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fragen zu wollen, ist eine der hohlsten Ulusionen. Dhne Zweifel wird Rußland.

das Französisde in Rußland besser gesprochen, als in irgend einem

anderen Lande (mit Ausnahme Frankreichs felbft), und es giebt viele Literatur und literaten Rußlands.

ruffisde Sqriftsteller, die ebenso gut Französisch als Ruffisd dreiben. Vor einigen Monaten erschien in einer englischen Wochenzeitung So früher Tengoborski, Ulibisdeff, der Biograph Mozart's und Feind die überraschende Nachricht, daß in Petersburg ein Wißblatt, eine Beethoven's, so Herzen in London, wo er zwei russische Zeitschriften Art Punch, erscheinen solle, mit dem Zusaße: ,,Das Find hoffnungs- redigirt, ruffische Dichter edirt und bald Nuffisch (er schreibt das volle Zeichen!" Diese Nachricht ging als merkwürdiges Ruriosum in befte Russisch, fagen die Russen felbft), bald Französisch, bald Deutsch, viele andere Zeitungen über. Kurz darauf lasen wir in einer deut- bald Englisch schreibt. Viele russische Schriftsteller haben theils deutshen Zeitung die kunterbunten, wißigen Namen von nicht weniger fche, theils russische, theils französische Sprache zum Mittel, fich der als neun in Petersburg erscheinenden, von ,, fliegenden Buchhändlern" Welt mitzutheilen, gewählt. In allen gebildeten Häusern Nußlands auf den breiten Straßen lustig und fred ausgerufenen und selbst werden zwei, drei, vier Sprachen mit gleicher Geläufigkeit gesproden. Generalen und mächtigen Staatsmännern unter die Nase gehaltenen Die vornehmere ruffisde Jugend spricht in der Regel außer Ruffisd Kladderadatschen, Krafehlern, Punschen und Charivari's. Neue illu. auch Französisch, Deutsch und Englisd. Keine größeren Sprach-Taftrirte Wißblätter! Fliegende Buchhändler! Zeitungen in Masse! lente als die Russen. Aber deshalb zu foließen, daß die große VolfsJlustrirte Zeitungen! Wochenblätter! Monats- und Vierteljahrsschrif- masie etwas Anderes verstehe, als echtes Russiid, ist ein dicker 3rrten! Romane, Gedichte und wissenschaftliche Berke! Und alle in thum. Außerdem läßt auch der Demokratische Charakter der aus wirklicher russisder Sprache! Das fieht Atles fabelhaft, unmöglich aus, etwa 150,000 Familien bestehenden russichen Aristokratie feine besonders in England, wo unter 100 Menschen noch 90 feft über- Firirung des Franzöfifchen zu. Jeder, welcher Nation er auch anzeugt sind, daß von Boulogne oder Calais aus die Barbarei sofort gehöre, fann ruffischer Edelman werden. Jeder Offizier, der ein mit Riesenschritten anfeße, und man schon in Berlin alle Wochen Regiment befommen, jeder Civilbeamte, der bis zum Tsdin (Titueinmal, wie Donnerstage Sauerfohl und Erbsen mit Pökelfleisch, larrath) gestiegen, mag er von einem Ausländer oder von einem Menschenfleisch zu Mittag effe, und in Rußland Alles, was nicht in Leibeigenen abstammen, kann politisch zum gleichen Range mit den Eis und Schnee gefroren sei, sich gegenseitig lebendig, ungefocht und Demidov’s oder Dolgoruki's steigen. Er kann großer Grundbesißer ungebraten auffresse und Französisch dazu spreche. Selbst die gebil- und Leibeignen-Eigenthümer werben. deten Engländer glauben noch ziemlich allgemein, daß die Ruffen gar Kurz, der Engländer muß nun an die merkwürdige Thatsache feine Sprache befäßen und nur Franzöfisch sprächen.

glauben lernen, daß die Ruffen Russisch sprechen und die meisten Herr Sutherland Edwards, der lange in Petersburg und Moskau ruffischen Blätter, so oft sie auch unter deutschen oder englischen Titeln lebte, in leßterer Stadt eine Ruffin heiratete und ruffische Sprache, zitirt werden: ,, Die Nordische Biene“, die „Moskauer Zeitung“, ,, Der Literatur und Lebensweise genau kennen lernte, fängt seine , Skizzen russische Invalide“, „, Der ruffisde Bote", ,, Der Zeitgenosse", ,, Die und Studien", die er neuerdings den Engländern bietet, mit der Bibliothek für öffentliche Lektüre, ,,Die nationalen Jahrbücher'' 16., ernften Versicherung an, daß die Ruffen Ruffiso sprechen und fast nur in ruffisder Sprache erscheinen. ihre ganze blühende Literatur in ruffischer Sprache geschrieben, sogar Der Irrthum, daß das Französische in Rußland vorherrsche, hat gebrudt sei.

allerding$ einen historischen Boden. Unter Katharina, und fast in ,,Der englische Tourift, der in Petersburg anlömmt und erstaunt, ihrem ganzen Jahrhundert, sprachen die gebildeten Ruffen kaum etwas daß die Zollbeamten weder seine Person durchsuchen, noch feine steif- Anberes, als Französisch. Daß ruffische Sprache und Literatur feitgestärkten Hemden zerknittern, noch seinen , Murray", den Fremden- dem riesig wudsen, ist bis jept verhältnißmäßig nur Wenigen bekannt. führer durch alle Welt, konfisziren, ist ebenso überrascht, daß Reiner Außerdem finden Fremde bis heute noch, daß fie in allen gebildeten im Stande ist, Französisch zu verstehen. Dieses Erstaunen wird zum Familien im besten Französisch angeredet werden. Aerger und zur Verzweiflung, wenn weder der 3swoftsdit, der ihn Wer baber fich nur in sogenannter ,,guter Gesellschaft" bewegt, in Beschlag nimmt und in eine Droschki schafft, noch die erste, zweite, muß immer noch glauben, daß die Russen blos Französiso spreden. dritte Person, die er in der Straße anredet, noch irgend ein Käufer Ebenso können Deutsche, die von einer reichen deutschen Familie ober Verkäufer in den läden am Rai entlang ihm ein Wort versteht, Petersburgo in die andere gehen oder eine deutsche Bierkneipe (prächmag er Französisch oder Deutsd oder zuleßt sogar Englisch sprechen. tige Salons mit Sammet-Sopha's zuweilen) nach der anderen bes Der pfiffige Fowoftschif wird ihn bald aus dieser Verlegenheit be- suchen, mit gutem Gewissen versichern, daß in Petersburg blog Deutsch freien: er bringt ihn in's erste, befte deutsche Hotel (in Rußland sind gesprochen werde. Daffelbe gilt von London, wo Deutsche Jahrzehende alle Fremde Deutsche, wie in England jeder Foreigner — „a French lang leben können, ohne ein Wort Englisch zu sprechen oder zu verman”), dessen Befißer und Kellner nicht nur Französisch und Deutsch, ftehen. (In ,, Klein, Deutschland" Londono gilt das ziemlich wörtlich). sondern obendrein auch Englisch sprechen" (die meisten größeren Ho. Rußland und seine Sprache und seine nationale Kultur fingen nach tels in der ganzen gebildeten Welt – mit Ausnahme Englands, wo der Mitte des vorigen Jahrhunderts an, fidzu regen. Bis babin keine deutschen Kellner gehalten werden - sind auf diese englische Sprach- gab es das ruffische Gedicht von Igor, die Chroniken Neftor's, später unfähigkeit- vorbereitet. Zwischen Hamburg, und London fahren seit Lomonossov's Schriften, sonst aber faum etwas gebrudtes Rufftides Mensdenaltern englische Dampfschiffe, die alle Wochen mehrmals (mit Ausnahme von manchen Ueberfeßungen). Die jeßigen Ruffen Deutsche herüber bringen, ohne daß irgend einer von den Mannschaften können diese Sprache kaum noch ohne Sowierigkeit verstehen und ein Wort Deutsch gelernt hat oder je ein Capitain auf den Einfall seben erft in Raramsin den eigentlichen Begründer, in Puschkin den gekommen wäre, einen der Tausende zu engagiren, die ebenso gut Reformator und Leffing der modernen, russischen Sprache. Raramsin Englisch als Deutsch sprechen. In Indien herrschen sie seit hundert war ein Freund Alerander's und Paschkin Zeitgenoffe, wenn auch nicht Jahren und nicht ein Dußend Engländer versteht eine Sprache der so recht Freund, des Kaisers Nicolaus. In England glaubt man Indier erträglich. 3n China wollen fie mit allen 360 Millionen Ein- noch, daß Leßterer grimmiger Feind des Erfteren gewesen und an wohnern handeln und haben dies beinabe seit 20 Jahren angefangen, feinem Code Sould fei. Die Wahrheit ift, daß Pushkin in einem aber es fehlt überall an Dolmetschern, und wo einmal Einer auf Duell mit seinem französischen Söwager d'Anthès-Heeferen fiel, einem getrieben wird, verstehen ihm die Chinefen nichts oder Alles halb. So. faiserliden Garbe - Offizier, nachdem er manche Beweise der Freunde viel in Parenthese).

schaft vom Kaiser erhalten, der aud reine lebten Augenblice verUnter den eigentlichen Ruffen aber in einer anderen Sprache, schönerte, indem er ihm auf dem Todtenbette versicherte, daß für seine

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Unter Alerander I. wurden die besten Deutiden, franzöfifden und festen, ftatt in Artikeln und Broschüren über russische Barbarei und englisden Werke in's Ruffisde überseßt, und Driginalschriftsteller Despotie zu eifern! Freilic, revolutionaire Schriftftetler wurden verversuchten ihre Schwingen. Raramsin richtete feinen Spott gegen folgt und bestraft - wie überall. Selbst das ,, freiefte Volt" ließ das Franzosenthum bereits vor mehr als fechzig Jahren. Der Moss seinen Schriftstellern die Ohren abschneiden und gloßte sie an auf kau-Brand und der Marsch bis nach Paris gaben dem Phönir des Sandpfählen. Defoe u. A. ftanden am Pranger, Leigh Hunt fab National -Gefühls neue Schwingen. In einer Komödie Gribojedov's im Gefängnisse, Mitchell wurde transportirt und Thistlewood wes finden wir die noch restirende liebe für Französelei auf das heftigste gen Schriftstellerei (?) hingerichtet in England. Jeßt ist es freilich gegeißelt. Das Nationalgefühl und die National-Literatur wuchsen anderes, besser. Ein gefährlicher Redner und Schriftsteller wird vielftill, unbegünstigt, vielfach niedergehalten, unter Nikolaus. Die Krim- leicht sonsul oder so etwas bei den Antipoden oder – Secretair des Zeit that auch das Shrige: während derselben wurden die Sarafan's Baron Nicholson (,,Judge and Jury", Zotentheater), das heißt (altruffische Kleidung) wieder unter den gebildeten Klassen sichtbar, auch unschädlich gemacht, nur gründlicher und grausamer, das heißt und die Damen trugen ,,Scotchogolev"-Ohrringe mit vier kleinen im Geheimen lebendig begraben. Andere, die es zu arg machen, Kanonen - Rugeln (natürlich von Gold und keine Zehnpfünder) zur wie . B. Reynolds, läßt man juft deshalb ungeschoren, und zwar Ehre des Artillerie - Offiziers gleichen Namens, der die ganze Flotte mit Recht und glänzendem Erfolg, wovon die fontinentale Polizei der Alliirten mit vier Kanonen von Odessa abgehalten haben sollte. noch keine Spur von Ahnung zu haben scheint. Im Uebrigen hört Die langen, grünen Jaden, welche Knaben und Mädchen trugen, er. in dieser Beziehung Rußland durchaus nicht an der Gränze auf und innerten an den Anzug der Krim - Soldaten. Durch diese und andere bald wird, wie es scheint, drüben Freiheit und anderswo Furcht vor Urfachen wurden russische Sprache, Literatur und Kultur begünstigt. dieser Freiheit zum feinsten Tone gehören. Diese Furcht scheint in Das Französische ist zu dem geworden, was es überall in der Welt Amerika schon zu herrschen. Ein Organ der dreißig freien Republiken ist

, zur Conversationssprache mit Fremden, zur Diplomatensprache, in fagte unlängst, daß Rußland als Despotie schon gefährlich war, aber Rußland nur etwas mehr, als anderswo, weil die russische Sprache mit seiner jeßigen Freiheit furchtbarer werde, als je. den Fremden bisher fast ganz unbekannt ist und die Russen nun ein Die russischen Revue's und Monatsídriften zeichnen sich vor mal mit ihrem glüdlichen Sprachtalente leicht noch drei, vier Sprachen theilhaft vor Englischen und Amerifanischen durch eine gewiffe Posi. lernen.

tivität aus, d. 5. zunächst negativ durch Freiheit von sogenanntem Petersburg hat jeßt eine überraschend reiche, frische ruffische Feuilletonismus, der seine Force in Formen, Phrasen, Diction, AusLiteratur und nur ein französisches, wie ein deutsches Journal. Ber- spinnung oder respektive in Sentimentalismus und Humorismus hältnißmäßig, d. h. im Vergleich zu Deutschland und England, ist sucht, durc Realismus, Novellen und Erzählungen, die aus gedas eigentliche Zeitungswesen noch schwad, aber in Magazinen und sunder Beobachtung des Wirklichen und lebenswahrer CharakteMonatssdriften haben sie fchon ganz wesentliche Vorzüge vor dem ristit ihre Kraft und ihren Reiz schöpfen, durch Charakter- und überflutheten England voraus. „Die nationalen Jahrbücher", ,, Der Lebensbilder, Satire gegen russisches Beamtenthum, Aufdeđung der russische Bote", „Die Bibliothek für allgemeine Lektüre" erscheinen Corruption in der Staatsverwaltung, Artifel über Industrie, Handel wöchentlich zweimal und geben außer wissenschaftlichen, literarischen 2c. und natürliche Reichthumsquellen Rußlands, frühere Geschichte, GegenArtikeln gute Revues des politischen Inhalts von je vierzehn Tagen. wart und Garantieen für die Zukunft. Das sieht gesund, kräftig und ,,Der Zeitgenosse" ist eine dice Monatsschrift. Jedes der genannten jugendlich aus. Außerdem beschäftigen sich die russischen Zeitschriften Blätter kostet jährlich 15 Rubel, oder 20 Silbergrofden pro Heft. auch ziemlich reichlich und gründlich mit Kritik oder Ueberseßung ausPapier und Druck sind enorm theuer (im Durchschnitt vierfache deute ländischer Literatur, besonders der englischen. de Preise), so daß man auf ein bedeutendes Interesse, großen Abs Um den Inhalt der legten russischen Revue, des Zeitgenossen, falz und auf eine noch blühendere Zukunft des russischen Journalismus näher kennen zu lernen, führen wir die hauptsächlichften Beiträge aus schließen muß. Das ießige Bedürfniß schafft erst hinreichend Papier den Jahren 1854—1856 an: ,, Die zwei Freunde", Novelle von Turund Drudereien, hinreichende Schriftsteller. Das literarische Leben genjev, „Bleak House", von Didens, „Mumunie", von Turgenjev, ist mit einem so großen, raschen Sprunge vorwärts gekommen, daß Das arme Mädchen", von Panajer, , Mrs. Perkins' Baul“, von fich erst Schriftsteller, Papier, Seßer und Druder nach und nad Thaceray, Fanfaron, ein Eremplar unserer eigenen „Snobs" (in bilden und einfinden müssen, um ein Gleichgewicht zwischen Angebot Thackerayscher Manier), „Memoiren eines Kavallerie-Offiziers watund Nachfrage berzustellen.

rend des türkischen Krieges 1828", ,,Eine Reise nach Paris", von Ibades Außer den genannten „Revues" giebt es noch einen ,, Teles ray, , Erperimente mit russischen Snobs", von Panajed,

,, ,, Männer graph“ und ein ,,Teleskop“ der Monats - Literatur. Ihr Werth liegt von Charakter“, von Douglas Jerrold, viele Gedichte von Nekrassos mehr in der Vergangenheit.) Jeßt arbeitet man schon frisch mit (dem Redacteur, mit Panajer) und Graf Tolstoi, biographische, friWochen- und Tages-Blättern. ,,Nirgends", sagt A. Herzen („Du tische und wissenschaftliche Artifel, wie ,, Delwig" (Freund Pusdin's, développement des Idées révolutionnaires en Russie." London: Trüb mit dem er ein literarisches Journal redigirte), von Gajewsky, , Verner & Comp.) „ist der Einfluß von ,,Revues" so groß gewesen, als, such einer Biographie Gogolis“, ,, Erinnerungen an Gogol", ,, Erzäh. in Rußland. Sie haben eine unermeßliche Masse von Kenntnissen, lungen zur Beleuchtung der arbeitenden Klassen“, ,,leben und Tod Ideen und Thatsachen über das unermeßliche russische Reich vers des legten Montenegriner-Fürsten", von Kowalewsfy (bekannt durch breitet während der leßten fünfundzwanzig Jahre. Sie gaben den seine Thätigkeit im orientalischen Kriege, jeßt Direktor im MinisteBewohnern von Omsk und Tobolsk Gelegenheit, die Werke von rium des Auswärtigen), ,,Die kriegerischen Thaten der Don- Kosaken Didens oder G. Sand zwei Monate nach deren Erscheinen zu lesen. gegen den Khan der Krim und den Prätendenten Pugatschev in den JahDie regelmäßige Publication dieser Revues hatte außerdem das Gute, ren 1773 nnd 1774", ,,Rritifen ruffischer Sprachwerfe", von Ser: Indolenz zu überwinden und literarisches Bedürfniß zu weden." nin, ,,Gerhard Friedrich Muller", von Solowjev, ,, Matarov" und

Und es ist erweckt, erwacht und regt sich überall mit frischen, sein ,, Moskauer Merkur", von Gennady, ,, Reisen in den Polargegenftarken, jungen Gliedern. Bis jeßt freilich wissen wir wenig davon. den und an der Küste von Weiß- Rußland“, von Scpilewsky 2. Selbft die größten russischen Soriftfteller find in Deutschland nur Diese Titel - Angaben sagen nicht viel, aber man sieht doch, woWenigen, in England fast Niemanden etwas näher bekannt. Karama, mit sich die russische Haupt- Revue während des Krieges beschäftigte, fin's Geschichte ift niemals in's Englische überseßt worden und seine auf welchen sie nicht viel Rüdsicht nahm, obne deshalb an Circulation ,, Reisen", vor funfzig Jahren aus dem Deutschen überseßt, längst abzunehmen.

(Sdluß folgt.) unbekannt geworden. , Pique - Dame", von Puschkin, wurde zum Theil in's Englische verstümmelt, niemals übertragen. Sonst nichts

Schweiz. von Puschkin. Eine der schönsten Erzählungen von Gogol, „Ein Paar aus der alten Zeit", wurde nach einer falschen französischen

Der Maler Leopold Robert. Ueberseßung aus dem Franzöfischen falsch für ein Penny Blatt in's

(Schluß.) Englische überseßt. Die Gedichte Lermontov’s sind durchaus uns Robert machte Glüd mit diesen Bildern, Ruhm und Bestellungen bekannt. Nur sein ,,Held unserer Zeit" wurde aus dem Deutschen folgten ihnen rasch; aber bei den Künstlern und der Gesellschaft in'$ Franzöfische, aus dem Französischen in's Englische getrieben. Roms war er nicht beliebt. Seine Malereien wurden wegen ihrer Gribojedov's „Gore ot Uma" ist den Engländern allein in einer ge Schönheit und Originalität bewundert, sein Geist war sorgfältig anwissenhaften Uebertragung von dem Russen Benardaky zugänglich. gebaut, sein Geschmad fein ausgebildet, sein Herz für innige FreundKaramsin, Krylov, Pushkin, Julowsky, Gogol, Oribojedov - fecho shaften empfänglich; allein seine äußere Ersbeinung in Geftalt und der eminenteften Schriftsteller dieses Jahrhunderts - unbekannt in

unbekannt in Benehmen war nicht gewinnend: ein dider Kopf, der zwisden der England und unter faft allen civilisirten Völkern! Wie würden sich Schultern ftedte, Stimme und Haltung

Schultern ftedte, Stimme und Haltung machten den Eindruck eines die Schriftsteller der ,,civilifirtesten Nationen“ verdient machen, wenn linkischen und schüdternen Menschen. Er trieb die Bescheidenheit bis fie diese und andere Ruffen biographisch charakterisirten und über- aufs Neußerste; er nahm ftets den leßten Plaß ein und spielte die *) Allerdings ba fie beide fchon seit mehr als zwanzig Jahren ein

untergeordneteste Rolle. Wenn er aber in traulichem Kreife diesc

und Gefühle aus der durchsichtigen Sprache, die Achtung und Bes Schon in Rom hatte er fich in Charlotte Bonaparte verliebt. wanderung bervorriefen. Seine Vermögensamstände befferten fich Nach der Erscheinung seiner Hauptgemälde bekam er Zutritt zu der zusehende. Er konnte seine Freunde, die ihm aus ihren Mitteln zu besten römisden Gesellschaft; außerdem hatte er Umgang mit Horace der Reise nach Rom Vorschüsse gemacht hatten, volftändig befriedigen Vernet, Madame Necamier, dem Ritter Bunsen; auch Chateaubriand, und ließ seinen Bruder Aurèle, der schon bei einem Uhrmacher in damals französischer Gesandter beim päpstlichen Stuhl, nahm ihn der Lehre war, zu fich nachkommen und ihn ebenfalls zum Rünftler von Zeit zu Zeit bei fich auf; allein am tiefsten gefesselt fühlte er ausbilden.

fich von dem Umgang mit der Prinzessin Charlotte Napoleon, Tochter Sein erstes Gemälde, das ihm einen europäischen Ruf verschaffte, Joseph's, Erfönigs von Spanien, und an ihren Vetter, den ältesten war der „Neapolitanische Improvisator"; die Figur sollte ursprünglich Sohn Louis', Erlönigs von Holland, den älteren Bruder des jeßigen eine auf dem königl. Museum improvifirende ,,Corinna" vorstellen. französischen Kaisers, verheiratet. Diese Hoffnungslose Neigung zu Robert aber, unbefriedigt davon, kragte sie aus und erfeßte, sie durch einer verheirateten und hochstehenden Frau vergiftete ihm das leben ben improvifirenden Neapolitaner. Es war die Hauptzierde im Schloffe und beschleunigte die Entwickelung des unseligen Keimes, den die GeLouis Philipp's zu Neuilly und ging bei der Verwüftung desselben burt in ihn gelegt. Die Prinzessin und ihr Gemahl bewunderten burd Feuer mit zugrunde. Es ift durch Kupferstiche weltbekannt. die Talente und erfreuten sich an der Unterhaltung Robert's; denn Das Wert hat all die Eleganz, Freiheit und Elastizität des klassi- wenn er wollte, konnte er die Leute das linkische seiner Manieren schen Lebens - die Stoffe find irbisd und gehören der Erde; aber übersehen machen. Sie hatten natürlich keine Ahnung, welche VerComposition, Ausdruck und allgemeine Wirkung eigenen der hohen beerungen die Reize der Fürstin in dem Herzen des Künstlers anPoesie. Durch anhaltendes Studium der mannigfaltigften Typen richteten. gelangte Robert zu der idealen Schönheit, blieb aber immer inner Robert's legtes Gemälde war die Abfahrt eines venezianischen balb der Gränzen der Wirklichkeit. Er machte unzählige Ausflüge in Fischers in das Adriatische Meer. Es stellt die Lagune dar, in der die Apenninen und giebt in seinen Briefen eine lebhafte Schilderung eine große Barfe mit gespanntem Segel hielt; am Ufer ftehen zwei von den Einbrüden, die das Volk in ihm zurüdgelassen.

Frauen, von benen die eine ihr Kind in die Höhe hebt, eine Mahnung Die erste Studie dieser Art war die berühmte „Les moisson an das Vaterherz des Fischers, der im Begriffe ist, abzusegeln. Dieses neurs”, ießt im Louvre, eine seiner tüchtigsten und populärsten. Hier Bild wurde zuerst in Venedig ausgestellt und der Vicefönig, sowie trat fein Genius in voller Kraft hervor. Die Einzelheiten sind bem alle Kunftsinnigen und Künstler nicht blog in Venedig, sondern auch gewöhnlichen Leben entlehnt und mit jener Gewiffenhaftigkeit der aus den Nagbarftädten Padua und Treviso kamen, es zu sehen und Genremalerei ausgeführt, wie auf irgend einer „Trinker-Gesellschaft" zu bewundern. Es ging dann nach Paris, wo es denselben EnthuTeniers' oder einer Bauernfamilie" der holländischen Schule aus siasmus hervorrief - allein mitten unter die Triumphe fiel die dem fiebzehnten Jahrhundert; aber über diese Gruppe einer italiäni- Schredenskunde, daß der Gefeierte sich selber den Tod gegeben. idhen Herbftlandschaft hat Robert's Genius das licht klaffisder Reins Während der ganzen Zeit war sein Gemüth von tiefer Melanchoheit und Eleganz ausgegossen. Bei einer Ausstellung in Paris hatte lie umnachtet. Das Bild hatte ihm viel Arbeit gekostet. Nie mit es den glänzendsten Erfolg; später (1831) kaufte es Louis Philipp fich zufrieden, ftand er vor der Staffelei, unabläffig ausstreichend und und, frei von den Strupeln feiner Vorgänger gegen die Nationalität von neuem malend. Ein gesunder Sinn hätte freilich allen Grund des Künstlers, schmüdte er diesen eigenhändig mit den Decorationen gehabt, sich an den erworbenen Gütern zu erfreuen: gesichertem Ruf, der Ehrenlegion.

Beliebtheit, Geldgewinn; Robert sah Alles schwarz. Seine hoffnungsInteressant ist sein Urtheil über Raphael:

lose Liebe, die Furcht, hinter seinen Ansprüchen an sich als Künstler ....,,Ja, ich gebe zu, daß Raphael eine erftaunliche Menge zurüdzubleiben, die quälende Angst vor der Kritit - Alles vereinigte wunderbarer Werke geschaffen; allein Raphael ift Raphael, das will fich, ihn unglücklich zu machen. Und diese feelenmarternde Stimmung Fagen: er ist nicht die Natur, sondern ein Künstler; denn diese Herren theilte sein liebender Bruder Aurèle, der während der ganzen Krisis Professoren schwaßen immer von den großen Meistern und ich rede schlaflose Nächte verlebte. stets von der Natur. 3ch fann nicht glauben, daß ein Mann mit so Am 15. April 1835 holte ein junger deutscher Maler die Brüder reicher Imagination so viele Madonnen, die einander so ähnlich find, ab, um bei einer venezianischen Dame Miniaturbilder zu besehen. ausgeführt habe; mich dünft vielmehr, die meisten sind von fremder Auf dem Rüdwege sagte Leopold zu seinem Bruder, er solle heiraten, Hand gemalt. Michel Angelo fcheint fdon deshalb ein höherer Genius weil es noch Zeit sei. Früber hatte nämlich Aurèle oft in feinen zu fein, da er fid nicht an die Launen derer band, die bei ihm Ge. Bruder gedrungen, diefen Shritt zu thun, als das beste Heilmittel mälde bestellten. Raphael führte seine Entwürfe wunderbar aus; gegen seinen Trübsinn; worauf ihm Leopold stets antwortete: ,,Heirate aber id, meinestheild, bätte Compositionen, wie die „Stanza", den du doch!" Sie aßen in einem Speisehause und verbrachten den ewigen Wiederholungen von Priestern und Mönchen mit Christus und Abend bei einigen deutschen Damen, wo Musik gemacht wurde. Jungfrau weit vorgezogen. Ihr vergleicht Ingres mit Raphael; ich Peopold unterhielt fich in liebenswürdig heiterer laune. Nachhause dächte, man vergleicht ihn besser mit Leonardo da Vinci, der niemals gekommen, fanden sie die Nummer des Journal des Débats der bei seinen Arbeiten Beistand suchte, und daher auch so wenige Werte französische Konsul, de Sacy, hatte die Aufmerksamkeit gehabt, ibm hervorbradyte, obgleich er im hohen Alter ftarb.“

das Blatt aufs Zimmer zu schicken -- in welcher Delécluze das EinEines feiner vollendetsten Gemälde war 1831 im Pariser Salon treffen des obenerwähnten Gemäldes in Paris anzeigte. Am 8. Mai ausgestellt: „Eine neapolitanische Mutter, weinend auf den Trümmern erhielt er einen Brief von der Prinzesfin Charlotte, in welchem fie ihrer durch ein Erdbeben verwüsteten Wohnung", das jeßt der Hers ihm zu dem Erfolg seines Bildes Glück wünschte. Er verbrannte den zog von Aumale in seiner Sammlung befißt.

Brief mit der Aeußerung, er sei nun von seiner Leidenschaft geheilt. Das Jahr 1831, in welchem Robert wieder nach Paris fam, war Worauf der Bruder sagte: ,,Wenn nicht an der Leidenschaft, so bift überhaupt, wie schon oben erwähnt, ein Jahr der Triumphe - die du an ihren Folgen frank." Den nächsten Morgen ging der Bruder

Moissoppeurs" waren mit 8000 Frs. bezahlt worden; vor einigen nach dem Palaft Pisani, wo fie zu malen pflegten. Als er heimkehrte, Jahren schäfte man es auf 40,000 frø. - Sein erster Besuch in fand er das Zimmer verfolossen. Er klopfte, rief — feine Antwort. Paris galt feinem Zeichnenlehrer, Charles Girardet, und er wieder Er brach endlich die Thür mit Gewalt auf – da lag Leopold mit dem holte den Besuch, geschmückt mit dem Orden der Ehrenlegion. ,3 Gesicht auf dem Boden, im Blute schwimmend. Mit einem Rasierkomme, sagte er, uden Zoll des Dankes für meine Ehrenkrone dem messer, das auf einer Kiste lag, hatte er sich den Hals abgeschnitten. Manne zu bringen, der mir zuerft den Pinsel in die Hand gab.“ Aerztliche Hülfe blieb fruchtlos. Der Greis und sein Schüler fielen einander weinend in die Arme. Das Begräbniß fand ohne Gepränge statt: Eine Gondel, von

Robert ließ fio nun zu Venedig nieder, in der Absicht, das heimi- seinem Bruder, seinen Freunden und den Künstlern in Venedig bes The leben dieses Winfels der Adria ebenso wie in Rom die Banditi gleitet, führte seine Leiche nach der Insel San Cristoforo; ein einund Contadini, wie in Neapel die Lazzaroni durch seinen Pinsel zu vers facher Stein mit der Inschrift: „A Léopold Robert ses Amis et herrligen. Er besuchte wenig Gesellschaft zu Venedig; seine vertrauten. Compatriotes”, bezeichnet sein Grab. Gefährten waren Odier, ein früherer Schüler Ingres', Sohn des Banquiers, und noch einige junge Künstler. Sie malten zusammen

Frankreich. und Abends lasen sie belehrende und unterhaltende Schriften, wie: Barante's ,,Herzoge von Burgund", Daru's ,,Gesbichte von Venes

Geschichte der Königin Marie Antoinette. dig", Gil Bias, oder la Bruyère's „Charaktere". Reiner dieser

Von 6. und 3. de Goncourt.*) jungen Künstler fand Geschmad am Theater. Die Pafta, obgleich Mit dieser Geschichte ist uns ein Bild der unglüdlichen Tochter schon im Niedergang ihres Ruhmes, fepte dennoch ganz Venedig über Maria Theresia's geliefert, wie bisher noch feines existirte. Die ihre ,, Norma“ und ,,Semiramis" in Entzüden; die Jünglinge blieben Brüder E. und 3. de Goncourt, von denen die neuere französische ungerührt und betraten das Theater Fenice mit feinem Fuß, überdies derfiel Robert bald darauf in jenen Trübfinn, der mit Selbftmord endete.

*) „Histoire de la reine Marie Antoinette". Par E. et J. de Gon

literatur schon manche gelungene Arbeit besigt, haben auf das vor. wie in einigen Gegenden des deutschen Baterlandes, im Münsterland, liegende Werf einen besonderen Fleiß verwandt und sowohl die Frau, am Rhein, in Bayern und in Defterreid die Materialien zu seiner als die Königin, treu und ergreifend dargestellt. Was bisher über epischen Darstellung gesammelt, in welcher er den, wie er meint, Marie Antoinette insbesondere veröffentlicht wurde, war nichts weni Deutschland immer noc in zwei große Heerlager theilenden und es ger, als erschöpfend und diente nicht dazu, ihrem Charakter die volle niemals zu nationaler Einbeit fommen laffenden Kampf der Welfen Gerechtigkeit zu Theil werden zu lassen. Selbst Madame Campan und der Waiblinger mit seinen von Italien ausgehenden geheimen zeigt, trog der skrupulösen Gerechtigkeitsliebe, die ihre , Memoiren" Fäden und Schnüren dem deutschen Volfe, das davon fein flares kennzeichnet, in ihrer Schilderung der Königin eine gewisse Rälte, wie Bewußtsein habe, dildern will. ,,Die nachfolgende Dichtung, sagt fie in den Protokollen eines Untersuchungsrichters vorherrscht. Man Gußlow in der Vorrede, ,, will, soweit dem Wort eine Wirkung za nimmt leidt wahr, daß ihre Erzählung lange nach den Ereigniffen fommen fann, beitragen helfen, die vaterländische Einheit zu fördern. geschrieben sei and daß bei der Arbeit des Kopfes das Herz nicht Sie will warnen, wil ermuntern. Sie will die Gefahren aufbeder mehr recht mitgewirft habe. Das Werk der Herren de Goncourt einer trügerischen Lođung. Sie will den lieblichen Ton der trägt dagegen überall die Spuren einer inneren Bewegung, die fich Pfeife des Bogelstellers nachweisen, felbft in dem Busche, wo nicht scheut, fich zu erfennen zu geben, weil sie mit einer aufrichtigen Tannenzapfen, nicht Drangen, reifen. Sie will einem großen, febru Erforschung der Wahrheit Hand in Hand geht und dabei doch auch füchtigen, auch von ihr heilig gehaltenen Hang und Drang der chrifts das Bestreben bat, alle enthusiastischen Ausschreitungen zu vermeiden, lidhen Völfer würdigere Ziele zeigen, als sie fich bisher in der fernen die in folchen Darstellungen sehr am unrechten Drte find.

Fata Morgana spielten. Sie will für jene beraufziehende Entscheidung Nur Eines wäre vielleicht an diesem Buche zu tadeln: die Vor- den germanischen Kampfesmuth schärfen, tausendjährigen Siegerftolz liebe nämlich, welche die Verfasser darin, wie in einigen ihrer früheren nähren helfen, will den Verräthern unseres eigenen Heerlagers anf Darstellungen, für das achtzehnte 3ahrhundert an den Tag legen ihren geheimsten und nächtlichsten Pfaden folgen." Daß der Bes für eine Zeit, wo Anmuth und liebenswürdige leichtfertigkeit sehr oft faffer der „Ritter vom Geiste" ein großes Talent befißt, Herzen: mehr galten, als die strengen Tugenden des Charakters und des Her- konflikte, Seelenstimmungen und zugleich das Leben im Staate uz zens, die dod andererseits den Verfassern feinesweges gleichgültig in der Gesellschaft zu schildern, wird ihm allgemein zuerkannt. Au. sind. Um dieser Vorliebe witten, gefällt sich die Darstellung zuweilen dieser erste Band des ,,Zauberer von Rom“ bringt bereits entschiedene allzusehr in Details und in kleinen Anekdoten, zum Nachtheile des Proben dieses Talentes, und so darf das Publikum reichen Stoff zum fittlichen Eindrudes, ben das Ganze zu maden bestimmt ift. Adler Nachdenfen, wie zur Unterhaltung, von diesem Werte sich verdings gereicht die biographische Form, in welche diese Geschichte der sprechen. Königin gekleidet ist, jener Darstellungsweise einigermaßen zur Entchuldigung. Yud baben wir es ihr zu verbauten, daß wir, wenn wir Portugiesisches Englisch. Sogar in unserem gründlich hin und wieder die Königin aus den Augen verlieren, dafür um fo gelebrten Deutsøland giebt es englische Sprachlehren und Dialogenbesser die Frau mit allem ihren Liebreiz, sowie mit allen den Eigen- Sammlungen, deren Verfasser oder Bearbeiter von der Sprache, die daften fennen lernen, die ihr tragisches Sdhidfal uns erklären. fie lehren wollen, offenbar eine nur mangelhafte praktische Kenntnig

Ein anderes Verdienst dieses Buches ist, das wir darin auf das befißen, und es würde nicht schwer sein, hiervon einige effatante Bei genaueste mit den Personen bekannt gemacht werden, welche die spiele anzuführen. Auch das folechteste dieser Macwerte könnte jedoch Rönigin umgaben und den Kreis bildeten, den sie mit der fanften für eine wahrhaft flaffische Arbeit gelten im Vergleich mit einem Autorität ihres Charakters beherrschte. Als ausgezeichnete Studien fürzlich in Paris erschienenen Bache, das sich als „The New Guide sind besonders die Portraits des Herrn v. Besenval und der Herzogin of the Conversation, in Portuguese and Englisb. By J. da Fonvon Polignac zu betrachten.

seca and P. Carolino" ankündigt und aus dem das Londoner AtheBei dem Eintritte der großen Katastrophe, die der Herrschaft naeum einige unglaublich klingende Citate mittheilt. Die Heraus: und bald darauf auch dem Leben der edeln Königin ein Ende machte, geber fagen in ihrer Vorrede: „A choice of familiar dialogues, clear verläßt die Darftellung natürlich ihre leichtere, anekdotenhafte Er of gallicisms and despoiled phrases, it was missing yet to studious zählungsweise, und die Verfaffer zeigen sich nun ganz ihrer Aufgabe portuguese and brazilian Youth. We sought all we may do, to als Geschichtschreiber würdig. Nidht blos treten fie als Vertheidiger correct that want... We did put a great variety now expressions Marie Antoinettend gegen die Berleumdungen auf, mit welchen der to english and portuguese idioms:' without to attach ourselves (as Aristokratenbaß und die gemeinen Seelen den Ruf der Königin bes make some others) almost at a literal translation ... We expect schmußt haben, sondern sie rächen dieselbe auch gegen diejenigen Zeit- then, who the little book, (for the care what we wrote him, and genossen, die über das politisde Benehmen Marie Antoinettens nach

for her typographical correction) that may be worth the accepdem Beginn der Revolution ein scheinbar sie verurtheilendes Still tation of the studious persons, and especialy of the Youth, at whicha idweigen beobachten. Die Verfasser weisen nady, daß die Königin we dedicate him particularly." Die Gespräche sind alle in folgenauf das lebhafteste die Emigration und deren Treiben getadelt habe; dem Stil gehalten: „It delay me to eat some wal nutskernels: take fie ftüßen sich dabei vornehmlich auf ein Shreiben der Königin an care not leave to pass the season." „Be tranquil: i shall throw den Grafen von Artois (nachmals König Karl X.), das über die Denk you any nuts during the shell is green yet.” – „The artichoks weise der Gemahlin Ludwig's XVI. feinen Zweifel läßt. Der Chas grow its?" - „I have a particular care of its, because, i know you rafter Marie Antoinettens, als Königin, wird dadurch moralisch sehr like the bottomg.” Da, wie die Verfaffer bemerken, ,, the french gehoben und dem etwas unbesonnenen Royalismus ihrer Schwägerin, language becomes us all days too much necessary", lo geben sie Madame Elisabeth, gegenüber, gewinnt fie unstreitig an Hoheit und auch einige Ueberseßungen aus vertraulichen Briefen französisder historischem Interesse.

Sdriftfteller, z. B.: ,, Flechier at Mme. of the Rouré. – More i Man sieht, daß diese Lebensbedreibung, der Bedenken ungeachtet, was impatient at do you my compliment on your wedding; mort welche im Anfange der Anekdotenfram und die Details erregen, in pleasure i have to do you to day. The heaven was seems, mehr als Einer Hinsicht eine Bereiderung der Literatur der franzöft- several years, to go for or to prepare you a husband who migli schen Revolutions - Geschichte ift. Die Herren von Goncourt haben be worthy you. It was give you at him: the happyness it is like sich dadurch ein wahres Verdienst erworben, und eine Uebertragung of one and another pars. Think which benedictions shall be folihres Werfes in unsere Sprache würde eine völlig gerechtfertigte Ar. lowed the union of two hearts well matched.” Racine to M. Vibeit sein.

R. D. M. tart. My uncle what will to treat her beshop in a great sump

tuonsness,

he was go Avignon for to buy what one not should Mannigfaltiges.

find there, and he had leave me the charge to provide all things ete."

Man bente sich die Lage der unglücklichen portugiesischen und brafi ,,Der Zauberer von Rom".) Es liegt uns ber erste lianischen Jugend, die verurtheilt ift, nach solchen Muftern Englid Band eines neuen Gußkowschen Romanes unter diesem Titel vor, der ein Seitenstück zu dem mit so großem Beifall aufgenommenen Romane: ,, Die Ritter vom Geifte", werden, aber, wie es scheint, die Ritter vom Geistesfeinde zum Gegenstand haben soll. Der Verfaffer hat vor nicht langer Zeit eine Reise nach Rom gemacht und dort,

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zu lernen!

*) Roman in neun Büchern, von Karl Guptow. Erster Band. Leipzig, Brodhaus, 1858.

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volle Keime; erfand die Buchdruderei und die Artillerie, und in Stalien.

doppelter Weise sich die Erbschaft des Erstgeborenen aneignend, ließ

er einerseits das Vermächtniß der alten Weisheit reidliche Früchte Italiänische Philosophie und Aesthetik.

tragen, und andererseits verpflanzte er aus seinem Blute in die neue T! Das ,,Magazin für die literatur des Auslandes" hat vielfache Welt Völfer und Staaten voll wunderreicher Zukunft. Beide sind

Berichte über die Fortschritte der deutschen Philosophie in Italien ge- Stämme, die in ihren Anlagen, Tendenzen und Werfen jeglicher Art i bracht. Wir glauben über Toskana, wo troß der firdlichen Macht einen universalen, synthetischen und überaus idealen Geist offenbaren,

fich die Opposition. gegen Rom, ganz besonders ftark aber gegen die mit dem Unterschiede jedod), daß der deutsche Idealismus besonders Civiltà Cattolica bervorthut, keine bessere Einleitung bezüglich der in der Höhe der metaphysischen Speculation erscheint, während der philosophischen Bestrebungen geben zu fönnen, als wenn wir gelegent- des lateinisden Stammes in dem Adel und der Hoheit der Sunft lid eines Allen geläufigen Gegenstandes einen der hiesigen Vorkämpfer auftritt; der erste durch die Gewohnheiten des bürgerlichen und häusselbst sprechen lassen. Man tänscht fich, wenn man annimmt, daß die licen lebens, fowie durch den Kultus der Natur gemäßigt, der zweite deutsche Philosophie in Italien (don heute nach ihrem Wefen erfaßt durch einen unüberwindlichen praktischen Instinkt und den gesunden

werden könne. Es fehlen dazu noch alle Vorbedingungen; ja, sagen Sinn für die Wirklichkeit. : wir es heraus, es fehlt durchschnittlich an den allgemeinen Vorstudien. Diese caratteristischen Züge treten bewundernswürdig in den

Es wird hier mancher philofophisde Kampf mit der äußersten Heftige beiden großen Männern hervor, die ich als den Ausdruck und den

keit gegen die Civiltà Cattolica durchgefochten, aber man darf dabei vollständigsten Typus ihres Stammes bezeichnete. In der That waren : nicht glauben, daß die liberalen Kämpfer zum Proteftantismus oder Beide, was ihre Aehnlichkeit betrifft, universale Geister, die alles

zu deutschen Systemen hinneigen. Zwei Jahre lang wurde jeßt wußten, was ihr Zeitalter wußte, und sogar durch mühsames Forsden Rosmini in Florenz gegen Rom vertheidigt, aber anstatt hervorzuheben, oder mit dem Blide des Sehers im Gebiet der Wissensdaft neue was dieser Forscher deutschen Einflüssen verbanke, suchte man ihn viele Thatsachen und Wahrheiten entdeckten oder ahnend voraus verkündeten, mehr auf Chomas von Aquina zurüdzubeziehen. Selbstverständlich und während sie einen Geist besaßen, der fich in die ideale Welt verist somit aud Gioberti hier nicht tief eingedrungen. Das ,,Sein tiefen und sie durchmessen konnte, verbanden sie damit in bewunderns(essere) spielt in den Kämpfen mit Hegelschem Anhauch eine große würdiger Uebereinstimmung eine allmächtige Phantasie, welche gleich, Rolle, aber man zwängt es felbft hier mit einer so unglaubliden fam wie ein magisches Prisma in glänzenden Farben das Licht der Zähigkeit zwischen die katholischen Dogmen hinein, daß seine dialekti: Wahrheit über die Schöpfungen des Schönen ergoß. sche Entwicelung eine Unmöglichkeit bleibt. Was man ießt in Deutsch Nicht weniger groß und bedeutend sind zwisden ihnen die Unter. land nach einer so vielseitigen Ausbildung der Philosophie versucht, diede und die Kontraste; möge man ihr Leben betrachten, das so nämlich Religion und Philosophie in Einheit zu bringen, das will man stürmisch und leidenschaftlich bei dem florentinischen Verbannten, und bier bereits erreichen, ehe man noch eine eigene Philosophie besikt. To ruhig und gleichmäßig (wenige Jahre der Jugend ausgenommen), Die Italiäner selbst machen auf wirkliche Speculation wenig Anspruch, bei dem Minister von Weimar ift; oder möge man auf die Grundsondern streben, wie sie felbst sagen, nach der Philosophie des ges fäße und Absichten achten, nach denen sie wirkten, und auf die Natur funden Menschenverstandes. Da jeder Einzelne im Besiß desselben zu und die Eigenschaften der Werfe, die sie erzeugten. Dante, Mann sein glaubt, so philosophirt er eben nach seiner Art, wobei schon wegen der That, und nicht weniger Bürger als Schriftsteller und Didhter, der Schwierigkeit unserer Sprache die deutschen Denfer in ihrem hat immer ein einziges Ziel vor Augen: die Reorganisation und die innersten Wesen ihm unzugänglich bleiben. G. Casella, Secretair der Größe seines Vaterlandes, die fittliche und staatsbürgerliche Veredlung Akademie della Crusca, ist der deutschen Sprache mächtig, und gehört der Menschen; daher der Charakter der mächtigen Einheit, der in in jenen Kreis, der die Nosminische Philosophie gegen die Civiltà jeder seiner Søriften erscheint; daher sieht man in seinen erhabensten Cattolica vertheidigt. Er hat zwei Bilder eines deutschen Malers zu poetischen Visionen immer wieder die Bilder aus jener Zeit durcheiner philosophischen Abhandlung über Goethe's „, Fauft“ und Dante's blißen, und fühlt man die Gluth der Leidenschaften damaligen Lebens. „Divina Commedia" benußt, und wir führen ihn hiermit selbft- Goethe dagegen liebt die Wissenschaft wegen der Wiffenschaft, die redend ein.

Kunft wegen der Kunft; baber feben wir ihn fid in eine unendlide Florenz.

K. R. Verschiedenartigkeit verschiedener Werke ausbreiten, die unähnliğften

Extreme mit einander verbinden, jede Gattung versuchen, jede Form Ueber die „Göttlide Romödie" Dante's und

annehmen, mit allen Farben fich kleiden, ähnlich dem Proteus der Goethe's ,,Faust".

Fabel, von welchem der Dichter sagt: Omnia transformat sese in, Anläßlich zweier Gemälde vom Prof. Karl Vogel v. Vogelstein. miracula rerum. So konnte er mit Necht, wenn auch etwas stolz,

„Es ist schon mehrseitig bemerkt worden, wie die verschiedenartige von sich selbst in den Xenien sagen: „Während meine Feinde die Haut Natur der Völfer und Raçen fid in einigen außergewöhnlichen und der Schlange zc." Und diese Richtung, gänzlich praktisch in dem Einen, prädeftinirten Männern zu vergegenwärtigen und gleichsam zu pers und gänzlich fünstlerisch und betrachtend in dem Anderen, ist vor sonifiziren scheine. Unter diesen Typusmenschen, wenn der Ausdruck Allem ebenso sehr der wahre Charakterzug des Judividuums wie des erlaubt, nehmen ohne Zweifel Dante und Goethe einen der vornehms Stammes. ften Pläße ein. Es dürfte in der That schwer sein, Jemand nach. Bemerkenswerth, und unter dem moralischen und ästhetischen Ges zuweisen, der reiner und vollständiger als Einer der Beiden in sichtspunkt noch bedeutender ist die Verschiedenheit der philosophischen Charakter, Leben, Grundfäßen und Werfen den Geist und das ver Grundsäße, nach denen sich ihre Schriften, und besonders die beiden schiedenartige Geschick der beiden antagonistischen Sdwesterstämme, Meisterwerke: die ,,Göttliche Komödie" und ,, Fauft“, gestalten; eine des lateinischen und des germanischen, ausdrüde, der zwei Stämme, Versdiedenheit, welche in ihnen selbft unabhängig, von den Einflüffen die einen so großen Theil an der Entwidelung der Weltgeschichte der Sprache, der Traditionen und des Klimas, die Form der Rünft haben. Denn der eine weihte zuerst mit Waffen und Gefeßen, dann auch dann noch modifizirt, wann sie dieselbe in analoger Weise aufmit dem chriftlichen Pontifikat die menschliche Gesellsdaft und führte faffen; was nicht Wunder nehmen wird, wenn man weiß, daß die fie weit voran, fduf die moderne Kunst und erwedte das Alterthum, wahre Form nicht ein todtes Gewand ist, das man den Begriffen sowie , er dem Ocean eine neue Welt entriß; der andere, mit reicher mechanisch umhängt, sondern daß sie sich aus dem Centrum der Ideen Ader jugendlichen Blutes temperirte die Völfer des Südens, die wie ein lebendiger Organismus entwidelt. Daß Dante' und Goethe unter Knechtschaft und Corruption ermattet rare; pfropfte auf den

pfropfte auf den die Kunst in analoger Weise verstanden und übten, wenigstens in

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