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Wohl dem, der ben 3rrthümern seiner Zeit entgeht! Wohl dent, geringere Verarmnug berselben herbeiführen muß, je nach der Zahl ber das Böse von dem Guten zu fcheiden und dem Wirbel, der alle derselben. Wenn nach dem Tode des Waters tein Haupt, teine Stüße, mit fid fortreißt, zu widerfteben weiß! Wie der Planet, den wir ber kein Sammelpunkt in der Perfon, den Befißungen und den Interessen wohnen, so wird die Gesellschaft, in die uns die Geburt gestellt, uns des Erben gegeben ist, zu dem die jüngeren Brüder und Schwefters unsichtbar, uns unbewußt, von einer Bewegung fortgetragen. Wir aufbliden können, To zerstreut sich die Familie, und bei Ausgleichung fteben auf einem Abgang, der mit uns zu gehen fcheint und die Menge von Bermögen und Stellung, werden Streitigkeiten und gegenseitiger weiß ich weder darauf zu richten, noch zu halten. Diejenigen, die Reid weit häufiger und leißter. Ein Mann mit 500 Pfund im Jahre fich der Gewalt des Beispiels erwehren, Die gerade werden als über ift in geringer Bersuchung, es feinem nächsten Nachbar rechts gleich ihrem Jahrhundert stehend angefehen und, faft immer von ihm ver zu thun, welcher 5000 hat; aber wenn seine Gedanken in dieser Rich kannt, finden sie erst bei der Nachwelt Gerechtigkeit. Die Selten- tung gehen, denkt er wohl, daß er mit seinen 500 ebenso viel äußere beit dieses Verdienstes entschuldigt diejenigen, die es nicht haben, und Parade machen kann, als derjenige, dessen Wohnung links an die seine ist auch diese Entschuldigung nicht genügend, ist es auch die Pflicht ftößt, mit 600, und wenn fie Beide Narren und von besdrănftem ber Vernunft gegen jedes mächtige Vorurtheil anzufämpfen, fo wird Geifte find, und ausschweifenden Geschmad besigen bei wenig Fähigman doch einige Nachricht haben mit denen, die wie Alle gedacht, gen feit oder Willen, das Verhältniß von Ausgabe und Einnahme zu bes lebt haben. Diese Königin der Welt hat zum voraus Gnadenbriefe rechnen, so werden sie wahrscheinlich dahin kommen, daß fid Beide gefür diejenigen ausgefertigt, die nicht nach ihrem ausdrüdlichen Befehl genseitig gänzlich zu Grunde richten. Und dies nicht allein. Wenn gehandelt haben, und Keiner kann für sie stehen, daß er es viel besser das, wie übel immer, allein wäre, fo würde das Unglück hauptsächlich gemacht, als feine Bäter. Inzwischen giebt es jeder Zeit Ausnahmen, auf fie und ihre Familien beschränkt bleiben, und die Gesellschaft im giebt es stets eine Kerntruppe, und in diese Kerntruppe aufgenommen Großen und Ganzen würde von ihrer Thorheit und Ausschweifung zu werden, sou jebe edle Seele streben.

(Schluß folgt.) wenig berührt werden. Leider aber greifen solche Leute nicht zu den

folidesten Mitteln, um ihre ausgehenden Hülf&quellen zu erneuern; Mannigfaltiges.

vielmehr aufgeregt und grundsaßlos, wie sie sind, laffen sie sich in

Dinge, ein die nebst dem materiellen endlich zugleid ben fittlichen Eine päpstliche Verwarnung gegen das Tischrüden Ruin der Familie herbeiführen." und die Geifterflopferei. Das heilige Offizium der Inquisition Nach einer Schilderung der Pariser Männerwelt, fommt der bat unterm 4. Angust 1856 ein Sendschreiben an alle Bischöfe gegen Korrefpontent auch auf die tonangebenden Fraueu, auf die sogenannten eine neue Art von Aberglauben erlassen, nachdem schon frühere Runds i, Löwinnen" von Paris. Hierbei erzählt er folgeude Geschichte, die schreiben vom 24. April 1841 und 28. Juli 1847 vor dem Mißbrauche zu Emil Augier's Drama:

zu Emil Augier's Drama: „Les lionnes pauvres" ein Seitenstück des Magnetismus gewarnt hatten. Es ist dies Sendforeiben febr bilbet: ,,Erst vor wenigen Monaten wurde ein Fall an die Deffentlich zwedentsprechend abgefaßt, da es nur vor dem Mißbrauche warnt, die feit gebracht (bei sehr vielen kommt es gar nicht dazu), und zwar duro physikalischen Wissenschaften zu benußeu, um die Mensben zu täuschen die wöchentlichen Feuilletons und anderen Stadtklatsch, der die Aués und zu berführen, indem man glaubt, es könne Verborgenes, Entferno gaben einer dieser „lionnes pauvres" betraf. Wir nehmen Emil tes und Zukünftiges durch das Blendwert des Magnetismus entdeđt Augier's Definition des Genus an, welches alle Löwinnen, wie groß werden. Es wird deshalb die pfarramtliche Thätigkeit wachgerufen, auch sonst ihr Vermögen fein mag, unter dieses Kapitel bringt, sobald diesem Mißbrauche des Magnetismus auf alle Weise entgegenzuwir ihr Aufwand die Gränzen überfteigt, die ihres Gatten Einkommen fen, wo man vorgiebt, Unsichtbares zu entdeden, Unterredungen über fest. Die Dame war einst wohlbekannt in der Parifer Gesellschaft; die Religion anzustellen, die Seelen der Verstorbenen aufzurufen, von und die Pracht ihres Anzuges, welche an Kostbarkeit selbst die bedeu: ihnen Antworten zu erhalten, Unbekanntes und Entferntes zu entdeden tenden Mittel ihres Gatten überstieg, war lange Zeit der Gegenftand und andere dergleichen Wahrsagungen im verwegenen Unternehmen zu des Neides und der Bewunderung ihrer Klasse gewesen und hatte üben. Das Schreiben hütet sich aber wohl über die Thatsache der gebermanns Aufmerksamkeit auf fich gezogen, ausgenommen die ihres Erscheinungen selbst abzusprechen, die es sehr richtig den magnetischen Gatten. Seine ruhige Gleichgültigkeit in Hinsicht darauf konnte in. beijählt, ober den Magnetismus felbft zu verdächtigen, da es den Gedef nicht von beständiger Dauer fein. Da die Mittel der Dame, brauch des Magnetismus dem sonst erlaubte und natürliche Mittel oder die Mittel ibres Arthur (, Arthur“ ist der Gattungsname in Pas Anwendenden moralisd nicht verbietet. Auch von der sonst nie feh- ris für die ,, Aushalter' der Löwinnen) fich unzulänglich erwiesen, um lenden Beigaben von diabolischer Versuchung und dämonisdem Ben die Handelsleute, die fraft langer Rechnungen und in Folge der truge-hält sich das Schreiben möglichst frei: es verbietet nur die An- Kenntniß gewiffer privaten Verlegenheiten dringend und unhöflich wendung physischer Prinzipien und Mittel zur Heranbringung nicht geworden waren, zufrieden zu stellen, so weckten sie den gutmüthigen, natürlicher Wirkungen; es warnt nur vor ben unerlaubten und feße- forglofen Mann aus feiner friedlichen Lethargie durch eine ganze rischen Beträgereien, damit die Gnade des Herrn vor dem Menschen. Lawine wahnsinnig hoher Forderungen für den Aufwand von Mo. feinde verteidigt, der Schaß des Glaubend wieder hergestellt, geschüßt dame, welche plößlich auf fein verfehmtes Haupt niederftürzte. Wir und behütet und die treuen Gläubigen vor der Berderbniß der Sito erinnern uns, daß es unter anderen Einzelheiten diefer Ausgaben, die ten gewahrt werden. Das Circular bezieht sich zweifelsohne auf das wir uns gemerkt, die Gewohnheit der Dame war; allermindestens Tischklopfen, die Psychographie und die damit im Zusammenhange zwölf Hüte auf einmal bei ihrer Modiftin zu bestellen, und solde ftebenden Erscheinungen, denn dieses Treiben und Unwesen war auch Bestellungen kamen im Laufe eines Jahres öfter vor. Die hierauf in die Thore der ewigen Stadt eingezogen und es wurden dem heili: folgende Scene oder Reihe von Scenen fann man fich vorstellen. gen Vater selbst Skripta der Engel und Apoftel vorgelegt. Obschon Es genüge zum Schlusse nur zu sagen, daß die Familie, um den die vermeintlichen Geister aber anerkennen: daß Jefus ift Chriftus Standal eines öffentlichen, von den Handelsleuten angeftrengtex Proihnen das frühere Kriterium guter Geister also nicht abgeht, hat der geffes zu vermeiden, Geld zusammenschoß, und mit den Gläubigern Papst sich doch bewogen gefühlt, diefem Unfuge mit allem Ernste ent- ein billiget Abkommen traf. Die Dame wurde, ehe noch die Unters gegenzutreten und bas Circular thut dies auf eine Weise, bei der Handlung zum Schluß fam, veranlaßt, fich die Zurücgezogenheit wir den Fortschritt mit Freuden anerkennen.

eines Klofters gefallen zu lassen, und der Gatte versuchte die Wirt

famkeit eines Klimawechsels für seinen sehr gestörten Gesundheiter Pariser Leben und Treiber. Wir finden in der Lite- zustand und seine nicht minder angegriffene Börse. rary Gazette eine Reihe von Schilderuugen aus Paris, die auf , Daß der Anstoß zu persönlicher Ausschreitung vom Paiferlident lebendiger Anschauung beruhen und deshalb wohl einiger Beachtung Hofe gegeben, ober vielmehr, daß der immer bereite Hang baju von werty find. Der Engländer erzählt unter Anderem: ,, Die Liebe dorther befördert wird, baran fann fein Zweifel fein. In der legter zu lurus und Prunt ift namentlich innerhalb der resten vier Saison wurde es jeder Dame, ohne Rüdsicht auf ihres Gatten Einkomoder fünf Jahre nicht blos eine Leidenschaft, sondern ein Heißhun- men, der für eine Woche oder vielleicht noch länger nade Fontaines ger geworden, und seine Stillung ist danach angethan, die Form bleau geladen war, vertraulich mitgetheilt, daß man erwarte, ffe werte einer Nothwendigkeit anzunehmen, der um jeden Preis, es fofte was. nie zweimal in demselben Auzuge erscheinen, und ba natürlich für ices wolle, genügt werden muß. Was für verschiedene Gestalten dieses ben Tag ein Morgen- und Abendkostüm gehörte, und diese nothwenied foffer annimmt, wollen wir uns hier etwas näher anfeben. biger Weise von kostbarem Stoffe und theurer Arbeit waren, fo fann Welches auch unsere Meinung über das Recht der Erftgeburt sein man sich wohl einen Begriff von der Steuer maden, welche auf die möge, so wollen wir, es einfach in Hinsicht auf den vorliegenden Geldbeutel ber treuen Unterthanen Sr. Faiserl. Majeftät gelegt wurde, Gegenstand betrachtend, bemerken; daß die unvermeidliche Folge der die mit dem Befehle beehrt wurden, sich etwa acht oder zehn prächtige Vermögens- und Eigenthumstheilung, wenn sie zu gleichen Theilen und sehr koftspielige Tage lang in ihrem Glanze zu fonnen.“ an alle Kinder einer Familie geschieht, nothwendig eine größere oder

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sich gegenseitig moralisch die Köpfe ab, hindern alle Vorsichts- und England.

Rettungsmaßregeln und werden fo felbst zur höchsten Gefahr. Capi.

taine und Mannschaften sind darauf vorbereitet und erscheinen sofort Korrespondenz- Berichte aus London.

mit den beliebten „six-shooters", Revolvers mit sechs Schüssen.

Diese werden den Passagieren hingehalten mit dem Bemerken, daß, Der Brand der ,, Austria" nad englischer Beurtheilung.

wenn Einer im geringften sich den nun unerläßlich werdenden Maße Das Dzon. - Johanna Kinkel und ihr Tod.

regeln widerfeke, er sofort erschossen werde. Gewöhnlich wird das 30 komme, bei Gelegenheit eines beutfchen Ereigniffes auf dem Deck zuerst von allen Passagieren gesäubert. Wer nicht sofort freiMeere, auf die deutsche Gemüthlichkeit noch einmal zurüd. Die willig die ihm befohlene Stellung einnimmt, wirb bahin geworfen, z. B. fchauberhafte Tragödie des Unterganges der „, Austria" gab uns hier in eine Kajüte, in die er hinabstürzt und den Hard bricht. Auch wird einmal eine ganze Nacht Stoff zu einer Diskussion mit Engländern. manchmal Einer erfcoffen. Es ist aber offenbar bumaner, Einen oder Der noble, edelherzige, menschenfreundliche; fehr gebildetete und auch den Anderen, der die Rettung Aller erschwert oder unmöglich machen als Seemann bewährte Capitain ward in deutschen Blättern mit vie würde, zu opfern, statt Atle in Kopflosigkeit umherwürgen zu lassen Ver. Rührung, Gründlichkeit und Gemüthlichkeit in Shuß genommen. und Allen den Tod zu geben. Er erschien in einigen Darstellungen wie ein Heiliger. Das Schiff In dem beispiellos entfeßlichen Falle der ,, Austria" liefert dies war ein Mufter von Vollfommenheit auch für Fälle von Feuersgefahr. vielleicht fein Muster; aber wir gewinnen auch von feiner Seite Dieser Vollfommenheit, Gründlichkeit and Vorsicht gegenüber erscheint irgend eine Entshuldigung für die beiden Kardinal-Versündigungen: es aber schlechterdings als ber Aft eines vollständig Wahnsinnigen, die gemüthliche Räucherung mit einem Eimer voll Bed und den feigen aus gemüthlider Fürsorge für die Paffagiere zweiter Klasse deren Schrei: „Wir sind alle verloren! Räume mit einem großen Eimer vol Theer, in welchen Jemand eine Uebrigens ist die wahnsinnige Kopflosigkeit und unbewußte Bruglühendgemachte Kette hält, zu räuchern. Es giebt viel ungefähr. talität der großen Masse plößlichen Lebens, besonders Feuersgefahren lichere Räucherungsmittel. Mußte es aber Pech sein, war jedenfalls gegenüber eine so allgemeine und unausbleiblich menfohliche, daß man ebenso viel Vorsicht nöthig, als wenn man ein glühendes Stüd Eisen in allen Schiffen, Theatern und dergleiden Pläßen, wo fich große in ein Pulverfaß gehalten. Der Gedanke lag ftets nahe und mußte Massen zusammendrängen, viel mehr Vor- Rüdlicht darauf nehmen bei einem so gemüthlichen, mitleidigen Capitain fich um so gewaltiger sollte. Als der Komödiant und Pfarrer Spurgeon einmal in dem aufdrängen: was machen wir, wenn der ganze Eimer voll Pech fich großen Saale der Surrey-Gardens predigte, scrieen Spißbuben: an dem glühenden Eisen plößlich entzünden sollte unb umfiele? Muß Feuer! Die aus Tausenden bestehende, andächtige Menge zerquetschte man schlechterdings mit einem ganzen Eimer vott räuchern, und zwar und erftidte fich gegenseitig auf Treppen und Korridoren, obgleich fo, in dieser blödsinnigen Manier, inmitten einer engen, hölzernen auch nicht ein Schwefelhölzchen gebrannt hatte. Beispiele in Theatern Kajüte voller Betten, die sich augenblicklich an dem aufflammenden mit und ohne wirkliche Feuersgefahr giebt es in Menge. Da bei Pech entzünden und aller- unserer vollkommenften fösch - Apparate spote diesen Gelegenheiten immer fast alle den Ropf verlieren, sollte man ten würden? Man hat Beispiele die schwere Menge, daß Rannibalen wenigstens vorber mehr Kopf in Vorsichtsmaßregeln entwideln. Was von Capitainen die Paffagiere ihrer zweiten oder dritten Kajüte falt die Räucherung auf Schiffen betrifft, ist das Pech in dieser naiven, blütig oder gar absichtlich erstiden ließen, etwa um Lebensmittel für gemüthlichen Anwendung, wie auf der , Austria", längst als eine Art sie zu sparen. Diese bestialische Grausamkeit ist kaum ärger, als die muthwilliger Aufforderung zu doppeltem Mord abgeschafft worden. gemüthliche Fürsorge, die mit einem Eimer voll Pech, mit einer glü- Man räuchert jeßt zum Theil bereits mit dem mächtigsten, allgewaltige benden Kette darin, räuchert, damit sie nicht krank werden, und das ften Desinfectionsmittel, mit Ojon, elektrisirtem Sauerstoff, den man durch eine Feuersgefahr hervorruft, gegen welche voraussichtlich nicht baburd fortwährend entwickelt, daß man ein paar kleine Stangen viel mit Lösch Apparaten zu machen war - und dadurch 500 Men. Phogphor balb aus einem Gefäße mit Wasser hervorragen läßt. Da fchen, einem doppelten Robe entfeßlicster art in die Arme liefert. Phosphor noch gefährlicher ist, als Pech, fichert man diesen einfachen Letteres gilt um fo mehr, als der Capitain fich, von den Folgen Apparat so, daß der Phosphor, falls er sich auch entzündete, fich ohne seiner Gemüthlicteit umlóbert, auf das Verbed ftürzt, den Raths und Gefahr in angewiesenen Grängen selbft verzehren muß. Hülflosen zuschreit: ,,IBér find alle verloren!" und dann verídwin Nun bin ich endlich beim Dzon angelangt, ohne doch an dieses det. Was er auch früher Heroisches gethan, wie ebel ber Mann sonft Ziel zu denken, auf Wegen, an die ich gar nicht dachte, als id die gewesen, wie entfeßlich auch die Umftände waren, dieses Pech und Feder anfeßte. Ich fing mit dem November in London an und fam dieser feige, fopflofe Aufschrei fönnen nicht durch seinen Tod gesühnt auf die deutsche Gemütblichkeit, die überat vjelleicht eber einen Winkel werden. Es klebt ein fünfhundertfacher Tob an diesem Blödsinn. findet, ihr ftilles Dasein zu fristen, als in London. Mit deutsdem Es ist auch eine feige Gemüthlichfeit, Thaten und Unthaten Zobter Herzen aber hier einen November mit wochenlangen, beizenden, diden mit dem Leichentuch zu bemänteln. Wenn man einmal sterben muß, Nebeln und frostiger Näffe auszuhalten, das ist allemal eine besondere kann und soll der wirklich eble Mann auch als Mann sterben. Stirbt Heldenarbeit. Unser deutsches Wesen bedarf einer Korrektur ober er als Memme, versinkt dieser Fehler mit ihm. 3ft aber diese Memmen. wenigftens importirter Ingredienzien, aber Londoner Nebel und Lebeng. baftigkeit zugleich Todesursache von hundert Anderen, wie fich diesweise gehören nicht dazu. Der Deutsche mag nod To kosmopolitisch aus den hier angegebenen Umständen ergiebt, so wird gemüthliches, fein gegen Klima und Kultur, aber wie nach Lessing schon Niemand rührendes Mitleiden zur feigsten Schwäche, der nur der deutsche Cha ungestraft unter Palmen wandelt, rächt es sich noch viel grimmiger, rafter unterliegen kann. Vor einigen Jahren ging ein Schiff mit Jahre lang in England zu wohnen. Nur die moralisch und körperlio englischen Soldaten unter. Alt man fah, daß es nicht zu retten war, Kräftigften widerstehen im barten Rampfe, idhwächere und weibliche ließ man Frauen und Kinder bebächtig in die Boote. : Die Soldaten Naturen aus Deutschland verschmachten hier und erfranken förperlich stellten fich in Reih und Glieb auf das Ded, luben auf Kommando und geistig am Klima, am Mangel deutschen Umganges. Nur wenige ihre Gewehre, vernahmen, wie sie nun sterben sollten, und daß fie als deutsche Damen hier erfreuen sich erträglicher Gesundheit und leiden Männer fterben möchten, und ftanben nun so in Reih und Glied, bis an einer Unruhe, Misstimmung und Beklemmung, die oft lebensges Tie sanfen. Jeßt gaben fie eine Salve und perschwanden in Reih und fährliche Formen annimmt. Einige Familien haben fich zu kleinen Glied unter den Meereswogen.

Kolonieen zusammengeflüchtet und suchen durch gegenseitigen Umgang Ich habe mir mehrere Abenteuer, Gefahren und Feuersbrünfte die verlorene Heimat wieder zu gewinnen. Das ist aber sehr kläge 1. auf amerikanischen Schiffen erzählen laffen. Sowie die Passagiere lidher Ersaß und ohumähtig gegen physisches und soziales Klima. Ich Laftr.Gefahr merken, werden sie fast immer sofort rebellisch und schlagen babe hier schon manche edele deutsche Frau berschmachten und sterben

sehen und drei der nobelsten weiblichen Naturen zu ihrem fekten unter dem Rapellmeister Böhmer burch. Hier erschien ihre erste Com. Schlummer begleitet. Id erwähne von diesen Dreien nur die Herzogin position: ,,Die Vogel-Cantate“, vielleicht der originelfte Beweis der von Orleans und Johanna Kinfel. Legtere, diese heitere, energische, Somit und des Humors in der Musit. Text und Composition find reich und gründlich gebildete, wesentlich rheinische Natur, voller Poesie ganz ihr Wert. Schon in Berlin war sie als große, meisterbafte und Humor über ihre heimatliche Sonnigkeit, voller Schwärmerei für Klavierspielerin befannt und spielte vor der Frau Prinzessin von Preu. ihre lachenden Hügel und Thäler, arbeitete und strebte nur durch un- Ben, während sie dem Profeffor Begas zu ihrem Portrait Fab. 31 unterbrochene Thätigkeit und ihr Familienleben mit einigem Erfolg Bonn waren ihr die höchsten Kreise offen. Sie ward oft in dem Hanie gegen die Einflüsse des physischen und sozialen Klima's hier. Aber Bethmann-Holweg’& gefunden, wo sie Kinfel zuerst fennen lernte. der Herbst brachte ihr jedesmal neue Leiden, die während der legten Er rettete sie eines Abends aus den Rheinfluthen, in welche fie derde Novembernebel zu ben qualvolften Herzbeklemmungen fick steigerter. ein Dampfschiff geschleudert war. Um Ufer fiel sie ihrem Retter un Hier in London hatte sich ein

Leiden entwicelt, daß man gewöhnlich den Halo und war die Seine. (Vgl. die Elegieen in den Gedichter Herzerweiterung nennt und rich in mehrfachen Anfälen von Rons Kintel's.) Die Sđeidung von dem Budhändler in Rötn war freben geftionen äußerte. Am 15. November lagerte einer der hartnädigsten, Jahre nach der Trennung erfolgt, am 22. Mai 1840 um 11 Uhr. ersticendften Nebel über London und beängstigte die Leidende mehr Nach dem Code Napoléon war eine dreijährige Frist bis zur Schlieals gewöhnlich. Aber sie war, wie stets im Leben, resolut, klar und Bung einer neuen Ehe nöthig. Diese erfolgte am 22. Mai 1843 Heiter und verließ etwa um 1 Uhr, nachdem sie gefrühftüdt hatten, 114 Uhr. Kinkel ward als theologisder Professor von dem Eidbornihren Gatten, um in dem Hinterzimmer der oberften Etage etwas søen Ministerium, wegen der Ehe mit einer geschiedenen Frau, für zu ordnen. Eine halbe Stunde später lag fie gerlomettert auf den beförderungsunfähig erklärt

, so daß er zur Aesthetik und Kunstgeschichte Quaderfteinen des Hofes.

überging, die den Deutschen in London nun besonders zugute geNachdem die Todtenrichter mit Hülfe von Aerzten, darunter ein kommen ist. Während ihrer erften Jahre ftudirten Gottfried und JoDeutscher, dem ich diese Mittheilung verdanke, Ades genau untersucht banna Kinkel besonders Fleißig rheinisches Volfsleben. Daraus ginund geprüft hatten, entschieden sie auf „,accidental death”, wobei der gen ihre gemeinschaftlichen ,,Erzählungen“ bervor. (Nur ,,Die Heis Coroner ausführte, daß die eigentliche Ursache des i, Accidents" in matlofen“ fchrieb Kinkel während der Zeit, als über sein Leben gestritdem bis beinahe auf der Fußboden herunterreichenden Schiebefenfter ten ward und er fich auf die Kugeln des Kriegsgerichts vorbereitete.) gesucht werden müsse

. Ein Anfall son Herz- Kongestion habe die Der gefunde, schlichte Humor, der klare, korrekte Stil in den Erzäb. Frau, wie sie dies früher gegen ähnliche Attaden mit Erfolg gethan, lungen von Johanna Kinkel bilden Vorzüge, in denen sie von feiner schnell an das Fenster getrieben, das fie in ihrer Angft um Athem Søriftstellerin übertroffen ist. NB. ist auch die berbe, gesunde, bus rasch geöffnet. Dabei habe sie das Gleichgewicht verloren und sei moristische ,,Geschichte eines ehrlichen Jungen" von ihr. Ihre ,act durch das von unten nach oben in die Höhe geschobene Fenster hinab. Briefe über das Klavierspiel" find jedenfalls ihr böchstes Meigestürzt. Andere Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten, die durch. fterstüd, technisc, musikalisch und ftilistisch genommen. Wer kann etgesprochen und untersucht worden waren, erwiesen sich gegen diese was Treffenberes, leichteres, Praktisderes über den Contrabaß dreis Erklärung als burdaus unbaltbar.

ben, als fie, indem sie beweist, wie leicht auch Damen ibn lernen förSo fand eine der bedeutungsvolften und reic gebildetften deute den? Ihre meisterhafte Methode im Klavier - Unterricht ist während iden Frauen ihren Tod in London; diese sonnige, fernige Tochter des der leßten Jahre natürlich besonders ben Engländerinnen zugute ger lachenden Rheins in einem falten, diden, beizenden Londoner November- kommen, unter denen sie fich Verdienste, Achtung und liebe erwarb, Nebel. Ihr ftarker, blühender Mann suchte die vermeintlich Dhne die ihr auch hier ein Andenken fichern. Von ihren größeren Compos mächtige hinauf auf ihr Zimmer zu tragen, aber er bemerkte, daß er fitionen werden erft künftig mehrere erscheinen, namentlich eine große eine leiche im Arme habe und brach zusammen. Am Abende tamen in Partitur ausgearbeitete Oper. Außerdem hinterläßt sie eine humo. die vier Berrlichen Kinder nade Hause und wollten, wie gewöhnlich, die riftifdhe Cantate, ein größeres fritisches Wert über Musik und einen Mutter mit einem Ruß begrüßen. Sie mußten es in ihrer heiteren, vollendeten, größeren Roman. schwachen Rindlichkeit alle der Reihe nach ertragen lernen, daß fie die Sie war eine deutsche Frau, eine hochgebildete Künstlerin, durcliebe Mutter und gründliche, liebe Lehrerin auf immer verloren. aus originale Schriftstellerin, heroisde Gattin und Märtyrerin, eine Wie rührend fab es aus, als ich etwa zehn Tage später hinfam und heitere, fernige, deutsche und überaus enthusiastisch-patriotische Natur, die zarte, magere, elfenartige Johanna in ihrem breizehnten Jahre wenn fie vom Rheine sprach. Man fenkte fie in fremde Erde, wie fchon die Leitung des ganzen Hauswesens übernommen und To leicht schon mehrere edelfte deutsche Frauen. Sie gehörte mit Leib und und ficher und geräuschlos hier ihrem Vater die Beantwortung eines Seele der deutschen Nation. Hätte man ihre entseelte Hülle wenigstens englischen Briefes abnahm, dort dem Mädchen einen Bescheid in unter deutschem Rasen betten fönnen! wirthschaftlichen Dingen gab und dann wieder mit dem Vater zu Rathe ging, wat in dieser oder jener Frage zu thun fei. Als er mit

Frankreich. mir das Haus verließ, legte die heroische Geftalt seine Hand auf den Kopf der treinen, zarten, dünnen Tochter und empfahl ihr mit rühren Die franzöfische Philosophie des achtzehnten Jahrhunderts. der Zuversicht die Sorge für das Haus. Welche Elaftizität und

Nad Charles de Némujat. Fülle in einer so zarten Jugend! Wie ficher und leicht flog fie um

(Fortseßung.) Her, immer das Richtige treffend und der Vater besbeiden unter: So beurtheile man die fraglide Philosophie. Sie litt an den ftüßend, wenn es galt, irgend etwas Zweifelhaftes zu entscheiden. Uebeln ihrer Epoche. Sie zog fie fich durch Anftedung zu, gerade

Gottfrieb und Johanna Rinkel (wie sie sich selbst auf dem Titel. indem sie gegen dieselben ankämpfte und sie nicht nachdrüdlich genug blatte ihrer gemeinschaftlich herausgegebenen ,,Erzählungen“ nennen) bekämpfte. Die Neuzeit ist ein großer Säkularisator. Sie zieht alles gebören im reidsten Sinne dem deutschen Volte an. Ihre gemein- aus dem Schatten des Heiliğthums, aus dem Dunkel der Soule, aus schaftlichen Erlebniffe find ein einiger Staß in der deutschen Gefdichte der Einfamkeit der Weifen an das belle Tageslicht, an den offenen und poetifcher, tragisder, deutscher, als alle unsere gedichteten Tra- Markt. Das Wiffen und das Denken haben aufgehört, ein Privilegödien. Man lese nur das kleine Bruchstüddrama, geschrieben von gium Weniger zu sein. Viele Ursachen, worunter die wichtigste die Johanna Rintel.

Die Berleumdungen über Gottfried Rinkel und Budbruderei, haben feit drei Jahrhunderten daran gearbeitet, die feine Frau find verschollen und als lügen zerstoben. Auch seine ent- Gränzen der Republik ber Wiffenschaften auszurüden, und da die Phi. fchiedensten politischen Gegner und bittersten Feinde müffen jeßt 3x« losophie aufhörte, eine Lehre der Eingeweihten zu sein, wurbe die geben, daß er fich durchweg als ftarter Mann, heroisch, offen und Gesellschaft ihr Bertrauter und Richter zumal, niemals aber so ficat edel bewährte und er uns nicht bloß als Dichter des in zweiundzwan. lich, wie zu der Zeit, wo Boltaire über alles zu Adlen sprach und zigfter Auflage ershienenen ,,Otto der Schüß", zugute kommt. Von nach dem Maßstab seines Genies das Gebiet des gesunden Berftandem Heroismus der Frau und Mutter haben die, welche ihre politis des zu vergrößern suchte. Von dem Moment an, wo die Philosophie fohen Shidsale kennen, wohl eine annähernde, richtige Vorstellung, in den Weltverkehr überging, wurde es ihr immer schwerer, fide ben aber die Rünftlerin und Schriftstellerin wird sich erft von nun an in gleichzeitigen Einflüffen zu entziehen, auf ihre Abgeschlossenheit zu ihrer ganzen Eigenthümlichkeit und Größe zu erkennen geben. verzichten und dennoch ihre Hobeit und ihre Unabhängigkeit zu bebaup.

Wir theilen aus ihrem Leben nur einige Züge in ihren äußer. ten. Vielleicht ist die philofophifde Wiffenschaft dadurch aus ihrer lichen Daten mit. Sie war 1810 am 8. Juli geboren, einzige Tochter des Rolle gefallen; vielleicht ist es zu bedauern, daß sie nicht, minder thā. Gymnasiallebrers Model in Bonn, der 1849 sein funfzigjähriges Ju. tig unb minder bekannt, ihre Würde behalten und weniger Madt er: biläum feierte und noch lebt. Als einziges Kind, spielte sie in der langt habe. Vielleicht möchte man die Zeiten – wenn es je folde Regel allein, besonders Klavier. Im zwölften Jahre wurde sie Schü- gegeben hat zurüdwünschen, wo fie, wie die religiöse Dichtung, das Yerin des berühmten Franz Rieß, des Lebrers Beethoven's. Nach einer profanum vulgus baßte und fich fern von ihm hielt. Wohl hat fie halbjährigen Ehe, der sie sich aus innerster Abneigung entzog, lebte in den Demokratieen des Alterthumes geblüht, demokratisch war sie Tie ganz der Runft und machte vom breiundzwanzigsten Jahre an, in felten. Er selber, der sich rühmte, fie vom Himmel auf die Erde erlin, den vollständigften und gründligsten Kursus im Generalbaß herabgebracht zu haben, hat fie stets abgehalten, fich mit der Menge

gemein zu machen und start wie ein Held, weil er die Unpopulärität ber gen, doch begründen. Sie hatte die Fesseln einer gegründeten, aber Weisheit verfocht. Der große Sokrates achtete die Geseße und troßte leidenschaftlichen Dpposition. Dhne einen gewiffen Grad von Unpar. den Meinungen feines Landes; er opferte dem Willen der Athener teilichkeit giebt es fein vollkommenes Einverständniß, und die Menschen Alles, nur nicht sein Denten. Vielleicht steht das Märtyrerthum der kommen aus einem Ertrem nur durch ein anderes. Während indessen Philosophie schöner an, als die Macht, und ist hier nur verborgen oder die Philosophie, von einer rechtmäßigen Opposition hingerissen, fic in verfolgt an ihrer Stelle. Id verebre fie zu hoc, um sie wegen ihres ein Ertrem stürzte oder in den Ton des Tages verfiel, verbreitete sie Mißgeschickes zu beklagen, und sie ist groß genug, um unglüdlich zu sein. nebenber die Prinzipien der Geselligkeit, die allein unseren Durchgang

Allein die neueren Gesellschaften denken anders. Seitdem fie die auf Erden aðelu können. Während einige ihrer Adepten, in der Hiße Fadel angestedt, die ihnen leuchtet, wollen fie, daß ihr Licht sich überall Alles umzubauen, der Natur das Prinzip der Ordnung, dem Menschen hin ausbreite. Geben wir es denn auf, den Strom quellwärts zurüds die höchste zdee, der Moral die heiligfte Weihe, der Aesthetif die uns zuführen und den Völkern einzureden, daß fie daran unrecht thun, sergängliche Schönheit absprachen: erhob die allgemeine Philosophie, Alles verstehen und Adled wiffen zu wollen. Man muß sich darein fin- den durch die Sophismen Einzelner herabgewürdigten Menschen zu ben, daß die Preffe der Wissenschaft und den Gedanken eine neue einem vernünftigen und freien Wesen, der nur durch die Bernunft in Bedingung geftellt. Die Geschichte ist es, die der Philosophie das ge der Freiheit regiert werden fann. Sie, mit einem Worte, ift es, fellschaftliche Medium hinterlassen, in welchem sie sich unter uns ent- welche die Aera von 1789 angebahut hat. widelt hat, und aus dem ancien régime ift die Philosophie geboren Ja, die von den heutzutage so verschrieenen Meistern gebildete worden, welche das ancien régime ftürzen sollte.

Gesellschaft hat das eble Geschlecht erzeugt, dessen leßte. Ueberreste Ich bin, fährt Kémusat fort, gegen keinen Nationalruhm kalt. wir erlösøen sehen. Jenë Jünger einer so geschmähten Schule Ich bewundere die Glanzpunkte unserer Geschichte: Richelieu ist groß wo habt ihr jeßt Ihresgleichen an Großherzigkeit, Unabhängigkeit, als Staatsmann, Condé als Feldherr, Bossuet als Redner; nichts Uneigennus, Muth? Man verwirft die sensualistischen Lehren, brüstet bestoweniger ließen sie ein Frankreich hinter sich, das einer Revolution sich mit dem Spiritualismus; man hat nicht Verwünsdungen genug entgegenging. Eine Bewegung, die vom Ausgang des Mittelalters das gegen die zerseßenden Prinzipien, die Ades-in den Grund verderbt haben. tirt, reißt die neueren Gesellschaften mit fich fort und alle Lobreden Der Ton hat sich geändert: er ist gehaltener, gefeilter, man schlägt der Vergangenheit werden es dieser Bewegung nicht absprechen, daß fie züchtig die Augen nieder, wenn Stellen aus vor hundert Jahren ges auf eine allgemeine Neugestaltung ausging. Das Mittelalter war so drudten Büchern angeführt werden; man bewundert die Sittenftrenge beschaffen, daß Alles, was Renaissance, Emancipation, Fortschritt, Cis des Mittelalters, erröthet über den Renaissance-Stil. Heilige Revilisation bieß, nur eine lange Reaction gegen dasselbe war. Gewalten, action, mit der man so did thut! Und doch hat die praktische SinnenEinrichtungen, Gefeße wurden für ebenso viele Zoche angesehen, die frobne nie eine größere Gewalt geübt, nie ist die Berechnung scam. man brechen müsse. Der neue Zeitgeist war ein Geift der Unab. loser über den Vernunftfreis gestellt, nie der Macht friechender, nie hängigkeit, der, bald langsam arbeitend, bald rasch eingreifend, die dem Geldsad lobpreisender gehuldigt worden. Die mit wahrhafter Geftalt der Welt umzuwandeln strebte, und abwechselnd reformatorisd Begeisterung begrüßten positiven Interessen find an die Stelle der oder revolutionair, ging er von der Religion auf die Politif, von den Menschenrechte getreten, und seitdem Allewelt vor dem Materialismus Künften auf die Wissenschaften, von der Gefeßgebnng auf die Indu- des achtzehnten Jahrhunderts ausspúdt, hat er nie eifrigere Anbeter ftrie über. Daher war auch der allgemeine Ton unausgefeßt kritisch gezählt

. und angreifend. Der Angriff konnte gemessen, verstedt, ein Flanter Die Inkonsequenz nimmt einen großen Plas in der Welt ein, Angriff sein; es konnten Momente der Erschöpfung oder des Vertrauens und vielleicht wird sie ihn niemals unter den menschlichen Dingen tintreten, und Alles hatte den Anschein des geschlossenen Friedens; ganz räumen. Wenigstens dürfte die Gefahr der mit unbeugsamer allein im Grunde blieb es beim Alten und die Feindseligkeiten Logit entwidelten absoluten Prinzipien auf eine gewisse, theils in der waren nur aufgeschoben. Nehmen wir die literatur zum Beispiel. Natur der Wahrheit, theils in der Natur des Menschengeistes wurs Durchwebte fie nicht stets der Geist der Opposition? Die Someidler gelnde Unmöglichkeit hinweisen, die Wirklichleit den ftrengen Formen Ludwig's XIV. griffen in ihren Schriften an, was. Ludwig XIV. liebte. des Gedankens zu unterwerfen. Das Lüdenhafte unserer umfassendsten Wie wurden Abel und Kirche in Boileau's Satiren zugerichtet! 3deen berräth fich stets an irgend einem Flede. Wenn nun in den Wie kam die absolute Monarchie bei La Bruyère weg! Die Prediger Glaubenslehren, in den Gefeßen, in den Handlungen der Menschen verklagten den Hof bei der Nation, und der große König felbft, mochte sich eine Intonsequenz bemerklich macht, so muß man weder vor Verer den Verfaffer des „Télémaque" seine Ungnade fühlen lassen wunderung, noc vor Unwillen außer fich gerathen. Sie ist gleichsam oder dem Vefaffer des „Tartuffe" seinen Schus gewähren - arbei. die nöthige Ergänzung oder die nüßliche Berichtigung zu der Unzu. tete für die französische Revolution; denn aller Dinge Ziel war die Re. länglichkeit

, oder der Falschheit unserer Prinzipien, oder was wir so volution; alle Wege führten dahin. Der Oppositionsgeift ift leichter zu nennen belieben. Es wäre freilich sehr irrig, daraus zu schließen, zu erbrüden, als zu mäßigen, und ist er allgemein, so erdrückt man daß es überhaupt feine Prinzipien gäbe; wahr aber ist es, daß unsere ihn nicht. Die Gewalt weicht oder widersteht: weight fie, so ermüdet allgemeinen Begriffe auch in ihrem richtigsten Ausdrude felten nach der fie; widersteht fie, so reizt fie. Bald frißt der Grou um fich, die Schnur, wie mathematische Definitionen, befolgt werden können. Die Leidenschaft sinkt zur Lift herab, um die Gewalt zu unterwühlen; diese Sdwierigkeit, die einfachften und Flarsten Grundlehren der Moral wird durd die raison d'état zur Heuchelei verleitet; die Heuchelei aber auf eine unantastbare Weise zusammenzufaffen, ist ein naheliegender verleßt, ohne zu imponiren.

Beweis von der Schwäche unserer Vernunft. Adewelt räumt ein, daß Dahin mußte es mit der fo hochgerühmten Regierung des fiebs die Vorsáriften des reinen Rechtes, des humanen jus, oft ausgelegt, zehnten Jahrhunderts kommen. Sie mußte die Gesellschaft zurüdlas. D. 'H. durch Rüdfidten auf Zartgefühl, Empfindung, Eyre, also auf fen, ohne Actung vor der obersten Gewalt, ohne Zufriedenheit mit lauter Sachen, mit denen die Gerechtigteit nichts zu schaffen hat, absich selbft. Die neuere Civilisation, hervorgegangen aus der Ungebun- geändert werden müssen. denheit des Mittelalters, fühlte sich unbehaglich in den engen Banden Dieser berechtigte Theil der Jntonsequenz hat sich jedoch durdy einer ftrengen Moral. Allerdings regelte fich die Gesellschaft allmäh- unsere 3rrthümer und Leidenschaften start vergrößert, und ohne die lich, die robeften Ausschweifungen, die fühaften Lafter verloren sich wunderlichen Ungereimtheiten, zu denen fie uns mitunter verleiten, mit der Zeit. Selbft der Hof Ludwig's XV. war besser, als der Hof entschuldigen zu wollen, müssen wir sie in Geduld hinnehmen, wenn der Valois; allein die Schwäche entnervte nach und nach die Charaktere, die Folgen nur nicht durchaus verderblich find. Die Geschichte liefert die Leichtfertigkeit verweichlichte die Sitten; die Institutionen füßten uns auf jedem Blatte Zeugniß von den menschlichen Widersprüchen, weder die Stärke der einen, noch die Würde der anderen. Man und haben sie aud die gerechte Sache veruaftaltet, so muß man schon wollte gern den Traditionen den Stempel der Heiligkeit aufbrüđen Nachricht mit ihnen haben, wenn durch fie der Prozeß nicht ganz und entweihete sie durdoffenkundige Unehrlichkeit, durch augenfällige verloren ging. Die Lebenserfahrung bezeugt es, daß fein Unternehmen Kniffe einer elenden Politik. So ersdien an den Krüden einer wan- ausgeführt werden könnte, wenn man zuvor die Gedanken und Emkenden Regierung Alles verhaßt oder lächerlich. Selbst den Weiseren pfindungen derer, die man um ihre Mitwirkung anspricht, zu voll. schien die bestehende Ordnung nur auf ärgerliche Erdichtungen gegrün. kommener Klarheit und Uebereinstimmung bringen müßte. Die Ver. det, und der Verfaffer der „Lettres persanes” zeigt uns, in welchem schiedenheit der Motive ist kein Hinderniß zu gemeinsamem Handeln, Lichte er, einer der helldenkendsten, scharfsichtigsten und gemäßigtsten und man braucht sich nicht erst über alle Punkte zu verständigen, um Beobachter, die Gesellschaft und die Regierung vor hundert Jahren sah. Hand in Hand nach demselben Ziel zu geben. Diese theilweisen MißGerechte Strafe für die Fehler der Vergangenheit! Ades wurde ohne flänge, diese Abwehrungen und Gegenfäße unter den Menschen, dieser Wahl und ohne Maß angegriffen; der Efel erzeugte die Ungerechtig- Unzusammenhang der Gedanken und Meinungen in jedem Einzelnen keit; der entfesselte Grimm entsprach der Unterdrüdung. Wenn die

Wenn die find nichtsdestoweniger wirkliche Schwächen: durch sie bricht das Böse Adtung fich verliert, dann seid gewiß, daß das Achtungswürdige sich in das Gute ein; durch fie fónnen die Ehre und der Erfolg der besten zuerst verloren hat.

Entwürfe und der besten Lehren auf das Spiel gefeßt werden. So erklären sich gewiffe Uebergriffe der modernen Vernunft; fo Dieser Gebrechlichkeit unserer Natur haben es die Menschen unserer laffen sich die Zrrthümer der Philosophie, wenn auch nicht rechtfertie Zeit beizumessen, wenn sie so oft davon Zeugen waren, wie die Wahr.

heit durch den Frrthum, die Gerechtigteit durch die Gewalt gefährdet biefer Eert zu einer unsterblichen Tonschöpfung Anlaß warb und fidi, ward; wie unsere Unternehmungen, gleich dem som Horaz verspotteten wie es Rudolph Gottschal mit Recht von solchen Dichtungen verlangt,) Gedichte, mit einem Göttertopf anfingen und in einen gräulichen burdy ,,eine einfach klare und folgerichtige Motivirung" auszeichnet, Fischschwanz ausliefen.

(Schluß folgt.) fo ift er leider unter den Händen deutscher Ueberseßer zu einem hoooft

erbärmlichen Madwerk herabgewürdigt worden. Daß unsere Nes Rroatien.

giffeure, daß unsere größten Sänger und Sängerinnen, daß endlich Fiume und feine Rhederei. *)

unser Publikum baran teinen Anstoß nehmen, daß man es faum hin Fiume gehört zu benjenigen Drten in Defterreich, wo der Schiff- und wieder wagte, Einzelnes obenhin zu verbessern, ist allerdings sehr bau in größerem Maße betrieben wird. Eine zur Anlage von Werften auffallend und etwa baraus zu erklären, daß man über ber unvergleid. geeignete Rüfte, leichte Versorgung mit vortrefflichem Holz, das Freis lichen Musif den Text völlig unbeachtet ließ. Aber auch bem Kona hafen - Privilegium, das den zodfreien Bezug von Eisen, Kupfer und poniften ist noch nie sein wolles Recht gesehen. Noch nie ift der anderen Metallen aus England und Belgien geftattet, haben sich ver ,,Don Juan" in der organischen Gliederung und Gestaltung vorges einigt, um den Schiffbau dort fich entwideln zu lassen. In früheren führt worden, die Mozart dieser Oper gegeben hat. Alles dies näher Jahren waren die Werften Fiume's sogar größer als alle übrigen nachzuweisen, ift die unten angeführte Schrift des Dr. Biolos) be Defterreichs, und hier, wie in anderen Häfen bed Mittelmeeres, trat stimmt, die eine getreue Ueberfeßung des italiänischen Textes und die Erscheinung ein, daß der Verkehr durch den orientalischen Krieg Vorschläge enthält, wie der ,,Don Juan" auf unseren Bühnen in andurchaus nicht litt. Die Jahre 1854 und 1855 waren für die Fiumer gemessenster Weise zur Aufführung gelangen kann. Um diese Zwecke Schiffbauer die günftigsten, die sie je erlebt haben. Die Schiffe Hats zu erreichen, war es nöthig, daß der Verfasser sich in die gewaltige ten in jener Zeit vollauf zu thun, denn englische und französische Kauf- Composition mit all dem Verständniß und aller der Liebe dertiefte, fahrer hatten Truppen-Transporte übernommen und räumten den um Ton und Werk in das richtige Verhältniß zu einander zu bringen anderen Nationen einen größeren Platz neben fic ein. Die Frachten Dies ift ihm, wie wir glauben, vollftändig gelungen und es ift nunmehr waren lohnend, und wenige Fahrten machten die Schiffe bezahlt. Unter unseren Bühnen die Möglichkeit geboten, ein Wert, welches alle 3u; folchen Umständen dehnte fich, wie zu erwarten, auch der Schiffbau kunftsmusik überleben wird, in würbigfter Gestalt zur Aufführung zu aus. In Fiume, Buccari und Portoré, die 1854 im Ganzen 34 Schiffe bringen. Die Urtheile, welche wir bis jeßt von Runftverständigen mit einem Tonnengehalt von 13,264 gebaut hatten, wurden im fole über Viol's Arbeit vernommen haben, stimmen barin überein, baß es genden Jahre 41 Schiffe mít 17,472 Tonnen konstruirt, und noch 1856, nunmehr die Pflicht aller deutschen Bühnen ist, den gewohnten Sælen ba ber Impuls fortbauerte, liefen 38 Schiffe von 14,429 Tonnen vom brian bei biefer Dper aufzugeben und biefelbe im Sinn und Seif Stapel. Dabei waren es zum Theil größere Fahrzeuge, die von den Mozart's erklingen zu laffen. Nun, wir wollen bas Beste hoffen. brei genannten Orten ausgingen. Sedizehn Dreimaster, darunter 1855 ein Klipper von 444 Tonnen, während der Tonnengehalt der übrigen fich zwischen 500 und 900 bewegte, und 39 Bartensdiffe waren unter

Don Giovanni Torlonia. Am 9. November starb, Trebette ben 113 von 1854 bis 1856 erbauten Schiffen.

undzwanzig Jahr alt, in Rom dieser als Kenner der deutschen Literatur In den beiden ersten der gebachten Jahre behauptete auch die und als Ueberseßer deutscher Dichtungen geldäßte junge Mann, ein Fiumer Schiffbauerei einer Rang in Desterreich, den ihr alle anderen Sohn des reichen Banquiers Torlonia, Herzogs von Bracciano. Er Werften des Landes zusammen nicht ftreitig machen konnten. Die fammelte die befferen poetischen Talente Roms um fid; ihre und übrigen Werften bauten 1853 nur 28, 1855 nur 36 Shiffe. Det feine eigenen Gedichte ließ er bei Le Monnier in Florenz bruden, Shwung jedoch, der in den Schiffbau feit dem Kriege und durch den- und um den gemeinschaftlichen Bestrebungen einen festeren ZusammenTerben gekommen war, scheint auf andere Hafenstädte noch günstiger halt zu geben, gründete er ein literarisches Organ, die Strenna eingewirkt zu haben, als auf Fiume. Schon 1856' mußte Fiume es Romana, den römischen Musen-Almanach, dessen erster Jahrgang aufgeben, mit feinem Soiffbau den der vereinten übrigen Werften zu Anfang des Jahres 1858 erschien. Er hatte den Plan, die italiäniide überflügeln. Es baute in diesem Fabre 38 Schiffe, die anderen Poesie aus deutschen Quellen zu erfrischen und ihr dadurd neue Micha Häfen zusammen bagegen 48 Shiffe; 1856 waren bie entsprechenden tungen zuzuführen. Einer seiner Lieblingsdichter war Denau.. Nato Ziffern 28 und 37.

ftehendes ift Torlonia’s Uebersegung von Lenau's Gedicht , VergangenBei solchen Verhältnissen konnte es nicht ausbleiben, baß die beit": Fiumer Klagen erhoben. Der Schiffbau, wenn auch nicht der Haupt

Oh quanto mélanconico erwerbzweig, so doch eine der ersten Industrieen der Stadt, florirt

E d'Espero il fulgor,

Quando scintilla languido ießt weniger, als 1854 - 1856. Diese Erfahrung wirb aber ander

Tra il giorno che si muor. wärts auch gemacht. Da die Schifffahrt überhaupt ftodt, Schiffe mit spottbilligen Frachten fürlieb nehmen müssen, um nur nicht im Hafen

Le nuvolette, simili faul zu liegen, fo ift an einen größeren Aufschwung im Schiffbau

A impalliditi fior,

Sembra che un serto intreccino jeßt wohl nicht zu denken. · Rhedern und Schiffbauern geht es nicht

Al giorno che si muor. besser, als es den Kaufleuten noch vor kurzem ging. Eine für den Schiffbau fonst so günstig gelegene Stabt hat aber darum nicht trüb in die

Del cuore umano i gemiti,

Ma le sue gioie ancor, Zukunft zu blicken. Die Wendung, welche der Handel zu nehmen sich

Al muto avello scendono allmählich ansdidt, wird auch den Rhedern zugute kommen, wenngleich

Col giorno che si muor. wir nicht behaupten möchten, baß bei normalen Verlauf ber Dinge jene glänzende Epoche für die Schiffe bald wieder eintreten wird, wie ,, Poetif. Die Dichtkunst und ihre Technit". Breslau, Trewendt, 1858. wir sie 1854 und 1855 erlebt haben. Dazu fehlt es an größeren zart. Aus dem

Staliänischen in's Deutsche übertragen, nebit Bemerkungen

**) ,,Don Juan", komisch - tragische Oper in zwei Aften, von W. 4. Mo: Getraibe-Erporten, an einer Fehl-Pernote im Weffen Europa's. über eine angemessene Bühnen-Darstellung, von Dr. W. Biol. Breslau,

Daß man übrigens auch in Fiume, ungeachtet der weniger güne F. G. C. Leuckart, 1858. ftigen Zeit, eifrig weiter strebt, beweist die Abficht dortiger Rheder, der Schraube bei der österreichischen Handelsmarine größere Verbreis tung zu geben. Leider hat fich die dortige Handelskammer insofern in dem Mittel, diesen Zweck zu fördern, vergriffen, als sie prinzipielle

1 Befreiung von 'verschiedenen Abgaben auf die Schifffahrt und die Schiffe wünscht. Ihr dahin abzielendes Gesuch ist nicht gewährt

für die Literatur des Auslandes. worden, doch wird die Regierung, wie aus dem Handelskammer-Bericht

Herausgegeben von J. Lehmann. hervorgeht, in einzelnen Fällen nicht anstehen, Erleichterungen eintreten zu laffen. Bis jeßt find übrigens noch keine Schraubenschiffe in

1889. Achtundzwanzigster 3ahrgang. Preis 3/3 Thlr. bei allen

Budifandlungen und Postámtern. Fiume gebaut worden, doch wäre es ficherlich für die öfterreichische Schifffahrt von außerordentlichem Nußen, fände die Schraube schon Der Beifall, den diese über ganz Deutschland und auch im Auslante jest jenen Plag, den sie in Zukunft sicherlich einzunehmen berufen ist. Ferausgeber eine Aufmunterung, dieselbe mit stets vermehrter Thätigkeit faite

verbreitete Zeitschrift seit länger als einem Vierteljahrhundert findet, ist für der!

zuseßen. Wir bitten, die Bestellungen auf das neue Jahr, ober Quartal, Mannigfaltiges.

recht bald bei den Postämtern des deutsdj - öfterreichischen Postvereins cdet Don Juan" von Mozart. Mozart -- komponirte diese bei einer Buchhandiung des Wchnortes zu machen. Oper nach dem italiänischen Tert des Abbate da Ponte, und wenngleich

Berlin.

Veit & Comp. *) Nach der ,,Triester Zeitung".

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