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Hauch des Frühlingo grünenden Gefilde in ihm das Gefühl des von einer Gattung Malerei, die man die monumentale nennt, und Lebens und die Hinneigung zur Erde wieder mächtiger erwedt haben, von denen das eine die Façade einer italiänischen Kathedrale, das diesem erscheint Mephistopheles. Der Geist ist vorbereitet, der Ver- andere ein gothisches Kirchenfenster darstellt. Indem beidé in dreizehn sucher ift furchtbar. Mephistopheles! Die verkörperte Idee der Ver- Abtheilungen getheilt find, bieten sie in diesen die hervorragendsten neinung, der Ironie, der niedrigen Instinkte, jenes brutalen Materia- Scenen und, so zu sagen, die Hauptmomente in der Entwickelung

lismus, nach dem hohe und stolze Seelen, wie die des Faust, in der Handlung dar, während den kleinen Räumen und dem Theile der mächtigem Drange hingezogen werden, wenn sie, das wahre Absolute architektonischen Verzierung das vorbehalten ist, was die Natur für suchend, den Zweifel am Grunde jeglichen Dinges finden, wenn sie, weniger wesentlich, aber zu einer vollständigen Darstellung doch für n's Unermeßliche. strebend, an die Gränze stoßen. Diese Anziehung, nöthig hielt. Die wohl verstandene Vertheilung von Licht und Schatten ihnlich derjenigen, die der Mensch vor dem Abgrunde oder dem dient nicht nur dazu, das, was sich am besten dafür sdict, hervor. Strudel des tiefen Wassers fühlt, ist die einzige Macht der Ver- stechen zu lassen oder im Dunklen zu halten, sondern auch besonders führung, der einzige Zauber, den Mephistopheles in fich hat, der sonst dazu, die verschiedenen Theile des Gemäldes mit einander zu ver

To häßlich und widrig ist mit seinem Pferdefuße, mit seinem spötti- binden und ihnen Einheit zu geben, indem er so jede mögliche Rehnden Hohnlächeln gegen alles Großherzige und Heilige, mit seiner lichkeit mit den mit historischen Bildern verzierten Tapeten beseitigt und höllischen Bereitwilligkeit zu jeglichem Werke der Vernichtung; ein hiermit bewirkt wird, daß das Auge mit einem Blick auf die Leinwand

abscheuliches Gemisch von Mensch, Dämon und vernunftlosem Thier. die Idee der beiden Gedichte sowohl in ihrer reichen Mannigfaltigkeit Chenit. Dieser böse Geift, der höchste Gegensaß des Dantesden Virgil, ver wie in ihrem innerften Zusammenhange erfaßt. Es ist nicht meine

führt Faust, läßt ihn mit seinem Blute einen Verdammungsvertrag Absicht, auf eine Beschreibung dieser Gemälde einzugeben; was übria untersdreiben, indem er ihm dafür das süße Leben verspricht; und wie gens schon bezüglich der „Göttlichen Komödie" in vortrefflicher Weise Virgil Dante zur Reinigung führt und in die Regionen des Geistes von dem berühmten Pater Giuliani gethan worden ist, und eine hina hinaufsteigen läßt, fo zieht er dagegen den Doktor mit fich fort zum länglich ins Einzelne gebende Beschreibung von dem einen wie von Verderben in der Wolluft, zur Vernichtung in der Materie. Dieß dem andern findet sich in einer der legten Nummern des Florentiniwenigstens ist die Absicht des Mephistopheles; nur daß der Böse seine schen Journals: Le arti del disegno. Mir genügt es für meinen Rechnung følecht gemacht hat, und daß er am Ende die Wette vers Zweck, darauf hinzuweisen, wie Herr Vogel, den Gedanken Goethe's liert. Die Natur des Fauft ist von der Art, daß er, so tief er auch nigt billigend, daß der allen Verirrungen der Leidenschaften über

finkt, sich immer wieder erhebt mit unbezwinglicher Gewalt. Er wird lassene Mensch auch ohne das Bedürfniß der Buße zu Gott aufsteigen a: nie müßig in der Verweidlichung ruhen und nie zum flüchtigen könne, die ,,Göttliche Komödie als eine nöthige Ergänzung des * Augenblick sagen: o du bist schön; bleibe, du bist fdön; in welchem , Faust" betrachtet und deshalb von diesem nur den ersten Theil dar

Augenblic, nady dem Vertrag, Alles zu Ende sein und er die ewige gestellt hat, in welchem mit einer so großen Wahrheit und Wirkung * Beute Mephistopheles' werden würde. Man sieht ihn in der That das immer tiefere Sinten des Menschen bis zu jenem Punkte ver

hinter seinem verkehrten Führer feine ganze Hölle der Leidenschaft und anschaulicht wird, wo Dante in dem wiiden Walde verirrt ist. Er hat S des Lafters hinuntersteigen, bis auf den legten Grund, der das Ge- dagegen das ganze italiänische Gedidyt dargestellt, weil durchgängig ge

fängniß Margarethens ift, des Mädchens, das er verführt und bald zeigt wird, wie der Mensch steigt; ich sage durchgängig, dem selbst für die Gespenster der Walpurgisnacht, für die Ausschweifungen, d. 1. das Absteigen Dante's durch die Kreise seiner Hölle ist in Wahrheit den Strudel der großen Welt, wieder verlassen hat; und indeß eilte ein Aufsteigen, indem es nicht auf dem Wege der Handlung, sondern das Geschick der Elenden vorwärts, und auf die Trunfenheit eines dem der einfachen Betrachtung gedieht, um das Unglück und die

Augenblickes famen an einander fich drängend der Tod der Mutter Häßlichkeit des Lasters zu kennen und es zu fliehen. In dieser Be: Die Ermordung des Bruders, die Schreden, die Schande, der Kindere ziehung fönnte man mit Wahrheit sagen, daß Dante seine Hölle bemord, das Gefängniß, das Blutgericht.

trachtet, während sie Faust madyt; was ganz mit der Absidyt der beiden Aber auch aus dieser Tiefe, mit welcher der erste Theil des Dichter übereinstimmt, die id; eben zu erläutern versucht habe,' und Dramas chließt, erhebt sich Fauft wieder, und wir sehen ihn dann am den wahren Grund angiebt, warum Dante der Geld feines Gedichtes Anfange des zweiten Theiles – wieder neu belebt inmitten einer nicht ist und nicht sein konnte. fuge noch bei, daß Herr Vogel

strahlenden und lachenden Natur, mit dem Vorsaß, von nun an bes eben ein drittes Gemälde über Virgil's Aeneide vorbereitet, welches 4 ftändig nach einer höheren Existenz zu streben; wie Dante aus der sich mit den zwei vollendeten vortrefflich zu einer Trias verbinden

Tobtenluft herausgetreten sich neu belebt: Dolce color d'oriental zeffiro, wird, indem auch die Aeneide eine ganze Darstellung des Lebens ist, im Anblick der zitternden See, beim Gesange des Freundes Casala, wie es von einem großen Geiste in der Blüthe der beidnischen Civili

und sich anschidt, den Berg seines Fegefeuers zu ersteigen. Und aud sation aufgefaßt wurde, und außerdem den Keim in fidh trägt, aus * Faust beginnt dann, ein Fegefeuer in seiner Art durdhzugehen, das weldem sich das großartige Gebilde der ,,Göttlichen Komödie" ent

Fegefeuer der unermüdlichen Thätigkeit: bald am faiserlichen Hofe widelt hat..

unter Sdauspielen, der Speculation, der Politik und des Krieges; So werden durch die Werfe dieses tüchtigen Meisters die Farben, : bald auf Griechenlands Erde inmitten aller aus dem klaffisden Alters mit der Gewalt des Wortes wetteifernd, drei der bewunderungs

thum hervorgerufene Phantasmen und in Liebe fosend mit Helena, würdigsten Schöpfungen wieder erzeugt haben, welche den Geist der

bem göttlichen Typus der Schönheit griechischer Kunst, bald beschäftigt, Menschen verherrlichen, und auf ihn wird man mit Wahrheit den · zu erobern, zu besigen und zu herrschen, bis die Cura ihm in's Ant Vers von Tasso anwenden können: $ liş baucht und ihn erblinden macht, die Lemuren ihm das Grab

Muto poeta di pittor canori.” graben und darin seinen Körper versenken. Es sinkt in jenes Grab + der Körper, aber der unsterbliche Theil, der von der Heerschaar der

Frankreicis. Engel dem Mephistopheles und seinem Gesindel geraubt wird, erhebt

Der Fatalismus in der Geschichte. o fich zum Himmel. Und diese endliche Lösung fällt thatsädlich mit

jenem Begriff des pantheistischen Fatalismus zusammen, der, wie ich Augustin Thierry hat in der lebten seiner S driften, der „Introeben sagte, das ganze Drama belebt. Besonders bemerkenswerth find

duction à l'Histoire du Tiers - État", den vollendeten Thatsachen der bann jene Worte, mit denen Goethe shließt: ,,Das Ewig-Weibliche Geschichte ein so günstiges Attest auogestellt sie gewissermaßen fo zu zieht uns hinan", mit welchen er das Prinzip bezeichnen wollte, das verberrlichen oder zu beschönigen gesucht, daß er damit einem bisloria nach ihm die prädestinirten Seelen von den Verirrungen und dem schen Fatalismus zu buldigen scheint, der an diesem Historifer um Fate immer wieder erhebt. Dieses Prinzip besteht in der Liebe, deren so mehr auffallen mußte, als er in allen früheren Werken als beewiges Symbol das Weib ist, vor allen anderen Wesen durch Schöns barrlifter Anwalt der Unterdrückten aller Jahrhunderte, als Verheit bevorzugt. Dante macht zwar auch die Liebe zum einzigen Prinzip, fechter der Gemeinderechte und der outlaws von Sherwood (1. die das vermittelft des Schönen uns zum Wahren und Guten, nämlich Histoire de la Conquête d'Angleterre, par les Normands"), als zu Gott, erhebt; aber wie sehr von Goethe verschieden er diese Liebe Wortführer der Besdwerden des Jacques Bonhomme auftritt und

verstebe, kann jeder sowohl in den zwei Gesängen des Fegefeuers es schwer begreiflich war, wie derselbe Forscher zugleich der Don Ć (17—18) sehen, wo er ausführlich davon spricht, als auch in dem Quijote der Unterdrüdten und Schildträger der Unterdrüder sein ganzen Kontert und der Defonomie seines Gedictes.

konnte. Unseres Wissens baben gegen diesen Fatalismus in der Das bisher Gesagte ist ein schwacher Wink von dem, was ein Geschichte schon Edgar Quinet und Albert de Broglie Protest einAnderer über einen derartigen Gegenstand sagen könnte, und ich ber gelegt. Nachdrücklicher aber ist dieses von Edmond de Guerle gea merkte schon, daß mir zwei Bilder von Karl Vogel dazu Gelegenheit scheben.) Wir theilen das hierher Vehörige mit: gaben, Bilder, in denen das doppelte Drama der ,,Göttlicheu Ros „Es ist zu findisch“, sagt de Guerle, ,, wenn sich Leute behaglich mödie" und des , Fauft“ in Farben übertragen ist

. Eine so schwies in ihr Kabinet verídließen und da, mit einem Lächeln auf den lippen 3 rige Aufgabe ist geeignet, die Kühnsten abzuschreden, und doch ist sie und einer gewissen seligen Genugthuung, unter den Blutgerüsten und von dem waderen Künstler mit einer seltenen Tiefe der Einsicht und

*) In dem lesene werthen Aufsat: „Aug. Thierry, sa vie et ses oeumit meisterhafter Ausführung vollendet worden. Es sind dies Bilder vres", im zweiten Septemberheft der Revue des deux Mondes.

Wolføgruben der Geschichte luftwandeln. Giebt es wohl eine Zauber: ruthe, die das von Tyrannen bergossene Blut in Himmelsthau ber

Mannigfaltiges. wandelt? eine gebeime Kraft, die uns die leiden der berlebten Genes Béranger's Schwefter. Boiteau, der Herausgeber Hout rationen so leicht erträglich macht, und sollte das Wohl der Menschheit, Béranger's nachgelaffenen Schriften, hat fich veranlaßt gesehen, gegen gleich der Pflanze, aus verderbtem und faulem Samen Hervorgeben? die über Béranger's Leben erschienenen Krititen eine Broschüre herausEs zu glauben, wäre man in der That versucht, wenn man sieht, was zugeben,“) hauptsächlich zu dem Zwecke, die widersprechenden Ansichten aus dem Verbrechen wird, sobald man es durch das Prisma der Jahr- über Béranger's Leben, Meinungen, Genius, persönliche Erinnerunhunderte betrachtet. Es ist eine der angebornen und demüthigendsten gen 2c., wie fie nach seinem Tode in die Deffentlichkeit getreten fint, Swachheiten des Menschen. Während sich unsere Augen schaubernd zu beleuchten und, wo es nöthig ist, zu berichtigen. Es wird auch von dem Gemälde abwenden, worauf man ludwig's XVI. Haupt über unsere Lefer intereffiren; über eine angebliche Scene am Sterbebette das Schaffot rollen sieht, weiden sie sich wohlgefällig an der wilden des Dichters, von ber so viel in den Zeitungen ftand, das Nähere ja Gestalt eines Guise, den ein König von Frankreich mordete, und erfahren und sie im rechten Lichte dargestellt zu sehen. Nach jener suchen. neugierig in den Falten feines Wammses nach der blutigen Zeitungenachricht fou fich die Schwester des Didsters, eine Nonne, in Spur des Morðstables; in dem Blute, welches den marmornen Eftrich ihrem Bekehrungseifer an bas lager des fterbenden Bruders gedrängt der Riesentreppe röthet, wo das Haupt Marino Falieri's fiel, erbličen und ihn zu einer Beichte in extremis zu bewegen gesucht haben, sei sie einen glüdlichen Farben-Effekt. Niemand ist sicher vor dieser Fläg aber von ihm, durch die Schaar seiner philosophischen Freunde bez lichen Verkehrtheit, vor dieser Åbftumpfung des moralischen Sinnes. wacht, falt aufgenommen worden; namentlich habe Herr Autier ein Der Ehebruch in Puder und Schminkpfläfterchen, die roth beshuhté trauliches Gespräch zwischen den Geschwistern verhindert, und bie Nonne, Shurferei beluftigen uns auf der Bühne und würden uns am Kamin in ihrer theuersten Hoffnung getäuscht, habe Tich mit Kummer und anekeln. Hinter dem Staube der Jahrhunderte gewinnt Alles einen Verbruß aus dem Sterbezimmer entfernt. Eine Thatsache widerlegt milden und heiteren Farbenschmelz, und der lange Schmerzensschrei die ganze melodramatische Dichtung. Herr Boiteau hat mit Erlaub, der Märtyrer und Niedergeworfenen schallt als Freudengesang in niß des Fräuleins Béranger folgenden Brief an Herrn Autier, datirt die Zukunft hinüber. Während die Menschheit sich vor den Ver vom 17. Juli 1857, abgedrudt: brechen, womit sie die Erbe besubelt hat, das Gesicht berhüllen sollte, , Mein Herr! In meinem tiefen Rummer ift es ein Troft für während Philosophie und Religion fie im Namen dieser Verbrechen mich, zu wissen, daß mein geliebter Bruder in Ihnen einen Freund an ihr Nichts erinnern, spricht die Gefdichte sie frei; mehr als dieses, gefunden, der ihm bis zulest Proben aufrichtiger Ergebenheit gegeben fie verherrlicht sie. Komme nun noch der Patriotismus mit seinen hat. Ich weiß auch, daß Madame Autier ihm ihre mühevolle Sorgberauschenden Klängen und stimme ein in dieses Konzert der Gaukeleifalt gewidmet hat, und ich habe keinen Ausdruck, der meinem lebund lüge, alsdann wird jener fatalistische Cynismus zu mehr als baften Danfgefühl gegen Sie Beide entsprechend wäre, und noch einer Wahrheit, er stempelt fich zu einer Tugend um. Anftatt weniger bin ich im Stande, Ihnen thätliche Beweise davon zu geben ze. Trauer über die Vergangenheit anzulegen, beansprucht jede Meinung

Sophie Béranger." ihren Theil an den begangenen Verbrechen, damit auf diesem schauder Dieser Brief ist der Befanntmachung werth zu Nuß und Froma haften Aerndtefelde nichts nachzuftoppeln bleibe.

men gewisser literar- Historiker, die mit der festen Vorausseßung an ,, Woher mag diese seltsame Manie kommen, die so vielen edlen das Schreiben geben, daß es, wo es raucht, auch brennen müsse. Auś BoiGeistern gemeinsam ift? Von einer der unheilbarsten Schwächen ber teau's Schriftdhen erfahren wirferner mit Vergnügen, daß die Herausmenschlichen Natur, welche den Triumph ihrer Ideen höher stellt als gabe der gesammelten Briefe Béranger's in baldiger Aussicht ftebe. den Triumph ihres Gewissens. Denn die Ideen geben ihr nur ges ringen Werth, all ihr Werth beruht auf dem Gewiffen. Nicht um Shafspeare in Italien. Aus einer Turiner Korrespondenz des Verbrechens an sich willen verflärt der Mensch das Verbrechen; im Crepuscolo von Mailand entnehmen wir eine Notiz in Bezug fo bösartig ist er nicht; fondern weil das Verbrechen so oft das auf die Einbürgerung des Shatspeareschen Dramas in Italien. Ein Große, bas gethan worden ist, begleitet hat, weil dieses vielleicht Schauspieler von Talent und Ruf, zugleich Direktor einer Musternicht ohne jenes geschehen wäre und folglich das Verbrechen eine gesellschaft, Ernesto Rossi, giebt unter Anderem auch den Hamlet Bedingung mensdlichen Fortsdrittes zu sein scheint. Der Mensch Amleto. — , Und wenn die Rolle großartig war," sagt der italiänische beugt sich vor den Resultaten; er denkt nicht daran, daß das Blut Referent, wo machte er sie noch großartiger; wenn sie mittelmäßig der Unterdrüdten die Jahrhunderte mit seinem Mahnrufe durchdringt, war, fo rettete er sie. Den Hamlet noch großartiger zu machen, ist in daß es zuweilen den Ruhm erstickt, den es erkaufen mußte, und daß der That ein bischen ftark; aber, da er die prosaische Ueberseßung die Scheidewand, über welche sich das Verbrechen jeßt hinwegichwang, von Rusconi zu Grunde legte, welche so viele Schönheiten unterdrüdt sich in der Ferne gewaltiger und unübersteiglicher emporthürmt. Der und so viele große Gedanken und Einfälle ändert, so kann man sagen, Mensch glaubt sich größer durch seine Ideen, als durch sein Gewiffen, daß Rossi, vermöge seines Genies und der Kraft seiner Intuition, fic und darum ist die Weltgeschichte mit Blut geschrieben, darum haben Shakspeare nähert und ihn lebhafter macht, als die Worte flingen. die Religionen, und selbst die erhabenste der Religonen, so viele Ich hätte die elegante und treue Ueberseßung von Carcano vorgezogen; Scheiterhaufen und Blutgerüste aufgerichtet. Nicht gottselige Frömmige aber Rossi glaubt, daß die Prosa mehr zum Effekte beiträgt; sei es, keit, nicht die mystische Gluth der heiligen Therese, nod; die dristliche daß die Schauspieler Verse nur schlecht recitiren können, sei es, daß Liebe eines Vincenz da Paula verbrennen die Häretifer, nein, sondern das Publicum wenig gebildet ist, oder daß der Vers so abfält und die Doktrin oder vielmehr das System, welches die Menschen auf ftammelt, daß der Geist des Dichters gar nicht znr Geltung komment die Doktrin bauen und für welches fie mehr Ehrfurcht als für die fann. Thatsache ist, daß er den Macbeth nach der Uebersegung von geheiligte Person Jesu Chrifti in Anspruch nehmen; es sind mit Carcano gegeben und darin weniger gefallen hat, als im Hamlet. Einem Worte, die Ideen. Der Mensch bedenkt nicht, daß er vor Intelligente Leute sagen mir, daß Shafspeare im italiänischen Verse Adem auf dieser Welt ist, um sich felbft, nicht um die Anderen zu bea in Nachtheil ftände. Jedenfalls war der Erfolg beider Dramen ein herrschen, und daß, wenn ihn der Eifer für das Haus Gottes vers glänzender, und der alte Shafspeare hatte die Blüthe der Turiner Bilzehrt, es ihm freisteht, für seine eigenen Ideen zu fterben, nicht aber dung zu Zuhörern." Andere zu töbten. Die Idee hat ihre Stellen in der Menscheit, aber Außerdem giebt man in Turin ein Stück von Gualtieri, ein die Menschheit ist ein aus moralischen Wesen, nicht ein aus Systemen Künstlerdrama, das den Titel „Guglielmo Shakspeare" führt und Zusammengesegtes.

das Leben des großen Dichters zum Gegenstand bat. Der Verfaffer ,, Sollte es denn nun unmöglich sein, die Revolutionen der Ge fol fich auf scenische Effekte ziemlich gut verstehen; außer diesem schichte lieber nach dem, was sie Wohlthätiges gewirft haben, als nach aber wird nichts gelobt, wohl aber alles getadelt. „Die Scene", ihrer Größe zu klassifiziren? Wäre es unmöglich, die großen Männer sagt der italiänische Berichterstatter ,,wo Shafspeare beim Brausen nach gewohnten Gefeßen der Moral über- und unterzuordnen: zuoberft des Oceans eine Ballade rezítitt, in welcher er fich zur Ermordung die Helden, welche Heilige und Wohlthäter der Menschheit gewesen der Maria Stuart verschwört (!!!), ist unaussteblid); eine Zuhörersind; sodann die Helden, welche, ohne Heilige zu sein, menschlich find; schaft, die nur ein Handbuch englischer Geschichte gelesen, würde das dann diejenigen, welche ihre Vergebungen wenigstens mit großen Herablaffen des Vorhanges gefordert haben. Alles, Thaten, Gebanfen, Ueberzeugungen verdedt haben, zulegt und weit dahinter die Egoifti Stil, ist so fhakspearewidrig, daß ich den Namen als Titel des iden, fände fich auch ihr Interesse in Uebereinstimmung mit dem Stüdes streichen würde.) Interesse ihrer Völker und sogar, was unmöglid ift, mit demjenigen der gesammten Menschheit?"

*) , Les erreurs des Critiques sur Béranger”, par Paul Boiteau. Im Weiteren folgt die Anwendung auf Frankreich, deren Ergebniß,

**) Das Stüc ist wahrsdjeinlids aus dem Französischen überseßt. Wenig

stens erinnern wir uns der Pufführung eines Dramas mit ähnlidem Juhalt wie Herr de Guerle unumwunden befennt, nicht eben befriedigend

und Titel, zu Paris im Jahre 1854, und zwar im „Théâtre Français", und schmeichelhaft für den französischen Nationalftolz lautet. E. Kr. beigewohnt zu haben.

D. R.

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5000 Pfund vollendet sein sollte. Sie dauerte über drei Monate und

foftete über 100,000 Pfund. Nun kam bas Jammern. Geld und England.

Kredit waren erschöpft, und kein Engländer wollte noch einen rothen Korrespondenz: Berichte aus London.

Pfennig zur Vollendung dieser nationalen Glorie geben, obgleid, man

100 Prozent Profit versprach. So liegt der „Leviathan" seit Moa Die ftille 3eit und der leitartikelftoff während der

naten auf der welthistorisch stinkenden Themse neben dem verfaulten felben. - Der atlantische Telegraph und der „levias Hospitalschiffe ,Dreadnought" oder „Fürchte nichts!" Man kann die than". Der chinesische Times - Korrespondent.

innere Stille und Leere für Gelb sehen, aber die meisten Leute beEs war und ist immer noch ,, ftille Zeit" in London, mehr oder nußen nicht einmal ihre Freibillets. Es ftinkt so fürchterlich umher, weniger auch in England, das bekanntlich niemals zuhause ist, so lange und die Dampfschiffe auf der Themse und deren Ufer Teben so furchts nicht parlamentirt wird. Was zuhause bleibt, gilt nichts, obgleich die, bar rauchig, zerfallen und zerfahren aus und fönnen keine Landungse Zeitungen während der stillen Zeit jedesmal viel Leitartikel über pläße finden in dem gloriosen London, dem Handelsmittelpunkte der dieses zuhause gebliebene England und dessen soziale, materielle und Welt, wo man selbst für die täglich abgebenden und ankommenden moralische Uebel zum Besten geben, über die Roth der Weißnähes Dampfschiffe noch fein einziges erträgliches Bollwert hat, so baß fie rinnen und Pußmacherinnen, mehrerer arbeitenden Klassen, Hospitäler, in der Regel mitten auf der Themse halten müssen, wo Güter und Armenpflege, Gefängnisse, Verbrecher - Reform u. f. 7. Das macht Passagiere von organisirten Themseräuberbanden an das Land gefahaber den leitartifel-Rohl nicht fett. Und doch muß jede Zeitung, nach ren werden. Muster der Times, jeden Morgen ihre drei bis vier leitartikel zum Andere innere Angelegenheiten sehen entsprechend troftlos aus, so Frühstück auftischen. In jedem Leitartifel muß ein Thema, ein Gegen- daß fich die Publizistit darf im Auslande umseben mußte. Man ftand besprochen werden. Wo soll es immer herkommen, zumal, wenn fand Gott sei Dank in der preußischen Regentschafts- Angelegenheit einmal das Janusthor zufällig ein bischen geldloffen oder wenigstens und in den historisch - bedeutsam aufsteigenden Reformen Rußlands nicht nach allen Riftungen der Windrose drohend aufgesperrt sein einigen Stoff. Aber wenn China nicht gewesen wäre, ich weiß nicht, sollte? Die auswärtige Politik Englands, von den Palmerston's ein wie die Times, die Quelle für fast alle Zeitungen Europa: in großen, mal biftorisch begründet und praktizirt, forgt nun zwar dafür, daß an weiten Angelegenheiten, hätte durchfommen wollen. Sie hatte beein Schließen des Janustempeld niemals zu denken sein mag, aber sonderes Glück mit China. Daß man Krieg führte und bombardirte, China ist weit und abgedroschen und bereits zu einem Friedensvertrage fam der ganzen inneren Politik, also auch allen Zeitungen zugute. genöthigt worden. Cherbourg und dessen drohende Kanonen sind auch China brachte eine Parlaments - Auflösung und den Triumph Palmera wieder nach einem kurzen Zeitungslärm ruhig geworden. Und was ston's. Dies Alles kam der Zeitungswelt in aller Weit zugute. fie sonst noch für Gefahren bieten könnten, ist keine Gefahr. England Was der Times aber allein als Verdienst und Ruhm gebührt, ist hat dafür einen freiwilligen, umsonft bellenden und beißenden, sehr Mr. Cooke, ihr chinesischer Spezial - Korrespondent. Sie hat ein bösartigen Kettenhund mit Namen „Tear’em” (Zerreiß' pe), der im ganzes Heer der ersten Talente im Solde, auch eine Compagnie Uebrigen auf den Namen Roebuck M, P. hört. Er war mit dem solcher, die für 400 Pfund Sterling à Person weiter keine Vera Parlamente natürlich auch mit drüben gewesen (à Parlaments - Per-pflichtung haben, als diese 400 Pfund Sterling zu verzehren und so fon 5 und mit Beföftigung 10 Pfund Sterling) und bekam irgendwo lange nichts zu thun, bis eines Morgens plößlich ein Schreiben in der Provinz ein Feftessen dafür, wo immer mehr getrunken und vom ,, Editor" fömmt: Sir, reisen Sie heute Abend nach Vans getoastet wird. Andere machten fich luftig über Cherbourg, er aber couversland, oder Canton, oder Petersburg, oder dem Nord- oder dem sagte: Es ist kein Spaß! Wir müssen foredlich aufpassen! England Südpole ab und korrespondiren Sie für uns. braucht einen Tag- und Nachtwächter blos allein für Cherbourg. Die Aehnlich schrieb fie an Mr. Wingrove Cooke, ben sie für Krieg Regierung aber und das Volk halten sich keinen. Wer soll wach- und Frieden nadi China (dhidte. Die ellenlangen, zum Theil in allen samer grimmiger Hund sein, Tear'em? Ich will dieser Hund sein, Zeitungen der Welt zerstückelten und erzerpirten, sehr interessanten Tear'em! Das gab viel Spaß und auch Leitartikel, worin auch be- Korrespondengen vom chinesischen Kriegs- und Friedensschauplaße in wiesen ward, daß Roebuck fein ordentlicher Hund rei, da er blindlings der Times sind alle von Cooke. Er ist kein großes Lumen, aber Freunden und Feinden die Rodzipfel abreiße, was ein ordentlicher sehr genau in seinen Berichten und, nach meiner Erinnerung an Hund nie thue.

andere Gesandte der Times, ehrlicher, gewissenhafter und vorurtheilsAuch die Absicht der Königin, Cherbourg zu besuchen, statt, wie freier, als irgend Jemand. Er läßt ben für politische Zweđe oder Amerika, das gleichzeitige Feft der gelungenen legung des atlantischen aus Bornirtheit geschmähten Chinesen wenigstens so viel Gerechtigkeit Telegraphen zu feiern, gab brillanten, brennenden Leitartifelstoff. Die widerfahren, als fich irgend mit seiner spezifischen Mission vertragen Bier-Zeitung Morning Advertiser sagte: Wir werden das Volk auf. will. Dies ist mir erst ganz besonders aufgefallen, als ich seine gerufen, welches durch fulminante Meetings diesen Besuch, diese ewige sammelten und redigirten Times- Korrespondenzen als ganzes Buch Shmach Englands, zu verhüten wissen wird. Aber es wurde nicht hinter einander durchlas.) Es sind nicht sowohl feine strategischen einmal gemudft, geschweige ein Meeting zu Stande gebracht, obgleich und politischen Mittheilungen, die einen übergewöhnlichen Werth Niemand dem souverainen Volfe das Maul verboten hatte. Das haber: (obgleich folche Berichte, wie der sechs Foliospalten lange über souveraine Volk mucfte weder über Cherbourg, noch über die gleich die Solacht von Futschan wirkliche Theilnahme und mitten in Gefahr zeitige gelungene Telegraphenlegung, dieses Weltereigniß, über welche und Aufregung Darstellungstalent und ruhige Hand vorausseßen), Amerika beinahe in Flammen aufging vor Freude. Wenigstens brann- als vielmehr seine Genrebilder aus dem chinesischen inneren Alltagsten fie bei der Flumination in New-York ein Rathhaus ab und ver- leben, z. B. die über dinesisde Heiraten und Begräbnisse, was und brannten fie die Betten der Hospital - Kranten in den zerstörten wie sie eigentlich essen, und wie die kleinen Füße der Chinesinnen geQuarantaine-Anstalten von Staaten Island.

bildet werden und eigentlich aussehen. Das Gelingen des atlantischen Telegraphen gab allerdings Zei Er begnügte sich nicht etwa damit, eine der Damen von Hongtungsstoff in England, aber noch mehr das darauf folgende Miß- kong zu besuchen, die ihre kleinen dinesischen Musterfüße' kuriosen lingen, ein Verdienst, das der atlantifche Telegraph mit einem ande: See- Capitainen und sonstigen Europäern für 1 Dollar à Person ren Riesen- Unternehmen, dem „, leviathan", gemein hat. Dieser war zeigen, sondern gründete seine speziellen Mittheilungen auf die ges Monate lang voluminöser Stoff für Englands-Glorie

. Hernach tam nauesten, wissensdaftlichen Untersuchungen. Mit Hülfe von Missionadie berüchtigfte Lahnsdung oder Entstapelung, die in höchstens sechs

*) ,,China in 1857 1858". By, G. Wingrove Cooke. London: Sagen. mie die onze erichoffene Melt nach Sainifi

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*) „History of Friedrich II of Prussia, called Frederick the Great" dridh der Große", von Thomas Carlyle. Deutsch von J. Neuberg. Dentide

, Gedichte Friedrich's des Zweiten, Könige von Preußen, genannt ftil

vom Verfasser autorisirte Uebersepung. Erster Band, erste Hälfte, Bogen 1-20

ren und Geld bekam er eine ganze Menge kleiner Chinesinnen in den und de luc hatten wir zwar schon längst Gelegenheit, die Chinesen, verschiedensten Stadien von Fußbildung unter die Augen. Der volls wie fie find, fennen zu lernen; aber sie waren unter den politisden endete Fuß des ältesten, etwa acht Jahre alten Kindes war entblößt Verhältnissen der neuesten Zeit keine Autorität und vergessen. So ein formloser Klumpen mit einer Fußsohle, die aus nichts als der ist Cooke der Erfte, wenigstens in England, der aus Erfahrung und großen Zehe und der Hade dicht ueben einander besteht. Dies speziellem Studium beweist, was für Barbaren (durch den neuesten ist der kleine Chinesinnenfuß, ein Stückchen Zehe und ein Stüdchen Friedens-Vertrag den Chinesen verboten, wenn sie von Engländern Hacke mit einer Spalte dazwischen. Zwei der Kinder, im zweiten sprechen) wir bisher in Beurtheilung der Chinesen waren. und dritten Stadium der Fußbildung, litten noch große Schmerzen, Nachdem ich auf fo viele Einzeinheiten und Vorzüge des Budes und ihre Füße waren entzündet und geschwollen. Das nächste litt hingewiesen, brauche ich es wohl nicht noch zu empfehlen. Selbst wer unter dem Anfange des zweiten Stadiums, das vielen Kindern das alle feine Briefe in der Times gelesen haben sollte, wird das Ganze Leben fostet. Die Fußsohle war in einen Bogen gekrümmt, große noch einmal mit dem größten Interesse ftudiren können. Zehe und Hade möglichst nahe an einander geschraubt. Die Banbagen werden immer dichter gezogen, der Fuß fdwillt und entzündet fich, aber die zärtliche Mutter barrt unerweidlich aus. Die vier jüngften Kinder litten noch unter dem Vorbereitungsstadium, wäyrend

Friedrich der Große, nach Thomas Carlyle.) welches nur die vier kleineren Zehen unter den Fuß gebunden werden,

(Fortseßung.) bis sie mit der Sohle verwachsen und verschwinden. Während der Wir wollen hier nach dieser Uebersegung (in der wir hin und Zeit können sie frei auf den Knöcheln dieser Zehen herumhumpeln, wieder, der Deutlichkeit wegen, Einiges korrigirten) mehrere Episoden eine Freibeit, die hernach über Jahr und Tag ganz aufhört.

der Einleitung Carlyle's (,, Ueber die Geschichte Friedrich's von den Nun wissen wir in detaillirter, ekelhafter Genauigkeit, worin diese entfernten Standpunkte, auf dem wir uns befinden"), mittheilen. weltberüchtigte chinesische Kunst besteht. Es drängt sich hier eine Art Diese Episoden können zugleich von dem Geiste, in welchem Carlyle Freude auf, daß nun Civilisation unter die Chinesen und in Folge die Gedichte des großen Könige behandelt, das bestredende Zeug. davon vielleicht auch Erlösung der Mädchenfüße eindringt; aber auch niß geben. ein demüthiger Rückblick auf die Tortur viel edlerer Theile, welcher Zunächst Folgendes über das sittliche Verhältniß Friedrich's zu bei uns im schönen Westen Damen-Taitlen unterworfen werden. Der der bald nach seinem Tode ausgebrochenen französischen Revolus Schnürleib muß Lunge, Leber und Mutterschooß verderben (bei den• tion und zu dem Bändiger derselben, dem Kaiser Napoleon: Chinesinnen sind es doch wenigstens blos die Füße) und die eisernen ,,Die französische Revolution hat ungefähr ein halbes JahrhunLuftballon-Rahmen und Krinolinen die so verdorbene Taille zu dem dert lang Friedrich, man fann sagen, gänzlich überschwemmt, aus den skandalösesten Umfange aufschwellen. Dhne Zweifel sind unsere Damen Gedächtnissen der Menschen getilgt, und nun, da er wieder zu Tage barbarischer, als die Chinesinnen mit ihren Töchtern, wenigstens in kommt, erscheint er entfellt unter seltsamen Schlamm - Infrustirungen, dieser Sphäre von Verschrobenheit. Schredlich ist es, auf welchem und die Augen der Menschheit bliden von einem sonderbar verander. Fuße die gebildeten Chinesinnen ftelzen lernen müffen, aber sie sind ten, was wir nennen müssen, schiefen und verkehrten Gesichtspunkt doch aud vom Knödel an aufwärts um so natürlicher. In ihren ge aus auf ihn. Dies ist eine der Schwierigkeiten in der Behandlung ftidten Blousen und Höschen fehen sie gar nieblich aus.

seiner Geschichte, - besonders wenn es sich so trifft, daß man an Beis Wer sich so viel Mühe mit den chinesischen Damenfüßen gab, des, die französische Revolution und ihn, glaubt; das will sagen an Beis um genau zu berichten, der ist und trinkt auch nicht oberflächlich. 3n des: daß das echte Königthum ewig unentbehrlich ist, und die Zersto: der That wissen wir nun erst von Coote, was und wie die Chinesen rung des Scheintönigthums (ein fürchterliches Geschäft) zeitweise. eigentlich essen. Daß fich arme Leute, die keinen Reis mehr haben und Beim Ausbruch jener gewaltigen Erplosion und Selbfttödtung kaufen fönnen, gegen Abend eine Müße voll Heusdreden fangen, um feines Jahrhunderts fanf Friedric in relative Dunkelheit, verfinstert den folgenden Tag zu leben, kommt hier nicht in Betracht, sondern inmitten jenes allgemeinen Erdbebens, deffen Staub allein don dic das volle, echte Diner, das mit hart gekochten Eiern anfängt und ganze luft verbüsterte und den Tag in schreckliche Mitternacht fehrte Schüssel für Schüffel, Gang für Gang - es sind eine schwere 'sdwarze Mitternacht, nur von der Helle lodernder Feuersbrürfi

. : Menge bis zum Dessert auf das genaufte geschildert wird. unterbrochen, - in welcher für unsere erschrodene Einbildung nift Man kann es im besten Kochbuche nicht besser verlangen. Wir ver- Menschen, französische oder andere, zu sehen waren, sondern graus: stehen nun ein chinesisches Diner, mit Ausnahme der Entrées. Rat Omina und Gestalten rächender Götter, gürnend einherschreiten: viar, gesalzenen Lache, Sardinen, Austern u. 1. w., auc russische Man muß zugeben, die Figur Napoleon's war titanisch, namentlid Zokutschka (Pfeffergurken) begreifen und essen wir wohl auch gelegente für das Geschlecht, das ihn schaute und schauderud erwartete, von ibu lich als Appetit-Erreger; aber wie sollen wir uns fette Gänsebruft verschlungen zu werden. Ueberhaupt war in jener französisden Me und bartgefochte Eier als Weßsteine des Hungers erklären? Nun, volution Alles in einem gewaltigen Maßstabe; wenn nicht größer als chinesisc, d. 6. dadurch, daß man blog ganz kleine Quantitäten nimmt, irgend Etwas in der mensdlichen Erfahrung, mindestens grandiofer die wie öffnende Bomben in den schlummernden Magen geschossen Dabei ward alles in Bulletins verkündigt, die an die Biergroscher werden, um ihn zu seiner fdweren Pflicht aufzurufen, chinesisch und Galerie gerichtet waren, und es befanden sich Kerle auf den Brettern

mit Säbeln so breit, Badenbärten so didt, Keblen von folder Stärke, nicht englisch, wenigstens nicht wie jener Engländer, der sich bei einem Restaurant in Rue Montorgueil zu Paris durch Austern Appe- und mit solchen Massen von Menschen und Schießpulver zu ihrer tit verschaffen wollte und nachdem er vier Dußend gegessen, unwillig Disposition, wie bis dahin nie erhört worden. Wie sie brüllten, einausrief, daß er sich nicht im geringsten hungriger als vorher fühle. berschritten und polterten, Jupiters Donner zum Erstaunen nadmađend!

Cooke ftudirte die Chinesen genau und gewissenhaft, deshalb Shredhafte Bramarbas-Gestalten, mit entseßliden Badenbärten, end unterließ er auch eine allgemeine Charakteristik. ,,3 habe verschiedene losen Pulvervorräthen, nicht ohne hinlängliche Ferocität und sogar mit sehr hübsche Charakteristiken der Chinesen geschrieben“, sagt er in der einem gewissen Heroismus, Bühnenberoismus, in ihrem Wesen, im Vorrede, n, aber da ich fie unglüdlicher Weise wirklich unter meinen Vergleich mit denen es der Viergroschengalerie und dem erschütterten Augen hatte, während ich sie darakterifirte, und sie während der Zeit Theater überhaupt dünfte, als hätte es nie zuvor Generale und Macht, immer etwas sagten oder thaten, das gegen meine Hypothesen fließ, baber gegeben, als wären Friedrich, Gustav Adolf, Cromwell, Wilhelm verbrannte ich diese Briefe im Interesse der Wahrheit. Diese Bes der Eroberer fortan nicht mehr der Rede werth. denklichkeiten eristiren freilich blos für die, welche die Chinesen praf. ,,Dies Alles hat fich jedoch binnen einem halben Jahrhundert be tisch kennen. Jeder talentvolle Schriftsteller, der nichts von ihnen trächtlich geändert. Die die Bramarbas - Ausstaffirung nach und nad weiß, kann sie brillant und antithetische charakterisiren und nichts zu hinweggerissen wird, sieht man die natürliche Größe besser; aus der wünschen übrig lassen, als Wahrheit."

Bületinstil in den Stil der Thatsache und Geschichte überseßt, fin

! Just wie Thackeray in seinem Pariser Skizzenbuche sagt: „Wenn Wunder sogar für die Viergrosdengalerie nicht ganz so wunderbar. Sie eben blos ein Buch über die Franzosen zu schreiben wünschen, Es zeigt sich allmählich wieder, daß große Menschen vor der Aera det genügen drei Tage in Paris vollkommen; aber wenn Sie sie fennen Bületins und der Agamemnon's gelebt haben. Austerliß und Wagram lernen wollen, dürfen Sie nicht blos Ihren eigenen Beobachtungen ver- verschoffen mehr Pulver, — Pulver wahrsdeinlich im Verhältnis von trauen, selbst wenn Sie Jahre lang unter ihnen gelebt haben." zehn zu eins oder hundert zu eins,

brachten aber alle beide bem In England hat man bisher größtentheils die Residenz alles Feinde nicht das Zehntel von der Niederlage bei, wie jene von Rob chinesischen Gefindels, aller Vagabunden und Genie's, Canton, als bach, bewerkstelligt durdy ftrategische Kunst, menschliche Genialität un? ,,China" beschrieben und für Palmerstonsche Zweđe obendrein noch der Verurtheilte und Gefangene, der bernach von einer englischen Edition, 3 vols. Leipzig, 1858. Jury freigesprochen worden war, als die Wahlen vorbei waren, hat dem ford Palmerston in seiner Appellation an das Land, nachdem ihn

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Herzhaftigkeit und die Einbuße von 478 Mann Preußen. Ebenso mir übrig, als daß ich mir eine Rugel vor den Kopf shieße und wes Leuthen; die Schlacht von Leuthen (wie wenige englische Leser auch nigstens Eine wahre Handlung verrichte?" – was bas arme Jahrdavon gehört haben) barf sich ganz gut sehen lassen neben jedem Na- bundert auch that; ihm sei Dank dafür unter den Umständen. poleonifchen oder sonstigem Siege. Denn die feindliche Uebermacht ,,Denn es bedurfte einmal wieder einer göttlichen Dffenbarung an war wenig unter drei gegen eins, die Güte der Truppen war nicht die erstarrten frivolen Menschenfinder, wenn sie nicht völlig in den sehr ungleich, und nur der General war von vollendeter Ueberlegen- Affenstand versinken sollten. Und in jener Windsbraut des UniverHeit und die Niederlage eine Vernichtung. Napoleon freilich, vermöge sums

sums – die Lichter verlöscht und die zerrissenen Trümmer der Erde eines unerhörten Aufwandes von Menschen und Schießpulver, über. und Hölle zum Empyreum hinan gesdhmettert; schwarze Windsbraut, gog ganz Europa auf eine Weile; aber niemals vertheidigte Napoleon, die sogar Affen ernst und die mehrften von ihnen verrüdt machte, vermöge wirthschaftlicher Handhabung und weisen Verwendens seiner war, für Menschen, eine Stimme vernehmbar, eine Stimme einmal leute und seines Pulvers, ein kleines Preußen gegen das gesammte wieder aus dem Innersten der Dinge, gleichsam sagend: „Das lügen Europa, Jahr aus Jahr ein, sieben Jabre fang, bis Europa es fatt ist nicht erlaubt in diesem Universum. Der Lohn des lügens, seht war und das Unternehmen aufgab, als ein unausführbares. 3ft erft 3hr, ist der Tob. Lügen bedeutet Verdammniß in diesem Universum, einmal die Bramarbas - Ausstaffirung ganz und gar hinweggeriffen und und Beelzebub, wenn auch noch so herausgeschmückt mit Krone und die Viergroschengalerie gänzlich beschwichtigt, so wird es sich heraus- Infulen, ist nicht Gott!" Dies war eine in Wahrheit als des Ewistellen, daß es große Könige vor Napoleon gegeben, – und auch eine

und auch eine gen zu nennende offenbarung in unserem armen achtzehnten JahrhunKriegskunst, begründet auf Wahrhaftigeit und menschlichen Muth und dert und hat von da an die Beschaffenheit des besagten Jahrhunderts Einsicht, nicht auf bramarbaffisder Rodomontade, grandiosem Rinals für den Hiftoriter bedeutend geändert. dinismus, Revolutionsschwindel und maßlofem Aufwand von Menschen ,,Kurzum, jenet Jahrhundert ist darauf völlig konfiszirt, bankerott und Schießpulver. „Es fann einer mit sehr großem Pinsel malen, geworden, dem Gant überlassen, und Trödler sortiren gegenwärtig, ohne deshalb ein großer' Maler zu sein", sagt ein satirischer Freund! in verworrener betrübender Weise, was davon noch werthhabend oder Dies giebt sich immer mehr fund, indem der Staubwirbelwind und verkäuflich ist. Und es liegt im Grunde zusammengehäuft in unserer gewaltige Lärm der vergangenen Generation fich nachgerade wie: Vorstellung als eine unheilvolle schiffbrüchige Nichtigkeit, bei der zu der legt."

pérweilen nicht ersprießlidy ist, eine Art dämmernder dhaotischer Hins Hier folge nun, wat Carlyle über das achtzehnte Jahrhundert tergrund, worauf die Gestalten, die einiges Wahrhafte in fich hatten, sagt, das er lediglich nach dem beurtheilt, was er in der Chronique - eine kleine und mit der zunehmenden Strenge unserer Forderunscandaleuse der Franzosen und der Engländer gefunden, während er gen immer kleiner werdende Genossenschaft, - für uns abgebildet gänzlich vergessen zu haben scheint, daß in demselben Jahrhundert die stehen. – „Und dennoch, ist es nicht das Jahrhundert unserer eigenen von ihm so geschäften großen Dichter Deutschlands den Höhepunkt Großväter?" ruft der Leser. Ja dodh, Leser; allerdinge. Es ist der ihres Ruhmes erreichten und das, was wir heutzutage Humanität und Boden, dem wir selbst entsprungen, auf dem wir unmittelbar nun Fortschritt nennen, von Männern, wie Leffing, Herber, Kant und fußen und worin wir, Nahrung fudiend, zuerst Wurzel schlagen müsFichte, zuerst gelehrt wurde; ja, daß in diesem Jahrhundert nicht sen: – und leider in großen Bezirken der praktischen Welt florirt es blos in Deutschland, sondern auch in England und Frankreid), alle (was wir besonders unter es verstehen) noch fortwährend rings um diejenigen Kreife, die von der Depravation der Höfe nicht ergriffen uns her! Es ganz zu vergessen, ist noch nicht möglich und wäre auch waren, Idealen nachstrebten, die hoch über den Alles zurüddrängen- nicht ersprießlich. Was damit machen und mit seinen vergessenen den materiellen Interessen des neunzehnten Jahrhunderts standen. Narretheien und Geschichten", die nur des Vergessens würdig? Carlyle sagt:

Wohlan: so viel desselben als von Natur aus festhaftet; was desselben ,,Eine der großen Schwierigkeiten in einer Geschichte Friedrich's nicht abgelöst werden kann von unserem Helden und seinem Wirken: ift fortwährend die: daß er in einem Jahrhuudert lebte, welches feine ungefähr so viel und nicht mehr! Sei das unser Uebereinkommen in Geschichte hat und wenig oder feine haben kann, einem Jahrhundert, Betreff deffelben." so reich an angehäuften Lügen, — indem der traurige Reichthum, ihm Das Carlyle unter der Ueberschrift „, English Prepossessions" durd Erbschaft zugewachsen, immer Zinseszins trug und immer mehr einen Erfurs liefert, worin er die Vorurtheile des vorurtheilsvollen zunahm durch neue Erwerbungen auf den Grund eines unermeßlichen Englands in Bezug auf Friedrich bekämpft, ist gewiß ganz am Orte. ftehenden Kapitals, – reich in dieser schlimmen Art, wie kein Jahr- Stedt er selbst auch noch tief in englischen Vorurtheilen in Bezug hundert zuvor gewesen! Und dieses Jahrhundert hatte nicht einmal auf kontinentale Zustände, so fann doch immerhin das, was er zur das Bewußtsein mehr, daß es lügenhaft sei; so falsch war es gewors besseren Informirung seiner landsleute fagt, dazu dienen, überhaupt den und so versunken in falschem Wesen und gesättigt damit bis auf eine genauere Kenntniß des Auslandes unter ihnen zu verbreiten: die finochen, daß – überbaupt das Maß des Dinges voll war und ,, Für Engländer sind die Duellen der Kenntniß oder Uebereine franzöfische Revolution ihm ein Ende machen mußte. Biel Wahr- zeugung über Friedrich, nach meiner Beobachtung, hauptsächlich folbaftigkeit in einem solchen Element zu bewahren, war, besonders für gende zwei: Erftens, was seinen öffentlichen Charakter betrifft, ist einen König, ohne Zweifel doppelt merkwürdig. Wie aber nun den es eine überaus wichtige Thatsache, nicht für Leßteren, sondern für Mann aus seinem Jahrhundert herauswideln? Wie den Mann, der England in Betreff seiner gewesen, daß Georg II., als er es für gut eine sehenswerthe Realität war, zeigen und doch sein Jahrhundert als befand, sich über Hals und Kopf in die deutsche Politif zu stürzen eine Hypofrisie, die da werth ist, verborgen und vergessen zu werden, und Maria Theresiens Partei im österreichischen Erbfolgekrieg von möglidst auf sich beruhen lassen?

1740-1748 zu ergreifen, damit anfangen mußte, seinem Parlament und ,,Das achtzehnte Jahrhundert aufzuerweden, oder mehr als noths den Zeitungen, die im tiefsten Dunkel über den Gegenstand waren, wendig die armseligen und gemeinen Persönlichkeiten und Verhand- zu versichern, daß Friedrich ein Räuber und Bösewicht sei, weil er lungen einer so zu uns stehenden Epoche zur Schau zu stellen, kann die andere Partei ergriffen, welche Versicherung auf was für meine Absicht nicht sein bei dieser Gelegenheit. Das achtzehnte Jahrs Grund fußend, werden wir später ersehen – Georg's Parlament und hundert gestaltet fich mir bekanntlich mit nichten als ein liebliches, Zeitungen guter Dinge, und ohne den geringsten Zweifel zu begen, das in Erinnerung gehalten oder unnöthiger Weise besprochen zu wer- annahmen. Und fie haben sie immerwährend seitdem zurüdgeschallt ben braucht. Für mich hat das achtzehnte Jahrhundert nichts Großes und reverberirt, sie und wir Uebrigen Atle, bis auf den heutigen Tag, in fich, außer jenem großen allgemeinen Selbstmord, französische Res als völlig abgemachte Thatfache und als vorläufige Bezeichnung von volution genannt, wodurch es sein übrigens höchst nichtswürdiges Das Friedrich's Charakter. Räuber und Bösewicht zu gutem Anfang; das fein mit wenigstens Einer würdigen Handlung vollendete, -- indem war Ein abgemachter Punkt. es sein uraltes Haus und sich selber in Brand ftedte und in Flam ,,Als nacher Georg und Friedrich Verbündete geworden und die men und vulkanischen Ausbrüchen aufging, auf eine wahrhaft mert großartigen Kampfführungen des Fiebenjährigen Krieges stattfanden, würdige und bedeutsame Art. Ein sehr passendes Ende, wie ich mit kamen Georgʻ& Parlament und Zeitungen über einen zweiten Punkt Dant fühle, für solch ein Jahrhundert. Ein verschwenderisches, bes in Betreff Friedrich's überein: ,,Einer der größten Soldaten, die je trügerisch - bankerottes Jahrhundert, endlich völlig insolvent geworden, gelebt.“ Dies zweite Attribut räumt der britische Schriftsteller seitohne wirkliches Geld der Leistung in der Tasche, und die Handelsleute dem völlig ein: aber er fügt noch immer die Eigenschaft des Räubers fich weigernd, Hypofrisieen und Scheindinge an Zahlung zu nehmen: in unbestimmter Weise hinzu; – und stellt sich einen föniglichen Did was founte das arme Jahrhundert thun, als eingestehen: ,,Wohlan, Turpino) vor, von der Art, wie er in Revüe-Auffäßen") und es ist an dem; ich bin ein Schwindler-Jahrhundert und bin es seit in Abhandlungen über den Fortschritt des Menschengeschlechtes gang. lange gewesen, habe den Kniff dazu von meinem Vater und Großvas bar ist, und überschreibt es Friedrich; sehr begierig, neue Aufter gelernt, verstehe faum ein anderes Geschäft, als mit falschen wärmungen der lügenhaften Anekdoten, falscher Kritifen, hungriger Wechsein, und dachte thöridhter Weise, es würde dies ewig bauern und franzöfischer Memoiren zu sammeln, die ihn in jener unmöglichen immer noch der günstiger gestellten Minoritāt wenigstens Braten und Idee befestigen sollen. Hätte fich bei einigem Ueberblic dies als der Mehlspeise bringen. Und siehe da, es hat ein Ende, und ich bin ein entlarvter Swindler und habe nicht einmal zu effen. Was bleibt

* Gin berüchtigter englischer Straßenräuber und Räuberromanhelt.

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**) Macaulay

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