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Zweite Abtheilung

herausgegeben von Rudolph Dietsch.

1.

Homeri Odysseae epitome. In usum scholarum edidit Franciscus Pauly. Pars prior. Odyss. lib. I–XII. Pragae MDCCCLVIII sumptibus Tempsky.

Ein Auszug aus der Odyssee? Wer blos den Titel des Buches liest, glaubt eine sogenannte kleine Odyssee vor sich zu haben, eine Bearbeitung etwa von der Art, wie sie von einem gewissen Dr Koch unter folgendem Titel vorhanden ist: sechs Bücher der Odyssee, enthaltend die vollständige Reisebeschreibung des Ulysses für den ersten Schulgebrauch. Marburg 1822.” Also eine Zusammenstellung der inleressantesten Abenteuer des Odysseus, wie sie für den Horizont von jüngeren Knaben passt (falls man mit solchen den Homer wirklich in der Ursprache lesen will, statt sie mit diesem Stoffe vorläufig durch eine geschmackvolle deutsche Bearbeitung bekannt zu machen). Da kann man allenfalls beschneiden und aus verschiedenen stofflichen, vielleicht auch sprachlichen Gründen allerlei weglassen. Aber nein! Unser Buch gibt nicht einen Auszug, sondern eine ganze Odyssee, vorläufig wenigstens die erste Hälfte, mit Weglassung von nur 245 Versen im Interesse der Sittlichkeit.

Der Herausgeber möge uns die Frage erlauben, was für Schüler er eigentlich vor sich hat. Sind es kleine Knaben, so brauchen sie noch keinen ganzen Homer, und irgend ein Auszug, eine Chrestomathie ist für dieses Alter angemessener, wenn es überhaupt zweckmäszig ist, den Unterricht in der griechischen Sprache mit Homer zu beginnen; sind es aber, wie gewöhnlich auf unsern Gymnasien, junge Leute von 15–17 Jahren mit denen man Homer liest, so ist eine derartige ängstliche Sorge, ihr Anstandsgefühl ja nie zu verletzen, nicht am Platze. Nur das wirklich lüsterne soll man von ihnen fern halten, also z. B. in der Odyssee einzig das achte Buch überschlagen, da das Abenteuer von Ares und Aphrodite in der That die Phantasie reizt; wo man aber blos riskiert den Schüler in seinen modernen Begriffen von Schicklichkeit zu choquieren, da darf man den Schritt im angehenden Jünglings

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