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Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung Nachfolger

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Gedruckt von Rosenbaum & bsart, Berlin W., Wilhelmstraße 47, Uufgang t. Ejpedition: Sriedrichitr. 207. Berlin 6m.

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So für Sitteratur. To 1832 begründet Herausgegeben von Otto Neumann - Foofer.

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Deutsche Verlags-Gesellschaft Joseph Lebmann. Redaktion: Berlin: Gharloffenburg II, Garmerstraße 10.

Berlin u. Stuttgart. Eppedition: Berlin SW., Sriedrichstraße 207. Krsdeint jeden Sonnabend. - Preis 4 Mart vierteljährlid. Beftellungen werden von jeder Buchhandlung, jedem Postamt (Nr. 3589 der postzeitungsliste), sowie vom Verlage des Magazin“ entgegengenommen. Anzeigen 40 pfg. die dreigespaltene Petitzeile.

< Preis der Einzelnummer: 40 Pig.

63. Jahrgang.

Berlin, den 16. Juni 1894.

Mr. 24.

Auszugsweiser Nachdruck sämtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Unbefugter Dachbruck wird auf Grund der Gesetze und Verträge verfolgt.

Wir ersuchen unsere verehrlichen Abonnenten die Bestellung auf das dritte Quartal rechtzeitig ern 'uern zu wollen. Postzeitungs: Latolog Nr. 3589.

Der Verlag des „Magazins für Litteratur", Friedrichstr. 207.

In der Tat, es gehört sehr guter Wille dazu, alle Inhalt:

zu Charaktertöpfen Auffrisirten nun auch für solche zu Bildende Kunf.

nehmen. Dem schärfer Beobachtenden erscheinen die faans Schliepmann: Bon der II. großen berliner Kunstaus- meisten Physiognomien schließlich wie Palimpheste; eines stellung. III. Sp. 737.

ganz anderen Gesicht blidt unter den Zügen dieser Künstler

hervor. Das ist am Ende kein so großes Unglück, denn m. 8.: Chronik der bildenden Künste. Sp. 765.

die Entwicklungsgeschichte zeigt, daß oft mehr als eine Litteratur, Wissenschaft und öffentliches Leben.

Generation von einem einzigen vvükräftigen und echten

Genie zehren muß. Jaroslav Kamper: Das böhmische Litteraturjahr. Sp. 740.

Wollte ich aber nun von jenen wenigen sprechen, Sperans: Die Tragödie des Mittelstandes. Sp. 744.

die als Urschrift aus den modernen Charakteren hervor. m. Solticineano: Die Sekten in Rußland. I. Sp. 748.

leuchten, wolte ich nur die Pfadfinder betrachten, su Otto Ernst: Lütt Ian. Sp. 752.

würde ich von Künstlern und Bildern dieser Ausstellung Hermann Bang: Fräulein Caja. Sp. 753. Alfred Kerr: Theater. (Wildenbruchs „Christoph Marlow“ und | allgemeine Strömungen als einzelne Leistungen 311 be

noch weniger sagen fönnen, als bei meiner Absicht, mehr Gelds Feft auf der Bastille"). Sp. 759.

rühren, an sich schon der Fall ist. Ich würde von denen Litterarische Chronil. Sp. 761.

zu reden haben, die nicht da sind. Husk.

Iind am meisten von dem einen, der diesmal aus.

geblieben ist mit eigenen Werfen und der doch seinen A. R.: Musikalische Chronit. Sp. 763.

Šeist bis herab zit homöopathischer Verdünnung schier Richard Winter: Von unserer Sochschule. Ep. 763.

allerorten ausgegossen hat, von dem Malergenie des Freie litterarische Vereinigung zu Elberfeld-Barmen. Sp. 766.

Jahrhunderts. Muß ich erst hinzufügen: von Arnold
Böcklin?

Sie alle, die von der Schilderung des Vorgänglichen

zur Schilderung des inneren Erlebnisses übergegangen Von der II. großen berliner Kunstausstellung. find zeigen seinen Einfluß, den einzigen Walter Crane

vielleicht ausgenommen. Wil man diesen ganz ausges III. Unter Bödlins Einfluß.

zeichneten Künstler, der für das Angelsachsentum fast ebenVon

to bezeichnend ist wie Böcklin für das Deutschtum, nach Hang Schliepmann.

guter deutscher Philologenweise durchaus irgendwo eini

chachteln, so wird er mehr in die Nähe Klingers zu Es war ein wenig vermessen von mir, als ich am bringen sein; denn er ist entschieden mehr Linien- als Schlusse meiner vorigen Betrachtung versprach von Pfad | Farbenpoet. Und doch liegt auch in seiner Farbe, in findern der modernen Malerei reðen zu wollen. Bei dieser archaisirenden Vorliebe für freidige und blaue Töne dem ganzen Charakter der heurigen Ausstellung fann ein eigner Stimmungsreiz ; nicht gerade vollsaftiges Leben man von vornherein nicht hoffen, auf allzuviele wahrhaft in Luft und Schmerz wie bei Bödlin, aber zartes weltführende Geister zu treffen, wenn man das fritische Sieb entrüdtes Träumen und ein, ich möchte sagen, elegischer nicht so liebenswürdig feinmaschig wählt, daß jedes Senf Heroismus. torn darauf zurückbleibt.

Wie sehr Bödlin ,Symbolist" war, ehe das Wort

Symbolismus zum Schlagwort wurde, fühlt man erst mit unmittelbarstem Leben erfüllt, und das Ganze noch ießt ganz.. Aber auch, daß die Symbolisten geboren ein wenig französische Art. Jeßt aber im zweiten kleineren werden müssen. Es ist ergößlich zii seher, vie sie sich Bilde „Im Frühling“ ist der Künstler bereits volle abgebärden, die Gernegroßen, die mehr oder weniger malen gerumdete Persönlichkeit. Welch eine Pracht jatten jubelnden können, die aber innerlich nichts erleben, sondern nur Lebens in dieser Frühlingslandschaft, welche Naturlaute mit den Augen sehen. Die einen suchen die heroischen urkräftigen bakchischen Humors und welch ein Können Linien der Landschaft und die ungewöhnlichen Farben- ntach jeder Richtung! Mag sein, daß dieser Künstler tinten; fie tischen Felsen in allen möglichen Farbensaucen von Hand und Herz so gewaltig emporragt, weil das auf und fügen als Kompott einen Eremiten oder ein allgemeine Niveau der Ausstellung nur recht flach ist; Gößenbild bei, gerade so sinnvoll und innerlich not. ich verlasse mich aber auf jenen alten Herrn, den ich vor wendig wie die Ochsenschädel auf Brachts „Eingang dem Frühling zetern hörte: sowas läßt man nun zu ! zur Unterwelt“. Die andern malen ein Genrebild, ganz Ja, wenn sich die Alten ärgern, so mögen die Jungen so eben und reportermäßig wie ein Illustrator welt= sich freuen! Ich aber wurde jung vor diesem Bilde! historischer Vorgänge, etwa wie man die Parade bei der Um keine allzugroßen Unterlassungssünden auf meine „Versöhnung des Kaisers mit Bismarck" in einer der Seele zu laden, möchte ich zum Schluß noch einiger stumpfsinnigsten Schildereien dargestellt hat; aber wegen Bilder gedenfen, die als Zeugen der modernen Bewegung der symbolischen Mode stellt man z. B. neben den Alpen- auf den Spuren Böcklins noch in hervorragenderem Maße jäger nicht mehr einen reisenden Engländer, sondern ein ge- gelten fönnen. Als merkwürdigster Kopf fame zunächst mütvolles Gerippe mit dem Stundenglas und nennt das Franz Stuck in Frage, wenn er nicht lediglich seine Ganze Memento mori. Auch eine große Freilichtmalerei ausgezeichnet gemalte, aber doch auch absichtlich wunderkann man, wie Wislicenus tut, durch den Requisiten- liche Pietá ausgestellt hätte – freilich außerdem noch ein wiß eines riesigen Gerippes mit blauem Mantel modern ganz reizendes Mädchenköpfcheit „Anna“, das aber an tiefsinnig machen. Ja, wenn solch ein Freund Hein uns dieser Stelle nicht in Betracht kommt. seelisch noch tiefer berühren könnte als des lieben Rortüms Aber daß Stuck trotz mancher Effekthascherei vielleicht Darstellung in der Jobsiade! Ich verkenne garnicht, doch noch einer der allerersten Selbständigen nach Böclin daß in jenem Bilde der feim zu einem echten modernen ist, geht am besten daraus hervor, daß er bereits Totentanzbild liegt – feit Rethel warten wir vergebens Vorbild geworden. Müller - Schönefelð molt Paradies auf den Neuschöpfer des unsterblichen Motives – aber und Adam und Eva ganz wie Stuck, nur ohne dessen es ist Keim geblieben, während ein anderer Reim, die Geniefapriolen. Weiter ist Hendrich zu nennen, der zwar Gedankenmalerei ohne malerische Qualitäten, weit eher unter den Malern die geschworensten Feinde hat; aber ein empor zu wuchern droht. Aber ehe wir diese samenlose sehr starkes musikalisches Element liegt doch jedenfalls in Blüte wieder in zweiter Auflage erleben, möchte man seiner Farbe; sein lyrisches Empfinden ist echt, und wenn lieber auf alle Gedanken auf den Bildern verzichten: da er das Figürliche so beherrschte wie die Landschaft, so stehen denn Bilder, auf denen das Fantastische, Sym- würde auch ein Hinübergleiten ins Theatralische, wies ihm bolische gleichsam nur als fröhliches Ornament auftritt, zuweilen geschieht, vermieden werdeit. Jedenfalls ärgert noch weit höher. So ist z. B. das Nirlein auf Knüpfers auch er die Leute, und das ist schon etwas, – viel sogar. hervorragend schön gemaltem, bewegten Meer nur eine Daß aber gelegentlich einmal Mangel an Können von Bereicherung, wenn man ihr auch nicht gleich die ,,Sirene" starfer Empfinding derartig überglänzt werden fann, daß in all ihrer schwülverführerischen Unheimlichkeit ansieht. ein starker Eindruck, wenn auch nicht ein rein malerischer Sugar ein baroder Einfall wie Sterrys Kentaurenpaar, Eindruck erzeugt wird, das zeigt mir das in das religiöse das ein Lied, an den Abendstern“ singt (ich hätte freilich Gebiet hinübergehende Bild von Willi) Spaß „In Bethauf Morgenstimmung geschworen) ist in seiner ans Paro- lehems Stall"." von ihm und der biblischen Malerei das distische streifenden Reckheit doch wenigstens ein Bild, nächste Mal! keine getuschte Hieroglyphe.

Verständigen wir uns doch: das G e ist reiche ist das allerleşte was zu einen Bilde gehört, und euer Bödlin, der Fels, an dessen Größe ihr von allen Seiten emporflettern möchtet, statt selbst felfenhaft zu sein: er ist garnicht Gedanken-, sondern Empfindungsmaler; nicht Allegorist und Schilderer, sondern Lyriker! Glücklicherweise aber gibts run doch der Lyrifer noc)

Das böhmische Litteraturjahr.*) mehr; und nicht alle singen im Böcklinton.

Von
Da ist ein kleines Bild von Gustav Kühi, Der
Elfen Erwachen“, das ganz aus Herz und Kunst geboren

Faroglau Viamper. ist. Wäre nicht l. von Hoffmann in der Erspähung dieser wundersamen Frühdämmerungstöne vorausgegangen, Tout comprendre est tout pardonner. so müßte ich ein „est est est“ an dieses Bild schreiben; Wer isere kleinen, oder besser gesagt fleinlichen Hoffmanns Einfluß aber ist unverkennbar, Kühn ist ihni politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse und die jedoch technisch überlegen; er erreicht auch ohne Ver- daraus resultirenden unzähligen Schwierigkeiten fennt, schmiertheit und Saucigkeit bei gediegenerer Zeichnung den wird so manches begreifen, worüber ein anderer vielleicht Eindruck des Traumhaften.

wegwerfend die Achseln zucken würde. Es ist natürlich, Einen größeren Stern aber noch glaube ich in Mar daß eine kleine Litteratur eher interessantes, als bedeutendes Pietschmann aufgehen zu sehen. Er ist für mich die bietet. Unsere Talente fönnen sich nicht so frei entiickelit, wertvollste Entdeckung, dieser Ausstellung. Bereits in wie die anderer Nationen; sie sind zahmer, schüchterner. Chicago frappirte mich sein „Fischzug des Polyphem“, Die bleierne Last unserer unseligen Verhältnisse hemmt durch die fröhlich unbändige Recheit des Wurfes und ihren Aufschwung. Sobald sie sich anschicken, aus dem Vortrages. Da war eigener, ungequälter Humor, sprudelnde Borne unseres zeitgenössischen Lebens zit schöpfen, stoßen sinnliche Frische und krafterfüüter Wagemut. Noch nicht alles verarbeitet, noch nicht die ganze riesige Leinwand *j Der Jahresrevueni neunzehntes Stück.

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sie überall an. Damit erflärt sich die merkwürdige Tat- | berechtigtes Aufsehen erregt. Machar lebt in Wien und sache, daß sich unser nationales Leben und namentlich da hat er die beste Gelegenheit gehabt, die triste politische unsere tausendjährigen Eristenzkämpfe in unserer Litteratur Lage seiner Nation kennen zu lernen. Er bezeichnet selbst kaum abgespiegelt haben. Jeßt freilich ist es anders ge- seine neuesten Gedichte als „ein paar Alarmschüsse von worden. Unsere Litteratur lebt nicht mehr ihr bisheriges einer verlaffenen Vedette an der Donau“. Wenn man idyllisches Scheinleben, unbefümmert um brennende Zeit- ein Buch von Machar in die Hand nimmt, muß man und Streitfragen. Bei dem ersten Ansturm moderner sich darauf gefaßt inachen, daß man neben schönster Poesie Bestrebungen stürzte das vermoderte romantische Trugschloß ein bischen Proja mit in den Kauf nehmen wird. Denn in sich zusammen und es ist außer Staub nichts übrig er liebt es, sich an den Grenzen der Poesie zu tummeln. geblieben. Dieser Sieg der Wahrheit ist jedenfalls auf Auch in seinem neuesten Werke. Aber abgesehen davon, das noch immer in Zunahme begriffene Studium der ist „Tristium Vindobona“ ein prächtiges Buch. Das darin modernen fremdländischen (namentlich russischen und nor enthaltene Gedicht „Am Kahlenberge" gehört unstreitig zu dischen) Litteraturen zurückzuführen. Die chinesische Mauer, den besten unserer Litteratur. Seit Schillers bekanntem in deren Bezirf unsere alttestamentarischen Litteratur- Worte vom Volfe der Phaeaken ist das verweichlichte, profeten das gesamte geistige Leben der Nation ein- genußsüchtige Wien nicht treffender charakterisirt worden, geschlossen hielten, ist endlich durchbrochen und frische, freie als in diesem Gedichte. Luft strömt durch die Brejche. Auf der Flur inseres Von den sonstigen poetischen Erscheiningen wären Schrifttuins prangt schon die Knospe, aus der dereinst vielleicht nur noch Táborskys „Melodien“, Jaromir eine starke, moderne und national-individuelle Kunst empor- Boredys symbolistische Gedichte" „Rosa mystica“ und schießen wird. Die gegenwärtige Periode unserer Litteratur sie düsterit, pessimistischen Poesien Mrstiks zu nennen. ist als ein Uebergangsstadium zu bezeichnen. Es braust Weit erfreulicher gestaltet sich die Bilanz unserer und gährt überall und so kann es nicht Wunder nehmen, proja. Von Jahr zu Jahr gewinnt sie an Tiefe, Reife daß die Gegenwart bei uns nur wenig reifes zeitigen und Wahrheit. Auch bei uns macht heute eine fantasiefonnte.

volle und farbenprächtige Handlung nicht mehr die HauptIn der Poesie im engeren Sinne) herrscht noch sache bei einem Romane aus. Auch wir wollen keine immer die alte Schule. Ihr gehören unsere besten Dichter spannenden Verwicklungen, keine Knalleffekte mehr, feine an: Jaroslav Vrchlicky. Svatopluk Cech, Julius frisirten Puppen, die salbungsvolle Reden führen und Zener und J. V. Sládet. Mit Ausnahme von Vrchlicky Puppen bleiben, ob sie nu in Uniformen oder Arbeiterist heuer von feinem von ihnen ein größeres Werf erschienen. blouisen stecken; wir wollen Durchschnittsmenschen, wie sie Šeiner unermüdlichen Schaffenslust aber verdanken wir sind, mit ihren Tugenden und Lastern. Mit diesen verauch in diesem Jahre außer vielen, zumeist vortrefflichen änderten Verhältnissen haben unsere modernen Erzähler lleberseßungen und Effays drei Bände Poesien." Sein zu rechnen und sie tun es auch, mit wenigen Ausnahmen. Buch „Meine Sonate“ hat er anläßlich seines 40. Geburts- Zu diesen Ausnahmen gehört S. Heller, einer der fruchtjahres der böhmischen Poesie zum Geschenke gemacht. barsten Erzähler der älteren Schule. Sein heuer erschienener Dieses sowie die übrigen zwei Bücher „Parnaß-Disteln" Roman „Herr Marquis" liest sich sehr angenehm, das ist und „Königin Mabs Irrfahrten" ändern jedoch nichts an wol aber auch das einzige, was man ihm nachrühmen der weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus kann. gekannten dichterischen Physiognomie Vrchlickys. Zahl Von den jüngeren Autoren möchte ich zuerst Karel ieiche Proben seiner Poesien sind auch deutsch erschienen, Klostermann“ nennen, den Poeten des Böhmerwaldes. und' ich glaube, sie haben troß der nicht immer glücklichen Klostermann ist eine sehr interessante Erscheinung. Er hat Auswahl reichlichen Anklang gefunden. Seine Bedeutung ursprünglich deutsch geschrieben und erst später wandte er für die böhmische Litteratur ist bisher nicht nach Gebühr sich der böhmischen Litteratur zit. Sein Stil ist noch gewürdigt worden. So viel ist aber gewiß, daß er am heute durch und durch deutsch. Auch ist er ein moderner meisten dazu beigetragen hat, die chinesiche Mauer der Künstler im vollsten Sinne des Wortes. Realist ist er Beschränktheit und des Eigendünkels einzureißen, und daß nur in prachtvollen, plastischen Naturschilderungen. Aber er unserer Poesie neue Horizonte eröffnet und ihr neue es ist berechtigte Hoffnung vorhanden, daß er ein moderner Ideen zuigeführt hat.

Rünstler werden wird. In seinem neuen Romane „,3m Von seinen zahlreichen Epigonen ist I. S. Machar Böhmerwald-Paradiese" jchildert er das Leben der deut. jedenfalls der bedeutendste und originellste

. Machar chen Bauern des Böhmerwaldes so wahr und plastisch, ist eine eigenartige Dichternatur. Wie 'eine Bombe daß man sich eines mächtigen Eindruckes nicht erwehren plaßte vor einigen sechs Jahren sein erstes Buch mitten Man muß die Böhmerwald-Skizzen Jof. Ranfs unter die konventionellen poetischen Produktionen. Es war und Ad. Stifters kennen, um Klostermann voll zu würdigen. viel gefünstelte Blasirtheit, viel erlernter Cynismus darin, Er steht höher als die beiden genannten, bedeutend höher. aber das gerade war etwas bei uns unbekanntes. Diese Jedenfalls würde es sich lohnen, die deutsche Leserwelt Heinesche Ironie, diese Blasphemien, die eines Richepin mit seinen Romanen bekannt zu machen. würdig gewesen wären, waren für uns neu. Zuerst wußte Auf dem Gebiete der sogenannten Volkserzählungen unsere liebe Aritik nicht, was sie mit Machar anfangen haben neben Klostermann Rarel Rais und Ian þerbe i sollte. Dann aber erhob sich ein sehr schön inszenirter mit Erfolg gearbeitet. Das Milieu der Raisschen ErzähSturm der Entrüstung und des Unwillens natürlich lungen („Gebirgswurzeln“, „Bittersüß“, „Väter und Áinnur deshalb, weil der Dichter den frevelhaften Mut gehabt der“ 2c.)" ist die Welt der armen Bewohner des Riesenhatte, herbe Wahrheiten offen z11 sagen. Machar blieb gebirges. Rais ist ein sehr talentirter Erzähler und indes der er war und schrieb weiter. Heute hat er sich Psycholog. Herbens Sfizzen „Am Dorfe“ behandelii bereits einen ehrenvollen Plaß auf dem böhmischen Par- die tristen Zustände eines südmährischen Dorfes. Herben nasse errungen und unsere Poesie verdankt ihm einige hat ein scharfes Auge für soziale und kulturelle debel

Auch heuer sind von ihm zwei stände und er verbindet sehr geschickt das rein belletristische neue Bücher erschienen. Seine Frühlings-Sonette“ sind mit dem ethnographischen Elemente. Von Ignát (ebenso wie die früher erschienenen „Winter- und Sommer- Hermann, einem der ersten Vorfämpfer des Realismus, Sonette“) troß einzelner Schönheiten nicht bedeutend, aber sind zwei neue Bücher erschienen: „Biedere Prager“ und seine politischen Gedichte Tristium Vindobona“ haben „Häusliches Glück“. In beiden erscheint Hermann als

vorzüglicher Kenner einerseits des prager Volkslebens, i sekbar, jo cigenartig ist der Stil, so sensitiv in seinen andererseits der sogenannten „stillen Häušlichkeiten“. impressionistischen Passagen!

Einem entschicdenen Talente begegnen wir in dem Ein seine Aufgaben ernst nehmender Künstler ist auch pseudonijmen Martin Havel, dessen erstes Buch „aus Jos. Merhaut, dessen Roman „Die Schlange“ zil Hoffden Memoiren des stud. phil. Philipp Korinet“ Sensation nungen berechtigt

. erregt hat. Es sind dies drei Erzählungen, die uns mit Beachtenswertes haben sonst noch geschrieben: die den „Annehinlichkeiten“ eines armen Studenten, der als hod)begabte Frau Gabriela Preissorá, Ed. Jelinek, Hauslehrer sein Dasein fristet, befannt machen. Au die 3. Winter, 39. Horica, Alois Mirstík u. a. Erniedrigung und Geringschäßung, die sich so ein armer

Von unseren beliebtesten Erzählern Alois Jirásek, Teufel gefallen lassen muß, den man es tüchtig fühlen F. Herites, M. A. Simácef und V. Kosmát sind läßt, wenn man ihm eine ,,Woltat" erweist, find in diesem in diesem Jahre feine selbständigen Bücher erschienen. Buche köftlich geschildert. Dieser arme Philosoph Korinet Unser Drama hat diesmal fein besonders glückliches ist ein Typus. In ihm ist seinen zahlreichen namenlosen Jahr gehabt. Zwei seiner besten Vertreter F. V. Jerá. Leidensgefährten ein Rächer entstanden. Seine Memoiren“ bet und L. Stroupezinidy sind vom Tode dahingerafft sind ein Faustschlag in das selbstzufriedene Antlitz unserer worden. Aus des leşteren Nachlaß wurde das Drama „, feisten Bourgeoisie“. Es ist höchst bezeichnend für unsere

Am Waldsteinschen Schachte" mit starkem Beifalle auf. Verhältnisse, daß sich der Antor, der Selbsterlebtes erzählte, geführt

. Es ist ein Unifum in unserer Litteratur, ein in das Dunkel eines Pseudonyms hüllen mußte, um nicht Drama ohne Liebe, und verrät, daß es seine Entstehung -- indankbar zu erscheinen!

dem Studium Ibsenscher Dramen verdankt. Von dem Ein gewanter Erzähler ist auch Bohdan Kaminsky: Lebensrichtung“ im vorigen Jahre preisgekrönt wurde,

talentirten F. X. Svoboda, dessen Schauspiel „Die der als Poet weniger glücklich ist. Seine unlängst erschienene Erzählung „Ein Mäcen“ ist eine äßende Satire sind heuer zwei neue Dramen aufgeführt worden. Die auf jo manchen unserer , Munstfreunde“s. M. Capets vielem Geschide die Ursachen des Niederganges der Bauern

fünfaktige Komödie „Die Auflösung“ behandelt mit neue Novelle „Der westlichste Slawe“ hat die auf grund seines ersten Buches auf ihr geseßten Hoffnungen ein schaft und hatte sich eines geradezu stürmischen Erfolges wenig enttäuscht. Eine unklare, verworrene Handlung. zu erfreuen: dagegen hat sein Schauspiel „Im Banne ein Gemisch von Malluzination und Wirklichkeit ist hier achtet jouverän auch die einfachsten Regeln des drama

Svoboda ver

der Gewinnsucht“ gründlich enttäuscht. ziemlich weitschweifig erzählt. Nach langer Zeit ist wieder ein neues Buch von

tischen Baues; das ist inodern, aber gefährlich. A. F. Renatus (Tervinka) erschienen. Seine Früh

Von dem auch als Epiker sehr beliebten Aarel

Seine „Früh- Leger wurde ein erschütterndes, naturalistisches Drama lings-Stürme“ sind im großen ganzen als ein gelungenes Der Blinde“ aufgeführt, das in eine wunderbare poWerk zu bezeichnen, hauptsächlich deswegen, weil sie einen etische Apothevje austlingt. Xaver Meuhard hat ein wertvollen poetischen Beitrag zur Geschichte unseres national- fein gedachtes Lustspiel „Im Schatten der Guillotine" politischen Erwachens bilden.

geliefert. Ein neues Drama von dem trefflichen RomanDurchweg originell ist Vilém Mrslit, neben cier M. A. Simácek (der auch Sudermanns „Heimat“ G. Jaros und F. R. Sleihar (von denen heuer fein übersetzt hat) betitelt , Andere Luft“ erhielt den diesjährigen Buch erschienen ist) das bedeutendste Talent unter den Fingerhut-Preis, wurde jedoch noch nicht aufgeführt. Jungen. Mrstif ist ein reifer, hochbegabter Künstler und fedenfalls kann man auf dasselbe nach Simácefs erstem ausgezeichneter Stilist

. Er hat sich an den Werken Zolas, Drama „Die Welt der kleinen Leute“ höchst gespannt sein. Dostojevskis und Tolstojs (die er zum Teil selbst über Zum Schlusse möchte ich noch der erfreulichen Tatfeßt hat) herangebildet, hat viel gelesen, viel nachgedacht jache gedenken, daß wir endlich die erste moderne Geund ist erst nach gründlichem Studium an die Arbeit ichichte unserer Litteratur erhalten haben, die der bewährten gegangen. 'Er ist individuell, wie fein anderer bei uns, Féder Jaroslav Vlcets entstammt. Zahlreiche litteein feinsinniger Beobachter, der auch das sieht, was einem rarische Essays wurde auch durch das heiter gefeierte anderen sicher entgehen würde, und ein ausgezeichneter Kollar-Jubiläum hervorgerufen. Von diesen sind namentPsycholog. Sein Buch „Schatten“ enthält eine Reihe lich die Arbeiten des Dr. Joj. Jakubec zu nennen. reizender, dem Leben entnommener Skizzeit, während sein Roman Santa Lucia", obwolim ganzen mislungen, doch prachtvolle Einzelheiten enthält und jedenfalls sehr interessant ist. Es ist dies die Geschichte eines armen Studenten, der das Ideal des hunderttürmigen, altehrwürdigen Prags ebenso im Herzen trägt, wie der Italiener dasjenige Santa Lucias. Er kommt nach Prag, um hier zu verfümmern und endlich zu verhungern. Das Buch strokt von Invektiven gegen Prag, in welchem der Autor nur einen großen Sumpf erblidt, dem giftige Miasmen entsteigen. Und man sieht doch, wie leidenschaftlich er

Die Tragödie des Mittelstandes. dasselbe Prag liebt, und daß er im selben Momente, in welchem er es verflucht, es gleichzeitig regnet. Die darin

Etwas Bequemeres kann es enthaltenen Schilderungen sind einzig ihrer Art bei uns,

freilich nicht geben, als diese Sezirs es sind wahre Wortgemälde. Mrstit verurteilt das jetzige

arbeit an Gedanken, die noch Studiensystem ebenso entschieden wie Kielland und polemi

feine Gelegenheit gehabt firt mit keinem geringeren als mit Tolstoj. Er hat ent

haben, sich in der Braris zu schieden unrecht mit seinen Anklagen gegen die böhmische

erproben. Dazu bedarf es feiner

positiven Leistungsfähigkeit; das Metropole, aber er ist immer originele und interessant.

geht sogar desto leichter von statten, Mit einem Worte: ein herrliches Buch, wenn ich aud)

je weniger man davon befißt, weil desselben Verfassers reizende Erzählung „Das Märchen

die völlige Fantasielosigkeit auf des Mai“ höher schäße. „Santa Lucia" 'ift fast unüber

dem wirtschaftspolitischen Gebiete ebenso gut, als auf jeden anderen

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