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Stande find, den einfachen natürlichen Wortlaut und die daraus zu aufgang mit ihrem Gesang begrüßende {erche; dieser preist den im ziehenden Folgerungen durch die bekannten Mittel der Dialektit in Vether freifenden königlichen Aar, jener besingt den auf der Fluth fein gerades Gegentheil umzubeuten. Ich habe (im Offenen Briefe) ftolz dahingleitenden Schwan. Der liebesgöttin sanftes Taubenpaar

, bemerkt, daß in der ganzen brasilianischen Constitution die Freiheis Juno's Pfau und selbst Minerva's häßliche Eule waren oft sdon der ten und Rechte der Fremden mit feinem Worte erwähnt Gegenstand von Erpectorationen in gebundener und ungebundener sind. Das Faktum, auffallend für ein so großes, menschenleeres, der Søreibart, und wenn die Gans bis heute noch auf ihren Sänger Einwanderung bedürftiges land, ift, troß aller dialektischen Rünfte wartet, so kann ihr doc Niemand das Verdienst abfprechen, daß der dergleichen hinein zu interpretiren, richtig, wie ein Blick in diese Con- Riel aus ihrem Flügel mit zu der Verherrlichung beigetragen hat, die ftitution Jeden belebren fann. Die Praris hat längst für mich ents dem Vögelschwarm in verschiedenen Zeiten und von versøiedenen schieden, das zeigt das folgende Beispiel.

Seiten zu Theil geworden ift. Die Stahlfeder ist noch zu jung, ale Die fremden Offiziere, welche mit dem Entschluß, iu Brasilien daß sie ihr den Vorrang streitig machen könnte. ein neues Vaterland zu finden, in den zwanziger Jahren dieses Jahr. Wer auf dem Lande wohnt, tritt mit der Natur in fortwährenden, hunderts in brasilianische Dienste traten, waren bis 1830 der Mei- unmittelbaren Verkehr und wird, häufig selbst wider Willen, zu Beoba nung, die auch Dr. França aufrecht zu erhalten sucht, daß die Ber: achtungen aufgefordert. Für mich, der ich gleichfalls ein Stúd lanb. fassung auch ihre Rechte und Freiheiten, namentlich diejenigen Rechte bewohner bin, hatte der Storch besonderes Jntereffe, und so will ich und Ansprüche, welche die Patente ihnen verbrieften, gewährleiste, denn erzählen, was ich dem langbeinigen Vogel durch eine Reihe von mit einem Wort, daß die Verfassung nicht blos dem brasilianischen Jahren abgelauscht habe. Staatsbürger Rechte und Freiheiten fichern. Namentlich verließen Das Storchmännchen ist ein nichts weniger als faltblütiger Ges fie fich auf das Kapitel VIII, Tit. 2 (Art. 145 - 150), welches die felle; es ist lebhaften Temperamentes und leidenschaftlich, wenn gleich Uebersdrift hat: „Da Força Militar", und dessen Art. 149 wörtlich sein ruhiges, ja selbst etwas düsteres Aeußere das Gegentheil ver: lautet: ,,Die Offiziere der Armee und der Flotte können nicht ihrer muthen lassen sollte, rachsüchtig und selbst graufam, ebenso heiß wie Patente, wenn nicht durch eine vom kompetenten Richter ausgesprochene treu in der Liebe, aber auch ein wahrer Dthello in Bezug auf den Verurtheilung, beraubt werden.“ Joh bemerke weiter, daß in dem ganzen Hausfreund, der es wagen sollte, fic in feine ehelichen Verhältnisse 8. Kapitel so wenig, als in seiner Ueberschrift, das Wort ,,Bürger“ zu mischen. Das Weibchen ist eine durch und durch lymphatisde Na. ein einziges Mal erwähnt ist; daher die Meinung der fremden Offi- tur. Treu, insofern der Gemahl ein wachsames Auge für dasselbe ziere, daß ihnen die Constitution die Rechte ihrer Patente garantire. hat und die kleinen launen zu befriedigen versteht, theilt es mit ihm Der Irrthum ward gründlich gelöst durch das Gefeß vom Mai 1830, fein Nest, mehr aus Pflichtgefühl als aus Neigung, und ist im Uebrigen das die in den vom Kaiser gezeichneten, von einem Minister kontra- falt und ohne Temperament. Die Kinder, welche es zur Welt bringt, fignirten, unter dem großen Staatssiegel ausgefertigten Patente zu- fcheinen ihm feine besondere Freude zu machen; es ist eine strenge, gesicherten Gehalte, Berechtigungen, Freibeiten und Ehren ohne alle dabei aber zugleich gleichgültige Mutter, wandert, weil es einmal so Entschädigungen auf einen Schlag faffirte.

fein muß, und verliert bis in das späteste Alter nichts von feinen Alle drei Faktoren der Geseßgebung waren darin einig, daß Reizen, weil es heftigen Gemüthsbewegungen gänzlich unzugänglich die Constitution dem Fremden nichts garantire und die Patente ein ist

. So lange die Verführung nicht anklopft, ist das Storchweibchen Wisch ohne Werth seien, welcher aber mit 30 Milreis von den Offi- ein Muster von Tugend; zeigt sich aber erst Gelegenheit zur Sünde, zieren bezahlt werden mußte. Das ist doch wohl ein schlagendes dann giebt es sich dieser bin, jedoch ohne Leidenschaftlichkeit. Der Faktum gegen die sophistischen Argumentationen des Herrn Dr. França. Blid der Frau Storch bat etwas Mattes, gleich als ob sie mit sich Er empfiehlt uns, um die Verfassung Brasiliens gründlich kennen zu felbst unzufrieden wäre; wird sie auf falschem Wege ertappt, fo bringt lernen, die Debatten in den Kammern zu studiren. Nun, er gestatte, sie dies nicht aus ihrer Gemüthsrube; sie läßt sich von dem erzärnten daß ich ihm die Debatten über das berüchtigte Gesetz von 1830 zum Gemahl die leviten lesen und bleibt frostig, phlegmatisc, wie vorher

. gründlichen Studium empfehle; fie lebren, welches constitutionelle Den Sommer verbringt sie mit Ordnen des Nestes, in desfen Me, Recht den Fremden in Brasilien zusteht

, und nebenbei auch, wie man blirung es fortwährend etwas zu ändern giebt, was auf ebeliden verdienten Männern, welche zum Theil vielfach ihr Leben für das Mißmuth schließen läßt, endlich vernadılässigt fie auc, besonders ,, gastfreundliche Brasilien", das sie sich als ihr neues Vaterland

während der Brütezeit, ihr Aeußeres in auffallender Weise, denn jelten träumten, gewagt und unerhörte Entbehrungen mit größter Hingebung nur glättet sie das Gefieder mit dem langen Schnabel. Bei allen ertragen hatten, in Brasilien mitspielt.

diesen Gebrechen und Untugenden ist der Storch der treueste und sorg. Damals wurde mir auch die Bedeutung des Art. 178: ,,Es ist famste Ehemann; er kann als Muster dieser Gattung gelten, fopic allein constitutionell, was (die Constitution) bezüglich der Gränzen und seine Haus- oder, richtiger gesagt, seine Nestehre ein echtes SpiegelAttributionen in Betreff der politischen Gewalten und der politischen bild mancher unserer Hausfrauen bietet. Redte und individuen der Bürger ausspricht. Alles, was nicht Als erklärter Freund der Wahrheit sage ich alles, was it weit; constitutione, fann alterirt werden ohne die erwähnten Förmliche ich spreche von den Schattenseiten des schönen Geschlechts der Storchfeiten (Art. 173–177) durch die gewöhnliche Gefeßgebung.“ Dabin welt, aber auch ebenso gern von dessen guten Eigenschaften, und jame gehört

auch die Toleranz des Art. 5 für ,,Individuen, die nicht Beweise des Leßteren beginne ich, bei den mancherlei Geschichten, die Bürger“ find, welche nad Belieben ,,alterirt", also auch aufgehoben ich zu erzählen habe, mit derjenigen, welche die ehelichen Tugenden werden kann. Daß auch der Art. 179, welcher, unter 35 Nummern des Storchweibchens in das bedste lidht ftellen. vertheilt, die brasilianischen Grundrechte zusammenfaßt, für die Ein Es war im Jahre 1852, als im April ein Stordweibchen beran: wanderer, so lange sie nicht brasilianische Staatsbürger geworden zog und sich in seinem dicht an der Weichsel auf einem alten Baunsind, kein einziges constitutionelles Recht garantirt, ist durch die Ueber- ftamme stehenden Neste niederließ. Die weite Reise hatte die Wandrerit førift des betreffenden Titels: ,, Von den allgemeinen Dispositionen angegriffen, und überdies schien ihr die Einsamkeit nicht eben drüdend der bürgerlichen und politischen Rechte der brasilianisden Bür. zu sein. Die ersten Tage gab es vollauf zu thun; der Magen war ger, und durch den Eingang des Art. 179: ,,Die Unverleßlichkeit unterweged schredlich zusammengeschrumpft und verlangte nun gebietes der bürgerlichen und politischen Rechte der brasilianischen Bürger, risch fein Recht, dann mußte ja auch das Quartier in Ordnung gewelche die Freiheit, die Sicherheit und das Eigenthum zur Grund bracht werden. Täglich zur bestimmten Zeit fand sie sich auf einer lage hat, ist durch die Constitution des Reiches auf folgende Weise nahe gelegenen Wiese ein, stillte ihren Hunger, verkehrte daselbst mit garantirt" (es folgen die gedachten 35 Nummern Grundrechte für ihres Gleichen und febrte alsdann allein in ihr Nest zurüd. Dies den brasilianischen Bürger), hinlänglich klar, und eine Reihe offen- Ereiben dauerte so an vierzehn Tage, und wie es schien, batten die kundiger. Chatsachen, z. B. auch das obenerwähnte famose Geseß von

Herren Störche der armen Verlassenen gegenüber soviel Taft und 1830, kommentiren diesen Artikel dahin, daß dem Fremden feine feines Gefühl, daß keiner derselben sie mit Zudringlichkeiten belästigte Freiheiten und Rechte durch die Constitution garantirt sind.

Doch die alte Wahrheit, daß, wo eine junge, hübsche Witwe baut (Soluß folgt.)

der Böse gleichfalls bald die Hand im Spiele bat, sollte sich an

hier bewähren. Es fanden sich Bewerber um das verwaiste BeitPolen.

thum, mit jedem Tage mehr. Sie flapperten, so schön sie es

irgend vermochten, umkreisten in weiteren oder engeren Ringen die Zur Naturgeschichte des Storchs.

Vereinsamte, näherten sich ihr zum Rosen und schoffen dann pfeilaul Nach Beobachtungen des Grafen Kasimir Wodzidi.*)

wieder in die Höhe, kurzum, lie thaten Alles, um sich liebenswürdig Wie in fo mandem Anderen, so haben die Menschen auch in der zu machen und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenfen. Einer von Wahl des Stoffes, den sie besprechen oder bearbeiten wollen, ihre ihnen ging in seiner Verwegenheit sogar so weit, sich auf einen dem Liebhabereien. Bei den Vögeln schwärmen die Einen für die in lauer Refte ganz naben Aste nieberzulassen und mit Schnabel, Kopf und Mondesnacht süßflötende Nachtigall, die Anderen für die den Sonnen- Hals ganz absonderliche Bewegungen zum Besten zu geben. Alle

*) Abgedruckt im Januar - Heft der Monate-Beilage des Czas, einer diese Auszeichnungen verfehlten jedoch die gehoffte Wirkung, denn die Hot gediegenen polnischen Zeitschrift. (3. N. Fris.)

junge Schöne war blind für dieselben; fie besserte, ohne fich ftören

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zu laffen, das schadhaft geworbene Neft aus und legte ab und zu ein Eheberrn recht deutlich an, wie er mit fich zu Rathe ging, auf welde Ei, das sie herauswarf, nachdem sie ein paar Tage darauf gesessen Art er das ebebrüchige Weib zu ftrafen und zu bessern habe, ohne batte. Unter diesen mancherlei häuslichen und mütterlichen Beschäf- dasselbe wegzujagen. Gegen Abend war er wahrscheinlich darüber mit tigungen fam der 20. Mai, d. h. die Zeit heran, bis zu welcher die sich im Reinen, denn er verfügte sich ins Nest, nicht ohne dabei die Storchweibchen brüten müssen. Nach Ablauf derselben besuchte sie Ehehälfte etwas unsanft zu berühren, die im Gefühl ihrer Schande täglich die nachbarlichen Triften, um ihren Hunger zu stillen, und 30g rich sofort auf den Weg machte und über eine Stunde wegblieb. Bet : endlich im Herbste von dannen, allein, wie sie gekommen war. Sie ihrer Zurüdfunft war es schon ziemlich finster geworden und fernere Batte, der bösen Welt zum Beispiel, dem abwesenden Gatten die eher Beobachtungen, die jedenfalls sehr interessant gewesen sein müßten, liche Treue bewahrt, doch fehrte sie im folgenden Jahre in männlicher nicht mehr möglich. Am anderen Morgen lagen auf der Erbe nicht Begleitung zurüd. Ob der Gefährte sich von Rechts wegen in dem weit vom Nefte vier zerscheulte Eier, in denen schon die Jungen zu Nefte niederließ oder der Nachfolger, Stellvertreter des Berschwunder. erfennen waren, und das Storchenpaar faß friedlich neben einander, nen war, konnte, wegen der großen Aehnlichkeit der Herren Störche er mit ftolz emporgehobenem Kopfe, fie wie eine arme Sünderin. unter einander, nicht ermittelt werden,

Allem Anschein nach, war es zum Friedensschluß gefommen, denn das Seit mehreren Jahren schon beobachte ich ein Stordpaar in der Weibchen machte sich bald an die wiederholte Ausbesserung der WohnNachbarschaft, das mich deshalb ganz besonders interessirte, weil es stätte, während das Männchen das dazu nöthige Material herbeibolte, in großer Eintracht zu leben schien. Beide Theile gehörten nicht

Beide Theile gehörten nicht und nicht lange darauf meldete mir einer der Dorfjungen, der in das mehr zu den jüngsten und verfuhren außerdem mit viel Ueberlegung; Neft gegudt batter es lägen pier Eier darin. faft in jedem Jahre warfen fie Eier oder Zunge aus dem Nefte, um Das Stordweibchen gehörte jedenfalls mit zu denjenigen, welche den Uebrigen desto mehr Sorgfalt widmen zu fönnen, und boten in der Männerwelt Glüd, dem eigenen Gemahl dagegen Kummer und überhaupt manche rührende Scene, besonders im Frühling, wenn Sorge machen. Der schändlich betrogene Gatte machte nicht nur aus fremde Eindringlinge sich des Weibchens oder des Neftes bemächtigen Klugheit gute Miene zum bösen Spiel, sondern hatte, das sah man wollten. Das Storchweibchen schien nicht eben an zu großer Zuneigung deutlich, soviel Anhänglichkeit an das leichtfinnige Geschöpf von Weib, zum Gatten zu leiden und überhaupt kein Muster ehelicher Tugenden daß er ihr den Fehltritt nicht weiter nachtrug und das Borgefallene zu sein, denn dies ging aus ihrem Benehmen mit anderen Störten vollständig verzieh. hervor; das Männchen dagegen konnte für eine wahre Perle unter Es mögen jest wohl zehn Jahre ber sein, da fam ein anderes ben Ehemännern gelten; es war ebenso vorsichtig wie überlegt, wachte mir von früher schon wohl bekanntes Storchenpaar zugewandert und über seinem Gespons, entfernte sich nur selten und nie auf lange Zeit ließ sich in dem Neste nieder, das ein Sturm nicht nur arg mitvom Hause, und zeigte zur rechten Zeit ebensowohl den zärtlichen, genommen, sondern auch einige Eier und zwei Junge herausgeschleudert besorgten Gatten, wie den strengen, ftrafenden Herrn.

und dadurch den Alten große Trübsal bereitet hatte. Sie waren Im Jahre 1854 kam das Storchweibchen angezogen, doch ohne wahre Kopfhänger geworden, faßen oder standen theilnahmlos in ihrer den männlichen Beschüßer, der unterweges wohl irgendwo hängen ges luftigen Wohnung und schienen von der Welt, in der sie so schweres blieben war. Es beschäftigte sich pflichtschuldigft mit Instandseßung Herzeleid erfahren hatten, nichts mehr wissen zu wollen. Bei alles des Neftes und machte nach Beendigung dieses Geschäfts Besuche in dem bemerkte man deutlich, daß das Pärchen sich aufrichtig zugethan der Nachbarschaft, von woher sie eines schönen Abends in Gesellschaft war; sie verließen einander nicht einen Augenblick, flogen zusammen eines jungen Galans zurüdfebrte, der sich auch sofort häuslich ein- weg, um sich Nahrung zu suchen, doch alles dies in tiefster Stille, richtete. Einige Tage später lagen im Nefte schon ein paar Eier und ohne das sonst dem Storche gewöhnliche Geflapper. Man fah wohl das Weibchen fchidte sich zum Brüten an, da zeigt sich eines Morgens einige schwache Versuche, das Nest in wohulichen Stand zu bringen, auf dem Giebel der Scheune ein alter und, wie es schien, durch die das Storchweibchen saß selbst ab und zu einige Tage, allein der Reife beträchtlich beruntergekommener Storch. Gleichwie bei dem Aelternfreuden wurden Beide nicht theilhaftig, und als die Zeit zur gereizten Truthahn, stand ihm das Gefieder senkrecht vom Leibe ab, und Wanderung berangekommen war, zogen sie nach dem fernen Süden. seine funkelnden Augen sprühten Rache und Verderben. Es mochte Im nächsten Frühling fehrten sie zur gewohnten Stelle zurück, bes in der zehnten Stunde sein, als er, ohne weiter Rücksicht auf das schäftigten sich abermals, doch immer noch dweigend, mit Ausbesserung Weibchen zu nehmen, den Verführer anfiel und ihn zum Kampfe des Nestes, und das Weibchen feßte sich wie zum Brüten. Das so herausforderte. Der Gegner, der wahrscheinlich zu viel Ebre im sehr eigenthümliche Benehmen des Paares hatte meine ganze AufmerkLeibe hatte, um vor der Geliebten als Hafenfuß zu erscheinen, nahm samfeit rege gemacht, und ich beobachtete es aufs sorgfältigfte. Man die Einladung an, und es erfolgte hoch oben in den Wolfen ein Ringen, denke fich meine Ueberraschung, als der so lange Zeit lautlose Storch das an zwei Stunden dauerte. Erschöpft von der anstrengenden Ar- mich mit fröhlichem Geflapper begrüßte und mir dadurch anzeigte, er beit des Kriegshandwerks, ließen fich Beide nicht weit von einander sei Vater geworden. auf einem Dache nieder und klapperten; das Weibchen erhob sich vom - „Das heißt denn aber doch der Phantasie ein wenig zu großen Nefte, antwortete mit einigen Sdnabelschlägen, blidte einige Augen- Spielraum gelassen" — wird hier, ungläubig lächelnd, Mancher sagen, blide die Nebenbuhler höchst gleichgültig an und regte sich dann mit ohne an der Wahrheit des Bebaupteten etwas zu ändern. Wer die der größten Gemüthsruhe wieder auf die Eier.

Natur mit sorgfältig prüfendem Auge betrachtet, wird bald auch bei Der erste Angriff hatte zur Folge, daß der Eindringling es nicht den Vögeln menschliche Tugenden und Fehler, Aufopferung, Leidenmehr wagte, ins Nest zurückzukehren, denn gleichwie der Engel mit schaften und Verbrechen, kurz ein bestimmtes System, eine feststehende dem Flammenschwert stand sein Gegner mit offenem Sdnabel neben Organisation wahrnehmen. Wollen wir das Alles in die angenommene ihm und beobachtete jede seiner Bewegungen.

Benennung: Instinkt, zusammenfassen, so ist es feinem Zweifel unterNachmittags geriethen die Feinde zum zweitenmal an einander, worfen, daß dieser sich bei den Vögeln in höherem Grade vorfindet, und zwar diesmal auf dem Dache. Der Kampf dauerte nur kurze als bei den Säugethieren, selbst unsere Hausthiere, auf die wir durch Zeit; der eine, jüngere Theil fiel während desselben mehremal auf Jahre lange Mühen einen Theil unserer Intelligenz übertragen haben, die Erde herunter und nahm zuleßt, sichtbar niedergeschlagen, am nicht ausgenommen. Ich mache in jedem Jahre neue Entdedungen, äußersten Ende des Dachgiebels Plaß; der andere, in welchem man und viele derselben sind der Art, daß ich mir über sie nicht Rechenden rechtmäßigen Gatten vermuthen durfte, behauptete feine Stellung schaft geben kann; jedes Vogelpaar zeigt mir besondere, nur ihm eigenam entgegengeseßten Ende und würdigte das pflichtvergessene Weib thümliche Gewohnheiten und schließt sich nur insofern einer allgemeinen auch nicht eines Blides.

Regel an, als dies die Erhaltung der Gattung, Brüten, Auffüttern Mit Tagesanbrudy tam der Augenblick der Entscheidung. Die der Jungen und Wandern verlangen. Meiner Ansicht nach find viele Gegner schwangen fidi aufs neue in die Lüfte und machten dafelbft von denjenigen Naturforschern, welche fich mit der Thierwelt beschäfversdiedene fühne Evolutionen, doch bald versagte dem Einen die tigen, bisher nicht viel mehr gewesen, als Bibliothekare, welche jedes Flügelfraft; er schoß zur Erde nieder und der Andere ihm nach. Der Eremplar, das ihnen unter die Hand fam, gewissenhaft eintrugen und Erfte war verwundet, denn sein Gefieder war vom Hervorquellenden es dann in dasjenige Fach schoben, wohin es der Drdnung nach ges Blute geröthet und er selbft schon so schwach, daß er sich nicht mehr hörte. Sie blieben bei den äußeren Merkmalen stehen und bedachten auf den Beinen erhalten fonnte; der zweite stand triumphirend vor nicht, daß mit dem mit einer unsterbliden Seele, mit Verstand und ihm, ohne jedoch den nicht mehr wehrfähigen Feind noch weiter zu Gefühl begabten Menschen Gott zugleich auch andere Wesen (duf, beunruhigen. Nachdem er einigemal bedeutungsvoll mit dem Kopfe die von dem sogenannten Herrn der Schöpfung unmöglich durch eine genickt hatte, flog er zum früheren Standquartier auf dem Dache zu große Kluft getrennt sein können. Meiner Ueberzeugung nady, zurüc, der Invalide dagegen schleppte sich mühsam weiter, bis man denkt und empfindet das Thier, natürlich nach seiner Weise, und ich endlich nichts mehr von ihm sah.

glaube, es theilt sie jeder mit mir, der Geduld und Ausdauer genug Während die beiden Kämpfer aufs schredlichste auf einander los besißt, den Vorhang, der uns das innere Wesen der Thierwelt verhadten, faß der Gegenstand des Streites ruhig auf den Eiern und birgt, zu lüften. Für das Forschen ist das Leben des Menschen, erhob sich erft, als der Sieger ein lautes, lang gedehntes Geflapper dauere es auch noch so lange, eine Spanne Zeit; es läßt fich im hören ließ, um darauf zu antworten. Man fab cc bem yigüinten Lauf defselben nicht viel erreichen; gewöhnlich baut aber der Nach

folger nicht auf unsere Erfahrungen, betrachtet die Sööpfung von fich ordentlich erholt, wenn man vom Lesen der modig abgeleierten feinem eigenen Standpunkte aus und legt seinen Forschungen vor. Geschichte føläfrig, müde und verstimmt geworden. zugsweise die Theorie der Wiffenschaft zu Grunde. Er weiß Glieder 30 fatalogifire nur noch als relativ intereffant die ,,Erinnerunbau, Organismus u. f. w. an den Fingern herzuzählen, kennt aber gen an Weft-End-Leben, Pariser und Indisches Leben", von Major deshalb dode nodi lange nicht des Schöpfers Werke; er beutet die Chambre (Recollections of Westend - Life with Sketches of so Natur mit Hülfe mensdlicher Gelehrsamkeit und bildet fich ein, in ciety in Paris, India &c.), in Bezug auf Indien den offiziellen dem, was er gefunden oder ersonnen, ewige Gefeße hingestellt haben. Bericht über Dube, von dem „Annerator. Dalhousie veranstaltet: Wäre der Jüngere immer in die Fußstapfen des Aelteren getreten, an „A Journey through the Kingdom of Oude” (1849—1850), die ftatt sich vorzüglich auf die Schärfe seines Geiftes zu verlaffen, wahr. neuen Auflagen der Bücher von Sir Charles Napier über Indien, lich, wir könnten heute weiter sein, als wir es in Wirklichkeit find. namentlich: „Indian Misgovernment”. Napier ift, nach meiner AnVor der Hand liegen wir in den Feffeln eines ebenso gefährlichen wie ficht, der einzige Ehrliche und Ehrenmann unter den Engländern in schädlichen Materialismus, find blind und ohne Glauben, und wer fich Indien gewesen. vom breitgetretenen Wege des großen Haufens entfernt, dem wird Für Lesekabinette, Museen u. f. w. eignen sich wohl die, wie die krankhafte Einbildungskraft, unnatürliche Eraltation vorgeworfen. Die „Virginier" von Chaceray, in illustrirten Monatsbeften erscheinen. neue Scule möchte die Natur unterjochen, sie wie eine Citrone aus den Schilderungen Londoner Lebens von Shirley Brooks, dem Berpreffen und die unnüße Schale dann bei Seite werfen. Doch febren faffer von „Aspen Court”. Die Hefte find durch einen gordischen wir zu unseren Störchen zurüd, von denen ich noch einiges mit- Knoten zusammengebunden und führen den Titel danach: „The Gore zutheilen habe.

dian Knot". Von den Storchmännchen leben viele im Stande der Sagestolzen, Damen - Romane habe ich mir zu Dußenden aufgefchrieben, um fie was jedoch nicht Folge der bitteren Erfahrungen ist, die ihre Kollegen gelegentlich zu inspiziren, bin aber bis jeßt noch nicht dazu gekommen. im Eheftande gemacht haben. Im Jahre 1849 fanden sich in einem 3d wollte erst sehen, was an der feit zwei Jahren erscheinenden mir zugehörigen Erlenwäldchen sechs Kavaliere ein, die daselbft den Rollektiv - Ausgabe alter englischer Schriftsteller sei (Library of Old ganzen Sommer verweilten und dann im Herbste sich an die vorüber. Authors. London: Jobn Russell Smith). Ich glaube, ich fab schon ziehenden Gefährten zur Reise in wärmere Länder anschlossen. Sie 10 Bände davon: Mather, Drummond von Hawthornden, Dverbury, waren das Bild der Unzertrennlichkeit und faßen, wenn die Zeit der George Wither, Southwel, Quarles, Marston, Webster u. f. w. Ruhe herankam, gewöhnlich alle neben einander auf einem Afte, was eine ganz unfritische und zum Theil lüberliche Zusammenstoppelung einen ganz eigenthümlichen Anblick darbot. Manchmal sah ich wohl einzelner Werke alter Schriftsteller, die meist kein anderes Entrée ein Paar besonders beschäftigt, und das Thun und Treiben desselben Billet in diese Bände haben, als daß sie alt und längst vergeffen sind. ließ mich ftart auf einen Geschlechtsunterschied fhließen. Es drängte Die 700 Seiten Hymnen und Gefänge von Wither, und die Bermich dann, mir über die Sache Gewißheit zu verschaffen, und die ballhornisirungen der Psalmen Davids von Southwell zu lesen, würde Flinte war schon zum Schuß erhoben; doch ließ ich fie gleich darauf eine verschärfte Todesstrafe fein, wenn man jemanden unter der wieder finken, denn wie hätte ich den guten Thieren etwas zu leide Bedingung das leben schenkte, daß er fie wirklich lese. Hannay, der thun können? Sie wußten auch recht wohl, wie febr‘ich ihnen zugethan wißige Kritifer, weist in den Borreben zu den verschiedenen Autoren war, und fürchteten deshalb weder mein Gewehr, noch die mich bee grobe Sprachfehler und noch gröbere Abernheiten nach. 3. B. Geißt gleitenden Hunde, oft knallte es dicht in ihrer Nähe, allein dies brachte es, daß Wither reines Sächsisch geschrieben habe. Zum Beweis führt fie durchaus nicht aus der Fassung; sie wußten ganz genau, daß fie Hannay feche Verse von Wither mit sechs normännischen Ausdrüden nicht gemeint waren, und antworteten auf den Tod verkündenden an. Wenn man das Alte — alte Philosophen und alte Dichter - aus Schall nicht selten mit fröhlichem Geklapper, durch das sie auch jedes Mangel an neuen Ideen so auffrischt, vermehren diese alten Schäße mal ihre Abreise anzeigten.

nur die Armuth der Gegenwart.

Mannigfaltiges.
England.

Gräfin Elisa v. Ablefelbt. Herr St. René Tailandier
Korrespondenz-Berichte aus London.

bat im neuesten Hefte der Revue des deux Mondes (15. April) einen

recht anziehenden Artikel über Ludmilla Affing'8 Buchs: ,,Gräfin Elisa Allerhand neue Erfcheinugen der englischen Literatur.

v. Ahlefeldt", geliefert, das auch in unseren Blättern, bald nach seinem Nachdem ich Sie in meinem vorigen Berichte etwas ausführlich Erscheinen, mit sinniger Auffassung - der Artifel war aus weiblicher von englischen und schottisden Philosophen unterhalten, wollen Sie Feder geflossen – besprochen worden. Mit geschicter Hand hat mir jeßt einen um To kürzeren Ueberblid der Miscellaneous Litera Tailandier in seinem Artikel die Lebensbeschreibungen Rarl 3mmerture des vorigen Monats geftatten. Natürlich komme ich dabei zunächst mann's und der Frau v. Lüßow-Ahlefeldt auseinander zu halten und auf die „Crême” der literatur, die ,, Sahne", die Herr Charles zu verbinden gewußt. Wärmer und poetischer, als man es von einem Reabe unter dem Titel: „The Cream”, abgeschöpft und in einem Franzosen erwartet, weiß er die Zeit des preußischen und des deuts eleganten Buche herausgegeben hat. Früber schon hatte er „Weiße schen Aufschwunges von 1813 und namentlich auch bie Enrolirung von Lügen" (White Lies) geschrieben, worin der Verfasser Alles mit seis Lüßow's wilder, verwegener Jagd“) in Breslau, die Begeisterung der ner faßenartigen Liebhaberei für Sahne (cream) aufgefaßt hat und patriotischen Männer Ernst Mori Arndt, Jahn, Friedrich Friesen, dem Leser vorführt

. Jeder Gegenftand, jedes Bild, jedes Gleich. Auguft v. Vietinghoff u. A. darzustellen. Er folgt dem Lebensgange niß läuft ihm zuleßt auf ,,Sahne" hinaus: Die weiße Hand einer der Frau b. Ahlefeldt Scritt für Schritt, und auch ihr Verhältniß Dame ruht auf der braunen eines Gentleman, „wie Sahne auf zu dem Dichter 3mmermann gewinnt unter seiner Schilderung an einem Mabagonitische". Das landgut Beaurepaire ist die poetischem Interesse. Allerdings läßt er dabei auch der tochter Rosa ,, Sabne der ganzen Umgegend". Dialekte sind die ,, Sahne jeder Maria's Gerechtigkeit widerfahren, die mit zarter Hand und geSprache". Šn dieser Weise swimmt die Sahne auf den „Weißen (dhidter Feder der Freundin ihrer Mutter und ihres väterlichen Dheims Lügen“ von Charles Reade. Jegt ftellt er uns einen ganzen Copf Varnhagen dieses literarische Denkmal errichtet hat. vol Sahne vor: Cream", von Charles Reade, a) dem Verfasser von „, Christie Johnstone", seiner ersten und besten Dichtung. Er ift Populaire Journaliftit in England. Das in ähnlicher ein Vielschreiber und hat sich nicht entwickelt, aber er ist volubil, Weise, wie das ,, Familien-Journal", mit Holzschnitten ausgestattete, wißig, elastisch, humoristisch sogar; in ,, Cream” noch glüdlicher, als wohlfeile London Journal, redigirt von Stiff, hatte, wie das engliin dem beliebten: ,,It is Never too Late to Mend". „Cream" ift fche Buchhändlerblatt: The Bookseller, berichtet, eine Circulation bie ,, Autobiographie eines gemeinen Diebes" und eines Hans Dampf

von 480,000 Eremplaren erreicht. Nachdem es in neuerer Zeit etwas in allen Gassen, oder ,, Jack of all Trades”, der z. B. auch feche Mo abgenommen, haben die Verleger mit dem Budbändler Blad in nate lang in einem Ordefter mit Violine spielt, ohne je einen Ton Edinburg ein Abkommen getroffen, wonach fie Walter Scott's Roaus den Saiten zu lassen. Er hatte nie Violine gespielt, wird aber mane mit den dazu gehörenden schönen 3lluftrationen in ihrem Penny. empfohlen und fiedelt nun sechs Monate mit einem talgbestrichenen Journal abdrucken. Der Anfang wird mit „Kenilworth" gemaakt Bogen stumm mit, ehe es gemerkt wirb (Patronage!). Dhne uns und hofft man, baburd von neuem die große Menge an das Blatt weiter auf diese ,,Sahne" von Unten einzulassen, bemerken wir nur, zu fesseln. daß sie nie langweilig ist und fich wunderhübsch lieft. Es ist so frisches, elastisches Geplauder und realistische Kraft darin, daß man *) Vortrefflich hat Edgar Quinet in seinem Gedichte: „Napoléon ", diese

Erinnerung an Theodor Körner anflingen lassen in den Versen:

Débout! C'est aujourdhui, sous le chêne allemand, *) London: Trübner & Co.

La chasse de Lützow au féroce aboiement."

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Ernst Schulze's „Bezauberte Rose“.

Italiänisch, von Prof. Valentini.*)
rfter Gefang.

Canto primo.
XXXI.

XXXI.
Kaum hatte jegt das Feentind Janthe

Appena Jante ch'è di Fate prole,
Den hellen Blick auf ihren Gast geneigt,

All' ospite stranier ebbe rivolto
Als raiche Gluth in ihrer Brust entbrannte,

Lo sguardo, ch'ella da veloce strale
Die früher nie der Liebe Pfeil erreicht.

D' amor terren, sentì, piagarsi il petto;
Bald in die Höh', bald auf den Boden wandte

Or sù leva, ora abbassa le sue ciglia,
Ihr Auge sich, von süßen Thránen feucht,

Che molli son di dolci lagrimette,
Die, tief geweckt von heimlichem Verlangen,

Destate da un' occulto suo languire,
Ihr unbewußt durch ihre Wimpern drangen.

Che suo malgrado le volean sfuggire.
XXXII.

XXXII.
3hr Busen flieg, wie sanft im schwülen Wehen

Suo petto colmo, che neve avanza e avorio,
Der Sommerluft ein weißes Segel sdwillt,

Qual flutto va ondeggiante, o vela goofia;
Die Wange war wie Purpur anzusehen,

Pajon tinte di porpora sue gote,
Mit irrem Licht ihr feuchtes Aug’ erfüllt.

Umidi ha gli occhi cupidi e vaganti.
Zu eilen schien ihr Fuß, und doch zu stehen;

Or ferma il passo, ed ora il passo affretta,
So täuscht und oft ein wandelnd Marmorbild.

Qual c' illude talor statua ambulante.
Wie Perlen oft aus ror'gem Wein fich heben,

Come nel roseo vin, perle surgenti,
Sah man den Kuß auf ihren Lippen schweben.

Spuntan da' labri suoi baci fulgenti.
XXXIII.

XXXIII.
Und wenn auch jüngst, seit an Armidens Blicken

Sebben Rinaldo a quei lascivi sguardi
Rinaldo's Kraft sich dwelgerisch verzehrt,

D'Armida, un dì se strusse, e arse d'amore,
Mit Liebeshuld die Menschen zu beglüden,

Già alle Fate una legge fea divieto
Des Schicksals Schluß den Feien streng verwehrt:

Di beare i mortali, e darsi a loro.
Janthe ließ sid, von dem Neß umstriden,

Jante nulladimen fu colta in rete,
Womit fie selbst so Manchen sonst bethört.

In cui ella talup potria aver colto.
Mag ew'ges Leid die kurze Luft auch rachen,

Corto piacer pur costi eterno lutto !
Sie zaubert nicht, die süße Frucht zu brechen.

Ella indugiar non vuol di corre il frutto.
XXXIV.

XXXIV.
Sie steht, sie schwankt, sie hebt den Fuß, sie (dyreitet

Si ferma, ed or vacilla, ora il pié avanza,
Mit leisem Schritt dem Ritter zu, fie naht,

Pian piavino ella al Prence si fa presso;
Db auch die Furcht noch mit der Liebe streitet,

Benchè il timor gareggi con l' amore,
Ein glühend Herz giebt nimmer fichern Rath.

Chè acceso cuor consiglio non a scolta.
Kein Wunder ist's, wenn Amor irr' und leitet:

Non ci meravigliam se Amor ci svía,
Der blinde Gott kennt selber nicht den Pfad;

Perchè è bendato, e non sa mai la vía.
Doch täuscht er uns mit lieblichem Gekose,

Bensì con vezzi, oppur fraude ingegnosa,
Und lūgt uns dreist den Stachel oft zur Rose.

Baldo ci dà la spina per la rosa.
XXXV.

XXXV.
Soon steht die Fee mit Holbverschämtem Sdweigen

Zitta e vergognosetta or stassi Jante
Vor ihrem Gast und lädyelt leicht und mild;

A colui dappresso, benigna sorridendo;
Dann fieht man sie zu ihm fich niederneigen,

Indi chinasi a lui, e i biondi cripi
Das wallend ihn ihr goldnes Haar umhüllt.

Ondeggiando, gli adombran quasi il volto.
So senkt sich oft an schlanken Waldeszweigen

Così piegasi verde ramoscello
Die volle Frucht, die reich an Süße schwillt.

Sotto il pondo di frutti ben polputi.'
Mit scheuem Ton, der von dem holden Zagen

Con voce peritosa, e cuor tremante
Des Herzens bebt, beginnt fie so zu fragen:

Così prendesi a dir l'accesa amante.
XXXVI.

XXXVI.
„Wer führte dich zum fernen Zauberlande,

„Chi ti conduce qui 'n Terra di Fate,
Zu dem der Fuß der Menschen nimmer dringt?

La qual mai uom mortal calcò il sentiero?
Mein ist die Luft, der Grund an diesem Strande,

Qui, Lido, Terra, e l' Aria, tutto è mio,
Und mein der Raub, den hier die Welle bringt.

Mie par le spoglie son, che il mar qui getta.
Drum feßlich dich mit diesem golonen Bande,

E tu mia preda sei, che io ceppi stringo,
Das weich fich schon um deinen Nacken schlingt,

E qual mio prigioniero ti ritengo.
Und werde streng als Herrin mit dir schalten,

Tua Donna ben severa sarò in fatti,
Bis ich von dir der Freiheit Preis erhalten.

Fin che da me Te stesso non riscatti.

*) Wenn irgend eine deutsche episdie Dichtung zur Uebertragung in's Italianische fich eignet, so ist es Ernst Schulze's „, Bezauberte Rose". Herr Professor Valentini, in Italien wie in Deutschland durch sein italianisches Wörterbuch und in Berlin insbesondere durch seine vieljährige Wirksamkeit als Lehrer der italiänischen Sprache rühmlichst befannt, hat es in seiner ge

genwärtigen literarischen Zurückgezogenheit unternommen, das durch Stoff und Form gleich anziehende Gedicht unseres Landsmannes in seine Muttersprache, und zwar in versi sciolti", zu übertragen. Nach der vorliegenden Probe zu urtheilen, dürfte „La Rosa Incantata" in Italien einer sehr beifälligen Aufnahme fich zu erfreuen haben.

D. R.

XXXVII.
„Wohl scheinst du dich vor Vielen zu erheben
An edlem Stamm, von fürfilich hohem Sinn,
Drum sollst du mir die reichste Lösung geber;
Für schlechte nur ist jeder Preis Gewinn.
So nehm' ich denn dein Herz, dein Blut, dein Leben,
Dein Glück, dein leid, dich selber nehm' ich hin,
Und halte didi mit süßem Band so lange,
Bis ich für dich dich selbst zum Preis empfange."

XXXVIII.
So sprach die Fee, unb Mienen, Blic und Winke,
Dem holden Wort bedeutend zugesellt,
Verkündeten, wie nah die Frucht schon blinke,
Die sonst so schwer und oft so spåt erst fällt.
Als ob herab der Himmel auf ihn finfe,
Umarmte jeßt sein rasches Glück der Held,
Und sollt auch tief die Erde rings fich spalten,
Er würd' es fest in starfen Armen Salten.

XXXIX.
Und hättet ihr der Wangen helle Flammen,
Die zarte Brust, bewegt von Amoro Wehn,
Die Augen, die in süßem Taumel schwammen,
Den Mund, der sanft zum Russe schwoll, gesehn,
Dann würdet ihr den Nitter nicht verdammen;
Wie kann der Mensch den Göttern widerstehn?
Und füllt uns auch der schadenfrohe Knabe
Den Kelch mit Gift, wir segnen seine Gabe.

XL,
Wohl ist es füß, im Schatten einer Linde
Mit seiner Braut zu ruhn im zarten Grün,
Und schäferlich in jedes Baumes Rinde
Verschlungne Súg’ in stillem Traum zu zieha:
Doch füßer ist's, init einein Götterfinde
In reicher Lieb' und neuer Lust zu glühn.
Wenn auch das Licht aus ihren felgen Blicken
Den Schmud beschämt, er scheint fie doch zu schmúden.

XLI.
Bald nahte jeßt mit hochgefärbten Wangen
Das schöne Þaar des Schiffs befrånztem Borb,
Das Segel schwoll, die leichten Ruder flangen,
Sanft wiegte fich die Schwanenbarfe fort;
Und durch das Lied, das ihre Nymphen fangen,
Stahl süß sich oft Janthens holdes Wort,
Ein goldner Pfeil, verhüllt von Blumenbanden,
Bernommen kaum und dennoch stets verstanden.

XLII.
Noch hat der Mond mit seinem goldnen Heere
Sich in den Schooß der Welle nicht geneigt,
Als nahe schon aus sanft erhelltem Meere
Mit weichem Strand ein holdes Eiland steigt,
Dem faum der Siß der freundlichen Cythere,
Der goldne Sain der Hesperiden, gleicht.
Gleich einem Traum, halb deutlich, halb von Wehen
Der Nacht verhüllt, ließ sich die Küste sehen.

XXXVII.
,,Ben Tu mi sembri di progenie illustre,
Maggior senno dimostri, che ogni Grande,
Quindi il riscatto maggior dar Tu mi devi.
Pel Basso e il Vile ogni mercede è buona.
Però il tuo cuore e 'l sangue, sorte e pene,
La vita tua m'arroge, Te medesmo.
E stretto in dolci catene ti ritengo,
Finchè da per Te, Te stesso in premio ottengo”.

XXXVIII,
Così parla la Fata; e aspetto guardo,
E i cenni aggiunti alle parole espresse,
Dimostran bene quanto poco manca
Il frutto giù a cascar, benchè immaturo.
Come se il Ciel s' aprisse agli occhi suoi
Rapido ei abraccia inaspettato sorte,
La qual, s' anzi la terra ora si apprisse,
Ogni sforzo faria, che non sfugisse.

XXXIX.
E se veduto aveste le sue gote
Arder qual fiamma, e 'l petto suo alitante,
I cupidi occhi d'amore lampeggianti
Tumide labbra, a appiccar baci pronte,
Biasimato Voi Astolfo non avreste;
Può l' Uom forse resistere agli Dei?
Quand' anche a noi, quel cattive d' Amore
Velen ci desse, lo prenderem di core.

XL.
Gustoso è certo all'ombra d' un bel tiglio
Giacere con la Bella, in molle prato,
E i suoi nomi intrecciare in care note
Su le bucce, sognando esser pastore;
Con una Diva però, di più è gustoso
Nuovi diletti aver, copioso amore;
Benchè lo sguardo suo deprima il fregio,
Esso però non sembra farle sfregio.

XLI.
Con sfolgoranti gote or va la coppia
A bordo del naviglio inghirlandato;
Guazzano i remi e gonfiasi la vela,
Dondola il legno poi, da' cigni tratto;
Or cantano le Ninfe, e Jante lancia
Aurei dardi d' amor, iu fiori avvolti:
Son dolci parolette appena intese,
Non mancando però, d' esser comprese.

XLII.
Non ancora la Luna, e le auree stelle
Nel grembo del bel mar s' erau tuffate,
Quando che appar pelle schiarite onde
Una Isoletta vaga al lido ameno;
Pari quasi al bel seggio di Citere,
Oppure all' aureo Orto dell' Esperidi,
Qual vano sogno, che di luce è avaro,
Talora è il lido, a mezzo bujo, e chiaro.

1

Brasilien und Deutschland.

man noch heute in Brasilien spricht) darthun, aber auch Andere, tüm.

tige Männer, haben Aehnliches über fich ergehen laffen müffen; ich An den Redacteur des Magazin 26."

nenne nur den Oberft S dywalbach (nachheriger portugiefischer Mat(Schluß.)

schall und Vicomte von Setubal), den man auch ohne allen Grund Beiläufig bemerke ich noch, um der gelehrten Auseinanderseßung für längere Zeit in ein absgeuliches lody, zu dem die See bei ftarkem des Herrn Dr. França das nöthige Schlaglicht beizufügen, daß man Winde Zutritt hatte, warf und nachher höhnisch erklärte, es sei die ben Offizieren, welchen man 1830 die verbrieften Rechte raubte, nie- Mißhandlung aus Besorgniß für seine persönliche Sicherheit gesehen. malo die Erklärung abgefordert (wie dies in loyaler Weise mit den Doch Sie möten mir vielleicht einwerfen, diese Schändlichkeiten seien englisden Offizieren in der portugiesischen Armee geschah), ob sie in einer tief aufgeregten Zeit von den Behörden verübt worden – was Bürger werben und fortbienen, oder Ausländer bleiben und dann aus. immer noch nicht ein Volt, bas ben Begriff der Ehrenhaftigkeit zu [cheiden wollten, und es gab unter diesen Männern Viele, welche mehrfaffen vermag, der späteren Sühne einer schweren Soulb überhebt als zwei Jahre für Brasilien ,,Feldzüge mitgemacht hatten", viele aber genießt denn gegenwärtig der Deutsche einer größeren Sicher,, von wirklichen Kenntniffen und Geiftesgaben“, auch solche, ,, welche heit? Nun, Sie brauchen blos einen Blick auf Seite 5 meines ,, Diffefic bemerkbare Verdienste erworben“ hatten, womit, nach des Herrn nen Briefes“ zu werfen und „Le Nord” vom 28. März d. I. zur Hand Dr. França Auslaffungen, allein schon brasilianisches Bürgerrecht er zu nehmen, um sich zu überzeugen, wie es mit den conftitutioneller worben wird. Das Alles nüßte aber den , fremden" Offizieren nichts, und geseßlichen Garantieen bezüglich der ,, Fremden" in Brasilien stekt von denen ein ansehnlider Theil berz- und gewiffenlos, wie es bem Was brasilianische conftitutionelle Religionsfreiheit bedeute, wüthendften Fremdenhaß eigen ift, in namenloses Elend gestürzt, ist oben schon angedeutet, ergiebt sich aber aud ohne Bemerkung des Andere in der Verzweiflung ihr Dasein durch eine Rugel endeten. dem Wortlaut des Art. 5 (cf. auch meinen ,,Offenen Brief“), and Sie batten die schönsten Jahre ihres Lebens, Mancher seine Gesundheit keine Sophiftit ift im Stande, die gewichtigen Chatsachen“ der Zatoumsonst geopfert, Andere (wie es mir selbst begegnete) betrog man seranz, auf welche ich in meinen Schriften (siehe auch Rert: „Die nodi obeneitr um einen großen Theil des Jahre lang rüdständig gee Kolonieen der brasilianischen Provinz Rio grande do Sul“), Dr. Heußer bliebenen Soldes.

und Th. Deveß in ihren Berichten hingewiesen haben, anders, welche Daß der Art. 179 für die ,,Fremden“ keine Soußwehr ihrer selbft brasilianische Zeitungen veröfentlicht gaben, und noch andere Freiheit und Sicheryeit ist, was Herr Dr. Franga und gern glauben auf welche der Marquez von Dlinya (fiche meineu Offenen Brief") machen möchte, könnte ich durch meinepersönlichen Erfahrungen (von denen zielt, aus dem Gedächtaiß der Deutsó en zu tilgen. Daß man jest,

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