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Abhandlung über die ,,Göttliche Komödie", und ich will, beffen Fuß- nicht allein bie Personen, welche in dem vorbereiteten Drama handeln stapfen folgend, das ästhetische Prinzip anbeaten, welches die Form follen, sondern auch die Scene in ihrem Ganzen und in ihrem klein, giebt, und das allgemein philosophische, das gleichsam die Seele ihrer ften Theile, der Ort, die Zeit, die poetische Figur, der Rhythmus, Gedichte ist, um dann Einiges über die ausgezeichneten Bilder des die Farbe, der Ton, kurz, Alles wird Sinnbild und sinnbildlicher Auswaderen Malers Karl Vogel v. Vogelstein zu sagen, die mir Ge druck von Gedanken und Gefühlen, und alles ist gewählt, gegen ein. legenheit zu diesem Artikel gegeben haben."

ander geordnet mit Verstand und übermenschlicher Meisterschaft. Um Es folgen nun die hierher bezüglichen ästhetischen Grundfäße Sdjela . B. das tiefste Böse und das hödste Gute darzustellen, welche unter ling's, denen Casella, die Gegner widerlegend, beitritt; indem er die und über der Menschheit stehen, nicht der finnlichen Erfahrung unterGestaltung nach Typen vertheidigend, an Goethe und Dante nach liegen, sondern blos in der absoluten und ewigen Idee begriffen werweist, daß diese ohne eine solche uns nicht hätten ein so vollständiges den, welde Symbole konnte er wählen, die geeigneter wären, als die Bild des Lebens geben und ihre Gedanken über das Menschengeschic Hölle und das Paradies, die außerhalb der Zeit in das Ewige und und das Räthsel der universalen Eristenz in fo votler und harmonischer Abfolute gefeßt find. Der Zuftand des Böfen gemischt mit dem Form gestalten können. ,,Denn“, sagt er, ,, auf einem so großartigen Guten, und der Fortgang von dem einen zum anderen sind vortrefflich Plane ist der philosophische Grundgedanke der ,,Göttlichen Komödie" im Purgatorium aufgefaßt, und wie diese Misdung die gewöhnliche und des „Fauft" angelegt, und wer es unternähme, diesen in einem Bedingung des Lebens, der Erfahrung und der Buße nabe gerügt ist, gut durtgeführten Vergleiche vollständig zu entwickeln, indem er den so wird Dante auf die Erde den Berg der Prüfung und der Buße Werth der Prinzipien an sich abwiegt und den Einfluß Hervorhebt, verlegen, wo die Sonne und die Finsterniß beständig mit einander den fie auf Leben und Kunst ausgeübt haben und noch ausüben, der wechseln, wie die traurigen Gesänge mit den freudigen, wie der könnte ein Buch von bedeutender moralischer und ästhetischer Widytig. Sömerz mit der Hoffnung. Er verbindet jedoch das Ganze in einer keit schreiben. Für mich genügt es, hier einen flüchtigen Wink zu geben. zusammenhängenden harmonischen Architektur, die mit ihrem mittleren Man möge sich hierbei vor allem erinnern, daß Dante nicht sowohl Theile in der Zeit ruht, während sie fich mit ihrem unteren wie ein Schüler des Aristoteles und des Plato, als vielmehr des heiligen gleichsam in einem unendlichen Unterbaue vertieft und mit dem obe Thomas war, und daß feine Theodicee die des Christenthums ist. ren sich in die Ewigkeit erhebt. Was mir ein vollfommenes Bild Goethe hat in der Ethit des Spinoza seinen heiligen Coder, in welche des allgemeinen Lebens zu geben geint, das, um mit Carlyle zu er fich, wie er selbst in seinen Memoiren schreibt, immer gleichsam reden, in den Zusammenfluß zweier Ewigkeiten gestellt ist, zugleich wie in ein Asyl zu flüchten pflegte, und aus dem holländischen Philo- Phänomen und Idee, begränzte Erscheinung und unendliche Wesensophen hat er die ganze Substanz feiner Doktrinen geschöpft, so daß, heit. Die der Hölle gegebene Figur des umgekehrten Regels mit wenn der Ausspruch Gioberti’s in jeder Beziehung wahr ist, daß die der Zahl und der Art der Kreise in welche er abgetheilt ist, mit der ,,Göttliche Komödie" die menschliche Bibel der Civilisation sei, ein immer dichter werdenden Finsterniß, mit dem Eise des Kocytos, in französischer Kritifer (Henri Blaze, Heberseßer des ,, Faust") mit nicht welchem er endigend fich abspißt, ist nicht weniger bedeutungsvoll als geringerer Wahrheit den ,, Fauft das Evangelium oder vielmehr die der aufrechte Kegel des Fegefeuers, der fich in einer immer reineren Bibel des Pantheismus nannte.

und lichtvolleren Luft, mit dem göttlichen Haine des Ebens auf dem Der Grundgedanke des Dante ist kurz gedrängt folgender: Es Gipfel, erhebt. Dasselbe muß man von den Himmeln sagen, die eine besteht physild und moralisch das Böse und das Gute, und es bezieht mystische Scala bilden bis zu dem legten, der ganz Licht und Liebe sich hierauf ein doppelter Zustand des Elends und des Glücks. Der ist, wo als Krone des wundervollen Gebäudes fich die ewig blühende Webergang von dem einen zum anderen ist möglich durch Erkenntniß Rose erhebt. der Fehler und Buße, die aus freiem Entsclufie unter Begleitung

Che si dilata, rigrada e redole der Vernunft und mit Hülfe des Glaubens bewirkt werden. Deshalb

Odor di lode al sol che sempre verna. wird der im Laster, im moralischen Uebel verirrte Mensd die Ver Durch diese Wunderwelt, die der Dichter, mit Riefenarmen die nunft anrufen, die ihn dasselbe in seiner ganzen Häßlichkeit und dem ganze reale Schöpfung bewegend und nach seiner Art wieder ordnent, vollsten Elende kennen lehrt; nachdem er fich darauf durch eine Reihe aufgebaut und bevölkert hat, mit der Stimme des Erzengels alle Genevon Prüfungen gereinigt und gleichsam die erste Unschuld wieder er rationen aufrufend, wandelt der Mensch betrachtend, beobachtend, fid langt hat, wird er in der Tugend, dem moralischen Gute, atle jene reinigend und vervollkommnend, geleitet von der Vernunft, gehoben Glüdseligkeit, welche den Menschen, sei es unter den Bedingungen vom Glauben. Aber dieser Mensch ist nicht eine Abstraction ohne des Individuums, sei es in der gesellschaftlichen Ordnung, verstattet Fleisch und Blut, er ist normal und lebendig, es ist Dante selbst, ist, wiederfinden. Sowie jedoch die Erde der unersättlichen Sehnsucht der in seiner reichen und mächtigen Natur sagen kann: homo sum. des Menschen nicht genügt, und wie ihn seine hohe Natur unwider- Virgil wird die Vernunft felbft fein, der als Philosoph oder Dichter, stehlich über die Gränzen der Zeit hinausdrängt, so kann er sich auf das Wahre mit dem Schönen verbindend, fie darstellt und sie in ihrer den Schwingen des Glaubens zur religiösen Betrachtung der ewigen Volfоmmenheit und Wirksamkeit ausdrückt: Schönheiten der Himmel und der Geheimnisse der Unendlichkeit er

Savio gentile che tutto seppe; beben. Dieser scheinbar fo einfache Gedanke trägt die fdwierigften

Onore e lume degli altri poeti. Fragen und Probleme in fidy, welche je den Geift der Denker be

Und wer hätte je für Dante mit mehr Wahrheit und Poesie ben schäftigt haben; er ist das Feld, auf welchem alle Philosophieen ge- Glauben versinnlichen können, als Beatrice, die Jungfrau, die von kämpft haben und noch tämpfen, und das ist kein Wunder; denn je ihm wie etwas Göttliches angebetet wurde, die am Morgen des Lebens nachdem seine Prinzipien geleugnet oder angenommen werden, bringen starb, ehe fie den Haud des Zweifels und der Täusdung fühlte, ein sie logisch die Menschheit auf ganz versdiedene Wege, nur daß die Wunder von Reinheit und Unschuld? So ist das ganze Gedicht Menschheit, fei es zum Glück oder Unglück, gerade nicht immer am Dante's ein einheitliches Gebäude, vom Verstand und der Phantasie Faden der Logit geht. Nun darf es Niemanden von geringer Bedeutung derartig aufgebaut und bevölkert, daß innerlich alles eine tiefe Ide erscheinen, daß ein fo farfer und tiefer Geift, wie der des Dante, ist, und äußerlich alles ein glänzendes lebensvolles Bild. diese Prinzipien als unerschütterlich aufnimmt und fie als die Grund.

(Schluß folgt.) pfeiler des größten Werkes Teßt, bas je ber menschliche Gelft bervors gebracht. Ein Werk, von dem man nie foviel sagen kann, daß nicht

Nußland. nod neue Dinge zu fagen übrig blieben, unerschöpflich, gleich der Na

Literatur und Literaten Rußlands. fur. Und damit dies nicht als Uebertreibung erscheine, wie viel ließe fich nicht über jene neue und bewunderngwürdige Kunft sagen, durch

(Schluß.) welche fich in dem göttlichen Gedichte die Wiffensdaft mit ber Poesie Die neuen Jahrgänge des , Zeitgenoffen“ bringen audh Rrivermählt und sich die Wahrheit in den symbolischen Formen des tifen über alle neue literarische Erscheinungen Rußlands und über anShönen zur Erscheinung geftaltet. Machen wir uns daran, eine Probe dere Zeitschriften und Zeitungen, leßtere von dem ,, Neuen Poeter", davon zu geben.

wie Panajev, der Mitredacteur, xar' foxy genannt wird, der eigentWas that der Künstler, um den vom Philosophen erfaßten und lide Satiriter der Revue, und der originale Zeichner und Geißler eben bezeichneten Grundgedanken poetisd darzustellen? Er nimmt aus der ruffischen ,, Snobs", die dort ,,Chlischtsch" heißen. Die Panaev, der driftlichen Tradition, aus den heidnischen Fabeln, aus der Ge. fden ,,Chlischtsch". Charaktere find original und feine Nachahmung. schichte, der Natur, furz, aus Alem das Material, am fich eine Uebrigens find alle Thacerayjoen 'und Dickens den Werke über sext eigene und besondere Mythologie zu schaffen, die einzig paffende und wie in Deutsdland. Der Verfaffer des ,,Fanfaron', Pisemsky, ift bal. mögliche für den modernen Digter. Alle diese Elemente verwandelt rühmt durch mehrere Lustspiele und durch feine,,Dorfgefchichten, tie er, þaucht ihnen neues Leben ein, erleuchtet fie innerlich mit dem aber ganz frei sind von dem Auerba fchen Fdealismus. Turgene Strahl der Ideen- derartig, daß sie eine durchsichtige Klarheit er's Verfaffer der ,, Beiden Freunde“ u. f. 1o., fou der populärfte icleo langen, aus welcher die tiefe Bedeutung hervorfcheint, während sie Søriftsteller Rußlands fein. In England ift er noch gänzlich auf der anderen Seite nichts von jener konkreten und individualen kannt, in Frankreich tennt man ihn bios aut falschen Ueberfr

seiner vorzüglichsten Productionen schrieb Turgenjev zur Widerlegung getragen und in Fleisch und Blut der ganzen Nation verwandelt, als des Lermontovschen Helden unserer Zeit“, der eine „Werther" -ar- eine der gesundesten und erfreulichsten Erscheinungen der Gegen, tige Berühmtheit erreichte. Seine Kritik der Gogolsden Shriften, wart bezeichnet zu werden verdient, eine um fo dönere, als die ganze deren Kern in Geißelung der Beamten-Corruptionen besteht, pasfirte runde Erde jegt und während der legten zehn Jahre nichts Aehnliches die Censur nicht. Er ließ sie ohne Censur druden und wurde dafüz und größtentheils nur das Gegentheil aufweisen kann. Man wendet verbannt, bis ber Großfürst Alexander, der jeßige Kaiser, den Bann zwar ein, daß nicht durch einen großen Entschluß die ganze Leibeigen. von ihm nahm.

schaft auf einmal aufgehoben werde. Aber bagegen giebt es die gee Nekrassov, der Redacteur des Zeitgenossen“, ist Dichter in Ver- waltige Thatsache, daß viele Leibeigene die Freiheit noch mehr fürchfen. Seine gesammelten Gedichte erschienen voriges Jahr in Peterse ten, als ihre Herren. Die Beamten-Corruption und der Schreden burg. Nach ihm ist Grigorowitsch einer der populärsten Tagesschrift- der Polizeiwidfür sind noch zu groß, als daß sich Schwache an die steller. Er liebt es, wie Turgenjev, Pisemsky und Dahl (der Humorist), Freiheit wagen könnten. Selbst in Hauptstädten brandschaft der Volfs- und Bauernzustände zu schildern. Alle farieben und kämpften Quartalny oder Polizei- Kommissar jeden Menschen, der ein Schild für die jest fich vollziehende Erlösung der Leibeigenen. Grigorowitsch und öffentliches Geschäft hat, auf die unverschämteste Weise. Und ist eiu großer, dichterischer Maler des Details. Eine feiner Erzählungen wenn Jemand ,, Recht“ bat, bestohlen ist

wenn jemand ,, Recht" hat, bestohlen ist oder sonft einen Verlust er. beginnt in einer Winternacht in einer Straße Petersburgť. Man litten, den das Recht wieder herstellen fou, leidet er oft lieber Unrecht bört und sieht die fliegenden, auf dem Schnee knirschenden und und Verlust, um durch das Recht" nicht noch einmal ausgeplündert quiefenden Schlitten, bas Heulen und Stöbern des Windes. Alle zu werden. Erst muß Recht und Geseß zur Herrschaft gebracht, die Arten von rothen Nasen und Pelzwerk und sonstige Detaiso passiren Polizeiwillfür gebrochen werden, um den Sawaden und Leibeigenen Revue. Grigorowitsch ging von der Universität in’s Ingenieur-Fach die Freiheit zu einer Wohlthat zu machen. Daran wird start gearbei. der Armee, nahm balb feinen Abschied, wurde Student der Kunst- tet. Auch hier drängt und strebt die National - Literatur rüstig zur Afademie (unter Brüllov, dem genialen Maler), dann lebte er eine That. Die ,, Provinzial-Skizzen", von Schtschedrin, welche in dem Zeit lang auf dem Lande, wo er das niedrige Volt ftudirte, um es nun „Nussischen Boten" erschienen, behandeln dieses Thema, daß Aufhebung

mit der Feder, nicht mit dem Pinsel, zu malen. Sein berühmtestes der Leibeigensdaft und Aufhebung der Rechts- und Polizei-Corrup, ! Werk ist „, Anton Goremyka" (von gore, Kummer), dessen Held als tion Hand in Hand geben müßten, mit ebenso viel Sachfenntniß, als

der Dukel Tom Nußlands betrachtet werden kann (der aber nicht Geist und Satire. vergebens mißhandelt warb, wie der amerikanische). Er wird ges Der „ Russische Bote", eine Schöpfung der neuen Zeit unter mißhandelt, dadurch zum Berbrechen gezwungen und dann verbannt. Alerander, konnte solche Artifel ungestraft bringen. Unter Nikolaus Das Ende der Erzählung fällt in die jeßige Wirklichkeit: er und alle wären sie unmöglich gewesen, obgleich er durchaus nicht so furchtbar Sklaven werden zurück und zur Freiheit gerufen. Turgenjev's, Mus gegen die Presse war, als er gewöhnlich versdrieen wird. Die Re. munia“ hat im Wesentlichen denselben Inhalt mit der Moral: es bellion, welche feinen Regierungsantritt bezeichnet, ging von Literatenist niederträchtig, Leibeigene zu mißhandeln, und das Institut der Leib- Offizieren aus. Das eine Haupt der Nebellion war ein Dichter, die eigenschaft ein niederträchtiges Institut.

anderen schrieben Literatur oder waren besonders literarisch gebildet. Grigorowitsch und Graf Tolstoi (auch Mitarbeiter am 11.Zeit-, Dies begründete in dem vorigen Kaiser allerdings einen lebenslänggenossen") sind die Haupt- Dichter der Monatsschrift: ,,Bibliothek lidhen Haß gegen das literatenthum und hielt ihn wahrscheinlich von für allgemeine Lektüre". Die Hauptartikel in der ersten Lieferung manchen Reformen zurüd, aber er hat literaten, Dichter und Sati1857 find folgende: ,,Verwandte in der Hauptstadt“, von Grigorowitsc, rifer geduldet und Manchen sogar begünstigt. Wenigstens wurde fein Gedichte von Tolstoi, Maifov und anderen, .. Frauen-Unterhaltung", Victor Hugo verbannt, der unter Ludwig Philipp gegen das Eril von Schtscherbina, „Skizzen aus dem russisden Bauerleben“, von Napoleon's protestirte. Pisemsfy, Kritifen über Erziehung und Schule in Rußland, Kritifen Der Kaiser Alerander II. batte literarisde Sympathieen von über Grote's englische, überseßte ,,Geschichte Griechenlands" und Jugend an. Durch seine Vermittelung wurde die Verbannung eines Motley's übersepten ,, Aufstand in den Niederlanden", die ,, Son- der populärsten Schriftsteller aufgehoben. Sein Lehrer war Jukowski, nigen Erinnerungen", von Mrs. B. Stowe und andere Ueberseßun- der Ueberseßer Homer's und fast unzähliger deutscher Dichter, der gen (darunter ,,Antigone").

Autor des „Sängers im ruffischen Lager", einer der geiftvollsten Die ,, Nationalen Jahrbücher" bringen in der ersten Lieferung Dichtungen. Jufowski war Freund Krylov's, Puschkin's und aller 1857 Gedichte von verschiedenen Verfassern: ,,Die Portrait-Galerie", eminenten Schriftsteller. Der Einfluß eines folden Lehrere mag viel Novelle von Dankovski, 7, Russische Lebengbilder", von Dahl, ,, Russi- zu dem freien Geiste beigetragen haben, der sich im jeßigen Kaiser sche Lebensbilder aus dem vorigen Jahrhundert, von Sabjelin, ,,Ein regt und unter seinem Scepter die jugendlichen Schwingen üben darf. Tag in Paris“, vou Stachel, Kritit der „Little Dorrit", sonstige Der „Russische Bote" zählt die besten russischen Sdriftsteller Kritiken und Bibliographie über Novellen und Erzählungen von zu seinen Mitarbeitern: Turgenjev, Tolstoi, Schtschedrin, Kudrjavzev ac. Turgenjev, , Kalender für 1857" und „Alte russische Chroniken", leßterer ist Professor der Geschichte an der Universität Moskau und von Suchomlinov, „leben Plato's, von Snegirev, , Kiew und sein schrieb 1857 Eindrücke und Reisestizzen aus Wien, Berlin und sonstiSeminar“, von Asfotschenski, „ Berichte über die Mineralogisde Ge- gen deutschen ,, Gauen".") sellschaft in Petersburg", das ,,Tertbuch der vegetabilen Chemie", Die ,, Illustrirte russische Zeitung" in russischer Sprache, welche , Familien-Chronifen“, von Atfatov u. f. w. Das lektere Werk ist mit dem 1. Januar 1858 begann, ist das Werk eines Deutschen, Aleris eine merkwürdige Production. Es greift die Leibeigenschaft auf das Baumann, und seines polytechnographischen Instituts. Sie erscheint heftigfte an, besonders die Herren wegen Vernachlässigung ihrer im Umfange der ,,Illustrirten Zeitung“ und ist mit ebenso meisterBauern u. f. w. mit Reminiscenzen an spezielle Erlebnisse und De- baften Illustrationen geschmüdt, wie mit dem reichften politischen, fekte im Erziehungs- und Schulwesen.

literarischen und wissenschaftlichen Inhalte versehen. Wir findent Wladimir Dahl ist berühmt als Talent für kurze, kleine Novellen Korrespondenzen aus London und New-York und aus allen wichtigen an benen es sonst überall an Talent fehlt. Dabei bat er viel Komit Pläßen der Welt. und ist stets folageno national und aufrichtig. Seine Richter Laffen Diese größtentheils Sutherland Edwards (er (chrieb aus eigener fich bestechen, feine Kosaten find Diebe, und wenn er von Fäuften Anschauung und Studium an Ort und Stelle) entnommenen Notizen spricht, umfreibt er sie nicht, sondern nennt die Faust ebenso naiv reichen bloß bis zum Anfange des vorigen Jahres. Was seitdem beeine Fauft, wie einen Schmußpeter Sauferl.

gonnen und geschaffen warb, ist größtentheils Frucht und Folge der Diese nicht blos in Worten fich geltend machende Wahrheitsliebe bier erwähnten Schriften und Schriftsteller, so daß unsere Notizen, und Aufrichtigkeit der russischen Schriftsteller überhaupt ist die Gas so spärlich sie auch aussielen, doch ihren Werth für die Beurtheilung rantie der ruffischen Literatur und vielleicht Rußlands selbst. Wenn des jeßigen Rußland haben mögen.

B. Gogol's berühmter Roman: ,,Die tobten Seelen", Grade von Corruption an das Tageslicht bringt, an die der ärgste Feind Rußlands faum

Frankreich. geglaubt haben würbe

, ist es wenigstens ein Troft und schon ein Gegen. Eine neue französische Uebersegung der Gedichte von H. Heine. **) gift, daß solche Dinge an das Tageslicht famen und Regierung und Bolt dem Uebel in's Gesicht fehen fönnen. Man hat e$ erkannt und Der Geschmack an deutscher Literatur hat bekanntlich in den leke muß es nun entweder vernichten oder sich von ihm zerfressen lassen. ten zehn Jahren in Frankreich bedeutend zugenommen. Sogar die

Wir sehen aus diesem Blick auf den Inhalt dreier Monats- Romantif, dieser Gegensaß des französischen Geistes, hat hier und da sdriften (1854—1857), daß auch unter dem Kaiser Nikolaus ges Profelyten gemacht, und fo saben wir fürzlich die ,, Undine" in fransprochen, gedacht und geschrieben und schon ganz entschieden die Leibs zösifdem Gemande den Boden Franfreichs begrüßen. Daß die Aufeigenschaft bekämpft ward. Die Rolle, welche die Leibeigenen in der merksamkeit der Literaten sich auf Heinrich Heine richten würde, ist russischen Literatur spielen, zeigt, daß sie der Freiheit würdig, sind und daß die jeßige Bewegung für deren Freiheit, vom jeßigen Kaiser that

Kudrjavzev farb zu Anfang dieses Jahres in Mosfau.

D. R. Poésies choisies de Henri Heine, suivies de diverses autres

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aus vielen Gründen erklärlich, vielleicht zunächst daraus, daß seine Realismus in der Kunst“, der sich namentlich mit der neuesten deutPoesie einen so merkwürdigen Zusaß von Satire und Wig hat, Eigen- fchen Roman-Literatur beschäftigt, die einer ziemlide ficharfen Kritif schaften, für welche die Franzosen eine besondere Syınpathie haben. unterworfen wird. ,,Die deutschen Romane", heißt es, ofteben den

Was wir bisher von französischen Uebersegungen deutscher Dicha englischen und französischen außerordentlich nad); in der That, so ans tungen gesehen haben, war nicht geeignet, viel Freude darüber auf. muthig auch viele von den deutschen Sagen und Feenmärchen sind, kommen zu lassen, denn der Ton, die Stimmung, das eigenthümliche scheint doch die Prosadichtung dem deutschen Genius wenig zuzufa Wesen der deutschen Poesie war in den uns zu Gesicht gekommenen gen, und Romane des wirklichen Lebens find fast ganz außer seinem Proben nicht wieder zu erkennen. Sehr richtig fagt der Verfasser der Bereich. Zwar weiß Jedermann, daß auch in England und Frankreich vor uns liegenden Uebersegungen in seiner Vorrede: Unsere Sprache die Romane ihrer Mehrzahl noch herzlich slecht find daß fie nur hat nicht genug naive Grazie bewahrt, um die Anmuth dieser lieblichen die ftereotypen Charaktere und Begebenheiten in mehr oder weniger Kinder wiedergeben zu fönnen, außerdem ist es ihr ganz unmöglich, fchwülftiger und ungrammatischer Sprache wiederholen, und es darf die echt deutschen Klänge der Wehmuth und Sehnsucht, der schwär- daher nicht Wunder nehmen, wenn eine ähnliche Klaffe von Werfen merisden Trauer und ichmachtenden Melancholie nachzufingen, welche dem deutschen Leibbibliothefs- Publikum zum Futter dient. Was je. ihnen einen so ergreifenden Reiz verleihen.,

dod, Deutschland von England und Frankreich unterscheidet, ist der Ueber Heine heißt es: ,,Er bietet so einen frischen und geistes. Umstand, daß, während in diesen Ländern von Zeit zu Zeit Romane vollen Gedanken, so viel überraschende und ergreifende Scenen; erscheinen, die selbst der Aufmerksamkeit ernfterer Leser nicht unwürdig wunderbare fleine Gemälde, deren lebhaftes Kolorit und freie Nüanzi- find, es dort überhaupt weder Romane nod Nomanschreiber giebt, die rung von fühner Zeichnung und charakteristischer Wahrheit von zaubes in England oder Frankreich für ausgezeichnet gelten würden: Wir risder Wirkung find. Klein, wie sie meistens find, eröffnen sie wollen hiermit nicht sagen, daß es den Deutschen ganz an beachtungsdoch eine Fernsicht uit zeigen und die Natur in ihren verschiedensten wertben Romanen fehlt, aber jeder fachverständige Kritifer wird zugeFormen und Stimmungen, lächelnd oder furchtbar; anmuthige und ben, daß felbst die besten derselben von einem anderen Kaliber sind, düstere Gestalten ziehen, wie von magischem Stab beschworen, vorüber. als diejenigen, welche in England und Frankreich „ Sensation“ erro Die Wirklichkeit, ohne ihre Hauptzüge zu verändern, erhält das An- gel. Als Beweis wollen wir nur Freytag’s ,,Sol und Haben“ ansehen einer geheimnißvollen Täuschung, und die Täusdung gewinnt führen, welcher drei- oder viermal in’s Englisdýe überseßt und in Leben und prägnante Wirklichkeit."

wohlfeilen Ausgaben stark verbreitet worden ist, so daß wir darauf Der Verfasser erkennt den tiefen Unterschied der Poesie beider Bezug neymen fönnen mit der Zuversicht, aligemein verstanden zu Länder an und sagt in Beziehung auf die Aufnahme, welche Heine's werden. Seit einem halben Jahrhundert hat in Deutschland fein Ro. Gedichte in Frankreid muthmaßlich finden dürften: ,,Wir find an eine man einen so großen Erfolg gehabt; er ist bereits bis zur achten Aufberedtjame und reflektirende Poesie gewöhnt, von gelehrtem Stil und lage gebiehen, und es giebt Niemanden, der ihn nicht gelesen hätte. langem Athem, welche die Gefühle und Bilder einer philosophischen Dieser Erfolg ist ohne Zweifel geredhtfertigt. Wenn wir das Werk Idee unterordnet; hier im Gegentheil finden wir eine träumerische mit anderen deutschen Romanen vergleichen, so bemerken wir in demPoesie einfach und kurz, ganz Gefühl und Bild, ohne Kommentar und selben Eigenschaften, die ihm überall Eingang verschaffen würden, die Reflerion. Wir müffen jeden Vers aufmerksam und mit ganzer Seele aber in Deutschland ihm eine Ehrenstelle in der Roman-literatur lesen, wenn wir dieselbe Wirkung davon genießen wollen wie die Deute fichern müssen. Ein Künstler im höheren Sinne des Worts ift Frey. fden. Das Herz und die Phantasie find bei unseren Nachbarn so tag gerade nicht, aber es fehlt ihm daran nicht sehr viel; er hat ein beweglich und fein wie bei uns der Verstand, sie verstehen die Poesie Auge für Charakterschilderung, und er besißt in einem gewiffen Grade wie wir den Scherz, fie fommen ihr entgegen."

die noch seltenere Gabe, Charaktere dramatisch vorzuführen; er hat ein Wir sehen aus der Vorrede, daß dem Ueberfeßer das Verständ- leichtes Erfindungstalent und das fehnliche Verlangen, die Wirklicniß nicht fehlt, und wir freuen uns, dies auch von der Uebertragung feit darzustellen; er fennt das Leben in vielerlei Formen und ist weitsagen zu fönnen. Der Ton ist so getroffen, wie es in dieser Sprache herzig in seinen Sympathieen; er schreibt außerdem mit einer Kraft, des Verstandes nur irgend möglich ist. Gedanke und Bild find mög- die feine Landsleute nicht oft an den Tag legen. Troßdem hat sein vidst, treu beibehalten und wenn uns im ersten Augenblick unsere bes Buch, das in Deutschland einen so tiefen Eindruď machte, in England kannten Lieblinge fremd erscheinen, so überzeugen wir uns doch balb, nicht den geringsten hervorgebracht; es fand reißenden Abfaß, weil die daß es nur das Gewand ist, das ihnen diesen fremden Anstrid, giebt. zu gleicher Zeit erscheinenden Uebersegungen und Herrn . Bunsen's Der Leser urtheile selbst:

feltsame Borrede die Neugier erregt batten, aber wir haben niemals VIII.

von einem urtheitsfähigen Leser gehört, der den Roman den besseren J'entrai dans la salle Ô doux charmes!

Werfen dieser Klasse in England und Frankreich an die Seite geElle me fit là ses serments.

stellt hätte. Es scheint uns faum glaublich, daß selbst deutsche Kris A la place où tombaient ses larmes,

tifer, Soll und Haben" mit Balzac oder George Sand, Thaderay Sortent et rampent des serpents.

oder Didens vergleichen dürften, während englische Kritifer unbedenk.

lid den Schriften fehr untergeordneter Novelliften den Vorzug geben Le charpentier.

würden. Man fühlt, daß Freytag's Buch manches Verdienstliche entSur mon coeur mets ta maipinette,

bält, und daß sich darin Stoff befindet, den eine geschicktere Hand in Ab! sens quels coups dans sa chambrette!

dauerhaftere Formen gekleidet haben würde; aber man lieft es ein. Un charpentier au mauvais oeil

mal und nicht wieder.")
Y loge, il me fait un cercueil.
Jour et puit sans cesse il besogne,

Einem Jeden das Seine! In meinem ,,Das Duell 2c.
Je ne dors plus, il scie, il cogne.

betreffenden Auffage, welcher in dem ,, Magazin für die Literatur des Ab! dépêchez vous de finir,

AuslandesNr. 118 enthalten ist, gehören die nicht mit den Wahr Maître, que je puisse dormir.

zeichen fremden Eigenthums (or "). abgedructen Schlußworte: „Es Désirs contraires.

würde ein goldener, flarer Morgen sein und glüdlich alle, die ihn Un pin se dresse solitaire,

schauten", nicht mir, sondern dem Herrn Dr. Meyer zu.,

23. Böhmer.
Au nord, sur un âpre sommet.
Il sommeille; le froid lui met
Un blanc manteau qui traine à terre.

*) Haben denn die Kritifer der Westminster Review niemals Giwas

von Goethe's und von Jean Paul's Nomanen gelesen? Wir denken doch, daß Il rêve d'un palmier lointain

diese Romane, abgesehen von ihrer nationalen Färbung, was SeelenschilderunQui, sous le feu de la torride,

gen und Menschenfenntniß betrifft, es mit jedem englisden oder französischen

Werke dieser Art aufnehmen föunen. Dem viel empfohlenen und gekauften Triste et seul sur un roc aride,

Soll und Haben" fehlt es allerdings an lebendigkeit und allgemeiner Ans Pleure en silence sou destio.

ziehungsfraft, aber die Beutsche Kritik hat das Wert auch feincowegeo ro hods

geftelt, wie es das große Publifum gethan, dessen Motive bei dem wunder: Einige Ueberfeßungen nad Goethe und Uhland find der Samm. Baren Erfolge des Buches unter Anderem in einer trefflichen Charafteriitif aus lung beigegeben. Unter den ersten ist Gretchens Lied: ,,Meine Ruh'

der Feder von Robert Pruß (Nr. 39 des „, Deutschen Museum") erklärt worden find,

D. N. ift bin", besonders gelungen.

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französische Volt unfähig sei, die Freiheit zu begreifen, auf das UnEngland.

umstößlichfte bestätigten, war es das Autoritäts - Prinzip, das er

in seinen , Jüngstentages-Schriften" als das einzige Rettungsmittel Friedrich der Große, nach Thomas Carlyle.*)

des Tages proflamirte. ,,Man muß wieder verwunderung, Erstaunen Wenn irgend Zemand berufen war, den Eindruck zu verwisden, empfinden; man muß glauben, man muß gehorchen“, sagte er. Das den etwa die leichtfertige, ihrem Autor wenig zur Ehre gereichende Autoritäts- Prinzip war es auch, dem er in seinem „Heroen - KultusMacaulay dhe Skizze des Preußen - Königs im englischen Publikum gehuldigt hatte, und ein dieses Kultus würdiger Heros war ihm zu zurückgelassen, so ist es Thomas Carlyle, der bereits seit länger als allen Zeiten Friedrich der Große, den er seit Jahren zum Gegenstande einem Menschenalter mit deutscher Sprache, Wissenschaft und litera- feiner Studien gemacht und um dessenwillen er vor einiger Zeit tur innig vertraut ist, während alle diese Dinge dem Verfasser der nach Berlin gekommen war, von wo er sich auch nach Schlesien und ,,Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's II.fast anderen Landestheilen begab, um die berühmtesten Schlachtfelder gänzlich fremd find. Thomas Carlyle, in der Nähe von Dumfries in Friedrich's kennen zu lernen. Schottland, im Jahre 1796, geboren, hat dort, in der rauben Natur Hier liegt uns nun die Frucht seiner Studien vor. Carlyle's der faledonischen Gebirgslandschaft, ,, unter den Granitfelsen - und

unter den Granitfelsen- und Geschichte Friedrich’s des Großen ist gewissermaßen die Quintessenz dunkeln Mooren (wie er felbft von dort einst an Goethe (dyrieb), die und das Resultat aller seiner früheren politischen und sozialen Forschunsich westwärts durch Galloway fast bis an die Frische See erftreden“, gen und Schriften. In Friedrich ist ihm die Autorität, das Königseine literarischen Studien gemacht; naturwüchsig und ungeleckt, wie thum, wie es sein soll, personifizirt, in seinem Rultus die „Herodie Umgebungen seiner Kindheit und seiner Studien, find auch der worship” gerechtfertigt; das strenge Recht und der philosophische Gedankengang und der Stil, den er sich angeeignet, beides ebenfalls Gedanke, die auf Friedrich's Thron saßen, find ihm hoch erhaben über im Gegensaße zu dem kunstreichen Gedankengang und dem geledten den von der französischen Revolution proflamirten Freiheits - Jdeen. Stil feines gesdichtschreibenden Zeitgenoffen Macaulay.

Friedrich ist ihm der leßte Rönig, der überhaupt die civilifirte Welt Das erste deutsche Werk, das Carlyle mit Begeisterung ftudirte beherrscht hat und dem gegenüber Napoleon weder ein wahrer Heros, und für das englische Volk bearbeitete, war Goethe's „Wilhelm noch ein Geseggeber im höheren Sinne war. Friedrich ist ihm in Meister", den er 1824 in einer englischen Uebersegung herausgab. jeder Beziehung der ,,Einzige", und zwar ganz besonders in seinem Lewes widmet ihm sein berühmtes Goethe-Werk mit den Worten: eigenen Jahrhundert, dem achtzehnten, das, nach Carlyle, über alle „To Thomas Carlyle, who first taught England to appreciate Maßen demoralisirt und entnervt war und dem die französische RevoluGoethe" (An Thomas Carlyle, der England zuerft Goethe würdigen tion, welche dabei ein eben audh nicht beneidenswerthes Nachrichterlehrte). Unmittelbar nach Vollendung seines „Wilhelm Meister“ be- Amt geübt, ein rechtzeitiges Ende machte. gann Carlyle sein ,,Leben Schiller's", welches zuerst bruchstückweise Deutschland und insbesondere Preußen kann dieses Werk übrigens im London Magazine, herausgegeben von Charles Lamb, William den unverständigen, hohlen Urtheilen gegenüber, die, nach dem VorHazlitt und Cunningham, abgedruckt war und nicht wenig dazu bei- gange des Geschichtschreibers Macaulay, von dem großen Haufen der trug, den Geschmack an der damals in England noch gar nicht ge- politischen Tagesrichter Englands, die Times an ihrer Spiße, über kannten deutschen literatur dort zu verbreiten. Gleichwohl war es unsere Geschichte und Bildung gefällt werden, als eine vollständige weder Goethe, noch Schiller, an deren schöner Form und edler Dar- Vindication betrachten. Von der Saat, die Friedrich ausgestreut und stellungsweise Carlyle sich ein Mufter nahm. Vielmehr scheint es die auch heutzutage noch in Preußen Früchte trägt, sagt Carlyle: , vorzugsweise Jean Paul gewefen zu sein, der ihn zu Nachahmungen „Indeed, they bear such fruit to the present hour as all the Newsund zu nachhaltiger Bewunderung anregte. Wenigstens trägt dag papers are obliged to be taking note of, sometimes to an unpleasant jenige größere Werk Carlyle's, das unmittelbar nach seinem ,, Life degree. Editors vaguely account this man the „,„Creator of the of Schiller" erschien, ganz das Gepräge Jean Paul's. Sein „Sartor Prussian Monarchy"", which has since grown so large in the world Resartus” ist ein in's Englische übersegter Dr. Kagenberger, der bei and troublesome to the Editorial mind in this and other countries. ihm Dr. Diogenes Teufelsdreck heißt -- ein Roman voli eigenthüm

ein Roman voll eigenthüm= "He was indeed the first, who in a highly public manner notified licher, englischer Ideen, der aber in Deutschland spielt und von deut its creation, announced to all men that it was, in very deed, creafhen Ausdrüden und Wendungen wimmelt.

ted, standing on its feet there, and would go a great way, on the Carlyle ist diesem fraufen, unbeholfenen, aber kraft- und geist- impulse it had got from him and others. As it has accordingly vollen Stil auch in seinen späteren Werfen, namentlich in seiner done and may still keep doing, to lengths little dreamt of by the

Geschichte der franzöfischen Revolution". (1837), in seinen Vor British Editor in our time,“) whose prophesyings upon Prussia and lesungen über , Heroen - Kultus" (Hero-worship, 1840) und in seinen insights into Prussia, in its past, or present, or future, are truly ,, Jüngstentages-Sdriften" (Latter-Days-Pamphlets, 1848-1849) as yet inconsiderable in proportion to the noise he makes with them. treu geblieben. Durchaus originell in seinen Anschauungen, hält er The more is the pity for him! and for myself too in the Entersich in diesen Werken ebenso fern von den steifen Anbetern der prise now on hand”.

prise now on hand”. - Der Verfaffer sieht vorher, das gerade, weil Vergangenheit, wie von den windigen Aposteln der Zukunft. Er die Herausgeber der tonangebenden englischen Blätter so wenig von ist ein Bewunderer der Revolution von 1789, so lange sie weder den Preußens Vergangenheit, Gegenwart, oder Zukunft wissen, sie auch Jakobinern, noch dem Soldaten-Raiser bient, ein Verehrer des Heroiss dieses fein Wert nicht verstehen und nicht werden zu beurtheilen mus und besonders des Königthums, wenn sie mit wahrer Geiftes. wiffen. größe und Gerechtigkeit verbunden sind, und ein Verkündiger der Leider giebt er aber diesen Kritifern auch wieder mandhe Blößen Freiheit, sofern sie die göttlichen Gefeße und die des ftrengen Rechtes durch seinen Mangel an jeder künstlerischen Gruppirung des Stoffes, zu den eigenen macht. Im Jahre 1848, als die Ereigniffe in Frank- durch die Formlosigkeit seines Stiles und durch die unenglischen Ausreich seine von ihm lange vorher aufgestellte Behauptung, daß das drücke, die auch in diesem Buche auf jeder Seite vorkommen. Selbst

der Titel desselben: History of Friedrich II., called (genannt) Fre*) „History of Friedrich II of Prussia, called Frederick the Great”. derick the Great, ist schon eine Schrulle, die auf den ersten Anblid By Thomas Carlyle. Vol. I, II. London: Chapman & Hall. TaucbnitzEdition, 3 vols. "Leipzig, 1858. (legtere, wegen ihres sorgfältigen Druces, glauben macht, der Verfaffer stelle die Größe Friedrich's in Abrede, deutschen Käufern zu empfehlen.)

während doch gerade das Gegentheil das Richtige ist. In seiner Ge,, Geschichte Friedrich's des Zweiten, Königs von Preußen, genannt Frie- fchichte läßt er den Namen Friedrich, ebenso wie die Bezeichnunan drich der Große", von Thomas Carlyle. Deutsch von I. Neuberg. Deutsche, vom Verfasser autorisirte deberseßung. Erster Band, erste Hälfte, Bogen 1- 20. *) Hier ist viesteigt, ftatt des Singulars, der Plural „Times" :

Kaiser, Kurfürft, Ritter 2c., meistens unüberfeßt. Was würden unsere indem er in bankenswerther Weise manche sonst kaum verständliche Puriften woh! sagen, wenn ein deutscher Geschichtschreiber in einem Anspielung und Aeußerung desselben in Anmerkungen erläutert, zu größeren Werte Fremdwörter so gebrauchen wollte, wie es in dem nach welden ihm vielleicht der Verfasser felbft die Hülfsmittel geliefert. stehenden Saße von Carlyle (Bud VII, Kap. 3) geschieht: ,,It was in the Diese Anmerkungen könnten inzwischen noch viel zahlreicher sein, da second year ... that the Teutsch Ritters, famishing for money, dem deutschen Leser in der vorliegenden Uebersesung immer noc completed the Neumark transaction with Kurfürst Friedrich. 9). Vieles unklar, wo nicht unverständlich, ift. Auch bätte Herr Neuberg Beiläufig sei hier bemerkt, daß Carlyle, in richtiger historischer Wür. im Interesse des Originals beffer gethan, fide nicht so streng an der bigung der deutschen Ansprüche auf Gebiete, deren sich im Mittelalter babelschen Periodenbau und die manierirte Ausbrudsweise desselben die Polen bemächtigt hatten, schon in der Vorgeschichte Friedrich's die zu halten. Mehr Freiheit der Bewegung würde jedenfalls mit größerer Theilung Polens im Jahre 1773, soweit Preußen dabei interessiet Schönheit und Klarheit verbunden gewesen sein. Wie sie hier vor: war, als ein natürliches Aequivalent der Theilung Preußens barftellt, liegt, ist die deutsche Uebersegung mitunter geradezu unlesbar. welche 307 3abre vorher ftattgefunden hatte.

(Fortseßung folgt.) Aud in dem Sinne ist das vorliegende Wert als ein in Deutscher Weise bearbeitetes zu bezeichnen, daß es in weitschichtiger, aber

Italien. gründlicher Forschung und zur Vorgeschichte der Mark Brandenburg und des alten Preußen zurüdführt. Nachdem der Verfasser im ersten

Italiänische Philosophie und Aesthetik. Buche einleitende Betrachtungen über die Geschichte des großen Königs Ueber die ,,Göttlide Komödie" Dante's und von dem entfernten Standpunkte, in welchem wir uns befinden, sowie

Goethe's ,, Fauft". über die Geburt, die Aleltern und Großältern Friedric's geliefert, Anlaßlich zweier Gemälde som Prof. Karl vogel . Bogelstein. geht er im zweiten Buche zu einer Geschichte Brandenburgs und der

(Schluß.) Hobenzollern von 928 bis 1417 über. Das britte Buch hat die Ueber Mit Prinzipien, die bezüglich der Kunft analog, bezüglich der Philo. schrift: ,,Die Hohenzollern in Brandenburg", und umfaßt die drei sophie verschieden, ja gänzlich entgegengeseßt find, ift , Fauft“ ausgefübut

. Jahrhunderte von Kurfürst Friedrich I. (1412) bis zum Tode König In dem System des Pantheismus, zu dem fic Goethe bekannte, und bas Friedrich’s I. (1713). Das vierte Buch ist überschrieben: ,, Friedrich's in diesem Werk poetisd gestaltet ist, erscheint die Unterscheidung des moLehrzeit, erste Epoche, 1713--1723"; das fünfte Buch: „Das Doppel- ralisch Guten und Bösen unlogisch und ungereimt. Denn indem Aules Heirats - Projekt und welchen Schwierigkeiten eß begegnet, 1723 bis Ausftrömung und Art der göttlichen Substanz ist, ist auch alles geseßlich 1726"; das sechste Buch: „Das Doppel- Heirats - Projekt und der und heilig. Und defto ungereimter ift es, dem Menschen die freie Kronprinz den Stürmen und Wellen ausgeseßt, 1727—1730"; endEntsdließung zuzusprechen; er ist der Sklave der ewigen Nothwendig: lich das siebente Buch, womit der dritte Band (der Tauchniß - Edition) keit, gegen die er sich nicht auflehnen fann; er möge fich daher da abschließt: ,,Furchtbarer Schiffbruch des Doppel. Heirats - Projektes, Fatalität seiner Natur überlassen, und inmitten des Strudels be Februar - November 1730."

Lebens fid ftürzend, möge er genießen, beobachten, denken, wir: Was die Jugendgeschichte Friedrich's betrifft, so benugte der Vers und alles erproben; er wird fids endlich unter jeder Bedingung i faffer, außer den bekannten Enthüllungen der Markgräfin von Bayreuth, die Höhe (chwingen, wenn in ihm das ätherische Element liegt, da auch die in den Archiven des Foreign Office befindlichen „Prussian uns erhebt; er wird sinken, wenn seine schwere Natur ihn nach unten Despatches" aus der Zeit der Hothamschen Gesandtschaft in Berlin. zieht. Dies scheint mir wesentlich der Grundgedanke Goethe's zu Er giebt einen Auszug aus dieser Korrespondenz, ertheilt jedoch den sein, wiewohl die Widersprüche des Systems fich darin abspiegeln und Lesern mit seiner gewöhnlichen Selbstironie den Rath, die diplomati- ihn etwas unklar erscheinen lassen, wie auch aus demselben Grunde idhen Briefe lieber zu überídlagen und sich mit der bloßen Erzählung die poetische Composition, besonders im zweiten Theile, oft verwirri zu begnügen.

und dunkel wird, und zwar im Gegensaß zu der Danteschen, welde Daß ein Werf, wie das Carlylesche, über Friedrich, mit seinen die beiweitem größere und fast unermeßliche Ausdehnung an Ebenmaß, eigenthümlichen Gesichtspunkten und manchen neuen Daten, auch Harmonie und Klarheit in nichts beeinträchtigt. Ich würde meinerin’s Deutsche übertragen wird, versteht sich von selbft. Die Aufgabe seits auch nicht mit Menzel (Deutsche Literatur) sagen, daß Goethe's ist jedod, teine leichte, einen Schriftsteller, der in seiner eigenen Gedicht gerade dahin gerichtet sei, das Ideale zu bekämpfen, und Sprache oft dunkel und schwer verständlich ist, klar und erschöpfend gleichsam von dem Erdgeift diftirt, um den Menschen, der nach hohen in eine andere zu übertragen. Herr Carlyle läßt zwar sehr oft gegen Dingen strebt, zu verspotten; wiewohl ich mit ihm übereinftimme, die deutschen und insbesondere preußischen Gesdichtsquellen über Fries barin eine Parodie aller Anftrengungen der menschlichen Freiheit von drids

, wegen ihres Mangels an Uebersichtlichkeit und insbesondere an Anbeginn der Welt, und in diesem Sinn die größte und befte Satire, Registern, seinen Unmuth aus; er bezeichnet die deutsche Geschichts- welche ie gegen die Menschen gemacht worden, zu erkennen. Es scheint forschung geradezu als Pedanten -Arbeit, als Produkte des nüchternen in der That night, daß die ideale Tendenz darin immer und absolut Magister Trodenstaub (Dryasdust); aber er übersieht vor dem verdammt sei, und es ist manche Stelle, wo Mephistopheles Fauft den fremden Splitter den Balfen im eigenen Auge: denn eine größere Shlüssel giebt, womit er in den geheimnißvollen Aufenthalt der Konfusion sowohl in der Saßbildung, als in den Details der Er- Mütter (die typischen Ideen und elementaren Kräfte der Welt) dringt zählung und in der Anordnung des Ganzen, kann es wohl kaum geben, und so Helena hervorruft, die ideale Schönheit der griechischen Kunft, als hier vorliegt. Es genüge vorläufig die Bemerkung, daß der Verà in deren Reigen er gänzlich gefangen wird, ohne daß irgend etwas fasser im ersten Buche ausführlich über Friedrid's Geburt und erste von allem diesen unter einem schlimmen Lidte bargestellt würde. Lebensjahre, über seine Aeltern und Großältern") und insbesondere Wie dem auch sei, über allen Zweifel wundervoll ist die poetische über Friedrich 1. und Friedrich Wilhelm I. berichtet; dann folgt im Gewalt, mit welcher der Dichter seinen Gegenstand darstellt und verzweiten und dritten Buche die Geschichte der Hohenzollern und Branden. Förpert. burgs, worin über Friedrich I. Alles wiederholt wird, was bereits im Nach dem Prolog im Himmel, der eine Nachahmung und bis zu ersten Buche steht, und endlich wird im vierten Buche nochmals die einem gewissen Grad eine Parodie der erhabenen Scene ist, die das Kindheits- und Jugendgeschichte Friedrich's II. erzählt, woran fich Buch Hiob eröffnet, ist man in dem Studirzimmer des Typus-Mendann die weitere Geschichte des Königs knüpft. **)

schen Goethe's, in den Goethe, der, um uns der deutschen Rebeweise Herr J. Neuberg, Ueberseßer der „Hero-worship”, ist vom Ver- zu bedienen, ganz besonders der objektive Dichter ist, wenn nicht gang, fasser zu dieser neuen Arbeit autorisirt worden und hat sich ihr wahr- so doch zum großen Theile seine eigene Subjektivität gelegt hat; so dheinlich unmittelbar unter den Augen des Herrn Carlyle unterzogen, daß man in Wahrheit den Doktor Fauft den Dante dieser neuen , Gött

lichen Komödie" nennen kann, mit dem Untersdiede jedoch, daß er *) Buch III, Kap. 11 befindet sich folgender englisch - deutscher Sak: unendlich mehr handelnde Person und Protagonist in seinem Drama

Joachim Friedrich ... carried on a löbliche Regierung ... as Eighth ist, während Dante wenig mehr als ein einfacher Zuschauer bleibt. nasium, or foundation for learned purposes in the old Schloss of Prim. Fauft ift wirklich Mensch, Mensd der Natur, mit dem Streben nad nitz, ... his very great apxiety to profit by the Prussian Mitbelehnung &c. dem Erhabenen einerseits, und nach dem Irdischen andererseits, mit

**) Unter Anderem mandhes Inieressante über die Königin Sophie Shar- jenem Kampfe in der Seele, von dem Paulus (dreibt: „Er sagt zur lotte, und den Berichten des befannten englischen Deijten Doland.

***) Was die Anordnung der Thatfachen betrifft, so hatte sich Herr Himmel: gieb mir deine leuchtenden Sterne, und zur Erde: reicc Carlyle an der sehr populär gehaltenen, in vier Auflagen verbreiteten, deut

mir deine Herrlichkeiten", und weder was nah, noch was fern ist, bo fchen „Geschichte Friedrich's des Großen, von Franz Kugler“ (vierte Auflage, Leipzig, Lorck, 1856) ein nachahmenowerthes Illufter nehmen fönnen. friedigt je feine tief beängstigte Bruft. In jenem Sinne des ang Es fehlt diesem Buche auch nicht an dem von Herrn Carlyle in allen deutschen vollen Kampfes ruft er aus: 13wei Seeler 2c."9) Diesem vom Geschichtewerfen vermißten , Index”, der allerdings dort feine so wunderlichen Kampf erfaßten Menschen erscheint, als die Enttäuschungen der Wif halb deutschen ,, Contents” ber ,,History of Friedrich II.” fich finden. Das fenschaft und der Magie, der versuchte Selbstmord und die freudi die zahlreidien Monographie en von Preuß über Friedrich als König, gen Harmonieen am Dftertage und ein Gang durch die unter dett Philosoph, Gefeßgeber, Feldherr, Dichter und Familien-Oberhaupt von Herrn Carlyle ausgebeutet worden, ist zwar überall wahrzunehmen, doch wird

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