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zusammengescharrt haben, um dessen Aenderung es fich handelt; und ,,Welche Sicherheit können einem solchen Staate die Einzelnen, die auf die Fortdauer ihrer skandalösen Erpressungen nur insoweit fich die Unterthanen gewähren, die in seinen Gränzen wohnen? Ehe der Hoffnung machen dürfen, als die Mifbräude fortbestehen, denen sie Herrscher an den Feind draußen denkt, muß er nicht in einem solchen ihre Schäße verdanken? Müßten sie nicht im Besiße einer übermensch. Falle vor Adem gegen seine eigenen Unterthanen sich sicherstellen? lichen Tugend fich befinden, um aufrichtig und mit Ueberzeugung ,, Sire! Ew. Majeftät haben in Allem auch vor allen Anderen einer Aenderung des Systems fide anzuschließen, die mit ihrer Er. das erste Recht des Gebanfeng; aber zu der Freiheit des Gedanfeng ziehung, ihren Vorurtheilen, ihren Gewohnheiten und ihrer Habsucht muß die Freiheit der That kommen, wenn nicht jede Verbesserung im Widerspruch steht?

eine Unmöglicheit werden und auch außerdem Ihre Dynastie bei der „Von der anderen Seite führt die offenbare Unkenntniß, welche ersten politischen Erschütterung verschwinden foll! Der Muth und die eine Folge der falschen Berechnungen dieser angeblichen Staatsmänner Festigkeit Ihres ruhmwürdigen Vorgängers, des Sultans Mahmud, ift, zu einer Machtlosigkeit, die, ähnlich dem bösen willen dieser Shres Vaters, hat den Damm nicht niederreißen können, den du Lefteren, nur Ihren eigenen Interessen schadet, welche mit denen Jahrhunderte, -die Vorurtheile und die niedrigen Leidenschaften gegen Ihres Vbifes unauflöslich verbunden sind. Nicht nur in ihrer öffent- einen jeden Gedanken der Neuerung errichtet haben. lidhen Wirksamkeit, sondern auch in den Bestrebungen der Einzelnen ,,Dieser Ruhm war 3hnen vorbehalten. zu Gunsten des Fortschrittes giebt sich die Unerfahrenheit dieser Men ,,Die Aušrottung der Dere- Bey's und die Vernichtung der schen zu erkennen. In Adem, was sie zu schaffent vermeint haben, ist Janitscharen haben Ew. Majeftät die Wegräumung der sichtbaren nichts. Wabres und nichts Vernünftiges, und man hat wohl Namen Hindernisse erleichtert; aber die noch mächtigen moralischen Hindernisie von der Civilisation erborgt, aber von dem selbst, was diese Namen widerstehen allen Anftrengungen. Zum Angriffe auf fie und zu ihrer bezeichnen, ist nichts, auch gar nichts vorhanden!

Vernichtung in dem Abgrunde selbst, der sich vor ihnen aufthut, mit ,,Em. Majeftät wechfelt häufig die Personen, denen Sie die An- aller Kühnheit Sie ermuthigen, bas, Sire, heißt nur das Wohl gelegenheiten des Staates anvertrauen; allein unter verschiedenen Ew. Majeftät und Ihres Reiches wollen. Diejenigen find 3hre Benennungen sind es immer die Nämlichen, die den Staat verwalten; Feinde, die, indem sie von unzusammenhängenden Reformen eitel die Berblendung bleibt fortwährend dieselbe.

Rühmens machen und die unheilvollen Wirkungen dieser Reformen „Und dody; Sire, könnten Sie mit leichter Mühe selbst unter Ihnen perhehlen, nichtsbedeutende und gewissenlose Maschinen zu Ihren inuhammedanischen Unterthanen loyale und einsichtsvolle Mis Staatsmännern machen wollen.") nifter finden, wenn nidyt gerade unter den gegenwärtigen Verhältnissen 134 weiß es, daß ich mich durch meine Freimüthigkeit und Rübnwirkliches Talent und Reinheit der Absichten unglüdlicherweise ein beit um die Möglichkeit gebracht habe, mit Sicherheit je wieder in Grund der Aussdließung in den Augen aller derer wäre, die das das Land meiner Geburt zurüdlebren zu dürfen. Aber es ist mir Vertrauen Ew. Majestät befißen.

gleichgültig, an dem Werke, dessen Vollendung ich während meines „Endlich haben unter den zahlreichen Gefahren, die den Thron ganzen Lebens geträumt habe, nicht mit arbeiten zu dürfen, wenn Ew. Majestät bedrohen, die Kabinette noch nicht einmal die nahe nur ein Anderer, mit Hülfe der Lehren der Vergangenheit und der Gefahr eines allgemeinen Aufftandes Ihrer chriftlichen Unterthanen, Ergebnisse meiner Beftrebungen, das byzantinische Reid endlich wieder die in Europa die Anzahl der Betenner des Islam um ein Vier- herstellt! Auch in meiner Verbannung würde ich mich der Genug faches überschreiten, in Anschlag gebracht; gegenwärtig aber fangen thuung wohl freuen dürfen, indem ich den Leuchtthurm auf der Klippe alle Staatsmänner Europa's an, diese Gefahr für Ihre Dynaftie, die errichtet, dadurch die Gefahren gezeigt und von fern zu dem Heile mit der Zeit nur zunehmen kann, um fo lebhafter ins Auge zu fassen, unseres Landes und Ihrer Dynastie beigetragen zu haben. Hierauf und Ihre eigenen Rathgeber, von dem Umsichgreifen dieser Gefahr allein beschränkt sich mein Ehrgeiz. erschredt, haben es nicht wagen dürfen, Ew. Majestät auch ferner in , 3d babe die Ehre zu sein, einer trügerischen Sicherheit hierüber zu erhalten.

Sire . Bei dem guten Willen, der den Ruhm Ew. Majestät ausmacht,

mit größter Ehrerbietung haben Sie auch sofort freisinnige Reformen beschlossen, die von der

Em. Kaiserliden Majestät europäischen Civilisation entlehnt worden sind; aber der nothwendige

geborsamfter und ergebenfter Widerspruch, welcher zwischen dem Geifte dieser Reformen und dem

Unterthan, der Religion Em. Majestät fich ergiebt, hat in Ihrer Umgebung , Paris, 1. Mai 1858.

3. 6. Pisipios-Bey." Zweifel an Ihrem freien Willen hervorgerufen; der böse Witle bat

(Schluß folgt.) fidh binter den mubammedanischen Fanatismus gestedt, und dies wird auch fortwährend der Fall sein, so lange nicht der Herrscher, um den

England. vollen Gewinn von der christlichen Civilisation mit Weisheit ziehen zu können, Christ sein wird.

Kingsley's „Hypatia“, mit einer Vorrede von Bunsen.

(Sluß.) ,,Sire! Die Reformen, die Sie beschlossen haben, sind nur wie ein erfter Entwurf, und sie sind an und für sich ein todter Buchstabe; „Dhne es zu wollen, hat fich unser Dichter nad einigen Seiten atte diese Versuche aber haben blos dazu beigetragen, die Verwirruug bin am anschaulichsten in einem der geschichtlichen Charaktere seiner und die Unordnung zu vermehren und die Rataftrophe näher zu rüden, Hypatia" gezeichnet. Bischof Synesius aus Cyrene ift dort gewelche alle Bessergesinnten voraussehen! Zbre driftligen Unter- fhildert, wie er nach seinen Gedidten und Briefen war: ein klaffisd thanen, die in ihren gerechten Hoffnungen sich getäuscht sehen, gebildeter Dichter und Denker, der in Alerandrien ein gläubiger Christ beunruhigen sich umsomehr, da diese Reformen den Schleier des alten wird, und später, ohne die Frau zu verlassen und ohne die Philoso: Zaubers Ihrer Race für alle Zeiten zerrissen haben. Dieser Shleier, phie abzuschwören, auf dringendes Verlangen seiner Mitbürger iør hinter dem die Ausartung der Demanen und ihre Schwäche fich vers Bischof. Sein Herz dlug für alles Menschliche, und er findet es barg, ficherte der Herrschaft den Schein der Macht und der Größe, mit seinem geiftlichen Amte nicht unverträglich, seine Freundschaft mit erhielt die Christen in der Furcht und täuschte die europäischen Mächte der berühmten Heidin Hypatia, seiner ehemaligen Lehrerin und Geüber den wahren Zustand Zbres Reiches.

nofsin in Plato, fortzuseßen und ihr freundlide Briefe zu schreiben. „In der That muß es auch anerkannt werden, daß Ihre Dynastie Es ist ganz in seinem Charakter, daß Kingsley ihn als einen rüftigen durch dies alles ihre eigenthümlidsten Grundlagen verloren hat; die Jäger keinen Anftand nehmen läßt, eine wilde Jagd über Berg und geringe Sicherheit in ihrem Bestande, die sie befint, verdankt sie allein Chal (wie die englische Fuchsjagd) mit rechtem Behagen zu leiten, um dem Auslande. Sollte die Ruhe in Europa gestört werden, so würde sich und der Gemeinde Unterhalt zu verschaffen. Aber ein doppelter nichts das Verschwinden des Phantoms des Staates und der Dynastie Unterschied zwischen dem Bischofe der Landschaft von Cyrenica (der der Demanen verhindern.

jeßigen Regentschaft von Tripolis) und dem Domherrn und Predige „Die Stärke und Macht eines Staates beruht allein auf dem der englischen Landeskirche tritt bald sehr bedeutend hervor, wenn wir Einssein eines ganzen Volfes. Wenn das Volk glüdlich lebt unter die beiden Männer uns näher befeben. Kingsley fteht nicht allein da dem Schuße der nämlichen Gefeße, wenn es zu denen, die es be wie Synesius, dem Frau und Kinder bald farben, er hat in seiner berriden, Zutrauen hat und Ein guter Gedanke es leitet, dann ist Frau, eine gebildete und hülfreiche Christin zur Seite, welche er mi ein Staat glüdlich: Frankreich, England, Rußland þeweisen dies; 9) Recht seinen besten Hülføpfarrer (curate) nennen darf, und nuit ist aber das Volt unglücklich, berrscht Widfür statt der Geseße, sreht welcher vereint er der Gemeinde das Musterbild eines driftlioc. es in seinen Herrschern nur Unterbrüder, so ist ein solcher Staat Hausstandes vor Augen stellt. Zweitens aber fühlt man auf jede unglüdlig, und er gebt seinem Untergange entgegen. In dieser Lage Seite, daß Kingsley der Bürger eines freien Volfes ift, dessen Sor ift das byzantinisde Reid.

gen wie dessen Ruhm er theilt, und an dessen weltgeschichtlich - chris

*) Arme: Deutschland! wo aber bleibst du? Was giltst denn du diesem

Wer und wo sind in Europa diese Feinde des Sultang Abdul-Medici nach der Unsicht des Verfassers? Meint er etwa die, welche noch vor furies

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,

Hichen Beruf im Reiche Gottes er glaubt, während Synesius, eben wie vor solchen, welche das gegenwärtige englische Leben bedrohen. Aber fein gelehrter und tiefsinniger Freund, Augustinus, tein Vaterland etwa nur dieses? Reine Ansicht fann falīder und niedriger sein. Hätte mehr hat auf dieser Erde und an fein Reich Gottes in der Wirklich, er einen so beschränkten, insularisch-egoistischen Blick, so wäre er kein keit in dieser Welt mehr glauben kann,

Prophet, weder der Vergangenbeit, noch der Gegenwart, fein wahrer v Und da befinden wir uns auf dem Standpunkte, von welchem Dichter; auch irHypatia", wäre nie geworden, was sie ift: ein ungeaus ich mir die Erlaubniß erbitte, einige Worte über „Hypatia“ zu beurer Weltenkampf, der uns vorgeführt wird. Aber man blide pur sagen. Das Wert felbft ift fo fern von allem Schein der Gelehrsam- tiefer in das Gemälde,, und man wirb seben, daß eß feinen Zwed teit, und die Forschung ist in ihm so ganz verflärt in die Freiheit wesentlich in fich selbst hat, daß es viel tiefere Züge enthält, alg eine der schaffenden dichteriseen Darstellung, daß man das ganze Budy Zwedschrift zu geben vermag. Allerdings findet dort der englische lesen und Menschen und Zeit, verstehen fann, ohne eine Ahnung zu Pharisäer fich gezeichnet, heiße er' Evangelischer oder Pusepit; aber

baben, daß allem eine durd Forsdung gefundene biftorisdie Wahr- ebensowohl der Pietist und Pfaff des Festlandes und der Welt. Bei :

beit einwohne. Das gilt zubörderft von allen biftorischen Charakteren der Schilderung der Unfähigkeit der neuplatonisden Schule, etwas zu des Buches: von Hypatia und Eheon, ihrem Vater, dem berühmten schaffen, die Wirklichkeit zu ergreifen, den Strom der Weltgeschichte Mathematifer, und von des Synefius gewaltigem Amtsbruder, Cyrill

, zu finden, und bei der inneren leerheit ihrer Formel, fällt allerdings dent Patriarchen Alerandriens. Von Drested wissen wir gerade genngi der erste Seitenblick auf das Formelwesen der deutschen Speculation, um Kingsley's Auffassung zu rechtfertigen, obgleich dessen Beteiligung welche Kingsley nicht unbekannt ift. Aber der Wint findet nach dem an der Empörung Seraflian's, des Grafen von Afrifa, nur eine dichteris Sinne des Werkes auch in einem Formelwesen ganz entgegengesepter de Begründung hat. Aber das Ganze bewegt fic treu in dem Nab. Art seine Anwendang, von welchem England und Frankreich soll find. men der Weltgeschichte während der erften dreißig Jahre des fünftent ja gewiß ift nicht blos der Seher und Dichter, sondern auch der Fahrhunderts unserer Zeitrechnung. Damals aud lebten und wirkten reflektirende Philofoph Kingsley, der Ansicht, daß unserer Speculation Augustinus, Synefius und der tugendhafte Erzieher des unwürdigen doch eine ganz andere, höhere und edlere Kraft einwohnt, als den Sohnes des Tbeodosius, Arsenius, welcher den Hof des Arcadius ver, Schülern oder Verehrern von Bentham und Comte. Suchen wir nur ließ und sich als Büßer in die Laura zurüđzog, in welcher wir ibn in einen allgemeinen Ausdruck für die Antwort auf jene Frage, fo werwHypatia" finden. Alle diese find Lebensbilder aus jener Zeit, höchft den wir alle seine Werke zu Zeugen anrufen fönnen, eben wie die anmuthig und leicht gezeichnet, und jedem gebildeten Leser verständlich erhabensten und schlagendften Gemälde in unserem Romane und die ohne Gelebrsamfeit. Aber auch die tiefen Gedanken und Erwägungen, ganze fünstlerische Anlage dieser großen Dihtung, wenn wir den welche bei den genannten Personen und namentlich bei Hypatia und räthselhaften Titel etwa folgendermaßen auszulegen und erlauben. Es ihrem Vater vorkommen, find aus tiefer Renntniß, wie der belleni- find immer dieselben Elemente, welche sich in allen Zeitaltern großer den Bildung und Weltanschauung überhaupt, so insbesondere auch sozialer Krisen zeigen, und eine solche Zeit ist die unsrige. Es geht der neuplatonischen Philosophie und ihres wirklich wissenschaftlichen in ihnen zum Leben oder zum Tode; ohne Gebrechen, ohne Sünde

Vorbildes, Plato's, geflossen. Wie vertraut Kingslen mit diesem ist keine der in ihr kämpfenden Parteien; aber das, was innere Wahr-, : Gegenstande lei, zeigt sein aus Vorlesungen in Edinburg entstandenes heit hat und Kraft der Aufopferung offenbart, was der Sehnsucht der

Büchlein: Ale drien und seine Schulen" (1854), und nicht minder Ernften und Guten und dem Bedürfnisse der Menschheit und ihrer das meisterhaft platonische Gespräch: ,, Phaeton" (1852), wo der atti- ewigen Bestimmung entspricht, das gewinnt die Welt: ja, wenn es fchen Grazie und der fokratischen Žronie jener angelsädfische Humor scheinbar untergeht, erobert es die Zukunft im Tode durch die inbeigemischt ist, welcher den englischen und amerikanischen Sprechern neren Lebensfeime, die in ihm verborgen und geborgen sind.“ gar wohl ansteht. Was die Darstellung des Patriarchen Cyrill betrifft, so hat der Dichter mit wahrem Geschmade jene bassengwürdi.

Griechenland. gen Eigenschaften des berrídsüchtigen Hierarchen allerdings mehr verhüllt als hervorgehoben. Dieses ist ihm, wie er es selbft in seiner

Die altgriechische Literatur. rechtfertigenden Einleitung ausspricht, aus einer fünftlerischen Noth. wendigkeit hervorgegangen. Da man doc (sagt er) gegenüberstehende

An den Herausgeber bes , Magazin 2c." Grundübel der Zeit, die beillose Bersunfenheit und Verlogenheit der Das Interesse, welches die Entwidelung des neubegründeten untergebenden griechisch-römischen Welt nicht in ihrer Nadtheit und Griechenlands inmitten der orientalischen Wirren überall erregt und unverbülten Scheußlichkeit darstellen kann, so muß auch die gegen- welchem Sie zum öftern im Magazin" Rechnung getragen haben, überstehende dunkle Seite etwas gemildert werden. Wie wenig übri. läßt mich hoffen, daß Sie den folgenden Erörterungen, die sich an gens Kingsley, troß des lobes, welches er in jener Einleitung der Karl Dtfried Müller's ,,Geschichte der griechischen Literatur bis auf kirchlichen Dogmatit zu Anfang des fünften Jahrhunderts wegen der das Zeitalter Alerander's“) anschließen, gleichfalls eine Stätte gönErhabenheit des Gegenstandes ihrer Speculationen ertheilt, von ihrer nen werden. unevangelischen und übereinfömmlicher Sophiftit hält, und wie sehr Kein Volt der Welt kann sich einer Literatur rühmen, wie sie er die byzantinische Hoffirche mit ihren frömmelnden Prinzessinnen dem griechischen die größten unter den erdgebornen Geiftern zu einem und ehrgeizigen Eunuchen verabfceut, zeigt viel besser als jenes theo- unvergänglichen Eigenthum gemacht haben. An die Fortdauer des logisde Urtheil der Einleitung das geniale Kunstwert selbst. Da ungeschwächten Einflufses dieser Literatur knüpft sich alle wahre Bilerkennt man deutlich, daß ihm das Bleibende und wahrhaft Chriftliche dung, knüpft sich alle wahrhafte fünstlerische Production, deren Verin der Kirche jener Zeit das Gegentheil der febermachenden Dog- ftändniß und der wahrhafte Genuß an derselben. Ohne die Einsicht matit ift. ...

in das Wesen der griechischen Tragödie, und Komödie würde uns ,,Der Grundgedanke des Dichters ist in diesem Werfe wie in Deutschen noch heute Shafspeare unbekannt und unerkannt sein, und allen seinen Hervorbringungen dieser. Das Christenthum steht in tei- Goethe würde nicht das größte moderne Epos: „Hermann und Donem Budyftaben der Lehre und in keiner spekulativen Formel: ex ift rothee", geschaffen haben, bätte fich ihm nicht die jugendliche Phaneine Kraft der ewigen Liebe zum göttlichen Leben, eine Kraft, welche tafie Homer's ersalofsen, welche die Bilder eines erhabenen Heldenden selbstsüchtigen Sinn des Einzelnen bricht, und nothwendig auch die alters mit dem heitersten Behagen und einem unersättlichen VergnüSelbftfucht von Klassen, Völkern, Staaten und Dynastieen. Allein gen in allen Partieen ausmalt und zu den schönsten Gestalten, über diese Umwandlung der Massen geht nach den Gefeßen des geistigen die kein Wunjo mehr hinausgeben kann, abrundet". Mit Ausnahme Kosmos nur langsam vorwärts, und meist nur durch gewaltige und unserer „Nibelungen“, eines Epos, welches leider nicht in echt fünftzerstörende Geidide, welche brechen was nicht biegen will; aber der Serischer Gestaltung auf uns gekommen ist, entbehren fast alle unsere Gott in der Geschichte fegnet auch im Sturmwind und im Donner. mittelalterlichen epischen Dichtungen des feften Grundes und Bodens, Das Christenthum also ist unserem Kingsley göttliche Kraft und gött- fie schweben in der Luft und können nur denjenigen ein Gefallen beliches Leben und erprobt sich nur im Leben selbst.

reiten, welche Fabeleien für tieffinnige Mythen und matte Erfindung , Dieser Grundgedanke allein dürfte uns auch wohl das Rätsels sowie mangelhafte Composition für dichterische Begeisterung halten. hafteste des Werket erklären, den Titel: m Neue Feinde mit altem Unter allen den gerühmten Epen aus unserem deutschen Mittelalter Gesicht". Der Titel wäre vielleicht weniger zugespißt, wenn das ift nur der erste Theil der altniederländischen Bearbeitung der deutWerf nicht zuerst in einer Zeitschrift zu erscheinen gehabt hätte: doch soen Thiersage ein vollendetes, eines altgriechisden Dichters würdis es ist weder ano, diefer Zufälligkeit entstanden, noch auch blos des- ges Kunstwert, und wir finden es eben deshalb erklärlich, daß Goethe wegen gewählt, weil der Verfaffer seinen weiten Lesertreis nicht durch der abgeldwächten niederdeutschen Uebertragung dieses Gedictes seine einen gelehrten und alterthümlichen Sohein abschreden wollte. Es lag Theilnahme zuwenden konnte. Wäre ihm das altniederländisde zuihm vielmehr daran, sogleich nicht allein das Wert als eine schöpferis gänglich gewesen, so würde er der deutschen Thiersage bas ihr gea fde Dichtung hinzustellen, sondern auch, nad guter englisder Sitte, bührende Gewand gegeben haben. Die lyrisøen Dichtungen aus dem als ein praktischen Lebensbild, als einen Spiegel für die Gegenwart.

*) Nach der Handsdrift des Berfassers herausgegeben von Dr. Eduard Aber vor welchen Feinden wil der Dichter warnen? Dyne Zweifet Müller. Zweite Ausgabe. 2 Bde. Breslau, Verlag von Josef Mar & 6o. 1857.

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Deutschen Mittelalter enthalten in den eigentlichen Minneliedern zu. eine der unerschütterlichen Grundlagen für ihr ganzes Leben gewinnen meist ermüdende Wiederholungen barođer Albernheiten und Shilde- und fich erhalten wollen. Jung und Alt rufen wir mit Goethe zu: rungen unwahrer, erheuchelter Gemüthszustände in einer allerdings Halte das Bild der Würdigen fest! Wie leuchtende Sterne von fpäteren Dichtern faum erreichten Form, so daß fie, außer den

Theilte sie aus die Natur durch den unendlichen Raum. Liebern Walther's bon ber Vogelweide und einiger Anderen, lediglich

Auguft Geyder. einen Werth für die Sprachforschung und Sittengeschichte haben. Wir stimmen bezüglich der vollendeten Form dem Ausspruch Goethe's

Mannigfaltiges. aus vollem Herzen bei:

Griechische und römische Klassiter in Franfreid.

Ein in der Revue de l'instruction publique enthaltener Artikel liefert Ein reiner Reim wird wohl begehrt,

eine kritische Uebersicht von Ueberseßungen griechischer und römischer Doch den Gedanken rein zu haben, Die edelste von allen Gaben,

Klaffifer, die in der neuesten Zeit in Frankreich erschienen find. Das ist mir alle Reime werth.

der Spiße steht die Anzeige einer lateinischen metrischen Uebersegung

der Ilias des Homer (llias Homeri Latino carmine reddita) von Neuere Dichter, die sich, wie z. B. Hoffmann von Fallersleben, F. P. 3. Lallier. Der Referent rühmt an ihr die Treue und Elegang viel mit mittelalterlicher deutscher Dichtung beschäftigt haben, sind und giebt als Beispiel die Stelle aus dem fedften Buche, den Abjõhies nur zu oft in ihren Liedern in eine langweilige Monotonie gerathen,

des Heftor und der Andromade enthaltend. Wir können, soviel wir weil es unmöglich ist, fich einer solchen zu erwehren, wenn man fich

aus der Probe schließen dürfen, dem Referenten nur beiftimmen. De einmal in das matte Wesen jener alten Dichtungen vertieft hat.

Uebertragung, die sich dem Driginal faft überall eng anschmiegt, en Für Lüther war es ein Glück, daß er fids nicht mit den in behrt dennoch nicht des römischen Kolorits. Nur ein profodisdes Det: neuester Zeit so eifrig betriebenen deutschen Sprachforschungen befaßte; fehen ift uns in dem Berse: seine Bibelübersegung hätte nicht den wunderbaren Einfluß erlangen

non uxoris amor; facto simul impetu Graeci, können, einen Einfluß, den fie seinem und seiner Gebürfen gott aufgefallen. - Von demselben Verfaffer ist auch eine Uebersesung begeifterten Sinne und ber tiaren Anschauung göttlicher und mensch ausgewählter Oden des Horaz in französischen Versen angezeigt. Als licher Verhältniffe verdankt, die damals durd die humanistischen Stu Probe wird die vierundzwanzigste Ode des dritten Buches gegeben. dien der Welt eröffnet wurde. Söiller und Goethe haben die deutsche Der Sinn der Worte ist größtentheils richtig wiedergegeben; nur Sprache in dieser Bibelüberseßung studirt, aber sie haben tichten und können wir Deutsche einmal den alten Klaffifern im mobernen französ trachten mit und von den Griechen des Alterthums erlernt, weil fie fischen Gewande feinen Geschmack abgewinnen. – In ähnlicher Weise bei ihnen die Wahrheit und Stönheit, soweit fie menschlichem Ver. hat ein Herr 3. Ranfou die Ellogen des Virgil überseßt. Der Res mögen darftellbar waren, in vollendetster Form vorfanden. Griechis ferent schreibt es der französischen Sprache zu, wenn der Ueberseßer der Bildung verbankte Goethe, verbanten die Humboldt's ibre meister- die prägnante Kürze des lateinischen Originals niớt hat wiedergeber bafte Prosa, deutscher Sprachforschung verdankt Jakob Grimm die oft können; daß aber an einzelnen Stellen der Sinn des Tertes nicht so ungelenke Rebe, bie fich, wir hoffen es, nicht bei uns einbürgern wird. ganz getroffen sei, davon trage der Ueberseßer selbft die Schuld. Die deutsche Grammatif, die deutsche Literaturgeschichte, wir er

Die Uebersicht fhließt mit der Anzeige einer metrisden Ueberfekurs kennen beide als wichtige und würdige Bildungsmittel an, aber die

der Satiren des Persius von dem Marquis la Rochefoucauld- liaus Grundlage aller Bildung muß das Erkennen und Erfassen des griechi

court, früherem Deputirten. Das Verdienst des Verfassers befteht fchen Alterthums fein, und wir fönnen das Verfahren derjenigen; Re

nicht blos darin, daß er eine Ueberseßung geliefert hat, die überak gierungen nur billigen, welche ernftlich dabei beharren, daß das

den sowierigen Tert auf eine überraschend treue Weise wiedergiebt, Griechische einer der Hauptunterrichtsgegenstände auf den Gymnasien sondern auch in den beigefügten Erklärungen. Ueberall werden die sein müffe. Wenn von hundert Schülern auch nur stets eine geringe versteckten Beziehungen des Dichters auf Nero und seine Zeit nachZahl dem wirklichen Verständniß altgriechischer Herrlichkeit gewonnen gewiesen. Als Aubang ist die Ueberseßung der Satire der Dichterir wird, so wird dieselbe, da fie dadurch zur Erkenntniß des wahrhaft

Sulpicia beigefügt. Am Schlusse des Referats heißt es: ,,Was mit, und rein Menschlichen gelangt, eine größere und belebendere Wirf einem geringen Söldling im Heere der Wissenschaft, am meisten ges samfeit in der im Leben zu erreichenden Stellung fich ermöglichen, als

fällt, ist, daß der Erbe eines großen Namens fido folchen beidwerliden die Tausende, die mit mehr oder minder oberflächlichen und fragmen- klaffischen Arbeiten mit einem Eifer und einer Ausdauer hingiebt, tarifchen naturwissenschaftlichen Renntnissen in die verschiedenartigen

die sonst nur die Rothwendigkeit auflegt, der Reichthum berschmäht. Berufsfreise eintreten. Diesen mangelt aller feste Halt, jene schauen Man zeigt sich auf der Höbe feines angestammten Adels, wenn man mit ficherem Blic auf das wogende leben und wiffen die fdwantende ihm durd, eine ernste und sorgfältige Pflege der Wissenschaft einen Meinung des flüchtigen Tages zu würdigen. Deshalb wünschen wir, höheren Glanz giebt. Herr von La Rochefoucauld hat das wohl be daß recht viele Deutsche mit Goethe auf die Frage:

griffen; denn er schließt seine Einleitung mit den Worten: Jeder von ,,Von wem auf Lebens- und Wissens Bahnen

uns muß, meiner Meinung nach, sich in seinen literarischen LieblingsWarbst du genährt und befestet?

beschäftigungen von dem Nußen, der daraus erwadyfen kann, leiten Zu fragen sind wir beauftragt.“

lassen und muß fich glücklich schägen, wenn er seinen Zeitgenossen antworten mödten:

etwas zu reichen vermag, was auch noch einem folgenden Geschlechte Ich habe niemals 'banach gefragt,

angenehm sein könnte."
Von welchen Schnepfen und Fasanen,
Kapaunen und Welschen Hahnen

Riesenbäume in Kalifornien. Daß es Bäume von
Ich mein Bäuchelchen gemästet.

ungeheurer Höhe und einem derselben entsprechenden Umfange in KaSo bei Pythagorae, bei den Besten

lifornien giebt, ist befannt. Die neuesten Angaben über dergleichen Saß ich unter zufriedenen Gästen;

Bäume entnehmen wir einer Korrespondenz des ,, New-Yorf Tribune Ihr Frohmahl hab' ich unverdrossen

vom 12. Juli, d. d. Mammoth Tree Grove, Mariposa County in Kali Niemals bestchlen, immer genossen.

fornien, den 14. Mai d. J., 3d bin", berichtet der KorresponZum näheren Verständniß griechischer Literatur eine Anleitung dent, ,, inmitten des Riesenhaines (Mammoth grove) von Mariposa zu geben, das beabsichtigte K. D. Müller mit dem oben angeführten Nach allen Seiten von mir giebt es zahlreiche Riefen des Waldes Wert, dem jedoch felbft ,, die Unterrichtetften und gereiftesten" leben von 20 bis 34 Fuß im Durchmesser und von einer Höhe von 275 bis dige Theilnahme zugewandt haben; denn es ist, wie die Gesammt: 325 Fuß." - Weiterhin bezeichnet er den Wald als ungefähr einz Entwicelung altgriechischen Lebens," ein dem Stoff entsprechendes Meile lang und drei Viertelmeiten breit, mit 427 stehenden Bäumer, Kunstwerk, welches mit griechischer Klarheit und Einfachheit die Geswelche er klassifizirt wie folgt: schichte der griechischen Poesie und Profa' bis auf die Zeiten Aleran

ein Baum von . . 34 Fuß im Durchmeffer der's darstellt. Der Tod hat den Verfaffer inmitten feines erfolg

2 Bäume von . : 33 reiden Wirkens uns entriffen, ihn, der fich berufen fühlte, eine

13

25-33 Fuß im Durchmesser Geschichte Griechenlands zu schreiben, und der beshalb hinüberfchiffte

36

20--25 nach dem Lande, welches die Heimat feines Geiftes geworden war.

82

. 15 - 20 Die gewaltigen, erhabenen Geifter, die von seiner frühsten Jugend In Amerika giebt es kein Bauwert, welches die Höhe der größe an mit ihm auf das innigste verkehrten, barrten ihres Freundes amren dieser Bäume erreichte, und der Korrespondent erinnert aus Gestade und zogen ihn mit sich fort in ihr Schattenreich:

daran, daß der höchste Thurm in den Vereinigten Staaten, der der Möge Müller's Buch einen immer größeren Kreis aufmerkender Dreifaltigkeits-Kirche in New-York, 284 Fuß, nicht so hoch ift, als Leser finden, wir fönnen es nicht genug allen bener empfehlen, die die höchsten dieser Riesenbäume.

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mäßigen Wiß und Verftand befißen, durch den Umgang von nur Italien.

wenig Tagen leicht eine Person ausforfden, mano bem allerverbedteften

und verborgenften Gleißner bis in die Kalbaunen hineinsehen“ können. Boccalini's Plan einer Welt - Reformation im fiebzehnten

Es ift also nichts mit Thales' Vorschlag.
Jahrhundert.)

Solon läßt fich darauf also hören: ,30 babe oft ber Sade Indem id dem in dieser Zeitsdrift (Nr. 63) gegebenen Ver. fleißig nachgedacht, welches wohl die Quelle ift, aus der so grausamer sprechen nachkomme und einen möglichft übersichtlichen Auszug aus Saß und so grausame Feindschaft unter den Menschen entspringen, Boccalini's allgemeiner Reformation der ganzen Welt mittheile, bes und ich finde fie in der Ungleichheit der Güter und in dem höllischen merke ich gleich von vorn berein, daß der geistreiche Italianer nach Gebrauch des Mein und Dein"...... ,,Die ganze Welt ist eine dem zu beurtheilen ift, was er in den Wirren der von ihm wohl den Menschen hinterlassene Erbschaft von Einem Vater und von Einer verftandenen Zeit erfahren und selbft erlebt hatte; ihr wollte er den Mutter, von denen wir Ade als Brüder unseren Ursprung haben.Gedanken verdeutligen, den Bonftetten furz lo zusammengefaßt hat: Es erscheint ihm daher als die größte Unbilligkeit, daß der Eine von ,,Gefeße thun viel, Geist noch mehr, Sitten das meifte". Valentin dieser gemeinen Erbschaft einen so großen Antheil befißt, dem er nicht Andreae, der bekannte höchst ebrenwerthe württembergische Theologe, vorzustehen vermag, während der Andere so gering bedacht ist, daß er welcher im siebzehnten Jahrhundert lebte, hat durch eine sehr gelungene davon seinem Hause nicht vorstehen kann. Die Unbilligkeit wird Ueberseßung dieser Reformation in's Deutsche viel dazu beigetragen, daduro no, um so gebässiger, daß , gemeiniglich fromme und tugende daß des Italiäners Ansichten bei uns Verbreitung fanden zu einer bafte Leute Bettler find, dagegen oft böse Buben und ungesdhliffene Zeit, in welcher ein verheerender Krieg Elend über Elend in seinem Esel bei gutem Vermögen". Die Welt muß daher auf's neue getheilt Gefolge hatte, ohne im religiösen, politischen und sozialen leben eine und Raufen und Verkaufen muß auf das ernftlichfte verboten werden, irgend ersprießliche Reform unmittelbar herbeizuführen. In neuerer um die Gleidheit der Güter aufrecht zu erhalten. Bias, Periander Zeit ist Boccalini mehr und mehr in Vergessenheit gekommen, und und Pittakus unterstüßen Solon's Meinung, allein Seneca widerlegt namentlich seine landsleute hätten doch soviel von ihm lernen können sie mit allgemeiner Zustimmung dadurch, daß die neue Theilung , den und könnten es noch heute.

solimmen und nichtsnußigen Löwen" (a' ghiottoni) zugute kommen, Die allgemeine Reformation enthält nun Folgendes:

den ehrlichen Leuten aber nur wenig einbringen würbe. Außerdem Der Kaiser Juftinian bittet Apoll um ein Gefeß wider den wären nicht Pestilenz, theure Zeit und Krieg die ärgften Heimsuchungen Selbftmord. Apoll kann die Nothwendigkeit eines solchen Geseßes der Menschen, sondern die grausamste Plage wäre die, wenn Bauern nicht begreifen, erfundet den Zustand der Welt und findet benselben reich und ben Herren gleich würden. so von Grund aus verdorben, daß er Abhülfe zu schaffen beschließt.

Chilo wid nun, daß man Gold and Silber für alle Ewigkeit Aðein er geht dabei von dem Gedanken aus, daß die Reformatoren auf der Welt verbannen soll. Dagegen wird eingewendet, daß man eines ,, beiligen und untadelhaften" Lebens sein müssen und ihre guten des Metalles oder eines diesem gleich gehaltenen Dinges bedarf, um Erempel viel mehr Nußen und Frommen schaffen, als die besten Regeln das, was zu des Leibes und lebens Rothburft erforderlich ift, fich und Saßungen“; natürlich fält es ihm sehr schwer, bergleigen Leute verføaffen zu können. Würden nun Gold und Silber abgeschafft, aufzufinden, und er überträgt baber das Reformationswerk ben sieben so würden die Leute fich eines anderen Werthmittels bedienen und Weisen Griechenlands, denen er Cicero, Cato und Seneca -bejordnet, nach demselben ebenso gierig sein, wie nach diesen Metallen. um den Römern ein Genüge zu thun. Zum Secretair mit berathender Kleobulus erklärt fich gegen das Eisen; allein ihm wird erwidert: Stimme wird Jacob Mazzoni von Cefena bestellt. Als fich nun diese Will man das Eisen aus der Welt schaffen, so muß man Eifen in die Reformatoren, begleitet von einer edeln und auserlesenen Gesellschaft Hand nehmen und fich in einen Harniso kleiden; es ift aber widerder geschidtesten Leute nach dem Delphischen Palaft zur Seffion begaben, finnig, Shrammen mit Wunden beilen zu wollen, liefen viele Pedanten (Schulmeister und Baffalaureen nennt fie

(Schluß folgt.)
Andreae) mit Schaalen nebenber, um die klugen Reben und schönen
Sprüche aufzufangen, welche jene bochverftändigen Männer ausspieen.

Türkei.
Thales beginnt mit folgendem Vorschlag: „Um die Menschen zu

Neuester Plan eines Griechen, den Sultan und fein Reich zwingen, sich eines lauteren Gemüthes und einfältigen Herzens zu befleißen, soll man an ihrem Herzen , das Gudfenfterlein" öffnen, so

zu reformiren. daß fie mit offenem Herzen reden und handeln müßten.“ Die Ver

(Schluß.). sammlung und auch Apoll find hiermit einverstanden, und icon find Der Hauptgegenftand des Buches felbft, dem dieses Schreibett die Barbiere mit ihren Meffern bereit, die Dperation zu beginnen, da entlehnt ift, find, der Natur der Sache nach, die vom Sultan Abdul ftetlen Homer, Virgil, Plato, Ariftoteles und Andere bem Gott vor, Medfdid eingeführten politischen Reformen und namentlid der Hattidaß die Welt nur regiert werden kann, wenn die Dörigkeit die Sumajun vom 18. februar 1856. Der Verfasser bemerkt in diefer erforderliche Autorität besäße. Würde man nun mit der Dperation Sinsicht, baß mittelft desselben die europäischen Mächte die ,,Chriftianisofort vorgehen und könnte man alsdann allen unverwarnter Sade firung der Regierung des Sultans" beabsichtigt hätten, und daß dies ins Spiel seben, fo würden diejenigen, welche jeßt in höchftem Ansehen bas Prinzip fet, wodurch sie den Wiederaufbau des in voller Aufständen, als die lafterhafteften Personen erscheinen. Apoll möchte daher (ösung begriffenen Staates" hätten bewirfen wollen. Diefes Prinzip, seinen Unterthanen zuvörderft Zeit laffen, ihre Herzen , & fäubern das zwar der Sultan angenommen und welches er durch die in dem und auszuwaschen". Die Operation wird demgemäß auf acht Tage Hatti-Humajun enthaltenen reformatorischen Bestimmungen förmlich verschoben, und inzwischen bemüht fic Jeder auf's befte, mit Strob. proklamirt habe, sei jedoch ungenügend; denn dieses Prinzip berube wischen, Kraßbürften, mit Lauge und Seife, auch buro purgirende burchaus nicht auf einer so festen Bafis, als zu dem Zwede nöthig Arzneien, fein Herz zu reinigen. Hippokrates, Galenus, Celsus und sei, zu welchem es von den Mächten selbft beftimmt worben; vielmehr andere Aerzte machen jedoch Apol darauf aufmerksam, daß die Dpe gebe es zu diefem Zwede nur Ein fidheres Mittel: die Rothwendige ration leicht lebensgefährlich werden könnte, und daß nicht allein die feit für den Sultan, Chrift zu werden. scharfsinnigen Köpfe, sondern felbft diejenigen, welche einen nur mittel Der Verfaffer begründet diese Nothwendigkeit, in. Folgendem.

Er sagt: ) „Reformation der ganzen

Ift die Unmöglichkeit erwiesen, auf das byzantinische Reich auch Apollo bon sen fieten Meisen anses som en la relation auf Befehl des Gottes Leuten ift publizirt und ausgeschrieben worden“, - (Aus- Trajan Boccalini'8:

nur einen einzigen Grundsaß der driftlichen Regierungen anzuwenden,

I Bagguagli di Pan

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und den

zugleich klar, wie ungereimt es ist, an eine solche Anwendung zu den des gemeinen Lebene ut semaftimmt. Wer wollte nun aber leugnen, ten und sie zu unternehmen, so lange nicht der Leßtect Chri ge- Das das Ótiftenthum mot durch und durch mit den Bedürfnissen de: worben ift.

Bölfer & Cintlang fleben und daß es das ficherfte Element sei, a Diese Maßregel der Politik wird ebenso durch die Haftände geo eine feste Gesellschaft dauernd zu begründen? Alle neueren Gese boten, als sie gerecht, konsequent und ausführbar ist. Gegen ihre gebungen sind die Töchter dieser Grundfäße, und es giebt kein cibi Verwirklichung leben wir-nues eine ernfte Stwierigkeit: das grundlose firtes Volt, das nicht als ein solches von dem Tage an seine 6 Mißtratten der gegenwärtigen Diplomātie in die Wirksamkeit der Bebung rechnet, an welchem seine Auführer Christen geworden waren. Mittel, die ihr zu anderen Zeiten gelangen, wenn sie zu handeln wagte. Von einer anderen Seite ist das politische Leben der Bilter fo Warum sollten die Mächte, welche die gebieterische Nothwendig- unauflöslich mit ihrem religiösen leben verbunden, daß, in weren

, ner Regierung vom Christenthume zu entlehnen, wenn er die europäis* Staatsmänner die Uebereinstimmung der Konfeffion des Fürsten sche Civilisation auf sein Reich anwenden will, irgendwie Bedenken der des Volkes, über das er herrschen soll, als unerläßlich geforder: tragen, ihm zugleich begreiflich zu machen, daß es unter den gegen haben, wie denn eben deshalb zu unseren Zeiten König Otto ter wärtigen Umständen durchaus nöthig für ihn sei, Thrift zu werden? Griechenland, römisc) - fatholischer Chrift, nur unter der Bedingung

Welche ernste Schwierigkeit könnte. Se. Majestät der Sultan den Thron bestiegen-hat, bab feine Descenbenz in der morgenländi Abdul-Medídid abhalten, die Erklärung von sich zu geben, daß er den Konfeffion folul getauft und erzogen werden. anch 'bie äußere Form einer Aenderung annehme, welche er bereits König Leopold von Belgien, der im protestantischen Glauber auf die feierlichste Weise und durch unzweideutige Handlungen ihrem geboren und erzogen worden ist

, zu welchem er auch noch gegenwärt inneren Grunde nach angenommen hat?

fich befennt, hat nicht auch er, da er den Thron beftieg, feine En Sollte dieses große Werf zu seiner Erfüllung irgend ein beson- willigung dazu gegeben, daß seine Kinder im römisch - Fatbolischer beres Opfer von Seite des Sultand nöthig machen, außer der (?) un Glauben erzogen würden? bedeutenden Penderung feines Namens Abdul-Médichid in den Kon Sollte nun das große byzantinische Reid, in dem mehr als ftantin's ober jeden anderen chriftlichen Namen?

drei Wiertheile Chriften find, von Seite seines Herriders nicht die Wären die ernsten Gründe, die von dem Sultan diese Aenderung nämlichen Opfer verdienen, wie die kleinen Königreide von Griechenverlangen, von geringerem Gewicht, als die in ganz anderer Bezies land und Belgien? hung wichtigen Beweggründe, die ihn bestimmten, feinen "muham So würden wir denn auch zu dein gegenwärtigen Sultan faget: mebanischen Titel: »Zuflucht der Welt" (Refuge du monde) gegen entweder bleibe den Gefeßen beiner Väter treu und behalte ihre Verden chriftliđen Titel: , Kaiserliche Majestät" zu vertausden, Towie waltung und ihre Organisation, und — troße der Christenheit; oder ftatt der Kleidung' ber Osmanlis die der Giaurs und statt seiner wenn du glauben follteft

, der im Christenthume begründeten Organis Robichweife Krenze anzunehmen? C. - Haben nidt feine Borfahren, die Gründer seiner Dynastie, im zu müffen – werde Christ und gründe dich auf den wahrhaft lebendis elften Jahrhundert den Islam angenommen und dessen Annahme auch gen und lebenskräftigen Theil deines Vorfes.....

VoltesScon lassen sich von den Horden verlangt, welche fie führten, nur um sich die Gunft Stimmen dernehmen, bie' da rufen: Wäre es nicht an der Zeit, dan ber Kalifen zu fichern und von ihnen den Titel eines weltlichen Stell- die unterbrochene Messe in der Kirche der Heiligen Sophia vollendet vertreters des Beherrschers der wahren Gläubigen zu erlangen! werbe?.... Wäre es aber nicht beffer, daß dies vielmebr durch die

Aus welchem Grunde sollte nicht der gegenwärtige Sultan dieses Befehrung des Sultans zum Christenthume, als durch die WiederBeispiel der Häupter feiner Dynastie nachahmen, indem er sich zum holung der blutigen Scenen geschehe, durch welche einst die Meffe in Chriften brklärte! Häre der Ehrgeiz, ein Reich zu gründen, ein mäd. der heiligen Sophia unterbrochen ward? tigerer Beweggrund, als die Nothwendigkeit, die bevorstehende Gefahr Endlich — fou das große Buch der Wunder, der Vorhersagungen abzuwenden, um dasjenige nicht zu verlieren, das man befißt? und der Visionen, ebenso wie das der politischen Verträge, für immer ** War es für Konstantin den Großen, den ruhmgefrönten Gründer verschloffen bleiben dem einzigen Åbdul - Medschit? des byzantinischen Reiches und den ruimwürdigsten aller Vorgän Dies ift im Wesentlichen das, womit der Verfasser die Noth ger Abdul-Medschib's, leichter, sich zum Christenthume zu bekennen? wendigkeit für den Sultan, Chrift zu werden, hat nachweisen wollen. Hatte dieser große Kaiser wichtigere Beweggründe, als der gegen. Auch hier ließe sich vielleicht im Einzelnen Manches gegen den Ber: wärtige Sultan, bas Christenthum anzunehmen? Ward es ihm leichter, faffer bemerken, und namentlich darf nicht verfannt werden, daß der: auf einmal mit der hohen Aristokratie von Rom und mit der ganzen felbe dabei einem gewiffen religiösen Indifferentismus und einer laren römischen Nation zu brechen, die fest an der Abgötterei hingen und jesuitischen Moral das Wort redet, und daß er von allen und jeden aus politischen Gründen Heiden waren, wie es dem Sultan Abdul Erforderniffen einer inneren Bekehrung zum Christenthume gänzlich Medichid leicht ist, einer Hand von Menschen, ohne alle reli- abfieht. Indeß Handelt es fich hier nur um eine durch äußere Umgiöse Ueberzeugungen und ohne politische Grundfäße, fowie einer ftände und durch eine äußere Nothwendigkeit gebotene Maßregel der bestürzten und ohnmächtigen Volksmasse zu erklären, daß das natur- Klugheit und der Politif, wobei es auf innere Befehrung nun und gemäße Ziel aller der Säritte;" welche er bereits in ihrem eigenen nimmer ankommen kann, und wenigstens der Vorwurf des IndifferenInteresse und im Hinblick auf das Christenthum gethan habe, kein tismus ergreift hier nicht Plas: Außerdem' aber ist die ganze Frage anderes sei, als daß er felbft Chrift werde, und daß er es fei? so eigenthümlicher," verwiđelter und fißlicher Art, und das Mittel,

Hatte Konstantin der Große, gleich dem jeßigen Sultan, einen welches der Verfaffer bei Löfung der Frage und für die Entscheidung Reformator zum Vater? Hatte er die moralische Stüße eines orientalis Dorfchlägt, ist ein so fühnes and großes, daß man dabei mit allem fchen Krieges und die Aufklärung des Jahrhunderts als Vorbereitung Rechte an den gordischen Knoten erinnert wird, der nur mit dem zu dieser Aenderung und als Ausgleichung aller Schwierigkeiten für Schwerte zerbaten werden konnte. fich und vor fich

Auch mag es im Wesentlichen für einen Jeden wohl nur darauf Standen ihm, wie Abdul - Medschid, drei Viertheile seiner Unter- ankommen, die Ansichten des Verfaffers kennen zu lernen, insoweit thanen, achtzehn Millionen Chriften, zur Seite? Hatte Ronstantin fie besonders den äußeren Zustanden und der troftlosen Lage der Dinge einen folden Stüßpunkt und einen gleich mächtigen Schild gegen jedes gelten, denen durch das Mittel abgeholfen werden soll

, das der Lestere Ereigniß?

al8 nothwendig und als das einzig mögliche zum Ziele“ vorschlägt. War dieser Kaiser, wie Abdul-Medschid, von mächtigen Fürften Einer Widerlegung in Ansehung der Begründung der diesfallfigert amgeben, deren lebhafter Wunsch es fein muß, die driftliche Einbeit Nothwendigkeit kann es um To weniger bedürfen, je mehr man gerade Europa's burch die Bekehrung des einzigen nicht chriftlichen Fürften bei der orientalischen Frage an die unmittelbare Führung des göttzum Chriftenthume begründet und erfüllt zu sehen,

lichen Weltregierers glaubt und an file fich hält, beffen Finger zu : Hat nicht Chlodwig, der Gründer der französischen Monarchiemanchen Zeiten gerade hier gar fidhtbar gewefen ist und sich kenntlio seine Herrschaft erweitert und befestigt, indem er im fünften Jahrs gemacht hat. Die Devife des bisherigen Ganges jener Frage ift ja hundert das Christenthum annahm??

nun einmal teine andere, als das Wort Fénelon's: L'homme s'agite, Sind nicht alle Fürften des Abendlandes burch das nämliche Dieu le mêne! Mittel groß und mächtig geworben?

Dagegen wollen wir zu weiterer Renntnißnahme des Jdeenganges Sat nicht Wladimir der Große den Grund gelegt zu dem uns des Berfaffers noch einige Stellen aus dem Buche selbst berseßen. gebeuren ruffischen Reiche, indem er das Chriftenthum annahm und Nachdem er die von ihm zum Zwecke der gänzlichen Chriftianifirung zu gleicher Zeit alle feine Unterthanen zu gleichem Schritte veranlaßte? (Durchriftlichung) bes byzantinischen Reiches angenommene Noth

Die politische Gesellschaft hängt eng mit der religiöfen zusammen. wendigkeit der Chrift-Werbung des Sultans auseinandergeseßt hat, Den religiösen Glauben ändern, beißt bei einem Volté entweder der tommt er auf gewiffe politische Borurtheile zu sprechen, die dagegen Auflösung oder – einer Wiedergeburt entgegengehen, und eine folche im Einzelnen erhoben werden könnten. Er bält aud diese Vorurtheile Aenderung führt zum Falle oder – zu einer träftigeren Erhebung, für Schwierigkeiten, die fich der Ausführung der Maßregel entgegenje nachdem der neue Glaube mehr oder weniger mit den Bedürfniffen ftellen können, aber er ertlärt fle geradezu für dimärifo. In erster

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