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groß genug, um vollkommen wahr und zür selben Zeit wirtsam auf der Titel besagt, für alle Freunde des flaffisden Alterthums ist dieses die große Maffe zu sein. Wir wüßten feinen Anderen, dessen Stüde, Buch ein geeignetes, wilkommenes Angebinde, landsdaften, Scenes nachdem sie lange und im hohen Grade volksthümlich gewesen, fiche lo rieen und Kostüme find ebenso, wie Architektur.Gegenstände, nad fähig erweifen, einen dauernden Plaß in der dramatischen Literatur den bewährtesten Vorbildern gezeichnet und dargestellt, doch wundert zu behaupten, während es mehrere Stüde giebt, die auf der Bühne es uns, daß der in dieser Beziehung fonft immer das Richtige tref. polftändig erfolglos gewesen, und mehrere andere, deren Verfaffer fende Verleger als Titelfupfer nicht das berühmte Bild Sdintel's: selbft nicht davon geträumt haben, sie auf die Bühne zu bringen, und ,,Die Blüthe Griechenlands" (im verkleinerten Maßftab) gewablt hat. die dennoch eine Stelle unter den englischen Musterwerfen behaupten Das von Leutemann gezeidnete Bild: ,,Der Bau des Parthenon, werden. Wir haben nicht nöthig, umständlicher über den Verfall deß dünkt uns viel zu bunt und unharmonisch. Dagegen sind andere in vorstellenden Drama's zu sprechen, und dürfen uns mit der Bemer- den Tert gedrudte Abbildungen und Fäustrationen wahrhafte, fleine kung begnügen, daß ein völlig ausreichender Grund, ohne auf andere. Meifterwerke zu nennen. Der Verfasser des Buches, ein bescheidener Nebenursachen Rüdficht zu nehmen, in der großen Ausgleichung und treu den klaffisden Studien obliegender Jugendlehrer in Darmstadt, Verwischung aller gesellschaftlichen Unterschiede zu suchen ist, die feit ist seiner Aufgabe in anerkennenswerther Weise nachgekommen. En einer Reihe von Jahren eingeriffen ist und täglich vollständiger wird. erste Band umfaßt in seinen fecho Abschnitten eine „Wanderung nach

„Es ift vielleicht das unvermeidliche Ergebniß fortschreitender Gen und in Hellas“ (wobei auch der jeßigen Bewohner, der Neugrieden, fittung, daß fie die äußeren scharfen Eden des besonderen Charakters gedacht wird), die ,,Sagen der hellenischen Vorzeit", die Zeit der bedeutend abstumpft und versóleift und somit das Drama eines seis Staatenbildung", ,, Leben und Kultur", die ,,Zeit der Blüthe" und ner Hauptnahrungos und Anzugsmittel beraubt. Böse Naturen und die Zeit der höchsten Blüthe", von welcher leßteren die Periode der böse Leidenschaften find leider die Begleiterinnen jedes Zeitalters; Machtentfaltung, der Lebens und der Kultur von Athen den 25aber darum ftellen fie fid nicht immer gerade in dramatischer Form soluß bildet. dar. Die Verbrechen und Jammergeschide ,alter großer Häuser" Das zweite Buch desselben Verlages, mit ähnlicher Ausstattung, berühren in unseren Tagen weder die Jahrbücher der Welt, noch die ift eine Bearbeitung von livingstone's Reisen in Afrifa, 4) denen Leidensdaften des Einzelnen in besonderer Weise. Die Kriege haben eine ebenfalls mit 3tluftrationen geldmüdte Ueberfidt ber älteren und ihren ritterligen Charakter verloren; politische Verhandlungen sind zeitgenoffisden Reisen in Afrika, mit Einschluß derer von Barth, nicht länger mehr Gewebe finsterer Ränke, die erst mit ihrem Gelin- sowie eine graphische Beschreibung von Nords, Mittel- und Südgen oder Fehlídlagen zu Tage fommen, aber während ihrer Wirksam- Afrifa, vorangeschidt ift. Demnächst folgen die Suilderungen von lis keit in undurchdringliche Finsterniß gehüllt waren. Die Gesellschaft vingstone's erster Reise zu den Betsduanen und dem Ngami-See, seiist nicht länger in Raften gesondert oder durch äußere und fichtbare ner zweiten und dritten Reise nach dem Norden, sowie endlich seiner Zeichen der Größe oder der Erniedrigung geschieden. Unsere Ge- beiden großen Reisen nach der Weft- und nad der Ostküste von bräuche und Sitten sind gleichförmig und unmalerisdi geworden. Ein Afrifa. Die beigegebene Uebersichts-Karte vou livingstone's Reisen Richter auf dem Stuhle ist nicht mehr ,,ehrfurchtswürdig;" ein Jun- umfaßt beinahe den ganzen Welttheil, von der Wüste Sahara bis zum fer ist nicht mehr, oder höchstens in den Augen eines armen Wild- Borgebirge der guten Hoffnung. diebes, ,, der kleine Tyrann feines Feldes;" wir machen uns getroft an einen Alderman, und find ohne ehrfürchtige Verblüfftheit in der

friebrid Bülau's ,,Geheime Gedigten". Seit Gegenwart eines Mayors; Lorbs fahren in einer Droshke; die Kut- Jahresfrist find wiederum zwei Bände der in diesen Blättern bereits ide mit sechs vlaemisden Roffen, ihren Läufern vor und ihren Lafaien mehrfach erwäbnten, von Professor Friedrich Bülau herausgegebenen hinten, ist in unendliche Entfernung verschwunden. Ein Lanbftand ,,Geheimen Geschichten und räthfelhaften Menschen" erschienen.") kann der Sohn eines Geldmäflers fein; unsere Börsenmänner haben Es enthalten dieselben wiederum eine ganze Bildergalerie von Charakterihre flachen Kappen und glänzenden Schuhe abgelegt. Die Zebe Röpfen, meistens aus dem rechzehnten, fiebzehnten und achzehnten Jahr. des Bauers (wie Shakspeare fagt) fommt der Ferse des Höfling hundert. Wir erwähnen davon, als dem Ausland angehörend, eine bez nahe. Selbst unsere Gasthäuser Haben ihre gemalten Schilder abges dem Herausgeber verfaßte Skizze:

dem Herausgeber verfaßte Skizze: ,,Aus dem Hause Medici“, welche die legt; wir schreiben unsere Tavernenheraldik, anstatt fie zu malen. Schidsale dieses florentinischen Geschlechtes von 1500-1630 umfaßt; Stadt und fand find ziemlich Eins. Unsere Standeslaunen und Ab- ferner eine der Geschichte des dänischen Hofes entlehnte Darstellung: zeichen find nahezu vernichtet, und das Drama ist, fo weit es davon ,, Der gefährliche Ring“. – „, Der zweite Herzog von Marlborough, abhängt, seines täglichen Brodtes beraubt. Der Bühnendichter kann ebenfalls von Friedrich Bülau, behandelt das Leben des englischen feinen Bobadil nicht mehr in irgend einer Wohnung in Lambeth fin- Generals, der im siebenjährigen Kriege unter dem Herzog von Cumber: den ober feinen Friedensrichter Shallow in Gloceftershire und den land diente und dann die englisden Hülfstruppen bei der Armee des Fähnrid Pistol in Eastcheap fuchen. Das „ Portrait eines Herrn Prinzen Ferdinand von Braunsdweig kommandirte. oder einer Dame" in der Ausstellung fann Vierfünftel unserer gleich. mütterlicher Seite ein Enfel des ersten Herzoge von Marlborough. artigen Generation vorstellen.

Die Biographieen der beiden Waadtländer Jean André Benel und ,,Mit dem Verschwinden dieser malerischen Unterschiede im Leben seines Sohnes Henri Venel, von denen der Erfte ein Arzt und ist zum großen Theil der Geschmad des Voltes verschwunden, fie dra der Begründer des orthopädischen Heilverfahrens, der Zweite aber ein matisch dargestellt zu sehen, aber die feineren geistigen Elemente, verdienter Pädagog war, find von Eduard Köhler verfaßt. Bon welche den Mangel derselben in unserem geschriebenen Drama er- derselben Feder rühren auch zwei französische Frauenbilder her: die feßen sollen und auch wohl erfeßen, find nicht darauf berechnet, auf Herzogin von Chevreuse und Maria von Hautefort, nahmalige Her der Bühne Wirkung zu machen. Ein Prämium für falsden Effekt zogin von Schomberg, Beide nad größeren Originalgemälden von wird unseren Dramatifern nicht länger geboten, und demgemäß bilden Victor Cousin biographisch [fizzirt.

Bictor Cousin biographisch stizzirt. - Endlich ist in dem neunten die Stüde, welche in den leßten Jahren geschrieben sind, einen sehr Band der „Gebeimen Geschichten auch noch eine ausführliche merkwürdigen und günstigen Kontrast mit einer gleichen Zahl Dra- Charakterzeichnung unter dem Titel: ,,Die Signora von Monza", nach men, die im ersten Viertel dieses Jahrhunderts geschrieben sind, wo den von T. Dandolo veröffentlichten Prozeßaften bearbeitet von die Darstellungsfähigkeit als die Hauptsache bei einem Stücke betrach. Placidus Prattuer. Es ift die Enthüllung eines fdon in Mantet wurde."

zoni 6 , Verlobten" eingewebten Schauergemäldes aus dem fechzehnten

und siebzehnten Jahrhundert, dessen Heldin ein verbrecherisches Maiš Mannigfaltiges.

ist: Virginia Maria von legva, aus dem Geschlechte der Fürfter son Wissenschaftliche Weihnachts- literatur. Die Buch Ascoli. bandlung von Otto Spamer in Leipzig, befannt wegen ihres geschmadvou ilustrirten Berlages von Jugendschriften, hat zur bevorstehenden Dr. Wilhelm Wágner. Erster Band. Mit fünf Tonbildern, nach OriginalWeihnachtszeit wiederum zwei Werke dieser Art ausgegeban, die ebenso geichnungen von 6. Leutemann u. a., fowie mit 150 in den Tert gertudten wegen ihres reichen, belehrenden Inhalts, als wegen ihrer schönen Abbildungen. Leipzig, Otto Spamer, 1859.

*) ,, Livingstone, der Missionair." Erforschungsreisen im Innere n Nirita'!. Ausstattung, fehr zn empfehlen find. Das eine dieser Bücher: In Schilderungen der bekanntesten, älteren und neueren Reisen, in sbesondere ,,Hellas“, von Dr. Wilhelm Wägner, beschäftigt sich mit dem für der großen Enideckungen im südlichen Afrifa, während der Jahre 1840–1856. alle Zeiten muftergebenden, den jugendlichen Menschen zur Humanität burs Dr. David Livingstone. Mit 92 in ben Tert gedructen ab bildungen,

7 Tondrudtafeln und einer Uebersichtsfarte. Leipzig, Spamer, 1859. beranbildenden Land und Volt der alten Griechen, deren Geschichte **) Band VIII und IX. leipzig, Brockhaus, 1857-1858. und geistiges Leben uns in diesem Buche bildlich und graphisch vorgeführt werden. ") Richt blos für die reifere Jugend, sondern auch, wie

*) , Hellas; das Land und Volt der alten Griechen.“ Bearbeitet für Freunde des klassischen Alterthumes, insbesondere für die deutsche Jugend, von

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worin die Abschaffung des Sklavenhandels zur Bebingung gemacht Afrika.

wurde. Daran zerschlug fich die Unterhandlung.

Höchst interessant, aber auch gefühlempörend, sind die Thatfachen, Afrikanische Reisen.

die Barth über die Wirkungen des Stlavenhandeld beibringt. Es fehlt

bei den Einwohnern von Rano nidyt an industrieller und aderbaulider 1. Heinrich Barth'& Reifewerk, nad englisder

Thätigkeit: fie weben und färben Baumwollenzeuge, domelzen Eisen, Beurtheilung.)

verfertigen Salz, bewässern ihre Felder; allein überall zeigen sich die verNachdem fürzlich auch in England ber vierte und fünfte Band beerenden Fußstapfen der Sklavenjagben. Ein afrikanischer Häuptling des bekanntlich gleichzeitig in deutscher und in englisder Sprache er gleicht in der Regel ben Ausfati in seinen Finanzen burd einen Eins fcheinenden großen Reisewerles unseres landsmannes ausgegeben wors fall in Feindes, mitunter auch in Freundes Gebiet aus. Ganze Striche, den, bringt das Londoner Athenaeum eine Rritif des Werfes, worin bie Barth bei seinem ersten Besuche blühend und bevölfert fand, waren namentlich auf die wichtigen Entdeckungen Barth's in Bezug auf den zwei Jahre später, bei seiner zweiten Durchreise, in traurige Einöden Handel mit Central - Afrifa hingewiesen wird. Wir glauben das verwandelt; auf den früher reichangebauten Feldern und von Heerden Werf unseres landsmannes nicht besser ehren zu können, als indem wimmelnben Weide- Angern, in den Stapelpläßen des Handels und wir einen Auszug aus dieser Kritik in unsere Spalten aufnehmen: Gewerbes feine Spur von thierisqem und menídlichem Leben! Das

,,Dr. Barth enthüllt in seinem Werke dem Handel, dem englis Hauptargument, das der Wesier von Bornu zu Gunsten des Sklavenfden namentlich, der länder-, Völfers-und Naturkunde im ausgedehn- bandels geltend machte, war, daß er die Leute in den Stand leße, testen Sinne und der Sitten- und Religionsgeschichte eine größtentheils fich Flinten anzuschaffen. Als ihm nun vorgestellt wurde, daß Bornu noch unerforschte Welt. Seine Bildung stellt ihn in die erste Reibe ja andere Erzeugnisse befiße, um sie gegen Feuerwaffen auszutauschen, wissenschaftlicher Länder-Entdeder. Von umfassendem und gründlichem erklärte er: wenn Großbritannien fich anbeisdig mache, ihm tausend Wissen, tief eingeweiht in Natur, Sprache, Sitte und Religion des Flinten und vier Kanonen zu liefern, er sich gern verpflichten wolle, afrikanischen oder arabischen Stammes - durch eine vorangegangene den Sllavenhandel in seinem Lande abzuschaffen. Der Reisende wich dreijährige Reife unter dem Schatten der Palmbäume, auf der Ka dem Vorschlage flug aus, indem er darauf hinwies, daß zuvor eine meele Höder", in der Gesellschaft und dem Verkehr mit arabischen ununterbrochene Verbindungsstraße von Bornu nadi Benuwe hergestellt und tunesischen Sklaven gehörig vorbereitet – ausgerüstet mit einer werden müßte. nimmer zu ermüdender Geduld gegen die Hinterlift verrätherischer Der ursprüngliche Plan Barth's war, von Kano, bem HauptDiener, flößt er uns die lebhafteste, achtungevolfte Theilnahme ein, ftapelort für Manufakturen in Mittel-Afrifa, nad Adamawa vorzu- wenn wir feben, wie er mit seinem Gefährten auf den langsamen dringen, um sich Gewißheit zu verschaffen, ob der Kwara, der öftlide Tagereisen immer weiter und weiter von der civilisirten Welt fich Nigerarm, mit dem Tsad - See in Verbindung stehe. Allein der entfernt und, um der Menschheit willen, Mühen und Gefahren er Mangel an Mitteln bielt ihn in jener Stadt zurüc, feste ihn aber trägt, die nur ein Reifender in Afrika fennt. Auf zusammengebunden dafür in den Stand, über Bevölkerung und Handel derselben inter. nen Flaschenfürbisfen (dwimmen sie über Ströme; die von dem glühen- effante Nachrichten zu sammeln. Er schlägt die Bewohnerzahl auf den Dunst angeschwollenen Beine überstreichen fie mit Butter – wehr.. 30,000 an, wovon der sechste Theil aus Sklaven besteht; in der Ges und schußlos gegen den empfindlichen Stich der Fliegen und Bremsen, schäftszeit jedoch, d. h. in den Frühlingsmonaten, steigert der Zufluß gegen die unerträgliche Hiße, in lästiger Haft bei den fanatischen der Fremden jene Zahl auf das Doppelte. Gewänder von feinem Schwarzen – unter Fieber und Todesfurcht in engen Hütten schmache dunkelblauen Baumwollengewebe, Frauenröđe mit seidenen Borten tend: das sind die flüchtigen Züge dieses Schauergemäldes. Und als von lichtblauem, rothschwarzem, weißschwarzem Ganze oder Halbseiden-fich die Reifenden trennten, nach einem verabredeten Uebereinkommen, zeuge, gräne und blaue seidene Hemden

zeuge, grüne und blaue feidene Hemden - die Afrikaner bezeichnen dem zu entsprechen den Einen der Tod hinderte, blieb dem Ueber- diese mit dem malerischen Namen: ,, Kinder des Marktes“ oder ,, Perllebenden nur die traurige Pflicht, das einsame Grab unter einem Huhnhemden" – werden nördlich von Kano bis nach Murzut und Feigenbaume aufzusuchen und es durch eine Dornenhede vor wilden Tripoli, westlich nach Timbuktu, ja bis an die Küsten des Atlantisden Thieren zu schüßen.

Meeres verführt. Der Werth der jährlichen Ausfuhr diefer ManuDas Reisegebiet umfaßt zwanzig Grad von Norden nach Süden fakte nach Timbuktu allein beträgt etwa 60 Mill. Kurdi = 4000 Pfund in einem Zeitraum von fechs Jahren. In der ersten Hälfte diefer Sterling, und die jährliche Gesammtproduction des Plages dürfte auf Zeit besuchte Barth die Gegend im Süden von Tripoli, die furchtbare 300 Mill

. Kurdi = 20,000 Pfund Sterling veranschlagt werden; eine Hammada, bas Berberland Fezzan; durchftreifte ben Salzdiftrift von ungebeure Summe in Anbetracht, baß in dieser Stadt eine ganze Usben nach Agades, einer Stadt mit 7000 Einwohnern, die Korn. Familie von 4-5 Pfund Sterling das Jahr auskommlich leben kann. handel treiben, und reiste von hier nach Kand, dem Manchester Mittel. Die Provinz, in welcher die Stadt liegt, zählt eine halbe MilAfrifa's.

lion, theils Freigeborener, theils Sklaven. Der Gouverneur fann Refte römischer, döristlicher, möglich auch karthaginenfischer Zeiten 10,000 Pferde in's Feld stellen. Die Staatseinkünfte fließen aus der begegneten dem Reisenden beim Beginn feines Zuges – dann folgen Familiensteuer – jede Familie zahlt jährlid 1 Dollar - aus den Bruchstücke von Grabmälern, eine verfallene Burg, eine Kirche in Steuern auf Salz, Sklaven, Boden-Erzeugnissen, Färbefeffern, deren Trümmern, und in der Wüste vor Murzut ein unvollendetes, ein es 2000 in der Stadt giebt. Stodwerk hobes Monument aus den Zeiten Auguftus, bem anschein Auf seiner Reise durch die öftlichen Gegenden bemerkte Barth nach der äußerste verlorene Posten der römischen Herrschaft.

wenig hausgeborene Sklaven. Da die Heiraten unter Sklaven nur Der Hauptzweck der Erpedition war, mit den afrikanischen Häupt- geringe Aufmunterung finden, so sucht man den häuslichen Ausfall durch lingen Handelsverbindungen anzuknüpfen. Der Reifende erzählt uns Menschendiebstahl zu decken. Zu seinem Erstaunen wurde der Reisende nun die Ergebniffe seiner Unterhandlungen mit den Führern der einmal von einem fonurbärtigen Neger romanisch angeredet; der Tuwaret, eines mächtigen Stammes, der von den die südöstlichen und Sklave batte früher in Stambul gelebt. Längs der Straße trifft er weftlichen Straßen durchziehenden Karavanen Zoll erhebt. Das Miß auf Gruppen fauberer Hütten, auf blühende Meierhöfe, reiche Tabaco. lingen seiner Sendung schreibt Barth theils der Unzulänglichkeit seiner felder und Viehheerben. Unter der Bevölkerung begegnet. ihm ein Mittel, theils einem Tattfehler zu. In dem Augenblid nämlich, wo stattlicher, geseßter Araber, der sich auf den Beinamen „ Kopsch” die Häuptlinge auf dem Punfte ftanden, den Vertrag zu unterzeichnen. (Schlaf) viel zugute thut: er besißt nämlich die Kunst, die langweilige brachte er ein Shreiben ber englischen Regierung zum Vorsdein, Zeit der Rhamadan-Fasten zu verschlafen. – Ein arabisder Bote

*) „ Travels and Discoveries in North and Central Africa.” By bringt ihm hier Briefe von Şause und, zu seiner Betrübniß, die Henry Barth. Ph. 1. n.C.L.

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Vols. IV and V

Loneman fr

Madricot hon bem Sobe Misharhlon 21 Nourttuma

nach Runawa, nimmt den Tjað auf; überzeugt sich, daß zwischen dem gewonnenen, wenn auch sehr spärliden, neuen Resultate für Geo Tschadda oder Benuwe und dem Sohari, den Hauptzuflüffen des afri- graphie, Ethnographie, Statistik, biblisde Alterthümer belobend are kanischen Sees, keine Verbindung stattfindet. Die interessantesten erkannt. Diesem anerkennenden Urtheil haben sich Männer wie Gari Punkte in den drei ersten Bänden find: Die umständliche Angabe Ritter, Berthold Seemann, Professor Petermann in Berlin, S. Must eines bequemen Fahrweges für den europäischen Handel nach Bornu in Paris, Dr. Magnus in Breslau u. A. angeschlossen – Aufforde mittelft der zwei großen Arme des Tschadda - die Reise durch das

die Reise durch das rung genug für uns, näher auf das Buch einzugeben und unseren les Rotofo - Gebiet, durch die Provinz Logon – die Ueberfahrt über den sern einen Ueberblic davon zu geben. 600 Yard breiten Sari - die Rüdreise nad Rukawa, mit dem 9. 3. Benjamin, früher wohlhabender Kaufmann zu Foltit denp vom Sultan von Bornu unterzeichneten Vertrag über die Abschaffung in der Moldau, durch einen Asocié aber zu Grunde gerichtet, de des Sklavenhandels - endlich der Tod feines Reisegefährten Dverweg. den Entschluß, zur Verwirklichung eines früh gehegten Wunschet, ia

Die spätere Erzählung bewegt sich um die Reise westlich nach den Orient zu reifen, die Zustände der dortigen Juden fennen zu ler: Timbuktu, deren Ziel es war, mit dem Sultan von Sofoto in freund nen und das noc immer offene biftorische Problem: die Auffindung lichen Verkehr zu treten und dem europäischen Handel in die südöft- der verlorenen zehn Stämme Israels, zu lösen. lichen Striche Afrika’s Bahn zu machen. Im November 1852 trat Am 5. Januar 1845 griff er nach dem Wanderstab, reifte duro Barth mit sieben Dienern und einem Mäfler von Kukawa die Reise Desterreich, die europäische Türkei, Rhodus, Aegypten nach Palästina. nach Timbuktu an; sein nächster Zwed war, den Niger und die Stadt Ueber Ruinen, Grabstätten, Sagen, unsäglich elende lage der Jude. Say zu erreicher. Er hatte von dem falten Wetter viel zu leiden, da er, namentlich in Jerusalem, berichtet der Reisende nur flüchtig.

UE den Fußichmerz, den er sich bei der Flußüberfahrt zugezogen, noch nicht ständlicher besdreibt er ein Fest an der Grabstätte des Rabbi Simon losgeworden. Wohlangebaute Felder, dichte Baumpflanzungen und bar-Jodhai (im zweiten Jahrhundert v. Chr., angeblichen Verfassert Völfer von Perlhühnern belebten die Landschaft, bis er die alte ver des fabbalistischen „Sohar"), bei dem Dorfe Miram, zwei Stunden fallene Hauptstadt von Bornu, fechs (engl.) Meilen im Umfang, er von Zephat; es wird unter dem Namen Hitlula (Hodizeit) di Rabbi reichte. Bon den Seitenflügeln der Moschee, von dem aus Badstei- Simon-bar- Jochai in der Nacht vom 17. zum 18. Jiar gefeiert. nen erbaut gewesenen Palaft, von den fechs oder sieben Thoren find Die Reife durch den Libanon führt ihn an den Ruinen von Bil. noch Spuren da; die einzigen lebenden Geschöpfe in den Ruinen aber bef, in dem Thale al Bita (das Thal), zwischen Libanon und Antilis waren ein Paar Straußen, die durch das üppige Gras davonrannten. banon, vorbei. Nach Landestradition, rühren sie von einem Palaste Unterweges in der Herberge ftahl man einem Diener das Betttuc Salomon's her, und der Reisende findet, ohne weiteren Beweis, dieses unter'm Leibe. Durch Gegenden, wo Affenbrodbäume mit Palmen abs Gebäude identisch mit dem Beth - Juar-h'Lebanon (1. Rön. 7, 2.) wechselten, kam er nach einem kleinen Fleden, genannt: ,,Die Süßig. Da aber dieses Haus, wie es die Bibel a. a. D. beschreibt, nur von feit der Welt“, und von dort nach Bundi; in den vereinzelten Dörfern Zedernholz aufgeführt war, so dürften sich die Trümmer schwerlich an mit Hirsefeldern bemerkte er die Eingeborenen Salpeter graben. die dritthalbtausend Jahre erhalten haben. Weiterhin, auf dem offenen lande, find Baumwollenpflanzungen, Die Unsittlichkeit im geschlechtlichen Umgange bei den Drusen, Gärten, Reiben kegelförmiger Hütten, aus denen die Stadt Gure bes dem überwiegenden Theile der Bevölkerung, wird als (chaudererregers steht, die, 8000 Einwohner zählend, einen Granitberg hinanklimmt. beschrieben. Die Ehe zwischen Geschwiftern, ja zwijden Vater un Der Sultan des Drtes ist eine mysteriöse Persönlichkeit; feiner seiner Tochter, ist erlaubt. Weiber und Töchter werden dem Gastfreund Unterthanen hat ihn jemals essen leben. Wie andere afrikanische preisgegeben. Ein eingeborener Jude - denn es wohnen einzelne Häuptlinge tilgt er seine Schulden durch gelegentliche Menschenjagden Judenfamilien in freundlichem Verkehr unter ihnen, ohne aber ihre bei seinen Nachbaren. Der Reisende betrat die Stadt von der nords Unsittlichkeit zu theilen - erzählte dem Reisenden folgende (eußlichöftiiden Seite, wo auf weitausgeftredten Flächen Weizenfelber, Küchens fomische Thatsache: Ein junger Druse bat ihn, den Juden, als Freigärten, Baumwollenpflanzungen in den verschiedenen Stadien des werber um seine leibliche Schwester bei ihrem Vater anzubalter. Anbaues und der Reife mit einander wechselten. Während hier der Der Vater wies aber den Antrag mit der Ertlärung zurüc: er la Weizenboben erst vorbereitet, die Shollen des trođenen Erdreiches entschlossen, seine Tochter selbst zu heiraten. gebrochen und angeneßt wurden, schossen an anderen Stellen schon die In Damaskus und Aleppo trifft er viele Juden, die er, besonders Halme auf. Die Zwiebeln wurden fest auf einander gepackt. Das bes in der leßten Stadt, als sehr religiös, wohlthätig und talmudisch gelehrt fruchtende Element ist überall zur Hand; Palmenbäume in gesonder- rühmt. Tedif, arabiso Refil-Afar, acht Stunden von Aleppo, bat eine ten Gruppen beben ihre Laubfronen in die Lüfte. Schade, daß Synagoge mit einer Grotte, in der die Sage Esra die Thora foreiben busdige Hügel den Beschauer hindern, das Ganze mit einem Blid läßt; vor dem Wochenfefte wallfahrten die Juden der Umgegend da zu umfassen, zumal das Dorf aus vier in beträchtlichem Abftand von bin. Von Birbschat - der Sage nac, bem biblischen Aram - Nabi einander liegenden Theilen besteht; zusammen haben sie einen Um- rajim (1. Moje 24, 10.) – 18 Stunden entfernt, in wüfter Gegeri. fang von beiläufig drei (engl.) Meilen mit acht bis neun Tausend liegt Urfa, in welchem Orte der Reisende mit Teireira das biblijde Einwohnern. Eine leichte Hede schließt das Ganze ein. Auf einer Ur-Kasdim (1. Moje 15, 7.), die Nimrodstadt, vermutbet. Eine Grotte kleinen Anhöhe fteht, die Gegend beherrschend, das Lehmhaus des mit einer Wiege von weißem Stein gilt für das Geburtshaus AbraStadtobern. Die Wohnungen sind überhaupt fefter gebaut, als die ham's. Die Araber bringen ihre kranken Kinder dahin und legen fic leichten Rohr- und Strohhütten in Háüsa, und haben eine Höhe von über Nacht in die Wiege; leben sie noch am anderen Morgen, so er. 10 Fuß. Wusdel ist im Westen Bornu's der Hauptplaß für Weizen. warten sie mit Sicherheit deren Genesung. Ein mit einem Geländer bau. Adle Mittwoch ist Weizenmarkt. Gerechnet wird nad Muscheln umgebener Graben wird für den Ofen ausgegeben, in den der Feuer(kingona): 100 Muscheln = 1 gábaga.

anbeter Nimrod ben gottgläubigen Abraham, nach einer Midraíd-raBarth schlug sein Zelt in der Nähe auf und wurde am Abend dition, werfen ließ, der aber unversehrt der Flamme entging. Die pier von den beiden Willama (Stadtoberen) gaftlich bewirthet. Sr. Ma- entspringende Quelle, aus welcher Rebetta Elieser und seine Kameele jestät, Munijoma, die hier residirte, war er so glüdlich, einen wesents tränfte, nährt zwei Teiche; die darin zahlreich lebenden Fische werben lichen Dienst zu leisten, indem er ihr mit einigen Pađnadeln, die aber für so heilig gehalten, daß Reiner fie bei Todesstrafe fangen libbedi ( Soldatenröde) zu nähen, ein Geschenk machte.

darf. Die hier frei und glüdlich wohnenden Juden, 150 Familien, (Schluß folgt.)

find so unwissend, daß nur wenige hebräisch lesen können. – Ju der

Umgegend eines nahen Dorfes, Charam (1. Mose 10, 11.), find, wie Aften.

der Reisende sagt, ,, die beni - harammachim, Bergbewohner, anfäffig, Die Meisen des Rabbi Benjamin in Afien und Afrika.*)

von welchen im Bude Esther 8, 10. gesprochen wird.“ ?! Dort ist

aber bekanntlich von Maulthieren oder Dromebaren die Rede. Den Verfasser des unten angezeigten Buches kennen unsere Leser In Diarbetr, am Tigris, mit 250 jüdischen Familien, fah er in bereits aus der Empfehlung Alerander v. Humboldt's, die wir in der Synagoge einen auf Pergament in den füblichen QuadratcharatNr. 131 abgebrudt haben. Der große Kosmograph und Rosmopolit, teren geschriebenen Pentateuch, der, als ein Autograph Esra's, fehr hoc in des Wortes umfassendstem und edelstem Sinne, dem im Geifte wie und beilig gehalten und nur am Versöhnungsvorabend auf dem Vorim Gemüthe , nichts Mensdheitliches fremd ist“, hat auch in dem beterpult ausgelegt und von den Gemeindegliedern devot gefüßt wird. jüdischen Reisenden, der sich seinem Namensverwandten, Benjamin Indeß hätte dem Reisenden schon der Umstand, daß es ein schöner von Tubela (um die Mitte des zwölften Jahrhunderte), gern zur Seite Band in gewöhnlicher Größe“ war, das Alterthum des Manuskripts stellen möchte, die hingebende, aufopfernde Begeisterung für eine Idee, fehr zweifelhaft machen müffen, da betanntlich die ältesten Eremden fühnen Muth, den fein Hinderniß, feine Gefahr abschredt, die plare auf Rollen geschrieben waren, und es scheint demnach die ganze

fagenhaft ausgeschmüdte Geschichte dieser Sandschrift in Nichts zu *) ,, Acht Jahre in Asien und Afrifa, von 1846 – 1853." Von 3. 3. Bens berfallen. jamin aus Foltitscheny in der Moldau. Nebst einem Vorworte von Dr. B. See: mann. Mit einer Karte. Zweite Auflage, mit vergleichenden Notizen aus Ben

Von Nifibin, an einem Nebenfluß des Euphrat, wo ihm bas Grab fanin von Tudela, R. Pethachia, Pedro Teireira, Ritter's

,,Erbfunde".

des Rabbi Jehudah-ben-Bthera gezeigt wurde, zwei Standen entfernt ist

bier in großem Ansehen als Gebieter herrscht. In der Umgegend liegen Wir müssen hier abbrechen und können bei dem uns zugemeffes e nod mehrere Dörfer, hauptsächlich von Juden bewohnt, die aber so nen Raum unseren Reisenden nicht weiter auf seinen Zügen begleiten.

unwiffend find, daß nur der Chacham alsabbatlich hebräisc vorbetet Doch möchten wir ihn bitten, künftig etwas vorsichtiger bei Namenund aus einem gebrudten Pentateuch den Abschnitt vorlieft. Sie treis vergleichen zu sein und zum Beispiel nicht in dem indischen Ganges, ben Ackerbau und Biebzucht und vertheidigen fide gemeinsam mit den - er heißt eigentlich Ganga - alle Buchstaben bes hebräisden Gos übrigen Einwohnern tapfer gegen die oft einfallenden Kurben. sen zu finden. Und gestatten aud (S. 138) die Entdeđungen berühmter

Bon der Art, wie der (Volks.) Glaube, für den die Gedanken. Reisender die Behauptung, daß damit (nämlich mit den ije - bajjam, formen: Zeit und Raum, keine Geltung haben, Berge verseßen kann, Jef. 11, 11.) die weftindischen Inseln gemeint feien, To protestiren bringt der Reisende einige Beispiele. Den Gebirgszug Diebel-Sand- och kontert und gesunder Menschenverstand dagegen. Er hätte fich jad, von Thelma aus, halten die Juden für das Gebirge Sëir, das auch (S. 204) die Talmudstelle (Gittin 45a) genauer ansehen und im Südosten von Palästina liegt, und Diefireh am Tigris für das dem kundigen Leser nicht Anlaß geben sollen, ihn des NichtverständErez-Geferah, wohin der Sündenbod (3. Moje 16, 22.) am Versöh- siffes zu zeigen, wenn er von , Geheimnissen der Entbindung" spricht. nungstage geführt wurde! Aus dem Djebel-Djudi, an deffen Fuße Fände Herr Benjamin überall, wie er ihn bereits in Frankfurt am die Stadt liegt, machen sie ganz konform den Berg Tsduf (el Nischna, Main, Berlin, Hannover, Breslau, Königsberg, Posent, Glogau Fona 6, 4. Zut, der nach dortiger ngabe 12,000 Schritte von Jeru. und a. D. gefunden, binlänglichen Abfas für sein Wert und dadurch falem entfernt war).

Unterstüßung genug, um, wie er beabsichtigt, eine zweite Reise nach Sechs Stunden von Sachur, am Chabur, halten die Juben die dem Drient, namentlich nach China antreten zu können; würde er sich Spigen einer an das kurdistanische Gebirge fich anschließenden Kette für neben den Erfahrungen, die er auf seiner ersten Reise gewonnen, beben Ararat (1. Mose 8, 4; der Targum Ontelos überträgt hare-ararat sonders auch durch Erlernung der Schriftsprache der Araber - er ift mit turé-kardu, was allerdings furdistanische Berge heißen könnte). nur des Bulgärarabisden kundig - gehörig vorbereiten; richtete er Die Kurben besteigen alljährlich am Ende Juni den Gipfel, wo sie sein Augenmerk auf die Punkte, die Fachmänner wie Munf, Goldenunter Fadeln einen Gottesdienft halten und beim Herabsteigen Holz- berg, Derenbourg in Paris, Joft zu Frankfurt a. M., Geiger und deite von der angeblichen Arche Noah's mitbringen, die, wie sie sagen, Schnezler zu Breßlau u. U. in einer Art Instruction hervorgehoben tief in den Boden versenkt ift. Am Fuße des Berges ftehen vier ftei- und feiner sorgfältigen Beachtung empfohlen haben; vertraute er nerne Säulen; nach dem Bolfsglauben die Reste des Altard, den- endlich das gesammelte Material der Fassung geschidter Hände: so Noah beim Austritt aus der Arche erbaut hat (1. Mose 8, 20.). dürfte sich seine Reise namentlich für biblische Archäologie und Eres

Jn fünf Kapiteln (S. 66 — 100) berichtet Benjamin über seine gese als gewinnreich ergeben. drei Reisen durch die Gebirge Kurdistans. Nach seiner Behauptung find die hier in unsäglichem Elend, grausamer Unterbrüdung von Sei.

Belgien. ten der Rurden, tieffter Unwiffenheit – außer bem Glaubensbekenntniß Schewa, verstehen nur wenige das Hebräische – gerstreut leben

Das geistige Eigenthumsrecht und der Kongreß zu Brüffel. den Jude Nachkömmlinge jener burd Tiglath - Pileser (2. Kön. 15, 29.)

(Soluß.) aus dem Reiche 3srael entführten Stämme. Zu ihnen rechnet er mit Nun entsteht aber eine andere Frage. Wie man sieht, machen dem amerifanischen Miffionar Grant auch die Neftorianer, die das wir den Autor und sein geiftiges Eigenthumsrecht zum feften Auschristliche Symbol des Kreuzes nicht kennen, keine Gloden haben und gangspunkte. Welches Recht hat der Autor auf das materielle Vewie die Zuden ben Sabbath feiern. Benjamin fügt noch fein Dafür. bifel, mag es nun aus einem Buche, aus einer Partitur, oder einer balten hinzu, daß die Nestorianer von Sebulun und Naphtali (mit · mit bunten Farben bestrichenen Leinwand, oder einem kunstmäßig be. Bezug auf 2. Rön. 15, 29. und Jes. 8, 33.) abftammen. Er grün- bauenen Steine beftehen? So lange er es nicht veröffentlicht und dem det seine Meinungen, deren Stichhaltigkeit auf rich beruhen möge, Publikum mitgetheilt, so lange er keine Bezahlung in geistiger Weise auf Schrift und Tradition.

empfangen, ohne Zweifel ein unbedingtes. Er kann sein Manuskript In Alfusch ist am angeblichen Grabe des Propheten Nahum eine in's Feuer werfen, sein Gemälde überpinseln, feine Bildfäule zer1000 Menschen fassende Synagoge, in der aber nur am Wochenfefte blagen. : Gottesdienst gehalten wird. Die Juden aus einem Rayon von acht Anders dagegen ftetit fich die Sache nach der Veröffentlichung.

agereisen versammeln fich 8 Tage vor besagtem Feste und bringen Durch dieselbe ist der Autor ein Verhältniß mit dem Publikum ein.

bier 14 Tage mit Andachtsübungen zu. Wir geben der Seltsamkeit gegangen, welches fein ursprünglich unbedingtes Recht beschränkt. Was · wegen und als Stilprobe des Buches mit dessen eigenen Worten die würden wir z. B. zu einem Maler sagen, deffen Bild auf der Runft. Besdreibung einer Hauptfeier:

ausstellung bedeutenden Beifall gefunden, und der es sich hernach beiAm ersten Abend des Wochenfestes, 5. Siwan, versammelt man kommen ließe, baffelbe zu vernichten? Nach dem äußeren, bürgerlichen fich in der Synagoge, welche von wohl 1000 Lampen erhellt ift, tritt Rechte steht ihm das unbedingt zu, aber wie würde das Publikum

dann in das Gemach des Propheten, und der Gottesdienst beginnt eine solche Handlungsweise aufnehmen, würde nicht ein Schrei der | Diejenigen, welche lefen können, beten, die Uebrigen hören zu. Diese Entrüftung und des Unwillens darüber laut werben? Ganz gewiß,

feierliche Handlung bat nichts besonders wichtiges an fico; sobald sie der betreffende Künstler würde, wie wir Atle fühlen, ein Unrecht an Beendigt ist, begiebt man sich ohne weitere Ceremonien in bas Got- dem Publikum begeben, das ihn bewundert und gerühmt hat; er würde teshaus, wo eine festliche gegenseitige Bewirthung stattfindet, naments eine moralische Verbindlichkeit brechen, die er eingegangen, indem lich ist dabei viel Kaffee gebräudlich. Bei Tagesanbruch wird das durch die Veröffentlichung das Publikum unbedingt Mitbesißer geMorgengebet verrichtet, und nun ziehen die Männer, den Pentateuch worden ist. Ich darf ein Buch beurtheilen, ein Gemälde, eine Music

voraus, mit Flinten, Piftolen und Dolchen bewaffnet, zu einem nahelie- abschäßen und ihren Werth bestimmen, ohne das Buch oder Runftwerk Igenden Gebirge, in Erinnerung der Berkündigung des Gefeßes, welches faufen zu müffen. Hieraus folgt, daß ich durch die Veröffentlichung

an diesem Tage vom Berge Sinai verkündet wurde, um dort in der Thora allein ein Mitrecht erlangt habe, ein Miteigenthumsrecht an den Ges zu lesen und das Musaph-Gebet abzuhalten. In demselben kriegerischen danken, Vorstellungen, an dem Genusie, ben das Wert erwedt und Aufzüge fteigt man den Berg wieder herab. Die ganze Bersammlung gewährt. Die Bezahlung dieses geistigen Befißes ist also wieder, bricht zu Fuß auf, und es beginnt eine arabische Phantasie, ein Krie- was auch ganz in der Natur der Sache liegt, ganz geistiger Bes gesspiel. Die malerische Verwirrung, in der die Kämpfer und ihr schaffenheit: Anerkennung, Bewunderung u. f. w., und hierfür hat zu Kampfgeschrei die Dampfwolfen durchdringen, das Waffengeklirr und allen Zeiten das wahre Genie gearbeitet. Wem daran nichts gelegen Das ganze nachgeahmte Schlachtgetümmel bieten ein phantastisches ist und wer nur den blanken Gewinn zu schäßen weiß, der sollte überSchauspiel dar, das nicht ohne eine gewisse Erhabenheit (!) ist und haupt von einem geistigen Eigenthum schweiger. Ein Gedanke, der auf den Zusdauer einen wundersamen Eindrud macht. Dieses Krieges fchäßbar ist, der mit einem oder mit tausend Thaler bezahlt werden spiel foll ein Bild des großen Kampfes sein, den die Juden, nach dem kann, ist jedenfalls in der Wirklichkeit keinen Heller werth. bort herrschenden Glauben, dereinst bei der Ankunft des Meffias ges Doch der Rünftler, der Dichter, Schriftsteller u. f. w. ift ein gen die Völler zu beftehen haben, welche fich ihrem Einzuge in das Mensch, der leben muß, es ift billig, daß man ihm auch die materielle gelobte Land und der Bildung einer unabhängigen, selbständigen Na- Arbeit bezahlt, und zwar gut, man wird ihn nicht wie einen Thürention widerseßen werden“... Doch scheint der Reisende fich an der Anftreicher oder Bogensdreiber besolben können; es wird billig sein, Feier von einer , gewissen Erhabenheit" eben nicht erbaut zu haben, daß er nicht bloß für Bereicherung seines Verlegers arbeite. Wollen deun er fährt fort: ,,Ich war Anfangs von dem Getümmel und der Autoren in dieser Hinsicht ihren materiellen Gewinn fichern, so liegt Aufregung der tobenden Menge beinah betäubt und später ganz nach auf der Hand, daß fie am allerschlechtesten fahren, wenn sie Verleger Denkend geworden, als ich fah, bis zu welchem Grade Unwissenheit und Kunsthändler zu ihren Advokaten machen. Sie haben vor allem und Landesgebrauch eine religiöse Feier entstellen können und das das Benußungsrecht (nicht Eigenthumsredt) ihrer Werke gegen dies Wesentlichfte ihrer Prinzipieno) angreifen mögen."

selben feftzustellen, und dies könnten sie nur erreichen, wenn der Staat *) Darunter versteht der Reisende vermuthlich das Handhaben und den Gefeße erließe, welche die kontraktlichen Verhältnisse zwischen Beiden Gebrauch der Waffen, was talmudisch am Feste streng verboten ist.

feftftellten oder den Verlegern u. f. 10. positive Borsdriften über

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Prozentfäße machten, die sie bei besonders guten Erfolgen zu zahlen Werk, veröffentlicht es und gewinnt in Deutidland, um aud bei uns bätten - eine Sache, die wohl unausführbar und eher hinderlich sein berühmt zu werden, einen Ueberseßer, von dem er vorausseßt, daß er dürfte, da sie die persönliche Freiheit beschränken würde. Noch ein der Aufgabe völlig gewassen sei. Ein Buchhändler übernimmt den anderes Mittel gäbe es: Corporationen, Zünfte der Sdriftsteller, durch das Gefeß für Ueberseßungen privilegirten Verlag. Nun eta Maler, Mufifer. Warum nicht? Auch Homer war ein zünftiger scheint bie Ueberseßung, ist aber fo schlecht, unbeholfen und verfehlt, Dichter, Albrecht Dürer ein zünftiger Maler. Nenne man es heute wie nur möglich. Was ift die Folge? Eine ganze Nation ist verur. Association; es kommt auf Eins heraud. Actien-Vereine zur Selbfto theilt, diese schlechte Ueberfeßung zu lesen oder auf den Geruß, den berausgabe, Verlagsrecht der Schriftsteller - Innung, Kunsthändler- das Werk zu gewähren im Stande ift, zu verzichten. Warum? weil Konzeffion der Maler- und Bildhauerzunft! Das wären praktische die schlechte Ueberseßung privilegirt ist, weil der Autor durd ten Vorschläge, wenn Künstler Geld und Weltverstand hätten. Das erstere Ueberfeßer und der Ueberfeßer durch den Autor, der Verleger mittenhaben sie meist nicht; das zweite glauben sie nicht haben zu dürfen, inne, vertragsmäßig gebunden ist. Ganz dieselbe Geschichte, rrie wenn also Berleger und Kunsthändler! Daß Leştere ihre Kapitalien zu man in Flachsenfingen nur Flachsen finger Bier trinken darf. fichern streben, wird ihnen Niemand verübeln, nur ist es ein trauriges Original - Autor zieht sein Honorar für die Abtretung der Uebersesung Zeichen von Verwirrung der Begriffe, wenn man da von geiftigem ein, läßt aber dafür fein befferes Selbft mißhandeln und ídlägt seinen Eigenthumsrechte beklamirt, wo der eigentliche geistige Eigenthümer Ramen bei einem ganzen Volfe in die Schanze. unter Umständen der Frohnbauer, Pensionair oder Mündel seines Ver. Ed ift also die mit der Gabel binten hinausgetriebene Natur, die legers ift.

zur Vorberthür wieder hereinkommt; es ist Zunft, Innung, Gilde, Das geistige Eigenthumsrecht des Autors und fein materielles Privilegium, was unter fremdem Namen wieder Einlaß begehrt. Der Benußungsrecht find zum Theil sogar einander entgegengefeßt. Nach Himmel gesegne es Dichtern und Romansdreibern, Malern und Mus dem ersteren muß ihm daran gelegen sein, so vielen als möglich zu- fifern, Verlegern und Kunsthändlern, und gebe uns nach einer Zeit gänglich und bekannt zu werden, um den verdienten Lohn zu ärndten; unverständiger Romantik und hungernder Genialität eine Zeit weiser nach dem zweiten muß er das Mittel, durch welches das erstere er- Berechnung greifbarer Vortheile, eine Zeit der Industrie und des reicht werden soll, fo viel als möglich dem Publikum entziehen und ehrlichen Handtberfes, zu dem wir bereits ausgesprochene Hinneigung feine Mittheilung von blanker Münze abhängig machen. Als Dichter zeigen. wünscht er z. B. fehnlicy, Einfluß auf die Nation zu gewinnen, Alles zu begeiftern und zu elektrisiren, von den Niedrigsten des Bolfes

Mannigfaltiges. bewundert und gepriesen zu werben; als Geschäftsmann stellt sein Vers - ,,Das Buch von der Königin luise". Kaum kann es leger vielleicht den Preis des Buches höher als gewöhnlich, weil er ein zu literarischen Weihnachtsgeschenken für deutsche Frauen und den Dichter ungewöhnlich hoch honpriren muß. Selbst im Falle, daß Jungfrauen sich mehr eignendes Buch geben, als die soeben erschienene der Autor sein Eigenthumsrecht (wir wollen es so nennen) für sich britte, umgearbeitete Ausgabe der Lebensgeschichte der Königin Luise behielte und als Selbstverleger aufträte, der das Verlagsrecht seinen von Preußen. ) Das Andenken an diese hohe Frau, deren Geist und Nachkommen vererbte, würde ein Verlöschen desselben früher oder Gedächtniß in den Tagen von 1813 das preußische Volt zu unsterbspäter geboten sein, wenn sich nicht manche bedeutende Uebelstände her- lichen Thaten anfeuerte, ist obnedies in unseren Tagen, wo abermals ausftellen follen. Man bente fich z. B. einen solchen Erben oder einer ihrer Söhne durch Wort und That an das ungeschmälerte, eine Verleger. Firma, die das ausschließliche, nie erlöschende Recht mütterliche Erbtheil erinnerte, von neuem rect lebhaft im Volfe gehätte, einen Autor zu ediren; nach funfzig oder hundert Jahren sind weđt worden. Eine deutsche Frau, Karoline Friederife v. Berg, alle alten Ausgaben vergriffen und eine neue bringend nothwendig. geborene v. Häfeler, ift bekanntlich die ursprüngliche Verfafferin Könnte es nicht kommen, daß ein Sonderling die ganze Nation schis dieser bereits im Jahre 1814 erschienenen Lebensgeschichte, deren zweite fanirte? Solche Dinge sind vorgekommen. Ein Engländer hat die Auflage zwar im Jahre 1849 durch vielfach hinzugekommene neue Originalplatten meisterhafter Kupferstiche vernigtet, um den føon ab- Materialien erweitert wurde, deren Kern aber, als dem Herzen und gezogenen, alten Eremplaren Antiquarwerth zu geben. Dder man der finnigen Beobachtung einer treuen Freundin der Königin entdenke fich, ein solches Verlegerrecht fäme in den Konkurs; es würde stammt, auch jeßt immer noch den anziehendsten, liebenswürdigsten einer Mehrzahl von Erben zugesprochen, die zu gemeinsamer Zuftim- Theil des Buches bildet. Als im Jahre 1814 diese erste Lebensstizze mung nicht gebracht werden könnten u. dgl. Jedermann fieht ein, daß der unvergeblichen Fürstin erschienen war, schrieb ein Hohenzollera, die Geisteswerke, die einem ganzen Volfe und allen Zeiten gehören, der damalige Fürstbischof von Ermeland, an die Verfasserin: „Den nicht in die tausend Zufälligkeiten menschlichen Formenkrames und lieblichften und unverweltlichsten Kranz um St. Luisens Todes - Urne menschlicher Erbärmlichkeit binabgedrückt werden dürfen.

zu winden, war allein der Hand ihrer zartsinnigften und gemüth. Das sogenannte geistige Eigenthumsrecht ist also, wie die Sachen vollsten Geistes- und Herzensverwandtin vorbehalten“. Es ist dies liegen, durchaus nur auf

, den praktischen Zweck des Kapital- und In- gewiß die beste Charakteristrung der Liebesworte der Frau b. Berg. dustrieschußes der Verleger zurückzuführen. Diesen hat der Staat be- Man erkennt sie heraus auch aus dieser dritten Auflage, obwohl reits vielfach gewährleistet, und wünschenswerth wäre es, wenn in das, was der neue Herausgeber, der von dem verewigten Direfganz Europa darüber eine möglichst große Gleichförmigkeit erzielt tor Dr. Hißig (dem ursprünglichen Verleger der Schrift der Frau würde. Er würde sich dabei nur wesentlich auf Dinge erstreden, die v. Berg) zu dieser Arbeit empfohlene Herr Friedric Adami, über der Vervielfältigung unterliegen und eine mögliche, nach Umständen die Jugendzeit der Königin, sowie nach Darstellungen von Bisdof erneute Rente bringen, also Rentenschuß.

Borowsky, Eylert u. A., hinzugefügt hat, keine unwürdige Ergänzung. Bücher, Kupferstich, Photographieen, lithographicen, Abformungen des lieblichen Bildes ift. Man darf übrigens die eben ersdienene aller Art würden dazu gehören; bei Verkauf von Bildern oder Sta neue Auflage des Buches nicht mit der „Volfo-Audgabe" desselben tuen müßten die Künstler fich das Recht, z. B. Photographieen davon verwechseln, welche die Berlagshandlung vor einigen Fahren veranzu machen, vorbebalten oder mitverkaufen.

staltete. In leßterer war Vieles gefürzt und Mandes voltsmäßiger Kopirung durch Kupferftiche oder Lithographie müßte Jedem freie erzählt, was in der neuen Auflage, die auch äußerlich auf das Würfteben, da hierdurch freiwillig von fremder Seite der Ruhm des digfte geschmüdt ist, in seiner ursprünglichen, edeln Ausführung berKünstlers gefördert wirb und ein neues Kunstwerk entsteht, beffen gestellt worden. ,,Und so möge denn", wie es in dem Vorworte des Herstellung blos durch das rein Geistige des Originals angeregt wird. Buches heißt, die reine hohe Gestalt der Königin Luise, cin hohes Kupferstecher und lithograph nehmen von dem Materiellen nicht das Vorbild weiblicher Fürstentugend und deutscher Seelengröße, sich für Geringste ab, sondern übertragen den reinen förperlichen Gedanken, und für neu aufrichten im Herzen ihres treuen Volfes, für deffen Heil der über aller materiellen Schäßung liegt, in einen anderen Körper. ihr Herz fo treu geschlagen hat! Sie verdient es, die Heißbeweinter Photographiren dagegen ist eine bloße mechanische Fertigkeit, die mit daß fie unvergeßlich bleibe in der Geschichte — nicht allein in der dem Abdruck einer gestochenen Platte oder eines geseßten Schriftfaßes Geschichte Preußens, sondern in der Geschichte des gesammten deutauf gleicher Stufe steht. Das Recht, von Kupferstiden u. s. w. Pho- fhen Vaterlandes!" tographieen zu machen, müßte allerdings unter strenger Kontrole fte

*) ,,luije, Königin von Preußen. Dem beutiden Bolfe gewidmet". ben; denn wenn dies geschieht, um damit Handel zu treiben, ist es Dritte, umgearbeitete Quegabe. Berlin, Ferd. Dümmler’s Verlagsbuchhandreine Industrie, und der Befißer ber Originalplatte müßte seines lung. 1859. Shußes gewiß sein.

Nun noch ein Beispiel, wie dieses geistige Eigenthumsrecht des Autors und Verlegers zum Unrecht gegen das Publikum umsdlagen kann. 3. B. ein englischer Shriftsteller schreibt ein ausgezeichnetes

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