefühl befruchtet wird. Il a de l'esprit jusqu'au bout des begrüßen, und er sagte ihm in seinem „Eloge ganz offenherzig: jungles“ kalauerte man über Lecontes indische Gedichte. „Sie sprechen in Ihren Gedichten so lebhaft die Sehnsucht nach

Und wie der Geist gar zu leicht fanatisdh wird, so auch er dem Tode aus, vous aspirez si fort après le néant ... mais il

Er war ein Fanatiker der reinen Form. Er haßte nichts so sehr dépent de vous d'y rentrer“.

wie das Christentum; im Mittelalter, der Zeit des triumphirenden Nach diesem Vorwurf, nicht Selbstmord geübt zu haben, warf Christentums, das heißt für den Katholifen, des triumphirenden er ihm vor, das Gefühl aus der französischen Lyrik verbannt zu Papsttums, sah er nur die Scheiterhaufen, Hungersnöte, Epidemien haben, sich um die zukünftige Leben nicht befümmert zu haben, sich und den mörderischen Aberglauben. Aber in der S'unst war er um die Weiber nicht bekümmert zu haben, sich um Gott und die Welt selbst ein Papst, „un pape en exil“, wie Paul Bourget der nicht bekümmert zu haben, kurz, ein Impassible“ eit nha übrigens auch sein Schüler, aber sein zweifelnder Schüler, gewesen pfindungsunfähiger, ein Gefühlsidiot – zu sein,

war · ihn nannte. In dieser Welt der lingewißheit giebt es kaum Eine heiterere Begrüßungsrede ist selten gehalten worden. etwas llngewisseres, als was ein guter Vers ist. Leconte de Lisle, Leconte de Lisle verachtete nicht den Erfolg, weil er feinen hatte,

der ein Dichterdenker war und eine pyrrhonische Philosophie pflegte, sondern er hatte keinen, weil er ihn verachtete. Er verachtete ihn die nichts Gewisses fennt, kannte dagegen zwei zuverlässige Dinge: schon zu einer Zeit, als es noch nicht entschieden war, ob er welchen den Tod und den absolut guten Vers. Er wußte nicht, ob er selbst haben würde, und wo die Hoffnung auf Erfolg der spornende sei

, aber er wußte, daß sein Vers absolut ist. Er befannte, daß die Lebenstrieb der jungen Münstler zu sein pflegt. Zweifellos, daß ihin Dinge und ihre Eigenschaften nur Schein seien, aber er zweifelte der breite Erfolg, die Popularität bei den Massen, auch versagt ge

nie daran, daß dieser oder jener Reim von einer unbedingten Güte blieben wäre, wenn er ihn angestrebt hätte Aber dieses runde

und Realität sei. Sichdecken von Geistesart und Wunschziel ist doch selten. In Chresto Leconte de Lisles Poesien werden vielleicht nur in allervermathien heißt Leconte das waupt der „Þarnassiens“, weil seine O. dünntester Auslese in Handbüchern der Metrik fortleben. Nur ein dichte in der dreibändigen Sammlung von 1866 „Le Parnasse con paar Strophen den männlichen Seelen unvergeblich bleiben, das temporain“ die formvollendetsten sind und er unter den hierin ver sind die, wo er für seine Lebens- und Todesverachtung klassischen tretenen Poeten der älteste war. Aber Leconte hat von dieser Würde Ausdrud findet. Und hier wird er persönlich, ganz persönlich. Hier nie Gebrauch gemacht, und obwol François Coppée, der Salon ist er nicht mehr der Versfünstler, der „impassible“ über seinen lyyriker unter den Parnassiens, gesagt hat: „Nous allions chez Werke schweben will, wie Gott über seiner Schöpfung, hier ist er er Leconte de Lisle comme les Musulmans vont à la Mecque', selbst. Er war ein prachtvoller Stoiker. Sein Todesanruf ist viel haben Coppée und die andern Profeten doch immer vielmehr Wesens von überzeugender als Leopardis frankhaftes Flennen oder gar Þamersich gemacht als von ihrem Allah. Leconte de Lisle, in seiner grenzen lings ästetisches Kokettiren init dem „Todešreigen im Lebensglanz“. Er losen Verachtung des profanum vulgus, d. h. alles dessen, was haßt das reale Leben und verachtet den Tod, nach seinen Flügen Bücher kauft, liest, beurteilt, propagirt und vergißt, verbot es ihnen über die menschlichen Zeitalter, wie etwa der Wikinger das ruhige geradezu, sich um ihn persönlich zu bekümmern. Wenn man bei den Leben am heimischen Herde haßt und die Gefahren des lauernden magern Theesymposien in seinem Sürftigen Immeuble von ihm Ozeans verachtet. Den Reizen des täglichen Lebens gegenüber ist sprach, wurde er grob und hochmütig; er wollte nur von der Kunst, er von einer großartigen Wurschtigkeit: sagen wir richtiger, von der Verstechnik sprechen. Und wenn er von

La poussière humaine en proie au temps rapide, der Verstechnik sprach, war er leider langweilig.

Ses voluptés, ses pleurs, ses combats, ses remords, Leconte ist langweilig, daran ist nicht zu zweifeln. Wie konnte

Les dieux qu'elle a connus et l'univers stupide, es anders sein? Er ist über die Bearbeitung des Materials selten

Ne valent pas la paix impassible des morts. hinausgekommen. Das Material in der Kunst ist Mittel zum Zwec,

Es ist in diesem unanzweifelbaren, völlig sentimentalitätsfreien Die Bearbeitung des Materials ist ein Mittel zweiten Grades, aber

Nichtsein-Verlangen ein gewisser flotter Zug; er erinnert an Leconte immer noch nicht zweck. Die Sprache ist das Material der Dicht

de Lisles äußere Erscheinung, die jedem täglichen Besucher und be: kunst, der Vers ein Mittel zur schnellsten, vollständigsten Erreichung

sonders den Kindern im Garten des Lurenibourg wolbekannt war: des Zweds der Dichikunst, aber die Dichtkunst selbst iit weder

der König mit dem Monocle. Sprachmalerei, noch Versbildnerei, sondern angewandte Psychologie, nur angewandte Psychologie. L'Art pour l'Art ist die selbstherrlich gewordene Mache in idealistischer Verbrämung, die neufranzösische Auflage der Meistersinger-Tabulatur. Die Form ohne

Wegen Raummangels muß die musikalische Chronit, die Seele wird bei aller äußern Schönheit auf die Dauer langweilig. | Chronik der bildenden Künfte und die Litteraturtafel ausfallen.

« ForrigeFortsæt »