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Literatur

des Auslande s.

denn die Revolution hat in Frankreich 123bentlich of deines 3 Kumpu. Breid jabolide 8 Shlr. 10 @gri,

Deftellungen werden in jedict dearideu Budhandlung lin Berlin be balbjäbilita i Lhle, 20 Ggt ind vierteljár114 26 @gr., wofür

für die

Beit .. dom p., Sagaftraße Rr. 25, und beim Opediteur Reunaan, das Blau im 3alande portofrei und in Berlin fret ins Dans geliefert witd.

Niederwalls, Nr. 21), (orie von allen !onigl. PcN-Hemtern, angstommen. Ng 134. Berlin, Dienstag den 9. November.

1858. zeichnet. Gewiß, wären die Generationen der Jahre 89 und 92 nicht Frankreich.

durch das Beil dezimirt oder durch die Aechtung aus Rand und Band

gerathen; bätten so viele hervorragende Vertreter des achtzehnten Jahrs Die liberale Schule der franzosen. *)

hunderts, denen es nach den ordentlichen Gefeßen zufam, bei der Ein. Die Ehrlichkeit ist die wahrhafte Aristokratie unserer Tage; fie weibung der neuen Gesellschaft den Vorfiß zu führen, die Revolution bedarf feines Sduses; denn versucht man es auch, ihre Masfe vor, überlebt: so konnte, was erfolgt ist, nicht erfolgen. Zwischen der Zeit, zubinden, fie fich widerrechtlich anzueignen - es gelingt niemals. in der wir leben, und dem Anfang unseres Jahrhunderts ist durchaus Der Adel paart fich zuleßt immer mit den Eigenschaften, die zu ge keine Vergleidung anzustellen. Die Gesellschaft, die unmittelbar aus wiffen entscheidenden Perioden zum Heil der Menschheit in die Er der Revolution hervorging, war servil, weil der ganze geistige Adel scheinung treten. Die bevorrechtete Klasse, hervorgegangen aus dem verschwunden war; weil die ganze Beschäftigung des Gedankens fide lehnswesen, das bis zur Revolution 1789 bas germanische Element auf Ueberseßungen nady Horaz und auf die Verfertigung lateinischer vertrat, örndtete nach mehr denn tausend Jahren die Frucht der großen Berse beschränkte. Dem ist zu unserer Zeit nicht so: der Geist hat Revolution, die an die Stelle des Verwaltungs- Despotismus des ro seine anscheinende Niederlage überdauert; die Mittel, ihn zu entbeh. misden Reiches bie scheinbare Barbarei, aber wirkliche persönliche und ren, sind nicht entdeckt worben, und es sieht nicht danach aus, trok Örtliche Unabhängigkeit brachte. So scheint es, wird der Adel der den großsprecherishen Verbeißungen, daß man das Geheimniß gefunZukunft aus den Männern beftehen, die, unter einer oder anderer Den habe, obne Talent zu gefallen und ohne Herz zu fesfeln. Form, den falschen Richtungen unserer Zeit widerstanden haben; die Mitten in dieser einförmigen Fläche, welche die Oleichheit geFich freigehalten von jener allgemeinen Erniedrigung der Charaktere; fchaffen, blieb nur eine einzige Burg: der Geift. Man macht der Lie

lic. jener politischen Gewissenlosigkeit, die, was ihr auch geboten wird, berz teratur oft ihren Hang zur Politit zum Vorwurf, und mit Recht, wenn i haft zugreift; jenem gemeinen Materialismus, unter deffen Einfluß hier unter Politit die eiteln Bewegungen eines gemeinen Ehrgeizes.

die Gesellschaft einem ungebeuren Aehrenfelde gleicht ein Windftoß, verstanden werden. Ein Mensch von überlegener Bildung, der sich und alle Halme fenfen ihre Häupter. Ein verhängnißvoller Zuftand, zu einem kleinlichen Geschäft bergiebt, feine Kräfte zu den Einzelheis der zu einer gewaltsamen Reaction der einzelnen Kräfte gegen die ten eines Administrativ - Faches verbraucht, begeht thatsächlich eine versumpfte und sich aufgebende Trägheit führen muß!

Heiligthumsschändung und einen Unverstand; das praktische Leben fors Eines der wichtigsten Ergebnisse der ersten Hälfte unseres Jahre dert ganz andere Eigenschaften, alo abstraktes Denken. Die boben hunderts ist die Thatsache, daß der erwähnte moralische Widerstand Bestrebungen und die tiefen Anschauungen gehören nimmer in eine besonders unter den Männern angetroffen wird, die sich den Arbeiten Drdnung der Dinge, wo das Riedrige und Platte bei weitem mehr des Geiftes geweiht haben. Die alten Stände haben ihren Antheil Aussichten auf Glüc hat, als das großartig Gefaßte und Empfundene. beigesteuert, keiner aber kann die Ehre eines wirksamen Verfahrens für Soll sich aber deshalb die literatur auf ein Geiftesspiel beldränken, sich besonders in Anspruch nehmen. Es fonnte auch nicht anders sein; ohne die gesellschaftlichen Fragen, die in unserer Zeit gähren, zu bes fens und der Gegenseitigkeit zerrissen, und überdies hatte hier die vor und uns auf den Standpunkt der Grammatifer im Alterthum zurückfüh. waltende Thätigkeit der Regierung von jeher mehr Widerstand in den ren. Die literatur, wenn ernster Natur, faßt ein Gedankensystem über Einzelnen als in den Körperschaften gefunden. Die Männer von Kopf Göttliches und Mensdliches in fid; die Politif feßt einen bestimmten find der wahre Adel in der französischen Geschichte; die französische Gesichtspunkt über das Ziel der Gesellsdaft, also eine Philosophie Ritterschaft, besonders seitdem das Haus Valois auf den Thron fam, voraus. Die Literatur und die Wissenschaft fönnen also nicht, wie fannte nur Tapferkeit, Leichtsinn und Zierlichkeit, wodurch ihr eine fo die Schauspiele und öffentlichen Bergnügungen, verwaltet werden. glänzende Rolle in der Welt beschieden war.. Es fehlte ihr meift an Die wahrhaft großen Werke können nicht auf Bestellung gearbeitet Ernst und Sittlichkeit; fie vergaß den wesentlichen Beruf einer Ari.

werden; der Denker wird nie ein Joch aufnehmen, das bei denen, die stokratie; die Vertheidigung ihrer, d. 5. in vielem Betracht Adler, es tragen, die Mittelmäßigkeit als unerläßliche Bedingung vorausseßt, Nechte gegen das Königthum. Seit dem fiebzehnten Jahrhundert ind und der Versuch einer amtlichen Literatur wird stets an der doppelten besondere drängten sich alle Pflichten des Abels in Einem Punkte zu., Unmöglichkeit scheitern: denen, die feine Originalität haben, welche zu fammen: dem Könige dienen; in seinen Vorrechten sah er nur das geben, und diejenigen, die sie haben, zu soulen. Uebergewicht über das Bürgerthum und einen Grund, auf dieses ber 1,30 geftebe es offen", sagt de Sacy in der Einleitung zu feis abzusehen. Daher die Mildung von flüchtigem und schwerfällig kon nen Auffäßen, ,, ich habe mich nicht geändert. Sei es ein Verdienst, servativem Sinn, von Frivolität und Routine in dem Charakter des sei es ein Fehler, ich bin derselbe geblieben. Weit entfernt in meis französischen Abels; daher seine Unfähigkeit, Prinzip einer freien Re nen Ueberzeugungen schwankend geworden zu sein, baben mich vielmehr gierung zu werden, und daher fam es, daß, als diese Regierung ohne Nachdenken, Alter und Erfahrung darin befestigt. 30 bin ein libeihn in's Leben trat, er, anstatt ihr Gründer und Stüßpfeiler zu sein, raler, wie ich es vor dreißig Jahren war. Ich glaube an das Recht ihr entschiedenster Gegner wurde.

und an die Gerechtigkeit, wie id; in meiner harmloseften Jugend Wo war also der Widerstand, der in der französisden Geschichte, daran geglaubt habe. Dieses Prinzip der Freiheit, das Zeit und Um : trop bes Mangels aller geregelten Einrichtungen, so oft die Staats. ftände in der Politik vertagt haben, halte ich glüdlicherweise fest in gewalt beschränkt hat? Wo stieß der König von Frankreich auf die der Literatur, in der Philosophie, in Adem, was in das Gebiet des einzige Macht, die ihn zwang, mit der öffentlichen Meinung zu rech. reinen Gedankens einschlägt. Das haben wir in dem Journal des nen? Nur bei den Männern der Wissenschaft. Es läßt sich durch das Débats versucht. 9) Die Geschmadsrichtungen, die Meinungen können ganze Mittelalter nadweisen, daß der Schriftgelehrte das Königthum auseinanderlaufen, in dem Geiste kommen wir alle zusammen; und an der Hand führte, selbst dann, wenn fich dasselbe am heftigften ge- den Geift wird man hoffentlich in jeder Zeile der kritischen und litegen diese Leitung fträubte. Der einzigen Epoche der Tyrannei im rarischen Artifel dieser beiden Bände wiederfinden". ... strengsten Sinne, die Frankreich durchgemacht hat, der Schređengzeit, Das Gebiet der Gedankens läßt sich in zwei Lager theilen: in mußte erst die Unterbrückung der denkenden Männer vorausgeben. dem einen ftehen diejenigen, die ihre Meinung nach der besonderen, Sie war die wahre Versunkenheit der Gesinnung, welche den Ausgang analytischen Anschauung eines jeden Gegenftandes bilden; in dem andes achtzehnten und den Anfang des neunzehnten Jahrhunderts fenn beren diejenigen, die ihr Urtbeil auf eine Art gefunder Bernunft

und auf den Glauben an die Gewandtheit ihres Inftinftes bauen. *) Nach einem Referat in der Revue des deux Mondos von dem geiftvollen Gelehrten Erneft Renan über Sylvestre de Sach'o „Variétés litté. *) Die ,, Variétés littéraires de Sacry'd beftehen hauptsächlide aus Ar: raire, morales et historiques". 2 vol. Paris, 1858

tifeln, die er früher für bag Journal des Débats geschrieben. D. A.

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Zu den leßteren zählt entschieden de Sacy. Er ift weder Historifer, Physiognomie und Charakter hatten, wie man es heutzutage nicht mehr noch Philosoph, nod Theologe, noch Kritifer, noch Politifer: er ist ein findet. Ich habe die gange Akademie der Insøriften jener Zeit gele

: ehrlicher Mann; seine Meinungen über alle Fragen, die Andere durch ben. Ich will Keinem zunah treten; aber man dürfte Mühe baben, die Wiffenschaft und die Philosophie zu lösen suchen, schöpft er aus seis jeßt eine ähnliche zusammenzubringen. Gott und die neue Arabemie nem gesunden, sicheren Verstand. Der Geschichtsdreiber, der Philosoph, verzeihen es mir, wenn id irre! Soviel fteht fest, daß die Frühlinge der Dichter werden oft mit Recht gegen seine Urtheile Einsprud und die Sommer dazumal schöner waren als jest. Wer das Geger thun; aber auch der gesunde Menschenverstand hat seine Rechte, vor= "theil fagt, der lügt. (!). Warum sollten nur die Gelehrten an den ausgefeßt, daß er nicht unduldsam ist und fich es nicht beikommen allgemeinen Verfall nicht auch ihren Theil haben?"... läßt, die Driginalität zu beschränken. Und so erscheint er in de Sacy: Die entschiedene Vorliebe de Sacy's für die Vergangenheit mußte seine abgeschlossenen Ansichten sind nicht die eines besbränkten Kopfes, ihn nothwendig zu strenger Beurtheilung der Gegenwart führen. Er der Alles von fich abweist, was hin in seinen Gewohnheiten stört, gegen ist, und mit Recht, Pessimist. Es giebt Zeiten, wo der Dptimist in Alles, was er nicht begreift, fest zugeknöpft ist: es sind Patte, die ein uns den Verdacht eines beschränkten Kopfes und eines niedrigen Sis ehrliches Gemüth mit sich geschlossen hat, nur das in Tich aufzuneh. nes erwe&t. Jedoch sind hier einige Erklärungen am Drte. Wir geben men, was zu seiner Veredlung beitragen kann. Der wirklich beschränkte Herrn de Sacy zu, daß der Verlust der Solidität des Charakteré, Kopf hat keine Augen für seine Kleinbeit: er hält die Welt in den welche die Stärke der alten Welt ausmachte, die Neuzeit mit ernsten Gesichtsfreis gebaunt, den er umfaßt, und das ärgert uns, wie Atles, Gefahren bedroht, weichen aber in der Art, die geistige Bewegung was anspruchsvoll und eingebildet auftritt; bei de Sacy Sagegen' ift unserer Epoche zu würdigen, einigermaßen ab. Kein Jahrhundert, es die selbstbewußte, gewollte Beschränkung, die sich keinem Anderen glauben wir, hatte einen so weiten Blic in die Theorie des Weltals aufzudrängen sucht. Vorurtheile, bie weder aus der Trägheit, noch und der Menschheit, wie das unsrige; allein die reiche Bildung, der aus dem Zwang hervorgehen, sind die sicherfte Bürgschaft für die keine Geschichts-Epoche eine ähnliche an die Seite zu stellen hat, steht Erhaltung einer Menge trefflicher, zum Wohl der Welt nothwendiger außerhalb unserer Zeit und übt nur einen geringen Einfluß auf Fie Eigenschaften. Die Kraft einer Gesellschaft läßt fich nur um den Preis Ein roher Materialismus, der die Dinge nur nach ihrem unmittel einer gewiffen Zahl auf Treue und Glauben angenommener, nicot erst baren Nußen schäßt, strebt allmählid, fidh an die Spiße der Mensábeit durch die Logit zu erhärtender Grundfäße gewinnen...

zu stellen und alles in den Hintergrund zu weisen, was nur den Eine liebenswürdige Eigenschaft man könnte sie den Sinn Sinn für das Schöne, den reinen Wiffensdrang zu befriedigen dient. für das. Alte nennen giebt ben moralischen Auffäßen de Sacy's Jede Religion, jede Philosophie steckt dem Menschen hienieben ein eine feltene Anmuth. Hier erhebt er fich faft bis zur Poesie, obgleich ideales, über Genuß und Interesse hinausgebendes Ziel. Tragen nun dies nicht ganz genau das angemessene Wort für seine natürlichen Gaben die materiellen Fortsdritte dazu bei, uns diesem Ziel näher zu brin. ist. Dichtung und Sittenlebre find thatsächlich verschieden, beide aber gen? 3ft die Welt, seit ihrer Umgestaltung, in ihrer Gesammtheit feßen voraus, daß der Mensch fein Eintagówesen sei, ohne Band mit verständiger, ehrlicher, um ihre Freiheit besorgter, für das Schöne der unendlichen Vergangenheit, ohne Verantwortlichkeit für die unend- empfänglider geworden? Das ist die Frage. Ber fann an den Fortliche Zukunft. Was giebt den Dingen Interesse und Sdjönheit? Das fchritt glauben, ohne den gefährlichen Optimismus zu theilen, der die ihnen aufgedrückte Siegel des Menschen, der durch fie gegangen, ge- Erniedrigung des Geistes, wenn sie gewissen materiellen Verbesserunliebt, gelitten hat. Ein land ohne Urkunden, ohne Alterthümer, ift gen günstig erscheint, ohue Scham mit ansehen kann. für das Gemüth eine dürre, troftlose Wüste. Ein Marftfleden Um Die materiellen Fortschritte sind keinesweges zu verachten, und briens mit seinen etrusfischen Mauern, seinen römischen Trümmern, feßen wir zwei gleich verständige und gleid ehrliche Gesellsdaften, seinen mittelalterlichen Thürmen, seinen Landhäuschen aus der Re wovon die eine in reich entwidelter, äußerer Civilisation fich darstellte, naissance, seinen Jesuiten-Kollegien aus dem achtzehnten Jahrhundert, die andere aber dieses Vorzuges entbehrte — wir würden gewiß nicht wird für uns stets einen höheren Reiz haben, als unsere unaufhörlich anstehen, uns für die erstere zu entscheiden. Nur das geben wir nicht umgebauten Städte, wo die Vergangenheit nicht von Rechts wegen, zu, daß irgend welcher materielle Fortschritt für einen moralischen sondern aus Gnade und Barmherzigkeit nur als Theaterschmud ftehen Verfall schadlos halten könne. Das sicherste Zeichen der ErsQlaffung gelaffen wird. Die Tünche, welche die Spur der Zeit überstreicht, das einer Gesellschaft ist jene Gleichgültigkeit gegen jeglichen edlen Kampf

, Abtragen und Ebenmachen der Schichten des mensólidhen Lebens find so daß die großen politischen Fragen vor den industriellen und adni: die natürlichen Feinde aller Poesie. – Ebenso ist die Ehrlichkeit ein nistrativen in den Hintergrund treten. Alle Despoten reden den e Ding, das sich nicht aus dem Stegreif machen läßt; sie ist diesellschaften ein, sie würden deren Angelegenheiten weit besser besorgen

, Frucht der Generationen. Kein abstrafted, weder philosophisches noch als wenn diese sie selber in die Hände nähmen. So hat jedes Voll religiöses Prinzip hat die Macht, einen ehrlichen Mann zu schaffen. in seiner Geschichte eine Stunde der Versuchung, wo Satan an dasselbe Mander rühmt fich, er habe erft am Tage seiner Bekehrung anges herantritt und ihm die Herrlichkeiten der Welt mit den Worten zeigt: fangen, etwas rechtschaffen zu sein. O, über die große Täuschung! 1. Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mid anbetesi!" 3d würde mich vor diesem Mann febr in Acht nehmen, wenn ich nicht

(Fortseßung folgt.) glaubte, daß er, einer Rednerblume oder feiner Sache zu liebe, fick selber verleumdet hat. In der Ordnung der Geisterwelt sind viele

England. und vortreffliche Dinge jung; nicht also in der moralischen Weltordnung: hier ist Nichts zu erfinden, Nichts zu entdeden. In der Mo.

Gedichte von Edward Quillinan. ral ist das Alte das Wahre; denn das Alte ist das Ehrenhafte; das Die vor uns liegende Ausgabe (London 1853) enthält in niot Alte ist die Freiheit.

ganz dreihundert Seiten den poetischen Nachlaß eines Dichters, der Uebrigens bat de Sacy guten Grund, die Vergangenheit zu lies in seinem Vaterland wenig, in Deutschland, soviel wir wissen, gar ben; er fennt sie nur von der schönsten Seite. Sein Vater, der bes nicht bekannt wurde. Ein Freund des Verstorbenen, Herr William rühmte Silvestre de Sacy, gehörte jener Gesellschaft, für die der Name Johnston, hat der Gedicht-Sammlung eine kurze Biographie voran Jansenist nicht das Losungswort dogmatischer Spaltung, fondern das

gehen lassen. Außerdem hat ,,Sir Nathaniel" im New Monthly Maga Zeichen eines sittenstrengen, religiösen Bekenntnisses war. Die un zine diese interessante literarische Erscheinung besprochen. In nad streitig anziehendsten Blätter in seinem Buche bat de Sach dem An- folgender Sdilderung sind die beiden Auffäße benußt. denken einer ehrwürdigen Welt geweiht, in welcher er feine Jugend Es dürfte für den Leser nicht uninteressant fein, von vorn berverlebt hat. ,,Die Brüder de Bure, diese von den Bücherfreunden fo ein zu erfahren, daß Herr Quillinan der Schwiegersohn des berübmhochgeachteten Buchhändler, waren die Vertreter der alten, durch Hans testen Dichters der „Lake-school", Wordsworth, war. del reichgewordenen Pariser Bourgeoisie, jener Familien, die dasselbe Wordsworth, welcher anerkannter Weise langsam im Bewundern Gewerbe vom Vater auf Sohn, wie einen Adel vererbten; in einem war und sein Gefallen an einem Werke, selbst wenn er davon durd. oft raudgeschwärzten Magazin des Urahnen, mit dem Schilde, das es drungen war, nicht leicht aussprach, hatte an Herrn Quillinan, lange mit jedem Adelswappen aufnehmen konnte. Welche ungeheuchelte und ehe ihm derselbe durch Familienbande nahe getreten war, auf das aranmuthige Güte sprach sich in ihrer Haltung, welche Offenheit und erkennendste über seine Poesieen geschrieben. Ein Brief Wordsworth's Rechtlichkeit in ihrem Gesichte aus! Die gute alte Zeit athmete ganz an feinen späteren Schwiegersohn, im Jahre 1827, enthält folgende in ihnen. Seine Spur von Unmapung, von finsterem Ernft, von frie Stelle: dhendem Wefen der Habgier, pder von Hodymuth auf den Geldfack. ,,Dora hat mir Veute Jhr Gedicht noch einmal gelesen; dieses Durch die sanfte, rubige Gleichförmigkeit ihres Lebens, durch eine sowohl, als Ihre übrigen Shriften, haben mich zu der Ueberzeugung Eintracht, die sich keinen einzigen Tag verleugnete, durch das Glüd, geführt, daß es in Ihrer Macht steht, eine dauernde Stelle unter der das sie um sich verbreiteten, waren fie fo .glüdlid), wie man es nur Dichtern Englands einzunehmen, Ihre Gedanken und Gefühle, Jure auf Erden sein kann... Bählt der Familienfinn auch zu den altfrän- Kenntuiffe, Ihr richtiger Geschmad und Ihre Gewandtheit in da fischen Moden, die wir abgeschafft haben?'' 3d weiß nicht, ob, weif Behandlung der Versmaße geben Ihnen ein gegründetes Recht darauf ich selbst alt werde, es mid bedünken will

, daß die Menschen, bie ich in der Wahl Ihrer Stoffe sind Sie dagegen nicht glüdlich gewesen, in meiner Jugendgefannt, etwas Originelles und anmuthigeres in und ich erblide hierin bie Ursache diefes noch unerfüfften Ansprut .

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Eroß bieser günftigen Voraussage eines so bedeutenden Dichters Die lebte Strophe erinnert in ihrer graffen Seltsamkeit start Hat Herr Quillinan in den darauf folgenden fünfundzwanzig Jahren an Shelley's ,,Ode an das Elend", wie denn überhaupt der Grundiene Stelle nicht eingenommen, und wir müssen dem Urtheil des gedanke derselbe ist. Sir Nathaniel" beistimmen, wenn er sagt: „Seine fönsten Passagen Nach England zurüdgefehrt, knüpfte er seinen Umgang mit WordsIeudsten vom Wiederschein des Sternes von Rybal". (Wordsworth.) worth wieder an, und es scheint, daß die zarte Theilnahme Dora's, Ju der That hatte Quillinan seit seiner Jugend eine große Vera der Tochter des Dichters, ihn wieder mit dem Leben versöhnte. Darauf ehrung für Wordsworth gehabt und sich denselben zum Vorbilde erwählt. besuchte er noch zweimal Portugal, machte fich mit der spanischen

Edward Duilinan war 1791. in Oporto von irischen Aeltern ger literatur vertraut und übersepte manches schöne Gedicht. Im Jahre boren. Er hatte die militärische Laufbahn erwählt, zeigte aber früh 1841 , wurde die Neigung, die schon lange zwischen ihm und Dora große Borliebe für die Literatur. Im Jahre 1808 fam er zum zweiten Wordsworth bestand, durch die Ehe gekrönt." Sie verlebten zwei mal nach England, das er ale fiebenjähriger Knabe zum erstenmal bed glückliche Sommer auf der Insel in Windermere, im auregenden sucht hatte, um seine ersten Schulstudien daselbst zu machen.

Umgang des Professors Wilson und anderer ausgezeichneter Geifter. Als er nach sieben Jahren heimgekehrt war, hatte er seine Mutter Im nächsten Jahr jedoch wurde ihr Glüt durch die Sorge um die todt und Alles verändert gefunden, und als sein Vater fidh bald darauf Gesundheit der Mrs. Quillinan getrübt. Sie unternahmen beshalb wieder vermählte, zog er es vor, nach England zurüczulehren, und eine Reife nad Spanien, deren Erlebnisse bie franke Frau in einem that im Alter von 16 Jahren unter die schweren Dragoner in London. Reisejournal niederlegte, das 1846 erschien. Schon im nächsten Jahre

Eine satirische Brosdüre, die er gemeinschaftlich mit einigen Ra- ftarb fie. Herr Johnston bemerft darüber: ,,Es würde eine unpaffende meraben schrieb, brachte ihm drei Duelle ein. Darauf folgte er sei. Enthüllung häuslicher Verhältnisse fein, wenn wir die Briefe abdrucken nem Regimente nach Spanien, und trat nach beendigtem Feldzug mit wollten, welche Herr Quillinan in dieser Schmerzenszeit schrieb; es seinem ersten Gedicht: „The Sacrifice of Isabel", hervor. Es war fei uns genug, zu sagen, daß wir nirgends, weder in Schöpfungen der einem bekannten Literaten, ,, Sir Egerton Brydges", gewidmet, dessen Phantasie noch im Wiederhall des wirklid Erlebten, je Briefe gelesen Tochter Jemima er im folgenden Jahre heiratete.

haben, in welchen sich ein so männlicher Geist mit einer beinah weibIm Jahr 1821 wurde er mit Wordsworth befannt, und gewann lichen Zärtlichfeit verbunden ausspräche, an ihm einen Freund fürs Leben. Um diese Zeit verließ er den Nach dem Tode seiner zweiten Frau lebte Herr Quillinan fort

Kriegsdienst und siedelte sich an den Ufern der Rotha an – einem dauernd in der Cottage in Loughrigg Holme, die sein Glück umdi Strom, dessen Namen er seiner zweiten Tochter gab. Schon ein schlossen hatte. Er ging mehr als je mit Wordsworth spazieren, denn 1 Jahr darauf verlor er seine Frau, und ging auf Reisen, um seinen fie hatten jeßt eine neue, obwohl traurige Sympathie, das Grab auf

Kummer zu zerstreuen. Diesem tiefen Schmerz verdanken wir einige dem Friedhof in Grasmare, in welchem die zweite Frau neben der seiner schönsten Verse. Da sie zugleich von seiner gewöhnlichen Weise ersten rubte. Das schöne Sonnett ,,Eine Bitte" befingt diese beiden abweichen, so wollen wir diesen poetischen Ausbruch eines wilden Gräber. Schmerzes mittheilen, nicht ohne einen verföhnenden Klang folgen

Zwei Oråber, die der Opheu grún umhangen, zu lassen:

Umsdhließen meines Lebens Kern, mein Lieben;
Erinnerung an Jemima Quillinan,

Die Mutter, deren Kinder mir geblieben,

Ist in dem ersten jrül zur Ruh' gegangen;
welche im Mai 1822 starb.

Dao andre hält die Treu und Lieb' umfangen,
Wahnsinn, laß bei dir mich leben,

Die bei mir stand, wenn das Gewölf fich thúrmte,
Wolle Bürgerredyt mir geben

Wenn mir's in Innern wie da draußen sürmite,
In chaoi'icher Geisternacht.

Wo dann als Stern ihr Blic mir aufgegangen.
Alte Freunde will ich meiden,

Und zwisden diesen Gräbern sei beschieden
Will von Lieb' und Hoffnung scheiden,

Auch mir ein Grab, dort senft zur Ruh mich ein,
Will zerreißen igre Macht.

Wo audi der Tod mich grüßen mag hienieden.
Da die Quellen nicht mehr springen,

O laßt in Grasmere mich begraben sein,
Da des Todes dunfle Schwingen

Ju seinem Scooß umfange mid) der Frieden,
Ueberschattet Edeno Flur,

Dort grüße mic des neuen Morgens Schein.
Da ich bin so ganz verlassen,

Es währte nicht lange, so wurde der ältere Dichter auf demselben
Adh, vermag ich zu umfassen

Friedhof zur Erde bestattet. Der jüngere Poet überlebte seinen Didy, o tiesites Glend nur.

Schwiegervater nicht lange, er starb im folgenden Jahr 1851. Noch Oft hat Sdímerz mids überfluthet,

im Delirium der rasch herannahenden Auflösung sprach er von Litera. Aber immer stark gemuthet,

tur, und versuchte, die Feder in der Hand, seine Uebersegung der GeWiderstand ich seinem Bann.

fhidhte von Portugal, uzum Nußen seiner Töchter", zu vollenden. Menschenstimmen konnt' ich hören,

,, Am 12. Juli 1851 umschloß der grüne Friedhof Grasmeres einen Die den finstern Gram beschwören,

neuen stillen Bewohner, der bort neben den Lieblingen feines Herzens Und id; fimpfte als ein Manr.

fdläft, im Angesicht der ewigen Berge, die er oft besungen hat. Oft war ich vom Gram verdüstert,

Rastlos war die Perndte während der leßten Jahre in diesem Fried. Aber dann hat Ruh' geflüstert

hof unter den Bergen."
Mir ein süßberedter Mund;

Herr Quillinan war von Geburt und Erziehung römisch-kathos
Dir im Auge, theures Wesen,
Durft' id; zarte Liebe Lesen,

lisch, aber er hielt sich an die Gebräuche der englischen Kirche. Er Und ich ward vom Granı gesuus.

war als Mensch allgemein geschäßt und geliebt. Eine große Reizs

barfeit und Rastlosigkeit zeigte jedoch an, daß irisches Blut in seinen Auf die Berge fonnt ich preifen,

Adern floß. Deshalb erreichte seine Poesie wohl auch nie die erhas
Mit dem freien Vlid ergreifeu
Konnt' ich deinen Reiß, Natur;

bene Ruhe, welche über der Poesie Wordsworth’s wie ein tiefer blauer Deiner Sänger frische Lieder

Himmel liegt. Dennoch ist es für den Leser interessant, zu beobachStimmten meinen Mißilang wieder,

ten, wie der Strom seiner Dichtung im Verlauf der Jahre, beschwich Wann ich ging auf deiner Spur.

tigt durch den Einfluß seines edlen Vorbildes, klarer und ruhiger baBeten fonnt ich fonnt erflehen

binfließt. Gottes Beisland meinen Wehen,

Zu denjenigen seiner Gedichte, welche als Nachahmungen Wordss Ahnt im Dunfel höh'res Licht.

worth'8 genannt werden, zählen ,,Die wilden Blumen von Westmore. Jeßt hat Nacht mich ganz umhüllt,

land" und ein liebliches Gedicht, welches, durch seine Beziehung auf Härte Hat mein Herz erfüllt

das Dichtertind Dora, hier eine Stelle finden mag:
Beten, beten fann ich nicht!

Eine Blume von Fairfield.
Nimu mich auf! Vor dir nicht beb' ich,

Ich ging am Wasserfall dahin
Besser ist's, als Irrer lek' id,

Versenft in fiße Phantasieen,
Wahnsinn, nimm die Last mir ab!

Jn Cinsamkeit und Schweigen.
Diese schweren Nachtgedanfen,

Da stand cin Blümchen ganz allein,
Die zerstörtes Glüd umranken

Wie ein Gedanke fchcu und rein,
Wie der Epheuzweig das Grab.

Der nidyt liebt, sich zu zeigen.
Mach' mich dein! laß midi zum hellen

Eine Primel war's im Bergesschooß,
Vollmond gleich dem Hunde bellen,

Die Kluft war grún, verbramt mit M008,
Wáhrend höhnt der Echo'o Klang.

Vom Farrnfraut überbogen.
Als dein Priester laß mich heulen,

Sáildwashert zwei, die fand ich auch, leaves
Hodt vom Thurm, dem Nest der Eulen,

Ein Brombeerbuid), ein Dornenstraud.
Ginen wunderbaren Sang!

Die hatten die Wacht bezogen.

Ich sprach: 190 ift bao benbild

Der Berfaffer caratterifirt nun die Schwierigkeiten beim Ueber, Der süßen Jungfrau, scheu und mild,

feßen aus den einzelnen Sprachen, welche bei jeder wieder verschieben Deren Geist entzüdt die Wilbril.

find: das Englifdhe z. B. ift zu turz im Audbrude; das Deutsche tann Ich will aus ihrer grünen Zell'

mit seinen zweisilbigen Wörtern den einfilbigen bed Englifchen nicht Sie führen hier zur trauten Stell’,

überall folgen; feine lautliche Gebrängtheit und finnliche Energie find Bu fdhau'n ihr Blumenbildnis.

unerreichbar. Ganz anderer Art sind die Schwierigkeiten bei UeberDa führt' ich hin das Dichterfind,

tragung aus den romanischen Sprachen, die sich durch Breite des Aug Die Blume bebt im Frühlingswind,

druder und Finnliden Wohlflang auszeichnen. Der Berfaffer unter Die Maid in fußem Schweigen.

scheidet eine breifache Art von Nachbildung: bie ftillose Uebersegung, Wir fanden fill im Bergesgrund, Und seit der wundersüßen Stund'

die Originaldichtung in fremdem Stil und die strenge, oder ftilhafte Nannt' ich die Maib mein eiger.

Ueberseßung. Die erstere giebt die Form verloren, bewahrt aber den

Inhalt desto treuer, die zweite bezieht sich auf das Einbürgern frember Außer den schönen, meist der Trauer geweihten Sonnetten fins Formen, z. B. des französischen Alerandriners, des griechifo - lateiniden fich unter den Dichtungen viele höchft anmuthige kleinere lieder. den Herameters in's Deutsche; die britte Gattung ist eben ein Gr. Unter den Balladen zeichnet sich ,, Agnes von Holmgarb" durch eigens werb aus der zweiten; Rammler’s Ueberseßungen des Horaz, Boffens thümliche Behandlung eines pielbesungenen Stoffes aus. Noch er Homer u. 4. m. find ftilhaft; ebenso Schlegel's Shakspeare, Stred. wähnen müssen wir die Ueberseßung der ,,Lufiabe" von Camoens, fuß? Dante u. F. m. 3m Ganzen läuft das Ergebniß darauf hinaus, die ale , geiftvoll und fließend" bezeichnet wird.

daß man eigentlich vollfommen erschöpfend und befriedigend nidt C. v. Ploennies. überfeßen, daß man nur immer etwas Annäherndes geben kann.

Angefügt ist ein Schlußwort über den Einfluß des Spradenlernens auf den menschlichen Geist und den sprachlichen Unterricht auf Gymnafien und Realsdulen, der viel Beberzigenswerthes enthält

. Die Kunft des Ueberseßeus.

, Wie die Sachen stehen, ist der Gelehrtensdüler, der auf einem uns

gesattelten Pferde reiten gelernt hat, so viel ficherer und gewandter, ,, Die Kunst des deutschen Uebersegens aus neueren Sprachen", daß er dem Realschüler im geistigen Wettrennen um mehr als eine so heißt eine fürzlich erschienene Schrift von Tycho Mommsen.') Ein Pferdelänge voraus ift; tausend Begriffe, die mit dem deutschen Leben interessantes Büchelchen gewiß für jeden, der einige Bekanntschaft mit unauflöslich verwachsen sind, hat er bereits erfaßt, während dieser neueren Sprachen und Literaturen hat, zumal, wenn er versucht haben einen mehr materiellen Schaß hat. Zu legterem fann aber der Gefollte, metrische Uebertragungen daraus zu machen. Denn vorzugs. lehrtenschüler immer noch gelangen u. f. w. Mit Recht dringt der weise von metrischen Ueberlegungen ist hier die Rede. Da in Deutsch Verfasser auf Tiefe und Solidität der sprachlichen Grundlage. land die Ueberseßungskunft (leider auch das Ueberseßungsbandwerk) praftisd so ausgebildet ist, wie es ohne Zweifel noch in feiner Sprache und Literatur der Fall war, so ist es nur recht und billig, und deut

Mannigfaltiges. schem Wesen wohl angemessen, wenn die Regeln dieser Kunst in's Bes

Die Verfälschung der Nahrungsmittel, von Dr. H. wußtsein gehoben, wenn eine Theorie, ein System angestrebt wird. Kiende. Mit der fürzlich ausgegebenen Fiebzehnten Lieferung ist

Es ist merkwürdig und für unseren Charakter sprechend, daß wir nunmehr das vor etwa zwei Jahren in unserem „, Magazin" ausführliği für Poesie und Profa, für Uebersegung und Original - Arbeiten einen angezeigte Werk des Dr. Hermann Klende vollständig eridienen.”) so ganz verschiedenen Standpunkt haben. Welcher Fleiß, welche Aus- Anfangs nur als eine erweiterte Bearbeitung des bekannten englismen dauer, welde baarspaltende, filbenflaubende Sorgfalt wird auf die Werkes von Hill Fassal und des französischen von A. Chevallier ane Wiedergebung fremder Literaturwerke verwandt? Welche Mühe läßt es gefündigt, ist es nach und nach zu einem Kompendium angewanserte fich nicht ein Ueberseper kosten, hier eine Onomatopoesie, dort genau zu dessen Herstellung der Verfasser eine ganze Bibliothek von deutsøen, die Silbenzahl, den Tonfall, den Gedanken u. f. w. getreu wiederzu- französischen und englisden chemisden und gewerbepolizeilichen Söhrift geben? Und wie nadhläffig, ja lüderlich, verfährt eine große Zahl stellern benußt hat. Alle diese, in der dem Buche beigegebenen Literaturunserer Dichter mit ihrer Muttersprache, welchen unfünstlerischen Uebersicht namhaft gemachte Autoren sind jedoch mehr oder weniger Sudel- und Schmierstil schreiben nicht viele Prosaiter?

hinter den Fortsdritten der neueren Verfälsdungskunft zurüdgeblieben

. Es ist nicht zu leugnen, daß diese ausgebildete Uebersegungskunst Aus Privatmittheilungen, die dem Verfasser noch während des Druces einen vortheilhaften Einfluß auf unsere Muttersprache geübt hat; zugingen, konnte er fein Wert nach allen Seiten hin ergänzen, so daß fie ist unendlich dehnbar und geschmeidig geworden und hat viel von es jeßt nicht blos für Deutschland, sondern auch selbst für England ihrer ursprünglichen Steifheit und Härte verloren. Das gewaltige

Das gewaltige und Frankreich eine Quelle der Belehrung geworden ist. Das Buch Philologendeutsch (nicht blos griechisches und lateinisches), welches die zerfällt in sieben Abschnitte: 1) Kolonial- und Materialwaaren; 2) Mehle Sprache 'vielfach auf ein Profruftesbett (pannte, ist allmählich gezähmt waaren und Brod; 3) Gewerbliche und Fabrik - Produkte; 4) Produkte und gemildert worden; manches der gebrod;enen Gelenke ift biegsam und Nußstoffe der Dekonomie; 5) Parfümerieen, Konfitüren und Weine; geblieben und nur der Kundige merkt noch das Fremdartige heraus. 6) eingemadhte Sachen, verkäufliche Saucen, Fleischspeisen und DelikaSelbst in Originaldichtungen erfennt man leicht den Einfluß der Ueber- tessen in Büchsen; 7) endlich Droguen und Farbenstoffe (welche leßte Teßungsfunft: der Renner weiß zu entscheiden, welche Wendung, welcher Abtheilung allein 200 Seiten fült). Als Anhang ist ein Kapitel über Ausdruck aus dem Englischen, sus dem Französischen, oder aus dem Verfälschung von Handschriften und Geld geliefert. Ein alpabetisches Griechischen, akklimatisirt fei.

Sachregister macht das Wert zum bequemen Nadschlagebuch für Kaufulso nochmals heißen wir diese kleine Schrift als einen Beitrag leute, Gewerbetreibende, Dekonomen und selbst Hausfrauen, von denen zur Orientirung in den literarisden Bestrebungen unserer Zeit willa namentlich die Erfteren, insofern die hier besprochenen Gegenstände zu kommen. Borangeschickt wird eine übersichtliche Geschichte der Ueber: ihrem Geschäftsbereiche gehören, eit solches Wert nicht entbehren feßungefunft in deutscher Sprache, die erst eigentlich in derselben mit können, um sich nicht den spekulativer. fünften der Verfälscher gegen. Dpij anfängt. Denn die Luthersche Bibelüberseßung und alles Frü: über empfindlichen Nachtheilen auszuseßen. Nicht weniger als zwei bere gehören einer wesentlich verschiedenen Geistesrichtung an. Die hunderteinunddreißig 3llustrationen, größtentheils mikroskopische AnFranke deutsche Literatur oder, beffer gesagt, der franke deutsche Geift' richten der verfälschten Gegenstände, find in den Tert des Werfed bedurfte der Stüßen, um wieder geben zu lernen, um fich felbft wieder eingedruct. zu finden. Holländische, italiänische, französisde, englische Muster wurden

*) „Die Verfälschung der Nahrungsmittel und Getränke, der Kolonials der Reihe nach benußt, um der eigenen Literatur einen Halt zu geben; waaren, "Droguen und Manufafte, ber gewerblichen und landwirtbichaftlichen aber erst seit Klopftock und Lessing wurde es möglich, wirklich fünft. Probufte“. Nach Arthur Hill Hasial und 4. Chevallier, so wie nad eigenen

Untersuchungen von Dr. Hermann Klende. Mit vielen in den Tert gedrud lerische Nachbildungen des Fremden zu versuchen. Herder eröffnete das

ten Abbildungen. Ein Band von 1100 S. in 8. Leipzig, 3. 1. Weber weite Gebiet der Volfs - Poesieen und seitdem ist aus allen möglichen 1856 - 1858. Sprachen, Sanskrit, Arabisch, Persiso, Chinesisch u. f. w. überseßt worden, von Griechisch, Lateinisch, Spanisch u. f. w. ganz zu fdweigen.

*) Leipzig, bel Adolph Gumprecht, 1858.

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durd jenen Seelenabel ausgezeichnet fei, der die größten Könige be. Italien.

fiegt habe.

Ferrante blieb denn auch der kaiserlichen Sache treu und wurde Bittoria Colonna.

bald zum Feldherrn über ganz Italien ernannt. Er starb am 25. Nos In dem alten Sloffe des Städtchens Marino, welches zwischen vember 1525, erst 35 Jahre alt. Sein Saupterbe war del Vafto; Albano und Frascati belegen ist, wurde Vittoria Colonna 1490 ge bie Witwe erhielt ein glänzendes Auskommen. Sie zog sich in das boren. 3hr Bater, Fabrizio Colonna, einer der berühmteften KrieggNonnenflofter San Silveftro zu Rom zurüd. Hier erlebte fie den kundigen und Kriegsbelden feiner Zeit, erlangte die erbliche Würde Kampf ihrer faiserlich gesinnten Familie wider die Drsini's, fuchte eines Groß- Ronnetabels von Neapel; ihre Mutter, Agnes v. Montes nach Kräften während ihres Aufenthaltes zu Neapel und auf Ischia feltro, war die Tochter des Herzogs von Urbino. Das Geschlecht ber zu vermitteln, wohnte dann meist wieder in Rom und lehnte alle Colonna's war damals hoch angesehen und mächtig; fein Grundbefiß Heirathsanträge, die ihr gemacht wurden, ab. dierstreckte sich über einen bedeutenden Theil des füdlichen Jtaliens. In Rom, wo sie in dem Palast der Colonna's mit ihrer ShwäFabrizio Colonna, mit Alfonso d'Avalos, dem einflußreichsten Mitgliede gerin Johanna von Aragon zusammenlebte, jener Johanna, deren von der aragonesischen Partei, eng befreundet, verlobte feine vierjährige Rafael gemaltes Bild noch heut eine der größten Zierden des louTochter dem einzigen Sohne Alfonsoʻs, Francesco Ferrante, Marchese bre ist, war sie hochgefeiert. Ariost befang sie („Orlando”, Gesang 37, von Pedcara, der mit ihr fast in gleichem Alter war. Die Kinder Str. 16 ff.); Michel Angelo war ihr mit begeisteter Verehrung zugehatten beide eine vortreffliche Erziehung genossen. Am 27. Dezember than. Wir können nicht umhin, eines feiner ihr geweihten Sonette 1509 wurden die Verlobten vermählt. Die glänzendsten Fefte fanden in der köftlichen Ueberseßung von Carl Witte mitzutheilen: dabei ftatt und prunkender Reichthum umgab das junge Paar, welches

Hat erst die Kunst, die gottgeborne, reine, in dem Hause der Herzogin von Francavilla auf Jødia, im Kreife

Ein Mensdhenbild erfaßt, so formt gemad der friegserfahrenen Helden Prospero und Fabrizio Colonna, des Für.

In niederm Thon fie der Gedanke nach, ften von Salerno, des Marchese della Pabula, des Queyra, des fies

Daß ihre Gritgeburt dem Aug' ersdeine. ramosca und der ebenso gelehrten als funftsinnigen Männer Cariteo

Doch in der zweiten erst, im harten Steine, Sanazzaro, Rota, Bernardo Taffo, Mufefilo Filocato, Giovio, Min

Erfüllt der Hammer das, was er versprach: turno glüdlichste Tage verlebte. Allein die kriegerischen Wirren,

Verklärt und neugeboren fennt hernach welche Italien bald auf& neue heimzusuchen begannen, riffen den ge

Begränzung seines Ruhms bas Kunstwerk feine. liebten jungen Gatten von der Seite seiner Frau, er 30g mit dem

So fam ich als Entwurf von mir zur Erde,
König von Neapel in's Feld.

Bestimmt, daß ich durch euch, w Frau, voll Hoheit,
Vittoria, die reizende, zu voller Shönheit erblühte Frau, fuchte

Als ein vollfommu’res Werk geboren werde. und fand erheiternden Troft in dem Studium der schönen Literatur

Mein Zuviel tilget, es ergänzt die Lüden der Italiäner und des flassischen, römischen Alterthums; auch begann

Qu'r Mitleid; doch verscherzt ich das in Rohheit, fie selbst zu bichten. Man hatte ihr einen Neffen, bel Basto, ander

So wendet mir auch alles Heil den Nürfen. traut, der sich keiner Zucht beugen wollte; es gelang ihr, denfelben so umzuwandeln, daß er, aller Rohheit abhold, sich dem Studium zu Michel Angelo, dieser gewaltige Geift, war kein fader Schmeich. wandte, während ihn sonst nur kriegerische Uebungen ergößt hatten. ler; um so mehr ehrt dies herrliche Sonnet Diejenige, welcher es ges Wenn man später auf ihre Kinderlosigkeit hindeutete, so rühmte file widmet wurde. sich mit vollem Recht, del Vasto geistig geboren zu haben.

Bernardo Tasso dedizirte ihr seine Eflogen und Elegieen, Giovio Francesco Ferrante war inzwischen in die Gefangenschaft des das lateinisch geschriebene Leben ihred Gatten, der Kardinal Pompeo Feindes gerathen und sah in dem Rastell von Mailand der Heilung Colonna das Lob der Frauen, Kardinal Gasparo Contarini seine Abs feiner rühmlichst erworbenen Wunden entgegen. Hier führieb er eis bandlung über den freien Willen; beide Werke waren gleich falle las nen Dialog über die Liebe, der verloren gegangen ist. lange und

lange und teinisch verfaßt. Neuer Zwist zwischen dem Papst und der Familie heißersehnt, kehrte der junge Held wieder in die Arme der Gattin zu- Colonna nöthigten Vittoria, sich nach dem Nonnenfloster San Paolo rück; die Königin Isabella von Spanien soll damals zu ihm gesagt zu Orvieto zu begeben. Im Jahr 1541 war sie wieder in Nom und haben: „Ich möchte ein Mann fein, Herr Marchese, um zu erfahren, dann zu Zeiten in Viterbo, wo sie Ende Februar 1547 in ihrem fieob mir die empfangenen Wunden fo gut ftänden als Euch". Nicht benundfunfzigsten Jahre ftarb. lange blieben die Gatten bei einander; neue Kämpfe brachen aus, fie Inmitten einer Gesellschaft, die der Wissenschaft und der Kunst brachten dem trefflichen Ferrante neuen Ruhm und den Titel eines ergeben, die herrlichsten Leistungen derselben um sich bervorgeben sah, Oberkammerherrn. Dies hatte sich im Jahre 1515 begeben. Im Jahre inmitten einer Sittenlosigkeit, die selbst an heiliger Stätte das Heis 1517 ging er als abgesandter an Karl V. nach Flandern, war nodo ligfte nicht achtete, die bei den Mächtigen in der Kirche, wie im Staat, in dem nämlichen Jahr wieder in der Heimat, und reifte einige Zeit dem Verrath, der treu- und rubelosen Intrigue Thür und Thor öffdarauf mit seiner Vittoria nach Rom. Wir finden bann Ferrante in nete und die niedrigsten leidenschaften zu gegenseitigem Kampf. ander gewaltigen Schlacht bei Pavia, welche Frankreichs König Franz I. {pornte, warf sich Vittoria mit reiner Inbrunst dem driftlichen in die Gewalt seiner Gegner brachte. Ferrante hatte sich bei Leitung Glauben, der Hoffnung auf das verheißene Heil, in die Arme, und dieser Schlacht so auigezeichnet, daß er hohen lohn zu erwarten bes sind schon ihre weltlichen Sonnette von dieser Inbrunft durchdrungen, rechtigt war; er hielt es aber für seiner nicht würdig, um denselben so tritt fie noch bei weitem ergreifender in ihren geistlichen Sonnetten zu bitten. Da versuchte man, ihn der faiserlichen Sache abwendig hervor. Da ist keine Gefühlständelei wahrzunehmen; es ist die echte, zu machen und bot ihm die Königefrone von Neapel an. A18 Vit- christliche Demuth, mit der sie sich abwendet von der falschen Welt, toria davon Kunde erhielt, schrieb sie ihm: er möge fich feiner bes die ihr doch so viel Glanz und Herrlichkeit darbot, die Demuth, mit währten Tugend erinnern, deren Ruf und Preis fchon das Geschic der sie, statt auf die neur Musen, ihren Blick auf die neun Envieler Könige überflügelt habe. Nicht die Größe der Reiche und gelchöre richtet, welche die ewige, die wahre Weisheit eröffnen. InTitel bringe die wahre Ehre, sondern sie werde auf dem geraden dem sie die heiligen Nägel als ihre Federn, das kostbare Blut als Wege des Rechts und der Tugend errungen, um dann den unge ihre Dinte, den Heiligen Leichnam als ihr Papier ansieht, um die schwächten Glanz auf die Nachfommen zu vererben. Sie verlange leiden ihres Herzens aufzeichnenzu können, ruft sie nicht den Parnaß, nicht, das Weib eines Königs zu sein, wohl aber bes großen Feldherrn, nicht Delos an; eg thut anderes Wasser noth, ein anderer Berg ift welcher nicht bloß im Kriege durd Tapferkeit, sondern auď im Frieden zu ersteigen, den der Fuß des Menschen allein nicht zu erklimmen vera

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