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Inzwischen ist nicht zu vergessen, daß die langsamkeit in der RechtsDas Herzogthum Parma in den Jahren 1856 und 1857.

pflege wesentlich im Charakter und in den Gewohnheiten der 3taliä(Shluß.)

ner liegt. Zwei Tage nach der Befreiung ihrer Hauptstadt verkündete die Das Herzogthum Parma umfaßt: 1) das eigentliche Herzogthum Negentin eine Amnestie für funfzehn wegen politischer Verbrechen Parma; 2) das Herzogthum Piacenza; 3) Pallavicino mit der HauptVerartheilte. So winzig diese Zahl in einem großen Staate erscheint, ftadt Busseto ; 4) die Herrschaft Landi mit der Hauptstadt Borgotaro; als to beträchtlich ist sie in Parma anzusehen. Den Staatsgefangenen 5) die Grafschaft Pontremoli, die Marquisate Mulazzo, Bagnone, wurde ihre Haftzeit in eine entsprechende Zahl Zahre des Erils außerhalb Villafranca und andere Ländereien der Lunigiana. 3m Norden ist es Europa umgewandelt. Die Kosten der Auswanderung für Unbemittelte durch den Po vom Lombardisch - Venetianischen getrennt; im Often und übernahm der Staatsidaß. Das ist aber noch nicht Alles. Unter Süden gränzt es an das Herzogthum Modena, im Weften an den von der Regentin Begnadigten waren Einige, die in den Gefäng- Piemont. Es ist in fünf Provinzen getheilt: Parma, Piacenza, Borgoniffen zu Mantua schmachteten. Sie ließ ihre Befreiung durch ihren fandomino, Valditaro und Lugiana, die 105 Gemeinden enthalten. Jede Minister des Auswärtigen, Pallavicino, bei den österreichischen Behörden Gemeinde wird von einem Aeltestenrath, je nach der Bevölkerungszahl, reklamiren; man wagte es nicht, ihr Verlangen zurückzuweisen, und aus 15, 20, 30 Mitgliedern beftehend, vertreten und von einem mehrere dieser Unglüdlichen konnten ihr Vaterland wiederseben. Podestà mit Synditus und Beifißern verwaltet. – Es hat vier bischöfs

Leicht begreiflich mußte ein solches Verfahren die Gemüther für liche Diözesen: Parma, Piacenza, Borgosandomino und Pontremoli die Regentin freundlich stimmen und sie etwas von jener Popularität und 807 Parochieen; einen obersten Gerichtshof, zwei fönigliche Ges schmecken lassen, welche zu den größten Genüssen der Fürften gehört. richtshöfe, wovon der eine in Parma, der andere in Piacenza seinen Noch waren die Parmesaner unter dem Eindruck dieser Akte ihrer Siß hat; endlich vier Civil- und Kriminalgerichte zu Parma, Piacenza, Fürstin, als die Karnevalstage berbeifamen. Man weiß, daß der Karne- Pontremoli und Borgotaro. - Nach der neuesten Zählung sind unter val in Italien fein leeres Wort ift; er ift, so zu sagen, das moralische 495,840 Einwohnern 627 Juden und 40 Afatholische. Thermometer, an dem man den Stand der Meinung messen kann. Das Budget weist im Jahre 1856 eine Einnahme von 9,555,952 Lire Der Zusammenfluß an Wagen, die Zahl der Masken, die Konzerte, nach, die aber die Ausgabe nicht decken, so daß die schwebende Shuld die Illuminationen sind den Italiänern unwiderlegliche Zeugnisse all. 1,200,000 Lire beträgt. gemeiner Zufriedenheit und Blüthe. So haben sich z. B. in eben Das Heer in Friedenszeit zählt 2802 Mann und 250 Pferbe; in diesem Jahre die piemontesischen Zeitungen um die Wette in Schilde- Kriegeszeit 4100 Mann und 350 Pferde. rungen des ungewöhnlichen Glanzeß der Karnevalsfeste zu Turin er Die öffentliche Bibliothek in Parma bat 120,000 Bände und gangen, und in einer Stadt, wie Turin, macht das fortschreitende 400 Handschriften. Der regierende Herzog hat seine Privatbibliothek Ueberbandnehmen der französischen Sitten die Erhaltung des italiäni Shließen wir mit einem Ueberblic des Landbaues, der Industrie schen Altherfömmlichen mit jedem Tage schwieriger. In Parma, wo und des Handels. Das Herzogthum ist ein wesentlich aderbauendes die Opposition, namentlich die Rüdsdrittspartei, allen Grund zur Un- land; die Gefeße erleichtern die Theilung und den Austausch der zufriedenheit hatte, machte sie die größten Auftrengungen, die Kund- Grundstüde; fie tragen aber auch dem Verkehr Rechnung, der durch gebung der öffentlichen Freude zu hindern: anonyme Briefe, Drohungen gute Straßen gefördert wird. Die Regierung hat in Parma und suchten die Jugend von den Karnevalsfreuden abzuschreden, umsonst; Piacenza Ackerbausculen gegründet, die fich seit einigen Jahren in den die glüdlichen Ereignisse, die der Staatsgewalt die Volksgunst wieder Fortschritten der Bodenkultur und der Viehzucht sehr ersprießlich ergewonnen hatten, waren zu frisch, als daß diese kleinliche Verschwörung weisen. Um besonders bem leßteren Zweige der Landwirtschaft eine gelingen konnte. Seit Menschengedenken war kein so glänzender möglichst umfassende Entwidelung zu geben, hat die Regierung zu Karneval in Parma, wie der von 1857. Die Regentin erschien im Parma eine Veterinärschule gegründet, und zu Borgosandomino eine Rorso und wurde mit Jubel begrüßt.

jährliche Rindvieh - Ausstellung im Juni eingeführt. Ein Preis von Die Theilnahme ihrer Unterrganen an ihr und ihrem Sohne 1200 lire und ein anderer von 1000 Lire sind für die Züchter aussprach sich auch noch bei einer anderen Gelegenheit aus. Im März geseßt, die den schönsten Stier und die schönste Kub aus parmesanischer 1857 erkrankte der junge Herzog Robert ernstlich, und allgemein Raçe zur Ausstellung bringen. bekundete sich die lebhafte Besorgniß, bei dem gegenwärtigen Zu Die Hauptbodenerzeugnisse sind: Käse, Mais und andere Cerealien, stand in Europa, die oberste Gewalt könnte in andere Hände über Wein und vieh. Das Getraide, das früher unter beschränkenden Gegeben. Diese Besorgniß verwirklichte sich nicht, und der junge Fürst seßen, nur ; der Bevölkerung ernährte, giebt jeßt, Dant der Handelsgenas wieder fast zu derselben Zeit mit seinem Nachbar, dem Herzog freiheit, 80,000 Centner jährlich an das Ausland ab. Es werden von Modena.

jährlid 5000 Stüd Rindvieh und 24,000 Schweine ausgeführt. Aus Indeß fühlte sich die Regentin nicht befriedigt: noch eine Fefsel der Parmesankäse wird weit und breit versandt. Der Reisbau ist vor hielt sie an Defterreich; die wollte sie brechen. Ein Zollverband be einigen Jahren auf manchen Punkten eingeführt und würde durch die ftand zwischen den beiden Staaten, dessen überwiegende Vortheile auf Gewinnsucht der Spekulanten zum Nachtheil der anderen Kulturen Seiten Desterreichs waren. Mochte aber auch das Herzogthum in überhandnehmen, wenn ihm die Regierung nicht Einhalt thäte. Der kommerzieller Beziehung seine Rechnung dabei finden, daran lag der Anbau des Maulbeerbaumes und die Seidenwürmerzucht haben ebenFürftin wenig, wenn es dadurch zu einer österreichischen Provinz hers falls merkliche Fortschritte gemacht, so daß der Wertb dieser Industrie absank. Die Frist des geschlossenen Vertrages war dem Ablauf nahe, auf 2,248,972 Lire jährlich geschäft wird. Nur + der gewonnenen und das Wiener Kabinet drang auf die Erneuerung. Es ließ sich Seide wird im Lande zu eigenem Bedarf verarbeitet, geht ins diese so sehr angelegen sein, daß Herr . Buol, der mit dem Raiser Ausland. in Mailand war, in jener Absicht eine Reise nach Parma machte. Alles Ausfuhr - Artifel find, neben den fchon oben genannten: Hübner, umsonst

. Der Verband wurde nicht erneuert und die Zollgränze wurde Eier, Lamm- und Ziegenfelle, Kalt, Kalffteine, Druckpapier; einwieder errichtet. Diese Entscheidung, nachtheilig vom ökonomischen, ja geführt werden hauptsächlich Wollen- und Seidenzeuge, Baumwolle, selbft vom politischen Standpunkte, da es im wahren Intereffe fta- Rolonialwaaren u. a. liens liegt, die Schranken aller Art fallen zu lassen, wurde dennoch mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Allein die Frage der materiellen

Griechenland. und moralischen Unabhängigkeit steht für den gegenwärtigen Augenblid im Vordergrunde, alles Andere in zweiter Reihe, und dieses ver

Griechische Reisen und Studien des Dänen Uffing. dient nur insofern die Aufmerksamkeit der Regierungen, daß die Maße Unter diesem Titel erschien im vorigen Jahre) ein interessantes regeln zur ökonomischen Verbesserung der Italiäner nicht im Widere Reise- und archäologisches Werkchen, das gerade in Deutschland um spruch seien mit der so scharf ausgesprochenen Bewegung der einen, so mehr Beachtung verdient, da es zum Theil nicht ohne polemische ihre Selbftregierung wieder zu gewinnen, der anderen, sich diesen Be- Richtungen gegen deutsche Archäologen auftritt. Der Verfasser desstrebungen anzuschließen.

selben ist der Professor an der Universität zu Kopenhagen, F. C. ussing, Die neuesten Thatsachen im Herzogthum sind: Das Zugeständniß der im Jahre 1846 die in mehr als Einer Beziehung wichtige, beeiner Eisenbahn von Piacenza nach der farbinischen Gränze an eine sonders auch durch ihre landschaftlichen Vorzüge und Eigenthümlidausschließlich italiänische Gesellschaft, und die Eröffnung der Prozeß- feiten anziehende, aber noch wenig bekannte Provinz Thessalien bereift verhandlungen, am 18. Mai 1857, gegen 14 Personen, die der Theil- Batte, und nun hier die Beschreibung dieser feiner Reise mittheilt. nahme an den in den leßten drei Jahren begangenen Morbthaten be Sie war schon im Jahre 1847 in dänischer Sprache erschienen, aber jouldigt wurden. Die Regierung rechtfertigte diese Verzögerung da der Verfasser bat fie jeßt, wie er sagt, ,, durch und durch revidirt und mit, daß sie über diesen Prozeß nicht von den Kriegsgerichten wollte hin und wieder verbessert". Er selbst hatte die damalige Reise im aburteln lassen. Weiß man ihr auch Dank für die Absicht, so ist es Mai und Juni 1846 zu archäologischen Zweden unternommen, und boch zu bedauern, daß, da die Defterreicher schon im Februar 1857 diese Zwede hat nun auch seine Beschreibung zunächft vor Augen. das Gebiet geräumt hatten, nicht schon früher der Prozeß eingeleitet wurde, um die Qualen einer vorläufigen Haft möglichst abzukürzen. *) Kopenhagen, Gyldendalsche Budlandlung.

In dieser Hinsicht gewährt sie auch manchen neuen Aufschluß und nachstehend nach dem Zeitungs-Bericht über die gedachte Sigung der manche nicht unwichtige Ausbeute, und die Archäologen werden nicht Akademie wiedergeben: wenig aus ihr lernen können, vornehmlich was die alte Geographie ,,Die Königliche Akademie der Wiffenschaften hielt, zur Feier und Topographie des Landes betrifft.

der Geburt Friedrich's JI., am 28. Januar (als bem nächften Dons Dasjenige, was der Verfasser an bisher unbekannten griechischen nerftage nach dem 24. Januar) eine öffentliche Sigung. Herr Bödh Inschriften aufgefunden, hat er wahrscheinlich in der von ihm früher hielt als Vorsigender die Festrede. Der Sprecher knüpfte an einen berausgegebenen Sammlung seiner „Inscriptiones Graecae ineditae” früheren bei derselben Feier gehaltenen Vortrag an, welcher sich auf zusammengestellt. Aber gleicwohl hat er sich bei seinen Wanderungen ein von dem verstorbenen korrespondirenden Mitglied der Akademie nicht blos auf das griechische Alterthum und auf die noch vorhandenen Christian Bartholmèß als echt anerkanntes Urtheil des großen Königs Spuren derselben beschränkt, sondern er hat auch die Gegenwart des über den Werth feines eigenen Philosophirens bezogen hatte; es wurde landes berücksichtigt, und seine Beschreibung enthält in dieser Richtung erwähnt, daß Herr Preuß, der hoc verdiente Herausgeber der Ges mande anziehende Schilderung und viele neue Angaben, aus denen sammtwerke Friedrich's des Großen, die Quelle des Irrthums nach. für die neue Geographie und Statistik Thessaliens mancher Vortheil gewiesen, in welchen der erstgenannte Gelehrte verfallen war. Es ift zu ziehen ist. Der gedachten Reisebeschreibung find sodann , Attische ein Trostbrief des großen Königs an den von ihm innig verehrten Studien" angehängt, deren eine Abtheilung ,, den Hermes Propyläos d'Alembert, worin er die Erfolge der großen Schriftsteller den friegeriund die Chariten des Sokrates, die andere ,, den Plan und die Ein- schen Erfolgen vorzieht, und es wurde nachgewiesen, daß Friedrich dies richtung des Parthenon“ zum Gegenstande hat, und eben in dieser wirklich aus voller Ueberzeugung geschrieben habe. Da sich der Ausleßteren Beziehung sucht der Verfasser in Ansehung der Auffassung spruch des Königs unmittelbar an d'Alembert's Avant-propos zur der Bedeutung und der ganzen Einrichtung des Tempels eingewurzelte Encyklopädie knüpft, so nahm der Sprecher Gelegenheit, von dieser Irrthümer zu beseitigen und ein besseres Verständniß des bisher Be- allerdings ausgezeichneten Abhandlung einiges mitzutheilen, um den kannten zu vermitteln. Unsere Archäologen mögen zusehen, was sie Standpunkt derselben zu bezeichnen, welcher zugleich der philosophische davon gutheißen und gebrauchen können.

Standpunkt des Königs war. Der Sprecher erklärte weiterhin, daß

Friedrid, der Große den eigenen Einfluß, namentlich auf die Nachwelt, Japan.

unterschäßt habe; es fei von ihm dem Staate ein geistiges Lebens

prinzip eingepflanzt worden, auf welchem ebensowohl wie auf der Zur Literatur poetischer Kunftftüde.

Heeresmacht das Glück und der Glanz dieses Reiches berube: diesem Es ist schon einigermaßen bekannt, daß die Japanesen eine Silben- gelte diese akademische Feier vorzugsweise, und wer dasselbe nicht an= sdrift von 47 verschiedenen Zeichen besißen, die größtentheils je einen erkennt, fönne das Gedächtnißfest des großen Friedrich nicht würdig Konsonanten mit Einsaluß eines Vokales, der ihm folgen kann, darstellen, begeben. Der Sprecher drückte den Wunsch aus, daß dieses nie von z. B. ka, ke, ki, ko, ku. Zwar hat man auch besondere Zeichen für diesem Lande möge gesagt werden fönnen, und schloß damit, die trofteinzelne Vokale, die jedoch nur Anwendung finden, wo der Vokal eine reichen Hoffnungen für Se. Majestät den König und für die weitere Silbe für sich ausmacht. Was aber die Anordnung des Syllabars Zukunft des Königlichen Hauses und des Landes ließen in freudiger betrifft, so steht Ades bunt durch einander, ohne Rüdsicht auf laut= Ahnung die Erfüllung alles deffen erwarten, was wir für uns und verwandtschaft, und nur zufällige Ausnahme ist es, daß fe unmittel- unsere Kinder und Kindeskinder wünsden und erfleben." bar hinter fo, ini binter me, und su hinter se, folgt. Der Grund dieser Konfusion liegt darin, daß man die Reibenfolge so gelassen

Heinrich Barth's afrikanisches Reisewert. In dem hat, wie sie vor mehr als tausend Jahren festgestellt worden ist, um trefflichen Jahres- Berichte, den Herr Alfred Maury, General-Secreaus derselben – ein Quatrain in Versen zu fünfteln! Die Abfassung tair der geographischen Gesellschaft von Paris, in der General. Verber ersten Zeile wird einem Buddha - Mönd, der im Jahre 834 unserer fammlung derselben, gegen Ende dos Jahrrs 1837, geliefert, wird Zeitrechnung starb, zugeschrieben; die drei übrigen soll ein anderer

über die bisher erschienenen Bände des afrikanischen Reisewerkes un. Bonze fabrizirt haben, der feinen geistlichen Konfrater nur um ein feres Landsmanned Folgendes gesagt: Jahr überlebte. Das Quatrain lautet also:

,,Von fünf Bänden des Reiseberichtes des berühmten Dr. Barth Iro fa nifofeto, zirinuruwo Lust und Genuß sind wesenloser Schein,

find drei bereits erschienen. Das nachgelassene Werk Richardson's Waka jo tareso zune naramu. Was kann aufdieser Weltvon Dauer sein? hatte uns mit der Abreise von Tripoli und mit der Reise durch die Uwi no okujama kefu kojete Versank im Todesthal der heut'ge Tag, Wüste bekannt gemacht; aber zum erstenmal werden von Dr. Barth Asaki jumemisi efimo sesu.

So war er Traum, fein Näuschchen blei mehrere Länder von Central - Sudan beschrieben. Der zweite Band

bet nach. gehört ihm gänzlich, denn er beginnt bei der Trennung der beiden Die Zählung ergiebt 47 Silben, von denen jede nur einmal fid Reifenden. Geschichte, Ethnologie, physische Erdbeschreibung - Alles produzirt.“) Jeßt geben wir das Gedicht nach der prosaischen (holländis umfaßt diese wichtige Relation. Er hat die traditionelle Geschichte sden) Ueberseßung 3. Hoffmann's in Leyden: „Farbe und Duft einiger von den Stämmen dieser so lange unzugänglich gewesenen (Luft und Genuß) schwinden dahin! Was kann in unserer Welt Gegenden aufgefunden. Er zeigt uns, wie der Islam eine Wohlthat von Dauer sein? Ift (der heutige Tag) in des Daseins tiefes Ge für die Neger sei. Dr. Barth beschreibt Kufua, die Hauptstadt von birg versunken: so war er ein gaufelnder Traum, der keinen Rausch Bornu, und entwirft ein reizendes Bild von dem Tschadsee und seiner zurüdläßt."

Umgegend. Er hat diese in Gesellschaft mit dem unglüdlichen OverBie unser X-B-C von den ersten drei Buchstaben, so hat das weg besucht; er ist in Adamawa eingedrungen, das vor ihm faum dem japanesische Sytlabar von den ersten drei Silbenzeichen seinen Namen: Namen nach befannt war, und in Marghi, dessen Einwohner nur es heißt das grofa (3-ro-fa) oder 3'roba.

noch eine entfernte Aehnlichkeit mit dem Neger-Typus haben. Ihre Stirn ist erhaben und ihre Farbe faum dunkel zu nennen. Ueber

baupt macht fich im Sudan die Verschiedenheit der Raçen bemerkbar Mannigfaltiges.

und besonders auch die Araber sind in dieses Land eingedrungen. Böđh über Friedrich den Großen. In diesen Blättern In Bornu hat Dr. Barth den arabischen Stamm der Schuas gefuna ist bereits vor längerer Zeit eines von dem fönigl. Historiographen, den, der ungefähr 250,000 Seelen zählt, die vor ungefähr zwei JahrHerrn Friedrich Preuß, widerlegten Irrthums des verstorbenen französi- hunderteu von Kordofan oder Nubien ausgewandert zu sein scheinen. fiden Geschichtssdreibers der Berliner Akademie

, Christian Bartholmès, Ihre Sprache erinnert an den reinen Dialekt des Hedschas. Er begedacht worden, welcher eine Aeußerung Friedrichs des Großen in gab sich demnächst nach Taïpé, entdeckte den Zusammenfluß des Faro Bezug auf schriftstellerischen und friegerischen Ruhm nach einer un und des Benué und erreichte Zola, einen Ort von 12,000 Seelen, richtigen Lesart aufgefaßt und daher gänzlich mißverstanden hatte. die Hauptstadt von Adamawa, oder vielmehr von Sumbena, da AdaBei der legten Gedächtnißfeier des Geburtstages Friedrich's II. in mawa ein Name ist, der diesem Lande erst zu Ehren von Adama, der Berliner Akademie hat auch Böch dieser Berichtigung gedacht, dem Vater des jeßigen Königs, gegeben wurde. Dr. Barth macht und zwar knüpfte er daran einige anziehende Betrachtungen, die wir uns die werthvolften Mittheilungen über die Ethnologie und die

Sprachen der Eingebornen, deren Mannigfaltigkeit ungemein groß ift. *) Nach heutiger Aussprache, so gut (resp. schlecht) fie dargestellt wer:

Es giebt ungefähr funfzig Idiome in Adamawa allein." ben kann, nehmen sich die vier Zeilen etwas verschieden aus:

Iro ha pifoheto ziripuruwo
Wagajo dareso zupe naram'.
U wi no okujama kewu kojete
Asaki jnmemisi efimo sesu.

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Kometen mit Sicherheit beftimmen zu können, genügt nicht seine bloße Frankreich.

Erscheinung; es ist eine Wieder-Erscheinung nöthig, um die Rechnungs

formel festzustellen. So z. B. ist der Komet von Vico, obschon aufDie Naturwiffenschaft im Jahre 1857.

merffam erwartet und am flarften Himmel gesucht, nicht wieder er. Die Revue des deux Mondes giebt in ihrem Januarhefte einen schienen, wahrscheinlich, weil er sich durch die ungleiche Anziehung interessanten Ueberblick über die Fortschritte, namentlich der physikali- der Sonne an seinen verschiedenen Theilen im Weltraume zerstreut fden Wiffenschaften im Jahre 1857, der von Babinet, Mitgliedebat. So hat sich auch der Biela dhe Komet in Folge ähnlicher Urdes Institute, verfaßt ist. Natürlich ist darin nur Franfreich ganz fachen in zwei Hälften gespalten. Das: Sdauspiel eines Kometen, besonders berüdsichtigt; dod wird es am Orte sein, das Wesentliche der, vor einem sehr kleinen Sterne vorbeigebend, ihn bod nicht merkdaraus unseren Lesern vorzuführen, zumal es dwer sein dürfte, auf lich verdunkelt, ift dieses Jahr mehrmals beobachtet worden. Alles anderem Wege so bald einen Ueberblick zu gewinnen. Denn leider bestätigt die Vorstellung, daß die Kometen nur staubähnliche Stoffbefaßt fic die deutsche Wiffenschaft selten mit folden Zusammen- Anbäufungen mit sehr entfernt ftebenden Körnern sind, die ihr Daftellungen und Gruppirungen, die nur ein Gelehrter zu machen im sein nur durch ihre Sichtbarkeit verrathen, eine Sichtbarkeit, die selbst Stande ist, der unmittelbar an der Quelle fißt und über eine Fülle bei den sechs Kometen dieses Jahres nur durch Hülfe des Teleskopes von Material gebietet.

erkennbar geworden ist. Da mehrere dieser Kometen beinahe denselDas Jahr 1857 hat nichts bemerkenswerthes Neues hervorge- ben Weg am Himmel verfolgten, so hat man von der Möglichkeit bradt; feine glänzende Erfindung, keine bedeutendere Entdedung, fon- gesprochen, daß mehrere von einem und demselben Rometen; herrührten, dern fich damit begnügt, die früheren Jahre auf ehrenvolle Weise nachdem er durch die Wirkung der Sonne zertheilt worden. Man fortzuseßen. Dies ist im Physischen wie im Moralischen fein allge begreift, daß bei der ungemeinen Dünne der Materie, woraus meiner Charakter. Großartige Erscheinungen in der Natur (ausgenome die Kometen bestehen, und bei der großen Entfernung ihrer einzelnen men am Ende des Jahres die Erdbeben in Italien) und erhabene Cons Theile, die nur eine geringe Wirkung auf einander ausüben, unter ceptionen des menschlichen Geistes haben gleicherweise gefehlt, doch hat der Herrschaft fremder Kräfte leicht eine Trennung ihrer Elemente fich der Schaß unserer Erfenntniffe durch reiche Aerndten vermehrt. vor fich geben kann. Wenn durch Einwirkung der Sonne und des

Es ist eine Regel, daß es in einem Jahre niemals mehr als sien Mondes unsere Meere fluthen und steigen, so werden ihre Wässer ben und nie weniger als zwei Sonnen- oder Mondfinsternisfe giebt. energisch durch die Schwerkraft niedergehalten, von deren Stärke die Wenigstens giebt es immer zwei Sonnenfinsterniffe, weshalb im des Mondes nur der neunmillionte Theil ist. Alles beschränkt fich Jahre 1857, wo es im Ganzen nur zwei Finsterniffe gab, keine Mond- also auf eine geringe oszillirende Bewegung. Bei einem ähnlichen finsterniß ftattgefunden hat. Kein Jahr kann also ärmer an derlei Einflusse würden indessen die Bestandtheile eines nicht sehr dichten himmlischen Erscheinungen sein. Die Sonnenfinsterniß vom 15. März Kometen vom Ganzen loggerissen und abseits in die endlosen Räume 1858 wird für Paris, und vor Adem für England, eine der schönsten des Weltalls geschleudert werden. in diesem Jahrhunderte sein. Sie wird um Mittag stattfinden. Zu Man hat gefragt, warum man 1857 fo viele Kometen geieben, Paris wird nur ein Zehntel der Oberfläche der Sonne unbedeckt während man 1856 nicht einen einzigen entdeđt hat. Es ist allerbleiben, und die durch die fchmalen Ränder hervorbrechenden Sonnen- dings merkwürdig; indessen wir wissen so vieles nicht. ftrahlen werden, anstatt die gewöhnlichen Kreise zu beschreiben, auf Als man Arago fragte, warum man im Winter meyr someten den Gegenftänden, die sie aufnehmen, schmale, halbmondähnliche Bils als im Sommer finde, antwortete er:

als im Sommer finde, antwortete er: „Weil die Nächte im Winter der hervorbringen; endlich werden Brenngläser und Hohlspiegel nidit doppelt so lang sind. Sie sind dann 16 Stunden lang, während fie mehr im Stande fein, brennbare Stoffe anzuzünden. Die Hetle wird im Sommer nur 8 Stunden dauern und überdies mehrere Stunden sehr schwach sein, und da zu dieser Jahreszeit die Temperatur wesent- auf die Dämmerung fallen, welche der Beobachtung so kleiner und lich durch die direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen bedingt ist, so wenig heller Körper Eintrag thut“. Herschel rechnete auf ein ganzes ist es möglich, daß man einige Minuten lang eine empfindliche Kälte Jahr überhaupt nur vierzig Stunden ganz ungestörter Beobachtung fühlen wird, die sich indeß durch das Thermometer genauer bestimmen durch die Teleskope, und laplace hatte vorgeschlagen, dieselben möglafsen wird, wie man sie 1842 bei der großen Sonnenfinsterniß beob- licht in der leichten und reinen Luft hoher Berge aufzustellen. achtet hat. Die erste Hälfte dieses Jahrhunderts hat 18 zu Paris Dieses ist im Jahre 1856 auf dem Pik von Teneriffa geichehen, sichtbare Sonnenfinsterniffe gehabt; in der zweiten Hälfte werden und zwar durch den föniglichen Astronomen von Schottland, Piazzi deren 21 stattfinden. Nach der Finsterniß von 1858 wird es zwei Smyth, den Sohn des berühmten Admirals gleiches Namens, ebenso schöne 1860 und 1861 geben.

der mit einer für sein Alter bewunderungswerthen Rüftigkeit feine Auch im Jahre 1857 sind wieder einige Planeten von der zwis astronomischen Forschungen auf dem Observatorium des Salosses den Mars und Jupiter befindlichen Gruppe entdeckt worden. Hartwell fortseßt, wo einst Ludwig XVIII, als Verbannter lebte.

Sie sind, so zu sagen, das Kleingeld für den Thaler - Planeten, Dieses Schloß gehört jeßt dem Doktor lee, der ebenfalls Astronom den Kepler an jener Stelle als mangelnd vermuthete. Das Jahr ift, ebenso reich an Kenntnissen als fürstlichen Glücksgütern, von 1856 hatte uns 5 dieser kleinen Himmelsförper geschenkt; 1857 bat denen er einen bedeutenden Theil der Kunst und den Wissenschaften man deren 8 entdeckt, was mit den früher entdeckten im Ganzen zuwendet. Doktor Lee ift eines der thätigsten Mitglieder der engli50 ausmacht. Pogson, Goldschmidt, Luther und Ferguson theilen fchen aftronomischen Gesellschaft, die so viel für die Wissenschaft thut. fid in diese Entdedungen, aber zu sehr ungleichen Theilen; denn In einem ihrer legten Buletins hat der königl. Astronom, Herr Goldschmidt hat allein deren 4 entdeckt. Von den 50 sind 2 in Ame- Airy, eine schöne Abhandlung über die Mittel geliefert, um die rifa auf dem Observatorium von Washington von Ferguson entdeckt Entfernung der Sonne von der Erde durch die Beobachtung des worben.

Mars in den Jahren 1860 und 1862 genauer zu bestimmen, über die Das eben abgeschiedene Jahr war sehr reich an Rometen. Man noch eine ziemlich bedeutende Unsicherheit herrscht. Es ist nicht zu entdedite fechs. Der große Komet Karl's V. fehlt noch. Die astros bezweifeln, daß fich, wie 1761 und 1769, so auch 1860 und 1862 nomischen Rechnungen erwarteten ihn mit der größten Wahrscheinlich die Beobachter auf die geeignetsten Stationen unseres Erdballes bekeit im Jahre 1858. Nur einer von den 1857 beobachteten Kometen ist geben werden, um die Elemente zur Lösung dieser wichtigen Frage von größerer Wichtigkeit, nämlich durch die Wieder-Erscheinung des zu beschaffen. periodisden Kometen von Brorfen, so daß man also 5 Kometen fennt, Wir verdanken Herrn Piazzi Smyth ferner Zeichnungen bes beren Umlaufszeit gefichert ist, nämlich den von Halley, von Ende, von

Mondes in verschiedenen Phasen der Erleuchtung, welche die DarBiela, von Faye uno von Brorsen. Denn um den Umlauf eines ftellung unserer Erdoberfläche an Genauigkeit um, Vieles übertreffen.

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Mit großer Ungeduld erwartet man die nabe Veröffentlichung seiner fieblunger liegen, während das dazwischen liegende land entweder gar Arbeiten auf dem Pit von Teneriffa, wo er in möglichst kurzer Zeit nicht oder nur zeitweise son wandernden Horden durchzogen wird; man das Marimum nüßlicher und interessanter Refultate erlangt bat. . Uns mehme die massenhaften Schneefälle, die belanntlich die Verbindung zählige Photographieen von beispielloser Vollendung haben uns die zu hemmen im Stande find, die breiten Ströme mit ihren UeberLaven deg noch tätigen Vulkans vor Augen gebracht, welcher das schwemmungen u. f. w., und man wird einsehen, daß der Zufälle, woGerippe der Insel bildet. Der berühmte Drachenbaum, eine Gat- durch die Verbindung zeitweise unterbrochen werden kann, sehr viele tung, die den Kanarien ausschließlich angehört, zeigt sich darin mit find. Doch die Hauptsache liegt in politischen Rüdfidten. Wird es seinem angeblichen Alter von 5000 Jahren. Wenn es wahr wäre, To nicht fälle geben, wo England seine Depeschen dieser russischen Linie würde das der Patriarch aller lebenden Bäume sein.

nicht anvertrauen fann? Man bente fic g. B. einmal, England ist Die Dudley dhe Sternwarte, die neuerdings zu Albany, der po- in Bunde mit Amerifa und will, weil es Nachricht erhalten, daß die litischen Hauptstadt von New-York, errichtet worden ist und unter der Russen vom Amur-Gebiete aus einen Anschlag auf China oder Japan Leitung des Herrn Gould flebt, bat durch die Entdeckung des fünfa. - ausführen wollen, eine Depefche an den Präsidenten abfertigen, man ten Planeten dieses Jahres seine wissenschaftliche Weihe empfangen. möge so rasch als möglich eine amerikanische Flotte zur Cooperation Sie verdankt ihre Gründung der Witwe eines Senators, Frau Blan in jene Gewässer absenden. — Man denke fich diese Depesche durch dina Dubley, und mehreren anderen Patrioten von Arbany, bie bes Rußland befördert. – 3ft etwa dergleichen unmöglich?") Selbft in deutende Summen zusammengeschoffen haben. Die oben genannte merkantilischer Hinsicht würde ed mannigfache Bedenken haben, 3. B. in Dame hat unter anderem einen Heliometer von 8000 Dollars an Geldfrisen

(Sdluß folgt.) Werth, geschenkt und zur Dotirung der angestellten Astronomen durch einen festen Fonds allein ein Viertel des Ganzen, nämlich 50,000 Doll.,

Jtalien. unterzeichnet. Auch in Frankreich war die Furcht vor dem durch den Kometen

Denkmäler aus der Zeit Konstantin's in Rom. drohenden Weltuntergange nicht gering, und erstredte sich sogar auf

Nach 3. 3. Ampère. die höheren Stände – ein Umstand, den man nicht ohne Ironie be

(Soluß.) richten kann. – Was ist denn nun eigentlich die Bildung der höheren Im Vatikan ist diese Schlacht durch den martigen Pinsel Giulio Stände? Was für einen Zweck haben die Damenvorlesungen modi- Romano's dargestellt. Konstantin zu Pferde verfolgt die Flüchtlinge, scher Astronomen, die Mittheilungen aus allen Gebieten der Natur- die er in den Tiber drängt; die Figur des Siegers soll nach einem Baswissenschaften, wenn die Weisheit des , feurigen Drachen" und der relief des Konstantinbogens gearbeitet sein. Dieser Triumphbogen hängt, gemeinste Volksaberglauben alle diese dönen Kenntnisse im Nu zu sowie die Schladt an den rothen Felsen, mit dem großen Ereigniß verdrängen im Stande ist? - Eine große Menge Personen haben zusammen, das die Welt umgewandelt hat. Am Tage, wo er dem weite und kostspielige Reisen unternommen, um – in Familie zu

in Familie zu Kaiser geweiht wurde, gestattete er, als Christ, den Soldaten nicht, sterben; die Aftronomen wurden mit Briefen bestürmt und mit Be- aufs Rapitol zu marschiren, wo sie nach Braud dem Jupiter opfern suchen der gebildeten Dummheit überlaufen, um Trost in dieser Noth und für das Glück des Reiches beten sollten. Dieser Triumphbogen allein, zu geben. - Am besten thut man, über die Sowadıköpfigkeit der wenn andere Zeugnisse (dwiegen, fönnte von der Beschaffenheit des Menschen zu lachen – moralische Betrachtungen anzustelien und den Konftantinischen Christenthums reden. Unter den dem Trajansbogen Wunsch zu äußern, daß die Wissenschaft u. f. w. tiefer in's Mark entlehnten Basreliefs dieses Denkmals, dessen Zueignung er sich gedes Volkes eindringen möge, finde ich für überflüssig — id wil wetten,

- id) wil wetten, fallen ließ, befinden sidh foldhe, die Huldigungen heidnischer Gottheiten wenn in zwanzig oder dreißig Jahren ein ähnlicher Fall fich ereignet, darstellen: Trajan opfert dem Mars, bem Apollo, dem Sylvanus. die Thorbeit wird nicht geringer sein.

Konstantin, der den Soldaten die feierliche Opferung auf dem Ka. Die Jahreszeiten scheinen 1857 ihren regelmäßigen Lauf wieder- pitol untersagte, nahm kein Aergerniß an den idolatrischen Darstellungefunden zu haben. — Nichts hat uns gemangelt, selbst der Alteweiber- gen auf seinem Triumphbogen. Sommer nicht, eine der Unfehlbarkeiten des westlichen Europa's. Im Uebrigens ist das nicht die einzige Spur von den Zugeständnissen, normalen Zustande weht ein Südwestwind während fünf oder sechs die der erste drifiliche Kaiser der verlassenen Religion madte: Er Monaten von Frankreich durch Nieder-Deutschland nach Nußland zu, behielt

, wie bekannt, den mit dem heidnisden Kult so eng verknüpften und da nach dem Hauptwind der entgegengesepte der Nebenbaupt- Titel des pontifex maximus bei, und in seinen Beziehungen zur wind ist, so weht dann ein Nordofiwind aus Nußland nach Frant: Kirche zeigte es Konstantin nur zu deutlich, daß er sich stets als das reich zu, während höchstens sechs bis acht Wochen. Dieses bringt in Haupt der Religion ansebe. Das Recht, das er fortwährend ansprach, Frankreich den Winter oder wenigstens den Frost hervor. Im nor

in Glaubenssachen feinen faiserlichen Willen und seine kaiserliche malen Zustande fcheint dieser Nordostwind in den Januar und Fe Weisheit als maßgebend geltend zu machen, war ein Ueberreft jener bruar zu fallen. Man kann also zu dieser Zeit Frost erwarten.

ganz Veidnischen Idee, daß es der weltlichen Obergewalt zustehe, den Der größte wissenschaftliche Fortschritt, der fünftig immer mehr Glauben zu regeln; durch und durd heidnisch ist dieses Prinzip, obund mehr gesdhäft werden wird, ist die auf der Sternwarte zu Paris wohl fogenannte dyristliche Fürften, in katholischen wie in pros gesdebende Aufnahme des meteorologischen Tableaus von ganz Frant- testantischen Staaten, ihm buldigten. Die Inschrift auf dem Siegesreid, dann der angränzenden Länder, endlich Rußlands und Migeriens. bogen ist merkwürdig durdy das Shwankende im Ausdruck, in Bezug Dieses ist praktisch von unendlichem Vortheil, ba durch den elektros auf die religiösen Gedanken, durch die berechnete Unentschiedenheit magnetisden Telegraphen eine Witterungộpost hergestellt wird, die der Worte, deren fich der Senat bediente, um weder in der einen, mandjem Unheil vorbeugen kann. So signalisirte z. B. Ende Okto- nods in der anderen Nichtung eine Blöße zu geben. Die Inschrift ber der Telegraph eine drohende Ueberschwemmung durch die Zuflüsse besagt, dieser Bogen sei dem Kaiser geweiht worden, weil er die Re. der Coire auf Blois und Tours zu – der Maridal Vaillant (Iriegs- publit (man sprach noch von einer Republik!) durch feine SeelenMinister) ordnete militairische Arbeiter und Schanzmittel ab, wodurd größe und göttliche Inspiration – iustinctu divino

von einem die Gefahr glücklich beseitigt wurde.

Tyrannen befreit habe. Es scheint fogar, daß diese Worte nachträge Der Versudy, Europa mit Amerika burch einen unterseeischen sich an die Stelle einer nod fchärfer heidnisd marfirten Formel ein. Telegraphendrath zu verbinden, ist verunglüdt. „Wie kann man geschoben worden sind. Dieses Denkmal, das den Sieg Konstantin's auch glauben, daß eine solche Masse Draty von geringerer Dünne feiert, verfündet also noch nicht entschieden den Sieg des Christenals ein gewöhnliches Talglidt auf den Grunde eines tiefen Mee- thums. Und ist das zu verwundern, wenn man auf den Münzen res über eine solche Entfernung fich werde abwinden lassen, ohne dieses Kaisers auf der einen Seite den Namenszug Christi und auf irgend einen Zufall des Zerreißens." So der französische Herr der anderen das Bild Roms, der heidnischen Gottheit, fiebt? KonstanVerfasser, der darauf seine Meinung dahin äußert, daß man den tin schärfte die Sonntagsfeier ein und veröffentlichte ein Edift über Drath durch Rußland, Sibirien, die Behringsstraße u. f. w. legen die Art der Haruspizien; in Konstantinopel ließ er seine Statue mit müsse, um die ficherste Verbindung mit New-York berzustellen. - einer Fortuna in der Hand durch das Hippodrom führen: Zeugnik Wenn es erlaubt ist, bier unsere unmaßgebliche Meinung zu äußern, der rudlosesten Idolatrie, der Vergütterung des eigenen Glüdes! To möchten wir sagen, daß Herr Babinet dod wohl zu sehr den neu Das Heidenthum, von dem der Triumpbbogen Konstantin's das tralen, wissenschaftlichen Standpunkt im Auge behält, die anderen hier Gepräge trägt, dauerte noch lange nach ihm fort. Als Theodosius zu berüdsichtigenden Umstände aber zu wenig in Ansdhlag bringt. — nad Nom tam, fand er es noch tief im bartnädigsten Heidenthum. Das einzig Vortheiibafte dieser Linie liegt darin, daß die unterseeische Die Tempel waren auf seinen Befehl geschlossen, aber die GötterStrede allerdings hierdurd möglichst abgekürzt wird; aber andererseits stehen die erheblichften Bedenken entgegen. Statt etwa

*) Dergleimen politisdie Rücksiciten müßten England auch zurückhalten, 2000 Meilen würde die telegraphische Strecke über 4000 Meilen be

telegrariifde Virbindungen über Fraufreid) und Desterreich nach der Levante

anzulegen. Denn wie leidt fonnte London nad Konstantinopel etwas zu tele: tragen müssen und meistens durch die ödesten, fältesten Streden des graphiren haben, das Paris oder Wien nicht wissen soll! Die Telegrapher Erdballes geben. Man denke fich die telegraphisden Stationen in

Tollin jedodi dem großen Bolfer- und Weltverfelir dienen, dem gegenüber alle

Differenzen der Politif bloße Ausnahmen sind, sie feine Berüt ficotigung

bilder blieben darin, ja hin und wieder wurden jene wieder geöffnet. ift: die Verlegung der kaiserlichen Residenz (nach dem Drient. An Ein Präfekt zu Rom opferte der Ceres; ein anderer eigensinniger dem Tage, wo Konstantin diesen Entschluß faßte, war Roms TodesRitter des Heidenthums errichtete Altäre den zwölf diis cousentibus. Urtheil gesprochen. In einem Reiche, wo die politische Centralisation Man hat die Trümmer eines Tempels dieser Götter am Fuße des das war, was sie im römischen Reiche immer gewesen und was fie Kapitols erkannt.

hauptsächlich unter Diocletian und Konstantin geworden, da konnte Der alte etruskische Aberglauben war nicht aufgegeben; ein beide nur die Gegenwart des Kaisers allein die Hauptstadt gegen die Barnischer Dichter, Claudian, und ein chriftlicher Bischof, Marimusbaren vertheidigen. Es hing nur an einem Haar, daß Rom ihnen Turinenfis, bezeugen gleichmäßig, daß zu ihrer Zeit die Haruspizien den Eindrang in seine Mauern gewehrt hätte. Alarich regte dreimal befragt wurden. Als Alarich die Stadt bedrohte, ließ der Präfekt an, ebe es ihm gelang. Belisar drängte Vitiges zurück. Die Päpste Pompejanus zu ihrer Vertheidigung etruskische Priester kommen, die schüßten die Stadt Petri gegen die lombarden, die dreißig Jahre das Feuer des Himmels auf die Feinde Roms zu richten versprachen. lang die Mauern vergeblich bedrohten, und später gegen Sarazenen. Endlid war der beidnische Fanatismus noch mächtig genug, eine chrift- Konstantinopel, das sehr früh die Barbaren, unter Anderem die Russen, liche Fürstin, Serena, die Wittwe Stilico's, beren Cocter mit Hono- vor seinen Thoren sab, widerstand dem Sturm an die achthundert rius vermählt worden war, erdrosseln zu Yaffen, weil sie es gewagt, Jahre. Rom hätte dasselbe gethan und im funfzehnten Jahrhundert sich mit dem einer Göttin entwendeten Halsband zu schmüđen. Solche würden keine Türken dagewesen sein, es einzunehmen. Konstantin, Chatsachen, die von dem hartnäckigen Widerstand des besiegten Heiden- den eine Inschrift auf seinem Triumphbogen den Befreier Roma's thums, von seinen momentanen Rückfällen und von dem ftođenden nennt, war ihr erster Zerstörer. Von jeßt ab ist die monumentale Scritt des Menschengeschlechts auf der neuen Bahn, die es betreten, Geschichte Roms faft geschlossen, und ich werde nur die Geschichte Zeugniß ablegen, machen das Borhandensein heidnischer Gegenftände seiner Ruinen zu erzählen haben. auf dem Triumphbogen Konstantin's und die fie begleitende zweideutige Eines nur mag Konstantin entschuldigen: der Gedanke, den Sie Inschrift begreiflich.

des Reiches nach dem Orient zu berlegen, war nicht neu, foon Cäsar Ju den Basreliefs, die auf dem Triumphbogen Konstantin's von hatte ihn gefaßt. Zwischen dem Orient und dem Despotismus bes denen auf dem Trajansbogen entlehnt find, zeigt fich, wenn man sie stand eine natürliche Verwandtschaft. Mehrere Kaiser fühlten sich hinaus dem fünftlerischen Gesichtspunkt anschaut, der Unterschied recht gezogen. Adrian hatte ihn viel bereift. Caracađa hatte dort zwölf auffallend. Was sich aus den Zeiten Trajan's herschreibt, ist von Jahre verlebt und war dort gestorben. Diocletian residirte am liebvollendet schöner römischer Skulptur; was der Konstantinischen Epoche sten in Nifomedien und erschien nur auf Momente in Rom. Für angehört, ist zum Erbarmen. Da stellen Victorien ihren Fuß auf seine Erperimente in der orientalischen Despotie fühlte er sich dort groteske Gestalten, die knieende Barbaren vorstellen sollen; der Fuß behaglicher. Konstantin, der das Werk Diocletian's aufnahm, wollte einer dieser Victorien bededt vollständig das Bein eines dieser es weiter führen in einer Umgebung, die dafür gemadhit war, fern von Barbaren.

dem Rom, wo ein allerdings herabgewürdigter Senat body noch eine verKonftantin ist übrigens nicht der erste, der die Vergangenheit ge- blaßte Erinnerung an die Republik bewahrte

, wo das imperium niemals plündert hat, um die Gegenwart zu schmücen; lange vor ihm hatte ein Schemel des Königreichs werden konnte. Ohne Zweifel wurde er dazu Sytla die Säulen aus dem Tempel des olympischen Zeus zu Athen durch die Lage von Byzanz angeregt, eine Lage, die er bei der Begeraubt, um das Kapitol damit zu zieren. Diese Räubereien wieder: lagerung feiner fünftigen Residenz zu bewundern Gelegenheit hatte. holten sich in allen Epochen, und kaum waren wir felbst (zur Zeit Na- Mir scheint, der Gedanke babe in ihm den Ausschlag gegeben, daß poleon's I.) zu erkennen befähigt, daß die Denkmäler der Geschichte eine neue Religion sich am besten in einer neuen Stadt gründen angehören und daß auch die Jahrhunderte ein Eigenthumdrecht haben. lasse. Rom war der Hort des Heidenthums, das sich dort hinter den

Sft man über das Forum hinausgekommen und mäbert fich dem Trümmern des alten Patriziats verdanzte. Der Glaube, der die Koliseum, fo bemerkt man zur Linken drei große Gewölbebogen; in Welt umfehrte, fchien den unbeweglichen Fels des Kapitols nicht erdem mittleren ist eine weite Spalte, durd, die das Auge sich an dyüttern zu fönnen, und doch sollte dieser Glaube hier festen Boden der Sonnenseite, an dem sanften Mondlicht oder an dem azurklaren gewinnen. Konstantin begriff diese Zukunft des Christenthums nicht. Himmel erfreut. An den abgebrochenen Bogen oben starren die Vers Er überließ dem Papsttbum die Ehre, Rom an der Spiße der Welt zabrungen eines Gewölbes, das nicht mehr vorhanden ist, auf dem zu erhalten. Die Gegenwart des Heident hums, das sich an Rom anBoden liegen Steinmaffen umber, ähnlich Felsblöden, die durch eine flammerte, scheute er wie ein Gespenst. Hätte er das abgelebte Lavine herabgestürzt worden. Diese ungeheure Ruine, die gewaltigste Patriziat ins Auge gefaßit, so würde er dessen Schwäche begriffen und nach dem Koliseum und den Thermen Caracalla's, ist nur ein Drittel ihm seinen Glauben auferlegt haben. Er mußte fühn sein labarum °) der Basilika, die von Marentius vor seiner Niederlage aufgeführt auf das Kapitol pflanzen und die Welt berausfordern, es von dort und von Senat und Volf dem fieggekrönten Konstantin geweiht wor- herabzureißen. Seine Nachfolger, bald in Ravenna, bald in Mailand, den. Durch diese Aufeinanderfolge zweier ftracks entgegengesegter wenn sie nicht in Konstantinopel waren, überließen den Gothen das Bestimmungen knüpft sich demnach dieses Denkmal an die große Um- Kapitol, das die Republif gegen die Gallier vertheidigt batte. wälzung, die sich damals erfüllte. Wie das Reich ging auch dieses Wer heute mitten unter Roms Ruinen schreibt, kann sich eines Monument in wenigen Jahren vom Heidenthum zum Christenthum Zorngefühls nicht erwehren, daß die ältesten Ruinen von dem unüber, und seine Geschichte ist zugleid die Geschichte der größten politischen Gedanken herrühren, dem Ursitz der Herrschaft den Rüden moralischen Umwälzung in der menschlichen Gesellschaft. Die Wand zu kehren. Und doch muß man auch hier die strenge Gerechtigkeit der lung dieses Denkmals entspricht der Wandlung, die mit dem mensch- Vorsehung bewundern. Rom Hatte fich, an Händen und Füßen gelichen Geiste vorging. Diese Wandlung sprach fics gewissermaßen bunden, dem Kaiserthum überliefert, hatte sich ohne Bedingung dem sichtbar in der veränderten Richtung aus, welche die christlich gewordene Despotismus ergeben. Anfangs behandelte der Sieger seine GefanBasilika nahm. Zuerst zog fie sich auf das Forum zu, von Südost gene mit Milde; dann ließ er fie feine grausame Härte, die Schmadı nach Nordwest, wie eine aufgefundene Halle beweist; indem man aber seiner Launen füblen; endlich der veralteten Sklavin überdrüffig, lies später den Haupteingang an einer der Seiten des Denkmals anbrachte, er sie gegen eine jüngere im Stiche und gab fie preis... Das änderte sich zugleich mit der Bestimmung desselben die Richtung von Kaiserthum hat Rom nach einander geknechtet, unterdrüdt, verlassen. Südwest nach Nordost, D. . nahezu von Westen nach Often, die Die Barbaren werden nicht viel zu thun haben, ihm den Garaus gewöhnliche Richtung der alten driftlichen Basilifen, die sich nady zu machen. Sonnen-Aufgang, wie die Seelen sich nach dem erscheinenden Lichte bes Christenthums wendeten.

Nord: Amerika. Insbesondere überrascht hier die Beharrlichkeit der Römer, bis

Santa Filomena. zur Auflösung ihres Reiches große Monumente aufzuführen, selbst dann, als sie nichts Großes mehr zu thun vermochten. Die Basilifa Unter diesem Titel verherrlicht der amerifanische Dichter Longdes Marenz hatte 330 Fuß in die Länge und 220 Fuß in die Breite. fellow die bekannte edle junge Engländerin Miß Nightingale, die Am Vorabend des Tages also, wo Konstantin das alte Nom verließ, fich während des Feldzugs in der Krim ihrer Landsleute mit so vieler um an den Ufern des Bosporus ein neues Rom zu gründen, errichtete Liebe angenommen hat. Das Gedicht, das eben in allen englischen sein Nebenbuhler eine Riesenbasilifa, die wahrscheinlich noch heute Journalen die Runde macht, ist der Aufmerksamkeit deutscher Leser stände, wenn ein Erdbeben sie nicht zum Theil im vierzehnten Jahrs nicht unwürdig, weshalb wir uns erlauben, es hier in Uebersegung hundert zerstört hätte. Marenz, der leßte Kaiser des beidnischen folgen zu laffen: Rom, bat in einer sechsjährigen bewegten Regierung noch Zeit genug,

Wenn ein edles Wort erilingt, zwei beträchtliche Monumente zu bauen, die eben besprochene Bafilika

Wenn ein edles Werk gelingt, und einen Cirkus......

Fählen wir das tiefste Leben

Sich zu steizer Höhe heber. .... Noch muß eine große Thatsache aus dem Leben Konstantin's erwähnt werden, die in die Geschichte des alten Rom eingreift, Krone nebst einem Kreuze und den ersten Buchitaben des Namens Jeju, gejest

*) Labarum, so hieß die Kriegsfahne Konftantino, auf welche er eine ja, die als eine der Haupt- Ursachen der Auflösung beffelben anzusehen hatte.

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