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schon Zeit und Raum gefunden, über das Wie und Warum gößen zu fönnen. iind darauf nun baute eine gauze zu reden. Aber über das Wie und Warum in einem Anzahl von schlauen Spekulanten ihre Rechnung auf. wirklich konstitutionellen Lande wie Norwegen – wo die Selber naiv, tats Anton Langer, dem sein lliwienertum

(

um paura!) dem Volte zitgestanden, sondern vom Bolte dem „Civis Romanus sum“. Auch Wien war ihm ja eine König diktirt (imposta) worden ist – wie man gegen Metropolis – die der Gemütlichkeit. Schlauer und vorden ausdrücklichen Willen des Königs einen Minister sichtiger übte es D. F. Berg, ein dramatischer Spekulant von zur Verantwortung ziehen fann, wenn er das Geseß sicherer Theatermache und einem feinen Instinkt fürs verleßt hat: das nerden wir mit Hilfe der römischen Zeitgemäße. Beide sind die Vertreter des ärgsten VerZeitungil Dovere, dem geachtetsten Organ unserer falles des wiener Voltsstückes, dem nach Raimund noch Partei, erläutern!"

Friedrich Kaiser seine große und mannhafte Kraft geDaran schloß sich ein vortrefflicher Bericht über den widmet hatte. Die Verhimmelung des Wienertums beganzen Streit, der mit den Worten endete: „Colle parole gann. Von Bretti zu Brettl — Yo heißt man die Tridel deputato-poeta norvegese Björnstjerne Björnson: | Güne, von der herab die Volksfänger ihre „harben“ Lieder Se il rè non rinuncia al veto assoluto, il popolo rinun- ertönen lassen, — wurde ihm hofirt. Ein dicker Weihzierà al rè.“

rauchnebel stieg auf und ein süßer Dusel umfaßte jegliches Gemüt. "Wien war unvergleichlich; wem das nicht

einleuchtete, der war ein Schafskopf, mit dem man übers Und damit schließe ich meine Eindrücke meines haupt nicht mehr reden konnte – gar über eine so ernste furzen Aufenthalts in Italien. Was ich gelernt habe, Frage nicht. war mehr als ich erwartete, weniger als ich hoffte und Da trat Friedrich Schlögl auf. Er war geboren am ganz anders als ich glaubte.

7. Dezember 1821, in der Vorstadt Mariahilf, eines armen Und so kehrte ich in die nielie Wohnung am Genfer Hutmachers ältestes Kind, dem dann noch dreizehn GeSee zurück, wo die Luft fühl, aber rein ist, wo die schwister folgten So fonnte denn für seine Bildung Menschen vergnügter und freundlicher aussehen, als nicht viel geschehen; er mußte früh in ein Amt, sein anderwärts. Denn der Wertmesser ist hier ein anderer, Brot verdienen, um dann durch Jahre das böse Wort eine gewisse Wahrhaftigkeit macht den Umgang menschlicher, Nestroys in seiner ganzen Wahrheit kennen zu lernen : vielleicht deshalb, weil an der Spiße der Gesellschaft ,,Ein faiserlicher Beamter hat zwar nir aber dös hat feine Umahrheit tront, die zu verehren beflagenswerte er sicher !" Am 7. Oktober 1892 starb er. Sein Leben Menschen ein Interesse haben. Ich bin wieder in der war Mühsal und endlose Arbeit, nicht zu mindest an sich Schweiz und die ist von allen Ländern Nummer selbst und seiner eigenen Bildung, gewesen, die notwendig zwei!

die eines Autodidakten sein mußte. Auf dem Friedhofe von Purfersdorf, einem Orte, der gar fein und an. mutig an der Westbahn liegt, schläft er, und die Bäume des Wienerwaldes, den er lo geliebt, rauschen um die Ruhestatt des Juvenal von Wien. Das war er ; eigentlich hatte Nestroy das Zeug in fich, er, der einzig war in der Kunst, in ein einzig Wißwort die ungeheuerlichste Fäulnis und zugleich die tiefste Verachtung davor zusammenzupresjen. Aber Nestron war im Grunde selber korrupt und stand fich zu gut bei der allgemeinen Ver

derbnis. Schlögl aber war ein im Junersten reiner und Friedrich Schlögl.*)

fitilicher Mensch. Ihm schwoll das Herz vor der allges

meinen Verderbnis: so entstanden, da er wol keine Verse 7. 9. David.

machen konnte, seine Feuilletons. Ilnd diese innere Wahr

haftigkeit gewann ihm vornehmlich die Jugend. Sie Die wienerische Litteratur ist uralt. Seit Wolfgang hing an ihm; sie las ihn gerne, fie verkündete seinen Schmelzls „Lobipruch auf die Stadt Wien“ ist sie nicht Ruhm. Man wies ihn einander, wenn er, damals, da mehr eingeschlafen. Eingeborene und Fremde' habent fich ich studirte, noch stramm und in vollem weißen Haar mit ihr beschäftigt; diese meist einsichtiger über die Fehler durch die Straßen von Wien schritt; freute sich seiner, der wundersamen Stadt urteilend, die Wiener aber über

wenn er bei einem der vielen und fröhlichen Kommerse, wiegend blind vor Liebe zu ihrer Heimat. Denn dem

die damals, vor einem halben Menschenalter, in Wien echten Wiener ist Wien keine Stadt, sondern eine Welt, begangen wurden, an der Tafel der Ehrengäste Plaß in der man vollauf und sein Leben lang sein Genügen nahm. Denn die akademische Jugend liebte Schlögli

und er erwiderte diese Neigung. finden kann. Insbesondere in den sechsziger Jahren unseres Jahr | riet ihn völlig mühelos und mit unbedingter Sicherheit

.

Vom rein Schildernden ging er aus. Und dies gehunderts gings in dieser Beziehung arg bei uns her. Eine ganze Schar þofpoeten war für Wien vorhanden. Denn ihm war von Kindesbeinen auf vertraut, was er Die Stadt modernisirte sich, wuchs, gefiel fich in ihrer beschrieb. Die Eindrücke alle, die ihn bestimmten und die verjüngten Gestalt selber ganz ausnehmend. Eine gewisse

er nun wiederzugeben unternahm, waren ihm angeflogen, Naivität war immer wienerisch gewesen, sie haftei Grill - wie einem alles Beste anfliegt. Und eine ehrliche Entparzern so gut an, wie etwa dem zur Zeit begabtesten rüstung gegen jene Verlogenheit, die dort nur Licht sehen unserer Plastifer, Rudolf Weyr, der ja auch wienerisch Die tiefsten und weit in die Zukunft vorgreifenden Schatten

wollte, wo doch ein unbefangenes, ein unbestochenes Auge bis zum Antifen zu sein vermag. Es ist ein Zeichen gewahren mußte, lebte und rang, oft noch unbeholfen von Kindlichkeit, sich am gröbsten Lob ins Gesicht er

genug im Ausdruck, in ihm nach dem Wort. Und darum

gewann er ein so starkes und ein so überzeugtes Public *) Friedrich Schlög 13 Befanimelte Werte. Drei Bände. 1. Wiener Blut. ll. Wiener Luft. III. Wienerisches. 73 Bog. 8o.

kum, da er gegen jegliche Verderbnis, vor allem gegen Wien, A. Hartleben.

jede falsche Gemütlichkeit losbrach. Denn, es läßt sich

Von

gar nicht umschreiben, was der Wiener damals alles als ander uneins und den Eltern gegenüber in festem 31 gemütlich gelten ließ. Jede gesellschaftliche Unart, jede sammenhalte.

sammenhalte. Man transponire das Bild, das hier lingezogenheit, vielleicht selbst jede Art von sittlicher Kor- | Schlögl aufrollt, um eine gesellschaftliche Schicht tiefer, ruption. Schlögl aber, mit dem Tiefblick des großen und man hat das Milieu des „Vierten Gebots“. Den Satirikers, der auch ins Geheime fieht, erkannte in dieser ganzen Hochmut dieser Klaffe von Spießbürgern, deren falschen Gemütlichkeit zeitig einen der großen Krebs- das Erbe der Väter oder eine günstige Konjunktur im schäden, an denen Wien frankte, und zog mit einem una Erwerbsleben mühelosen Wolstand in den Schos warf, barmherzigen Ernst dawider zli Felde. Er ging bis ins die nun mit maßloser Verachtung auf die Befißlosen, das Kleinliche dabei ; was der Wiener so sagt: er wurde „Glumperl“ herabschauen, ihre unbegreifliche Enge des raunzet“ darüber. Und vornehmlich haßte er die Volks- Horizonts hat Schlögl gegeißelt und verewigt; in der gut fänger. Denn bei ihnen fand die Zote in jener Zeit ihre wienerischen Arbeitsscheu erkannte er den Grund, warum Heimstatt; hier wurde Jüngeren das Erröfen abgewöhnt hier ein Sinkender immer auch schon ein Verlorener ist,

das leßte und beste Bollwerf, das der Mensch in sich und er sah, wie die Prostitution weiter und weiter um hat gegen die leßte Verkommenheit. Und Schlögl haßte fich fraß. Man lese: „Die Gnädige im Ertrazimmer“. die Volfssänger ; und wie der Haß just so gerne redselig Hier hat dann die Marriot eingeseißt. ist wie die Liebe, so schilderte er die Wirtschaft bei ihnen Er besaß eine große und ausgebildete Lokalfenntnis. breit nur ohne jedes Behagen. Es ist fast, wie wenn vornehmlich wunderliche Heilige mancher Art waren ihm der Wärter eines Kranfen dem Arzte Bericht erstattet. vertraut. So der „, Wirt von Margareten“, der alte Kein Symptom darf übergangen, das Efelhafteste nicht Haidinger, der zuerst den hohen Wert der fliegenden verschwiegen werden; und dennoch hat man die Empfin- Blätter nicht des Witzblattes – erfannte imd nun dung, als wäre der Erzählende gerne möglichst bald seines mit rasilosem Bemühen eine ganz einzige Sammlung daAmtes und seines Berichtes enthoben. So wurde Schlögl von zusammenbrachte, die leider nach einem Tode wieder hier aus ehrlichstem Abscheu breit. Und das ist sonst seine in alle Winde zerstob, der ein tüchtiger Gelehrter barüber Sache jo gar nicht. Im Gegenteil: er hat etwas La wurde und doch bis zu seinem Ende wacker seinem Ge pidares; und in ein Feuilleton faßt er gern zusammen, werbe vorstand. Oder den „Maler“ Wiesböç, der heimwas in den Händen eines anderen ein Roman geworden licher Fälscherfünste verdächtig war, der mit jastlojem wäre. Er will keine Fantasie haben; denn in der Fan- Bemühen und aller Gewissenlosigkeit die seltensten Dinge tasie liegt eine Art heftiger Liebe zu dem Gegenstande, sammelte, um sie dann wieder zu verkaufen, in dem Erder sie beschäftigt. Sie schmückt aus, sie weilt gerne be- werbsgier und Sammelwut im heillosesten Widerstreite haglich dabei. Schlögl aber will sich die Dinge vom lagen. Ein allgemeiner Taumel vermochte über diesen Herzen reden, wie er sie darauf als Last empfindet. starfen und unbarmherzigen Menschen nichts. Es war

Ein durchaus fein gesinnter Mann und ein guter Mode, sich für den Grafen Sandor, den Vater der „genialen Deutscher war er. Und so schmerzte ihn denn jene namens Fürstin Pauline" (Metternich) - wie sie das ,,Ertrablatt" lose Gleichgiltigkeit

, die den Urwiener jeglichem politischen mit einer rührenden Beharrlichkeit heißt zu erwärmen. Begebnis gegenüber erfüllt, die höchstens dadurch zu bannen Schlögl aber erkannte die Roheit, die nur zu oft in ist, daß man in die Politik ,,eine Hetz“ bringt, wie das seinen tollen Reiterfunststückchen lag, und wetterte mit ciner gewiffen Partei neuerdings so wol geraten ist. Er aller Erbosung dagegen. fhm war alles Rohe, alles nahm immer seine entschiedene Stellung, die schon durch innerlich (Gemeine in der Seele zuwider. Aber die Macht seine Erinnerungen an das Jahr 18:18, an den ruhms des Mitleids quod in ihm. Wenn er von den „Künstlern würdigen Kampf der Wiener un Freiheit und Volksrechte vor der Linie" spricht, von den armen Akrobaten, die ein bedingt war. Was darnach kam, das hat er trauernd | mühseliges und dürftiges Brot in beständiger Lebensmiterlebt und mit aller Zornigkeit seiner Seele an den gefahr gewinnen, dann brichts aus seiner Seele; am Pranger gestellt: den jähen Umschwung in der Gesinnung mächtigjien vielleicht in jener Skizze: „Kriegsgefichter der Besiegten, vornehmlich weiblichen Geschlechtes, das und ftanonenfutter", die mir als sein Gröstes gilt. Er schamlose Treiben der Delatoren, der „Naderer“. Früh schildert den „Freiwilligen - Rummel", die Anwerbung. erkannte er den drohenden Niedergang Wiens samt seinen Wie da arbeiischenes Gesindel seinen linterschlupf verUrsachen: der schrankenlosen Genussucht aller, dem falschen läßt, diese von dem Wunsche Geselt, nach einem verDünfel oder der falschen Nachsicht in der Kindererziehung. lorenen und verdorbenen Leben fich, und seis auch um Er sah alles, ihm entging nichts. Wenn er anfangs den den Preis dieses Lebens selbst, zu rehabilitiren, andere Dialekt nur zaghaft, nur zur Illustration etwa gebraucht rein um die par Gulden Handgeld vertun zu können, wie da hatte, so nahm er ihn bald ganz in seinen Dienst. Und Verschollene auftauchen, die die Strafhäuser beherbergt so entstanden seine besten, rundesten und fünstlerisch reifsten haben, – das ist groß gedacht. Ilnd ein grausiger Humor Sachen. Er wird schöpferisch und mit aller Plastik der fehlt nicht, wenn ein Schwarm Dirnen sich herandrängt, Erscheinung, mit aller Breite des Genres, in aller Saftig um den geliebten „Strizzis“ zu folgen, man fie, außer feit ihrer Redeweise treten seine Wiener vom Grund“ stande, ihrer anders ledig zu werden, initfahren läßt, um vor den Lejenden. Der alte Herr von Birz“, der seine dann irgendwo auf der Strecke die Wagen mit der holden Zeit zwischen Wirts- und Kaffeehaus teilt, samt seinem Fracht vom Zuge loszukoppeln, der so weiter fährt – nach Sprossen, dem jungen Herrn von Birz, der ein Lebemann Welschland, in den Tod. Denn es war Kanonenfutter, feinerer Sorte geworden ist und auf die rohen und nied um das es kein Schade ist. Ilud das alles erzählt Schlögl rigeren Vergnügungen seines Erzeugers mit Verachtung furchtbar frapp und klar. Sein Deutsch ist das beste herabsieht. Die Familie Grammerstädter“, die typisch nicht: er holpert manchmal, er befleißt sich zu sehr. Aber und ein Begriff geworden ist: der Vater nur auf seine er hat Kraft in sich, und im entscheidenden Augenblick Vergnügungen bedacht; die Mutter im Einverständnisse fehlt ihm niemals das richtige Wort. Man sieht, wie mit den Kindern, die ja auch eine Freud haben wollen"; er zum Hiebe ausholt; dieser fällt aber wuchtig und sitzt. die Herren Söhne „Lumperin“ und Stammgäste gewisser und bestimmt die Treue und die innere Wahrhaftigkeit Kaffeehäuser; die „Fräulein Töchter“ unzufrieden mit den Wert eines Sittenschilderers, dann darf man Schlögl den häuslichen Verhältnissen, ohne inneren Beruf, mit ruhig obenan stellen, und die drei Bände, die uns die der Bühne, als dem Inbegriff jeder Freiheit und Lizenz, Firma Hartleben auf den Tisch legt, als ein föstliches kokettirend, in heimliche Liebeshändel verstrickt, unter ein- | Vermächtnis hegen. Sie sind ein wahrer Spiegel Wiens,

und das Vorwort, das ihnen Herr Friß Lemmermayer

Dauthendey-Klänge.*) voranschickt, ist höchst überflüssig; man hätte sich ohne

Von dies und ohne das schöne, neue Wort ,,Harijal“ begnügen

MA ar Hoffmann. können. Die nackten Daten genügen --- oder eine ordentliche Biographie war erforderlich.

Kneipendunft. Schlögl hat gewirkt; er hat manchen zur Einfehr

Mattlila der Tabakhaudh. und zur Besinnung gebracht. Schule hat er kaum gemacht

Gelbrot das Bier oder dann höchstens in dem Sinne, daß mit ihm die be

Unter wolkenweißem Schaum. wustere Pflege des Dialekts im Feuilleton wieder begann.

Glühendes Olimmen gekauter Zigarren. Seine beiden begabtesten Folger sind Eduard Pößl und

Tulpenbunt die Likörflaschen starren. Vinzenz Chiavacci. Aber Pößl ging nicht von Schlögi,

Elfenbeinduft vom fernen Billard. sondern von Mark Twain in seinert köstlichen Sachen aus dem Gerichtssaal aus; sein Humor ist groteskiind er beherrscht die moderne Mundart, wie sie sich weiter

Cafédunft. teilweise leider durch den Einfluß des Kotwälsch ent

Schritte. Ein Frac. wickelt hat, mit unvergleichlicher Sicherheit. Chiavacci

Ein Ständer, regenbogensatt von Suchen, aber ist im Grunde weich und liebenswürdig, wieder von

Schwimmt auf eiskaltem Marmor. Boz und den londoner Skizzen beeinflußt. Beide sind

Messinghauch der gefallenen Seelen. Genremaler. Schlögl malt, wie jeder Moralist, al fresco.

Buderweich die Samthaut Pößl hat uns dann mit seinem ersten Roman, dem ,,Welt

Auf schminknüden Wangen. lichen Kloster" beschenkt. Chiavacci schuldet uns immer noch eine zusammenfassende Arbeit , ob unter dem Drange

Höhnischer Sieg auf gebrannten Bärten. journalistischer Arbeiten, ob aus Selbsterkenntnis, muß

Stumm schwanken die Fächer. füglich eine offene Frage bleiben. Der Marriot ist schon

Hinter dem Buffet flattert gedacht worden. Am meisten wäre Gustav Schwarzkopf

Eine jaure Jungfrau. nach Scharfäugigkeit und Treue der Beobaditung berufen, der Nachfolger Schlögls zu werden. Ihm aber fehlt die Liebe, die den Urgrund der Begabung des Toten bildete; er ist klug, klar und kalt. Auch Karlweiß ist nicht gui ohne Schlögl als Vorgänge zu denken, so wenig wie ohne das Vorbild von Álfons Andet. So hat denn

Litterarische Chronit. Schlögl viele befruchtet; in einer verlogenen Zeit verfündete er das Evangelium unbedingter Wahrhaftigkeit.

Geographie und liebe". Von Björnson. (20. April In einem Volfe, das in seinem Grundzuige feminal ist, Deutsches Theater ) berühit feine hohe und strenge Mannhaftigkeit fast be In meinem Eremplar von Alfred Claars Geschichte des modernen fremdend. Er ist kein Säulenheiliger imd kein Asket;

Dramas fand ich neulich zwei Worte, mit Bleistift geschrieben, die denn er kannte das Leben und war seinen bescheidenen

ich wol als Gymnasiast hingesegt hatte. An der Stelle, wo sie Genuffe, wie er ihn verstand und übte, niemals abhold. standen, sprach der Dramaturg über Vjörnstjerne Björnson, und als Aber ein flammender Eifer lebie in ihm: die große Lche er damit fertig war, jagte er: „Der zweite zeitgenössische Dramatiker der gewaltigen Pamiletisien und der mächtigen Prediger, Norwegens, Henrik Ibjen, teilt die Vorzüge feines größeren die manchmal ermüden, dann wieder inviderstehlich fort- Rivalen.“ Da hatte ich die beiden Worte an den Rand gesdhrieben; reißen, schlägt durch seine Schriften. Sie ermüden, weil nämlich: „Hi hi!“ sie innerliche Naturen sind, die nur zu leicht die Wirf Ich möchte gern wissen, was die beiden Männer für Vergleichssamkeit deffen, was sie beschäftigt, auf die Außenwelt punkte haben. Allerdings: jie sind Zeitgenossen, sie sind Lands. überschäßeil, weil sies nicht sait bekommen, davon 311 genossen, sie sind wechselseitige Schwiegerväter ihrer Kinder, fie ges sprechen, was ilinen wichtig ist, während cs anderen zu hören beide der Gattung der Säugetiere an und sie befassen sich mit viel wird, davon zu hören. Vielfältig sah er in die Zii

der Verbreitung von Druckschriften. Sonst sind sie verschieden wie funft, trop einem Profeten. Er durfte sich gegen eine Wasser und Feuer. Oder – weil Wasser und Feuer gleichwertige Welt steminien; denn diese Welt und alle ihre" Not, die Begriffe sind -: wie Wein und Wasser. Der eine ist ein Künstler er genugsam und während fast seines ganzen Lebens aus für einjame Menschen; der andere ist ein Dramatiter für Familien. gekostet, vermochte niemals etwas über ihn noch feine Der eine fenft sein Ohr in die heimlichen Gänge der Menschenseele Gesinnung. Und daß er ein Wiener war, das berührt und flüstert, was er gehört hat; er kennt die feinen Abschattungen fast wie ein Rätsel; er hat alles Wienerische im bösen und hordit auf die leisen Regungen; er verkündet wenigen, die ihm Sinne so ganz in sich überwunden, er war selbst von der lauschen wollen, indem er wie vor sich hinspricht, vorsichtig und mit Schwäche, die sonst kaum ein Desterreicher losbringt halbgeschlossenen Lippen, ein schweigsamer aristokratischer Finder neuer

mehr zu versprechen, als halten zu fönnen er jemals Wahrheiten. Der andere ruft mit schalender Stimme bewährte hoffen darf – so ganz frei! Was war, hat er ver Tatsachen allen Biederleuten zu. Er ist eine Art Ridert unter den fündigt und in seiner Art fest gehalten; was fommt, hat nordischen Tichtern. Er scheidet: auf der einen Seite „gut“, auf der er mehrfach vorausgeahnt. Und derjenige, der einmal andern Seite .böj: Cr dramatisirt den Grundsaß „Ehrlidh währt das zu schildern unternimmt, was geroorden ist, wird am längsien" in mehrfachen Variationen. Er macht darauf aufs seiner und seiner kundigen Hand kaum entbehren fönnen. merksam, daß jelbst im Falle eines Vermögenszusammenbruchs bei So ist ihm Fortdauer in jedem Sinne sicher. Wer immer einer gewissen Selbstzucht auf Regen Sonnenschein folgt. Er weist das zu deuten und auszulegen vermochte, was für eine darauf hin, daß nur dann Segen auf einem Hause ruht, wenn es Zeit gegolten, was einen Tag beschäftigt hat, der kann auf festen Grund gebaut ist; er erinnert wol auch zuweilen, daß der niemals veralten, der hat einen bleibenden Wert - wenn alte Gott noch lebt. er anders wahrhaft und gerecht war.

*) May Dauthendeys neuestes Buch „Ultraviolett“ hat, wie obige schüchterne Nachdichtungen dartun, bereits Schule gemacht. Man wird von diesem Buche eine neue Periode deutscher Dichtung

datiren! Anm. d. Red.

*

„Geographie und Liebe“ entspricht seiner Art. Es ist eine Lehre Ende gewürgt, nicht ohne daß ein etwas theatralischer Budliger für einen Gatten, nicht rüđsichtslos gegen seine Frau zu sein. Es seine feuilletonistische Begabung zu erweisen gesucht hätte. wird aber nicht, wie bei Ibsen, der Egoismus des Mannes schneidend Immerhin man wird diesen Kirstein im Auge behalten aufgedeđt; es wird nur ein Professor mit denjenigen komischen müssen.

Alfred Kerr. Mitteln, die uns Deutschen aus den Fliegenden Blättern geläufig find, in seiner Fachverjeffenheit gezeigt. Daß daraus ein ernstlicher Konflikt entstehen wird, glaubt ja kein Mensch. Der Professor wird

Jaeue Bühnencrscheinungen: Morre: Der Regimentsarzt.

Volksstück. Erfolglos aufgeführt, Raimundtheater, Wien. von vornherein als eine wadere Secle hingestellt. „Ich spaße blos“,

Nöldechen, Wilhelm: Die Belagerung Leipzigs. Schauspiel sagt der Dichter gleich anfangs zu den Hörern; „ich spaße bloš, in 5 Aften. Aufgeführt, Stadttheater, Leipzig. aber es mag euch eine Lehre sein“. Und darum drei Akte.

Voß, Richard: Der König.' Drama. Ängenommen, Softheater,

Stuttgart. Jeffes, Jeffes ! Wenn es noch Charaktere gäbe. Aber es giebt blos einen, den Professor, und der ist typisch hergestellt. Oder wenn es noch Komik gäbe. Aber daß der Geograph eine Fremde mit dem

Jufruf! Operngucker befieht, ist nicht so überwältigend; daß er einer falschen

Bon der weltfernen Bolarinsel Island, auf deren eifrige neus Person die Hand schüttelt, auch nicht; selbst daß eine ältere Dame

zeitliche Bestrebungen in sozialer wie politischer Sinsicht in lekter schnupft, kann ich nicht so himmelschreiend aristophanisch finden. Der Zeit auch die deutsche Presse hin und wieder aufmerksam gemacht dritte Akt ist von einem minder gewanten Nachahmer französischer hat, geht uns soeben die Nachricht zu, daß sich am Schlusse des Possen geschrieben. Der zweite ist leider gemütvoll. Die Tochter

Althings" (Landtages) von 1893 dreißig der hervorragendsten

Volksvertreter zu dem Zwede der Begründung einer Universität beginnt zu erzählen: ein junger Mann und ein junges Mädchen auf Island vereinigt haben. hätten das und das getan sie meint ihre eignen Eltern und er Weldh hohe Kultur sich bereits in frühester Zeit (Besiedelung zählt es dem Vater; ich frage, ob das nicht L'Arronge gemacht haben Islands im Jahre $70) auf Island entwiđelt hatte, und wie eifrig könnte! Dann schreit sie zweimal: „Vater, wo ist die Mutter?!“

heutzutage unter dem kleinen Volke von 70'000 Einwohnern in hier ist offenbar der Hauptpunkt, wo Björnson rühren wollte.

wissenschaftlicher Beziehung gearbeitet wird, ist aus den interessanten

Schriften Ph. Schweißers „Island, Land und Leute, Geschichte, Björnjon ist in „Geographie und Liebe" geblieben, was cr

Litteratur und Sprache“ (Leipzig 1885), I. C. Poestions „Island, war: ein Dichter für Vater, Mutter und die Kinderschar. Und da

das Land und seine Bewohner“ (Wien 1885), Baumgartners „Island

und die Färöer“ (Freiburg i. Br. 1889) und st Küchler: „Das ich weder durch persönliche Beziehungen noch durch etwas anderes

Liebesheim“ Leipzig 1894) zur Genüge bekannt. gehindert werde, die volle Wahrheit zn jagen, so sage ich, daß er ein Neben einer höheren Töchterschule, zwei Realschulen und einem bedeutunglojes Stück geschrieben hat Der alte Henrik aber wird am Gymnasium besißt Island bereits seit längerer Zeit auch in besten durch Nebeneinanderstellungen mit ihm nid)t länger gefränkt.

Rentjavit eine theologische und eine medizinische Hochschule; alljährs lich aber ist noch eine ganze Anzahl junger isländischer Studenten gezwungen, nach Kopenhagen zu gehen, um sich auch dem Studium der Philologie und jurisprudenz widmen zu können, was bei den armen Verhältnissen des Landes für die Betreffenden natürlich eine

höchst fostípielige und ihre Kräfte fast übersteigende Sache wird. Ein Antifamiliendramatiker wollte Paul A. Kirstein sein. sin Daher hat nun schon über ein Menschenalter an der Spiße der ersten Alt seines Schauspids „Zerstörtes Glü" werden die Pflichten Tagesordnung sowol des „Althings“ als der Bevölkerung von der Eltern gegen die Kinder scharf betont, mit der Begründung, daß

Island der Wunsch gestanden, eine inländische juristische Lehranstalt die Kinder ohne ihre eigne Zustimmung zur Welt gekommen sind.

zu erlangen; außerdem aber hat man immer deutlicher gefühlt, wie

dringend notwendig es ist, allen höheren linterricht im Lande selbst „Es ist dein Vaterl er hat dir das Leben gegeben, du bist sein

haben zu können, sowol in Hinsicht auf die eigene Nationalität und Fleisch, fein Blut also sei er dir heilig! Wiederum eine schlaue die eigenen Landesrechte, alš rücksichtlich der gesamten geistigen und Konsequenz! Ich möchte doch fragen, warum hat er mich gemacht?

materiellen Entwidelung des Bolfes. Die Forderung der Isländer

ist deshalb cine Universität, und man ist überzeugt, daß man im Doch wol nicht gar aus Liebe zu mir, der erst ein Ich werden sollte?"

Siamipfé für dicje Sache die Teilnahme der ganzen zivilisirten Welt Diese Worte spricht Franz Moor. Bei Anzengruber wird die auf seiner Seite hat. Frage bei weitem nicht in so prinzipiellem Umfang erörtert; es heißt ilm nun eine solche Anstalt erlangen zu können, hat sich aus da nur, wenn die Kinder den Eltern gehorsam sein sollten, müßten

den 30 oben erwähnten Männern ein Ausschuß von 9 Mitgliedern die Eltern auch danach sein. Bei Kirstein wird das Thema in der

gebildet, von denen 3 in Reykjavik, 1 in jedem Landesviertel und

2 in Kopenhagen ansässig sind, der an das 'isländische Volk und alle bolleren schillerschen Konsequenz angeschlagen; doch eben nur ange Isländer im In- und Auslande, sowie alle Freunde Islands soeben schlagen und fallen gelassen. Das zweite Thema Kirsteins ist die einen „Aufruf“ erläßt, das hohe Vorhaben sowol durch Wort als zerstörende Wirkung der Familieneinmischung auf gewisse Verhältnisse.

durch die Tat nach besten Kräften zu unterstützen Ein zu diesem Dieses zweite Thema behandelt er ausführlicher (cs sollte offenbar

Zwed begründeter Fonds, welcher den Namen „Išlands Universitäts

fonds“ führt und der in der Landesbank zu Reykjavik verzinst wird, das Hauptthema sein -) aber doch zu wenig ausführlich. Es wird soll zu einer fortdauernden Sammlung anregen und wartet der im dritten Aft wieder fallen gelassen, und ein drittes Thema ersteht: freundlichen Beiträge aller Interessenten. Am Unfange eines jeden die „Bergangenheit“ des Mädchens als Glüdsstörenfried. Also drei

Jahres wird der Bestand und Zuwachs des Fonds durch den Trud

öffentlich befannt gemacht, ebenso wie jeder Beitrag fofort in den Atte, drei Themata. Denn das dritte ist mit dem zweiten zwar ver

isländischen Zeitungen auf Island selbst und in Kopenhagen fund knüpft, aber so lose, daß es eine selbständige Nummier wird.

gegeben wird. Kirsteins Drama erwedt schwankende Empfindungen. Der

Das kleine urgermanische Brudervolt im hohen Norden appellirt

in seinem in verschiedenen Sprachen gedructen und überallhin bers Þauptfund dieses begabten Neulings war der Gedanke, zu zeigen,

sandten Aufrufe an die gesamte zivilifirte Welt: sein Hilferuf wie die Familie ertötend auf das Glück zweier Menschen wirken dringt auch zu uns: wir wiederholen daher seinen Ruf auch an tann. Sein Hauptfehler, daß er vergaß diesen Gedanken auszuführen. dieser Stelle und fordern alle Edeldenkenden zu freundlichen BeiDie Familie hätte stärker in ihrem Eingreifen in die Beziehungen

trägen zu „Islands Universitätsfonds" auf! Åde Gaben, auch die

kleinsten, nimmt im Aufrage, aus Deutschland, Desterreich und der der beiden gezeigt werden müssen. Es hätte vielleicht ein ganzer

Schweiz der Ilnterzeichnete, sowie der beauftragte Verwalter des Att geboten werden müssen, in dem sie während der Ehe dazu Ge Fonds, Herr Bantóirektor Tryggvi Gunnarson in Reytjavit, legenheit hatte – in leisem psychologisch feinem ansdiweden, in aus entgegen. Eine Empfangsbescheinigung erfolgt durch ein Éremplar

einer der isländischen die Gaben verzeichnenden Zeitungen. mäliger Häufung subtiler Momente. Darauf ließ sich Kirstein nicht

Leipzig, im April 1894. ein, sondern arbeitete – bedauerlicherweise gegen das Ende mit

Lösnigerstr. 14.

M. phil. Carl Küchler. immer stärkerer Bumbumdramatik, die in einer zufälligen Konfrontirung zweier ganz entfernter Menschen und in einem Revolvers

Chroniť der bildenden Künste. schuß Ausdrud findet. Reizvolle, genrehafte Züge, die inselgleich im Der Entschluß des Kaisers, die Schadsche Gallerie in Laufe des Dramas auftauchen und schwinden, sind gegen den München zu belassen, hat allseitig freudige Sympathien erweđt. Die Schluß hin nicht mehr zu bemerfen; hier wird die Handlung zu Schadsche Gallerie stellt ein Stück dcutscher Kunst und Kultur

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geschichte dar, das mit München innig verwachsen ist. Sie nach seine Affistenten gemacht wurden, hatten sich ja allgemeinen Beifalls Berlin überführen, hieße die Pflanze aus ihrem Erdreich nehmen, ! zu erfreuen. Warum wird das nicht auf die Museen übertragen? um sie in ein Schaufenster zu stellen. Dieser Akt von Noblesse war

Nach der Freilegung der Nordfront des Marstals in Berlin zugleich ein Akt von hoher Einsicht. Und schließlich, wo hätte man

wird ein Umbau derselben notwendig werden. Es soll bereits ein die Sammlung in Berlin unterbringen wollen? Gerade die stille,

Plan vorliegen, der die Marstallfront der Schloßfront im Stile vornehme Villa des Grafen trug dazu bei, der Gemäldegallerie ihren anpaßt. Zwar scheint es auf der Hand zu liegen, daß man die eigenartigen Eindruck zu verleihen. Auch ist in Berlin gar keine

Nordfront der vorhandenen Westfront analog zu behandeln hätte,

daß die Fassade niemals mit der Riesenfassade des Schlosses Staserne mehr frei.

konfurriren kann, also nur im Gegensaß zu seiner Architettur mit Berlin freilich hat damit einen schweren Verlust erlitten. Auch den späten Formen der nach 1600 entstandenen Teile der Marstalhatte Graf Schack seine guten Gründe, als er, nachdem er es übrigens fassade ausgestattet werden muß. Aber – da das so selbstverständlich

erscheint wird man wol nach einem anderen fünstlicheren Gedanken mehrfach drohweise bereits angesagt, durch leftwillige Verfügung die

suchen, und das Natürliche vermeiden. Gallerie nicht den bairischen Staate oder der Stadt München vermachte. Besonders die kunstfeindlichen Umtriebe gewisser bairischer

Zur Feier des Regirungsjubiläums des Kaisers Franz Josef Parteien, die sich als „echte Nationalrepräsentanten“ aufspielten, hatten i fol 1898 in Wien ein ,"Volis palast“ geschaffen werden, der dem ihn erbittert. Diesen haben ja unsere Konservativen hilfreich in die Proletariat Bildung und Kunstgenuß verschaffen soll! Bravo! Hände gearbeitet, als sie in Preußen die Gelder für Museumsncu

Leider sind die einungen bisher hauptsächlich zwischen einem bauten ablehnten, so daß bei Annahme des Legats allerdings eine

Grillparzertheater (mit klassischen Stüden natürlich) und einem

Museum für moderne Kunst geteilt. Ob ein flassisch angehauchtes tötliche Verlegenheit entstanden wäre, wo es unterbringen?

Theater den „Broletariat Kunstgenuß" verschafft, will ich nicht Für Berlin hätte die Gewinnung dieses Schaßes die Bedeutung beurteilen; das ist nicht mein Ressort. Daß aber ein Museum nach gehabt, daß er mit der Nationalgallerie vereint, diese plößlich zum

demselben Stil wie unsere sonstigen Museen eingerichtet, dem

„Proletariat“ keinen Genuß bereiten kann, das wvage ich zu bers Hauptplatz für neuere deutsche Słunst gemacht hätte. Graf Schack, der

sidern. Wer das Proletariat an Sonntagen erstaunt und höchst für das neugegründete deutsche Reich begeistert war und als geborener

rerständnislos durch die Museen eilen sieht, von deren Wänden Norddeutscher dem mächtigen Emporblühen Berlins nicht mit dem unerklärliche und unerklärte Gegenstände auf sie herabstarren, der Haß des echten Müncheners, sondern mit înteresse und Teilnahme

wird mir beipflichten. Beide Ideen ähneln wol jenen praktischen gegenüberstand, mag mit Absicht seine Sammlung zur Stärkung der

Weihnachtsgeschenfen, die sorgsame Hausväter zu Weihnachten für

ihre Angehörigen jo auswählen, daß sie vor allem dem pater norddeutschen Kunst unserem Kaiser vermacht haben.

familias nötig, nüßlich und angenehm sind. Man sorge für schöne Säle, gute Vorträge, ein paar gute Volksstüde und Lustspiele, Lektüre und

Interhaltung, das wird dem „Proletariat“ zunächst das liebste sein, Der Kultusminister soll auf die Betition des Vereins „Herold“

namientlich, wenn für das leibliche Wol dabei auch billig gesorgt werden zugesagt haben, daß die königlichen Museen in Berlin an den

kann. In den Vorträgen fönnten ja aud) allgemeinverständliche Ges Festtagen ausgiebiger dem Publifun geöffnet werden. Mit der verlängerten Besuchszeit an Sonntagen sind ja hinsichtlich der Besuchss

biete der bildenden Seunst unter Vorführung guter und sichtbarer Abfrequenz die besten Erfahrungen gemacht.' . Zu bedauern sind allers : die lotale Kunst durch Bilderanfäufe unter dem Vorwand, „das

bildungen behandelt werden Das würde miehr fördern, als wenn dings die Beamten, denen dadurch der Feiertag zum Teil entzogen wird. Doch werden diese sich damit trösien müssen, daß sie in Er

Proletariat“ zu bilden, unterstüßt wird. füllung ihrer Dienstpflicht dulden.

.

| Ein Wunsch bliebe noch zu erfüllen. Wann wird durch Erklärungen und Vorträge der huseumsbeamten die Sammlung für das Publikum wirklich nukbringend gemacht werden? Die Versuche,

Wegen Nauumangels muß die musikalische Chronik und die hierin im Gewerbé-Museum durch den Direktor Prof. Lessing und

die Litteraturtafel ausfallen. PEL,

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Nnzeigen. 0000000000000000000

Verlag von W. Spemann

in Berlin

Verlag der 3. G. Gotta'schen Buchhandlung Nachfolger

in Stuttgart Soeben erschienen:

Adhim von Arnim

Königliche Museen zu Berlin

Die Gipsabgüsse antiker Bildwerke

in historischer Folge erklärt.

Bausteine zur Geschichte der griechisch - römischen Plastik

und die ihm nahe standen.

Herausgegeben von
Reinh. Steig und Herman Grimm.

Erster Band:
Adjim von Arnim und Clemens Brentano.
Bearbeitet von Reinhold Steig.

Mit zwei Porträts.
Preis geheftet 7 Mark. In l'einwand gebunden 9 Mark.

Geheimrat Prof. Dr. Herman Grimm hat jich mit Dr.
Reinhold

Steig zur Herausgabe einer litterarischen IInternehmung
größeren Maßstabe: verbunden. Auf Grund wertvollen, neu ers
ichlossenen Materials, insbesondere zahlreicher noch ungedrudter
Briefe Arnims, soll ein dreibändiges Werk geschaffen werden, nadi
dessen Vollendung das Leben des Dichters von Anfang bis zum
Ende klar zu überschauen sein wird.
Zu beziehen durch die meisten Buchhandlungen.

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Carl Friederichs.

Neu bearbeitet

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Paul Wolters.
X und 850 Seiten. 8°.
M. 12.-, gebunden M. 18.-.

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