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eine Kub,

ftrengtes Arbeiten von einigen Wochen funfzig, vielleicht hundert darakterisert habe, sereibe ich dem zu, der weder mit den Rüdmärts Chaler einbringt, die dann nicht erbeten, fondern erarbeitet find, bers blidenden den Grundsas (der Jesuiten) festhält: So muß es fein, anlaßt ihn zu der folgenden Erpectoration:

benn fo ist es gewesen; noch den diametral entgegengeseßten (des Me1,30 weiß sehr gut, daß, was ich eben ausgesprochen habe, Ihnen phistopheles): Was ist, muß dem Neuen Plas machen, zu seiner Devise nicht in die Ohren Eigeln kann. 34 habe aber es auszusprechen macht, noch endlich wie das juste milieu nur erwartet, was da kommer erstlich deswegen ein Recht, weil, obgleich ich die Universität vor wird, sondern welcher erkennt und will, was sein muß, weil es fein einem Menschenalter verließ, ich nie aufgehört habe, wo es die Ehre soll, welcher, wo er an dem Seienden festhält, es thut, nicht weil es eris gilt, wie ein Student zu fühlen, und weil ich der Ansicht bin, daß, ftirt, sondern weil er es als vernünftig erkannt hat; wo er eine Verwenn man achtet, man auc tabeln darf. Jo habe aber dazu zweis änderung fordert, es nicht aus Neuerungssucht thut, sondern weil er tens die Pflict. 3 habe schon bemerkt, daß sie einmal die eigent- weiß und also auch beweisen kann, daß das Bestehende unvernünftig, liche Aristokratie Deutsdlands, die der studirten leute, mit bilden die Veränderung nothwendig ist. Da vernünftige Nothwendigkeit mit werden. Von oben her, bei der Aristokratie, beginnen nach einem sehr dem zusammenfällt

, was wir die Idee nennen, so wird nicht als eine, begreiflichen Gefeße alle Reformen und Revolutionen. Wie Sie einst sondern als die einzig mögliche Farbe der politischen Ansicht des denten werden, so wird eine oder einige Generationen später die Mehr- Studenten die ideale angegeben werden müssen, welche nur das im zahl der niedriger Stehenden denken. Nun giebt es aber bei diesen Staate ale berechtigt ansieht, was der Idee entspricht

. Wer in einen Punkt, wo reformirt und regenerirt werden muß, wenn nicht dem Staate nur die Vernunft fiebt und anerkennt, der beschäftigt sich, unser ganzes Voit berunterfommen fou. Es handelt sich darum, den da er selber ja Vernunft ist, mit sich selbst, mit dem, was sein eigenta Grundras, den ich vorhin als den der alten guten Zeit bezeichnete, liches wahres Leben ausmacht; -und wenn in diesem nicht bei einem unserem Dolf wieder einzuimpfen, daß Armuth teine Schande fei, Fremden - sondern bei sich Sein das besteht, was mir Freiheit nennen, wohl aber Almosen nehmen oder gar erbitten. Dieser Grundsaß ift fo wird also die freie oder liberale Ansicht vom Staate wiederum und wird immer mehr vergessen, und zwar durch Schuld der höheren nicht nur eine der zu ergreifenden, sondern die allein erlaubte für den und vornehmeren Stände. Bei diesen ist es allmählich dazu gekom. Studenten sein". men, daß es als Zeichen der Vornehmbeit und Christlichkeit gilt, wenn Die Frage, wie es mit dem Studenten ftebe in Bezug auf der man ohne Erröthen zu betteln versteht. Hier stirbt einem Bürger Unterschied des Staatsfünstlers und des Staatstheoretifers, ist in den

augenblidlich wird in höheren Kreisen gebettelt. Hier folgenden Sägen beantwortet: fällt es Einem ein, lüderliche Handwerksgesellen tugendhaft zu machen; ,,Da ihm der feste Punkt - der Stand - fehlt, von dem aus ohne Geld thun die das nicht, also man bettelt Geld zusammen. er versuchen könnte, der Wirklichkeit beizufommen, so ist ihm natürlich Da feiert irgend ein verdienter Mann sein Jubiläum; Verdienste nicht die Rolle des Staatskünstlers zugewiesen, sondern die der Theoreohne einen silbernen Pokal find unserer pokulirenden Zeit ein hölzer- tifers, und zwar, aus dem angeführten Grunde, des allerrüdfichtsnes Eisen; die Bettellifte geht umber bei Leuten, die jenen Ehren- losesten Theoretifere, der nur berausbringen will, was vernünftig ist, mann nie sahen und nie etwas mit ihm zu theilen hatten. In den und der die Frage über die gegenwärtige Ausführbarkeit als etwas, feinften und höchften Kreisen ist es so weit gekommen, daß man nie das ihn nichts angeht, bei Seite läßt. Wie zu seiner Zeit das als in Gesellschaft gehen kann, ohne (wie man sich mit Pfennigen ver- vernünftig Erkannte auszuführen ist, wird sich schon finden, wenn seine sieht, wenn man über die böhmisde Gränze geht) Geld, viel Geld Zeit erst gekommen sein wird. Man bat behauptet, daß die von mitzunehmen, weil man gefaßt sein muß, daß hier eine Präsidentin, allem Gegebenen absehende Politik, mit welcher sich die Burschen= dort eine Gräfin mit Loosen zu wohlthätigen Zweden oder ganz sim- schafter gleich nach den Freiheitskriegen beschäftigt haben, ein Beweis pel mit dem sammelnden Teller berumgeben wird. Sie betteln, und sei bafür, daß das rüdsichtslose Theoretifiren verberblich sei. Man weil bei ihrer Stellung man ihnen nichts abschlagen darf, ist es ein vergißt dabei, daß in jener Zeit die Studenten leider sich nicht das Betteln mit dem drohenden Knittel in der Hand; es ist ein purer mit begnügten, zu theoretifiren, Politik zu treiben, sondern daß fie Zwang, , sanfter Kommunismus", wie ein geistreicher Freund es sogleich Politik zu machen versuchten und dieses legteren Zwedes nannte. Wenn aber nun der gemeine Mann sieht, wie die Vornehmen, halber immer das Wie der Ausführung mit zur Sprache kam, dadurch die Gräfinnen und Prinzessinnen betteln, wie soll es ihm wohl ein aber auch die Theorie nicht Zeit hatte, fich zu krystallisiren und abfallen, fehamroth zu werden, weil er auch nach dem Bettelfac greift!... zuschließen. Dieses vor- und unzeitige Bublen mit der praktischen Wer Geschenke annimmt oder gar erbettelt, mit dem ist Alles zu machen; Wirtsamkeit ist an sich und in seinen Folgen ganz das, was das der läßt sich eben etwas bieten". )

Buhlereitreiben vor erlangter Geschlechtsreife und eingegangener Ehe. Die Beantwortung der Frage: „Welche politische Ueberzeugung An fich, wie jenes, verbrecherifd); darum feben wir jenes Polititmachen ziemt dem wahren Studenten?" wird mit folgenden Worten ein. begleitet von dem Verbrecherischen Versuche, Offiziere zur Uebergabe geleitet:

von Festungen zu überreden, ja von dem vollbrachten Verbrechen des Da ich als das Wesen der Ueberzeugung dies angegeben habe, Meuchelmordes. In seinen Folgen, indem es, wie jenes, impotent daß sie von dem, der sie hat, selbst erzeugt sei, so kann auch der Sinn macht. Das Jahr 1848 bat gezeigt, wie viele von denen, die auf dieser Frage nicht der sein, daß, was der Student für wahr halten der Universität die politische Praris hatten antizipiren wollen, als solle, ich Ihnen angebe. Ob die monarchische Staatsform, ob die ihnen eine Gewalt gegeben war, wie nicht leicht Menschen in Deutschrepublikanische die beste, ob nur eine von beiden die vernünftige ift, land gehabt haben, nichts machen konnten“. diese und ähnliche Fragen zu beantworten, ist hier nicht die Aufgabe, Die Garantie dafür, daß eine folde ganz rüdsichtslos vom Freisondern es handelt sich darum, zu finden, ob nicht hinsichtlich dessen, sinn diktirte Theorie nicht eine ganz unausfübrbare werde, findet Herr was man die Farbe einer politischen Ansicht zu nennen pflegt, aus Professor Erdmann in dem patriotischen Sinn des Studenten. dem, was wir bisher gefunden, fich etwas folgern ließe. Fänden wir Die sehr interessanten Betrachtungen über das Studentenduell auch nur das Eine, daß gewisse Farben, z. B. das sogenannte Chan- finden wir in folgenden Säßen zusammengefaßt: geant, unzulässig sind, To wäre das schon ein Gewinn."

,,Die Ehre ist für den Studenten die Atmosphäre, ohne die er Nachdem dann der Verfaffer die Bezeichnungen: radifal, liberal, nicht leben kann; Ehrlosigkeit ist seine Verdammniß und ex inferno konservativ, absolut, revolutionair und reactionair, servil und destruk- nulla redemptio; die Empfindlichkeit hinsichts ihrer kann daher gar tid, Heuler und Wühler erörtert und gefunden, daß fie alle nicht nicht groß genug sein, und ihre Verleßung darf nicht ohne die Reparaganz paffend find, fährt er fort:

tion gelassen werden, welche der Staat nicht geben fann, die StuAm logischsten, weil darin wirklich ein Gegensaß enthalten ist

, dentenfitte aber postulirt. Bis jeßt verlangte diese, wie beim Offizier, am fältesten und objektivsten, weil sie keinen Tadel enthält, scheint die das Duell, nur daß das Studentenduell zugleich die Bedeutung eines Bezeichnung zu sein, welche die verschiedenen politischen Ansichten mit gefährlichen, Muth und Geschidlichkeit zeigenden Waffenspiels hat. Bewegungen in entgegengesekter Richtung vergleicht und demgemäß Ob die Zeit des Duets vorüber ist, ob an seine Stelle Ehrengerichte von solchen spricht, die vorwärts und die rückwärts ftreben, von Pro oder irgend etwas Anderes treten fou, fann sich nur dadurch entscheiden, greffiften und Regressiften. 3o will zugestehen, es find denkbar daß fich die Ausgezeichnetsten darüber vereinigen. Eine solche Ver. und eristiren wirklich zwei verschiedene politische Anfichten, von denen einigung bedarf des genauesten gegenseitigen sich Aussprechens unter die eine zum Fortschritt aufmuntert und Vorwärts! ruft, die andere den verschiedensten Ansichten, wird daher unmöglich, wo gegenseitige zur Umfebr mahnt und Rüdwärts! fommandirt. Auf die Frage aber: dechtung, Mißtrauen die Verständigung unmöglich macht. Wer also ,, Welches ist die Parole des wahren Studenten?" antworte ich: „Auf- eine solche wünscht, um eine bessere Sitte berrschend zu machen, thut wärts!" Was damit gesagt sein foll, ergiebt sich aus den folgens am besten, nicht sogleich mit dem Bestehenden zu brechen, sondern side den Worten:

bemselben insoweit zu akkommodiren, als davon die Möglichkeit einer ,. Diese Ansicht, die ich bisher nur mit Anfnüpfung an ein Bild Wirksamkeit abhängt. Wer dies nicht will, sei auf die Folgen gefaßt,

die überall den Neuerer treffen, und trage diese selbst; denn fonst *) Das hier und da mit dieser Art von Wohlthåtigheitsübung aud, Miks paziszirt er doch mit dem Bestehenden". brauch getrieben werde, ist wohl nicht in Avrede zu stellen; doch im Allgemei: nen ist diese Verurtheilung der Geldsammlungen für Arme ebenso parador als

Der Soluß der Vorlesung, in welder die Studenten- Verbinungerecht.

D. R. dungen besprochen find, lautet: „Wenn es aus seine Richtigkeit haben

follte mit den Gefahren des Corps- und Verbindungs-Lebens, so werden sie mich doch nicht davon abbringen, was Nachdenken und Erfahrung mir sicher geftellt haben, daß es ein sehr wichtiges, fittliches fowohl als intellektuelles Bildungsmittel ift, einer großen Verbindung anzugehören, die zu allen übrigen in dem ehrenbaften Verhältnis gegenseitiger Anerkennung steht. Darum ist es nicht nur die Rüd. ficht auf die ungebeure Anzahl der Stiftungstage, welche mich wünschen läßt, daß für Falle eine Zeit fomme, wo Zwanzig bis Dreißig nicht für eine große Zahl, sondern für kaum hinreichend gelten werden, um eine Verbindung zu gründen, und wo in jeder nicht nur die vers schiedenen Fakultäten, sondern auch die verschiedensten Ansichten werden vertreten sein. - Leidenschaftlicher Anhänger von allem Festhalten an Standesberechtigung und Standesporzug, bin ich von vorn herein für Jeden eingenommen, welcher nicht aufgeben will, was nad seiner Anfidt feinem Stande zufommt. Indeß bin ich doch auch nicht so verblendet, daß ich nicht, wo Größeres baburd, erkauft werden kann, die Wahrheit des Sprüchworts einfäbe, daß Nachgeben ein Beweis fei von mehr als Vornehmer - von Klüger sein".

Die vorstehenden Mittheilungen werden noch mehr als die Ueberficht, die wir über den Inbalt des Buches gegeben haben, unsere leser überzeugt haben, daß dieses Buch ein höchft gediegenes Werk eines durch die Wissenschaft und das fittliche Leben zugleich gereiften Denfers ift, ein Wert, in Bezug auf welches ein Jeder, der es gelesen bat und der feinen wissenschaftlichen und fittlichen Werth zu würdigen vermag, den Wunsch begen muß, daß recht Viele fich feinen Inhalt zu eigen machen mögen.

Dr. Hr.

Anweht; wie seine Finger uns die Seite 10)
Aufreißen 11) und durchwühlen 12). Niemals zagt 13) Gr!
Er ist ein Riese, und er båndiget
Richard den Dritten, jenen leoparden,
So wie das plumpe Urthier 14) Caliban.
Das Fveal nur ist der Wein, den dieser
Bacchus fredenzt. Die ungeheuren Stoffe 15),
Die Gr ergriffen und bewältigt hat,
Rödheln 19) uin ihn herun, schön 17) oder häßlich 14).
&r frebelt 19) Lear, Brutus und Bamlet, Wesen
Gewalt'ger Gattung; so die Capulets,
Montague's, Casar; oder Beren 20) hier
In Wäldern, · dort Gespenster auf dem Thurm,
Sogar ein Aeschylus vermag Er noch
Melpomenen in Furcht zu reßen, Er,
Der Finstre 21), seine Hände voll von Feßen 22)
Menschlider Seelen, von Gello's Fleisch,
Von Macbeth's Ueberresten. Nuhe findet 23)
In seinem Werk (dem Schauder - Alphabet
Des Dramas 24) - Gr. So wie der schwarze Löwe 25)
In einer unermesi'nen Göhle einschläft,
Die Krallen blutbeflect.

Shatspeare, Victor Hugo uud Soltei. Wir haben in diesen Blättern bereits das reichhaltige, 43 Bogen ftarfe Album empfohlen, das Karl von Holtei, unser nach Graß, in Steiermark verslagener, liebenswürdiger norddeutscher Landsmann, zum Besten des dortigen evangelischen Friedhofs herausgegeben. *) Man verschafft fich mit diesem Buche eine ganze Bibliothek von wissenschaftlicher und unterhaltender Profa, von deutscher und ausländis scher Poesie. Es giebt daher für die Winterabende auf dem Lande, sowie für diejenigen, die etwa eine längere Reife machen und fide Lektüre mitnehmen wollen, kaum ein empfehlenswertberes, wohlfeileres Buch, als dieses ,,Holtei-Album", dem wir gern auch auf dem Titelblatte diesen Ramen gewünscht hätten, da der Friedhofs-Titel, so berechtigt er auch auf die Wohlthätigkeitsliebe deutscher Leser, dodo für manche vielleicht nicht einladend genug ist, das Buch zu faufen. Das Ausland, unsere Domäne, wird darin durch vielfache poetische Beiträge vertreten. Unter anderem findet fich aber auch von Soltei selbst eine poetische Persiflage Victor Hugo's und der sogenannten romantischen Schule" der Franzosen in Bezug auf ihre Auffassung des großen Shafspeare. Wir lassen hier die beiden Gedichte folgen, die auch ein literargeschichtliches Intereffe haben:

Wie der deutsche Weberseper Herrn Victor Hugo anfteht.

Gin wahrer Dichter wurdest Du geboren,

Und Deine Jugendfänge drangen weit;
Nur allzufrüh hast Du Dich selbst verloren
In Deiner unbegränzten Gitelkeit.
Sie riß Dich fort zu toll - blind- wüth'gem Walter,
Du wolltest Kunst wie Leben umgestalten;
Ganz ohne Maß, Besonnenheit und Plan,
Verliefst Du immer tiefer Didy in Waha.
Du wähntest, den Franzosen Das zu werden,
Was Gottes Macht nur Ginem Einz'gen gab;

Für zwei Shafspeare ist nicht Raum auf Grben!
So tratít Du frevelnd auf sein heilig Grab

Und åfftest nach in traurigem Verkennen,
Was blutige Schauder Du an ihm genannt;
Du wagtest wild und grausam ihn zu nennen,
Den Sanftesten, den je die Welt gefannt,
Den mildesten Beherrscher alles Schönen,
Den frömmsten Mann, der, göttlich - rein gefinnt,
Des Lebeno zwiespalt wußte zu versöhnen,

Voll Weisheit und voll Ginfalt, wie ein Kind.
Dir ist's cin Raubthier, das die blut’gen Krallen

In Menschenherzen tüdisch-grausam fchlágt!
Mir ist's ein Cherub, der zum Wohlgefallen

Des Himmels und empor gen Himmel trägt.
Man täuscht auf Jahre, – täuscht nicht sein Jahrhundert,

Und als Tragöde haft Du nur gegleißt;
Drum fragten Viele oft und still - verwundert:
Wie fommt's, daß dicser reichbegabte Geist
Von Shafspeare spricht mit tonender Emphase
Und es am Ende zu nichts Hob'rem bringt,
Als zur Gestaltung einer hohlen Phrase,

Die ohne inn’res Leben schallt und flingt?
Jeßt seh'n wir flar. Du sprachest unumwunden

Durch Deine Verse über Did den Bann,
Nun weiß man doch, was Du in ihm gefunden,
Was man von Dir erwarten darf und fann.

Holtei.

Wie Herr Victor Hugo den William Shakspeare anfteht.

(Uus dem Französisdien ro wortgetreu als möglich überseßt.)
Shafspeare tiefsinnend '), von Versailles fern,

Dem prächt'gen, mit geschniegeltem 2) Tarus,
Versdnitt'nem Buchsbaum, wo man die weinerlide,
Weitschweifige Tragödie flöhnen hört,
Betrachtet festen Blicks der Welt Gewühl %),
Und vor ihm schaubert bang der weite Wald.
Da sdreitet er mit bleidiem Angesicht,
In seinem Innern von sich selbst verblendet “),
Dem wilden Thiere 5) gleich; auf seinem Haupte
'nen Streifen ) licht, wie eine Mähne schüttelnd.
Durchsichtig ist sein Schädel, angefüllt
Mit Seelen - Leibern Träumen, die heraus
Man leuchten sieht. Es rinnet durch sein Sieb
Die ganze Welt; er hält das ganze Leben
In seiner furchtbar'n Faust. Er preßt dem Mensden
Gin übermenschlich Schluchzen aus. Und unser Geist,
In solch' befremdlichem 7) Genie bieweilen
(Wie auf der See) den Weg verlierend, leidet Schiffbruch ®).
Wir fühlen zitternd wie in seinem düstern
Theater ") und der Hauch von seinem Munde

Mannigfaltiges. ulibis deff. Am 5ten d. Monats (24. Januar a. S.) starb in Nijni- Novgorod der russische Kunstkritifer Alexander Dmitrijewitsd Ulibischeff (Yahwebb), beffen geistreiche Werte über Mozart und Beethoven ihm weit über die Gränzen seines Vaterlandes hinaus einen geachteten Namen erworben haben. Aus einer wohlhabenden adeligen Familie tatarischer Abkunft entsprossen, war er frühzeitig in Staatsdienste getreten, in welchen er den Rang eines wirklichen Staatsrathe erreichte; die leßten dreißig Jahre seines Lebens batte er jedoch meist auf seinen Gütern im Gouvernement Nijni-Novgorod verbracht, wo er, von den Geshäften zurückgezogen, fich ganz den musikalisden Studien hingab, deren Früchte ihm ein ehrenvolles Andenken in der europäischen Kunstgeschichte fichern werden.

„Für den Friedhof der evangelisden Gemeinde in Oraß in Steier: mark". Erzählungen, vermischte Aufsäße und Gedichte von 126 deutscheu Gelehrten, Schriftstellern und Dichtern diesem Zwecke gewidmet. Mit einer musikalischen Beilage von G. Meyerbeer. Braunsdyweig, Vieweg. 1857, (Preis 2 Thlr.) 1) songe. 2) peigné.

3) foule 4) ébloui. 5) farouche fauve. 5) haillon de lumière, eigentlich: Lumpen, Lappen. – ?) étrange. ) sombre. 9) théâtre.

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fane entfernt, ging feit dem 29. Juni desselben Jahres, also zwei Merito.

volle Monate lang, ein ununterbrochenes unterirdisches Getöse voraus.

Es war dasselbe dadurch schon von den wunderbaren bramidos von Die Erhebung des Bulfans von Iorullo.

Guanaruato, die ich an einem anderen Orte beschrieben, verschies Nad Alerander v. Humboldt.

den, daß es, wie es gewöhnlicher der Fall ist, von Erdstößen begleis Der fürzlich erschienene vierte Band des „Kosmos", der in fei- tet war, welche der filberreichen Bergstadt im Januar 1784 gänzlich nem zweiten Abschnitte die „, Reaction des Innern der Erde gegen fehlten. Der Ausbruch des neuen Vulkans um 3 Uhr Morgens verdie Oberfläche" zum Gegenftande bat, behandelt zunächst die Erd, fündigte sich Tages vorher durch eine Erscheinung, welche bei anderen beben, die der Verfaffer in drei Kategorieen (beidet: 1) in folde, Eruptionen nicht den Anfang, sondern das Ende zu bezeichnen pflegt. die auf den kleinsten Raum eingesdränkt sind und offenbar der Thätig- Da, wo gegenwärtig der große Vulfan steht, war ehemals ein dichtes keit eines Vulkans ihren Ursprung verdanken; 2) diejenige Gattung, Gebüsd von der, ihrer wohlschmeckenden Früchte wegen, bei den Einwelder große Ausbrüche von Vulkanen zu folgen oder auch voran gebornen fo beliebten Guayava (Psidium pyriferum). Arbeiter aus zugeben pflegen, für welche Gattung die Vulfane gewissermaßen als den Zuderrohr- Feldern (cañaverales) der Hacienda de San Pedro Sicherheits - Ventile zu betrachten; 3) endlich diejenigen Erdbeben, Jorullo, welche den reichen, damals in Merito wohnenden Don Andres die ebenso unvulfanische als vulfanische länder in großen Strecken Pimentel gehörte, waren ausgegangen, um Guayava - Früchte zu durchziehen, ohne irgend einen bemerkbaren Einfluß auf die nahen sammeln. Als sie nach der Meierei (hacienda) zurüdfehrten, bemerkte Vulkane auszuüben. Diese dritte Gattung erinnert, wie der Vers man mit Erstaunen, daß ihre großen Strohhüte mit vulkanischer fasser des , Kosmos" bemerkt, am überzeugendften an die Gristenz Afde bebedt waren. Es hatten sich demnach schon in dem, was man einer allgemeinen Ursache aller Erdbeben, die in der thermifcen jeßt das Malpais nennt, wahrscheinlich am Fuß der hoben BasaltBeidaffenheit des Innern unseres Planeten liegt.

kuppe el Cuiche, Spalten geöffnet, welche diese Afde (Rapilli) ausZu der legtgedachten dritten Gruppe gehört auch der, wiewohl stießen, ehe noch in der Ebene fich etwas zu verändern dien. Aus seltene Fall, daß in unvulfanischen und durch Erdbeben wenig er einem in den bischöflichen Archiven von Valladolid aufgefundenen bredten Ländern, auf dem eingeschränktesten Kaume, der Boden Briefe des Pater Joaquin de Ansogorri, welcher drei Wochen nach dem Monate lang ununterbrochen zittert, so daß man eine Hebung, Tage des ersten Ausbruchs geschrieben ist, scheint zu erhellen, daß der die Bildung eines thätigen Vulkans, zu besorgen anfängt. Als Pater Isidro Molina, aus dem Jesuiter- Kollegium des naben Pasam 29. September 1759 im Innern von Merito, am westlichen Ab cuaro, hingesandt,

i opum den von dem unterirdischen Getöse und den falle des Hochlandes von Mechoacan, die bis dahin kultivirt ge Erdbeben aufs äußerste beunruhigten Bewohnern der Playas de Jowefene Fläche von Jorullo neunzig Tage lang ununterbrochen rullo geiftlichen Trost zu geben“, zuerst die zunehmende Gefahr er: erbebte, ftieg mit einemmale ein vulkanischer Berg von 1580 Fuß kannte und dadurch die Rettung der ganzen kleinen Bevölkerung über der Ebene (4000 Fuß über dem Meere) mit vielen Tausenden veranlaßte. ihn umgebender, 5—7 Fuß hoher Basalt- Kegel (los boroitos) empor

In den ersten Stunden der Nacht lag die schwarze Afdhe icon und ergoß einen mächtigen Lavastrom. Die beiden kleinen Flüsse, einen Fuß hoch; Alles floh gegen die Anhöhen von Aguasarcu zu, Rio de Cuitimba und Rio de San Pedro, verschwanden und erschie- einem Indianer-Dörfchen, das 2260 Fuß höher als die alte Ebene nen einige Zeit nachher unter furchtbaren Erdstößen als heiße von Yorullo liegt. Von diesen Höhen aus sah man (so geht die Quellen.

Tradition) eine große Strecke Landes in furchtbarem Feuerausbruch, Humboldt, der im Jabre 1803 das Terrain von Jorullo unter und ,, mitten zwischen den Flammen (wie fid, die ausdrückten, welche suchte, bat zuerst in seinem „, Essai politique sur la Nouvelle Espagne" das Berg-Aufsteigen erlebt) erschien, gleich einem schwarzen Kastelli (1811) die wissenschaftliche Welt auf dieses vulkanisde Phänomen (castillo negro), ein großer unförmiger Klumpen (bulto grande)". hingewiesen und zugleich die erste topographisdhe Vermessung des 30- Bei der geringen Bevölkerung der Gegend (die Indigo- und Baumrudo bekannt gemacht. In neuerer Zeit hat ein meritanischer Geifts wollen-Kultur wurde damals nur sehr schwach betrieben) hat felbfit licher, Don Juan José Pastor Morales, den Bericht eines Augen- die Stärfe langdauernder Erdbeben kein Menschenleben gekostet, obzeugen jenes merkwürdigen Ereignisses, eines Priesters in einem gleich durch dieselben, wie ich aus Handschriftlichen Nachrichten erses nahe dem Schauplaße gelegen gewesenen Indianer - Dorfe, entdect. ben, bei den Kupfergruben von Inguaran, in dem Städtchen Paşcuaro Hiernach

, sowie nach anderen ihm gewordenen ergänzenden Berichten, in Santiago de Ario, und viele Meilen weiter, doch nicht über vervollständigt nun der Verfasser des Rosmos" seine frühere, in S. Pedro Churumuco hinaus, Häuser umgestürzt worden waren. In viele Lehrbücher) übergegangene Schilderung. Wir erlauben uns, der Hacienda de Jorullo hatte man bei der allgemeinen nächtlichen diese ebenso anziehende, als belehrende Episode des „Kosinos" unse- Flucht einen taubftummen Negersflaven mitzunehmen vergessen. Ein ren Lesern bier mitzutheilen.

Mestize batte die Menschlichkeit, umzukehren und ihn, als die Woh „ In der Reihe der merikanischen Vulfane ist das größte und, seit nung noch stand, zu retten. Man erzählt gern noch heute, daß man meiner amerikanischen Reise, berufenfte Phänomen die Erhebung und ihn knieend, eine geweihte Kerze in der Hand, vor dem Bilde de der lava-Erguß des neu erschienenen Jorullo. Dieser Vulkan, dessen Nuestra Señora de Guadalupe gefunden habe. auf Messungen gegründete Topographie ich zuerst bekannt gemacht Nach der weit und übereinstimmend unter den Eingebornen verbabe, bietet durch seine Lage zwischen den beiden Vulkanen von To breiteten Tradition, fout in den ersten Tagen der Ausbruch von großen luca und Colima, und durch seinen Ausbruch auf der großen Spalte Feldmassen, Schladen, Sand und Asde immer auch mit einem Erguß vulfanischer Thätigkeit, welche sich vom Atlantischen Meere bis an von schlammigem Wasser verbunden gewesen sein. In dem vordie Südsee erstredt, eine wichtige und deshalb um so mehr bestrittene erwähnten denkwürdigen Berichte vom 19. Oktober 1759, der einen geognostische Ersheinung dar. Dem mächtigen lavastrom folgend, Mann zum Berfafser bat, welcher mit genauer Lokalfenntniß das eben welchen der neue Vulfan ausgestoßen, ist es mir gelungen, tief in das erst Vorgefalleue schildert, heißt es ausdrüdlich: que espele el dicho Innere des Kraters zu gelangen und in demselben Instrumente aufzus Volcan arena, ceniza y agua. Alle Augenzeugen erzählen (ich übers stellen. Dem Ausbruch in einer weiten, lange friedlichen Ebene der feße aus der Beschreibung, welche der Intendant, Oberft Riaño, und ehemaligen Provinz Mechoacan in der Nacht vom 28. zum 29. Sep der deutsche Berg - Kommiffar Franz Fischer, der in spanische Dienste tember 1759, über 30 geographische Meilen von jedem anderen Vuls getreten war, über den Zustand des Vultans von Jorullo am 10. März

1789 geliefert haben): , daß, ebe der furchtbare Berg erschien (antes *) unter Anderen auch in das treffliche ,,Handbuch der Erdfunde" von G. A. B. Kloden, Bo. 1, lief. III, wo fich auch eine Abbildung des Jorullo

de reventar y aparecerse este terrible Cerro), die Erdstöße und das und der ,,Hornitos" befindet.

D. R. unterirdische Getöse fich häuften; am Tage des Ausbruchs felbft aber

ber flache Boden sich richtbar senkrecht erhob (se observó, que el plan theilen wir noch Folgendes nach den Berichten des Londoner Athe. de la tierra se levantaba perpendicularinente) und das Ganze fich naeum, fowie der amtlichen, neapolitanischen Zeitung, mit: mehr oder weniger aufblähte, so daß Blasen (vexigones) erschienen, Seit zwei Jahren fanden die Eruptionen des Vesuvs in ununters deren größte heute der Vulfan ist (de los que el mayor es hoy el brochener Folge ftatt; furz vor dem Erdbeben hörten sie jedoch auf; Cerro del Volcan). Diese aufgetriebenen Blasen, von sehr der Auswurfs - Regel, den die Schladen des Vulfans in neuerer Zeit verschiedenem Umfang und zum Theil ziemlid regelmäßiger fonischer gebildet hatten, stürzte ein, und statt der nächtlichen starken Feuersäule Geftalt, plaßten später (estas ampollas, gruesas vegigas ó conos war nur noch ein schwac leuchtended Flämmchen zu erbliden. Die diferentemente regulares en sus figuras y tamaños, reventáron Brunnen von Refina“) waren in den leßten Monaten ganz auss despues) und stießen aus ihren Mündungen fodend heißen Erd- getrodnet. Auch waren leichtere Erdstöße in verschiedenen Theilen des salamm (tierras hervidas y calientes) wie verfchlackte Steinmassen Königreiches während dieser Zeit schon bemerkt worden. (piedras cocidas? y fundidas) aus, die man, mit schwarzen Stein Wie das Giornale delle due Sicilie vom 30. Dezember 1857 massen bedeckt, noch bis in ungeheure Ferne auffindet."

beridtet, hat man in Salandro, einer Gemeinde in Basilicata, die Diese historischen Nachrichten, die man freilich ausführlicher mit am meisten durch das Erdbeben gelitten, vier Wochen lang vor wünschte, stimmen vollkommen mit dem überein, was ich aus dem Eintritt desselben eine Gasströmung wahrgenommen, die einem Wassers Munde der Eingebornen, 14 Jahre nach der Besteigung des Antonio lauf entstieg, und zwar soll die Hiße derselben der des Sonnenstrahls de Riaño, vernahm. Auf die Fragen, ob man , das Berg-Rastell" gleich gewesen sein. Später, und zwar einige Tage vor dem Erdnad Monaten oder Jahren sich allmählich habe erhöhen seben, oder beben, bemerkte man dort an einer anderen Stelle, und zwar ebenob es gleich in den ersten Tagen schon als ein hoher Gipfel erschie- falls an einer Wasser- lache, eine ähnliche Gasströmung. Diese nen fei? war feine Antwort zu erhalten. Riaño's Behauptung, daß Erhalationen wurden nur des Morgens, nicht aber auch zu den übrigen Eruptionen noch in den ersten 16 bis 17 Jahren vorgefallen wären, Tagesstunden, wahrgenommen. Am 22. Dezember hörten fie ganz und also bis 1776, wurde, als unwahr, geleugnet. Die Erscheinungen gar auf, und erwartete man in Salandro, daß künftig an jenen Stellen von kleinen Wasser- und Schlamm -Ausbrüden, die in den ersten heiße Mineralquellen entspringen würden. Tagen gleidyzeitig mit den glühenden Schlacken bemerkt wurden, wer Dasselbe Journal vom 2. Januar 1858 erzählt: In der Gegend den, nach der Sage, dem Versiegen zweier Bäche zugeschrieben, welche, von Bella, ungefähr zwei Stunden von dieser Stadt, hat das Erdan dem westlichen Abhange des Gebirges von Santa Ines, also beben in der Nacht vom 16. Dezember die benachbarten Hügel völlig östlich vom Cerro de Cuiche, entspringend, die Zuckerrohrfelder der nivellirt, die Erde über einander gerollt und tiefe Thäler gebildet. ehemaligen Hacienda de San Pedro de Jorullo reichlich bewäfferten Eine halbe Stunde vor dem ersten Erdstoße wurde ein Licht, so het und weit in Westen nach der Hacienda de la Presentacion fortströmten wie der Mond, gesehen, das die Landschaft beleuchtete, und eine wie Man zeigt noch nahe bei ihrem Ursprunge den Punkt, ivo sie in einer Schwefelgeruch faulige Ausdünftung wurde wahrgenommen. Am Kluft mit ihren einst falten Wassern bei Erhebung des öftlichen Randes Morgen nach den Erdstößen fand man ein Stück Landes, ungefähr des Malpais verschwunden sind. Unter den Hornitos weglaufend, er 600 Morgen groß, von einem 10–12 Palmen tiefen und ebenso scheinen sie (das ist die allgemeine Meinung der Landleute) erwärmt breiten Einschnitt umgeben. als zwei Thermalquellen wieder. Da der gehobene Theil des Mal Aus Vallo wird berichtet: Wenige Minuten vor dem ersten pais dort fast senkrecht abgestürzt ist, so bilden sie die zwei kleinen Stoße wurde im Flusse ein schwirrender Ton gehört, als ob eine Wasserfälle, die ich gesehen und in meine Zeichnung aufgenommen große Masse von Steinen durch den Strom berabgewälzt würde. Am habe. Jedem derselben ist der frühere Name, Rio de San Pedro folgenden Tage zeigten fich große Spalten und Rise in der Land: und Rio de Cuitimba, erhalten worden. Ich habe an diesem Punkte schaft, die anfangs sehr weit waren, jedoch allmählich fich wieder die Temperatur der dampfenden Wasser 52°,7 gefunden. Die Wasser Tchlossen. sind auf ihrem langen Wege nur erwärmt, aber nicht gesäuert wor Ein Reisender freibt: Während ich in Polla war, hob fich der den. Die Reaktiv - Papiere, welche ich die Gewohnheit hatte mit mir Boden beständig. Einst eine schön gelegene Stadt von 7000 Seelen, zu führen, erlitten keine Veränderung; aber weiterhin, nahe bei der liegt dieser Ort jeßt halt in Ruinen. Die überlebenden Einwohner Hacienda de la Presentacion, gegen die Sierra de las Canoas zu, saßen händeringend da und jammerten, da es an Menschen fehlte, um sprudelt eine mit geschwefeltem Wasserstoffgas geschwängerte Quelle, die Verschütteten auszugraben und die Todten zu beerdigen. Hier, die ein Beden von 20 Fuß Breite bildet.

wie in Neapel, find die Erdstöße von einem schweren, dumpfen Rollen Um sich von der fomplizirten Reliefform der Bodenfläche einen angefündigt und begleitet gewesen. klaren Begriff zu machen, in welcher so merkwürdige Erhebungen Die kleine Stadt Saffo, nahe bei Castelabbate, ist in der vorgefallen sind, muß man hypsometrisch und morphologisch unter- Nacht vom 26. Dezember ihrer ganzen länge nach, da fie hauptsäch fdheiden: 1) die Lage des Vulfan-Systems von Jorullo im Verhält- lich aus Einer langen Straße besteht, in zwei Theile gespalten worden, niß zu dem mittleren Niveau der merikanischen Hochebene; die Kon- indem gerade in der Mitte ein Riß entstand, der eine ziemlich verität des Malpais, das von Tausenden von Horpitos bedeđt ist; breite Kluft zwischen der einen Hälfte des Ortes und der anderen 3) die Spalte, auf welcher sechs große vulkanische Bergmassen auf- bildete. gestiegen find.

Ein Engländer, der nach dem Centralpunkte des Erdbebens gereist An dem westlichen Abfall der von SSD nach NNW streiden- war, schreibt: Auf dem Wege nach Pertosa fand ich die Häuser an den Cordillera central de Mexico bildet die Ebene der Playas de beiden Seiten der Landstraße eingestürzt. Die Bevölkerung bieses Jorullo in nur 2400 Fuß Höhe über dem Niveau der Südsee eine Ortes bestand aus ungefähr 3000 Seelen. Am 1. Januar waren von den Horizontalen Bergstufen, welche überall in den Cordilleren 143 Leichen Verschütteter ausgegraben, doch fehlten noch ungefähr die Neigungslinie des Abfalls unterbrechen und deshalb mehr oder 200 Personen. Die ganze Stadt war zerftort, mit Ausnahme von minder die Abnahme der Wärme in den über einander liegenden Luft- sechs Häusern, die jedoch ebenfalls den Einsturz drohten. Zwischen schichten verlangsamen. Wenn man von dem Central - Plateau von Pertosa und Pola hat das Erdbeben in eigenthümlicher Weise gehauft

. Merito in 7000 Fuß mittlerer Höhe nach den Weizenfeldern von Wir fanden nämlich, als wir über eine tiefe Schlucht tamen, die Valladolid de Mechoacan, nach dem anmuthigen See von Paşcuaro gegenüberliegende Landstraße von ihrer früheren Stelle fortgeschoben, mit dem bewohnten Inselchen Janicho und in die Wiesen um Sant und zwar über zweihundert Fuß weit. Der Berg über derfelben war iago de Ario, die wir (Bonpland und ich mit den nachmals so be in zwei Theile geklüftet, so daß man bis zu einer großen Tiefe binab rühmt gewordenen Georginen (Dahlia Cav.) geschmüdt fanden, die Kalfftein-Höhlen der Erde erblicken konnte. Der Boden war von berabsteigt; so ift man noch nicht neunhundert bis tausend Fuß tiefer Spalten durchschnitten, in die wir mit unseren Armen bis an die gelangt. Um aber von Ario am fteilen Abhange über Aguasarcò in Schultern reichten. Pola hatte eine Einwohnerschaft von 7000, von das Niveau der alten Ebene von Jorullo zu treten, vermindert man welchen ungefähr Tausend umgekommen, während bisher nur 567 aus: in dieser so kurzen Strecke die absolute Höhe um 3600 bis 4000 Fuß. gegraben und beerdigt worden. Am Neujahrstage wurden abermals Der rundliche, konvere Theil der gehobenen Ebene hat ungefähr drei Erdstöße bemerkt, einer sehr früh des Morgens und der zweite 12,000 Fuß im Durchmesser, also ein Areal von mehr als einer um 12 Uhr Mittags. Wir standen um diese Mittagsstunde gerade geographischen Quadratmeile.

(Schluß folgt.) auf den Ruinen einer Kirche, als unter und der Boden sich zu beben

begann und unterirdische Donner vernommen wurden. Wir eilten foItalien.

fort davon, wären aber gleichwohl beinahe erschlagen worden, da un

mittelbar hinter uns die Mauer eines Glodenthurms mit einem daran Noch einige Notizen

lehnenden, (don halb zerstört gewesenen Hause zusammenstürzte. Das über das jüngste Erdbeben von Neapel. *)

Volf schaarte sich zu einer Prozession zusammen, an deren Spiße die Ueber die Phänomene, die dem großen Erdbeben in den Provinzen Priester fich ftellten, während die Männer sich gegenseitig mit Striden Basilicata und Principato citeriore vorangegangen und gefolgt sind,

*) Nesina ist ein am Fuße des Vesuvs, zum Theil auf den Ruinen des

alten Herculanum ftehender Marktfleden von 3000 Einwohnern, wo der be:

geißelten. Beim Verlassen der Stadt weilten wir noch einen Augen: Beschönigung und auf Grund der englischen Sitte: Der hält fids an blick auf der Brüde, unmittelbar vor dem Thore, um uns umzuschauen. die Prostitution. Damit sind wir aber noch nicht am feligen Ende über rvir wurden von herüberkommenden Prieftern darauf aufmerksam der Frage. gemacht, daß die Pfeiler der Brücke zu schwanken anfingen, und in Da bas barbarische Heiraten aus liebe in respektablen Kreisen der That empfanden wir noch auf der Brücke selbst einen dritten über 300 Pfund Sterling jährlich (die eigentliche Respektabilität Erbstof. Mehr bedurfte es nicht, um uns rasde Beine zu machen. fängt erst leise mit ,,3000 a year“ an) gar nicht mehr gestattet wird,

Bom 16. Dezember bis zum 2. Januar hat man in der Stadt führen auch Viele, die zuhause ihre kostbare, angetraute lady im Neap el nicht weniger als achtundvierzig Erdstöße verspürt. Mit drawing room fißen haben, außerhalb ein Leben, wie die Heiligen Spannung und Angst blidt Jeder nach dem Besuv und bittet den der leßten Tage", vulgo Mormonen. Insofern ist London auch beiHimmel um eine Eruption desselben, da man diese als das beste Ab- lige Salzstadt, aber ohne eine amerikanische (unterwegs sich selber leitungsmittel ansieht.

den größten Schaden zufügende) Bertilgungsarmee vor ihren Thoren Aus Resina wird geschrieben: Am 29. Dezember in der Nacht und ohne die Beschönigung blödsinnigen Fanatismus, der in den roben, von 10 Uhr bis am Morgen des 30. um 5 Uhr war der ganze Ort armseligen Maffen der Mormonen - Hierarchie dieser offenen Polyin beständiger Vibration. Alle drei Minuten wurde ein lauter Ton gamie wenigstens etwas von ihrer Efelhaftigkeit entzieht. Dort ist gehört, als ob Jemand an den Pforten rüttelte, um sie aufzureißen. es eine offene Praris, die man mit Mormonen-Bibelstellen beklebt, Am nächsten Morgen bemerkte man, daß der Vesuv vielen Rauch unb hier eine im Finstern (dhleichende monogamisde Hypokrifie, vollfomeine Asdenwolfe emportrieb. Dasselbe Phänomen ward in Torre del men zufrieden und auch die ,, respektable Gesellschaft" befriedigend Greco beobachtet. Ueberall wollte man in der Stille der Nacht ein mit ,, saving appearances!" grotendes Donnern aus der Tiefe des Berges gehört haben. “)

Das sind einige soziale Vorzüge Englands vor anderen Nationen. Nacy amtlichen Mittheilungen, die am 4. Januar in Neapel befannt Die politischen, auf die wir früher hinwiesen, wollen auch nicht recht wurden, hat das Erdbeben über 30,000 Menschen das Leben gekostet, zu Idealen für Deutschlands Hoffnungen passen. Gleichwohl scheint während in den beiden Provinzen Basilicata und Principato Citeriore ein allgemeiner Enthusiasmus in Deutschland für englische Institutio250,000 Menschen in freier Luft obne Obdach sich befinden. Bier nen zu herrsden. Dies könnte uns, die wir England einigermaßen Drtschaften find gänzlich zerstört und hundert andere mehr oder weni aus eigener Anschauung kennen gelernt haben, um so demüthigender ger in Ruinen verwandelt.

stimmen, als wir uns Jahre lang bemüht haben, diese Studien an

Ort und Stelle für Deutschland nugbar zu machen. Das ist uns To England.

wenig gelungen, daß man allgemein gegen uns aufgebracht scheint,

vor uns warnt und Viele von uns bereits , abgeschafft“ hat, weil Berichterstattungen aus London.

man uns gar nicht mehr lesen will. Auch Thatsachen ziehen nicht.

Ein sehr feiner Kopf, der England noch viel emfiger studirt hat, als Aus der sozialen und literarischen Welt.

unsereinis, berichtet seit etwa fechs Jahren fast alle Tage Thatsachen Höchst bezeichnend ist eine seit einiger Zeit in der Times geführte, aus England. Auch er ist gewissermaßen prosfribirt, als hätte er vom englischen Publikum mit großer Theilnahme verfolgte Diskussion diese Thatsachen Jahre lang alle Tage rein zum Schabernac der über „Frugal Marriages”, frugale Ehen. „Frugal Marriages” heißen deutschen Hoffnungen erfunden. Wie mag es nur zugehen, daß selbst nämlich solche Ehen, die auf Grund von etwa 300 Pfund Sterling, folche legionen von Thatsachen nicht merklich zur richtigen Ansicht, (2000 Thaler) jährlichen Einkommens geschlossen werden. Die res nicht zu dem eigentlichen Zwecke beitrugen: Deutschland, das von jespektable" Partei der Gegner dieser Ehen beþauptete, es sei thöricht, her originaliter fchöpferische, auf sich selbst zu verweisen? Es liegt mit 2000 Thalern jährlich an eine „respektable Heirat, an , respef- wohl zunächst in der Bescheidenheit des Genies, in einer Verstimmung table Ernährung" einer ,, respektablen Frau" zu denken. „Happy der eigenen Säfte, in einer Art von stiller Verzweiflung über die Jones" suchte das Gegentheil zu beweisen und meinte, es ginge mit inneren Zustände, so daß sich der respektable Deutsche eine Form für bescheidenen Ansprüchen. Nachdem der Kampf eine Zeit lang hin- seine Hoffnungen unter einem fremden Namen zu bilden suchte. Was und bergeschwankt, rüdte die Times mit ihrem entscheidenden Leit- blieb da übrig, als England? Nun woll, es sind deutsche Hoffnungen, Artifel heraus: es sei eine delifate Sadje, und alles hänge von dem deutsche Ideale, deutsche Wünsche für das Bessere, die er sich als engTemperament, den Ansprüchen und Bedürfnissen von Mann und lische Institutionen vorstellt. Seine eigenen Ideale exportirt er sich Frau ab. Wer jährlich nicht mehr als 300 Pfund Sterling einnähme, nads England, um sie von da wieder mit englischen Etifetten kommen aber auch nicht mehr ausgäbe, der komme damit aus; wer aber mehr zu laffen. brauche, ber mache Schulden u. f. w. Diese tiefe Weisheit der Es ist just wie mit den Aachener Nadeln und den Faber - Bleis Times, die alles mit Leitartifeln entscheidet, machte jede weitere iften von Stein bei Nürnberg. Die Aachener Nadeln kommen hier: Distusfion unmöglich. England weiß nun, daß man möglicher Weise her, werden englisch eingepackt, nad Deutschland zurückgeschickt und und unter fehr unwahrscheinlich zusammentreffenden günstigen Be dann von jeder feiner organisirten Näherin mit dem doppelten Preise dingungen zur Noth auf 2000 Thaler jährlich hin heiraten fönne, bezahlt. Der eine Preis ist für die Nadeln, der andere für die aber dies doch, im Allgemeinen genommen, lieber nicht riskiren solle. schmeichelhafte Vorstellung, daß man nun nicht mit gemeinen vaterIn dem das High life weniger fennenden Deutschland, wo fogar noch ländischen, sondern mit höheren englischen Nadeln nähe. Dito mit Heiraten aus Liebe vorkommen follen, bildet gerade die große, breite den Faber - Bleistiften. Sie werden hier zu vielen Tausenden ohne Maffe respektabler Familien den bürgerlichen und beamteten Mittel- Zeichen und Namen importirt, hier mit englischen Namen gepreßt ftand mit Einnahmen von 1000 bis 2000 Thalern. Der Herr Re. und gegoldet und dann wieder als echt englische in bas liebe Vaterferendar oder Affeffor führt sogar mit viel weniger Firum und nur land gebracht, wo der feinere Künstler gern Transport- und Phantasieeiniger Aussicht auf Zulage die schönste wirkliche Geheimrathstochter kosten, 0. 5. mindestens 5 statt 2 Sgr., bezahlt. Es ist grausam, vor den Altar. Und sie sagt lo reizend und herzlich ihr ja, als unter den jeßigen Verhältniffen so etwas zu veröffentlichen, aber ich könnte man auch heutzutage noch der Liebe kleine Opfer bringen und träfte mich damit, daß ein ordentlicher Patriot nicht an diese Nähkaltblütig vor Gerson vorbeigehen.

nadel- und Bleistift - ,, Fabeln" glaubt. Ein ordentlicher fefter Glaube Id bemerke für diese Frage noch, daß man in London - Summa läßt sich nicht durch so ein paar Nadelstiche irre machen. Summarum, denn Eins ift billiger Undexes theurer

ebenso Wir unglücklichen Korrespondenten aber freuen uns doch im billig leben kann, wie in Berlin. Deshalb find 2000 Thaler und Stillen mit der sicheren Aussicht, daß Deutschland, wie immer, auch 300 Pfund auch in ihrem wirthschaftlichen Werthe ziemlich gleich seine englischen Hoffnungen mit reeller deutscher Waare, aus eigenMan sieht daber, in welden barbarischen Zuständen felbst Berlin ftem Fleiße und Schweiße befriedigen wird. Geht es mit englischer noch steckt. Unter 2000 Thalern feine , respektable" Heirat auf der Etifette nur beffer, dann ist ja Adet gut. Es ift fogar hübscher niedrigsten Stufe des „Respektablen", sonst bekommt es keinen Humor dabei, Phantasie, list der Idee, wie außer in Bleistiften und englisden Anstrich. Wer aber so glüdlid, ift, mit etwas weniger Einnahme Nadeln noch besonders in der Wolle. Jede feinere Stidwolle ist hier in feinem Lebenspensum vom fünfundzwanzigsten bis vierzigsten Jahre allemal Berlin wool. In jeder Straße liest man Berlin wool". sich nach einem Herzen, Heerde und Hause zu sehnen? Antwort ohne In Berlin fauft man alle feineren Bedürfnisse der Nähnadel unter

dem Namen ,,englischer". In Sachen böherer englischer Erziebung *) Humboldt erzählt im , Rosmos“, Bt. I, S. 222: „Un zwei Krater: und Schule giebt es keine Muster und zum Theil aud feine Lebrer, rándern gelagert, am Besuv und auf dem thurmartigen Fels, der den un: geheuren Schlund des Pichincha bei Quito überragt, habe ich periodijd, und als deutsche. Man begrüßt solche Blüthen und Früchte musterhafter sehr regelmäßig Grditoße empfunden, jedesmal 20-30 Sefunden früher, als deutscher Erziehung in Deutschland als Garantie der Hoffnungen brennende Saladen oder Dämpfe ausgestoßen wurden. Die Erschütterung Deutschlands. Nun wohl, wenn es nur mit dieser Vorstellung schnelwar um so stárfer, als die Erplosionen später eintraten und also die Dämpje lánger angehäuft blieben. In dieser einfaden, von so vielen Reisenden be. ler und besser geht. In der Sache sind wir, wenn auch großentheils stätigten Grjahrung liegt die allgemeine Lösung des Phänomens. Die thatis unbewußt, doch ganz und gar einig. gen Vulfane find als Schuß- und Siderheits - Ventile für die nächste Umgegend zu betrachten. Die Gefahr des Erdbebeng wächst, wenn die Deffnungen

Wo aber bleiben bei diesen Betrachtungen die Bücher? 3d babe der Vulfane verstopft, ohne freien Verfehr mit der Atmosphäre sind." viele zu lesen angefangen, aber alle, bis auf eines über Sibirien - ein

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