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rechtfertigt? Der Verfasser bejaht die Frage. ,,Es ist augenscheinlic, darauf aus, sie zu spornen, als zu zügeln, fie vorwärts zu drängen, sagt er, daß, wenn Karl in diesem blutigen Kampfe Sieger gewesen, als vor Fehltritten zu warnen. Die Föderaliften verschanzten fich die Freiheit und die Religion Englands zugrunde gegangen wären.“ hinter der Verfassung und dem Präsidenten, diesen durch die öffentDie Freibeit allerdings, und das ist die Hauptfache und auch wohl liche Verehrung geheiligten Bolwerken: aus diesen mußten sie hinausdie Religion, wenn wir darunter eine bestimmte kirchliche Form, wie gedrängt werden. Er fing an beiden zu rütteln an: das große Un. fie damals in England als Puritanismus, Presbyterianismus ac. auftrat, glück, wenn Bestimmungen des Grundgeseßes, die den Feinden der verstehen, mit deren Untergang aber nicht der der Religion überhaupt Republik zum Vortheil ausschlagen, beseitigt; wenn dem Heiligensdein nothwendig verknüpft war; denn die echte Religion vermag fein Tyrann, um das Haupt des großen Mannes, deffen Tugenden der guten Same zugrunde zu richten, da sie überhaupt nicht untergehen kann. Nur shaden, einige Strahlen genommen werden! Sine undankbare Arbeit tirdliche Formen können mit Gewalt abgeschafft und mit anderen ver allerdings, die aber Jefferson den Padeseln seiner Partei aufzuladen tauscht werden, an denen, wenn sie nicht von wahrer Religiösität bes gedachte; er wollte nimmer für den Gegner der Verfaffung und seelt werden, am Ende wenig liegt. Freilich gedeiht die wahre Re- Washington's, dieser großen moralischen Mächte, gelten, und zie jedes ligion nur in der Freiheit. Wo eine herrschende Kirche, ein bestimmtes üble Gerücht über ihn öffentlich der Lüge und Berleumdung. Dod kirchliches System als das allein berechtigte die Religion zu repräsen- bald kam seine Doppelzüngigkeit zu Tage. Das Direktorium, im Sreit tiren sich anmaßt, da þerrsøen Heuchelei, äußerer Formendienst, Un. mit der amerikanischen Regierung, ließ, um der Welt zu zeigen, wie buldsamfeit; das Volk verliert allen sittlichen Halt und der Geist ver einer der hervorragendsten Bürger der Union über Washington und fümmert in leeren scholastischen Kämpfen um abgestandene Dogmen beffen Politik denke, folgenden Brief Jefferson's an Mazzei, einen und Glaubensnormen. Das erkannte auch Cromwell, und darin befteht italiänischen Diplomaten, in den Moniteur einrüden: „Der Anblid sein Hauptverdienst, das er sich um Staat und Religion erwarb, daß unserer politischen Welt hat sich seitdem Sie uns verlassen, gar er die Gewissen frei gab. „Wenn die höchste Behörde", sagte er, sehr verändert. An der Stelle jener Liebe zur Freiheit und zum repu, selbst Gewissensfreiheit hat, und die Bedürfnisse des cigenen Ges blikanischen Regiment, die uns siegreich durch die Kriegsprüfungen willens befriedigen darf, indem sie das Kirchenregiment einführt, geführt, sahen wir eine englisch- monarchische und aristokratische Partei welches sie für das beste hält: warum sollte sie nicht dieselbe Freiheit auftauchen, die sich es geftändlich zum Ziel geseßt, und diese englisde Anderen gewähren? Die Gewissensfreiheit ist ein natürliches Recht. Regierung nach dem Wesen zu geben, deren Formen fie uns bereits Wer es für sich haben will, soll es auch den Anderen lassen. Man aufgedrungen. Die Mehrzahl der Bürger jedod bleibt den republic bat diesen Grundsaß verfannt, und das ist eine von den Hauptsächlichften fanisden Prinzipien getreu. Die gesammte Klasse der Grundbefiger Richtigkeiten unserer Kämpfe gewesen. Jede Seite hat gesagt: D, eine große Zahl der Männer von Talent, ist republikanisch; gegen gebt mir die Freiheit! Aber, gebt sie ihr, und, sobald sie dieselbe be uns aber haben wir: die gesammte ausübende und richtende, sowie fißen wird, wird fie Anderen sie nicht geben. Wo ist hier unsere Auf- zwei Drittel der geseßgebenden Gewalt, alle öffentlichen Beamten, richtigkeit? Gewissensfreiheit ist ein Gut, was gegenseitig sein muß. oder die es werden wollen, alle Alengstliden, welche die Windstille des 3d darf behaupten, meine Herren, alle Schäße der Nation wären nicht Despotismus dem sturmbewegten Meere der Freiheit vorziehen, die im Stande gewesen zu dem Rampfe, welchen sie gekämpft haben, die englischen Kaufleute und die amerikanischen, die mit englischen Sapi Männer zu verpflichten, welche ihr Blut für das Vaterland vergossen talien handeln, die Spekulanten, die Baut-Actionaire, die Befißer von haben, wenn sie nicht Gewissensfreiheit zu erhalten gehofft hätten, eine Staatspapieren - kurz, den ganzen Troß, der dazu wie geboren, uns Freiheit, schöner als die, welche der Episkopat ihnen bewilligt, oder die in aten Dingen, in bösen wie in guten, nach englisdem Muster zuenglischen oder schottischen Presbyterianer ihnen gewährt hätten. Ich zustußen. Sie würden erschreden, wenn ich Ihnen die Abtrünnigen, wiederhole es: die religiöse Freiheit ist die Grundlage der Dinge. die zu diesen politischen Reßereien übergegangen, namentlich berrechnete: Sie muß es fein; das breibt eine Wahrheit für uns und für die Männer, die Simson im Felde und Salomo im Rath gewesen, haben künftigen Gefálechter".

(Schluß folgt.) England, dieser Delila, das Haupt unter die Scheere gelegt!"

Als dieser Brief in die Deffentlichkeit fam, gestand er traurig: Nord: Amerifa.

, 3d kann ihn nicht verleugnen, da ich in der That der Berfaffer

bin; fann mich aber auch nicht offen dazu bekennen, wenn ich nicht Thomas Jefferson, sein Leben und sein Briefwechsel.

eine persönliche Spannung zwischen mir und dem General berbei IV.

führen und so mit denen zerfallen will, die auf dem Namen Washingtor 3m Genusse der ländlichen Ruhe zu Monticello, wo die Nad. schwören, d. 5. mit neun Zehntel unseres Bolfes." barn ihm den Hof machten, die Tischgenossen feinen Worten, wie Der Bruch zwischen Washington und Jefferson war feitdem entGöttersprüchen, lauschten, fühlte er fich anfangs ungemein wohl. schieden; sie haben einander niemals wiedergesehen. Jefferson ging Bald aber langweilten ihn die kleinstädtischen Anbeter und Gläubigen, öfter an der Thür von Mount- Vernon vorüber, ohne anzuklopfen.

Er that wohl daran: er hatte ben Plaß in dem Vertrauen und in die ihn umgaben. Er versdwor fich zwar, sein Stillleben nie zu verlaffen, betheuerte feinen Efel vor der Politik und - seine Briefe der Achtung des Generals unwiederbringlich verloren; flar waren waren von dieser voll und er konnte nicht mit faltem Blute von ihr feine Doppelzüngigkeit, seine Mitsould an den planmäßigen Berläftesprechen. Dieser von der Welt geschiedene Weise hatte in seiner rungen Washington's zu Tage gelegt, die in der schamlosen demp. Ginsamkeit seltsame Anfälle fanatischer Wuth. Mit einem Blic auf fratischen Presse ihren Ausdrud fanden, die von dem großen Bürger Europa schrieb er: „Ich rechné darauf, daß die schmachvolle Flucht unablässig in einem Tone sprachen, wie kaum von einem Nero, vont der Tyrannen, die in Frankreich răuberisch einfielen, den Zorn der einem weltfundigen Verbrecher oder von einem gemeinen Gauner; die Völfer gegen diejenigen entflammen wird, welche fid vermeffen haben, an dem Tage, wo für den Befreier des Vaterlandes pie Vollmachten sie in fo arge Unternehmungen zu verwickeln; sie wird die Könige, abliefen, die Hymne Simeon's anstimmte: ,,Herr, laß nun deinen die Edelleute und die Priester auf die Schaffotte führen, die sie so Knecht in Frieden hinfahren, nach deiner Verbeißung, benn meine lange mit Menschenblut getrắnft haben. Ich überrasche mich noch Augen haben dein Heil geldaut" To rief in frommer Bea immer über dem Gefühl, daß ich warm werde, wenn ich an diese geisterung ein Mann, der einen Strom der Seligkeit fick über die Elenden denke; ich thue es daher fo felten wie möglich; lieber febe Mensweit ergießen fah. War jemals ein solcher Ausruf gerechtfertigt, ich mir an, wie mein Klee und meine Kartoffeln gedeihen“..... so ift er es heute: denn heute steigt ein Mann, der die Quelle aller „Wenn ich es erlebte, unsere lieben Verbündeten mit dem übrigen Leiden des Landes war, von seiner Höhe zu seinen Mitbürgern hinab Festlande in Frieden zu sehen, so zweifele ich nicht, nächsten Herbst und verliert die Macht, neues Unheil über die Union zu häufen. mit Picegru in London zu speisen; denn ich glaube, ich wäre im So begrüßt die Aurora, das wüthendfte Drgan der Demotraten, Stande, mida eine Weile von meinen Kleefeldern zu trennen, um die die Einführung des Präsidenten John Adams, eines der Häupter der Morgenröthe der Freiheit und des Republikanismus auf der Britens Föderalisten (4. März 1797). Nur durch drei Stimmen hatte er über Insel zu begrüßen."

seinen Mitbewerber, Jefferson, gesiegt, dem jeßt die Vice-Präsidentur Ebenso außer Rand und Band war feine Zunge in seinen zum Loose fiel. Die Republikaner waren zwar unterlegen, hatten aber Aeußerungen über die inneren Angelegenheiten der Union. Er dennoch guten Grund, das Siegeslied anzustimmen. Hatte ihnen der machte es der Regierung zum Verbrechen, die Unruhen in Penn- Rüdtritt Washington's nicht die Macht, so hatte sie ihnen dafür das fylvanien unterbrüdt, der Dpposition, es geduldet, Washington, die land gegeben. ,,Die Föderaliften selbft räumen ein, schrieb JefferMeinung gegen die eigentlichen Urheber des Aufstandes, die demo- son an Monroë wenige Monate vor der Wahl, daß ihre ganze Kraft kratischen Bereine, sdlau aufgeregt, und Madison, fie, dem Präsidenten in dem Verdienste Washington's, in seinem allmächtigen Einfluß auf zum Troß, nicht vertheidigt zu haben. Er, der seinen Freunden die das Volt wurzele. Am Tage, wo die Gewalt von Washington an kluge Søwenkung angerathen, welcher Genet zum Opfer fiel, tabelte seinen Nachfolger übergeht, ist nur Eines von beiden denkbar: ist dies fie in tugendhaftem Eifer, daß sie, um sich nicht von der Nation zu tren- fer ein Monokrat, dann wird er von dem republikanischen Geift feiner nen, gefährliche Bundesgenoffen im Stide gelaffen und fich auf die Vollmachtgeber beherrscht; oder er ift Republikaner, so wird er naturSeite der Regierung gestellt hätten. Da er für das Gebahren der lich diesem Geiste Borschub thun und die Harmonie zwischen Re republikanischen Partei nicht mehr verantwortlich war, fo ging er mehr gierung und Regierten herstellen. Warten wir es in Gebulb ab!

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der Aurora ber, weil er die Bürgerwehr verlästert hatte, und Der politische Horizont war nach außen, wie nach innen, trübe. John Randolph, ein talentvoller junger Redner, der im Kongreß von Das Direktorium hatte alle diplomatische Beziehungen mit der Unions- dem Generalfabe der Armee als von meinem Haufen Lumpenpadt" Regierung abgebrochen, und schon hörte man die Ranonen der franzöfi

. gesprochen, fab fich am anderen Tage aus seiner Loge geriffen und den Korsaren bröhnen; im Lande bangten die Gemüther vor dem zum Theater hinausgeworfen. Indeß trug Washington's Niederlegung Kriegeslärm. Die Republikaner legten die französischen Farben an, der Gewalt nicht so rasch die Früchte, die Jefferson seiner Partei die Föderatiften suchten die alten Heereszeichen hervor; man fchlug verheißen hatte. ,3 batte immer gehofft", schrieb er unter dem fich in den Straßen, die trifolore oder fchwarze Kofarde am Hute. 17. Juni 1797 an Oberst Burr, i,daß, mit der Entfernung der Popu.

Das ist nicht der Moment, nad dem Steuerruder zu geizen", äußerte larität des leßten Präsidenten aus der Wagshale, die Schwere der Jefferson und war entschlossen, durchaus feine Verantwortlichkeit in der Freiheitsliebe des Boltes hinreichen werde, bas eben durch diese PopuLeitung der Geschäfte zu übernehmen, der thätigen Politit vollständig larität gestörte Gleichgewicht zwischen der Erecutive und legislative fremd zu bleiben. Er konnte es auch, da er vermöge feines Amtes herzustellen; ich hatte immer geglaubt, die ehrenhaften Triebe der nur dem Senat vorzusigen Hatte und nicht einmal, außer bei Gleiche Nation würden der undantbaren Vorliebe der Gewalt für Große heit der Stimmen, zu stimmen brauchte. Von seinem Vice-Präsidenten- britanien Widerstand entgegenseßen. Leider hatte die auswärtige PoliStuhl berab konnte er den Parteienkampf beobachten, ohne mit in die tif der leßten Regierung und Frankreich entfremdet, in diesem Lande Schranken hinabzusteigen, mit aller Welt gut Freund fein und ab- eine Reaction gegen uns hervorgerufen und diese Reaction übt auf wechselnd auf die Regierung und auf die Dpposition einwirken. unsere Mitbürger dieselben Wirkungen, wie früber Washington's Po

Zwischen Adams und Jefferson begann bald nach Beendigung pularität; fie haben fich in mehreren Wahlen merklich befundet und des Wahlkampfes ein wechselseitiges Schönthun. Der Präsident Baraus erklärt sich, daß die republikanisdhe Majorität im Kongreffe schmeichelte fich, Jefferson zu benußen, die auswärtigen Schwierigkeiten geschwächt ift. Wann wird sie an Stärke zunehmen? Das hängt von zu glätten und die Fraction der Föderalisten, die auf Hamilton hörte, den Ereignissen ab und ist so unberechenbar, daß ich die Zukunft unserer in Sac zu halten. Der Vice-Präfident wiederum meinte, fich Institutionen als völlig ungewiß betrachte". Adams zu bedienen, Zwiespalt unter den alten Freunden Washing Im April 1798 verbreitete die Nachricht: ,, Frankreich will in ton's zu unterhalten und einen Krieg mit Frankreich zu hindern; denn Amerika einen Tribut erheben", Bestürzung unter den Verbündeten ein Krieg, und wäre er noch so unpopulär, daart endlich das Land des Direktoriums und Zorn unter den Massen. ,, Millionen für um die erekutive Macht, und die Opposition muß verstummen. Allein unsere Vertheidigung, und keinen Cent, um den Frieden zu erkaufen!" fchon bei den ersten annähernden Schritten stießen fie so hart gegen war der Volksschrei, vor dem die Opposition verstummen mußte. einander, daß sie, ohne es zu wollen, fich weiter von einander entfernt Jefferson war über diese furchtbare Gährung der Gemüther mehr faben, als vor dem Annäherungsversuch. Der Parteienhaß war zu überrascht als beunruhigt: ,,Der Menge, die dem Impuls des Augeneiner furchtbaren Brunft entflammt. „Wir Beide", schreibt er an blickes gehorcht, mag man die leidenschaftlichen Ausbrüche nachsebent; Edward Rutledge, ,,Wissen auch von heftigen Debatten und großen aber wie sollte eine fremde Nation zu den Fanfaronaden des PräsiAufregungen politischer Leidenschaften zu unserer Zeit; aber die Men- denten gleichgültig bleiben? Und seine Drohungen treffer ja nicht iden von verschiedenen Meinungen gingen doch mit einander um, und blos Frankreich, fie gelten ja nur seinen eigenen Mitbürgern. Neuwußten die Staatsangelegenheiten vom geselligen Verkehr zu trennen. lich äußerte er: ,, Es bedarf des Einschreitens der obersten Gewalt, So ist es jeßt nicht: alte, vertraute Freunde weichen einander auf der um die gefährlichen Täuschungen zu zerstreuen und den böswilligen Straße aus, wenden den Blick ab, um nicht an den Hut rühren zu Auslegungen, welche die Bürger irreleiten, entgegenzuwirken".... dürfen. Das mag der Jugend hingeben, für fie ift jede Leidenschaft Selbft ba$ Briefgeheimniß ist nicht mehr ficher; und ich weiß nicht, ein Genuß. Für uns Grautöpfe ift es eine Qual. Die Ruhe ist die was mich tiefer schmerzt, daß ich nicht wagen darf, zu schreiben, was Milch der Greise".

ich denke, oder daß mein Vaterland einen solchen Zustand buldet.... Wer aber trug die Schuld an diesem Umschlag der Sitten in Zum Glück wird dieses Fieber nicht anhalten; Allen zum Troß bleibt den Vereinigten Staaten? War es nicht die zügellose, von Jefferson das Land wesentlich republikanisch. Die Prinzipien von 1776 find inspirirte und angeftachelte demokratische Preffe, die in das Adler- ihm in ihrer Lauterkeit in’s Herz gewachsen, und diejenigen, die das beiligste des Familienlebens drang und die geheimsten Privat- An- Bewußtsein haben, unverändert geblieben zu sein, haben auf die Länge gelegenheiten ebrenwerther Männer, wie Familton's, an den Pranger nichts zu fürchten". stellte? Alein, in den Parteifämpfen, wie in den Kämpfen zwischen Aber eben um diese zu s reden, wurden die ftrengsten Maßregeln Volt und Volf, giebt es Kriegsgeseße, die man nie ungeftraft über- für die allgemeine Sicherheit in dem Kongreß vorgeschlagen. Die tritt: wer fich verbotener Waffen bedient, giebt sie aus seinem Feinde „Alien Act” (Fremdenakte), gegen die Shaar der fremden Flüõtlinge in die Hände. Calender, ein feiler Schriftknecht, ohne Scham und und Einwanderer gerichtet, aus denen fich das demokratische Heer Zucht, hatte früher jeden Gegner Jefferson's mit feinem Unrath be- rekrutirte, die dem Präsidenteu das Recht übertrug, die Fremden ausworfen; als er aber bei seinem zur Macht gelangten Gönner sich um zuweisen, wurde von beiden Häusern angenommen. Ein Gefeßenteine Stelle bewarb und verächtlich abgewiesen wurde, wendete er seine wurf wurde dem Senat vorgelegt, wonach jeder des Einverständniffes Giftpfeile gegen diesen und brachte die ärgerlichften Geschichten ans mit den Franzosen überführte Bürger mit dem Tobe, und jeder mit Licht. Die Föderalisten jauchzten, und hatten die Lacher auf ihrer Seite. Gefängniß von unbestimmter Dauer bestraft werden soll, der das Jefferson war davon bis ins Herz getroffen; er ermaß die ganze ge- Direktorium vertheidigt oder die Unionsregierung sämäht

. Dieses fährliche Tragweite dieses brutalen Treibens der Presse, das er doch Gefeß, verhaften Andenkens, unter dem Namen „Sedition Act” (Aufeigentlich angebahnt; er begriff, daß es zuleßt jedem Hochherzigen und rubratte), erst durch den Senat gemildert und von den Repräsentanten Edelgesinnten die Theilnahme am Staatsdienst verleiden müßte. Der vielfach amendirt, endlich angenommen, blieb ein schlechtes an fis und Kreis der Männer, die den höchsten Stellen gewachsen find, ist schon ein gefährliches in seiner Anwendung für die Regierung. Jede Benicht mehr allzugroß; er wird aber immer enger werden, wenn dies føränkung der Freiheit in Wort und Sūrift, die von der Föderaljenigen fich freiwillig zurüdziehen, die Shmähungen tiefer empfinden, gewalt ausging, widerstrebte den Volfssitten und dem Geifte der Bera als Vertrauen auf die Gerechtigkeit des Publikums haben. Ich kannte faffung; fie mußte aufhören, fobald die Nation von der wahnsinnigen und kenne die tüchtigften Männer im Fadhe der öffentlichen Geschäfte, Angft vor den Jakobinern fich frei fühlte. Die Vermehrung der Aufdie aber einem brutalen Anfall diefer Rlopffechter der Halle nicht stehen lagen, welche die großen Kriegesrüstungen nothwendig machten, trugen würden. Die Dienste bes größten Mannes in unserem lande würden das Jhrige bei, fie vollends son, der eingebildeten Krankheit“ zu uns verloren gegangen sein id fann es behaupten, weil ich ihn beilen. — ,, Der Arzt tritt unter dem Gewande des Steuereinnehmers gekannt habe, wäre er mit der schamlosen Fredheit, die heutzutage an das Bett", førieb Jefferson. „Die gegenwärtige Majorität bat im Schwunge ift, angegriffen worden. Wie tief verleßt haben ihn schou eine sehr leichte Hand zum Ausgeben; das diesjährige Budget geht bie seltenen und schwachen Antaftungen! Wäre er erst den Anfällen weit über die kostspieligsten Jahre des Unabhängigkeitskrieges hinaus. ausgefeßt gewesen, deren fich die föderaliftischen Rotten fähig zeigen, Der Beutel des Volkes ist der wahre Siß der Empfindung, und er würde in einer Zornaufwallung das Steuerruder hingeworfen Wahrheiten, die ihm durch kein anderes Organ zugänglich wären, wird haben".

ihm dieses klar machen".... Seit Washington's Rüdtritt fannte die Wuth der Partei feinen Die Föderaliften hatten beim Volke den Kredit verloren John Zügel mehr. Sie beschränkte sich nicht auf Wort und Schrift: die Adams fand keine Unterstüßung bei der Präsidenten-Neuwahl, und bei politischen Duelle, die hätlichkeiten häuften fich. Man fing an, fich der Ballotage am 11. Februar 1801, zwischen den beiden Kandidaten mit einem Todtschläger in der Fauft und mit Pistolen im Gürtel in Burr und Jefferson, siegte dieser endlich nach der sechsunddreißigsten ben Rongreß zu begeben.

Ein Herr Lyon, im Repräsentanten- Kugelung. Die föderaliftische Partei war gefallen, um sich nie wieder Hause, antwortete auf die Grobbeit eines Herrn Griswold damit, zu erheben. War nun Jefferson befriedigt? Mitnicten; gar oft daß er diesem in's Geficht spuďte, und acht Tage später warf Herrrichtete er einen unruhigen Blick in die Zukunft. Er, der sich rühmte, Griswold den Herrn Lyon zu Boden, daß er sich mitten unter seinen wenn auch nicht der That, fo dodh dem Willen nach der Scöpfer gee Kollegen überflug. Ein Trupp Offiziere fiel über einen Redacteur wesen zu sein jener friedlichen Revolution von 1801, die den Inftin&t***

des Landes freien Lauf gegeben habe er beflagte fich eines Tages Weide dient und das fie gern verlaufen. Genannte Gesellschaft hat gegen den Portugiesischen Gesandten, Correa de Serra, über die un. 30 Meilen von hier zu ihrem Zwed 20,000 Ader Landes, zu 2 Dol widerstehliche Gewalt der demokratischen Fluthen, die sich durch keinen lars den Ader, in der Nähe des Sta. Annaflufses gekauft. Ein fünf Damm mehr bemmen lassen: „Schade, daß Sie das lody, durch das Meilen weit geführter Bewässerungskanal ist bereits fertig, die StraSie bereingekommen find, niot zugeftopft haben", antwortete der Ben sind ausgelegt und die einzelnen Grundstüde vermeffen und ni. Diplomat beißend wißig.

vellirt. Die lebendigen Zäune werden gegenwärtig gefeßt und im Januar 8 Ader jedes einzelnen Grundftüds mit Reben bepflanzt

. Außerdem erhält jeder Garten eine Anzahl junger, hier üblicher

Fruchtbäume. Das Ganze fteht unter Anordnung und Aufficht eines Deutscher Weinbau in Kalifornien.

Verwalters, Georg Hansen aus der Rheinpfalz, bem der Verein enca Wir entlehnen Nachstehendes der Korrespondenz eines deutsch natlich 200 Dollars bezahlt. Nach Berlauf von 3 Jahren werden die amerkanischen Blattes aus Los Angelos in Kalifornien:

Gärten unter die Cheilhaber verlooft und es betömmt 3eber seinen ,, Los Angelos, die ältefte Stadt Kaliforniens, liegt im 34. Breites Antheil, einschließlich der Straßen, von 20 Adern, als eingezäuntet, grade, zwischen der See und dem Küftengebirge, da, wo das leßtere die theilweiß tragendes, freies Eigenthum. Die Einlage für jedes Mit: größte Einbiegung macht. Die Gegend ist flach, der Boden ein humus. glied ist auf 750 Doll. berechnet, die zu bestimmten Friften inner: reicher, Tehmiger Sand und das Klima bas angenehmfte und gesundefte, balb drei Jahren einzuzahlen find. das man finden kann. Die Sommerhiße wird durch erfrischende See ,,Der Hafen von Los Angelos ift 25 engl. Meilen entfernt un luft gemäßigt und der Winter manifeftirt fich durch Regengüffe und beißt San Pedro. Dieselbe Entfernung hat die beabsichtigte deutsche nur von den nahen Gebirgshäuptern glänzt der Schnee. Hier wächft Ansiedlung, nur daß fie dem Meere bei weitem näher liegt und Auss und gedeiht beinahe Alles, was zur Annehmlichkeit des Lebens dient. ficht hat auf einen eigenen Hafen. Durd regelmäßige DampfbootViele hundert Ader Gartenland mit lebendiger Weiden - Einzäunung in Verbindung stehen wir im Verkehr mit San Francisco, des 10der nächften Umgebung des Städtchens find, außer mit den üblichen gefähr 700 engl. Meilen von uns entfernt liegt. Garten-Erzeugnissen und Obstbäumen, noch mit Drangen-, Feigen-, , Der hiesigen Gegend blüht sicherlich eine große Zukunft. 46Granato, Mandel. und Olivenbäumen bepflanzt und felbft die Date' gesehen von ihren günstigen klimatischen Verhältnissen und der gestelpalme und der Pfefferbaum finden fich in einzelnen Eremplaren. graphischen Lage, so muß dereinst die beabsichtigte Eisenbahn von den In verschiedenen Gärten der älteren Einwohner wird auch Zuderrohr Staaten über die westlichen Steppen fie berühren und schon jeßt i mit Erfolg gebaut.

die von Miffouri nad Kalifornien zu führende Landftraße bestimm; ,,Aber den größten Ertrag und den Hauptnahrungszweig der hieher zu gehen". Stadt bilden die am meisten verbreiteten Rebenpflanzungen. Der Weinstock wurde schon im vorigen Jahrhundert durd bie, über die Küftenftriche Kaliforniens angesiedelten Missionen eingeführt, sein Er

Mannigfaltiges. trag fing aber erft in der neuesten Zeit an, ein dankbarer Handels

Annuaire des deux Mondes" Unter diesem Titel giebt Artikel zu werden. Da es hier ungefähr acht Monate nicht regnet die Redaction der Pariser Revue gleiches Namens in jedem Jabre und bei dem heiteren, tiefblauen Himmel felbft die Gewitterregen man ein im Monat November erscheinendes Jahrbuch von tausend Seiten geln, so werden die Gärten aus dem Los Angelosfluffe, einem kleinen, im Formate der Repue heraus, das eine Uebersicht der Staaten-, Liz frischen Gebirgsstrome, nach Bedürfniß bewäffert. Ein mehrere teratur-, Kunst- und Sitten-Geschichte aller länder der Welt, wärMeilen lang gezogener Ranal durchftrömt in verschiedenen Richtungen rend des abgelaufenen Jahres (von Juli zu Juli), enthält. Dieses die Gärten und führt denselben durch verschiedene Zweigabern, mit wegen seiner Volftändigkeit und würdigen Haltung überaus anerfentelft Schleusen, Wasser in Menge zu. Die gefeßliche Ordnung der nenswertbe Unternehmen umfaßt bereits acht Jahrgänge von 1850 Bewässerung wird burch einen Kanalauffeber, der ein flädtisder Be- bis 1857 — 1858. Gewöhnlich ist jeder Band mit einigen Bildnisen amter ist, aufrecht erhalten. Dieser fünftlichen und willkürlichen Bes derjenigen Persönlichkeiten ausgestattet, die im laufenden Jahre as wässerung ist es zuzuschreiben, daß hier im Weinbau nie eine meisten die Aufmerksamkeit und die Achtung der beiden Welten, der Mißärndte vorfömmt, sondern den Weingartenbesigern ein reich alten und der neuen, erregt haben. Der soeben erschienene Jahrganz liches Einkommen durch den edlen Rebensaft alljährlich gesichert ist. 1857— 1858 ist mit einem fehr fchönen Bildnisfe Sr. Rönigl. Hohti Die hier wachsende Traube ist eine blaue von vorzüglichem, füßem des Prinzen-Regenten von Preußen geschmückt und bringt aud übr und gewürzigem Geschmad und erreicht in einzelnen Fällen eine Preußen einen Artifel, in welchem, wie jeßt in fast allen zeitgeschichtSchwere von 6 Pfund. Man rechnet hier ungefähr 1000 Rebftöde lichen Darstellungen des Auslandes — gleichviel, ob in Europa, ober auf den Acker und jeden Stock zu durd snittlich 40 Cents jährlichem in Amerika geschrieben dieser Fürst als die Morgenröthe einer Ertrag. Im dritten Jahre schon fangen die Weinstöde an, zu tragen. neuen Aera der Macht und des fittlichen Einflusses von Preußen uns Das Anpfählen derselben ist hier nicht gebräudlich. Die Arbeitslöhne Deutschland bezeichnet wird. find geringer, als anderwärts, da alle Gartenarbeiten durch Indianer verrichtet werden, die bei weitem weniger erhalten als Weiße. Das Die leßten Spuren leichardt's. Der , Zeitschrift für der Wein, in solcher Zone gewachsen, ein ausgezeichneter ist, an Kraft, allgemeine Erdkunde" ist ein Schreiben aus Adelaide zugegangen, in Feuer und lieblichkeit feinem anderen nachyfteht, läßt fich leicht benfen. welchem über eine im Auftrag des Gouvernements von Neu-Süd

,, In neuerer Zeit hat der hiesige Weinbau die Aufmerksamkeit Wales unternommene Erpedition nach dem Inneren Auftraliens beder Europäer, wie der Amerikaner, auf sich gezogen und die Grund. richtet wird, deren Hauptzwed darin bestand, die Spuren des unglüdstüde find deshalb im Preise gestiegen. Dessenungeachtet fann man lichen leichardt aufzusuchen. Die Expedition verließ unter der Leitung immer noch vor den spanischen Kaliforniern Weingärten mit Vortheil des Herrn Gregory am 27. März d. 3. Moreton-Bay und nahm kaufen. Auch unsere Landsleute haben fich sehr am Weinbau bethei- nachdem fie über die bewohnten Gegenden hinausgekommen, die Rid ligt. Die Herrn Köhler und Fröhling, Julius Weyse und Dr. 'tung nach dem Victoria-Fluß. Dem Laufe deffelben folgend, entded Hüber, sowie Andere, besißen sehr werthvolle Weingärten. Die bei- fie ein wenig nördlich von Mount Inniskillen, in 1460:64 öftl. Länge, den erftgenannten Herren haben in San Francisco ein Handeldhaus für die leßte Spur des deutschen Reifenden, nämlich ein großes L, 18 Zoll kalifornische Weine errichtet und haben das Verdienst, die Pioniere Tang und 4 Zou breit, tief in einen Gummibaum eingeschnitten. Diese des hiesigen Weinhandels gewesen zu sein und zuerst demselben einen Stelle ist 80 engl. Meilen westlicher als der Punkt, wo man bisher geregelten Markt verschafft zu haben, wodurd natürlich der Anbau nach den wahrscheinlich lügnerischen Erzählungen der Eingebornen an: neuer Gärten hervorgerufen und das Wein-Erzeugen bedeutend er- nahm, daß Leichardt getödtet worden sei. Gregory ist derAnsicht, daß muthigt wurde. Genannte Herren allein werden nächstes Frühjahr leichardt in der sich nach Norden und Nordwesten ausdehnenden Wüfie vielleicht über 100,000 Gallonen theild erzeugten, theils aufgekauften in Folge kürzlicher Regengüffe Waffer fand, daß er, hierburd verWeins nach San Francisco senden. Bei der landschaftlichen Aug. Todt, weiter vorbrang, und daß, als er fich endlich genöthigt fab, um ftellung in Philadelphia erhielten diefelben Preise für ihre kalifor- zukehren, die Wafferlöcher hinter ihm ausgetrocknet waren. nischen Weine.

auf diese Weise seinen Tod gefunden hat, so werden seine Gebeins „, Seit einem Jahre hat fich in San Francisco und hier eine wohl nie von einem menschlichen Auge erblickt werben. deutsche Gesellschaft zu 50 Antheilen gebildet, um in hiesiger Gegend eine Ansiedlung zur Betreibung des Weinbaues zu gründen. Das Grundeigenthum gehört hier den alten Kaliforniern, spanischen Ursprungs, von denen Viele 10 – 12 leguas land besigen, das blos als

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eine verlorene Provinz vertheidigte. Daß es damals leicht war, ihn Frankreich.

auch das Jansenismus zu verdächtigen, liegt auf der Hand. Frankreich im fiebzehnten Jahrhundert. *)

Neuerbingo hat man nun zu Caen, wo P. André in späteren

Jabren gelebt hatte, durch Zufall einen bedeutenden Fund gemacht. II. Philosophie und Jefuitenorben.

Herr Mancel, Ronservator an der Stadtbibliothek von Caen, erfuhr, Die Philosophie des Cartesius macht Epode; von ihr føreibt daß zwei große Patete Manuskripte, die aus dem Nachlasse eines fich die neuere philosophische Forsdung in ihrem ftreng ausgesproche Fräulein von Blottière ftammten und früber ihrem Erblasser, dem ale nen Gegensate gegen die fcholaftische Methode des Mittelalters her; ten Advokaten und Schriftsteller Charles de Guend, der Zögling und Cartesius sucht das Prinzip der legten unmittelbarften Gewißheit im Freund des P. André gewesen, gehört hatten, auf dem Wege wären, denfenden 30 auf, um sich eine Operationsbafis zu fchaffen, von in den Kramladen zu wandern und dort zu Düten und. Umschlägen welcher aus er zur Erkenntniß der Wahrheit vorbringen könne, ein verbraucht zu werden. Er machte sich also auf und unterzog die Pakübner Gebanfe und eine fühne Methode, welche der Philosophie des piere einer näheren Untersuchung. Es waren zahlreiche Manuskripte Glaubens, die nie den absoluten nadten Zweifel als zulässig erflären des P. André, darunter 50 Stück Briefe von Malebranche, Fontes wird, schnurstrado entgegengesegt ist. Nichtsdestoweniger gab es ftreng nelle, d'Aguesseau, an die Bäter Jesuiten Tamburini, Delaiffre, Daukirchliche Theologen, welche die neue Lehre mit der Glaubenslehre in benton u. s. w.; sodann hunderteinundsiebzig Briefe an P. André selbst Einflang zu bringen und der Dogmatit dienstbar zu machen suchten. adressirt oder ihn betreffend; darunter 16 (meist Autographen) von Ein solcher war Nicolas Malebranche (geboren 1638, gestorben Fontenelle, 17 (alles Autographen) von Malebranche. Herr Mancel 1715), Priester bed Dratoriums, ein Mann, der zu den idyolaftic Vereinigte sich, nachdem er diesen Fund gemacht, mit Herrn Charma, fchen Theologen seiner Zeit, namentlich zu den Jesuiten, in ziemlich Professor der Philosophie an der wissenschaftlichen Fakultät zu Caen, demselben Verhältniffe ftand, wie etwa Hermes und Günther, welche und gab fie nad gehöriger Sichtung und Drbnung heraus.“) die neue deutsche Philosophie mit ihrem Glauben in Uebereinstim Am intereffanteften ist die Geschichte feiner Berfolgung, ihres mung zu bringen bemüht waren, zu den Zionswächtern unserer Zeit Fortschrittes und ihrer wahren Ursachen, die aus den Briefen der ftanden und noch stehen. Vom höchften und legten Standpunft aus zweiten Section völlig klar erkannt werden kann. kann man denselben nicht Unredt geben; denn alle diese Versuche, Es ist der Briefwechsel, den P. André mit seinen Superioren die Kirchenlehre auf eine neue Grundlage zu verpflanzen, sind sehr und Brüdern von der Gesellschaft Jefu geführt hat. Bereits in der mißlich und deshalb gefährlich, weil die würdigen Männer, welche fie ersten Section ift ein Schreiben des P. André an Malebrande (vom unternahmen, bisher nur sekundäre Philosophen gewesen find, die 25. April 1713) abgedrudt, worin er sich gegen diesen seinen Meister der Sache nicht auf den Grund faben und mehr guten Willen als über die Verfolgungen beklagt, die ihm von Seiten seiner Drdensbrüeigentliche Kraft auf den Rampfplaß brachten. Die Gegensäße liegen der entstünden, weil er nicht vom Cartesianiênus laffen wolle. Er tiefer; die alte Scolaftit ist so mit den Einrichtnngen und Anschauun- beklagt fich, daß man ihn aufgefordert, seinen Scülern eine Art Forgen der hierarchischen Kirchenverfassung, die heute meist als Kirche mular zu unterzeichnen und zu diftiren, worin die Irrthümer des felbft gilt, verwachsen, daß jeder derartige Bersuch eine gefährliche Cartesius und Malebrandhe verdammt wurden. P. André hatte in Neuerung ist, und die Ritter der Scholaftit wissen febr wohl, wofür der Schule des Drdens etwas gelernt; fiehe da, wie er sich zu helfen sie fämpfen. Eine Sdwalbe macht keinen Sommer, und der Pater weiß: „Da ich alle Welt gegen mich fah, so widerstand ich nicht länMalebranche hat fein ganzes Leben gegen theologische Gegner zu ger; aber ich gab allen diesen guten Kasuiften zu verstehen, daß ich tämpfen gehabt, die vielleicht schlechte Philofophen, aber desto fübnere es nur diktiren würde, als eine Schrift des Drbens, und nicht als Kämpen ihrer Orthoborie waren. Alles, wie heutzutage.

von meiner Seite. In der That, ebe ich es ineine Schüler dreiben Malebranche hatte einen talentvollen, ihm ganz ergebenen Schü- ließ, erklärte ich ihnen, es wäre eine Schrift, die man mir von Pas ler, den Jefuiten André, ein Mann, der in der französischen Litee ris geschickt, um sie ihnen zu diftiren, und an den Stellen, wo der ratur als Philosoph, sogar als Aesthetifer einen ehrenvollen Plaß eins Berfaffer in der ersten Person sprach, sagte ich, aus Furcht, fie fönra nimmt. Seine Abhandlung über das Schöne (Essai sur le beau) ten fich täuschen: „Auctor, scripsit, non ego". wird noch heute von den Franzosen geschäßt. Als origineller Den Ueberhaupt nimmt er die Besuiten in diesem Briefe bart mit, ker fann er nicht gelten, da er, wie namentlich auch aus dem neu doch mit Unrecht. In der Lage, wo P. André fich befand, hatten sie aufgefundenen Briefwechsel hervorgeht, ein fast ganz passiver Ans vollfommen Recht. Lehr- und Meinungsfreiheit haben sie nie anerhänger des Malebrande und seiner Auffassung des Cartesianis- faunt; das wußte er, ehe er in den Drden eintrat, ebe er den Eid mus ift.

des Geborsams leistete und sich in Adem den Regeln desselben unters Pater André hatte natürlich mit seiner Philosophie innerhalb des warf. Wenn sie ihre approbirte Ordensphilosophie hatten, so war er ftrengen Drdens, der seine eigene Philosophie zum Hausbedarfe ber auch darauf verpflichtet, feinesieges aber berechtigt, fie (die nothwenfißt, einen schweren Stand, und da der Orden stets Recht hat, wie dige Folge) durch irgend welchen Cartesianismus verbrängen zu wola fich von felber versteht, Pater André aber, der, mit einer ziemlich len. Die Philosophie der Jesuiten ift heute dieselbe, wie vor huna bißigen Natur begabt, auch Recht haben wollte und seine Rechtgläu- dert Jahren, und wird in hundert Jahren noch biefelbe sein — fie ist bigkeit gegen die Philosophie seiner Ordensbrüder hartnädig vertheis richtig - warum? - fie enthält nichts gegen die Orthodorie und ist digte, so begreift man, daß endlich gegen ihn das Hauptargument approbirt; fie liebt die Veränderung nicht, denn wenn sie dieselbe angewendet wurde, das heutzutage leider nicht mehr angewendet wer- zuließe, wenn sie einen Fortschritt in der Vernunftforschung an. den kann, nämlich bie Bastille. Nachdem er dort Zeit gehabt hatte, erkennte, so würde man zugeftehen müffen, daß etwas Früheres falsch über seinen Frrthum reiflich nachzudenken, wurde er zahm, erklärte gewesen sei; dazu wird man fich nicht entschließen. Sint ut sunt, dem P. Provincial seinen Zrrthum und wurde freigelaffen. Die Verfol. aut non sint! Das ist das Geheimniß. Man begreift nicht, gung hörte aber erst auf, als der Bischof von Bayeur, Herr de fuynes, wie verständige fatholische Theologen noch den Muth haben können, erklärte, ihn in seinen Schuß zu nehmen und gegen alle Angriffe zu philosophiren zu wollen. Wozu denn? - Was wird daburch erreicht? vertheidigen. Man didte ihn 1726 nach Caen, um dort am Rolle Bo hat es in neuerer Zeit einen firchliden Philosophen gegeben, der gium Mathematik zu lehren. Er war in seinem philosophischen Eifer abgefühlt und lebte ruhig und in Frieden noch achtundbreißig Jahre.

*), „Le père André, Jésuite. Documents inédits pour sersir å. zu bemerken ist noch, daß die Schriften von Cartesiu$ und Malem l'histoire philosophique, religieuse et littéraire du XVIII siècle, com branche bereits auf den Inder geseßt worden waren, daß alfo P. André prepant la correspondance de ce Père avec Malebranche, Footenelle, et

quelques personnages importants de la Société de Jésus, publiée pour

la première fois, et annotée par MM. Charma et Mancel": 2 vol. Paris, *): Bg!. Nt. 128 bes Magazin“ von diesem Jahre.

Hachette, 1857.

nicht mit den erster: Shriften selbständigen Denkens fofort in eine von ihrem Jahrhunderte langen Unrecht

von ihrem Jahrhunderte langen Unrecht - sondern die unabweisbaren Reßerei gerathen oder start dazu hingeneigt hätte? – Was kommt Forderungen der Zeit die Fesseln löften. Eine wahre Gewissensfreidenn bei allen Versuchen endlich heraus, als ein demüthiges pater pec- heit kann auch nur dann Plaß greifen, wenn die Konfeffionen fried. cavi, welches oft recht ebrend für die Selbstverleugnung des Betref- lich neben einander bestehen, wenn die ewigen Mäfeleien an der fenden fein mag, aber immer einen niedersdlagenden Eindruck macht fremden und die ewigen Lobpreisungen der eigenen aufhören. Es sind Also ordentlich philosophiren oder gar nicht. — Zudem wird der Jes süßliche, aber leere Redensarten, wenn der Verfasser in der Vorrede fuitismus von einem richtigen Instinkte geleitet: die unantastbare versichert, daß, wenn er das kirchliche, politische und dogmatische abhängig ist und in ihr nur einen sehr sinabàquaten Ausdrud findet

, qoldte handelt

, pie feinen ueberzeugungen am entschiedensten entgegen der würde in den Kampf der philosophischen Meinungen, in den ursachs find, jenes schönen Gebotes zu erinnern weiß: Du sollst deinen liñen Verlauf der Geschichte der Philofophie; hineingezogen werden, Nädften lieben wie dich felbft. Es giebt genug römifde-Katholiter, wie wir das im Protestantismus gesehen haben.

deren Sittlidfeit, Talente, Worte er bewundert. Noch niebr; er weiß (Schluß folgt.)

die religiösen Ueberzeugungen zu ehren, sobald sie aufrichtig sind, und

wenn er christliche Frömmigkeit in einem der römischen Kirce anEngland.

gehörenden Mann findet, so erfüllt es ihn mit einem faum auszu

sprechenden Gefühl von Achtung und Freude. Gleidwohl ist diese Oliver Cromwell, nad, Merle d'Aubigné.

Schrift ein Zeugniß gegen das Papsthum. (Schluß.)

Dem aufrichtigen Katholifen ist seine angestammte Pieligion In einer anderen Rede Cromwellid, vom 17. September 1656, ebenso beilig, wie dem aufrichtigen Protestanten die seinige: wer ihm heißt es: ,,30 werde Euch die Wahrheit sagen. Unsere Nicht- seine Neligion, aus der er seine Frömmigkeit und Sittlichkeit schöpft, Idnur und Gewohnheit feit dem leßten Parlament ist gewesen, angreift, der greift zugleich auch seine Frömmigkeit und Sittlidfeit dieser Nation begreiflich zu maden, daß alle religiöfen Selten, die selbst an. Rein und ohne Sduld ist keine Konfession in ihrer gefich ruhig verhalten, Gewissensfreiheit genießen sollen. Wir haben schichtliden Entwicelung geblieben. Wie der Scheiterhaufen Hussens nicht gestatten wollen, daß man aus der Religion einen Vorwand zur im Bodensee, so hat sich der Scheiterhaufen Servet's im Genjer Ergreifung der Waffen und zum Blutvergießen mache. Alles, was See wiedergespiegelt. Es ist endlich einmal Zeit, daß man, den ton. darauf zielt, Ränke und Parteien hervorzurufen, werden wir mit Got- fefsionellen Hochmuth fabren lassend, in demüthiger Selbsterkenntniß tes Gnade unterdrücken, wie deinbar aus der Vorwand sein mag, die alten Sünden in's Meer der Vergessenheit versenfe und ein neues und wen wir auc als Søuldigen finden mögen. Ich erfläre, ich bin Leben beginne nach der Art, wie es lessing so schön in seiner Parabel gegen jede Gewissensfreiheit

, welche diesem Grundsaße entgegen sein von den drei Ningen für die versdiedenen Religionen und Konfess wird..: Wenn ein Mann, der für seinen Kultus eine bestimmte sionen verzeichnet bat. Form gewählt, die, welche andere Formen gewählt haben, mit Füßen Ein Buch, wie das vorliegende, ist seiner Tendenz nach dem Geiste treten wilt; wenn ein Sudependent zum Beispiel fich anmaßt, den zu Cromwell's und mehr noch dem der echten Religiösität und der verachten, zu beleidigen, zu reizen, der nur die Erwachsenen taufen Hauptgebote der Bibel, das der Verfasser jo selbstgefällig anführt, will, so werde ich das nicht dulden. Keine Unduldsamfeit!.... Gott durchaus entgegen; denn es erregt Haß und Zwietracht. cenft uns einen Kopf und ein Herz, um alle Dinge gleich aufrecht Was Cromwell für die bürgerlige Freiheit gethan, wie er für zu Balten! Das ist meine Handlungsweise gewesen. So habe einigen das Gedeihen, die Größe und den Ruhm Englands gesorgt, davor Kampf, einigen Tabel zu ertragen gehabt, sei es von dieser Seite, sei giebt der Verfasser eine lebendige Schilderung. Aber hierin leitete es von einer anderen. Ich habe geduldig diese Vorwürfe getragen, den Proteftor nicht sein puritanisches Christentbum, sondern der riound durd Gottes Gnade habe ich nicht geringen Erfolg gehabt zu tige Taft, das praktische Gesdich, das dem angelsach fisden Volls verhindern, das eine Sette die andere unterdrüde". - Seine Duldung stamm eigen ist. Er unterschied sich hierin von den französijden erftredte sich selbst über die Katholifen, wenn er auch öffentlich für sie Revolutionsmännern, daß er fich von allen Abstractionen frei zu bal nichts thun fonnte. In einem Schreiben an den Kardinal Mazarin, ten wußte und fiar erkannte, was seiner Nation noth that, und mit der ihn um Schonung der Katholifen gebeten batte, beißt es: ,,30 Energie und unbeugsamer Konfequenz das als nothwendig Erlannis babe Mitleid mit Einigen, ja fogar mit einer großen Zahl gehabt und durch seste. Er ließ sich hierbei nicht yon vagen religiösen Gefühle zwischen den Frommen und Versdwörern einen Unterschied gemacht... und aülgemeinen Forderungen einer abstrakten Moral leiten, sondern Sobald ich gewisse Hindernisse und manche belästigende Einflüsse werde folgte der nücternen Erkenntniß seines scharfen Verstandes. Dena beseitigen können, beabfichtige ich von neuem, auf diesem Wege forts in Cromwell war auf eine wunderbare Weise der Schwärmer und der zusäreiten und mid fo des Eurer Eminenz gegebenen Versprechend zu praktische Geschäftsmann vereinigt; er war mystique et pratique, wie entlebigen".

ihn Guizot richtig bezeichnet, doch beides immer zu feiner Zeit. - Das In Betreff der religiösen Freiheit hätte Cromwell fogar mehr Cromwell nach der Königsfrone feine Hand ausgestredt babe, leugnet zu thun gewünscht, aber er fonnte es nicht. Ein gelehrter portugie- der Verfasser. Das Parlament babe ihm die Königsfrone angetragen, fischer, aus Amsterdam gebürtiger Jude, Manasse Ben Israel, lebte er aber die Annahme standhaft verweigert. Von der Petition des seit einiger Zeit in England, von wo die Juden 400 Jahre zuvor Heeres an das Parlament, worin es gegen die Wiederbersiellung des vertrieben waren. Er hatte sowohl beim Sangen, als beim Kleinen Königthums energisch protestirt, erwähnt der Verfasser nichts. Und Parlament um die Erlaubniß für die Juden, sich in Großbritannien doch war sie es, die den Protektor bewog, in der Sigung des Parla. niederzulassen, gebeten, aber vergebens. Der Protektor zeigte sich ments am 8. Mai 1657 die entscheidenden Worte auszusprechen: Ich diesem Ansuchen günstig und versammelte am 12. Dezember 1655 in fann mich bei dieser Regierung mit dem Königstitet nicht befassen. Whitehall einen aus Baronen und Rechtsgelehrten und Geistlichen zur Solches ist meine Antwort in dieser großen und wichtigen AngelegenPrüfung der Frage feftgefeßten Ausschuß. Cromwell fprach fich zu heit“. Der Verfasser ftellt die Sache so dar, als fei nicht der äu: Gunften der Freibeit aus, und niemals, sagt ein Zeuge, batte er fo Bere Widerstand, sondern sein eigener Widerwille der Grund der fdön gesprochen. Aber die Mehrzahl des Aussduffes sprach sich ger Verweigerung gewesen. „Besaß denn Cromwelt keinen Ehrgeiz? fragt der gen Cromwell's Vorsdlag aus. Die Theologen und die Kaufleute Verfasser. Befaß er ihn insbesondere nicht bei dieser die Königswürde widerfeßten sich in gleicher Weise. Die Juden durften in England betreffenden Angelegenheit? Das gänzlic leugnen zu wollen, würde uur mit besonderer Erlaubniß des Protektors sich aufhalten.

heißen, ihn außerhalb aller Bedinguugen des menschlichen Dafeins Diese freiere Anschauung war nicht, wie der Verfasser es dar- feßen zu wollen. Es giebt keinen Menschen ohne Sünde, sagt die flellt, eine Frucht des Proteftantismus, sondern, wie der Protestantis. Særift. Was wir behaupten, ist, er war gerade und aufrichtig in mus felbft, eine Wirkung der Ideen, die aus den wiedererfoloffenen diesem Kampfe, und wenn das Fleid ftritt wider den Geist, fo Schriften des Alterthums fließend, den Boden befruchteten, ber ftritt aus der Geist wider das Fleisch. Dliver hatte einen lebendigen während des ganzen chriftlichen Mittelalters brac gelegen, und folche Glauben; dieser Glaube ist eine Macht, und eine Macht, die von Keime aufgeben liebent, bie auoient noch nicht überall zur Reife ge- Tage zu Tage in dem Herzen wächft. Der Zwed, zu welchem Gott dieben find. Die Gewissensfreiheit, di Cromwell im Namen der diese Himmlische und göttliche Madt in einen Menschen pflanzt, ift, Religion verkündete, ift in Frankreich ein Jabroundert später in Folge die irdisden, mensolichen, finnlichen Mächte in seinem Herzen zu be einer ähnlichen Umwälzung im Namen der Vernunft verkündet wor. Fiegen. Die Frage ist also niemals, ob diese beiden entgegengesegten den. In wessen Namen man fie verkündet, ist gleichgültig, wenn Grundstoffe - der neue und der alte Mend - zu gleider Zeit in sie nur zur Wahrheit wird. Noch immer aber Hat Vie an der Bie demselben Einzelwesen sind, sondern ob der Kampf zwischen diesen rardie, night blos der katholischen, sondern auch der proteftantischen, beiden Mächten ein ehrlicher und rechtschaffener ift“. Diefe Erklärung ihren solimmsten Feind. Troß Cromwell's Freisinn gleit find in umgeht die Frage mit frommen Betrachtungen, wie Macaulay in der England noch faft zwei Jahrhunderte Ratholifen und Diffenters ihres Stelle, die der Berfaffer zur Bestätigung seiner Behauptung anführt, Glaubens wegen von den wichtigsten bürgerlichen Rechten ausges das Faktum mit dunklen Redensarten verskleiert und beschönigt. Die fdilossen gewesen, bis — nicht die Einsicht der berridenpen Konfeffior Sache war einfach die: Cromwell war tlug genug, fich den Answer

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