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gegen sie an, fraftstroßende, jehnige, wilde Gesellen, Berge auftauchen, während Prometheus mit der Fackel blißartig alš Brustwehre aufeinandertürmend, doch der Lichtgestalten herabfährt; die Opferszene zeigt die Fernsicht über eine leichtbefiederte Pfeile strecken sie nieder, und jenseits der weite Landstrecke vom hohen Standpunkt aus, sodaß fich Stürme erhebt sich der Götter sonniges Reich. Žm Dunfel der Beschalter unwillkürlich mit dem oben in den Wolfen schmachten die Menschen unten auf Erden, da erhellt ein tronenden Jupiter identifizirt. Ju feinster Weise sind Stral ihr nächtliches Dasein: Prometheus bringt die Landschaft und Beleuchtung als Stimmungselemente verleuchtende Fackel zu ihnen herab; und jauchzend beginnt wertet, indem zuweilen dem Figürlichen nur ein geringer lustiges Treiben; im Lorberhain schlingen herrliche Frauen Raum des Blattes zugewiesen ist; anderes wieder, wie der und Männer den Reigen. Den fühnen Erlöser aber trifft Reigentanz und der Todeswink, wirfen vor allem durch der Gottheit Rache. Hermes und der Adler des Zeits die groß gezeichneten Gestalten selbst. Schon in diesen tragen ihn über das Meer zur Marterstätte, der Lorber- äußeren Gegenfäßen, im Maßstab und im Schauplaß, offenfranz entsinkt des Machtlosen Haupt, und ruhig, des bart sich ein geniales Einleben in das Thema und seine Sieges froh, tront Zeus in seinen lichten Höhen, während bildliche Ausdrucksfähigkeit. ihn auf Erden Altäre dampfen imd stumpfe Ergebung Ilnd die letztere ist hier auch fünstlerisch stellenweis das Opfer bereitet: „Auf weichem Boden, schicksallos, zur höchsten, vollendetsten Form gelangt. Das gilt vor wie der schlafende Säugling, atmen die Himmlischen. allem von dem Blatte mit dem Todesritter. Er selbst und Aus dem irdischen Elend aber, das gleich den Wellen die die Frauengestalt neben ihm stehen in Klingers Oeuvre“ Menschen verschlingt, steigt leuchtenden Blickes emporge bisher unübertroffen da, mur die schönsten Radirungen want ein herrliches Weib empor. Ist es der Götter ver aus den Todesfantasien, „Versuchung“ und „Zeit und förpertes Wesen, deren „felige Augen in stiller, ewiger Ruhm“ sind ihnen vergleichbar. Iul eigenartiger Weise Klarheit bliden“, oder ist es die gottgesandte Trösterin wird man vor diesem Blatt an Dürers Kunst erinnert. der Menschen, die aufwärtsschaltende Hoffnung? Dessen „Melancolia“ ist diese finnende Frau an herber Auch dem Segenspender Prometheus ftand sie zur Seite, Schönheit und gedankenvollem Ausdruck stammverwant, nicht ewige Strafe erheischt sein hehres Verbrechen. In und wie dort, so versagt auch hier die rein verstandeseinem Geistesverwanten ist ihm ein Retter erstanden: Her- mäßige Deutung. Auch das letzte Vollblatt ist in diesem fules hat ihn erlöst, in neuem Glanze, von überirdischem Zusammenhang zit niennen. Dem Dichter wie dem Stral erhellt, liegt das Erdendasein vor ihm, und tiefer- Bildner Klinger gereicht es zu gleichem Nihm. Es war schüttert birgt der Befreite, dem Lied der Ofeaniden ein herrlicher Gedanke, in dem befreiten Heroen zunächst lauschend, das Haupt in den Händen. –

den irdischen Menschen zu schildern, der vom Gefühl Hölderlins Sang endet in den dumpfen Tönen ewigen übermannt schluchzend sein Haupt in die Hände birgt, Verzichtes:

und die fünstlerische Gestaltung deckt sich an Größe mit „Es schwinden, es fallen

diesem Inhalt völlig: lleberhaiipt entsprechen sich Wollen Die leidenden Menschen

und Nönnen in diesen Radirungen ziim , Schicksalslied" Vlindlings von einer

weit unmittelbarer, als bei den übrigen Bildern, und Stunde zur andern,

einzelne Härten, wie die lederartige Behandlung des Wie Wasser von Klippe

Fleisches bei den fämpfenden Titanen, einzelne seltsame zu silippe geworfen,

Verzeichnungen, und die gar zu sfizzenhafte Schildering Jahrlang ins lingewisse hinab.“

der tronenden Götter, treten im Gejamteindruck zurücť. Klinger hat diesen Schluß verändert. Hier giebt er Am wenigsten fönnen auch hier die völlig realen Figuren Bilder, an welche das beschreibende Wort nicht mehr her befriedigen. Es ist, als ob Klinger sich nur mit Ananreicht

, Gestaltungen, die zum Schönsten zählen, was strengung auf dem Boden der unmittelbaren Gegenwart Künstler - Fantasie zu fdjaffen vermag. Auf blumiger zu bewegen vermag. Seine Gestalten empfangen da stets Au sißt ein hehres Weib, ernst blickt sie ins Weite, neben etwas Steifes, Fremdartiges, als laste die Erdenschwere, ihr aber erscheint auf dürrem Klepper ein Rittersmann welche er jo tief empfindet, hier auch auf seiner Hand, in eiserner Küstung und erhebt wie traumbefangen die und ließe deren Schöpfung nicht voll ausreifen. Und stahlumschlossene Rechte. Kaum erkennt man unter dem etwas von dieser müden, ichwerblütigen Art geht auch Visir den fleischlosen Schädel. Der Tod ist es, der mit in seine Traumgebilde über. Das crfennt man am (tumnen Wink die Träumende abruft. llnd auf der schärfsten bei einem Vergleich mit den wenigen, die unter Randleiste daneben erhebt sich eine tief verschleierte Frauen- den Meistern unserer Tage um das gleiche hehre Gebiet gestalt, groß und hehr, mit fragendem Blick, des irdischen der Fantasiekunst ringen. Neben den "Gemälden Bödlins Daseins Rätselbild. Schwer und dumpf lastet das Schick- erblassen die Werke Klingers. Den naiven Märchensal auf den Menschenfindern, in alltäglichen Mühen die ton vermag

ton vermag er nicht, wie dieser, zu treffen, auch Erde bestellend, folgen sie des Weltenidaseins ewigem Ge die vol kräftige Sinnlichkeit des großen baseler seß, das der Götter leichte Hand spielend aus dem Gleich Farbenpoeten ift seiner Kunst versagt. Dariti gewicht reißt.

packen seine Radirungen auch nicht To unmittelHundertfach ist dieser Mithus dargestellt worden, in bar, wie etwa diejenigen eines Rops, oder selbst die ArWorten, in Tönen, in Bildern; Klingers Auffassung aber beiten Franz Studs. Strankhafte Melancholie und Gedankentbleibt völlig individuell, seine ureigene Schöpfung, selbst schwere hindern seinen Genius noch immer an seinem da, wo er sich scheinbar traditioneller Formen bedient freiesten Flug. Doch in diesem Mangel liegt auch ein Man sehe seinen Hermes, der den Prometheus von dannen Teil seiner Eigenart und Größe: Klinger ist unter allen trägt! Das ist nicht der leichtfüßige schlanke Götterbote seinen Geistesverwanten vielleicht der deutscheste Künstler, der Hellenen. Langsam fliegt er dahin, als empfände er weil er der subjektivste und zugleich der gedankenreichste inneres Widerstreben gegen den Auftrag, im Joch eines ist. Seiner fräitmenden, ringenden Seele erscheinen die unliebsamen Dienstes." iind wie föstlich sind die Licht- Himmlischen meist nicht in der plastischen Klarheit des gestalten im Gegensaß zu den Titanen geschildert, zárt hellenischen Epos, sondern im schwankenden, zitterndent und spielend, und dennoch des Sieges gemiß. Bei der Licht der nordischen Romantif, und nicht mit hellem Auge Erzählung des Fackelraubes giebt Klinger in einem virtu- schaut er zu ihnen empor, sondern mit wehmütig - verosen Schabkunstblatt ein Nachtstück, aus dem die Körperschleiertem Blick. Kein deutscher Dichter in der Tat steht der noch im Dunkel harrenden Menschen nur verschwommen ihm näher als Hölderlin; wie bei diesem, jo bebt auch in

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Klingers Werfen ein tiefes Menschenleid und fäinpft mit Wie kommt denn das?" der positiven, schöpferischen Seite friner Natur eiuen er Da erzählte sie mir denn, fie sei im Bade – in greifenden Kampf. Noch immer ist dessen Ausgang 11- Ostende gewesen. Die Dienstboten alle für diese Zeit gewiß, Hölderlins Schickjalslied aber hat diesem Kampfe beurlaubt. Nun habe sie plïßlich in Verlin etwas zu tun felbst den hehrsten fünstlerischen Ausdruck gegeben, und befommen, und habe hierhereilen müssen. Ganz allein. auch dies muß als ein Höhepunft in filingers Entwickel Sie esse sogar außer dem Hause – natürlich. ung gelten. Möge er zugleich zit einen Wendepunkt Sofort beeilte ich mich ihr meine Gesellschaft anzutragen: werden! Hölderlins Schickjalslied hat einen frankhaften Es ist doch für eine einzelne Dame immer unKlang, sein Sänger ist im Wahnsinn geendet. Die deutiche angenehm im Restaurant zu essen!" Natur aber in der hehrsten Vereinigung aller ihrer Sträfte „Ja, das ist richtig. Die Herren jchen einen immer vermag denselben zu überwinden: dem schwermütig ent- jo frech an!" sagenden Sang Hyperions tönt der Siegesruf der von Nicht alle!" aden bangen Zweifeln befreiten Schöpferfraft entgegen:

Wicjo?"

,,Haßliche Damen nicht!"
„Nur allein der Mensch
)

Sie drohte mir mit dem Finger und da ich dod) vermag das Ilnmögliche!“

nun auch schon über 11, Flaschen Šeft intus hatte, verMar Mlinger wäre berufen, auf Grund dieser Selbst- ' suchte ich ihre Hand zu füffen. Sie gab mir einen Klaps überwinding zu den lichtesten Höhen der Stunt emporzil ind wurde ganz ernst. steigen, wo die Plage des Schicjalsliedes im Schaffen selbst Da erschien der Kellner mit der Frage: harmonisch verhalt ist.

„Befehlen die Herrschaften Staffee?"
Das versteht sich!"
,,Café double doch?"
„Natürlich!"
,,Sehr wol! Ilnd einen Liqueur?"
,,Irgend was zur Auswahl'.

Wie ich ihre Hand hatte füssen wollen, bemerfte ich, daß sie feinen Trauring trug, weder rechts noch links,

überhaupt keine Ringe. Voßitraße so.

(Gnädige Frau, Sie tragen ja feinen Trauring?" Bon

Sie fing an zu lachen ... Jáfragte:

,, Sind Sie etwa gar nicht verheiratet?" Gcorg Freiljerr von Ompteda.

Sie lachte noch viel mehr, faßte sich aber dan!!

und meinte immer noch fröhlich: (Sdlus.)

,,Ich liebe feine Ringe. Sie sehen, ich trage übers Sie war ganz still geworden. Su crgeben in ihr haupt keine ...Schicksal saß sie da, die jüße, kleine Frait. Ilnd ich mui; , Aber verheiratet ind Sie doch?" gestehen, ihr Schicksal war garnicht übel, dem Horns Ta zögerte sie, hörte auf 311 lachen und sagte:

kleines Souper“ war wirklich großartig. Zuerst wollte ,,Ich bin Witwe!" sie garnicht recht cijen. Aber es machte sich allmählich. Gott sei Dank – mir jant es wie Zentnerlast von Sie meinte zwar bei jedem Bissen:

der Seele. Das war es ja gerade, was ich suchte. Eine „Ist es nicht eigentlich schlimm von mir?"

junge Witwe - Nun mußte id) auch alles erfahrei; Oder: „Was müssen Sie denken?"

ich fiel alio gleid) mit der Tür ins Saits: Da ich ihr aber erklärte „ich fände garnichts dabei“, „Gnädige Frau, eine Bitte: Ihre Karte.“ so verlor fie allmählich alle Scheit und ließ sich das Souper ich habe keine bei mir.“ recht gut schmecken. Sie trank sogar noch zwei Schalen Sie müssen sein: entweder Frau von Hildebrandt, Seft. Dann aber wollte sie nicht mehr.

Frau Nöhner oder Frau von Harries!" Wir waren allmählich derartig guter Laune geworden, Nun lachte sie aber so, daß sogar der eingetretene daß wir die Wette längst vergesjen hatten, und als wir Horn, der sonst nie eine Miene verzielt, lächeln mußte. ,,homard à l'américaine". aßen, bestellte id) eine zweite

Warum denn?“ Flasche. Der Hummer war stark gepfeffert und sie hatte „Weil in Ihrem Vause niemand anders wohnt!" ahnungslos eine ganze Menge des roten Paprika gegessen, Eben wollte sie schon beginnen: „Ich heiße“ dent ie auf dem roten Tier nicht als Pfeffer erfannt als der immer disfree porn ein Brett mit verschiedenen hatte. Nun brannte ihr der Mund:

Schnäpsen zwischen uns schob: Gnädige Frau, es giebt nur eine Rettung. Schnell Die Herrschaften befehlen?" trinken.“

Wir wählten Chartreuse und zwar felbstverständlich Sie schüttete ein volles Glas Sekt hinab. Aber das grünen. Er geht mehr ins Blut. Horn verschwand. war noch nicht genug, ein zweites folgte. Nun hatte sie Nachdem wir jeder ein Glas Schnaps geleert, jagte keine Sorgen mehr wegen der linschicklichfeit imnseres sie lachend: „lInter vier Augen“. Ja sie lachte jogar und amüjirte sich Raten Sie mal!" darüber:

Ich wußte eš. Hildebrandt stand ja als wirflicher Wenn man hier uns sehen fönnte, das wäre doch Geheimrat, Nöhner als Direktor im Adressbuch! Also: amüsant!"

Frau von Harries!" Also Sie sind mir nicht böse gnädige Frau?“

Noch einmal zögerte sie, lachte unbändig und sagte dann: Im Gegenteil. Ich langweilte mich ji so. Ich ,Seraten!" bin nämlich ganz allein zu Haus!"

Natürlich trank ich noch einen Schnaps auf ihr Wol Ich machte ein erstauntes Gesicht:

und du fannst dir denken, daß fie „mitfam." llud nun So?"

lachte sie plötzlich über alles: Daß der Rellier Horn Ja, nicht einmal der Diener ist da, oder die hieße, daß id) einen Kaffeefleck auf dem Hemid hälle, daß Möchin. Kein Mensch.“

die Champagnergläser "wie vom Winde

Winde ingeklappte

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Regenschirme cusjähen und ich weiß nicht was alles. Der lid) wieder ganz muter geworden ... hatic das elektrijde Chartreuse fdmedte ihr so gut, daß sie iwd) zwei Gläschen | Lid)t aufflammen lassen und zeigte mir den Salon: trant. Jch immer coppelt mit. Schließlich wurde Frau Es ist alles noch wegen der Reise so ..." erklärte von Harries so ausgelassen, daß mir wirklich Angst und sie die llnordnung. Bange ward. Sie stellte den Kellner ein Bein, sodaß er Ich wollte mich empfehlen, aber sie wurde nun mit einem Brett voli Gläjer, die er abgeräumt, strauchelte wieder in ausgelassen und : : . gefährlich, daß es meine und hinschling, dann madite fic auf dem Tischtuch fleine Pflicht war zu bleiben. Sie steckte nämlich alle Lichter Salz- und Pfefferhäufchen, schließlich unterhielt sie sich damit, ani, nahn eulis aus dem Leuciter und ging mir auf meine Manschetten auter Monde mit Gesichtern eigentlid) schwebte sie wol . . immer rechts und links . . darin 311 maleni. llebrigens waren es ziemlich traurige ich jah auch vielleicht nur alles so ... ich . . . hör mal, Monde, denn zeichnicu fonnte sie absolut nicht, umd machie offen gestanden, id) war wie eine Strandkanone! Also sie die Augen immer daneben:

ging ins Eßzimmer . . . fast wären dabei die Vorhänge ,,Ich fche jo fomisch!" crklärte sie das.

angebrannt ... sie fam ganz nah ran ... Aus dem Dann wollte sie durchaus tanzen. Horn scpte fich Buffet holte sie eine Flaidie Benediftiner oder .. sofort an das Pianino in unserem Zimmer und spielte: (Silfa . . 11a, irgend ein Schnaps. llnd nun gings los, Auf der Vogelwiese, hab ich sie gefragt,

sage ich dir. Donnerwetter, war das ne schwere Sijung.. Du sie sich füisen licbe, ja hat sie gesagt.

Aber mit wurde es nett: Horn lan eben alles. Wir tanzten um den Tisch „Wir wollen uns mal amüsiren . . ." sagte sie ... herum und da he über den Teppich stolperte, mußte id) sie und nahm das Licht . . . . kauerte sich auf dem großen fester an mich frücken.

Smirna im Salon hin und tropfte mit dem Stearin der Ach die jüße kleine Frau!

Sterze immerfort Monde . . . auf den Teppich. Ihre Sie wurde immer ausgelassener, lachte und amüsirte traurigen Monde mit den Augen außerhalb . . . wahr. sich wirklich föstlich. Aber plößlich wünschte sie, ich icheinlich Mondtrabanten. Natürlich half ich ihr . jolle Klavier spielen - jie möchte doch auch mal mit dem Dam gingen wir an den Flügel. Ich spielte auf den anderen Herrn tanzen -- der andere Herr war nämlich) . Tajien .. fie auf den Saiten. immer mit cinein Horn.

Falzbeint und einem Thermometer Cic ineinte: Das war mir natürlich doch ein wenig unangenehm, „Zimbal möcht ich lernen . . aber der disfrete Horn verschwand sofort. Er ist eben Da zerbrach das Thermometer. llnd wir follerten der beste cabinet particulier - Nellner in Berlin. Nun am Boden herum, um das Liedsilber einzufangen. dachte ich aber doch über die Geschichte ein bischen riach, Dann fletterie sie auf einen sülteuil, um sich in dem obwol ich ganz tüdhtig idyon „geladen“ hatte, und ich er- großen venetianischen Spiegel 311 begucken, und da wir fannte: die kleine Frau hat einfach einen ekligen fanden, daß die einzelnen Platten des Spicgels wie Schwips.

Alusterschalen ausjähen, brachen wir natürlich ein paar Ich beschloß immer imjerer gesellschaftlichen Stellung ab. Aber sie waren ingenießbar, jo daß wir sie wegzu einander eingedenf — augenblicflid) 311 gehen.

werfen mußten. In der Ecke stand eine Büste. Ganz Aus Zartgefühl zahlte ich draußen im Korridor, im gemeiner (51ps übrigens. Ich fragte: sie nicht darali zu erinnern, daß ich ihr nun doch ein „Wer ist das?" Souper angeboten. Sie erzeigte sich dafür dankbar, denn Sic quiefte vor Vergnügen: als ich meinen (over coat anziehen wollte, bemerfte ich, ,,Das ist ja der sclige Harries!" daß sie mir in meiner Abwesenheit jämtliche sinöpfe ab ,,Der hat ja feinen Schnurrbart?“ meinte ich is geschnitten hatte. Böse fonnte ich unmöglich seint, denn willkürlich). Sie kam auf einen genialen (Gedanken: ihr Gelächter war zit reizend.

„Machen wir ihm einen!" Nur in der Droschke störte es ein wenig, als wir Sufort holle sie Tinte vom Schreibtisch und malte nämlich am Café Bauer vorbeiroslten, schrie uns ein Herr, ihm einen mäd)tigen Sdinanzbart, der so auslief, daß der eben mit einem Schumann über seine voraussichtliche der selige barries bald wie ein Neger altsjah. Aber ich Arretur wegen ruhestörenden Lärmes imterhandelte, fröh. ließ mich nicht lmpen und fragte: lich itach:

,,Naichte er denn?" Viel Vergnügen!"

Sie schien zweifelhaft, erwiderte aber: Ich lüftete dankend den Hut. Du feinst ja meine „Er nu rauchen!" ausgesprochene Veranlagung für gesellschaftliche (Hebräuche. Ilud da er in die Lippen nicht aufmachen wollte, Die kleine Frau wurde übrigens immer ruhiger und als idilug sie ihrem seligen (Semal mit einer Pfenzange die wir Voßstraße 86 vorfuhren, war sie eingenidt. Til Zähne ein und ich steďte ihm eine Manuel Garcia in fammst dir denken, daß die Situation nicht gerade angenehm den Schlund .. für mich war. Endlid jtanden wir vor dem Haus und Aber dam wurde sie müde und plößlich fing fie an ich schloß auf, da sie immer den Schlüssel verfehrt hereiii- 31 stöhnen, fiel und schnappte nach Luft. stecken wollte.

Du kannst dich in meine Lage versetzen. Lecker Nun verabschiedete ich mich selbstverständlich, aber sie war das nicht. Aber ich beschloß "alle konventionellen jeßte sich augenbliclich auf die Treppenstufen und klagte: Bedenken bei Seite zu lassen und in Betätigung reinen

„Ach ich bin jo müde ... Gottchen, Gottchen bin Menschentums ineine Pflicht zi1 erfüllen. ich müde Nun kam für niich ein furchtbarer Nampf Ich hob sie auf und trug sie auf ihr Bett. Sie war zwischen meinem gejellschaftlichen Žartgefühl und der mir ofienbar besinnungslos, und da sie nach Atem rang, mußte angeborenen Ritterlichkeit. ich brauche dir wol nidit 311 ich auch ein leßtes wagen und ihr Luft schajfen ... llebjagen, daß die Ritterlichfeit siegte. Ueberlege diis mal rigens bemerkte ich dabei, daß ihr Neid zu weit war und jelbst: kein Mensch 311 Haus, fein Mädchen sie zu pflegen. sie sich durch Vorspiegelung falscher Tatsachen geholfen. Ich Ilnd auf der Treppe durfte sie doch nidit sitzen bleiben.

Ich kannte meine gesellschaftliche Pflichi. Sofort Nunt hieß es also: raus! Mir war selbst - im bot ich ihr den Arm und schleppte sie' hinauf. 1. Etage. Vertrauen – umwol geworden, und gejellschaftliche VerDonnerwetter die Einrichtung! Leider waren die Möbel bindlichkeiten haben auch ihre Grenze alle verhängt... Ja so ... die kleine Frait war näm Viein Freund (Sal schwieg. Ich fragte:

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Dedte fie 3u1.

Das ist ganz nett. Was hat das aber mit der legenheit bekommen, darüber nachzudenken, daß dic Schnsucht des Verlobung deines Vetters zu tun?

alten, lahmen, tauben und furchtsamen Nachtwächterschneiders nach Der Angstidweiß stand ihm auf der Stirne, ind dem gelobten Amerika, das es besser hat als unser Kontinent, doch graues Entseßen sprach bei seiner Antwort aus seinen nicht recht wahrscheinlich wirkt; daß dies Hörnerspiel des jungen Blicken:

Weibes mit dem armen Sammermann schließlich gar nicht so verDie Braut meines Vetters ist eben Frau von gnüglich ist; daß die Verse hinfen und die Feime stolpern, Harries, Voßstraße 86.

Die „lustigen Personen“ dieses Spicles sind, wie es im Stil Der arme Merl !

des Fastnachtsstüces liegt und wie es auch niemand anders ver-- Was soll ich tun?

langen wird, in derben Ilmrisjen gezeichnete Typen. Polzin, der Schweigen!

glüdliche Gatte, Schneidermeister und Nachtwächter, ist der prädes Hast du schon gegessen?

stinirte Cocu; er gleicht, des nachtwächterlichen Würdepelzes cutNein!

kleidet, so frappant den biederen Meister Böf aus „Mar und Moritz“, Romust dit iuit?

daß man ihm ein heißes Bügeleisen auf den falten Leib gebradht Wohin?

wünschte; und das Weibchen samt ihren Galanen, dem alten Schmüď Royal?

und dem jungen Tornier, wirken, als wären sie aus einem verJa!

schollenen Schwankgedicht des seligen Langbein auf die Bretter vers An der Treppe im Grand Restaurant Royal fam uns seßt. Vor allen gilt dies von dem strammen Landjunfer mit ichon Horn entgegen:

Stulpenstiefeln und Reitpeitsche, der Derbe Liebelust verheißt und Ich habe die Violiz gefunden. Die Dame hatte von dem schmunzelnden Gastwirt, Herrn Sdmüd, dem graucn recht: 3/4 Jahr.

Sünder, der statt der Jugend klingenden Lohn als Mitgift bringt, Aber mein Freund Gall, der durch die Slastür in und der auch für den armen Polzin das verhängnisvolle ”illet zur das Restaurant gesehen, machte entjekt:

Ueberfahrt nach Amerika Zwischended besorgt. Diesen LeutPst... da sitzt ja unein Vetter Zostenl ... chen und ihrem strupellosen Spiel mit dem Feuer würde man nun Der Kellner verbeugie sich:

zwar ein Weilchen ganz belustigt sehen; einen ganzen Abend aber Sehr wol, mit Frau Braut und Herrn Vater. uns zu interessiren vermögen sie, obwol sie Halbe , Menschen“ nennt,

Gall spähte, freidebleich geworden, noch einmal durch ebensowenig wie es der ganze Vorwurf kann. die Sdjeibe. Langsam jagte er:

Das Stück besteht nur aus einer Aneinanderreihung komischer Aber das ist sie doch gar nicht ...

Situationsbilder, derber Holzschnitte, im förnigen Geschmack der Dh bitte doch!

Fazetienlitteratur des 16. Jahrhunderts. Das beste Bild ist gleid Aber nein, denn ..

im ersten Akt. Der Junfer läßt sich vom Polzin die geplaßte Horit erriet:

Rückennaht zunähen und schäfert so, während er mit der breiten Die schwarze Dame neulich war die weggeschickte Hinterfront als eigene spanische Wand dem genarrten Ehemann die Gesellschafterin der Frau von Sarrieš!

Aussicht nimint, mit Frau Julchen liebeswarm. Wir fuhren herum zugleid):

Aber die Bilder steigern sich nicht, und es fommt feine rechte Woher wissen Sie denn das?

Stimmung mehr; weder im zweiten Akt, wo Polzin sich beim Horn lächelte:

Pađen zur Reise nach Umerika, als Ilnschuldslamm im Armen Sie verfehrt öfters bei uns!

sünderhemdchen präsentirt und schließlich, als er sich gar nicht zum Abschied entschließen kann, freundlich aber nachdrücklich von den schlimmen Brüdern und der teuern Gattin abgeschoben wird, noch im dritten Akte, wo Julchen vor ihren beiden Bewerbern Profete rechts, Profete links keine Ruhe mehr hat bei Tag und Nacht.

Völlig aber ging in Lärmgewoge des fandallustigen Publis fums der „moralische“ Schluß zu grunde. Julchen nimmt ihren, nach cinent allerdings merkvürdigen Ufas, als Strüppcll von der

lleberfahrt ausgeschlossenen Eheherrn, der mit dem für das verkaufte Litterarische Chronit.

Villet erhaltenen Vapen froh zurückkehrt, reumütig wieder auf. Ein

bequemer Mann ist leichter zu ertragen, als zwei unbequeme LiebDer Amerikafahrer“. Scherzspiel in drei aften von

haber. Mar Halbe. Neues Theater, 3. Februar.

Halbe ist diesmals nicht glüdlid gewesen und das undankbare Halbes Scherzspiel von der durchtriebenen Frau, dem alten Ehe

Publikum, das in ihm eben noch den erklärten Liebling salı, hat ein früppel und den beiden Amanten hat ein schlimmes Ende genommen. ihm grauj im genug gegeben. Der Dichter wird flug genug sein, Das Publikum erwartete das neue „Wert“ des Dichters der „Jugend“

dies nicht allzu tragisch zu nehmen und im Einklang mit seinen und fand nur einen Fastnachtssdiwank, ciuen Gelegenheitsscherz; es Freunden, den „Amerikafahrer" für einen Sclegenheitsidierz zu glaubte, moderne Gegenwart zu sehen und Halbe knüpfte in Stil, Cha

halten, für cin Intermezzo auf dem Weg zu den reifen Früchten der rakteristik und Form an das 16. Jahrhundert an; es crhořte schließ

„Jugend".

Felir Poppenberg lid) etwas Kurzweil und landete im dritten Aft beim Gegenteil. Daß sich das Bublifum in dieser Hans Sachseschen Welt und diesem Hans Sadiseschen Stil mit den groben, aber kräftigen Konturen, die Im Schauspielhaus wurde am Sonnabend „Verbotene Früchte“, ganz echt getroffen sind, nicht zureditfand, ist seine Schuld und es wäre Lustspiel in drei Aufzügen, nach cinem Zwischenspiel des Cervantes, schade, wenn durch solch Inverständnis ein Dichter verhindert von Emil Gött aufgeführt. Cervantes hat Menschen von Fleisch würde, der echt deutschen Gattung des Fastnachtsspieles neues Leben und Blut geschaffen: Herr Gött aber suchte ihn da, wo er ihn sich einzuhauchen. Doch auch Salbe ist mitschuldig am Stranden seines ähnlich fand. Lustig hujchten uralte Typen über die Bühnen des „Amerifafahrers". So lustig un boccazisch dies Märlein von dem föniglichen Hauses. verschlagenen hübschen Weibchen, das den Mann und die beiden nach Die Frau cines Landedelmanns benußt die Abwesenheit des fremden Früchten lüsternen Verehrer an der Nase herumführt, auch Herrn Genials, um sich in Gemeinschaft mit ihrer Zofe mit Galans ersonnen ist, auf drei, noch dazu gedehnte Afte vermag seine zu amüsiren. Die alte Supplerin hat alles trefflich

) eingefädelt. Wirkung nicht auszureichen.

Von der lustigen Person, in Gestalt cines fahrenden Schülers, So etwas muß flott in einem Atem herunter gehn; man darf werden sodann Miles Gloriosus und Junker, die beiden Galans, aus dem Lachen nicht heraus kommen und gar nicht Zeit und Gc= in ihrer ganzen Erbärmlichfeit entlarvt. Der Scholast führt

*

„schlagenden“ Beweis. Der Herr Genial, „der Eifersüchtige“, aber Platz frei für Leute aus dem Volfe, denen fein Streit über ncuen fommt unversehens herein, der lustigen Person fält nun das Mitt und alten Stil die Unbefangenheit des Urteils geraubt hat. leramt zu, nachdem sie vorher, frei nach Andersen, die schnell ver Auch im Deutschen Volkstheater fand sich anfangs ein noch stedten Lecerbissen wieder hervorgezaubert hatte. Frau Conrad theaterunkundiges und naives Publikum ein. Aber gar bald wurde beschämte den Verfasser: gab dem fahrenden Schüler Herz von les frische Reis an alten Stamme der wienerischen Kunstbeihrem Herzen und Lachen von ihrem Lachen. Sie verschaffte dem geisterung durch Säfte aus der pariser Hexenküche vergiftet. Und Stück die „verbotene Frucht“ Erfolg. Dem Publikum schien freilich die frankhaite Kunst eines frankhaften Deutschen übte gleichfalls dies „Rayout seizième siècle zu munden. Der immer ihre entnervende Wirkung. Heute sißt im Deutschen Volkstheater hin seltene Gang hätte nur individueller angerichtet sein müssen. nicht mehr ein naives, sondern ein in seinem Geschmac verdorbenes

,,Die Minnefönigin“, Komödie in einem Auszug von Hanns und den roheften Effekten zugängliches Publikum. von Gumppenberg wurde als hors d'oeuvre vorher servirt. Die Müller-Guttenbrunn wird hoffentlich seine Aufgabe als Erzieher Requisiten des Stüdes sind eine Gräfin, Königin eines Minnchofes, des Volkes besser erfassen, zumal uns der gestrige Abend bewiesen ihr Ritter und eine spanische Wand. Um ihre Liebe zu prüfen, hat, daß es auch noch gesunde deutsche Dichter gibt. Denn, bei entstellt er sich durch Bettlerkleidung, um sein Herz und seinen aller Bühnenkenntnis, die Sudermanns „Heimat“ verrät; bei allem Charakter zu erkunden, tut sie desgleichen. Aber den Mut, ihr Reichtum an Effekten, die auf den Zuschauer einstürmen, ist das blondes waar abzuschneiden, hat er nicht. Darum Versöhnung und Werf doch frei von jenen, fast möchte ich sagen, höhnischen Angriffen, Liebe. Stüjjen unter Gesangbegleitung des Nebenbuhlers. Zum die ein französischer Dramatifer mit zhnischer Beredinung gegen das Schluß, komischer Einfall der spanischen Wand.

Nervensystem der Theaterbesucher zu führen weiß. Sudermann „Soweit mein Schwachsinn reicht“, lauten einmal die Worte des scheut nicht den ilmweg, der durch unsern Verstand zu unsern Herzen Dichters Hanns von Kumppenberg. Sehr weit hat er diesmal führt; gelangt er doch um so sicherer zum Ziele! Nicht durch leider nicyı gereicht.

stimmungsvolle Rührseligkeit, die uns weinen macht, troß Einspruch Ernst Heilborn. des Verstandes; – durch klare Darlegung der dramatischen Gegenfäße

und durd) folgerichtige Durchführung der aufgestellten Thesen erreicht

er seine Wirkung. Während die glüdlich-rasche Schlußwendung von Am 30. januar hatte das Naimundtheater seinen ersten großen

Sudermanns „Ehre“ noch als eine Rücksicht für diejenigen gelten Erfolg Nach Raimund, Anzengruber, Wilbrandt und einigen Minder

mag, die sich auch durch das schönste Theaterstück das Abendessen wertigen wurde Sudermann mit seiner „Heimat“ ins Treffen geführt.

nicht wollen verderben lassen, schređt der Dichter hier von einer Der Sieg des Dichters ist unbestritten. So starfer Beifall, so zahlreiche tragischen Lösung nicht zurüd: in der richtigen Erkenntnis, daß eine Hervorrufe (man zählte deren vierzig) habe ich bisher in Wien nur bei : friedliche Vereinigung von zwei feindlichen Weltanschauungen unJubiläen oder sonstigen Fcstaufführungen beobachtet. Die Wiener pflegen

möglich sei. Bewundernswert dabei ist die Geradlinigkeit seiner sich nur für einzelne Schauspieler, nicht für Dichter zu begeistern. Das

Zeichnung, die jede unnötige Sturve vermeidet. Welcher französische dramatische Kunstwerk gilt hier häufig nur als ein Mittel zu dem Autor hätte uns (zur scheinbaren Erhöhung des Siontrastes) den Zwede, diesem oder jenem Liebling zu neuem Glanz zu verhelfen.

Anblic des Hotelzimmers erspart, in welchem die Primadonna mit Die Leute gehen ins Theater a. D. Wien weniger, um eine neue

ihren Stoffern und Schachteln, mit dem Gesangslehrer, dem Papagei Operette zu hören, als um Herrn Girardi in einer neuen Rolle zu

und der Magd (zugleich Sklavin und Vertraute, ihr Wesen treibti? sehen. Ilnd, während dieser wiener Komiker seine Herrschaft heute

Im altmodischen Zimmer des väterlichen Hauses spielt sich die gauze noch behauptet, hat seine Gattin (Frau Odilon) der bisherigen Bes

Tragödie ab, und die Geschlossenheit des Raumes fördert wesentlich herrscherin des deutschen Volkstheaters (Adele Sandroc) das Szepter

die Geschloijenheit der Stimmung. aus der Hand gewunden. Das Ehepaar Girardi beherrscht somit

Bei der wiener Erstaufführung äußerte sich diese Stimmung zwei wiener Bühnen. Die übrigen Mitglieder sollen nur einen

in überwältigender Art. Während einzelne Wißworte und geistvou passenden Hintergrund für die Haupterscheinung abgeben. Das

geschlissene Redewendungen in den irsten Barketreihen verständnis, Publikum will es so, und die Vühnenleiter fügen sich dem Brauch.

| volles Lächeln fanden, zündeten die großen tragischen Effekte zuförderst Aber Müller-Guttenbrunn ist eine Siampfnatur; er will keine Sterne | beim Volte mit solcher (Bewalt, dass sich schließlich keiner leiden, die den schlichten Glanz der gesamten Darbietung verdunkeln, !

nun wolwollend oder übelgesinnt gekommen war den Zauber der um ihre eigene Leuchtkraft zu steigern. Ein gerundetes zusammen

Dichtung entziehen konnte. Toulose Spannung bei jeder entscheidenden [pict ist das fünstlerische ziel seiner Bühne. llnd, wenngleich: Szenc, Hörbares Aufatmen nach jeder abschließenden Rede, mächtiges Müller-Guitenbrunn jüngst flagend ausgerufen hat: „Man glaubt

Beifall sgebrau: nach dem Hymnus der Mutterliebe: Stein Zweifel, zu regieren und man wird regiert!“ – so ist er doch weit davon ent- ! die Bolle scele wur erfaßt von der Gewalt eines wahrhaften Dichters! fernt, sich von den Launen eines Weibes regieren 311 lassen. lim

Die sorgfältige, auf einen einheitlichen Grundton gerichtete Îns jede Störung in den angefündigten Heimat-Ausführungen zu ver

szenirung hat das ihrige zu dem Erfolge beigetragen. IInter den Darstellern meiden, hat denn auch die Direktion für cine doppelte Veseßung der

stand naturgemäß Frl. Barsescu, (eine garzons (701) in erster Hauptrollen vorgesorgt. Sollte sich also die Darstellerin der Magda

Reihe. Vergleichende stritiker erklären sie für die beste Magda der von den Primadonnen-Launen ihrer Heldin ansteden lassen, steht

deutschen Bühne. Eleonora Duse hat die Geheimnisse ihrer Kunst Ersat in Bereitschatt.

für Agathe Varsescu nicht umsonst enthüllt. Aber im NaimundDie für wiener Begriffe gewaltige Entfernung des Raimund

theater ist jedenfalls die Tugend schöner, als das Laster. Von den Theaters von der inneren Stadt und der besonders für berliner

Männern gefiel mir am besten Herr Klein, der den Pfarrer zwar Vegriffe unglaublich mangelhafte Wagenverkehr mögen materielle etwas zu jung in der Maste, aber mit ergreifender Schlichtheit in Gefahren für das junge linternchmen bedeuten; dem fünstlerischen

: Ton und Gebärde spielte. Gedeihen der Bühne gereichen sie zum Vorteil Das Raimund

Gerhard Homberg. Theater gilt nicht als „elegant“. Deshalb wird es weniger zahlreich | von litterarischen Modegecken heimgesucht, als die übrigen Schau- ! spielhäuser, wo es in den Logen etwas zu sehen gibt und wo man Gerhart Hauptmanns „Þannele“ hat bei den Freunden selbst sich sehen lassen kann. Dieses neue Theater, hart an der des Théâtre-Libre nicht den Erfolg gehabt, den Antoine und sein Grenze des bisherigen Stadtgebiets gelegen, beherbergt – selbit bei Generalstab, ihren Aeußerungen beim Banket im berliner Friedrichsseinen Erstaufführungen – weniger Scute, die dabei fcin" wollen,

weniger Leute, die „dabei sein“ wollen, / hof nach, erwarteten. Man scheint es sogar dem Dichter, der den als solche, die hören und schauen wollen Wer wahrhaft litterarisches Proben beiwohnte, übel genommen zu haben, daß er vor der AufInteresje hat, der scheut nicht den halbstündigen Weg zur Maria führung Baris verließ. Auch die pariser sèritik, soweit sie sich bishilfer Linie; die litterarischen Gecken aber, welche den fürzeren Weg her hat hören lassen, steht dem Werke verständnislos gegenüber. zum „Etablissement Ronacher“ vorziehen, lassen im Raimundtheater Allerdings haben sich die beiden verständigsten pariser Theaters

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