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keit fdwerlich eine zweite der vorhandenen Sammlungen gleichlom- chen Glaubens- und Befreiungskampfes ersten und untergeordneten men wird.

Grades vergegenwärtigen. Unter allen diesen Bekämpfern des Rai. Laffen wir nun eine gedrängte Uebersicht besjenigen, was die serhaused und der ligue (Shweden, Deutsche, Dänen, Schotten, Fran. Sammlung, eigentlich zwei einander ergänzende, in sich birgt, folgen. zosen) fehlt wenigsten keine der höchsten Celebritäten. Als noch FehVon Kaiser Marimilian I. an, mit welchem sie beginnt, bis mit leo- · lende, mehrentheils subalternen Ranges, wüßten wir allerdings noch pold I. fehlt feines der männlichen Glieder des Habsburgischen Haus mehrere aufzuführen, wie den bei Breitenfeld gefallenen General-Major fes in Desterreich und Spanien (mit Ausnahme etwa nur des Infan- Marimilian von Trustal, den Stadtfommandanten von Hamburg, Dodo ten Don Carlos), faum eine ober die andere der resp. Gemahlinnen. von 3n- und Kniphaufen, Widerhold, den Bertheidiger von HohenJu gleicher Volftändigkeit erscheinen sämmtliche anderen deutschen Dye twiel, Hebron, *) Ruthven, Slange u. X.; allein die umfichtige Thätignaftieen in ihren regierenden oder apanagirten Häuptern: den Hohene feit des Sammlers wird nicht ruhen noch raften, bis sämmtliche Lüden zollern in Brandenburg (incl. den großen Kurfürsten und seine erste durch Rauf oder Umtausch ausgefüllt sind. Zu diesem Zwede ift Gemahlin), Franken und Schwaben; die Wettiner, Wittelsbacher, schon vor mehrern Jahren ein gedrucktes, das Fehlende angebendes Welfen, Askanier, Nassauer in Deutschland und Alt-Niederland, die Verzeichniß von ihm ausgegeben worden, welches auch die Erwerbung Oldenburger in Holstein und Dänemark u. f. w. Neben ihnen die einer namhaften Zahl wichtiger, bereits in die neuere Sammlung ein. edelsten Geschlechter des Kaiserstaates und übrigen Deutsdlands, theile gereihter Autographen zur Folge gehabt hat. E. Köhler. erloschene, theils blühende, und wer aus ihnen sich irgendwie in Felda oder Civildienften hervorgethan hat. An Jörg von Frundsberg, Franz von Sidingen und Göß von Berlichingen (von ihren Zeitgenossen

Mannigfaltiges. werden bis jeßt nur Seb. Schartlin von Burtenbad und Ulrich von

Diez über die romanischen Spracen. Von der GramHutten vermißt) reiht fich mit Wiens Vertheidiger, Niklas von Salm, matit der romanischen Sprachen von Friedrich Diez ist soeben bei ein stattlicher Generalstab kaiserlicher Kriegshauptleute des rechzehn- Weber in Bonn eine zweite, gänzlich umgearbeitete Auflage des zweiten ten und siebzehnten Jahrhunderts bis zu den legten Helden des drei- Theiles erschienen, nachdem dies mit dem ersten Theile bereits vor ßigjährigen Kriegs herab, die, wie Basta, Wallenstein's Kriegsmeister, ' mehr als Jahresfrist der Fall war. Seiten hat ein Werf deutschen Dampierre und Bucquoi, für Habsburg ftritten: Melander, Sporck und Fleißes die Theilnahme der gelehrten Welt, namentlich auch in Frank. Johann de Werth. Ungemein zahlreich sind die Dokumente aus Un- reich, in dem Grade auf sich gezogen, als die Grammatik der romani garn und Siebenbürgen, ungarisch oder lateinisch abgefaßt und meist fchen Sprachen von Diez. Nicht allein die Tiefe und die Universalität zierlich geschrieben: Schreiben nicht nur sämmtlicher siebenbürgischen der Forschung, die sich darin offenbart, sondern auch die Klarheit und Fürsten, bez. ungarischer Kronprätendenten, Johann's von Zapolya, Einfachheit der dadurch aufgefundenen Gefeße und ihre Darstellung Bethlen Gabor’s, der Bathori und Rakoczi, sondern auch der erlauch in Regeln waren es, welche diesen Erfolg herbeiführten. Wenige testen Häuser des Ungarvolkes. Auch Polen ist vertreten. Stalien re werben es wiffen, daß der Dichter uhland der Erste war, welcher im präsentiren die Häuser Sforza und Visconti, Medici, Efte, Farnese, Jahre 1812 auf die Bedeutung der altfranzösischen Epen aufmerksam Rovere u. A., am reichsten sind die Gonzaga bedacht. Zwei Päpste machte; seitdem haben Raynouard u. A. auf diesem Felde gearbeitet, (Urban VIII. und Alerander VII.) eröffnen den unübersehlichen Reis aber feiner mit solchem Glück, als Diez. Was in den zwanzig Jahren, gen der Kardinäle, darunter Baronius, Bellarmin, beide Granvella, seit dem Erscheinen seiner Grammatif, weiter geforscht und erstrebt ift, Richelieu und Mazarin, der Erzbischöfe (Deutschlands und Ungarns), hat Diez mit Aufmerksamkeit verfolgt und verarbeitet, und so ist in Bishöfe aufi mehr denn vierzig bischöflichen Sigen, Klosteräbte und dieser neuen Ausgabe keine wichtige Erscheinung unberücksichtigt gee sonst distinguirter Geistlichen der katholischen Kirche. Aus Mar' I. blieben, bis auf unseren landsmann Mahn. Dieser zweite Theil be Zeitalter tragen wir Regiomontanus, Conrad Celtes und Treißsauer. handelt die wichtige Lehre von der Declination, der Conjugation, der wein nach; hier fehlt etwa nur der bayrische Geschichtschreiber Ableitung und Zusammenseßung der Nedetheile, sowie von der ParTurmair, genannt Aventin († 1534). Der römischen Kirche gegen- tifelbildung.

(Sp. 3.) über steht ein volles Jahrhundert und mehr entlang der Protestantismus Deutschlands, Hollands und der Schweiz mit seiner Fülle bes Eugen Sue in Hebräisder Sprache. Als eine literarühmter Theologen, Universitätslehrer, Humanisten, Rechtsgelehrten, rische Kuriosität ist die jeßt in Wilna erscheinende hebräische Ueber, Staatsmänner, Diplomaten u. . w. An Italien schließt sich das Tebung von Eugen Sue’s ,,Geheimnisse von Paris" zu bezeichfavorische Herzoghaus, an dieses lothringen, beide reich in der Samm. nen.) Der Ueberseßer, Herr R. S dhulmann, hat sich bereits frös lung vertreten, besonders das legtere, dessen vielfach verzweigte her durch einige Schriften in hebräischer Sprache: ,, Ueber finaitishe Fürsten-Descendenz fich theils, wie der Zweig Guise, an Frankreich Inschriften“, „Zur Geographie von Palästina“ 16. bekannt gemant. lehnt, theils herüber nach Deutschland weist. Die überaud stark be. Der unter der Regierung Alerander'$ II. geübten milderen Zensur, völferte Rubrik Frankreich führt zuerst sämmtliche Throninhaber, sou die unter Kaiser Nifolaud, namentlich gegen hebräische Schriften, mit dann die übrigen Glieder der königlichen Linien Valois und Bour- außerordentlicher Strenge verfuhr, ist es zu verdanken, daß jeßt in bon, zulegt auch den französischen hohen Adel, die Diplomatie, das Rußland auch Werfe, wie dieses, gedrückt werden dürfen. Die he Kabinet und Marsdallat in ihren bervorragenden Würdenträgern bräische Bearbeitung der „Mystères de Paris" ist von deutschen, por. Selbst der portugiesische Thron zählt mehrere feiner merkwür. sprachlichen und fachlichen Anmerkungen begleitet – ein Umstand, der digsten Repräsentanten. Noch weniger durfte Großbritannien mit Elio (wie Steinschneider's ,,Hebräische Bibliographie", ***) welder wir die sabeth bis mit Karl II. fehlen. Bemerkenswerth durch ihre Bedeu- erste Runde von dieser Erscheinung verðanfen, mit Recht bemerkt) für tung und Vollständigkeit sind ferner die Dokumente aus dem Freis die gegenwärtigen Sprachverhältnisse der Juden in Rußland beach. beitskampfe der Niederländer, einerseits der Begründer dieser Freis tenswerth ist. Die Ueberseßung, obne sflavifo zu sein, schließt fich heit, Wilhelm's von Dranien, feiner Söhne, Ludwig $ von Nassau, treu dem Driginal an, das sogar durch hebräisch-französische afios Egmont's, Hoorne's, fowie derer, welche im Verein mit ihnen ben nanzen sehr geschidt reproduzirt wird, wie fdon der Titel des Wer. Kampf in Rath und Feld unterhielten und zum dauernden Erfolge kes befagt, indem das hebräische „Misthere" nicht bloß den Sinn, führten; andererseits eine ansehnliche Reihe Spanish oder Franzosisch fondern auch den Klang des Wortes ,, Mystères" wiedergiebt. Eber abgefaßter Schriftstüde spanischer und belgischer Granden, die feit so ist der Name „Fleur de Marie” febr glücklich durch no 13 Don Juan d'Austria, Margaretha von Parma, Alba und Alerander („Perach - Mor”, deutsch: ,, Myrrhenblüthe") wiedergegeben. Der Farnese (diese eingeschlossen) im Interesse der drei Philippe fochten gelehrte Herausgeber der Hebräischen Bibliographie" ist inzwischen und reagirten. Von den militärischen und staatsmännischen Größen der Ansicht, daß diese gewandte Kenntniß und Handhabung der beder Krone Spanien in diesem und dem nächsten Jahrhundert wird bräischen Sprache auf andere und würdigere Stoffe, als den vorliekaum eine einzige vermißt. Dem großen deutschen Religionsfriege genden, verwandt werden sollte. präludiren die Wortführer des 1608 zu Horn geschlossenen evangelis fchen Bündnisfes, sodann die (hingerichteten oder geächteten) Häupter *) Er hieß eigentlich Hepburn und gehörte derselben schottischen Familie des böhmischen Aufstands, und die Männer der Reaction in Böhmen, an, der auch der berüd)tigte Günstling Maria Stuarte, Bothwell, entsproffen Mähren, Schlesien und Desterreich. Den Schlußreigen bildet Schwes

D. R. den, das nun in kurzem auch die Wahlstatt betritt, in der Sammlung **) 7980 ndo (, Misthere Paris”. Aus dem Französischen des aber mit einem bemerkenswerthen Schreiben König Johann'o III. beginnt, Eugen Sue. Hebräisd). von K. Schulmana. Thl. 1 u. 2. Druf von 3. durch einen fortlaufenden Geschichtskommentar von Dokumenten, welche R. Rom. 1857 – 1858.) die Gestalten Gustav Adolph'&, Christinen's und Karl X. Guftav's,

***) Nr. 4, 1858, Berlin, A. Asher & Comp. ihrer Räthe und Feldobersten, kurz aller der Matadore des evangeli.

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Hülfe. Wenn die menschliche Natur in unseren Tagen noch dieselbe,

wenn der Geist Gottes noch derselbe, wenn Christus heut, gesteru und G. $. Schubert an die Herzogin von Orleans.

ewig derselbe ist, - To muß auch in unseren Tagen mehr al ein Vorerinnerung. Das nachstehende Sdreiben wurde nach An- Faden ergriffen werden fönnen, der, wohl angefaßt, aus dem Labyfang der vierziger Jahre dem Unterzeichneten, damals in Vevey wobrinth entführt und in das Heiligthum der Gottseligkeit einführt. nend, von pertragter Hand als ein znebitum mitgetheilt. Es ist ihm Aber dieser Faden, wie beißt er? - Wie und wo kann er erblidt,

nidyt erinnerlich oder nie bekannt gewesen wie und woher es in diese aufgegriffen und festgehalten werden? – Caffen Sie mid vorerst per Hand gefommen sein mocyte. Mit der Anschauungs- und Darstellungs- ftammeln, was ich nicht aussprechen fann. Es ist wenigstens nod der

weise des berühmten Verfassers wohlbefannt, fand ich keinen Grund, laut der Gottseligkeit in unseren Ohren, der Buchstabe derselben noch an der Ehtheit des Schreibens zu zweifeln, und erfreute mich an ihm, in unseren Augen; wir können lesen in der beil. Schrift, hören, was wie Alle, denen ich es vorzulegen geeignet glaubtę. Jeßt, nach bessere Menschen hier und da verkünden, feben, was sie thun. Aber dem unerwartet frühen Ableben der hohen edlen Frau, an welche an dieses Seben, lesen, Hören hilft soviel als nidhte, wenn es nicht es gerichtet war, kam es mir wieder in lebhafte Erinnerung, und ich Geist und Leben wird. (lassen Sie mich das am meisten mißverstandene glaubte den Herrn Geheimen Hofrath o. Sdubert bittend angeben zu und verschmähte Wort nennen): Gebet. alles, was Religion beißt, dürfen, mir dessen Veröffentlichung, und zwar in diesem gehaltreichen ist todt, Alles, was man Tugendübung beißt, aue Religion und Tugend

,,Magazin", zu gestatten. Der ebrwürdige Mann wünschte zuvörderft bleibt eine Leiche, wenn sie nicht Gebet werden. 3.

genauere Kenntnißnahme des Inhalts, welchem Verlangen gemäß ihm Was ift aber das so mißverstandene und verschmähte Gebet? Eingang und Soluß des Screibeng abschriftlich zugesandt wurden. Die Menschenseele betet nur dann, wenn sie, erleuchtet von dem ewigen Hierauf erfolgte gegen Ende des Auguft eine zweite Antwort, d. d. Strahle, ergriffen von dem ewigen Geifte, sich und all ihr Sehnen Pähl bei Weilheim in Oberbayeru (wo der edle Veteran die heurigen in die Hand der ewigen Liebe legt und spricht: id will dein, ich will Sommermonate genoß), des Inhalts: „Beim Lesen der mitgetheilten nur dein, ich will ewig dein sein! Die Menschenseele betet nur dann, Proben ist allerdings eine dunkle Erinnerung in mir erwacht, daß wenn sie dies ihr himmelburchdringendes Wort ausspricht und von der Brief von mir fönne gewesen sein, aber mit Gewißheit fönnte dem Geist Gottes, dem aldurdschauenden, dem alldurchdringenden, ich dieses nicht behaupten. Nur der Anblid meiner Handschrift könnte die Antwort vernimmt: Alles ist mein, und alles, was mein ist, sei mich davon überzeugen. Ich habe gar so viele Briefe in jenen Uus- dein, sei ganz dein, sei ewig dein! und, von der Antwort, die lauter rubeftunden geschrieben, für deren Verwendung ich keine deutliche Er. Geist und Leben ist, neu beseelt, schon eine zweite bessere Seele zu innerung habe. In jedem Fall würde das Entstehen meines Briefes den Laften des Tages und zu den Bürden des Berufes mitbringt. in jene Zeit fallen, in welcher die nachmalige, mir unvergeblid theure Dies Gebet, das eigentliche Gebet (denn was man sonst nod Gebet Herzogin vor Orleans noch als Prinzessin in Ludwigsluft lebte. (In- nennt, kann nur als Stimmung zu diesem eigentlichen Gebet, ale balt und Ton des Schreibens hatte mich, von Anfang an nicht anders Glodengeläut zu dieser Seelenfeier Gebet beißen), dies eine Gebet, glauben lassen.) Denn damals habe ich allerdings öfters solche Briefe ich meine dies himmlische, göttliche Sein im innersten Mensden, fann mit ihr gewechselt, wie der, den Sie in Absdrift befißen, den ge mit tausend Namen bezeichnet werden, kann in Hinsicht auf Gott als gebenen Probestüdeu nach sein mag.“ ,,Thun Sie nun damit, mein Wahrheit Glaube, in Hinsicht auf Gott als die Heiligkeit Liebe, ale geliebter Freund, - To søließt der zweite Brief

was Sie

die Seligkeit Zuversicht, in Hinsicht auf die klaren Gebote Gottes wollen." – Diese Shlußworte als eine Art Ermächtigung betrachtend, Gehorsam, in Hinsicht auf die dunklen Führungen Gottes Ergebung, bege ich kein weiteres Bedenfen, das inbaltreiche Schreiben wortgetreu in Hinsicht auf die Mithriften Bruderliebe, in Hinsicht auf die Mitnach der in meinem Besiß befindlichen Abschrift den Lesern dieses menschen Mensdenliebe, in Hinsicht auf das nächste Bedürfniß des Blattes vorzulegen.

E. Röbler, Nächsten Nächstenliebe, in Hinsicht auf die Leiben der Zeit Geduld

und in anderen Hinsichten anders beißen. Aber wie man es auch Zwei Dinge find es, die Sie in Ihrem Briefe besonders beißen mag, es ist das Heiligste, dessen die Menschenseele fähig ist, berausbeben: Sie kennen in Ihrer Gegend feinen erleuchteten und es ist das Heiligste selber, es ist Religion, Weisheit, Seligkeit in mit dem Feuer des beiligen Geistes und der Gottfeligkeit getauften Einem, es ist das Hödste, Beste im Menschen. — Wenn Sie nun Mann, dem Sie sich ganz, vertrauen dürften, und haben dafür einen aber das Heiligste kennen, so werden Sie auch wohl im Stande sein, Beruf, der das Herz zerstreut, und ein Herz, das sid, leicht zerstreuen sich die Frage selbst zu lösen: Wie þeißt denn der Faden oder die läßt. Im Grunde haben Sie, indem Sie Ihr Loos schilderten, das Fäden, die mich in das Heiligthum hineinleiten können? Denn Ades, Loos der ganzen Menschheit gesdildert. Es fehlt nicht etwa blos den was Sie an das so bestimmte Gebet weist, was Sie daran erinnert, meisten Menschen, es fehlt den meisten Christen das, was im Beginne dazu erweckt, dafür stimmt, darin übt, Ades ift Faden, binreichend in der Christen - Epoche nicht fehlte: die Feuertaufe, d. 1. Männer, die das Heiligthum selber. Was Sie von der Bergänglichkeit weg. und mit Geift und mit Feuer taufen. Oder, wo find sie denn, die großen in Ihr Junerstes ein- und von da zu Gott führt, alles das ist Faden, Menschen Johanned, Paulus, Petrus, die uns mit Wort und That, den anzugreifen, dem nachzugeben nur durch Gewohnheit füß werden mit Kraft und Leben das Ewige nahe legten?

kann. Jedes Blatt im Buche der Natur, jede Wanderung in den Somie es uns aber von der einen Seite an der geistvollen Dar. Schidfalen 3hres Lebens, jede Zeile im neuen Teftamente oder einer ftellung des Ewigen mangelt, so drückt uns von der anderen die Zeit- anderen geistreichen Sørift, jeder Anspruch Ihres Herzens, das im - lichfeit überall mit ihrem allgewaltigen Arm zur Erde, und das arme Vergänglichen doch nje ruhen kann, jeder Dorn in Ihrem Berufe, Menschenherz, zu dwad), fid in dem Elemente des Ewigen zu halten, jede Freuden. und Trauerscene in Ihrem Hause, jede Regung des bängt sich, von eigenem Gewicht und von fremdem Druck abwärts ge heiligen Geiftes in Ihrem Innern kann und fol für Sie Faden wer. trieben, defto fefter an das Zeitliche und klebt desto inniger daran. den, der Sie vom Zeitlichen zum Ewigen leitet. Diese unzähligen Dieses Hängen und Kleben an den zeitlichen Gestalten der Dinge Fäden, die Gottes Hand vor unserem äußeren und inneren Blide augbegünstigt zwar sehr der berrschende Geist der Zeit, der, als Politie breitet, die der Leichtsinnige nicht fiebt, die der irdische Sinn nidst der großen Welt, als Lurus der kleinen und großen Welt, als Ge- erfaßt, die der schwadhe Sinn wieder fallen läßt, zu sehen, zu erfassen, winnsystem der handelnden Welt, als grober und feiner Eigennuß festzuhalten, wird mit jedem Tage leichter für den treuen Jünger der mühsam erwerbenden Welt, recht darauf ausgeht, uns von dem Jesu, der Gott den Unsichtbaren in Christus sehen, Gott dem Unböre Ewigen auf immer zu isoliren, indem er uns in der Zeitlichfeit zu baren in Christus hören, Gott den Unzugänglichen in Christus lieben, erfäufen droht. Also Mangel und Hindernisse theilen Sie mit den Gott den Unermeßlichen in Chriftus anbeten, Gott ben Unnachahme Meiften. Darin ist aber feine Hülfe und feine Bertröstung auf lichen in Christus ähnlich werden gelernt hat. Demnac vereinigen

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sich alle Fäden, die in das Heiligthum weisen können, für den Christen wurden von den Größeren in Zaum und Zügel gehalten, die derze als so viele Radien in Chriftus, als dem Mittelpunfte des Christen. lidhte Kirche wesentlich burd Bonifacius apostolisden Eifer refer thums. Mit anderen Worten, dem Blice des Christen, der feinen in die große Masse der Franken scheint das Verderbniß minder Christus nie aus den Augen verliert, wird eben dadurch alles, was er eingegriffen zu haben. in der Welt und seinem Kreise sieht, ein Faden, der in das Heilig Darüber, daß das Christenthum einen so geringen Einfluss: thum weist. Aber wie fomme ich zu diesem Blick? Darauf weiß ich die neu getauften Franken geäußert, dürfen wir uns nicht runter weiter nichts zu antworten als: burch Treue im Kleinen, die das Eh' aus der Taufe eine Bekehrung, eh aus dem Hersagen des E. Nächste, was gethan werden muß, thut, das nächste, was gemieden bensbekenntnisses ein wirklicher Glaube wurde, mußte mindestens ! werden muß, meidet, das Nächste, was entbehrt werden muß, entbehrt

, Jahrhundert vergeben. Chlodwig war eit rober Barbar, ein grobíte das Nächste, was gelitten werden muß und Toll, leidet und dadurch lider Heide, und die burgundische Klotilbe, seine Gemablin, die ihr start wird, mehr zu thun, zu meiden, zu entbehren, zu leiden. Treue zur Annahme des Christenthums drängt, eben auch keine belters im Kleinen sei unser Spruch; denn wenn man im Kleinen freu ist, mustergültige Christin, wie ihr späteres Leben zeigt; denn sie, otis so wird und die ewige liebe das Große, das Größere, das Größte nach ihres Gatten Tode im Kloster lebend, versteht sich trefflich darza anvertrauen, die Treue siebt jeden Faden, bebt ihn auf, bält ihn fest die grimmige, heidnische Blutradhe anzufeuern. Der Haupteinwand, to und kommt an seiner Leitung in's Heiligthum.

Chlodwig gegen das Christenthum zu machen wußte, war der, e

der Christengott gar nicht aus dem Geblüte der Götter sei", ein Ongland.

wand, den heutzutage mancher afrikanische Häuptling auch noch made

würde. Ja, wenn er seinen Stamm von Wotan, Donar oder B Die Geschichte der Franken, nach W. 6. Perry. .

der abgeleitet hätte, dann wäre es etwas anderes gewesen, dann wir (Fortsegung und Schluß.)

Grund vorhanden für einen Gerinanen, diesen Glauben anzunehme Durd, das Dpfer ihrer Ehre an der ungeregelten leidenschaft Chil- aber was wollte dieser fremde Gott? Die Angst in einer Solat: perich's erhob fich Fredegunde, wenn wir es lo nennen dürfen, aus der die sich zum Unheil für ihn zu wenden drohte, bestimmte ihn endlit Dunkelheit, in der sie geboren war und gewaun Eintritt, in dem Pa- den Gott der Klotilde anzurufen und demgemäß das Christenthum e laste; durch das Blut der unglüdlichen Galswintha, Brunhilda's zunehmen. Etwas politische Pfiffigkeit verträgt sich recht gut mit ta Schwester, watete sie zum Throne. Nachdem Fie Chilperich verleitet, barisder Geistesbesdränktheit, und Chlodwig mag recht gut im Sts der, was er auch immer für Andere gewesen sein 'mag, für sie doch gewesen sein, die weltlichen Vortheile zu erkennen, die ihm aus a fider ein gnädiger Rönig und liebender Gatte war, feine fönigliche fem Uebertritte erwuchsen; daß er aber im Grunde genommen das Braut zu ermorden und sie felbst öffentlich zu heiraten, lag fie ihm Chriftenthum nur so annahm, wie ein Heide einen anderen Fetisd einfortwährend in den Ohren, daß fie den Befehl zu Verbrechen ihm ein tauscht, nachdem der frühere sein Bertrauen verloren hat, dafür giebt gab und betrieb, die seinen Namen mit Schmach bedeckt haben. Ihr fein ganzes folgendes Leben den Beweis. Er blieb der robe, gewissenganzes Leben, nad ihrer Erhebung zum Throne, scheint mit Ausden- lose Heide, der er vor der Taufe gewesen; eine Reihe der Poändlidken und Votführung von Morden hingegangen zu sein u. f. w. ften Verwandtenmorde und größten Treulosigkeiten befleden sein AnEinem Bubler, dem Major Domus Lauderich zu Liebe, fiel Chilpe- denken; scheußlich geradezu aber sind die Krokodiltbränen, die er in rich zuleßt felbft durch einen von ihr gedungenen Meuchelmörder. einer großen Volksversammlung über seine Verlaffenheit und EinsamNicht nur ihren Stiefsohn Chludwig brachte sie durch Berleumdungen feit in der Welt weinte; denn wie Gregor ausdrüdlich angiebt, that schredlichster Art in's Verderben, ihre eigene Tochter Rigunthis, mit er es in der Absicht, diejenigen seiner Verwandten, die bisher seinen der sie fich verfeindet hatte, „quia Regupthis adulteria sequebatur", er- Nachstellungen entgangeu waren, hervorzulocken, um aud sie vollends mordete fie, indem fie ihr beim Deffnen einer Lade den schweren Eisen aus dem Wege zu räumen. Die guten Bischöfe jener Zeit waren dazu deckel auf den Hals fallen ließ. Bischof Prätertatus kam übel an mit auch nicht besonders geeignet, ihm richtige Vorstellungen über seine ben chriftlichen Ermahnungen und Strafreden, die er ihr gehalten; neue Religion beizubringen: nicht, als ob alle fledte und unfähige die Königin ging vol Geifer und Galle (felle fervens) hinweg; am Menschen gewesen wären, o nein, es gab febr achtungswerthe Leute Dftersonntage des Jahres 590 wurde er am Altare selbft von einem darunter, aber die heilige Dummheit war groß, und der GeschichtMeucheľmörder tödtlich verwundet, und als er hierauf zu Bett ges foreiber jener Zeiten, der gute Bischof Gregor von Tours, giebt uns bracht worden, besuchte ihn Fredegunde mit Heuclerischen Versprechun- den Beweis dafür, daß man völlig verlernt hatte, Sittliðleit und gen, feinen Tod zu rächen, wenn sie den Mörder entdeckte, wollte ihm Kirchenglauben in Wechselwirkung zu denken. In demselben Kapitel, auch einen geschickten Arzt (wahrscheinlich um ihn zu vergiften, wenn in welchem er eben erzählt, wie Chlodwig zwei seiner Verwandten av er nicht anders stürbe) binsendent; doch der Bildhof wurde nicht hin die treuloseste Weise ermordet, fügt er falbungsvol binzu: „Und ja tergangen; er sagte ihr in's Gesicht, was er von ihr denke. Dieses ftredte Gott täglich seine Feinde vor ihm danieder und mehrte feit find einige Proben: ,,eine Hälfte ihrer Verbrechen würde hinreichend Reich, weil er wandelte vor ihm mit einem aufrichtigen Herzen und sein, sie als die Messalina und Borgia ihres Zeitalters zu brandmar- that, was wohlgefällig in seinen Augen." fen.Und doch befingt fie der Hofpoet Fortunatus in folgendem Was mag der psalmodirende Bischof unter ,,einem aufrichtigen Diftichon:

Herzen" verstanden haben? Chlodwig besuchte Fleißig die Kirchen und ,, Klug, weitschauend im Rath, am Hof voll nüßlicher Vorsicht, den Gottesdienst, beschenkte die Geistlichkeit und den heiligen Martin Neich mit Talenten begabt, schenkt sie mit offener Hand,

von Tours, dessen Patronsdaft ihm einmal etwas theuer vorfam. Hoch- mit jedem Verdienste geschmückt, Fredegunde, die reiche,

Dean als er ein demselben aus der Beute geschenktes Pferd für fich Soon von tem Antliß glänzt ihr der erfreuende Tag."

haben und mit Gelde lösen wollte, ließ es ihm die Geiftlicfeit nur Fredegunde ist allerdings das stärkste Beispiel für die Gräßlich um den doppelten Preis des Angebotes, worauf er, vielleicht mebr feit jener Zeiten; aber sie steht doch nicht im Widerspruche mit ihrer einfältig als wißig, äußerte: ,,St. Martin wäre zwar ein sehr guter Umgebung, ihre Berbrechen find die ibres Jahrhunderts und feines Nothhelfer, aber etwas theuer". Das war Christenthum und aufderselben, für fich genommen, ist ohne zahlreiche Seitenstücke. Morb richtiger Wandel und wohlgefällig in den Augen Gottes. Ein anderes für Alles und Jedes: ein Brüder oder Berwandter gelüftet nach des · Beispiel dieser Art: Chlotar, der Sohn Chlodwig's, hatte während Anderen Reiche - er läßt ihn todtschlagen - ist ein politischer Gege feiner Regierung mit eigener Hand feines Bruders Kinder vor der ner außer dem Bereiche der Gewalt, so wird man ihn zu födern Augen der weinenden Klotilde, feiner Mutter und der Kinder Greta fuchen, ihm neunundneunzig heilige Eide fchwören und, wenn er fomutter, ersûlagen, hatte die Frauen ermordeter Könige zur Ehe mit einfältig gewesen ist, denselben zu glauben, ihn kaltblütig ermorden. Rich gezwungen, seinen eigenen Sohn grausam getödtet, später auch Dieses Eidbrechen und Dingen von Meuchelmördern ist eine so ge dessen unsduldiges Weib und Kinder; endlich im 51. Jahre seiner wöhnliche Sache, daß fich die Könige und Großen dergleichen un Regierung wil der graue Sünder feinen Frieden mit Gott machen gemein leicht verzeihen, und daß es öfters vorkommt, wie der Eine ein und wallfahrtet mit reichen Gaben zum heiligen Martin von Tours. dauerndes Bündniß mit dem Anderen schließt, von dem er vor kurzer Nun wird Gregor berichten, wie zerknirscht er diese großen, føweren Zeit noch mit Morb bedroht worden war.

Verbrechen gebeichtet, welche Reue er darüber empfunden! - o nein,

, Wie die Major Domus Pipin von Heristall und Rarl Martell Chlotar kniet nieder an dem Grabe eines gewiffen Priesters und auftreten, hören allerdings die Gräuelscenen mehr und mehr auf, macht ein vollfommenes Befenntniß , von den Nachläffigkeiten, die und es scheint demnach, als ob der Grund zu so ungeheuren Freveln er fich vielleicht (im Gottesdienste) habe zu Schulden kommen lassen, nur wesentlich in den mit Fluch beladenen Familien der Merovinger und flehte mit vielen Seufzern zu dem heiligen Bekenner, er wolle gelegen. Mit jenen großen Männern schwindet ber fatanische Sput, ihm die Verzeihung des Herrn verschaffen und durch seine Fürbitte der alle Mächte der Hölle entfesselt zu haben soien; das königliche das Gedächtniß alles deffen auslöschen, was er ohne böse Absicht Geldledt war in drei bis vier, von Sünde und Ehebruch befledten (irrationabiliter) gethan habe." Die Erzählung wirft faft spaßhaft; Generationen förperlich und geistig hinlänglich entartet, um mit dem benn banach scheint der fromme Chlotar für Morb und Tobtídlag elenden Schattenkönigthum zufrieden sein, das ihm noch eine Zeit gar kein Gewissen gehabt zu haben, und wir werden an aller Procholang übrig blieb; die Großen, ohne geistigen Halt und fittlide Stärke, logie irre. Selbft die beidnischen Furien, die aus dem Blute der Er

1

!

ein

fchlagenen sich erheben und Seelenangst und Verwirrung auf den und anderen Stämmen ein erblicher Adel bestanden habe. Wo ersich Mörder bringen, eristiren für: den christlichen Franken nicht; feine wirklich findet, 3. B. bei den Bayern, sei er sehr wenig zahlreich. ZuNerven sind nicht erschüttert worden durch das Fleben der Geäng- folge des salischen Geseket hatten die lagenui (Gemeinfreien) Niemanftigten, durch das Wimmern der Sterbenden und den Anblick beg den über sich, als den König. Es fommt freilich darauf an, was man Blutes; aber daß er vielleidyt ein und das andere Mal die Kirche unter Adel versteht, hohen oder niederen; denn wie z. B. Wirth nachversäumt u. f. w., das macht ihm Gewissensstrupel. Man sieht übri- gewiesen, bilden eben diese Ingenui, welche eine weit größere Zahl von gens hieraus, daß die Dummheit dieser Barbaren größer gewesen balb rechtlosen Liten und ganz rechtlosen Sklaven hinter sich haben, einen fein muß, als ihre Bosheit, und das ist allerdings eine große Ent? grundbesißenden Bauern - Adel; die fünf adligen Geschlechter der Bayern fchuldigung und ein Milderungsgeund für Vieles.

sind aber das, was wir Dynasten-Geschlechter nennen. Doch mögen Ein anderes Mufterbild aus diesen: Zeiten ist der nicht talent- diese Ingenui als Adel oder Nichtabel angesehen werden, fintemal fie lose, aber wollüftige und üppige Gemahl der Fredegunde, Chilperich, ebensowenig Diplome batten, als die norwegischen Großbauern; foviel nicht der schlechteste der Merovinger, der es aber mit der Geistlisleit steht wohl fest, daß die Feudalberren nicht aus ihnen hervorgegangen, verbarb. Es ift merkwürdig, wie Gregor von Tours fofort Augen daß vielmehr dieser alte germanische Stand zeitig auseinandergesprengt befommt für das, was er bei den anderen gottesfürchtigen Bösewichtern worden, ebenso wie die auf ihm berubende Familien- und Gau-Verdurchaus nicht entdeden kann. Chilperich war schon von römisch-gal- fassung; der fränkisdje Feudaladel ist sehr gemischten Ursprungs, und lischer Bildung getränkt, er schrieb schlechte lateinische Berse, erfanb beruht feine Entstehung wesentlich auf der veränderten Stellung des vier neue Buchstaben für das fränkisch - lateinische Alphabet, dichtete Königthums, das sich nun mit einem Hofstaate und einer Anzahl Kirchengesänge und war Theologe, wobei er sich zur fabellischen Keßes persönlicher Diener umgeben hatte, die der alte germanische König rei neigte. Wenn auch felbft ein Lüderling, ja, vielleicht eben deshalb, nicht fannte. Herr Perry bestreitet gleichfalls, daß Gallien durch die

sab er Mandes an den frommen Herren, was robe Barbaren zu feo sogenannten Gefolgschaften, die allmählich unter ihren Führern vordi ben nicht im Stande waren: ,,Gegen Niemanden“, sagt Gregor, i, riche drangen, erobert worden sei, sondern läßt dies, durch regelmäßige

tete er so viele. Verfpottungen und boshafte Scherze in seinen Unters Feldzüge des ganzen Voltes nada porausgegangenem Volfsbesdhlusse tai baltungsstunden, als gegen die Bischöfe; den einen nannte er stolz, auf dem Malberge geschehen; die Lage der unterworfenen Gallier thi den anderen leichtsinnig, einen dritten Süderlic, indem er nichts To ftellt er sich weniger drückeno - und jammervoli vor, als man bisher 12 febr bakte, als die Kirchen; denn häufig sagte er: ,, Wie kommt's? angenommen, und verlegt die Entstehung des Lehns, und Benefiziens

du unser Sohag bleibt leer; wie fommt's? unser Reichthum fommt an wesens wesentlich erst in die Zeit der Hausmaier. Nicht also der dat die Kirchen; Niemand herrscht eigentlich mehr, als die Bischöfe"". König an der Spiße seiner Gefolgschaft, aus welder später die Leu

Daß der leichtsinnige Chilperich ganz richtig urtheilte, ist eine des bervorgingen, nicht eine Anzahl Freibeuterbaufen unter ihren AnSache, die der beutige Geschichtsforscher ohne Weiteres zugesteht; führern, sondern das Aufgebot der ganzen salisden Stammes unter Then aber er fam übel an bei den Heiligen, die jedesmal die Rirche vor- feinem Könige hat das gallische fand erobert, wenn wir Herrn Perry olid schieben, wenn ihre sehr mensdlichen Schwächen menschlich beurtheilt folgen, welcher den Begriff des comitatus wesentlich anders auffaßt;

werden. Chilperich ist sofort, der Nero und Herodes unserer Zei- die Leudes find ihm (mit Roth) feine dem Könige durch einen besonten". — ,,Er war dem Fraße ergeben, und sein Gott war der Bauch; dern Eid verbundene Klasse, sondern das gesammte 'wehrhafte Volt:

er hielt fich für Flüger als alle anderen. Menschen, er machte schlechte die Antrustionen (wörtlic: Leute, auf die der König vertraut, to trust bt, Berse, weil er die Quantitäten nicht recht fannte und beobachtete". on), die beständigen Begleiter und Diener (also Hofleute) des Königs,

Es geht aber aus Allem bervor, daß Chilperich, abgefehen von seis jebenfalls meistens nach freiem Ermessen erwählt, entsprechen den cotem fittlichen Wandel, ein Mann von nicht unbedeutender Bildung mites regis des Tacitus und den späteren Vassen der farolingiund Talenten war. In der Durchseßung seiner theologischen Privat- chen Zeit. meinung wollte er allerdings etwas autokratisch zu Werfe geben, in Der König konnte sie aus dem fiseus regius, D. h. jener Masse dessen beweist eben die Geduld, mit welcher er die groben Abweisun- liegender Gründe, welche Privateigenthum der Krone waren, ausstatten gen feiner Bischöfe aufnahm, daß er ein Nero und Herodes nicht war. und so fich durch einen besonderen Eid verbinden; da die Hausmaier, Als er unserem Geschichtsdreiber eine Abhandlung der Trinität vor. die im Hofstaate der Merovinger ursprünglich feinesweges die erste gelesen und gesagt: „So, wünsche ich, follet Ihr und die anderen Lely- Stelle einnahmen, vermöge ibres Amtes, die Oberaufsicht und Verrer der Kirche glauben", und dieser fich dagegen erklärt und ihn wie waltung des Fiskus über sich hatten und also im Besiße des nervus derlegt hatte, erklärte der König zornig, er werde die Sache gescheidtes rerum gerendarum (des Geldes) waren, To begreift sich, daß, bei der ren Männern vorlegen, die gewiß mit ihm übereinftimmen würden. gänzlichen Unfähigkeit der entweder minderjährigen oder geistesídwachen Gregor erwiederte: „Nun, wer Deiner Meinung zustimmen sollte, Könige, die Verleihung solcher Benefizien den Hausmaiern anheimfiel, der tann fein gescheidter Mann, der muß ein Narr sein". Salvius, wie diese dadurch selbst in die Höhe famen, und warum gerade die Bifchof von Alby, dem er einige Tage später dieselbe Anmuthung Gründung des Lebyswesens in ihre Zeiten fällt; sie mochten dafür stellte, wollte gar das fönigliche Manuskript in Stüde zerreißenund sorgen, daß die Antrustionen des Königs ihre eigenen wurden; furzum, Chilperich ftand von seinem Vorhaben ab.

fie machten die Hofleute und Großen zu ihren Klienten. Wäre dies Hiernach wird man sich ein ungefähres Bitb von dem geistigen nicht der Fall gewesen, fo würde diese Hausmaierschaft ganz unbeStandpunkt jener Zeiten machen können. Erfreulicher werden die greiflich fein; denn es kommt vor, daß ein noch Unmündiger nach des Zeiten mit dem Hervortreten der großen Heldengestalten, der drei Baters Tode aló Major Domis anerkannt wird, und es ist ersichtlich,

legten Hausmaier, welches beweift, daß troß der Verworfenheit, die wie diese Würde bereits völlig Familiengut und ein zweites König1

auf der Oberfläche erscheint, die guten Kräfte des Germanenthumsthum geworden ist. Wie wäre dies obne starte materielle Stüßen und der christlichen Lehre in der Tiefe wirksam gewesen, die allgemeine möglich gewesen? Wir müssen annehmen, daß die Familie der Pipine Zerseßung nur eine Fäulniß gewesen, wie sie eintreten muß, damit einen bedeutenden Anhang von Großen hinter sich hatte, welche ihr das Saamenkorn Wurzel fassen könne. Es beginnt nun ein plaftischer durd etwas mehr als bloße Anerfennung ihrer Tüdtigkeit verbunBildungsprozeß : der Feudalftaat gestaltet sich und geht mit der tirch den waren, daß man aber die schwachen Merovinger deshalb noch auf lichen Verfassung jene Verbindung ein, die durch das ganze Mittel- dem Throne ließ, weil an ihren Familien die Pietät des gemeinen alter für die Geschichte Europa's bestimmend geblieben ist; ein Bil- Franken haftete. Die Hausmaier waren sonadh die Könige des neuen dungsprozeß, der zum guten Theil unseren Bliden entzogen ist und Besigadelo, primi inter pares, und somit die Grundlage aller spätenur auf sehr fünstliche Weise theilweise errathen werden kann, weil ren Feudalherrschaft gelegt, die feinesweges so durchaus germanisch die Geschichtschreibung jener Zeiten sehr mangelhaft und einseitig war und adelig gewesen, als Viele fich vorstellen. Wie mancher puer reund Vieles außer Acht ließ, was vor Adem nöthig zu wiffen wäre. gius, wie Mancher, der als Unfreier an den Hof gekommen, wie

Ueber die sozialen Zustände des Borfes, sowohl der Franken als mancher gallische Geldmäfler, kurzum, wie mancher Emportömmling der Gallier, die Standesverbältniffe, die Entftehung des Lehnswesens mag mit jenen ersten Leben ausgestattet worden sein, während die u. f. w. erfahren wir von den Chronisten nur soviel, als wir aus ih- alten Gemeinfreien verdrängt oder zur Sklaverei herabgedrückt wurren Erzählungen errathen; das Meiste muß fünftlich aus den Rechts- den! Es ging nicht besser und poetischer zu, als heutzutage; im Gequellen, z. B. dem Gefeßbuche der falisden Franken, erfoloffen wer- gentheil, das Unrecht' war frecher und gewaltthätiger, als jemals. den. Kein Wunder also, daß Vieles dunkel bleibt und den Vermuthun Wir haben das Buch des Herrn Perry mit großem Interesse durch gen freien Spielraum läßt. Auch der Verfasser des Wertes, das uns gelesen, ja, wir können sagen, ftudirt. Der Verfasser verbindet große zu diesen allgemeinen Betrachtungen angeregt hat, fiebt fich in die Belesenheit und Quellenkenntniß mit Ernst und Gediegenheit im Nothwendigkeit verseßt, deren zu machen, nachdem er frühere nicht halt. Urtheile; deutsche wie französische Forsdungen sind ihm wohlbefannt, bar befunden, und stellt wesentlich neue Ansichten über die Art und so daß wir dieses Werk über die Franken bis zum Tode Pipin's, das Weise auf, in welcher die Eroberung Galliens erfolgte. So z. B. der Verfasser als eine Vorstudie zu einer Geschichte Karl's des Großen stellt er gegen Eichhorn und Savigny, welche in den principes des betrachtet wissen will, mit zu dem Besten rechnen fönnen, was über Tacitus und den Untrustionen der Franken die Vorfahren der später diesen Gegenstand erschienen. Wir halten es also für Pflicht, das ren Feudalherren finden, es gänzlich in Abrede, daß bei den Franken - Deutsche Publifum auf dasselbe aufmerksam zu macher. Atl.

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,,Ein peinliches Dasein steht mir in Aussicht, wenn ich genöthigt Schweiz.

sein fou, bier zu weilen, wo man für die Runft feinen Sinn hat.

Ein Schüler, der das Glück gehabt, Meifterftüde zu sehen, den Rath Der Maler Leopold Robert.)

großer lebender Meister zu hören, manches Gelungene zu leisten Louis Leopold Robert war am 13. Mai 1794 im Kanton Neuens wie unglüdlich ist er, wenn er gezwungen wird, auf einem dürren burg zu La Chaur-de-Fonds, damals einem ärmlichen Dorfe, geboren. Felde zu pflügen." Seine Heltern waren nidt reid, aber durch ihr Gewerbe, die Uhr: Auf die Empfehlung Gerard's erwirfte ihm Humboldt eine Untermacherei, wohlhabend, ziemlich gebildet und glüdlich durch liebevolle, ftüßung zu einer Reise nach Italien, die er auch sofort antrat. In friedliche Häuslichkeit. Dode scheint der 3rrsinn in der Familie erb. Rom, nachdem er sich sorgfältig in dessen Kunst- und Bauwelt umlich gewesen zu fein; denn zwei von drei Brüdern endeten duro gesehen, entshloß er fich, einen neuen Weg einzuschlagen. Es war Selbstmord. Von frühester Kindheit zeigte Leopold Anlage zum Zeich gerade um die Zeit der zahlreichen Verhaftungen und Hinridtungen nen. Bücher, Hefte, Wände waren mit roben Skizzen bedeđt. Der jener malerisch gewandeten und gerüfteten Räuber, der Sdreden der Bürgersdule entwachsen, wurde er als Lehrling in einem Geschäft zu Reisenden in den Jahren nach der italiänischen Restauration und ir Yverbun angebracht. - Leopold war darüber in Verzweiflung, und der der Folge eine ergiebige Fundgrube für Erzählungen, Dramen, Dpern Vater fam zu der Einsicht, daß die Kunst beffen Beruf sei. Der und Gemälde. Wer hätte die Kopieen von Horace Bernet's Räuber. Plan, ihn diese Bahn einschlagen zu lassen, wurde durch die Bekannte Bildern nicht gefehen, die heiteren Weisen des , Fra Diavolo" nicht schaft mit der Familie Girardet zu Locle begünstigt. Sie betrieb an gehört? Seitdem sind diese Sachen schaal geworden; damals aber diesem Orte von Vater auf Sohn ein mannigfaltiges Kunstindustries war das italiänische Banditenwesen ein jungfräulicher Boden für Geschäft in bedeutendem Umfange; die Glieder derselben waren Zeich die Kunst, und Robert war der erfte bedeutende Künftler, der der ner, Kupferstecher, Budbändler, Kalender - Verleger und hielten außer. Boden urbar machte. Er erhielt von der Behörde die nachgesuďte dem in ihrer Wohnung eine Elementar-Zeichnenschule. Ein Bruder, Erlaubniß, das Gefängniß der Termini täglich zu besuchen und ab: Abraham Girardet, wurde einer der berühmtesten Kupferstecher Frank bildungen von den Räubern und ihren Frauen zu entwerfen; gebräunte, reichs und als Zeichnenlehrer bei der Gobelins - Manufaktur angestellt, träftige Männer; garte, schwarzäugige Weiber in ihrer malerisch glár . nahm aber in Folge des Trunted, dem er sich ergab, ein trauriges zenden Tradt, mit ihren eigenthümlichen Waffen; von den lekteren, Ende. Der zweite Bruber, Charles, ber zu Paris wohnte, entdeckte brachte Robert viele käuflich an sich und fdmüdte bamit ftets feir zuerst, bei einem Besude in Focle, den Genius in Robert, und nahm Zimmer aus. Eines dieser Weiber, Maria Grazia, der echte Typni ihn, mit Einwilligung des Vaters, nach Paris, um ihn in der Kupfer- einer Banditenfrau, war ein Muster weiblicher Schönheit: stattlid ftecherfunft zu unterweisen. So wurde Robert Sdritt für Sdritt in Gestalt und Wuchs; das Haupt von einer Fülle glänzenden Haa. in die Werkstatt David's geführt, damals auf dem Gipfelpunkt der red umwalt, fräftig, stolz und furchtlos. Ihr Bild wurde von RoHofgunst, in der Fülle des Reichthums und des Rubmed, als Haupt bert und Anderen oft wiederholt.

(Sdluß folgt.) der National. Malersdule. Seine späteren Gemälde reichten zwar in ihrer Erfindung nicht an die Werke früherer Jahre, und seine Ers folge bei seinen Schülern verbanfte er ohne Zweifel nur der Beharr.

Mannigfaltiges. lichkeit, womit er die Eigenthümlichkeit eines jeden herauszufinden

Der ,,Große Salzfee". Zu dem Artifel über die Stabt ftrebte. ,, Bedenkt", schärfte er feinen Jüngern unablässig ein, daß am Großen Salzsee, welchen wir in Nr. 120 deo ,, Magazin" gelieEuer Gegenstand eine Entwicelung Eures Selbftes und nicht die fert, bemerken wir, daß fich eine fehr forgfältig nach den Aufnahmen mechanische Nadbildung deffen sein muß, den ich euch vor die Augen von Frémont und Stansbury von a. Petermann gezeichnete und aus. bringe."

geführte Spezialfarte des Großen Salzsees von Utah (Maafftab Robert wurde David's Günstling; er verfolgte mit allem Kraft- 1:870,000) in der kürzlich ausgegebenen Nr. VII der geographischen aufwand die Studien in Anatomie, Malerei und Rupferstich - in ,,Mittheilungen“ von Justus Perthes befindet.) Wir lernen dadurch dem leßteren vollendete er ein Werk, bas ihm Hoffnung machte, den den See, welder beinahe zwölf geogr. Meilen lang und etwa balb Preis in Rom zu gewinnen. Der Sturz Napoleon's brachte um so breit ist, mit feinen Umgebungen auf das genaueste fennen, da die diese Zeit die Herrschaft Neuenburg an die Krone Preußen zurück, Höhen der zahlreichen Berge, die ibu zum Theil umschließen und zum und Robert, als Ausländer erflärt, wurde von der Bewerberlifte ge. Theil in seiner Mitte liegen, ebenso wie die verschiedenen Tiefen dat ftrichen. Joseph Coiny, dem der Preis zuerfannt wurde, äußerte, als „Großen Salzsee" und des in feiner Nähe gelegenen ,, Utah. See", er die Arbeit Robert*8 fah, gegen diesen: ,, Es ist ein rechtes Glück mit welchem jener durch den ,,Jordan" verbunden ist, überall durch für mich, daß Ihr Name von der Liste gestrichen worden." Gerarb, Zahlen angegeben sind. Das ,, Utah - Beden“, weldes gewissermaßen mit gewohnter großmüthiger Liebenswürdigkeit, verwendete fich für den Mittelpuntt des großen inneren Bedens des westlichen Kontinents Robert - David war als ,,Königømörder" Landes verwiesen - und von Nord-Amerika bildet, ist eine Hoch-Ebene von 4-5000 Fuß Gr. gebrauchte dazu feinen Einfluß bei Lainé, dem Minister des Innern; bebung, mit einer Breite von 50 und einer Länge von mehr als 100 umsonst: Robert blieb ausgeschloffen und verlor also die Frucht einer geogr. Meilen. In der furchtbar öden Steinwüfte dieser Hoch-Ebene mebrjährigen Arbeit.

mit ihren zahlreichen alkalischen Lachen und Gewässern bilden die Er gab nun das Kupfersteden auf, blieb eine kurze Zeit in der kulturfähigen Gelände deo , Großen Salzsee" eine anziehende Dase. Werkstatt von Gros, der die Scule David's fortsette, verließ dann 3n der Mitte und an den Rändern des Sees erheben fich mehrere Paris und ging in feine Vaterstadt zurück. Wahrscheinlich sagte der Felseninseln bis zu einer Höhe von 3000 f. über dessen Spiegel. Das beroische und flüchtige Pinsel Gros' dem Gefdmade eines Künftlers Wasser des Salzsees enthält, nach einer analytischen Beftimmnng, nabe wie Robert nicht zu, der fo ftreng wählig nach gedrungener, fernhafter an 22, pCt. fefte Bestandtheile und -übertrifft, seinem falinischen Schönheit rang und im Stande war, halbe Jahre darauf zu ver Gebalte nach, selbst die reichsten Salzquellen der öftlichen Staaten, wenden, um wenige Figuren auf einer Platte von wenigen Zollen ,,Die Dichtigkeit des Wassers“, sagt Stansbury, or ift so außerordentþarmonisch zu ordnen. Welch ein Gegensaß zu Gros mit seiner lich, daß man, ausgeftredt auf dem Rüden liegend, mit Kopf und ellenlangen Leinwand, seinen immer vollen Farben, seinen Bataillonen Halo, sowie mit den Beinen bis zum Knie und den Armen bis zur Figuren! Gros war ein prachtvoller „eigener Korrespondent“ von Ellbogen, außerhalb des Wassers, von demselben noch getragen wir den Schlachtfeldern Napoleon's und wunderbar in seiner Weise. In fißender Stellung, die Arme, des Gleichgewichts balber, ausgt Wenige lyrische Motive genügten für den Ehrgeiz und die Unsterblics ftreckt, bleiben die Shultern über der Oberfläche. Das Schwimmet feit Robert's.

ist deffenungeachtet sehr schwierig in Folge der beständigen Neigung Nach seiner Rückfebr in die Heinat malte er manche Miniatur der unteren Ertremitäten, zur Dberfläche zu fteigen, und der Salzbilder, *) unter anderen Fein eigenes, das seine Shwefter, Frau gehalt des Waffers ift überdies so ftart, daß die geringfte Quantitat, Huguenin-Robert, in frommer Liebe noch ießt aufbewahrt. Bald aber die in's Auge fömmt, einen frechenden Schmerz verursacht; auch würde wurde er des Aufenthalte in der Schweiz überprüffig und er farieb das zufällige Verschlucken einer größeren Menge des Wassers soforti an Gerard;

ges Erstiden herbeiführen. Nach dem Bade muß man die Haut mit

füßem Wasser waschen, um die durch schnelle Verdunstung fich bildende *) „Léopold Robert, sa vie et sa correspondance", par F. Feuillet Salzfruste von derselben abzuspülen. Troßdem ist ein Bad in die de Conches. Paris, Michel Lévy frères.

fem Waffer eine berrliche Erfrischung und Stärkung". **) Robert's Bild der Madame David in Kupferstid, wollte nach der Restau: ration nicht zichen; da fam der Verleger auf den klugen Einfall, die Unterschrift ausraðiren und dafür setzen zu lassen: ,,Vild der Herzogin von Orléans - Pen

*) Auch die ,, Zeitschrift für allg. Erbfunde" hat bereits in ihrem Suri: ihièvre", und es ging reißend ab; ein Scitenstüd zu dem Kniff cines Gast

Hefte eine interesante, von einer Karte begleiteten Darstellung des Randftriche

D. R. wirths in London, der nad; der Revolution 1688 auf seinem Schilde som Ropie

von Fort Baramie bis zum Großen Salzsee mitgetheilt. Infob's II. den Namen Wilhelm't III. geben ließ.

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