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50 Sajen = 150 Arschinen = 350 engl. Fuß hoch über dem Niveau Añen.

des Arpatschai und 2069 Arschin über dem Meere, und sie beberrscht

die Gegend nach allen Richtungen. Die Befaßung bestand dermalen Kolenati's Reifen im Kaukasus. *)

aus 2000 Mann, doch fann fie 10,000 Mann faffen, und es war der Herr Profeffor Rolenati, der Verfaffer des Werkes, deffen Titel Proviant für 10,000 Mann am Bege von Sebaftopol nad Redutwir in der Anmerkung votftändig wiedergeben, ist der gelehrten Welt Rale und St. Nikolai. Die Quarantaine liegt westlich von der Stadt, bereits durch zahlreiche Monographieen über die Naturgeschichte und 14 Werft entfernt, ganz nabe am linken Ufer des Arpatsdai, bildet Geologie der Raufafusländer bekannt. Das vorliegende Buch scheint ein regelmäßiges, mit Mauern umgebenes Quadrat mit den dazu nöbauptsächlich in Erzerpten aus seinen alten Reisejournalen zu befter thigen Häusern. Wer von ruffischer Seite den Arpatschai überschrei. hen, welche ziemlich plan- und ordnungslos an einander gereiht find tet, wer von der Türkei kommt, der muß 28 Tage Quarantaine bal. und in welchen Bemerkungen von allgemeinem Interesse mit Details ten. Die Kosaken bewachen die Gränze sehr scharf. Es fann daher abwechseln, die nur für den Reisenden felbft von Wichtigkeit sein kön- auch wenig oder gar nichts geschmuggelt werden." nen, und die nicht einmal auf den Reiz ber Neuheit Anspruch machen, Für die Kürze diefer Beschreibung entschädigen lange Verzeichniffe da feine Ausflüge schon in den Jahren 1841-1844 stattgefunden has der von dem Reifenden im Bazar gesebenen Waaren und Landesproben. Wir wissen nicht, ob der Verfaffer, ein geborner Defterreicher, butte, fowie der dort gebräuchlichen Münzen und Gewichte, denen sich sich noch in ruffifchen Diensten befindet (er war zoologischer Reisen- auch einige nicht uninteressante Notizen über die armenische Bevölkeder der faiserl. Akademie der Wiffenschaften in St. Petersburg), möch. rung ansdließen. So erfahren wir, daß fich unter diesem Volfe, bas ten dies jedoch aus der Harmlosigkeit seiner Bemerkungen schließen, bekanntlich seinen Stammbaum bis auf die Patriarchen zurüdführt, die sich der Politif meist fernhalten und fich vorzugsweise auf die na- noch wahre Methusalems befinden. ,, Das gesunde Klima Hodarmeturwissenschaftlichen und ethnographischen Eigenthümlichkeiten der von niens, die geregelte Lebensweise, gute Körperconftitution, die großen ihm bereiften Gegenben beschränken.

vierzigtägigen ftrengen Faften, wo sie nur von dem abgebrühten MalDie ,, Erinnerungen“ des Herrn Kolenati beginnen ohne weitere venkraut und Brod leben, was man als eine ausgiebige Karlsbader Introduction mit seiner Rüdlebr von der Jagd auf den taulafischen Rur mit vollem Regte ansehen kann, laffen die Eingeborenen oft ein Steinbod und das faufafifde Huhn in der Soluchten des Rasbel, fehr hohes Alter erreichen. So bekam ich am 5. November einen und feiner Abreise von Ciflis nach dem sogenannten ruffifchen Hochie Besuch von einem 130 Jahr alten Armenier aus Rlein - Karaflis, mit Armenien, einem schönen Gebirgølande von vulfanisdem Charakter, beffen 90jährigem und 4jährigem Sohne Bernazi Arakel. Der Alte ift weldes er zu untersuchen gedachte, ehe er sein Winterquartier und noch agil und trägt einen tiefschwarzen, allerdingê mit Kna und Rengh seine Jagdftation in der öftlicher gelegenen Provinz Elifabethpol auf- gefärbten Bart, und sein Gedächtniß ist noch frisch. Der 90jährige jchlug. Es folgt dann eine Abschweifung über die Sefte ber Pöpplia- Sohn ist gebrechlic, gebeugt und schwach - im Gedächtniß. Der 4jäh. ner in der deutschen Rolonie Elisbetthal, mit Proben der von den rige Sohn stammt aus der vor fünf Jahren noch vom 125jährigen Sektirern im schwäbischen Dialekt gehaltenen Gebete, worauf die Vater geschloffenen Ehe. Von 100 bis 110 Jahren giebt es viele in Weiterreise nach Bortschalinst zu Bemerkungen über die Pferde der Gegend, unter Anderen auch Einer, der volle 7 Berft von KleinCrangkautafiens und zu statistischen Notizen über die in Armenien Karatlig nach Gumri täglich geht. In Groß- Karatlis ift ein 115 Jahr wohnenden Tataren oder Kasachis Veranlaffung giebt. Durch das alter Armenier, der noch Handel treibt unb 2-3 Pub auf seinen Ge60 Werft lange Alftafa-Thal, an dem Alaghöß und Ararat vorbei, birgsreisen trägt. Es waltet hier fein Frrthum in der Jahresrechgelangt der Verfaffer nach der in dem leßten orientalischen Kriege nung ob, da sie alle fatholische Chriften find. Wahrscheinlich ift oft genannten Feftung Gumri oder Alerandropol, über die er For hiermit gemeint, daß fie als solche regelmäßige Kirchenbücher halten, gendes mittheilt:' - ,,Gumri oder Alerandropol liegt in Ruffifde in welche die Geburten 2c. eingetragen werden. Hocharmenien am linken Ufer des Arpatfchai, eines Nebenfluffes des Bon Gumri begab sich Herr Kolenati durch die transfaufafischen Ärares, füdlich vom Gebirge Tshildir und Mobatapa, wo der Ar- Steppen nach der 8 Werft von Elisabethpol gelegenen württembergischen patidai mit drei Duellen seinen Ursprung nimmt, nordwestlich vom Kolonie Helenendorf, wo er ,, eine deutsche Röchin annahm" und sich Vulfan Alaghös an einem baumleeren Hooplateau, 33 Meilen von für den Winter einrichtete. Er verbrachte denselben mit Jagden, Tiflis and 522 Meilen von St. Petersburg. Es zerfällt in drei für Streifzügen und Erkursionen nach allen Richtungen, auf welchen er fich abgesonderte Theile, die Stadt Gumri, die Feftang Alexandropol zahlreiche Eremplare von Pflanzen, Thieren, Bögeln, Reptilien, Rondy. und die Quarantaine. Die Stadt zählt 2000 Häufer, darunter zwei lien und Insekten sammelte; ein Material, deffen Bearbeitung, wie ruffifdhe, eine armenisch-katholische, zwei (orthodor.) armenische Kirchen, er sagt, ihn vom Jahre 1845 bis zum Jahre 1857 beschäftigt hat vier öffentliche Bäder und sechs Karavansereien oder Bazare mit und welches 68 größere und kleinere Abhandlungen, darunter 16 felb800 Bädern und zwei Meidans (große Pläße in der Mitte der Stadt). ftändige Werte und 14 noch ungebrudte Manuskripte, füllt. Bon den Die Stadt bewohnén 10,000 Einwohner, worunter 30 Griechens Personalien, die Herr Kolenati in seine Erzählungen einzuflechten 120 Dataren-, die übrigen Armenier- Familien find. Die Feftung beliebt, möge nachstehende Liste der ihm während feines Aufenthaltes Alexandropol liegt eine halbe Werft westlich von der Stadt und ift in Helenendorf gemachten oder von ihm erwiederten Besuche zur Probe in Form eines Polygons ganz aus Quadern erbaut, welche regelmäßig dienen: ,,Am 26. November erhielt ich einen Gegenbesuch vom Elisaabwechselnd eine fchwarze oder rothe Farbe haben und aus einem Stein- bethpoler Kreishauptmann; den 28. November und 18. Dezember wabruche ftammen, der zwischen der Feftung und der Stadt liegt. Das Ge ren Mittagstafeln bei demselben; den 3. Dezember befucte mich der stein ift, frisch gebrochen, so weich, daß es mit ber Säge geschnitten werden Herr-Kreishauptmann, der Poftmeifter und Dr. med. Westphal and tann, erhärtet aber an der Luft. Es hat nur die üble Eigenschaft, daß Gandscha, die freien Abende brachte Herr Paftor Roth entweder bei es vom Regen ausgepeitscht wird. Es ift ein vulkanifder Tuff, der mir oder ich bei ihm zu; den 2. Februar bewirthete ich ben Herrn häufig Kohlenstüde und weniger Augit einfóließt und durch Submer- Kreishauptmann, den Kreisarzt und Poftmeister; ben 1. März wurde fion erweicht wurde; ich bin fogar der Ansicht, daß diefes Geftein von bas Bad Sournabab besucht; den 31. März waren wir zum Schulzen einem großartigen Mogafluß des Alaghős, wie felbiger auch bei der Zechiel geladen; den 4. April (peiften wir beim Roloniften Zeifer; Teßten Eruption des Ararat ftattfand, berftamme. Die Feftung liegt den 9. April und 5. Februar mußte ich Hochzeiten beiwohnen" 26.

Troß biefer überhäuften Beschäftigungen fand der Reisende noch Zeit, *) ,,Reiseerinnerungen", von F. A. Rolenati, Profeffor 16. Etfier Theil: die tatarische Umgangssprache zu erlernen, von der er zum Besten Die Bereifung Qocharmeniens und Elisabethpole, der Schefin

chen Provinz und des Kasbet im Central- Kaukasue. Mit zehn Holzschnitten. Dredden, Verlage: seiner Lefer eine kurzgefaßte Grammatik mit deutsch , tatarisden budyhandinng von Nub. Kanbe, 1858.

Leseübungen mittheilt.

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Nach diesem hors d'oeuvre fommen wir wieder zu einer geognoftis lid, obgleich auch dieser Handelszweig unter den Aufftanden der iden Erfurfion durch die Umgebungen Helenendorfs, einem Ausfluge anliegenden Provinzen natürlich sehr gelitten hat, so daß gegenwär. nach den hocarmenisden Blutegelseen, den Fisdereien von Salijan, tig die Kähne nicht über Kiro Taschi, einen bedeutenden Drt am Weftden deutschen Koloniten Annenfeld und Ratherinenfeld, zwischen welchen lichen Flußufer, hinausgeben. fich Abschnitte über die Sitten und Gebräuche der Tataren, über ihre In dem Jagha-Gebiete bemerkte der Reifende die funfillosen Hausthiere, über die Schafals und Citaden, über die Weinkultur und Schmelzöfen – die glühende Holzalche wird auf das Erz gelegt, bis Bienenzucht Transfaukastens, den Fisdfang und die Zubereitung des das Metat zu Flusse kommt; - in den nieblichen Hütten hängen die Kaviar finden. Ein tatarisches Gastmahl wird folgendermaßen beschries Stöđe zum Weben von den Balfen berab; es werden lederne Söreibe ben: ,,Wenn man bei einem Nomaden zu Gaste ist, lo schidt er einen oder mappen und Körbe zum Häuslichen Gebrauch verfertigt. zwei feiner Söhne oder Diener zu Pferde weg mit dem Auftrage, ein 3n dem Songha-Gebiete, bas er dann betritt

, trifft er mit Shaf zu holen, aber jedenfalls früher, ehe sie es von seiner Heerde" einem Araber zusammen, unter beffen Shuß er sich zur Reise nach nehmen, den Versuch zu machen, es dem Nachbar son feiner Heerde - Timbuktu rüftet. Auf Anratben feines neuen Reifegefährten- giebt er zu stehlen. Ich fpeifte einmal bei Aha-Kisdi-Bet, dessen Vater des fich für einen Sherif aus, der aus dem Osten Bücher für den Seite Ismail-Chan Bruder war und der sieben Jahre in Sibirien in der bringt, eine list, welche die Spißen von 150 gegen ihn gehobenen Verbannung zubrachte, weil er die Tataren zum Aufstande gegen die · Lanzen zu Boden senkt, ihn jedoch nöthigt, auf die Häupter der eben russische Regierung bringen wollte. Er war ein bildschöner Mann. nicht sehr reinlichen Lanzenträger seine segnenden Hände zu legen. 3d fab hier sieben Tataren-Edle bei ihm versammelt, von denen Durch Geschenke an Padnadeln gewinnt er die Gunst der Eingejeder zwei bis drei Dörfer beberrschte. Wir saßen in einem Kreise borenen; er macht Fortschritte in der Songha-Sprache. Um dem Bets an Teppichen, die Eataren mit untergeschlagenen Beinen; mir wurde dacht, den sein verrätherischer Gefährte erwect batte, zu entgehen, ein bobes Polfter zum Siße angetragen. Die Diener brachten: wiederholte er häufig das Einleitungsgebet des Koran. Im Sep1) Bosbasd, eine dide samadhafte Suppe aus Hammelfleisd tember 1853 betrat er Timbuktu. Den Tag nach seiner Ankunft erund Grünzeug. Die Suppe war mittelst Ampher sauer gemacht. fuhr er, daß Hammadi, der Rival des Scheith, unter den Fubbe (den 2) Tschichrtma (gefochtes Huhn mit Eiern und Effig), bazu Borani, eingeborenen Bürgern) die Kunde verbreitet habe, der Frembe sei eine Brübe aus gepreßten unreifen grünen Weintrauben. 3) Douba, Christ, und daß sie den Entschluß gefaßt, ihn umzubringen. Er durfte saurer Schmetten mit Reis und Grünzeug zusammengekocht. 4) Reawar, fich nicht aus seiner Wohnung rühren. Um nun den übeln Folgen Kapern, marinirt in Salz und Essig. 5) Kirs, eine Art Pirogge des Mangels an Bewegung möglichst vorzubeugen, die frische Luft zu (Fleischpaftete). 6) Badimbsdan dol ma fi, Gurfen mit Fader ge- genießen und um zugleich die Hauptzüge von dem Stabtbilde in fida füllt. :7) Asd plow, die schon bekannte Neisspeise mit Fasanen, Ham- aufzunehmen, bestieg er, so oft er nur konnte, das Plattdach. Hier hatte melfleisch und Pistaziennüssen. Der Asch plow wurde an einer flachen er einen herrlichen Ueberblick der nördlichen Stadtviertel. Die massive Metallplatte, Lengerü, ausgestürzt und mit einer Metallglode, welche Moschee von Saufore, die soeben, unter dem Betrieb des Sceifhé äußerlich mit Figuren und arabischen Indriften verziert war und von Betay, in ihrer vollen früheren Größe wieder hergestellt worden, Sarpusch genannt wurde, bebedt. Ein Jeder erfaßte ein Stüd Fleisch, gab dem Ganzen einen imposanten Charakter. Aber weder die Moskee umbülte und fretete es mit Reis und schob es mit der Hand durch Sidi Jahia, noch die große Moschee" Zindídere-ber waren von Vorstreden der Unterlippe in den Mund. Wollte er sich die Hände diesem Standpunkte sichtbar; dagegen dehnte sich die Aussicht nach reinigen, so bob er sie, und der hinter ihm stehende Diener wijdte Dsten über die weite Wüste und südlich über die hochliegenden Land die Hand mit einem weißen Tuche ab. Wollte er den Mund abges häuser der Ghadamsije-Kaufleute. Der Baustil ift mannigfach. Neben wischt haben, so drehte er den Kopf etwas zur Seite und der Diener niedrigen und unscheinbaren Lebmhäusern, erhoben fich andere bis zu wijdte ihm den Mund. Diesmal war der Plow mit Büffelbutter ge- zwei Stodwerfen, ja mandhe nahmen einen Anlauf zu ardhitektonischen fhmolzen. 8) Tschurek, das ungesäuerte gewöhnliche asiatische Brod. Verzierungen; hin und wieder zeigten sich auch runde Hütten von Davon bekam Jeder einen Fladen vor sich, welcher als Schüssel, Ser- Flechtwert. Von dem Verkehr in den Straßen konnte er, bei der viette und Zubiß diente. Hierauf kam der bekannte Nargilleb oder Enge derselben, mit seinem Blide nur wenig erfassen. Seine Saft Kalian mit ftrahlenförmig auslaufenden elaftisden Röhren, und es gab ihm hinreichende Muße, einen Abriß der Stadt zu entwerfen und wurde Tabac geraucht, dabei schwarzer Kaffee in sehr kleinen Schalen fich von der Ungenauigkeit der Zeichnung, die Caillié davon gegeben gereicht. Als Getränt war blos Zuderwaffer da. - Was mir am batte, zu überzeugen; denn diese bringt den Beschauer auf den Ge meisten auffiel, war, daß fast alle Gäste nach dem Mahle aufzustoßen banken, daß die Stadt aus zerstreuten und abgesonderten Häusern be begannen und burd den Mund und die Kehle förmlich detonirten; stebe, während doch die Wohnungen der geschlossenen Straßen án noch auffallender war es und ging in's Lächerliche, daß jedesmal ber ununterbrochenen Reiben fortlaufen.. Hausherr fich verneigte. Dies ist bei ihnen so Sitte; es bedeutet ben Die Stadt liegt unter 17° 371 N. Br. und 3° 5' westlid von eklatantesten Dank, baß man sich bis an die Kehle satt gegessen hat, Greenwich und hat eine feste Bevölkerung von 10,000 Einwohnern. und darum dankt auch jedesmal der Hausherr für das Kompliment.“ Nur wenige, Fuß über dem Normalwasserftand des Flufses und etwa (Fortseßung folgt.)

sechs Meilen von dessen Hauptarm gelegen, bildet sie gegenwärtig ein

Dreieck, dessen Basis die gleiche Richtung mit dem Flufse nimmt, Afrika.

während die Spiße nach Norden ausläuft; in der Mitte ragt die

Moschee Saufore. Auf dem Gipfelpunkte ihrer Madt erftredte fid Afrikanische Reisen.

die Stadt nod 1000 Yard weiter nach Norben, so daß fie das Grab

Fali Mahmud's in sich schloß, das damals in ihrer Mitte lag. Der 1. Heinrich Barth'& Reifewerk, nach englischer

gegenwärtige Umfang mag auf 2; oder, die vorspringenden Winkel Beurtheilung.

hinzugerechnet, auf drei (engl.) Meilen angeschlagen werden. Trong (Schluß:)

ihrer unbedeutenden Größe darf sie, im Bergleich zu den fümmerBarth fam bei feiner Weiterreise an zwei merkwürdige Seen, der lichen Negerwohnpläßen im Allgemeinen, sich immerhin eine Stadt, eine, ein Natronsee mit buntelem, meergrünem, der andere mit tiefe Medina nennen. Gegenwärtig ist sie offen. Zhre früheren Mauern, blauem, füßem Gewässer. Nachdem er in Sinder, der Hauptstadt des die eben von keiner beträgtlichen Größe gewesen zu sein fcheinen, westlichen Bornu, Einkäufe von Baumwolle und Seide gemacht und wurden von den Fulbe, bei ihrem ersten Einzug in die Stadt Anvielen Kranken Rezepte versárieben, legte er seinen Zug fort und be fang$ 1826, niedergerissen. Die Straßen, bald rechtintelig, balo trat das Gebiet von Sofoto. Der Fürft desselben äußerte gegen geschlängelt einander burdschneidend, sind ungepflastert, aber größten Barth fein Bedauern über das Shidfal Clapperton's und gewährte theils von feftgetretenem Sande oder Kies geebnet, und einige haber ihm bereitwillig der Durchzug nach Timbuktu. Ein Paar reichaus. in der Mitte eine Art Rinnftein. Außer dem großen und kleinen gelegte Pistolen gewannen ihm bes Häuptlinges Herz. Bu Sokoto Markt giebt es wenig offene Pläße, und nur vor der Moschee Jabia besuchte er das Haus, worin Clapperton gestorben war. Von hier befindet sich ein kleines freies Biered, Tumbutu-Bottema genannt. reifte er durch ein Thal, das ein ununterbrochenes Reisfeld bildet, Klein wie die Stadt ist, ist sie doch ziemlid bevölkert, und die Häuser nach Sap am Niger. Ein gewiffer Grad von Gewerbefleiß und die find faft alle in baulichem Stande. Man zählt etwa 980 Lehmbauser Eigenthümlichkeiten des häuslichen Lebens machten auf den Reisenden und einige hundert kegelförmige Geflechthütten, welche Testere dic einen freundlichen Eindrud. Auf dem Markte ist alles theuer, namentlich Stadt in Norden und in Nordosten umfäumen. Butter, die faum zu bekommen ift. Alles wird in Muscheln bezahlt. Die Ankunft des Scheith el Befay in ber Stadt flößte bem Für den englisden, wie für den europäischen Handel im Augemeinen, Reifenden Höheres Bertrauen ein, obgleich der obengenannte Häuptling ift Sap in diesem ganzen Flußgebiet der wichtigste Plaß, wenn es noch immer auf feinen Lod fann. Aus einer Unterredung mit El Betap gelingt, die Stromschnelle- oberhalb Rabba, und namentlich zwischen ergab sich, daß Major Laing, nachdem er von den Tuwaret ausges Buba und Jaúri, zu überwinden und das schöne, offene Gewässer, die plündert worden, ein Gast bei dem Bater des Scheith gewesen. Bon große Fahrstraße des westlichen Mittel-Afrita, zu erreichen. Der den Papieren des unglüdlichen Reisenden war, soweit er fich Gewis Tauschverkehr der Eingeborenen länge dem Flufse ist nicht unbeträchts beit verschaffen konnte, teine Spur vorhanden. Es wurden allerlei

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1.

Werfume gemacht, den Reifenden zum Jelam zu belebren, im Deu richteten Zelte weilte. 3o wolte mich entfernen, Betan aber bat mich, zember aber kam die Nachricht, daß Berabisch, der Mörber laing's, zu bleiben. Adein erzärnt über die beleidigende Sprache des Bogho, plöblid gestorben sei, was auf das Volt einen tiefen Eindrud machte,. ran, verließ ich rasch das Zelt, obgleich seine Schmähungen weniger pen El Befay zu Gunsten des Christen zu steigern suchte,

den Engländern oder irgend einer anderen europäischen Nation, als Das Feft der Geburt Muhammed's brachte einen großen Zufluß unmittelbar den Franzosen pder vielmehr den Frangosen und der zwie. yon Fremden in die Staột, unter Anderen den Häuptling Awab, deri hlächtigen Handelsleuten am Senegal galten. Er sprach mit tieffter in Begleitung seines - Mallem, dem Reifenden einen langen Besuch Berachtung von den Chriften: fie Hodten wie die Weiber in ihren machte und ihm pon Mungo Park, der vor funfzig Jahren in einem Dampfern und thäten nichter als robe Eier efsen; die gößenbienerigroßen Rahn ben Fluß herabgekommen, sowie über die wiederholten sichen Bambara wären viel besser und weiter in der Bildung, als die Angriffe- der Tuwarek auf den unerschrodenen Reisenden, manche Christen. Die feltfame Porftellung, daß die Europäer auf robe interesante Einzelheit mittheilte und das außerordentliche Aufsehen, Eier

Eier – die efelhafteste Roft für einen muhammedanisden Gaumen das die geheimnißvolle Erscheinung des Fremben in feinem einsamen so happig find, wie schon Mungo Park erfahren hatte, ift purd bas Boote unter den anwohnender Stämmer hervorgerufen Batte; nur ganze Regerland verbreitet und läßt fich theilweise aus der großent bestätigte.

Vorliebe der Franzosen für gesottene Eier erklären.“ Bon dem guten El Befay giebt der Reisende folgendes Bild: Wohin er in westlicher Richtung kam, waren die Leute vor dem », Einen Theil des Tages las und rezitirte der Scheith feinen Spülern Anmarsch der Franzosen in Ungft und der Häuptling föhrieb Leptes Kapitel aus der Hadith des Bokhari, während sein Sohn seine Lection ren einen Brief, worin er ihnen das Vorbringen in das Binnenland aus dem Koran laut wiederholte. Abende, bis spät in die Nacht, fan- untersagte. gen die Schüler mit lieblicher Stimme einige Surat (Kapitel) aus dem Die antiquarische Notiz mag hier noch Plaß finden, daß, nach beiligen Bughe. Nichts ging mir über die bezaubernde Wirkung, wenn Barth, die ganze Geschichte Songhay's auf degypten hinweise; die id in ber freien, öden Landschaft, im Kreise um das Abenpfeuer, diese Züge der Nasamonen, I wenn sie richtig gezeichnet sind, neigen-dahin. schönen Verse von wohltönenden Stimmen fingen hörte, die, durch kein Es sei demnach leicht begreiflich, wie Herodot, auf die Kunde hin, Geräusc gestört, von den Abhängen der Sanddünen gegenüber fanft daß ein großer Strom unter beinahe 18 Grad nördlicher Breite wiederklangen. Ein Chrift muß Zeuge folcher Scenen gewesen sein, oftwärts fließe, auf den Einfall kommen konnte, es sei das der Dbere um Moslemin und Følam gerecht zu beurtheilen. Vergessen wir Nil. Auch in späteren Zeiten, seit dem elfter Sabrhundert, finden wir nicht, daß ohne den Streit um Bilderberehrung und um den dämmsten ägyptische Kaufleute in der Stadt Biru oder Walato, neben GhadaAberglauben, der im Fiebenten Jahrhundert die christliche Kirche zer, mes und Tafilet; der Haupthandel oon Gagha und Katia nahm seine riß, die Gründung eines neuen Glaubens auf den Schwellen des Mo- Richtung nach Aegypten, und der große Sut - Stapelplaß - des notheismus und im offenen feindlichen Gegensaß zum Chriftenthum Tabemetta -Stammes, an 100 Meilen von Burrum, ift augenscheine unmöglich gewesen wäre. Bringen wir auch das in Ansolag, daß die licy zu demselben Zwede gegründet worden. widerwärtigsten Züge in der Moral der Muhammedaner von den Roch einen Ausflug machte der Reifende nada Gogo und verließ Mongolenstämmen aus Mittel-Asien hineingetragen worden und einen dann mit seinem ftandhaften Freunde El Betay das Songhay-Gebiet, unberechtigten Abscheu gegen den Stifter der Religion hervorgerufen am Ausgang des Waldes von Bundi begegnete er dem D Dr. Vogel haben.

mit den beiden englischen Korporalen. Zu Kutawa, Anfange 1855, Den höchsten Wasserstand, erreicht der Niger bei Timbuktu im verglichen die beiden Reisender igre Aufzeichnungen und Pläne. Mit Sanuar eine Abnormität, die Barth dem geringen Fall und den der Beschreibung der Rüdreise nad Tripoli ift der Rest des Werfes langen Windungen des Flusses zusohreibt. Die einzigen Handwerker ausgefüllt. der Stadt find Hufschmiede und Lederarbeiter. Für Gold, Salz und Kola-Nüsse sind große Niederlagen. Alle Messerschmiedewaaren sind

Griechenland. aus englischen Fabrifen. Alle Kattune tragen ebenfalls die Etifette einer Manchester-Firma in arabischen Buchstaben. Die Handelsausficha

Die Times und die Ionischen Inseln. ten in Betreff Europa's namentlich faßt der Reifende in folgender Be. Die Sendung des Herrn Gladstone nach den Jonischen Inseln, trachtung zusammen:

mag der eigentliche Grund und der wahre Zwed dieser Sendung selbft ,, Die Schwierigkeiten, die ein Plaß, wie Timbuktu, dem freien sein, welcher er wolle, giebt der Times von neuem die Gelegenheit, Handelsverkehr mit den Europäern darbietet, sind sehr groß. Abgesen um die 3onier sich wieder einmal zu bekümmern, aber nicht etwa im ben von der Lage der Stadt am Saum der Wüfte, an der Gränze o 3ntereffe dieser felbft und im Interesse der Wahrheit und Gerechtig, mannigfaltiger Stämme, die bei der gegenwärtigen Verkommenheit der feit, sondern nur in einer Art und Weise, welche die konsequente Folge heimischen Königreiche eine kräftige Regierung sehr schwierig, wo nigt der falsden, ebenso ungerechten als unflugen Politik der englischen unmöglich macht - ist ihre Entfernung von der Westlüfte, wie von Regierung gegen die Jonischen Inseln ist, welche die Times vertritt. der Mündung des Niger, allzubeträchtlich. Andererseits aber hat ihre Schon vor Jahr und Tag-erging fich die leßtere bei irgend einer Lage an der nördlichen Krümmung des majestätischen Flusses, der in Gelegenheit in den verlegendften und erniedrigendsten Ausfällen gegen einer gewaltigen Windung die ganze füdliche Hälfte Nordmittel. die Jorier, und wenn don diese Ausfälle von verschiedenen Seiten Afrika’s umfaßt und dichtbevölferte, üppig fruchtbare Landstriche um- ber die gebührende Abfertigang und eine perdiente Zurechtweisung era foließt, eine zu große Wichtigkeit, um es nicht höchft wünschenswerth fuhren, Þat doce feitdem die Times - nichts gelernt, am wenigsten zu machen, fie dem europäischen Handel zu öffnen, da überdies der hat sie ihr Unrecht und die Ungerechtigkeit jener Politit eingesehen, Fluß felbft den bequemsten Weg dazu. bahnt. Denn, obgleich die der sie das Wort redet. Sie kommt vielmehr auf ihr altes Thema Stadt Algerien einer-, und dem Senegalgebiet andererseits näher in der alten abgebroschenen Weise zurüd, und erhebt die nämlichen liegt, so ist sie doch von dem Ersteren durch einen furchtbaren Wüftere Anllagen und Beschwerden gegen die Jonier. In erster Reihe fteht ftrich und von Legterem durch einen zum Theil nicht unbedeutenden da natürlich die Behauptung, daß diese für liberale Jnftitutionen Höhenzug getrennt. Ferner haben wir hier eine Vortsfamilie, die lange nicht gemacht fejen und daß fie

nicht gemacht seien und daß fie ibre conftitutionellen Einrichtungen vor der französischen Eroberung Algeriens, ibre freundliche Gefinnung ngemißbraucht" hätten. Da muß man nun freilich vor Allem die gegen die Engländer kundgab, und im Augenblid ist das angesehenfte Times fragen, wo die liberalen und conftitutionellen Institutionen ber Glied dieser Familie eifrig darauf bedacht, mit den Engländern in Jonier sein sollen, und ebenso mag man sie daran erinnern, wie einft freien Verkehr zu treten. Und felbft bei dem glüdlichsten Fortgang die Jonische Conftitution felbst zu Stande gekommen, und wie der der französischen Politit in Afrifa wird ihr die Eroberung dieser Gem damalige ford-Oberfommiffär Maitland diejenigen drei Jonier, welde gend nimmer gelingen. Faßt nun andererseits eine perftändige Res gegen diese Conftitution gestimmt hatten, behandelte und charakterifirte, gierung feften Fuß, fommt ein kräftiger Lenker an's Steuer, der fich nämlich – als ,,alberne und berdorbene Mensen. von den Fulbe der Samadi-Adabi, den geschworenen Feinden alles Seitdem das englische Protektorat über die Jonischen Inseln be Verkehrs mit den Europäern überhaupt, unabhängig zu machen weiß, fteht, ift die gesammte Gewalt in unbeschränkter Weise in den Händen so bürfte fic em europäischen Handel ein unermeßlicher Spielraum der Oberfommiffäre gewesen, und diese haben ihre Gewalt, mit wenigen aufthun und auch diesem Oliebe unseres Erbkörpers der gesunde Ausnahmen, in unbeschränkter Beife benußt Sie achteten oft nicht Blutumlauf zugeführt werden."

einmal die Unabhängigkeit der Civilgerichte. Die Prebfreiheit auf Nach einem Aufenthalt von sieben Monaten mußte endlich der den Zonischen Inseln ift mindestens in Einer Beziehung eine grausame Reisende, der überwiegenden Ränken seiner Feinde weichend, die Stadt Fronie. Kann man auch dort druden lassen, was man will, so bat verlassen. Die Nachricht von einem Siege der Franzosen und der doch auch die bobe Polizei das Recht, oder vielmehr fte ninfmt fich das Verdacht, der Fremde ftebe mit ihnen in Berbindung, fteigerten die Recht, lebenslängliche Rertexftrafe für Presvergeben zu verhängen, , Gehäffigkeit gegen ihn. Von der herrschenden Meinung der Afris ohne irgend Gründe dafür angeben zu müssen. taner über Chriften erzählt Barth folgenden Zug: „Ein Zoghoran, Kriegegefährte Férreji's, brachte einen Rapport,

*) Ein alter nomadischer Stamm iu Afrika, südwestlich von Rycenaika, während ich mit den drei Brüdern in dem für Sidi Muhammed er. von Flaccus unter Domitian (80 4. Chr.) überwunden.

Demnächft werben die Jonischen Griechen sammt und fonders als vorftellend, von allerlei fymbolisden Thieren, namentlid einem eine Art zusammengelaufenes Gefindel bon der Times charakterifirt und Hirsche, mehreren Pfauen u. F. w. umringt, giebt uns einen Begriff behandelt. Ob die Times von der Ordnungsliebe, Arbeitfamkeit, Spar- von jener wahrhaft alt-fränkischen Runft, die dieses Handbudo des famkeit und Mäßigkeit, die auch die Jonier auszeichnen, nichts weiß, mag großen Raisers aussdmüdte. Eine Reife, bie der gelehrte Verfaffer das englische Blatt fich selbst beantworten; aber es follte wenigstens nicht im verfloffenen Sommerhalbjahre unter den Auspizień Śr. Majestát fo absprechend und wegwerfend urtheilen, und befonders sollte es die dés Königs nach England, Frankreich und Piemont zum Behufe Jonier nicht mit der im Oriente verachteten Klasse der Maltefer in archäologischer und Titurgischer Studien unternahm, bot ihm Gelegen. eine Rubrit ftellen. Wenn die 3onier unter dem englischen Protet. Heit, den liturgisden Urkunden der griechischen und lateinischen Kirde, torate in der moralifden, geiftigen und politischen Bildung wirklich namentlich ihren Ralendarien und lectionarien, nachzuforsden. Unter Fortsdritte gemacht haben, so ist das in der That nicht das Verbienft diesen Urkunden nimmt das Ralendarium, das mit der dazu gehörigen der englischen Regierung und der Verwaltung der Lord-Oberkommis. Oftertafel aus der Pariser Handschrift zum erstenmal abgedruckt vor. färe ber Zonischen Inseln.

liegt, die erfte Stelle ein. Es befindet fidh am Soluß der berühmter Während das englische Volt in der Anwendung und Ausübung Evangelien-Handførift, welde im Jahre 781 auf Befehl Rarl's det feiner freien Institutionen eine feltene Geschidlichkeit besißt, hat Großen von Godeschalk angefertigt worden ift. man auf den Jonischen Inseln, statt für das Gesammwwohl aller An die Erläuterung der Dftertafel aus der Handsdrift Kari's des Bewohner in gleicher Weise wahrhaft and ernfilich zu sorgen, Großen schließt der Verfasser eine Abhandlung über die lateinisoen in geistiger Hinsicht vielmehr alles Mögliche gethan, fie absichtlich Ostertafeln an, für welche aus späterer Zeit bis zum Audgange des niederzuhalten. Gegen einen jeden Verfug zur Organisation des Mittelalters fieben Handfchriften in den Bibliotheken zu Berlin, for öffentlichen Unterrichtes auf den Jonijden 3nseln legte die auf- bon und Orford benußt worden sind. Den Beschluß macht eine Ges geklärte und freisinnige Regierung Großbritanniens fortwährend fchichte der griechischen Ostertafeln feit dem Nicäischen Konzil im ein entsdiebenet Veto ein, und wenn in den zwanziger Jahren die Jahre 325 n. Chr. bis auf die Gegenwart. Das Material bagu ift fes Jahrhunderts durch die raftlosen Bemühungen Lord Guilford's aus neunundzwanzig Handschriften zu Orford, Paris, Turin, şam. eine Universität in Korfu errichtet ward, so ift doch auf diesem burg, Wien, Rom, Benedig und anderen Drten entnommen. RalenGrunde nicht weiter fortgebaut worden; man hat im Gegentheile nach darien und Oftertafeln sind eine wichtige Quelle für die Geschichte Guilford's Code Atles wieder eingebent laffent, was dur ihn und unte bes Rultus, ja für die Gefdhidhte überhaupt. So ift 3. B. nur durch ter seinem Schuße in jener Beziehung gesehen war. Die Univer- einen Kalender die Kunde von Karl's des Großen Geburtstag auf uns fität in Rorfu befteht gegenwärtig faft nur dem Namen nach, und gelommen. Dabei gewähren die Dfter-Cyklen, die erst vor kurzem con mit dem Elementar-Unterrichte auf den Fonischen Inseln sieht es noch Boch und Tycho Mommsen in ihrer Wichtigfeit für den metonischett traurig genug aus. Für die fyftematische Gleichgültigkeit der engli- und andere Cyklen alter Aftronomen erkannt worden sind, eine dorongfden Regierung in Ansehung der National-Erziehung des Volfce der logische Zurechtweisung über das Alter der Handföriften, in denet Jonischen Faseln spricht deutlich genug der Umstand, daß fie fich der fle- fich finden, was namentlich bei griedisden Bibelhandschriften in Einführung der griechischen Sprache auf den Jonischen Inseln, als Bezug auf Kritit u. f. w. vou Wichtigkeit ift. Die Art und Weise, der offiziellen, bis zum Jahre 1849. mit aller Entschiedenheit wider- wie die darin aufgenommenen Heiligennamen abweichen, wie fich diese feßte, und daß diese Einführung damals erst nach tausend Schwierig- Berzeichniffe erweitern, beschränken oder umgestalten, ist für die keiten durchgeseßt wurde. Allerdings hat man auf den Ionischen In- Kirchengeschichte nicht ohne Bedeutung, und lassen sich daraus mande feln unter der Herrschaft Großbritanniens für die materiellen Inter- innere Borgänge erfennen. Das Kalendarium findet sich, wie gesagt

, effen des Landes und des Volkes in manchen Beziehungen aufrichtig in einer toftbaren Handschrift, welope auf Befehl Karl's des Großen Sorge getragen, und man hat z. B. gar herrliche Straßen daselbst und seiner Gemahlin Hildegard gesớrieben ift und gegenwärtig gebaut; aber jedenfalls haben bie Zonier noch auf etwas mehr, als Paris im Louvre in dem neuerrichteten Musée des Souverains aut. nur auf die materielle Wohlfahrt, einige Ansprüche. Wie die engli- bewahrt wird. Die Handschrift, 114 Zoll boo und 8 Zoll breit, it soe Regierung über die politischen und nationalen Intereffen, wie fie trefflich erhalten und befteht aus purpurgefärbten Pergamentblättern, über die Unabhängigkeits- und Selbftändigkeits-Bestrebungen der worauf der Tert durchgängig in Gold, die Ueberschriften in Silber Jonier denkt, die man ihnen unter den vorliegenden Umftänden am ausgeführt sind. Sie wird ungenau ein „Gebetbuch" Karl'8 des wenigften verdenken und nicht zum Verbrechen anrechnen kann, das Großen genannt (heures de Charlemagne). Voran geben sechs weiß ein Jeder, der des Verkaufs von Parga an den Todfeind der Miniaturbilder, welche jedes die ganze Folioseite einnehmen; erstens Griechen, Ali Pascha von Janina, und des Verfahrend von Maitland die vier Evangeliften mit den fymbolischen Chieren, dann die Borfich erinnert, der während des griechischen Freiheitstampfes die Sym- ftellung des thronenden Christus, zulegt jener Brunnen unter einem pathieen der Jonischen Griechen für die wider die türkische Tyrannei Kuppeldach, der bereits erwähnt worden. Die Erläuterung dieses aufgestandenen Griechen mit den dreiendften Gewaltthätigkeiten be. Werkes und der verwandten Erfcheinungen ist von dem Verfasser mit ftrafte, aber dabei ohne alle Konsequenz und ohne Beobachtung der aus. umfangreicher Gelehrsamkeit und ungemeiner Genauigkeit geschehen, gesprochenen Neutralität die Häfen der Jonisoen Inseln der türkischen so daß das Buch für die betreffenden Wissenschaften von bleibendem Flotte öffnete, als diese vor den Schiffent des Miaulis floy, und fo- Werthe sein wird. gar die Griechen verhindern wollte, das Fonische Meer zu befahren!

Man müßte die Geschichte ändern können und wollen, wenn man Alfred 6. Neumont.' 3u Florenz ist soeben eine italia. der englischen Regierung in ihrem Verhältniße zu den Joniern und nische Ueberseßung von Reumont's ,, Jugend der Ratharina von Mein Ansehung der Beschwerden der legteren gegen jene Recht geben, dici" erschienen.) Das Mailänder „Crepuscolo" fagt mit Bezug und die Politif Englands gegen die Zonifchen Inseln als gered it be darauf: „Die Lebensgeschichte der berühmten Rönigin von Frankreida trachten, dagegen die Beschwerden der Zonier unbedingt als unbegrün- wurde bereits mehrfach bearbeitet, am vollftändigften und gründdet ansehen wollte. Der ehrenwerthe Herr Gladstone, wenn er ebenso lichften aber von Eugenio Alberi, der durch seine Forschungen bes gerecht und unparteiifd, als klaffuso gebildet und fenntnißreich ist, ftrebt war, ihren Ruf von den Beschuldigungen zu reinigen, welche wird fich durch Nichts, weder durch Vorurtheil noch durch Abneigung die Geschichte auf ihre Regierung gebäuft hat. Wenig Neues blieb und Haß, érre machen lassen, die Wahrheit an Ort und Stelle felbft daher zu ermitteln übrig in Bezug auf hinlänglich bekannte Personen zu erkennen, damit unter dem Einfluffe eines at und für sich unna and Dinge, und in der That bietet auch das ießt erschienene Bad türlichen Verhältniffes nicht nod länger die natürlichen Rechte und sehr wenig Neues bar. Gleichwohl ist daffelbe anerkennenéierto nationalen Ansprüche der Jonischen Griechen zu ihrem Nachtheile und wegen seiner historischen Kritik und nicht ohne Anziehungsfraft der zur Schande Englands ihnen vorenthalten werden. Remota justitia Darstellung, wenn es auch hier und da in den Details etwas zu breit quid sunt regna nisi magua latrocinia.",

ift. Der Verfaffer, der für ein mit den italiänischen Berhältniffen nicht bekanntes Publikum schreibt, hält sich gern bei einer ausführlimen

Darlegung derselben auf und theilt dabei auch mandes Nebensächlide Mannigfaltiges.

mit. Die Erzählung geht nicht über das Jugendalter Katharina's „Rarl'8 des Großen Ralendarium und Dftertafel." hinaus und verläßt sie bei ihrer Besteigung des Thrones von FrantUnter diesem Titel liegt uns ein gut ausgeftattetes Werfchen (etwa reich." 160 S. fart) vom Professor Dr. Ferdinand Piper sor. *) Ein fauber lithographirtes Titelblatt, den myftifchen Brunnen des Lebens *) La gioventù di Caterina de Medici”, di Alfredo Reumot.

Tradotta in italiano da Stanislao Bianciardi. Firenze, Le Monnier, 1858. Berlin, Decker, 1858.

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dem Keßer in Kenntniß feßt und dadurch die Verhaftung Maria's und Süd-Amerika.

ihrer Dienerin berbeiführt. Während der erfte Theil des Romans

das liebesverhältniß bis zu dieser Katastrophe behandelt, breht sich der Die Keşerbraut, von Don Vicente Fidel Lopez"). zweite um die Befreiung dieser beiden Schlachtopfer, welche endlich

,,Die Braut des Reßers", ein fühner Titel für den Roman eines durch einen fühnen, von einem Erdbeben unterstüßten Handftreich des Süd-Amerifaners! Wir sind sonft gewöhnt, jede Neigung zum Keßers Engländers gelingt. thum feit Philipp II. in Spanien und im fpanischen Amerika für er Außer den genannten Persönlichkeiten spielt hier noch der strenge ftiđt zu halten. Bersteigen fich ja felbft die berühmten spanischen Vater Maria's mit, ein am Hofe Philipp's II. und in den Intriguen Schriftsteller höchstens, und zwar noch selten, zur Stufe allgemeiner des Perez ergrauter, ungemein schlauer Hibalgo; ferner ein scheinbar Menschlichkeit, niemals bis zur Vertheidigung des Protestantismus. barmloser Apotheker, der aber ein Abkömmling der italiänischen Hier ist nun gar ein Reßer der Held des ganzen Werkes; gestehen Procida ift und, von der Inquisition verfolgt, sich hier iu lima, wir es nur, daß wir dies nicht aus dem erzkatholischen Spanien Allen unbekannt, niedergelaffen hat, ganz Lima vermöge feines Bes erwartet hätten. Noch mehr: der Reßer ist nicht etwa zufälliger rufes und der Berderbniß, die fich bei ihm Hülfe erbolt,, am Zügel Held, sondern er ist es abfidtlich als Bekämpfer der Inquisition in führt, dabei als Spion der Engländer alles thut, wodurd, er seinen Peru; es ist also förmlid Tendenz des Süd-Amerikaners, den Reßer Racheburft an den Pfaffen sättigen kann; endlich die Eingeborene auf Koften dieser katholischen Institution mit einer Glorie zu umgeben. Mercedes, einem alten, vornehmen Indianergeschlechte entsproffen, Wir brauchen wohl nicht erläuternd beizufügen, daß diese Verberr- ehedem die Geliebte des Inquisitors, ießt die Kupplerin von Lima, lichung nicht auf Kosten der katholischen Kirche geschieht, welche viele ein Weib von großer Charakterstärke und eingewurzeltem Hasse gegen mehr auf das ehrwürdigste repräsentirt wird; allein es muß uns schon ihren früheren Verführer. Die Zeichnung dieser Charaktere ist durch. wundern, daß eine solche Tendenz einem Budhe unterlegt wird, welde weg gelungen, nur häufig zu sehr in's Detail gemalt, wodurch der seiner Natur nach auf einen größeren katholischen Leserfreis berechnet Gang der Erzählung selbst manchmal schleppend wird; ebenso breit ift; ja, das ursprünglich im Feuilleton einer Zeituug erschien, somit und weitschweifig sind einzelne Schilderungen pfäffischer Anschauungen Jedermann in die Hände fam. Der Verfasser, der dies wagen durfte, und Formen gehalten, die dadurch allerdings abgerundeter erscheinen, mußte also wiffen, daß fein Thema feine Widersacher, sondern wohl aber in rascher auf einander folgenden Zügen gegeben, anziehender wollende leser finden werde, mit anderen Worten, daß seine Ges geworden wären. Doch gewinnt das lebendige Vorwärtsschreiten der finnungen mehr oder weniger mit denen seines Publikums überein- Geldichte wieder dadurch, daß der Verfasser fich weder mit langen ftimmten. Dies ist nun auch wirklich der Fall. Der Süd-Amerifaner Natursáilderungen überhaupt nidyt die Sache romanischen Gehat in Beziehung auf politische wie auf religiöse Aufflärung ungleich müths – noch mit philosophischen Betrachtungen aufhält, sondern den größere Fortschritte gemacht, als das Mutterland Spanien, insbes ganzen Roman größtentheils in dharakteristischen Dialogen abspinnt. sondere aber ift ihm das eigentliche Pfaffenthum und die Inquisition, Das bisher Gesagte läßt schon beurtheilen, daß dieses Buch unter der seine Väter so viel gelitten haben, verhaßt, England aber, wesentlich eine kulturhistorische Färbung hat. In der That lernen als Quelle moderner Freiheit, ehrwürdig und theuer.

wir hierdurch nicht nur die Stellung und Macht der Geiftlichkeit in Es ist begreiflich, daß solche Gesinnungen unter den Gebildeteren Peru und Süd - Amerika überhaupt kennen, sondern auch die Bea noch eine geläutertere Färbung erhalten, und so ist es zu erklären, daß ziehungen des See- und Binnenhandeld, das Beamtenthum und seine ein englischer, teßerischer Seeheld das Ideal eines spanischen Dichters Stellung zu Kirche und Handel, die öffentlichen Sitten in Lima, die werben konnte.

Gebräuche innerhalb der Familien und die damalige eigenthümliche Was den Roman als solchen betrifft, so sucht er in dem Genre Stellung der Familienglieder zu einander, die Sitteu, Gebräuche und Walter Scott's südamerikanische Geschichte und südamerikanische Kultur- Denkweise der niederen Volføtlaffen, die Beziehungen der versdiedenen zuftände im Gewande der Novelle zu schildern. Daß er die Inquisi- Raçen gegen einander, namentlich den Einfluß der unterdrüdten eintion als Brennpunkt seiner Erzählung wählte, war ein glüdlicher Ge- geborenen Raçe, die durch Hinterthüren wieder zu gewinnen trachtet, danke, denn in der That gingen alle Strahlen des dortigen öffentlichen was sie öffentlich verloren. und privaten Lebens vor der Vernichtung jenes Inftituts von seinem Zu diesem lebendigen Gemälde war der Verfaffer nicht nur durch Shooße aus. In ihm war die Quelle der öffentlichen Händel wie einen längeren Aufenthalt in lima befähigt, wo jene Züge nod nicht der Privat-Intriguen zu suchen. Diese Inquisition nun wird in zwei alle durch den Geift der Neuzeit verwischt sind, sondern er ergänzte auch Männern personifizirt, wovon der Eine durch seine Energie, seine das Fehlende durch fleißiges Studium der einschlagenden Chroniten Leidenschaften, seinen Verstand als das Ideal eines gewaltthätigen und zeitgenöffifchen Sohriftfteller, so daß der Leser die weitere Genug. Inquisitors erscheint, während der Andere in seiner Pedanterie, feinem thuung hat - mit Ausnahme der eigentlichen Liebesgeschichte lächerlichen Dünfel neben großer Verschmißtheit eine geringere aber wirklich Geschebenes und Gewesenes vorgeführt zu erhalten, somit in nicht minder gefährliche Sorte dieser Spezies darftetit. Shnen der That mit der Lektüre des Romans eine Stubie südamerifanischer gegenüber repräsentirt ein greiser, durchaus ehrwürdiger, wahrhaft Zustände zu machen. Schade nur, daß der Verfasser seinen ursprüngchriftlicher Erzbischof die wahre katholische Kirche, welche felbft unterlichen Plan, uns das Leben fämmtlicher südamerifanischen Staaten in dem Drude der Inquisition leidet. Ein gutmüthiger, ehrgeiziger, den bedeutendsten Phasen ihrer Entwicelung in einem Cyklus von Roeitler Vizekönig, der den Intriguen der Inquisition nicht gewachsen ist, manen zu schildern, nicht ausgeführt hat. Hierburd würde die Aufe zeigt die leidende Stelle, welche die weltliche Macht damals zu spie merksamkeit

, das Interesse der gebildeten Welt in ungleich erhöhtem len verdammt war. Der eigentliche Liebesroman spielt zwischen einem Maße nach diesen Ländern, die namentlich auch für den deutschen jungen, feurigen englischen Lord, einem Begleiter Franz Drake's auf Handel und Gewerbefleiß von noch nicht gehörig gewürdigter Bedeutung deffen Piratenzügen, welcher lepterer selbst handelnd in dem Roman sind, hingelenkt worden sein. Die Verbindung zweier einander fern auftritt, und einer höchst liebenswürdigen Spanierín, die der Eng- liegender Länder wird fehr häufig durch das, was fie auf die Stufe länder auf einer feiner Kreuzfahrten auf kurze Zeit ato Gefangene der allgemeinen Menschenbildung erhebt, durch ihre Dichtkunst und mit. fich führt, wobei fich zwischen Beiden das zärtlichste Liebesver- ihre Dichter, angebahnt und der schwere Ballaft der Civilisation folgt hältniß entspinnt. Allein biefe Spanierin hat einen Bräutigam, eine dann allmählich auf diesem Pfade nach. Allein dazu bedarf es mehr wibrige, intrigante Schreiberseele, der aus Eifersucht und aus Habgier als eines vereinzelten Buches, das gewissermaßen nur eine erfte Entzugleich bie Inquisition von jenen verbammenswerthen Beziehungen zu deckungsreise macht und zur ziellosen Fahrt des Abenteurers wird *) „La novia del 'hereje, o la inquisicion de Lima" (Die Braut des

wenn nicht zum zweiten, dritten und öfteren Male Schiffe denselben Reberó, oder die Inquisition zu kima).

Weg befahren und ihn so nach und nach zur Verkehrsstraße gestalten

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