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den Verfolgungen viel gelitten, hatte dadurch gegen ihren Stamm England.

einen Widerwillen eingefogen, für den der Eitle nur zu empfäng

lidy ist, wenn er findet, daß feine Geburt ihn der öffentlichen Ber: Die Familie Disraeli.

adtung preisgiebt. Das empörende Gefühl, das dem Verfolger vorIn der Einleitung zu dem unten angezeigten, o) nenaufgelegten behalten bleiben sollte, sucht nur zu oft das verfolgte Opfer in der Werte von Sjaat Disraeli giebt sein Sohn, ber jeßige Schaf-Kanz- Kränkung gereizter Empfindlichkeit heim, und die Ursache dieser Quä. ler Benjamin Disraeli, außer einer Charakteristik des Verfasserd, Terei wird nicht in der dummen Bosheit des Mächtigen, sondern in auch interessante Nadridten über Herkunft und Sdidfale feiner Fa- dem demüthigenden Selbstbewußtsein des unschuldig leidendeu ermilie, die wir audzüglid meist mit seinen Worten hier wieder: fannt." geben wollen.

Mein Großvater war ein Mann von feurigem Charakter, „Mein Großvater“, sagt der Herausgeber, „der fich 1748 in fanguinisd), muthig, ein spekulirender Kopf und ein Glückskind; fein England niedergelassen hatte, war aus Italien hierher gekommen. Er Verdruß vermochte seine Gemüthsruhe zu stören, und mitten unter stammte aus einer jüdischen Familie, die, am Ende des funfzehnten Widerwärtigkeiten wußte sein fruchtbarer Verstand neue Hülféquellen Jahrhunderts durch die Inquisition aus Spanien vertrieben, in der zu entdecken. Er gründete Fein Olüd in Mannesalter, ließ sich in der toleranten Republit Venedig eine Zufluchtsstätte gefunden hatte. Seine Nähe von Enfield nieder, legte einen italiänischen Garten an, bewirthete Vorfahren ließen bei ihrer Niederlaffung auf Tierra firma ihren gou feine Freunde, spielte Whift mit Sir Horace Mann, feinem vornehthischen Zunamen fallen und legten fich, aus Dank gegen den Gott men Umgang, der seinen Bruder, den Banquier, in Venedig fennen Jakob'8 (3sraels), der ihnen in beispiellos barten Prüfungen beige- gelernt hatte; aß Maccaroni, die beim venezianischen Konsul zubereiftanden und fie in unerhörten Gefahren beschäft hatte, den Namen tet wurden; fang Canzonette, und mit einer Frau, die ihm nimmer feie Disraeli bei, den feine Familie vor und nach ihnen geführt,“) da nen Namen verzieb, und mit einem Sohne, der alle feine Pläne durch. mit ihr Stamm für immer fenntlich bleibe. Ungestört und unbeläftigt freuzte und der ihm bis zur leßten Stunde ein Räthfel geblieben blühten sie als Saufleute mehr denn zwei Jahrhunderte unter dem war, lebte er fast neunzig Jahre und starb 1817 im Vollgenuß eines Sduge des löwen von St. Marcus; was nicht mehr als recht und langen Daseins.“ billig erfdien, da der heilige Sduspatron der Republik selber ein Das nächste Bild ift 3faat Disraeli's in feinen frühesten Jahren: Hind 3sraeld war. Aðein um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts „Ein blaffes, finniges Kind, mit großen, dunkelbraunen Augen und Tenkte der veränderte politische Zustand Englands, der für Handel und Wallendem Haar, wuchs er unter diefem Dache weltlicher Thätigkeit religiöse Freiheit sich so günstig zeigte, die Aufmerksamfeit meines und Lust auf und zeigte schon in der Kindheit, was er durch den ganz Großvaters auf dieses Eiland, und er beschloß, daß fein Jüngster, zen Verlauf seiner Bahu bewährte: daß er einer ganz anderen WeBenjamin, ,,der Sohn feiner rechten Hand", fide in einem Lande senordnung angehörte, als diejenige war, in der er lebte. Schüchtern, niederlaffen sollte, wo das Haus Hannover, nach dem verfehlten Zug empfindlich, träumerisch, jog er sich gern in die Einfamfeit zurüd des Prinzen Karl Eduard, auf die Dauer gegründet und die öffent- oder suchte, als seine liebste Gesellschaft, ein Buch. So schlichen die liche Meinung der Verfolgung wegen Glaubens- und Gewiffenssachen Jahre dahin, bis er an der trüben Epoche des Knabenaltero ftand, wo entschieden abgeneigt fcien.

feine Ercentrizitäten die Aufmerksamkeit, aber feine Sympathie ere ,,Die damals in England anfäffigen jüdischen Familien waren der wedten. Da begann die Zeit der häuslichen Kritif. Seine Vutter, Zahl nach gering, obgleich in Betradht ibres Reidtbumes und ande zwar nicht unempfänglich für tiefe Zuneigung, aber durch ihre gesellrer Umstände niđt unbedeutend. Ade waren Sephardim, d. 5. schaftliche Stellung so verbittert, daß fie achtzig Jahre alt wurde, Israeliten, die niemals die Rüften des Mittelmeeres verlassen hatten, ohne jemals einen Ausbrud von Zärtlichkeit über ihre Lippen zu brinbis fie, von Torquemada aus ihren freundlichen Wohnungen und gen, eriannte in ihrem einzigen Sprößling fein mit dem Vermögen reichen Beligungen in Arragonien, Andalusien und Portugal verjagt, begabtes Wesen, das ihm bevorstehende Geschid zu meistern oder zu nach dem Wanderstab griffen, um die größeren Segnungen als selbft besiegen. Diese Eristenz diente nur dazu, ibre mannigfaltigen Deein klarer Himmel und eine glühende Sonne, in den Sümpfen Holz müthigungen noch zu vermehren. Er war für sie feine Quelle der lande und den Nebeln Britanniens zu suchen. Die meisten dieser Fami- Freude, der Sympathie, des Troftet. Sie sah für ihr Kind nur eine lien, die sich von den nur gelegentlich in England eingeschlichenen Nord- Zukunft der Herabwürdigung voraus. Mit ihrem starken, flaren VerEuropa's, als von einer niedrigeren Klaffe, fernab hielten, find jeßt stande, ohne alle Einbildungskraft, glaubte fie ihren Sohn ohne Einerlosden; die Synagogen, die aussdließlich dem fephardischen Ritusspruch der Verurtheilung der Gesellschaft verfallen. Die fdarfen, höhgeweiht waren, find eingegangen; während der Zweig der großen nenden Bemerkungen ihrerseits reizten die poetische Empfindlichkeit von Familie, auf die fie, troß der eigenen Leiden unter dem Vorurtheil, der anderen Seite. Wenn sie nun bis zur Wuth gegen einander aufhochmüthig herabfahen, fich zu einem Grad von Reichthum und An- watten, ohne daß ein gewöhnlicher Verstand, wenn er auf den Grund seben erhob, den sie selbst unter dem Patronat Pelham’s nicht für er- ging, irgend eine ausreichende Ursache gefunden bätte, dann trat mein reichbar bielten. Dennoch fanden fich zur Zeit, wo sich mein Groß Großvater mit seinen gutmüthigen Gemeinpläßen dazwisden, um den vater in England niederließ und der den Juden sehr geneigte Pelham Sturm zu befchwichtigen und Frieden zu vermitteln. Für das einzige Premier-Minifter war, unter den jüdischen Familien die Vila Reald, Mittel aber, die Menschen zufrieden zu stellen, hielt er, ihnen ein Ger die von ihren Küsten einen Reichthum mitbrachten, der ebenso groß schenk zu machen. Er nahm es für ausgemacht an, daß der Zorn eie wie ihr Name war, obgleich dieser dem Range nach der zweite in nes Knabeu am besten durch ein Spielzeug oder eine Guinee gestillt Portugal ist und sie fich zweimal mit der englischen Aristokratie ver wird. Als später mein Vater einmal aus dem Hause entlief und, fowagert hatten; die Medina's, die Lara's, die mit und verwandt nachdem er sich einige Zeit umbergetrieben, von dem Kirchhof zu Hadwaren; die Mendez da Cortat, die, wie ich glaube, noch eristiren. ney, wo man ihn auf einem Grabftein liegend fand, beingeholt wurde, , Meine Großmutter, die schöne Tochter einer Familie, die unter umarmte ihn mein Großvater und denfte ihm ein Pony."

Ein Herr Morison war der erste Privatsebrer Ifaat's; da aber *).„ Curiosities of Literature". By Isaac Disracli. A new edition,

die öffentliche Schule dem älterlichen Hause nabe war, fo hörte alledited with Memoir and Notes, by his son, the Rt. Hon. B. Disraeli, mählich der Privatunterricht auf. Er machte zunächst ein Gedicht, und Chancellor of Her Majesty's Exchequer. In Three Vol. (Routledge), der Bater, darüber ernftlid beunrubigt, übersdicte ihn wie einen Bale

**) Disraeli ist offenbar eine Zusammenschweißung der Präposition de mit dem hebräischen nomen gentilitium: jisraeli (der Israelit), und diesen Bei

Ten Waaren an einen Handelsfreund in Amsterdam. Hier wurde der namen hatte schon ein sehr gelehrter Rabbi, Isaac ha-jisraeli, Arzt und Ver Knabe in ein College gethan, und unter der Leitung eines glühenden fafser mehrerer philosophischen Werfe um die Mitte des elften Jahrhunderte. Der Vater des Schabfanzlers schrieb auch seinen Namen immer D'Israeli, und

Anhängers der Philosophie des achtzehnten Jahrhunderte las er Vol. die jepige Schreibart ift erst von seinem Suhue beliebt worden. D. R. taire und Bayle und fehrte alo Rousseau's Jünger nadi England zu

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rück. Der Auftritt Emile's - so nennt ihn der Herausgeber mit Zweifel über deren Erfolg gehegt und unverhoblem widerstrebt. seiner Mutter, als er mit hagerem Gesicht, Tangem Haar, fabrigem Union mit einem Volte zu verbünden, dessen Kraft fie durd; Wesen und unleidlichem Anzuge vor ihr erschien, wird mit lebhafter Anarchie für gelähmt und dessen Beispiel ihrem eigenen fanzi Förbung beschrieben. Man machte ihm den Vorschlag, in ein Kauf- verderblich hielten. Unter dem 19. April 1790 (drieb Adeas manusgeschäft in Bordeaur zu treten; er antwortete, er habe bereits Richard Price: „Seit 1760 habe ich mein ganzes Leben der ein Gedicht gegen den Handel, den Verderber des Menschengeschlechts“, theidigung und Verbreitung des Freiheitssinnes geweiht. Die gescrieben; seine Freunde betrachteten ihn als verrüdt. Nachdem er fische Revolution kann mir daher nicht gleichgültig sein; abei fein Gedicht Dr. Johnson übershidt und fich vergebens bemüht hatte, föredliche Erfahrung hat mir die Lehre gegeben, mid mit Zir sich ihm persönlich vorzustellen, da der große Kritifer auf dem Sterbe zu freuen;

zu freuen; - die Encyklopädiften und die Detonomiften ? bette lag, verließ er wieder England und suchte hauptsächlid Unter. d'Alembert, Voltaire und Roupeau haben mehr zu diesem haltung in den Buchhandlungen zu Paris.

Umschwung beigesteuert, als Sidney, lode, Handley, ja mehr Bei seiner Heimkehr, ärndtete er seinen ersten Erfolg durch ein als die amerifanische Revolution, und ich gestehe zhnen, mis anonym herausgegebenes und dem Dr. Wharton gewidmetes Gedicht, wissen, was aus einer Republik von dreißig Millionen Gottesters in welchem Peter Pindar, damals auf der Höhe seines Rufet, schimpf- zu machen ist“. Auch Hamilton beglückwünscht La Fayette unter lich angegriffen wurde. Der verwundete Satirifer, der Hayley für 6. Oktober 1789 zu den flüchtigen Siegen der constitutionellen den Verfasser bielt, rächte fich duro cine Sdmäbfchrift an dem Ber mit jener Mischung von Freude und Furcht: ,,Als Freund der Me: fasser der „, Triumphs of Temper" und trug fo zu dem Nuhm des heit und der Freiheit, freue ich mich über Ihre Bestrebungen, unbekannten Dichters bei. Der wirkliche Verfaffer des „ Abuse of Sa- doch voll Besorgniß für den endlichen Ausgang des unterromne tire" konnte nicht lange verborgen bleiben und Gjaat Disraeli machte Wertes, wie für das loos der Männer, die Hand daran geles bald darauf Bekanntschaft mit drei verwanden Geistern: Pye, damals Wenn beim Empfang dieses Briefes Ihre Angelegenheiten noor Parlamento - Mitglied für Bertshire und später poeta laureatus, James Fortgang haben, werden Sie mich fragen: woher diese trüben Ahaut Pettitt Andrews und Samuel Rogers. Sie begannen gemeinschaftlich da ja aller Anschein für Sie günstig ift. 35 will es Ihnen alt die Sammlungen, die in die berühmten „Curiosities of Literature" weil ich Zerwürfnifie unter denen fürchte, die jest nod vereint ausliefen, da nach diesen Leckereien mebr, als nach gesunder Roft der weil ich den Ungeftüm 3hres Voltes, die Hartnädigkeit Ihres de Literatur die Nachfrage ftets im Wachsen war. Dr. Molcot, der den die Träumereien Ihrer politischen Philosophen fürdte"... Namen des Verfassers des , Abuse of Satire” erfahren hatte, beglüd Auch Jefferson hatte seine Besorgnisse über den Ausgang der wünschte diesen in einem Søreiben und sprach darin den Wunsch aus, französischen Revolution; jemebr aber die Thaten Tie retirartige seine Betanntschaft zu machen. Er folgte der Einladung, und sie wur. defto teder wies er sie zurück

, als unwürdig eines guten Republitanete den vertraute Freunde. Durch Dr. Wolcot's Vermittelung zog er zu Die jakobinische Peft arbeitete zu sehr seiner Partei in die Hände

, seiner Wiederherstellung in das gesunde Klima von Devonshire und als daß er die Verwüstungen, die sie in Europa anrichtete, betlage wurde hier in den ausgezeichneten Kreis wissenschaftlicher Männer, mohte. Es paßte in seinen Kram, zwischen seiner Partei und fer wie Jackson, der Tonkünstler, Hayter, der Alterthumsforsder, Hobb6 Pariser Demagogen eine gewisse Solidarität herzustellen, und eric und andere, die damals in Ereter lebten, eingeführt.

für ihre Ausschweifungen die optimistische Nachficht, die er ebe: Ueber das poetische Talent feines Vaters äußert fich der Heraus. für die Tollheiten der amerikanischen Gleidmacher (Levellers) geber: ,,Es fehlte ihm nicht an Phantasie, Gefühl und auserlesenem fannt hatte. Selbst die September. Meßeleien fanden Gnade : Geschmack, aber wohl an der schöpferischen Macht, die sich nur unter einen Augen. Dein jugendlichen Diplomaten, Herrn Short, Sect: den Einfluß einer mit dem Zeitgeist fich gattenden eigenthümlichen tair der amerikanisden Gesandtschaft in Frankreich, verweist er i Organisation vollfommen zu entwiđeln vermag; der Mangel jener väterlichem Tone die allzulebhafte Sprache gegen den Senter de Madt wird in den Uebergangsperioden allgemein anerkannt und Abtei: ,,Raum dürften diese Aeußerungen nach dem Geschmade Jbrer idhmerzlich vermißt; aber wenn sie eintritt, dann erobert fie, fo zu Landsleute sein. Seit einiger Zeit ist mir der Ton in Zbrea Briefen sagen, durch Ueberrumpelung"...

peinlid... Freilich fallen in einem nothwendigen Kampfe unter vielea Seine Schriftstellerlaufbahn begann er erst in seinem fünfunde Shuldigen auch einige Unsduldige. 3 beweine fie, wie irgen. vierzigsten Lebensjahr, und doch lieferte er von 1812-1822 eine Menge Einer, und werde fie bis zu meinem Todestage beweinen, aber so, mi Werfe. Den „Curiosities of Literature" folgten „ Calamities of Au- ich e$ thäte, wenn sie in der Solat gefallen wären. Man mugi: thors", „Essay on the Literary Character”, „Memoirs of Literary von dem Arm des Volkes Gebrauch machen, und dieses Werkzeug, wetz Controversy”, „Inquiry into the Literary and Political Character of auch nicht so blind, wie Kartätsden und Bomben, ist doch bis er James I." Das „The life and Reigo of Charles l.” war eine durch einen gewissen Grad blind. Eine kleine Zahl seiner wärmsten Freund

: gearbeitete Schrift, die ihrer Zeit großes Aufsehen machte, obgleich die hat durch dasselbe das loog erlitten, das dem Feinde zugedacht b. darin ausgesprochenen Ansichten den später herrschenden und gegen die Zeit aber und die Wahrheit werden ihr Gedächtniß in ungetra wärtig fast allgemein gewordenen schnurstracks entgegenlaufen. Diesco tem Glanz wiederherstellen, igre Nachkommen werden die Freiheity Budhat dem Verfasser auch den Grad als L. L. D. (Doktor der nießen, für die sie ohne Zaudern das Leben geopfert bätten. Du Rechte) erworben, den ihm die Universität Drford mit der rhetorischen Freiheit auf der ganzen Erde bing von dem Ausgange des Kampfat Schmeichelei ertheilte: „Optimi Regis optimo Vindici" (ded beften ab. Ist jemals eine solche Eroberung um den Preis von so wenig Königs bestem Anwalt).

unschuldigem Blut gemacht worden? Mein persönliches Gefühl lin 1839 traf ihn ein Nervenschlag, der ihn des Gesichts beraubte unter dem Sieg dieser Sache; aber ehe ich es dulde, daß sie verloren und feinen großen Plan zu einem Werke über die Geschichte der eng- gebe, wollte ich lieber der Verwüstung einer halben Welt zuseken! lischen literatur vereitelte. Von da ab verdankte er die Möglichkeit, Müßte in jedem Lande nur ein Adam und eine Eva, ein freier #dan fidh mit seinen Lieblingsstudien zu beschäftigen, der Pflege einer liebes und eine freie Eva, übrig bleiben, Ades würde besser stehen, als vollen Cochter. Er starb, zmiundachtzig Jahre alt, und nahm nods jeft!" – 1793 war die rothe Müße Mode zu Philadelphia. Freilis die freudige Nachricht mit in’s Grab, daß alle seine Werke vergriffen rüdt Jefferson später in seinen Memoiren den Föderaliften vor, „dab seien und eine neue Auflage nothwendig machten.

sie die Unverschämtheit gehabt, ihn mit den blutdürftigen französijdens Die einleitende Dentsdrift schließt mit einer Beschreibung Ifaaf Jakobinern zusammenzuwerfen"; freilich behauptete er 1821, er würde Disraeli's. Er wird geschildert als ein hübscher Mann mit einer als Konventsmitglied nimmer für den Tod Ludwig's XVI. geftimmt Bourbons- Nase, braunen, glänzenden Augen von seltener Schönheit haben: und doch klingt der leichte Ton, womit er an Madison über Seinen Charakter stellt der Sohn, vielleicht mit einiger Parteilichkeit, den Eindrud berichtet, den der Tod des Königs in Philadelphia berdie uns nicht überraschen darf, neben Goldsmith's und fügt hinzu: vorgerufen, weit grausamer, als selbst der Fanatismus mander Könige ,,Nur in Einem Zuge glich mein Vater nicht Goldsmith: er war ohne mörder: ,, Die Monofraten sprechen sich weit weniger offen aus, als alle Eitelkeit; vielmehr gehört zu seinen wenigen Schwächen der völ- ich erwartet hätte. Die Frauen in der guten Gesellschaft lasjen freis lige Mangel an Selbstschäßung."

lid ihrer Zunge freien Lauf gegen die Henker eines Fürsten und Daß der Sohn nicht die Probe dieser Schwäche geerbt hat, das sprechen die Gefühle aus, welde der vorsichtige Gemahl flüglich unter von kaun der leser sich in jeder Zeile überzeugen, ohne daß dadurch drüdt. Ternant (der Gesandte des französischen Königs zu Philda fein Genuß an der gewandten Darstellung des talentvollen Sorift- delphia) bat enblic offen die Fahne der Monarchie aufgestedt und ftellers im geringsten geldmälert werden dürfte.

um feinen Fürsten Trauer angelegt. 30 permuthe, daß das Einstellen

feiner Besuche bei mir ein nöthiges Zubehör zu dieser frommen Pflicht Nord: Amerika.

sei. Zwisden Hamilton und ihm fcheint sich ein Bündniß machen 34

wollen"... Thonias Jefferson, sein Leben und sein Briefwedsel.

Der politische Muth der Regierungsfreunde batte bei bem Stande III.

der öffentlichen Meinung teine leichte Probe zu bestehen, die unter dem Schon beim Beginn der französischen Revolution hatten die 22. April vom Präsidenten proklamirte Neutralität in dem Kriege föderalisischen Staatsmänner deren verborgene Schwächen durchschaut, zwischen dem republifanischen Frankreich und England ftreng aufrecht

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zu erhalten. Nichts schien den Schwung der Gemüther zu Gunsten den er sich aufgeladen und den er früher so sehr Herausgestriden hatte, Frankreichs hemmen zu können. Die monokratischen Zeitungen selbft“, zu mäßigen: Die Wahl dieses Mensden zum Gesandten an uns schreibt Jefferson an Monroe, osind genöthigt, die wüthenditen Phia ist ein wahres Unglück" forieb er. ,,Ein bißiger Ropf, lauter lippiten gegen Großbritannien in igre Spalten aufzunehmen. Neulist Imagination und kein Verstand; in seinen münblichen, wie schriftlichen hatte eine französische Fregatte ein englisches Fahrzeug auf der Höhe Mittheilungen gegen den Präsidenten leidenschaftlich, unebrerbietig bis der Delaware- Borgebirge aufgebracht und die Prise hierher geschickt. zur Grobheit. Der wüthendste Jakobiner würde sein Benehmen nicht Raum war sie in Sicht, als Tausende und aber Tausende, die zu der gutheißen. Er macht mir die Stellung entfeßlich wer; auf AugenStadtmiliz (yeomen) gehören, die Rais bededten und beim Anblid blide läßt er sich von mir leiten, bei erster Gelegenheit geht er aber der gesenkten englischen Farben und der hochflatternden französischen wieder burc: er ist unverbesserlich". – Nicht weniger unlentfam ges

Flagge die Luft mit ihrem Jubergeschrei erschütterten. Gott gebe, daß berbete fich die demokratische Presse; Jefferson konnte sie fürder weder wir das Gefühl des Volfes in den Söranken einer gerechten Neutra- aufhalten, noch ihr in ihren Tollheiten folgen; obgleich sie aber seinem lität halten können."

Zügel nicht mehr gehorchte, hörte sie doch nicht auf, seinen Ruf bei Genet, der neue, Seitens des Konvento attreditirte französische atlen rechtschaffenen Leuten zu gefährden. Er mußte nun von Amts Gesandte, batte gewiß nicht die Mission, ihnen diese Aufgabe leichter wegen mit allem Nachdrud gegen den wühlerischen Agenten Genet zu machen; vielmehr glaubte er, Amerika im Jnteresse feines Vater- verfahren, und fand sich auf diese Weise zugleich bei der Opposition landes in den Krieg gegen England hineinziehen zu müssen. Kaum also und der Regierung verantwortlich. Da brach ihm der Mutb, und tros war er in Charleston gelandet, so hatte er nichts Eiligeres zu thun, den Vorstellungen Madison's: ,, eine Gelegenheit abzuwarten, um mit ald Kaperbriefe auszutheilen, Korsaren zu bewaffnen und Amerikaner Ehren und in den Augen aller guten Bürger gerechtfertigt abzutreten", zu werben, um sogar in den Gewäffern der Union Jagd auf englis überreichte er dem Präsidenten seine Dimiffion. Das fab aus, wie ide Schiffe zu machen. Als ihm aber, wahrscheinlich durch einen ein Ausreißer am Vorabend einer Súlacht, und Washington gab es heimlichen Freundeswint, bemerklich gemacht wurde, daß dieses unge- seinem Minister zu verstehen. Bei der Krisis, die bevorstand, bedurfte stüme, polternde Treiben eben nicht geeignet fei, bei Washington der Präsident Jefferson's Namen, und er drang daber in diesen, zu Olüd zu machen, zog er sanftere Saiten auf und suchte bei Uebere bleiben. Nach reiflicher Ueberlegung nahm er dann (11. Auguft 1793), reidung seiner Kreditive, durch übertriebene Schmeicheleien und durch seine Dimission zurüđ und fandte sofort folgende Parole an Madison:

einen Sowall von Betheurungen, wie die französische Republik, fern ,,Die republikanische Partei würde klug thun, den Stand der Neutrabei von allen persönlichen Zweden und der Absicht, die Union in Krieg lität unvorbehaltlich zu billigen; alle fleinlichen Närgeleien an der aten zu verwideln, nur für deren Wohlfahrt die aufrichtigsten Wünsche Rompetenz der Gewalt, die sie erklärt hat, aufzugeben; den Herrn micu bege, den Präsidenten günstig zu stimmen. An diesem prallten freie Genet mit reichlichen Freundschaftsbetheurungen für sein Vaterland

lich die ungeschidten Uebersdwänglichkeiten ab; er blieb falt und miß. voltommen im Stiche zu lassen. So bringen wir das Bolt auf trauisch, desto tieferen Eindruck machten sie auf den Staats-Secres unsere und stellen uns zugleich auf die gute Seite“. Er ließ sofort tair: ,, Seine Sendung“, schrieb er an Madison, rift die liebevollste durch den Gouverneur Morris bein Konvent den Zurückruf Genet's und großherzigste, die sich denken läßt. Er bietet Alles und verlangt verlangen, und als dieser, über die Maßregel erbittert, die UnderNichts, und doch werden seine Anerbietungen zurüdgewiesen werden. schämtheit verdoppelte, sagte ihm Jefferson seine Meinung in dem Sie fönnen sich von dem, was in unserem Konflave vorgeht, feinen wegwerfendften Tone. Seine Freunde riefen ih

Seine Freunde riefen ihm Beifall, seine Begriff machen; es ift klar, daß es unter den Gliedern des Kabinettes Feinde schwiegen; Washington wußte ihm Dank für den Nachdruck, mindestens Einem, wo nicht Zweien, feine große Ueberwindung kosten mit welchem er die Sache der Regierung geführt. Zu seinem großen wird, unter dem Vorwande, den Krieg mit der einen Partei zu bere Slüde geriethen die Anhänger be englisden Bündnisses durch die meiden, über die andere herzufallen und mit den Fürsten einen drüdenden Akte Großbritanniens in Betreff des Matrosenpressens Bund gegen die menschliche Freiheit zu schließen". Er sei zwar im und der Verproviantirung Frankreichs bei den Neutralen in eine ähnKabinetsrath dem Neutralitätsmanifest vom 22. April beigetreten, aber liche Stellung, wie sie Genet den Freunden der französischen Rapunur aus Klugheit, um die Hamiltonsche Politik desto erfolglicherer zu blit bereitet hatte. Jefferson gewann wieder das entschiedene Ueberbekämpfen. Er tadelte bitter das Aftenstück

, ,, die engherzige Sprache gewicht im Rathe; in fast allen Diskussionen ging seine Meinung des Abfassers; die Scheu, den leifeften Ausdruck von Sympathie für durch, und als nun der Tag, den er zum voraus zum Schluß feiner Frankreich einfließen zu lassen“. Er erkenne es auch durchaus nicht Amtsführung festgelegt hatte, da war, shied er im Triumph, nahm als eine wahre Neutralitäts- Erklärung an, welche die Politik des das Vertrauen der Nation und ihres Hauptes mit sich und hinterließ Landes binden fönnte, „Die erekutive Gewalt hatte nicht das Recht, seiner Partei einen großen Bericht an den Kongreß zu Gunsten eines den Krieg zu erklären, und war folglich aud nicht berechtigt, zu ero Repressaliensystems gegen Großbritannien auf dem Wege von Handeldklären, daß eso keinen Krieg geben solle".

maßregeln, eines der Lieblingsthemen der republifanischen Politik Diese feine aufreizenden Vertraulichkeiten beschränkten sich aber (31. Dezember 1793). nicht auf die Führer der Opposition; auch der franzöfische Agent wurde, wenn man ihm glauben will, in diese Mysterien eingeweiht. Hatte sich nun Jefferson nicht deutlich gegen ihn ausgesprochen, oder batte

Atlas der Alpenläuder. “) Genet følecht gehört, genug, er warf in seinen Gedanken Washington Wir begrüßen hiermit ein Werk, das sich den zahlreichen, ebenso mit den Föderalisten zusammen und der Präsident erschien ihm end, durch wissenschaftliche Studien, wie durch künstlerische Ausführung, lich als Spielball in den Händen einer englischen und monarchischen werthvollen Unternehmungen des kartographischen Juftituts von Justus Camarila, ohne Wurzel im Lande und ohne Wirkung auf die Meis Perthes in Gotha würdig anreiht. Der ,,Atlas der Alpenländer, nung; die demokratischen Vereine und die republikanischen Blätter, welcher aus neun großen Blättern bestehen wird, liegt uns in seiner

vor allen die Zeitung von Fréneau, die ihn unabläffig, aufmunterten, ersten Lieferung vor, die das Titelblatt mit einer Gesammt-llebersicht *: fest und fühn aufzutreten, ihm unablässig zuriefen, das Vole sei für des Alpengebietes, sowie die Blätter I und IV enthält.

ihn, das Volt allein sei souverain, Washington habe sich der Usurpa Vom 23. bis zum 34° öftl. . von Ferro und von 43° 30' bis 480 tion fduldig gemacht, indem er, ohne Rüdsprache mit dem Kongreß, 30' N. Br., reicht die Ausdehnung dieser zehn große Provinzen um: die Neutralität erflärt - die dünften ihn als die einzigen wahrhaften fassenden Karten, während sich der eigentliche Gebirgsstod der Alpen, Organe der Nationalgesinnung. Rein Wunder, daß er sich im Recht der auf dem Titelblatte mit klarer Uebersichtlichkeit angegeben ist, und in der Fassung glaubte, alles zu unternehmen. Aber gerade die von Wiener Neustadt und Gloggniß im Nordosten bis Grenoble Bermessenheit, zu der er sich dadurch verleiten ließ, mußte einen Um- und Monaco im Südwesten erftredt. Wien, Linz, Münden, folag in der Meinung bervorrufen, die ohnehin durd die Nachricht Sigmaringen und Basel liegen in ziemlich gleicher nördlicher Ents von der Schlacht bei Neerwinden und dem Abfal Dumouriez' in dem fernung von diesem Gebirgsstod; dagegen befinden sich ziemlich nahe Bertrauen auf den Sieg der Revolution und auf die Weisheit der am südliden Rande desselben Laibach, udine, Verona, Brescia, amerikanischen Demagogen, die deren Sache zu der ihrigen gemacht, Bergamo und Como, sowie am Rande des Mittelmeeres, bis wohin

zu warfen begonnen hatte. „Wenn der Feldzug unglüdlich für die sich der Savoyen und Piemont umringende fübliche Ausläufer des i Franzosen ausfält", rief Jeffersonufo fürchte ich, die republikanische Alpenstocks erstredt, Genua und Nizza. Von den Niederösterreich is

Hiße des neuen Kongressed, von der ich mir soviel versprochen, werde den Alpen und den Karawanken im Nordosten bis zu den Meer- und sich bald abkühlen“. Das schaugestellte Troßbieten gegen das Res Ligurischen Alpen im Südwesten reiht sich eine Gebirgskette an die zierungsreglement, womit der französische Gesandte gerade in dem andere, uns die Zahl dieser Gebirgsketten mit ihren geographischen Hafen von Philadelphia, unter den Augen der Staatsgewalt, einen Begränzungen giebt uns die Uebersichtskarte auf dreiunddreißig an. Kaper ausrüstete, und seine Drohungen, vom Präsidenten an das Die beiden Blätter Nr. I und IV umfassen zunächst die nordVolk zu appelliren, wenn man es wagte, ihm Hindernisse zu machen,

empörten den Stolz und den gesunden Sinn der Nation. Hamilton „, Schweiz, Savoyen, Piemont, Süd-Bayernt, Tirol, Salzburg, Erz: die t und seine Politik gewannen wieder eine Stüße in der Meinung. Um- herzogthum Defterreios, Steiermark, JUnrien, Ober - 3talien 10. Nach der

neuesten Materialien bearbeitet von 3. O. Mayr. Neun Blätter. Maßstab dene Touft suchte der beunruhigte Jefferson den unbequemen Bundesgenossen, 1:450,000. Gotha, Justus Perthes, 1858.

westlichen Gränzlande des Alpengebietes, den franzöfischen Jura, die ten Boden gefaßt; die Zahl der Hörigen beläaft ifich dort nur auf burgundisde Ebene mit einem Theile von lothringen, die Vogeser, 1844 männliche Seelen oder 0,06 Prozent der Bevölkerung. Sehr die oberrheinische Tief-Ebene, den Schwarzwald und das daran ftoßende auffallend ist übrigens der Umstand, daß die leibeigene Bevölkerung fchweizerische Berg- und Hügelland. Das Alpengebiet felbft beginnt in den legten zwanzig Jahren fast stationär geblieben ist, während die auf unserer Karte erft am Vierwaldftädter See, und das Blatt | Gesammtbevölkerung des ruffifchen Reiches fich um etwa 18 Prozent enthält davon nur die Umgebungen dieses Sees mit dem Rigi-Rulm vermehrt hat. Man (dreibt diese Erscheinung, außer ben partiellen fowie weiter weftlich den Neuenburger See, woran sich auf dem Freilassungen, vorzugsweise den starten Nefrutírungen zu, welche dem Blatte IV die Urner und die Sowyzer Alpen (Tödi, Lukmanier, Leibeigenschaftsverbande alljährlich eine Menge Individuen entführen, St. Gotthard), die Berner Alpen (Jungfrau, Finsteraarhorn, Diableretd), die, wenn sie auch ihre funfzehn- bis zwanzigjährige Dienftzeit überder Genfer See, die Lepontinisden (Simplon und die Tesfiner Alpen), leben, doch jedenfalls für denselben verloren sind, indem fie nad ihrer die Penninischen (Mont Blanc, St. Bernhard) und die Grajischen Entlassung aus der Armee oder Marine nicht wieder in das HörigAlpen (Aiguifle de la Vanoise, Mont Cenis) schließen. Mit dem keitsverhältniß zurüdkehren. Lago Maggiore und den Flußthälern, die zur piemontefifden und Tom bardisden Ebene binabführen (Dlona, Ticino, Po s.), foließt das

Das Brandenburger Viertel auf St. Thomas. In dem Blatt IV ab, das in technischer Hinsicht als ein kartographisches Meisters von der , Zeitsdrift für allg. Erdkunde" mitgetheilten ;, amtlichen Beftück bezeichnet werden darf. Die verschiedenen Höhen und Berg: richt“ des fönigl. preuß. Geschäftsträgers Dr. Hesie über die Zuftande fuppen, die Gletscher und die Pics, die Seen und die Flukthäler und Handelsverhältniffe Jamaifa's lefen wir folgende interessante bieten sich hier dem Auge als ebenso viele Gegenstände künstlerischer Notiz über ein brandenburgisches Etablissement auf der Dänischer Betradhtung dar, so sehr hat der Darsteller es verstanden, burd fein Infel St. Thomas: „In St. Thomas überwiegt der deutsche Handel müanzirte Schraffirung, duro Licht- und Schatten-Vertheilung und jeden anderen, und auch die deutsche Zunge überflügelt in diesem endlich auch durd; geschickte Farbengebung ein in allen Detaile ge- wichtigen Eilande allmählich die französische, englische und spanische naues und doch auch harmonisches Ganzes zu liefern. Es verfteht sichy Sprache. Das Westende der malerisd auf drei Inseln fich aus, von felbft, daß überall die neuesten Ergebniffe der orographischen breitenden, vom Meere bespülten Stadt heißt noch das Branden, Forschung benußt sind.

burger Viertel, an den großen Einfluß erinnernd, den branben

burgische Handelsbestrebungen auf die gegenwărtige Blüthe dieses Mannigfaltiges.

interessanten Eilandes batten. Christian V. von Dänemark foloß am - Eduard Bogel. 3n Leipzig find am 10. November direkte 24. November 1685 mit dem Kurfürsten von Brandenburg einen offizielle Mitteilungen vom englifden General-Ronful in Tripolis Staatsvertrag, wodurch eine brandenburgische Handelsgesellschaft die an Aler. v. Humboldt in Betreff der weiteren Nach forfdungen nach Erlaubniß bekam, fic in St. Thomas zu etabliren. Diese Compagnie dem Sdidfal Ed. Vogel's in Wadai - d. d. 22. Dktober - ane legte eine große Faktorei an, die schon nach zwei Jahren funfzig gelangt. Die betreffende Depesche sagt, daß im Frühjahr ein offizieller Beamte bedurfte. Sie hatte fünf Handelsschiffe der größten GatCourier von Murzuf aus an den Sultan von Bornu abgesandt fei, tung, erregte aber die Mißgunft der dänisch-westindisden Compagnie, mit dem Auftrage, Ades aufzubieten, um über das Shidfal Dr. Vogel's welche die dänische Regierung zur allmählichen Beschränkung der Gewißheit zu erlangen. Da aber zu der Reise 12 Monate erforder- Privilegien der Brandenburgischen Compagnie zu bestimmen waste. liď feien, fo fehle es nod; an Nachrichten über den Erfolg der Sen- Im Jahre 1716 erloschen die Privilegien ganz und mit ihnen die dung. Der ehrwürdige Veteran deutscher Wiffenfdaft, an welchen Compagnie felbft, deren Mitglieder und Einwanderer, wenn fie diefe Mittheilungen auf ausdrüdliche Anordnung des englischen Mi- auf dem Eilande bleiben wollten, den Dänen den Unterthanen-Eid nifteriums gerichtet find, begleitete, obgleich noc franf, diefelben mit leisten mußten. Damalo beabsichtigte die Brandenburgische Comfolgenden freunblichen Zeilen an Vogel's Vater, den Direktor Vogel pagnie, das noch heute wüfiliegende, oft genug dem Sklavene in Leipzig:

händler als Zuflucht dienende Crab-Eiland zu erwerben und ze ,,Was mir heute, auf Befehl von Lord Malmesbury, unmittel- einer besonderen, unabhängigen brandenburgischen Kolonie zu et: bar von dem Konfulat zu Tripolis gefandt ward, bat insofern großes beben; aber die Eifersucht der Dänen wußte das zu berhindern, und Interesse, weil es das unverkennbarste Zeagniß darbietet, man vers außerdem fonnte die Brandenburgische Compagnie den Schaden nicht fäume kein benkbares Mittel, um endlich die fichere Nachricht selbst überwinden, den ihr ber Ueberfall der Seeräuber im Jahre 1687 ; durch die Chefe der Tuariks zu schaffen. Der Vorschlag, die Gefäng. gefügt hatte. Ein großer Theil der Actien der Brandenburgisden nisse des Wabai untersuchen zu lassen, ist sicher; aber freilidh am viela Compagnie war in den Händen der Holländer. Während des Krieges, versprechendsten die Versicherung: „keine Geldersparniß!" da wird den Holland mit England und Frankreich führte, ") überfiel die Mannnichte scheitern. - Caffen Sie uns - fo rufe ich Ihnen und der

To rufe ich Ihnen und der schaft eines französischen Kaperschiffes deshalb die brandenburgisce theuren trostbedürftigen Mutter zu laffen Sie uns noch nicht an Faktorei in St. Thomas, plünderte fie aus, nahm sogar ihre HandelsGottes und durch ihn an der Menschen Hülfe ganz verzweifeln. Der bücher mit, vergaß aber einen eisernen Kaften, der 100,000 Dod. ent. franfe König war, auch noch von Tegernsee zurüdkehrend, ganz mit hielt und den die Brandenburger retteten. A16 biftorische Thatsache Ihrem Eduard warm beschäftigt. Ihr treuer, faum halb genesener fann es gelten, daß die Einsicht und die glüdlichen Geschäfte der Berlin, 7. November.

Humboldt." Brandenburgischen Compagnie der größte Segen für dieses Fleine Eiland

geworben sind, welches sich zu einer bemerkenswerthen Stellung im Welt- Erman’s ,,Ruffisches Ard is". Diese Zeitschrift, die so bandel erhoben hat, indem es den Austaus der Produkte zwisdea reicbaltige Materialien zur Kenntniß eines Landes liefert, das noch Europa, Nord- und Süd-Amerífa hauptsächlich (!) bermittelt". immer in gewiffer Beziehung eine terra incognita für das übrige Europa bildet, ist jeßt bis zum ersten Sefte des achtzehnten Bandes

Sir William Reid. Am 31. Oktober berftarb in London, gediehen.“) Dasselbe enthält unter Anderem einen Bericht des Reisen: im achtundsechzigsten Jahre seines Altere, der britische General von den Semenov über seine Erpedition nad dem Thian-Scan, der mit Geniecorps, Sir William Reid, der fich in der wissenschaftliche einer Karte versehen ist, welche die Fortschritte zeigt, welche die Er. Welt einen Namen gemacht durch die von ihm zuerst aufgestellte und forschung Central. Afiens in neuester Zeit gemacht hat und zugleich demnächst vom Professor Whewell in Cambridge, sowie vom Pro bedeutsame Fingerzeige über das allmähliche, aber konstante Bore feffor Dove in Berlin, erweiterte Theorie eines Gefeßes der dringen Rußlands in jenen entlegenen Landftriden giebt. Bon be. Stürme. Im Jahre 1832 batte Sir William Reid den Auftrag fonderem Interesse ist ferner eine nach amtlichen Quellen bearbeitete erhalten, die durch einen Drkan umgestürzten Regierungsgebäude auf Statiftit der Leibeigenschaft, auß welcher hervorgeht, daß fich im der Infel Barbados wiederherzustellen, und dieser Umstand brachte europäischen Rußland (mit Ausschluß von Polen und dem Groff ibn auf die Idee, den Gefeßen der Stürme nachzuforschen. Seine fürstenthum Finnland) von einer Bevölferung von 28,613,380 mann Erfahrungen in Weftinbien find es hauptsächlich, auf denen die vor lidhen Seelen 10,844,902 im Zustande der Leibeigenschaft befinden. ihm aufgestellten Bewegungegefeße ber tropischen Wirbelwinde geAuf 100 Einwohner kommen mithin 37,90 Leibeigene – ein Ver, gründet sind. Vor einigen Jahren ersdien eine verbesserte, durd neue hältniß, das jedoch in den verschiedenen Landtheilen so ungleich ist, Erfahrungen bereiderte Ausgabe seines betannten Buches, unter der daß, während im Gouvernement Smolensk der Prozentfaß der Leib-Titel: ,, Fortsdritt der Entwickelung des Gefeßes der Stürme“, das, eigenen 71,67 der gesammten Einwohnersdaft beträgt, dieselben im ba ed teine bloße theoretische Untersuðung ist, au für die praktische Gouvernement Aroangel nur 0,01 Prozent der Bevölferung bilden. Soifffahrt, besonders in den weft. unb ostindischen Gewässeru, vou Im asiatischen Rußland (Sibirien und Transfaufasien) hat, wie es außerordentlichem Nußen ist. fdheint, die ,, domestic institution" der Leibeigenschaft keinen rech.

*) Dies scheint ein Anadironismus zu sein. Der legte Krieg jwildu ,. Archiv für wissenschafiliche Kunde von Rußland". Herausgegeben der Republik Holland einer- und England und Frankreich andererseits fand is

D. R. von A. Grman. Berlin, Drud und Verlag, von Georg Reimer.

den Jahren 1672 bis 1674 ftatt.

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nur von den Gebilbeteren gefaßt, von der Menge aber mißver. England.

ftanden wurden. Cromwell appellirte an den Glauben des Vorfes

und triumphirte; die französischen Republifaner erhoben die Vernunft Dliver Cromwell, nad Merle d’Aubigné.

zur Göttin und unterlagen ihren Leidenschaften. Cromwell war selbst Es ist eine der schönsten Aufgaben des Historifers, große Männer ein Mann aus dem Volfe; er theilte die Ansdauungen des Voltes der Vergangenheit von den Fleden und dem Schmuße, womit fie leiden und redete die Sprache desselben. Sein Häufiges Beten und Faften, schaftliche Parteisugt oder unabfichtliche Verfennung ihres Strebens sein Psalmensingen, seine Reden, vol von Bibelsprüchen und biblischen . verunziert hat, zu reinigen. Wenn aber irgendwo, so ist hier die Bes Ausdrüden, waren nicht berechnete Mittel, sondern sie gingen aus fangenbeit in einem politischen, religiösen oder philosophischeu System seiner eigenen Ueberzeugung und aus der Richtung der Zeit hervor. ein Hinderniß der Wahrheit. 3n dem Helden den Triumph des Er glaubte selbst an die Wirkung seiner Gebete. Wie alle große Systems, dem er buldigte, feiern, heißt nicht des Helden, sondern des Männer, erfarnte er in den inneren Antrieben, denen er mehr folgte, Systems Ehre retten, und eine solche Ehrenrettung wird zur Parteis als den äußeren Beweggründen, und die ihn meist auch sicher leiteten, schrift, welche die Wissenschaft einem ihr fremden Zwede dienen läßt. die Stimme Gottes. A18 eine solche Parteisdrift erscheint uns n der Protektor oder die Re In einer Rede an das Parlament äußerte sich Cromwell: ,,Die publif Englands zur Zeit Cromwell's", von J. H. Merle d'Au. Menschen, welche ohne Gott in der Welt sind, und die nicht mit ihm bigné, aus dem Französischen übertragen von Dr. R. I. Pabft.) wandeln, wiffen nicht, was es heißt: beten, glauben, Antworten des

Der Verfaffer hat die Tendenz, in der Ehrenrettung Cromwell's Herrn empfangen, innerlich durch den Geist Gottes unterrichtet werzugleich die Form, die das Christenthum in England unter den da den, der zuweilen ohne das geschriebene Wort redet, jedoch immer in maligen Parteibestrebungen angenommen hatte, als die einzig berech. Uebereinstimmung mit demselben. Gott hat vor Zeiten manchmal und tigte, ja, als das Christenthum oder die Religion selbst, zu verherrlichen. auf mancherlei Weise geredet (Hebr. 1, 1). Man lasse ihn reden, Die Sdrift ist, wie es der Verfasser selbst in der Vorrede ausspricht, wie es ihm gefällt!" ein Zeugniß gegen das Papstthum, und dieses Zeugniß, meint er, ist Als der König verurtheilt worden war, schwanfté Cromwell nodi, an der Zeit. Gegen einen solchen Mißbrauch der Geschichte zu fons ob er das Urtheil voustreden lassen sollte. Der Verfasser erzählt: feffionellem Fader und propagandistischen Zweden können wir im , John Cromwell, damals in holländischen Diensten, war von Seiten Namen der Wissenschaft, wie im Namen echter Religiösität, nicht ernft der Prinzen von Wales und Oranien nach England gekommen, um genug protestiren.

die Rettung des Königs zu versuchen. Eingeführt bei seinem Vetter Mit Recht rühmt sich der Puritanismus seiner damaligen Er- Oliver, erinnerte er diesen an die treuen Gesinnungen, die er ihm folge; aber jede Religion, die im Volfe wurzelt, hat Perioden gehabt, vormals in Hampton-Court gezeigt. Dieser, noch ungewiß über die in denen fie Wunder wirfte. Es war der lebendige Glaube des Richtsdnur seines Verhaltens, erwiederte, daß er oft gefaftet und geo Olymps, welder der fleinen Spaar der Marathon-Kämpfer den Sieg betet habe, um Gottes Willen in Betreff des Könige kennen zu lernen, über das mächtige Heer der tempelschänderischen Perser verschaffte; e$ daß ihm aber Gott nod nicht seinen Weg fund gethan. A: John war die fromme Zuversicht auf den Gott der Väter, der das kleine abgetreten, suchten Cromwell und seine Freunde von neuem im Gebet Häuflein der Matfabäer über die starken Syrer triumphiren ließ; es den Weg, den sie einschlagen mußten. Während dieses nächtlichen war der Befehl Allah's durch den Mund feines Propheten Muhammed, Gebets, wo er den Ewigen befragte, fühlte Oliver in fide die Weberauf den die Araber die Welt stürmten, es war der Wille Chrifti, zeugung, daß Karl's Tod allein England retten könne. Von da an verfündet von seinen Statthaltern, der die katholische Christenheit in war alles gesagt: Gott hatte gesprochen! Seine Unentschiedenheit den Kampf gegen die Ungläubigen nagy dem Morgenlande trieb; e$ hörte auf; er mußte jeft handeln und diesen Willen erfüllen, wie war endlich der Hülferuf des bedrohten Evangeliums, der die Shaaren furchtbar er auch sein mochte. Um ein Uhr des Morgens klopfte ein der Heiligen“ in England und Schottland, gegen ihren König Karl I. Bote des Generals an die Thür der Herberge, wo sich John Crombewaffnete und ihnen den Sieg verlieh.

well befand, und benachrichtigte ihn, daß sein Vetter endlich aus seinen Wer dazu berufen ist, fich an die Spiße einer solchen Volfs- Zweifeln herausgetreten wäre, und daß alle seit langer Zeit von den bewegung zu stellen, der muß von der Wahrheit seiner Mission durch entschiedensten Republikanern vorgelegten Beweisgründe durch den drungen, von der Gerechtigkeit feiner Sache überzeugt fein. Ein

Ein Willen des Herrn selbst sich bestätigt fänden". Heudler kann nie ein Glaubensheld werden, und darum war auch ,,Begeisterung war also, fährt der Verfasser fort, die Ursache von Cromwell fein Heuchler, und der Verfasser hat vollfommen Recht, wenn Cromwell's 3rrthum. Es liegt hier ein febr schwered religiöses Verer ihn deshalb gegen die Historifer früherer Zeit vertheidigt. Er war geben vor; aber mindert nicht das religiöse das moralische? Ist ein ein aufrichtiger Protestant, und zwar in einem böberem Sinne, als es Mensd, der Gott zu gehordhen wünscht, ebenso schuldig wie der, der die deutschen Protestanten je gewesen; denn er protestirte nicht bloß sich entscheidet, nur seiner Leidenschaft zu geborchen? Ift nicht der gegen die religiöse Unfreiheit des Papstthums und der bischöflichen Witle Gottes die oberste Richtschnur für das Gute und Böse?". Wie Kirche in England, sondern audy gegen die politische Unfreiheit, gegen echt jesuitisch!

echt jesuitisch! – Die moralische Schuld des Königsmörders wird geden Absolutismus, den Karl I. nach dem Vorbilde Ludwig's XII. mildert durch den, wenn auch irrthümlichen Glauben an die Eingebung und Ferdinand's II. in England herrschend machen wollte. Sein Bolt in des göttlichen Willens. Als wenn dem wahrhaft Religiösen Gott etwas Religion und Politik frei zu machen, das war das Ziel, das er vor Au- Anderes wollen könnte, alo das Gute! Der religiöse Schwärmer, gen hatte, und nach der theologisden Richtung der Zeit, erkannte er wenn er nicht geradezu verrüdt und deshalb unzurechnungsfähig ist, in diefem Berufe einen besonderen Auftrag. Gottes, den er mit allen bält eben die Stimme der Leidenschaft, die ihm Morb und andere Mitteln zu erfüllen trachten müsse, wie jene Streiter Gottes, die Frevel gebietet, für die Stimme Gottes, und dieser religiöse Glaube Helden bes alten Testaments. Zeynlich haben die französischen Revo- macht die moralische Schuld um so größer, als er eine totale Verlutionaire des aufgeklärten, achtzehnten Jahrhunderts sich als Voll. kennung Gottes voraussegt, eine wahre Gotteslästerung ist. Und einen ftreder der Forderungen der Vernunft und der Philosophie betrachtet solchen Mann stellt der Verfasser als das Muster eines wahren und ihre Vorbilder in den Freiheitshelden des Klaffifden Alterthums Christen auf, deffen Frömmigkeit, wie er fagt, eine aufrichtige, aber gefunden. Cromwell hatte jedoch vor den Republikanern, Frankreichs nicht immer aufgeklärte war! Mit demselben Nechte können fanaden Vortheil voraus, daß die Form, in der er die Freiheits- Ideen dem tische katholische Historifer einen Clement, Navaillac, Guion aufrichtige, Volke bot, die religiöse, also eine allgemein verständliche war, indeß aber nicht aufgeklärte fromme Männer nennen! die Prinzipien der französischen Freiheitsmänner in ihrer Abstraktheit Um Cromwell als Staatsmannn gerecht zu werden, dürfen wir

daber an seine Handlungen nicht den religiösen, fondern müssen den *) Weimar, Hermann Böhlau, 1838.

politischen Maßstab anlegen. War der Mord des Königs politisch

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