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1871. S. 8) diese Gefässe, in Verbindung mit anderen Bronzevasen des Nordens, von Neuem besprochen und mit Recht ihre Bedeutung für die Entscheidung der Frage nach der etruskischen Heimath vieler nordischen Bronzen hervorgehoben. Besonders eingehend hat ferner Herr Bertrand (Revue archeologique. 1873. Nouv. Serie. Vol. XXV. p. 361. PI. XII et XIII) darüber gehandelt und die Hauptformen abgebildet Er sieht in ibnen die Erzeugnisse eines hyperboräisch-celtischeo Kunstfleisses, der später durch die Gallier in das circumpadanische Etrurien eingeführt und dort heimisch gemacht sei. Er erwähnt aus Frankreich einen Grabeimer von Monceau-Laurent, commune de Magny-Lambert, und einen wahrscheinlich aucb aus einem Grabe stammenden von Gommeville (Cöte-d'Or), und citirt dann die Funde von Grauholz bei Bern, Eyggenbilsen bei Tongern, die deutschen, österreichischen und norditalischen Funde, unter letzteren schon 5 ältere, vor der Aufdeckung der Gräberfelder von Marzobotto und Bologna gemachte. Seine Ansicht geht dahin, sie dem 4. Jahrhundert Rom's, ungefähr dem Jahre 350 vor unserer Zeitrechnung zuzuschreiben, — eine Ansicht, gegen welche der Graf Conestabile (Sovra due (lischt in bronzo antico-italici. Torino 1874. p. 72) gegründete Bedenken erhebt. Er bringt namentlich einen Bericht des Hrn. Zannoni über die Gräber der Certosa bei (p. 87), aus welchem hervorgeht, dass neuerdings in Bologna zwei in Form und Verzierung identische Cysten gefunden sind, deren Muster mit dem der Cyste von Magny-Lambert und zum Theil mit dem der einen von Hallstadt übereinstimmt, dass jedoch die Cystenfunde überhaupt den ältesten Theilen bolonesischer Gräberfelder angehören. Dass diese aber um mehrere Jahrhunderte weiter rückwärts zu setzen sind, als die Annahme des Hrn. Bertrand zulässt, wird wohl von der Mehrzahl der Archäologen zugestanden werden.

Ich will endlich noch bemerken, dass ausser einein Funde von Panstorf hei Lübeck, den ich jedoch nicht näher kenne, meines Wissens ein gerippter Bronzeeimer niemals östlich von der Elbe ausgegraben worden ist. Unser Museum besitzt sehr schaue Bronzeurnen aus diesem Gebiet. Ich erwähne ausser der bekannten Urne von Gnevikow bei Ruppin (II. 1733. v. Ledebur, Das Königliche Museum. S. 95. Taf. IV.) ein solches Gefäss von Boruim bei Potsdam, dessen Bügel mit einem Engelskopfe versehen ist (IL 5664), ein grosses ovales Gefäss mit mächtigen winkeligen Griffen, das wie frisch gegossen aussieht, von Höckericht im Kreise Ohlau, Schlesien (II. 324 v Ledebur. S. 47. Taf. IV), ein anderes hohes und schlankes Brouzegefäss mit kurzen Griffen von Münsterwalde bei Marieuwerder, Westpreussen (IL 3264) und ein grosses, weitbauchiges Gefäss mit schrägherablaufenden, etwas gewundenen Rippen von Zerbst (Sachsen) nebst einem anderen (IL 4248 und 4249). Allein keines dieser Gefässe gehört genau in die hier behandelte Kategorie, und es konnte daher scheinen, als habe die Elbe das Gebiet der quergerippten Bronzeeimer scharf abgegreuzt. Da auch in den scandinavischen Ländern meines Wissens nirgends ein solcher Eimer entdeckt worden ist, so erhielt diese Auffassung noch eine gewisse Verstärkung.

Um so mehr war ich überrascht, als ich vor weuigen Wochen ein vorzügliches Exemplar eines Bronzeeimers, der in jeder Beziehung mit den bisher bekaunteu zusammengehört, aus der Provinz Posen erhielt Der glückliche Finder des Gräberfeldes von Zaborowo, Hr. Thunig übersandte mir dasselbe mit folgendem Beriebt vom 19. Mai:

„Ich Hess gestern in Primentdorf auf einein Stück Lande, welches zum Ohrabruchwiesen-Meliorationsverbande gehört und von mir in Acker umgeschaffen worden ist, sogenannte Grabebeete machen. Bei Gelegenheit dieser Arbeitsausfülirung wurde von einer Arbeiterin ein im höchsteu Grade interessanter Fund gemacht. Es wurde dort in einer Tiefe von 2 Fuss in sogenanntem Quell- oder Seesande ein kleiner 20 Cm. hoher und im Durchmesser 21 Cm. haltender, kunstvoll gearbeiteter, nicht gelötheter, sondern genieteter, mit zwei spiralig gedrehten beweglichen Henkeln versehener Bronze-Eimer gefuuden. Dieser Eimer ist mit einem eisernen Deckel versehen gewesen. Letzterer war aber vom Rost dermaassen angegriffen, dass er bei der Zutageförderung des Eimers in sandartigen Staub zerfiel. Im Eimer selbst fanden sich folgende Gegenstände vor:

1) ein kunstvoll gearbeiteter, runder Bronzegegenstand, in Form eines Diadems und zum Oeffnen und Zumachen, wie ein Schlüsselhaken eingerichtet. Die äussere Peripherie dieses Gegenstandes passt genau in das Innere des Eimers.

2) ein achtfach spiralig aufgewundenes, mit Gravirungen versehenes Bronzeblech. Vielleicht Armband?.

3) die Hälfte eines ebensolchen Gegenstandes (Armbandes) in drei aneinanderpassenden Stücken.

4) vier egal grosse Bronze-Tragenieken.

5) zwei Bronzenadeln, die unten platt, schneckenartig aufgewunden sind. Leider haben meine Leute von beiden Nadeln die Spitzen abgebrochen.

G) ein eisernes Aextel. Auch dieses ist vom Rost so zerfressen, dass dss Oehr beim Abwaschen zerbröckelt war.

„Weiter befand sich nichts in diesem Eimer. Die beutigen Nachgrabungen förderten nur einige Urnenscherben zu Tage. Diese beweisen indess Nichts; denn in einer Entfernung bis circa '/a Meile vom' Obrabruch oder vom Primenter-See findet man keinen Sand, gleichviel ob derselbe als Acker, Wiese, Hutung oder Wald benutzt wird, der nicht mit Urnenscherben vermengt wäre. Ja, auf den trocken gelegenen Wiesen und Hutungsflächen dürfte es in der That schwer fallen, einen Maulwurfshaufen zu finden, der nicht Urnenscherben enthielte. Ich bin schon längst der festen Ueberzeugung, dass gerade der Maulwurf der Hauptzerstörer der unter der Erdoberfläche enthaltenen Urnen ist. Als Curiosum will ich noch anführen, dass alle meine Leute in Primentdorf behaupteten, der Eimer und sein Inhalt seien nicht alt, sondern einem Kupferschmidt gestohlen und dort verborgen worden. Und in der That, wenn man von der Zerstörung des eisernen Eimerdeckels durch Rost und von der schönen Patina, mit welcher der Eimer überzogen ist, absieht und nur die Bronzegegenstände betrachtet, so wird man versucht zu meinen, sie gehörten einer neueren Zeit an."

Diese Versuchung ist nach dem früher Angeführten nicht gross: es kann auch nicht der mindeste Zweifel darüber sein, dass es sich hier um einen sehr alten Fund handelt, und dass die Gegenstände desselben von weither eingeführt sind.

Ich erinnere hier zunächst daran, dass, wie ich in den Sitzungen vom 13. Januar 1872 und 10. Mai 1873 des Näheren dargelegt habe, in der Nähe von Zaborowo und zwar an der westlichen Seite des Primenter Sees ein grosses Gräberfeld liegt, welches Urnen mit Knochenresten und neben ihnen allerlei Geräthurnen aus Thon in reichster Menge enthält. Mancherlei andere Funde, namentlich seltene Bronzen, eigentümliche Steine, besonders die von mir als Eier- und Käsesteine bezeichneten, einzelne eiserne Geräthe, sind damals schon beschrieben worden. Zaborowo selbst, oder wie jetzt die Domäne genannt worden ist, Unterwaiden, stösst fast unmittelbar an die Stadt Priment, welche am Nordende des Sees gelegen ist; zwischen beiden verläuft der Kanal, welcher zu dem grossen Entwässerungssystem des Obra-Bruches gehört. Letzteres erstreckt sich in der Richtung von Osten nach Westen in grosser Breite und nähert sich der schwacherhöhten Stelle, auf welcher die Stadt Priment liegt, sehr beträchtlich. Sehr wahrscheinlich ist daher in dieser Gegend von jeher der Uebergang von dem östlichen Ufer und den weiter zurückgelegenen Theilen der jetzigen Provinz Posen gewesen, da das Obra-Bruch vor der Anlegung der Entwässerungs-Kanäle ein fast ganz unpassirbares Sumpfland dargestellt hat. Oestlich stösst wiederum fast unmittelbar an die Stadt Priment die Gemeinde Primentdorf, welche schon auf dem östlichen Ufer des Sees liegt.

Soweit ging meine Kenntniss der Situation und ich bat daher Hrn. Th u n i g, mir die Fundstellen genauer zu bezeichnen und wenn möglich, noch weitere Nachforschungen in der Nähe veranstalten zu lassen. Die Antwort ging dabin, dass Letzteres schon geschehen, jedoch ausser Drnenscherben nichts gefunden sei. Nur sei zu erwähnen, dass zur Zeit, als der Südkanal geschlagen wurde, in der Nähe und zwar in der untersten Torfschicht Goldbarren, eingeschlossen in ein verwittertes Drahtgitter, gefunden seien. Was die Fundstelle selbst betreffe, so ziehe sich längs des ObraBruches (also östlich von Primentdorf) ein sanft abgedachter, niedriger, diluvialer Höhenzug fort, und etwa 300 Schritt von dem Rande desselben entfernt, auf einem Grundstücke, der Gorwal genannt, habe der Eimer gelegen. Diese Stelle bilde eine schwache insularische Hervorragung im Obra-Bruche. Etwa 300 Schritte nordöstlich von da liege das Propsteifeld, auf welchem ein Weg sei, der mit Urnenscherbeo förmlich gepflastert wäre.

Auf eine erneute Anfrage wegen der Goldbarren berichtete Hr. Thunig, der Südkanal sei 1857 von Neudorf bis Sniaty aufwärts ausgehoben. Bei dieser Aushebung sei man in der Nähe von Ciemyn auf die Barren gestossen. Man habe circa 50 Stück, alle von gleicher Grösse und Form, gefunden; jedes sei etwa 6 Zoll lang, in der Mitte etwas dicker, als an den Enden, letztere vollständig rund, dagegen der übrige Theil dreiseitig mit abgerundeten Kanten gewesen. Der Arbeiter, welcher diess aus eigener Anschauung wisse, gebe die Dicke in der Mitte zu 1, an den Enden zu '/»—3/i Zoll an. Jedes Stück sei mit einem grünlichen Ueberzuge versehen gewesen. Sie hätten unterhalb der Torfschicht auf dem Seesande, etwa 3—4 Fuss tief unter der Oberfläche gelegen. Ganz in der Nähe hätten ganz kleine Pferdehufeiseu und Ueberreste von einem Wagen gelegen; beides aber so verwittert, dass es an der Luft alsbald zerfallen sei. ') Ausserdem meldete Hr. Thunig noch, dass er bei Urbarmachung des Gorwal, kaum 20 Schritte von der Stelle entfernt, wo die Brouzesachen lagen, selbst ein ganz kleines Pferdehufeisen gefunden habe, welches aber gleichfalls gänzlich in Roststaub zerfiel.

Es wird nach diesen Mittheilungen wohl nicht ausgemacht werden können, falls nicht weitere und unerwartete Tbatsachen hinzukommen, ob zwischen dem Gräberfelde von Zaborowo und dem Bronzeeimer vom Gorwal irgend ein Zusammenhang bestanden habe, und noch weniger, ob der Goldfuml von Ciemyn irgend etwas damit zu thun hat. Immerhin werde ich versuchen, was sich etwa weiter ermitteln lässt. Nur das möchte ich hervorheben, dass ein so grosses Gräberfeld allerdings eine grössere Bevölkerung und zwar eine sesshafte voraussetzt, und dass in Bezug auf die Bronzen des Gräberfeldes bis jetzt nichts vorliegt, was gegen eine Beziehung derselben zu den in dem Bronzeeimer enthaltenen spricht.

Für jetzt wissen wir ganz bestimmt, dass dieser Eimer keine gebrannten Gebeine enthielt und auch zu keinem Grabe gehörte, sondern die

') Ich habe später von Herr» Landrath v. Unruhe-Bomst, welcher die Goldstangeu selbst gesehen hat, erfahren, dass dieselben in den Besitz des verstorbenen Herrn v. C larnecki auf Rakowitz, des (iruudeigentliüiners der betreffenden Briu'bfläcbe, übergegangen sind und wahrscheinlich nicht mehr existiren Herr v. Unruhe beschreibt sie als gleich massig Gussstangen.

Eigenschaft einer Schmuckcyste zeigt und sich den Moorfunden anschliesst. Er steht also seiner Eigenschaft nach den eigentlichen etrurischen Cysten näher, als man nach den sonst diesseits der Apenniuen gemachten Erfahrungen vermuthen durfte. Andererseits zeigt er, wie ein grösserer Theil anderer Moorfunde, einen Reichthum des Inhaltes, welcher es kaum als zulässig erscheinen lässt, anzunehmen, dass er zufällig versunken sei. Vielmehr wird man wohl annehmen müssen, dass er, gleich vielen andern Bronzefunden, absichtlich in der Erde oder im Sumpfe verborgen worden ist.

Den ebenso prägnanten, als bezeichnenden Beschreibungen des Hrn. Thunig habe ich noch Einiges hinzuzufügen:

A. Der Eimer (20 Cm. hoch, 21,5 im Lichten weit) zeigt im grössten Theil seiner äusseren Oberfläche ein glänzendes, wie lackirtes, mehr blass- oder graugrünes Aussehen. Nur am oberen Umfange fehlt diese Patina, indem hier überall rauhe und zum Theil recht dicke braunrothe, an mehreren Stellen glänzende Schichten von Eisenrost aufsitzen, welche beim Klopfen leicht abspringen und dann zuweilen den ursprünglichen Metallglanz des Gefässes hervortreten lassen. Derselbe Rost sitzt auch an vielen Stellen der Henkel oder Bügel, welche dem Rande aufgelegen haben, und an den Oesen, in welche die Bügel eingehängt sind. Der umgelegte Rand des Eimers und einzelne Theile der Oesen sind von der chemischen Zerstörung mit ergriffen und eingesprungen, in kleinen Theilchen auch abgesprungen. Indess sind diese Verluste glücklicherweise so geringfügig, dass sie auf die Gesarnmtform des Eimers nicht den geringsten Einfluss ausüben. Wo die Patina mit einer Feile heruntergenommen wird, da erscheint ein tiefgelber, schwach in's Röthliche schimmernder Metallglauz. Innerlich sind die Verhältnisse ungefähr dieselben. Nur ist die Patina weniger ausgebildet und an vielen Stellen ist die Oberfläche durch grüne feinkörnige Ansätze rauh. Offenbar sind an diesen Stellen kohlensaure Sickerwässer eingedrungen, denn gerade an der Seite, wo dieser Bronzerost am stärksten ist, findet sich auch im Grunde des Eimers eine dicke Lage von Eisenrost, welche den Boden und einen Theil der Seitenwand bedeckt.

Dass dieser Eisenrost zum grossen Theile von dem eisernen Deckel herstamme, der nach der Angabe des Hrn. Thunig den Eimer geschlossen hat, ist höchst wahrscheinlich. Wenigstens habe ich unter den mir übersendeten Eisentrümmern kein Stück auffinden können, welches deutlich die doch wahrscheinlich platte und dünne Beschaffenheit eines Deckels verriethe. Möglicherweise stammt ein Theil des am Boden des Gefässes aufgehäuften Rostes von der im Eimer aufgefundenen Axt her, deren Stielende sehr defekt ist; offenbar ist die Axt anderen Einflüssen ausgesetzt gewesen, da sich an vielen Stellen ihrer allerdings stark verrosteten Oberfläche blaue Anflüge von phosphorsaurem Eisen vorfinden. Aehnliche blaue Färbungen sitzen auch stellenweise am Grunde des Eimers.

Es giebt aber noch eine dritte Quelle für den Eisenrost, namentlich für die Beschläge der Randtheile des Eimers. Bei einer genaueren Betrachtung ergiebt sich nämlich, dass unter dem nach aussen umgelegten Räude sich Ringe von starkem Eisendraht befinden. Die einzelnen Strähnen desselben besitzen an den besser erhaltenen Stellen 2—3 Mm. Dicke. Sie sind sehr stark mit Rost überzogen, auch sehr brüchig, aber doch an vielen Stellen noch so weit erhalten, dass man mit der Feile deutlich erkennbare Schlifffiächen von blaugrauem Glänze erzielen kann. Wie viele solcher Drähte unter dem Rande liegen, ist nicht recht zu erkennen; mindestens sind überall zwei vorhanden.

Der cylindrische Theil des Eimers, die ganz senkrechte Wand, besteht aas einem einzigen Stücke starken Bronzebleches, dessen gerade abgeschnittene

V«rh»ndl. dir Berl. Anthropol. Ges«IUclj»H. 1874. 10

Enden auf der einen Seite, gerade unter dem Ansätze der Henkel, dicht über einander gelegt und durch Bronzenägel fest zusammen gehalten sind. Die Seitenwand ist mit 11, in ziemlich gleichmässigen Abständen von einander stehenden, parallelen Reifen oder Rippen besetzt, von denen die unterste unmittelbar am Boden, die oberste dicht unter dem umgelegten Rande sich befindet. Jede Rippe bildet eine flachrundliche Hervorragung von etwa 6 Mm. Basalbreite und von etwa 2 Mm. Höhe; ihr entspricht innen eine breite Furche. In dem Zwischenraum zwischen je zwei Rippen liegt jedesmal, und zwar nicht überall in gleicher Entfernung von den beiden Rippen, bald etwas höher, bald etwas tiefer eine Linie von feinen, dicht an einander stossenden, erhabenen Punkten, denen auf der inneren Fläche gleichfalls feine Grübchen entsprechen.

Die erwähnten Nägel oder Niete sitzen immer in einem Zwischenraum, also auf einer punktirten Linie. Es sind ihrer demnach 10, von denen jedoch der oberste zugleich als Befestigungspunkt für den mittleren Theil der Oese dient. Die 9 unteren haben sehr breite, ganz platte, dicht anliegende Köpfe von etwas unregelmässig runder Form und verschiedener Grösse; ihr Durchmesser schwankt zwischen 9 und 12 Mm. Die Köpfe auf der Innenwand treten viel stärker hervor, sind dagegen ungleich kleiner; ihr Flächendurchmesser variirt zwischen 6 und 8 Mm., ihre Dicke beträgt 1 bis 1,5 Mm. An mehreren Stellen ist das Blech der Wand etwas nach innen um den Nagelkopf aufgeworfen, woraus man schliessen darf, dass die Nägel von aussen eingetrieben worden und dann erst durch Hämmern abgeplattet worden sind.

An denjenigen Nägeln, durch welche die Oesen befestigt sind, jederseits 3 an der Zahl, scheint das umgekehrte Verfahren eingehalten zu sein. Wenigstens liegen hier die grösseren und platten Köpfe an der Innenwand, während die kleineren und dickeren aussen hervorstehen. Auch erscheint an einzelnen das Blech innen etwas vertieft.

Der im Allgemeinen horizontale und nur ganz schwach nach innen conveie Boden ist in der Art mit der Seitrnwand verbunden, dass letztere an der untersten Rippe scharf umgebogen und gegen die unter sie eingreifende Bodenplatte angedrückt ist. Der Rand steht in Folge davon um 5—7 Mm. tiefer als die Bodenplatte, welche bei aufrechter Stellung die Erde nicht ganz erreicht. Der umgelegte Theil ist nicht nur etwas ungleich in der Höhe, sondern auch in Beziehung auf die Dichtigkeit der Anlegung des umgebogeneu Saumes. Auch sieht mau auf den nächsten Abschnitten des Bodenstückes eine Reihe seichter, sich in verschiedenen Richtungen kreuzender Vertiefungen, wahrscheinlich die zurückgebliebenen Zeichen der angewendeten Hamraerschläge. E& ist eine, nicht ganz saubere Arbeit.

Das gleichfalls starke Bodenstück selbst hat, von unten her betrachtet, folgende Einrichtung: Zunächst nach aussen ist ein Ring von etwa 25 Mm. Radial-Durchmesser, in der natürlichen Höhenlage des Bodenstückes. Dann folgt ein vou innen nach aussen hervorgetriebener Ring von 22 Mm. Radial-Durchmesser, welcher eine platte, um 1 — 1,5 Mm. vorspringende Erhöhung bildet. An einer Stelle sieht man, scheinbar hervorgebracht durch einen ungeschickten Hammerschlag, an der Grenze des ersten und zweiten Ringes einen kleinen, halbmondförmigen Bruch oder Sprung Alsdann folgt ein dritter innerer Ring von 40—42 Mm. Radius, der wieder in dem gewöhnlichen Niveau liegt. Endlich im Centrum befindet sich eine stark vertiefte, nach innen fast knopfförmig vorspringende, runde Vertiefung von 10 Mm. Durchmesser, umgeben von 3 gleichfalls vertieften, concentrischen Ringen, von denen jeder 2 Mm. Radialdurcbmesser hat und von dem benachbarten durch schmale Zwischenräume getrennt ist, welche bis in das Niveau der gewöhnlichen Bodenfläche hervortreten.

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