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Wir wollen inbeisen, als mit fünftlerischer Hand gezeichnet, hier England.

folgen lassen, was Herr 5. Bunsen, abgesehen von jener Apotheose

des Verfaffers, zur Charakterisirung feiner Persönlichkeit und des Kingsley': ,,Hypatia“, mit einer Vorrede von Bunsen. *)

Grundgedankens feines Werkes sagt: Unseren Lesern ist der englische Geistliche Charles Kingsley längft „Es ist ein eigenthümliches, erhebendes und feltenes Schauspiel, als ein über das gewöhnliche Niveau der englischen Tagesschriftsteller einen solchen Genius als geliebten Pfarrer und Prediger einer einsich erhebender Autor befannt. Seine Erzählungen: ,,Alton Lode",

Seine Erzählungen: „Alton Lode", fachen laudgemeinde zu seben: des Sonntags seiner Gemeinde lebenWestward Ho!" und „Two Years Ago”, haben nicht blos den dig das Evangelium predigend und die menschlichen und göttlichen Zweck der Unterhaltung und des Sichgeltenmachens in der müßigen Tiefen desselben in jener volksmäßigen Beredtsamkeit enthüllend, Frauenwelt, sondern auch den einer angenehmen Belehrung und einer von welcher seine Dorfpredigten ein so schönes Mufter geben, an den Hinweisung der denfenden Männerwelt auf die Gebrechen der Gesell- Wochentagen aber an allen Angelegenheiten seiner Pfarrfinder, häusschaft, wie auf das Verhältniß des Mensdlichen und Realen zu sei- lichen und bäuerlichen, belehrend und ermunternd Antheil nehmend. nem Urquell, dem Göttlichen und Idealen. Die brei genannten Ers Diejenigen, welche nicht zu ihm in die Kirche kommen, sucht er die zählungen spielen sämmtlich in der Neuzeit; die leßte: „Vor zwei Woche über auf, sei es auf dem Ader, mit dessen Bestellung er sich Jahren“, hat sogar den englisd) - türkisch -ruffisden Krieg im Orient vertraut gemacht hat, um auch hier rathen und helfen zu können, in und das jüngste Auftreten der Cholera in England zum Hintergrund. Haus und Hof, oder wo er fie findet, sollte es auch im Wirthshaus Dagegen ist sein Roman , Hypatia“ einer bistorischen Episode aus sein. Jo darf wohl nicht noch ausdrüdlich bemerken, daß die Kirchder ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts gewidmet: er erzählt und gänger sich dadurch nicht vermindert haben, und daß der menschendie Geschichte einer philosophischen Heidin, der Tochter des berühmten freundliche Pfarrer ebenso verehrt als beliebt ist und fich glüdlich Mathematifers Theon in Alerandrien, die, nach den Ueberlieferungen fühlt in seinem Berufe, wo er soviel Segen schafft. So ist unseres des Kirchenvaters Sokrates, aus einer Berächterin des Christenthums Dichters bürgerliches Leben ein Musterbild jener beneidenswertben zur Märtyrerin desselben geworden; die Geschichte der Starfen und Stellung eines englischen Landpredigers, die jest noch viel bedeutenMännlichen mitten unter den Schwachen und Krampfhaften zur Zeit der und nicht weniger liebenswürdig ist, als sie im Pfarrer von Wakeder Geburt einer neuen geistigen Welt; die Geschichte fühlender Here field erscheint. Aber wenn die englische Welt fich in London ver. zen mitten unter der dumpfen Anachoreten. Bevölkerung der Thebaïs; fammelt, benußt der Dichter die ihm vergönnte dreimonatliche Urlaubsdie Geschichte empfindungsvoller Seelen mitten unter den haarspalten- frist, während welcher er sich vertreten lassen darf, und eilt in die den Verstandes. Disputationen der alerandrinischen Neuplatonifer, und große Weltstadt. Da wird er nicht müde, Großes und Kleines zu endlich die Geschide chriftlicher Beifen mitten unter den über die beachten, läßt auch wohl seine Stimme als Prediger erschallen, wenn Kolonieen Nord-Afrika's Serfallenden Vandalen. Wenn auf der einen der Geift ihn treibt. Wie Demofthenes, batte Kingsley bis auf die Seite die zur Förderung fatholisch-religiöser Zwecke vom Kardinal legten Jahre, im gewöhnlichen Gespräd), die Gefahr des Stotterns Wiseman zum Theil selbst gesdriebenen und zum Theil veranlaßten zu bekämpfen: der Anblick der Gemeinde, auch wohl einige Minuten Erzählungen aus den ersten Jahrhunderten des Christenthums ins gemüthlicher, geistverwandter Unterredung, verbannten jedoch unfehlbar Deutsche übertragen worden sind, so verdient gewiß auf der anderen atle Blödigkeit, und seine Rede warb alsbald ein fließender Ausbrud Seite der von christlich philosophischen Gedanken getragene Roman seiner inneren Beredtsamkeit. ,,Hypatia" von Charles Kingsley biese Ehre noch weit mehr. Und „So geschah es ihm denn auch einmal, daß er, mitten im Ges es kann nur als ein realer Gewinn für unsere Romanen-lesewelt fühl des Druces und der Noth der unteren arbeitenden Klassen von angesehen werden, wenn sich Kingsley's Erzählung eine weite Verbreis der Kanzel eines Amtsbruders eine donnernde Predigt hielt, worin er tung in derselben zu verschaffen weiß. Die deutsche Ueberseßung lieft das praktische, aufopfernde Christenthum des Evangeliums mit dem fich recht gut, wenn auch hin und wieder die Wörter aus orientalisden bequemen Maulchriftenthum vieler frommen Reichen verglich. Der Sprachen, weil das Englische nur Einen Artifel und eine eigene Amtsbruder, welcher ihm die Kanzel geliehen, war aber kein Geistes: Schreibung für dieselben hat, mit unrichtigem Genus bezeichnet und bruder und machte nach der Predigt sein Hausrecht geltend, sich auf falsch geschrieben find, was der deutschen Ueberseberin von ihrem ge der Steffe vor der Gemeinde aufs stärfste gegen das eben Gehörte lehrten Freunde sehr leicht bätte verbessert werden fönnen.)

zu erklären. Die Sache fam vor die Deffentlichkeit, und die Ents Ob aber die deutsche Lesewelt sich auch veranlaßt finden wird, scheidung des Bischofs von London ward von beiden Seiten angerufen. in die maßlose Anpreisung einzustimmen, die der Vorredner des Buches Der sonst streng firdliche Bischof Blomfield, der übrigens ein wahr: demselben zu Theil werden läßt, steht freilich dahin. Niemand zweifelt, baft chriftlicher Mann war, ebensowohl ein höchst geistreicher als daß der Reverend Charles Kingsley einen entsdiedenen Beruf zur gelehrter, entschied für Kingsley: und dabei hatte es sein Bewenden. Sittenschilderung wie zur fittlichen Belehrung der Menschengesellschaft,

(Schluß folgt.) babe; doch ihn darum als den „Genius des Jahrhunderts“ zu bezeichnen, der, wie fein Anderer, dazu berufen und befähigt sei, den

Palästina. großen Shakspeare zu erseßen und den Cyklus der historischen Dramen desselben zu vollenden; darum die ,,Hypatia" und einen anderen

Planographie von Ierusalem. ) englischen Roman, den ,, Anaftafius von Thomas Hope, als die Einer so wichtigen und fast allen Erdbewohnern heiligen Stadt, beiden einzigen geschichtlid en Lebensbilder des europäi. wie Jerusalem, konnte es nicht fehlen, daß frühzeitig Pläne von ihr schen Schrifttums, welche die Nachwelt lesen wird", zu gezeichnet wurden, wie uns denn in der unten genannten Schrift schon charakterisiren, scheint uns doch viel zu weit gegangen. Wir glauben, einer von Arkulf aus dem siebenten Jahrhunderte mitgetheilt wird. daß der sein bescheidenes Talent in seiner eigenen Vorrede viel Der rohen, steifen und die Natur nicht berücksichtigenden Zeichnung richtiger beurtheilende Kingsley über dieses maßlose, in keiner Weise folgten allmählich naturgetreuere und vollständigere, weil die, welche duro das vorliegende Buch gerechtfertigte lob vonseiten feines deut- fie lieferten, Kreuzfahrer, am Orte lebende Mönche, später jedoch Mänfohen Apologeten ganz erschroden fein wird.

ner waren, die Jerusalem mehrmals bereisten, also mehr Zeit hatten,

*) Hypatia, oder Neue Feinde mit altem Geficht". Von Charles Kingsley. In’s Deutsche übertragen von Sophie v. Gilsa. Mit einem Vor: wort von Christian Carl Josias Bunsen. 2 Bande. Leipzig, F. A. BrodHaus, 1858.

*) Planographie von Jerusalem, von Dr. Titus Tobler. Memoir zu dem nach den Ingenieur: Aldrich und Symonds, sowie nach Dr. Tobler von C. W. van de Velde, neu fonstruirten Grundrisse: Plan of the Town and Environs of Jerusalem. Mit drei alten Plänen in fac simile. Verlay von Iutus

diese Stadt und ihre Umgegend tennen zu lernen, und mehr Wiffen: pflegte daher dies als von Dften nad Westen gebend zwischen beiden schaft und Geschic besaßen. Dies zeigen die beigegebenen Pläne aus zu zeichnen. Den Drt, wo der Tempel Jehova's stand, Moriah, dem zwölften Jahrhundert und von Marino Sanudo Torsello. Später ftellte man als einen Berg dar, der nördlich von dem Berge Atra zeichnet fich der von Franciscus Quaresmius in seiner „Historica, durch eine aus dem Thale Tyropöon herüberkommende Vertiefung getheologica et moralis Terrae sanctae elucidatio", herausgekommen zu trennt sei. In den Umgebungen der Stadt malte man öftlich ein Antwerpen 1664, gelieferte, besonders durd Bestimmung vieler Loka- Flußbett des Kidron, westlich ein anderes des Bades Gibon. Das litäten, an die sich für Pilger interessante Traditionen knüpften, aus. Alles hatte der Verfasser nicht in der Wirklichkeit gefunden, bagegen Gleichwohl war immer die Umgebung Jerusalems nicht richtig dar- bemerkt, daß das Terrain der Stadt von einem Wadi durchschnitten gestellt; felbft Richard Pocode, der im legten Viertel des vorigen werde, der sich ganz hindurch von Nordwest nach Südost ziehe und in Jahrhunderts Dort war, gab falsche Dimensionen und Drtslagen an; der Gegend der Quelle Siloah münde. Dies hatte der Verfasser in noch weniger konnte die Darstellung des inneren Terrains und seiner, seiner Zeidnung anschaulich gemacht, überdies das Gaflenneß in eine Bebauung Genüge leisten. Der vielgelesene Bachiene, der die Schwierig- Bollständigkeit dargestellt, wie sie in feinem anderen Plane erreiot keit, sich einen richtigen Begriff von der Beschaffenheit des inneren worden war, und mehrere Gassen, wie die via dolorosa, genauer anJerusalems zu machen, dem Umftande beimißt, daß es auf vier oder gegeben. In Betracht dessen hielt er dafür, daß nach seinem Plane fünf Hügeln liege, die Straßen daher nicht gerade, sondern auf- und alle älteren nur noch historischen Werth besäßen, mande neue, wie abwärts geben, gesteht unumwunden ein: ,,Was aber die Anzahl die von Sieber, der ältere von Robinson, die von William, Soulb, und die Namen der besonderen Straßen dieser Stadt betrifft, davon Krafft, jeßt beinahe oder gänzlich übergangen werden könnten. Dies kann man nicht sagen, vielweniger den Lauf derselben bestimmen, und Urtheil fädte er auch über den Grundriß, den Gadow herausgal. Alles, was ich in meinem Grundrisse von Jerusalem verzeichnet babe, Von Catherwood's Plane erachtete er die tempel - Area, nach der ist blos nach der Einbildung bingereßt worden."

Ausgabe von Ferguson, noch für unentbehrlich. Der Engländer Dabei verblieb es nicht. In unserem. Jahrhunderte wurden von Thrupp wird von ihm gerühmt, daß er im Jahre 1855 einen Plan mehreren Reisenden, namentlich Sieber, Westphal und Dr. Parthey, herausgab, worin er den Aldrich - Symondsschen mit dem von ihm Giovanni Failoni, Scoles, Catherwood, Joseph d'Estourmel, Edward felbft edirten verschmolz, getadelt jedoch, daß er nicht vollständiges Robinson und Eli Smith, mindere oder größere Anstrengungen ge- lieferte, ž. B. die genügende Zahl von Querbudengassen zwisden macht, zur genaueren Kenntniß des Inneren und Reußeren dieser dem Sûk el-lahm und Sût el-attârîn nicht angab und das Thälchen Stadt zu gelangen und ein der Wahrheit entsprechendes Bild davon Sût hâret el-Jehûd zu nahe an die Stadtmauer feßte. An dem zu liefern. Da trat im Jahre 1849 ein Ereigniß ein, das dem Eifer, von Robinson 1856 herausgegebenen Plane rügt er auch mehrere die Topographie Jerusalems zu fördern, sehr günstig war.

Fehler. , 3ch verweise", sagt er, ,, beispielsweise auf die Einmündung Utka wurde von den Engländern erobert. Jeßt waren die Türken der Arbet el Chadher in die Christengasse, auf die Haret Jakubieb, nicht willens, saben sich vielleicht auch nicht im Stande, dem europäi- Hâret el Bisar, die drei Parallel-Sûts. Was der Hinnombach bes fden Forsdungsgeiste Hindernisse entgegen zu seßen, und man ließ zeichnen soll, kann auch hier nicht eingesehen werden. Wenn Robines daher geschehen, daß zwei englische Marine- Offiziere, Aldrich und son's Beschreibung des Terrains richtig scheint, oder erscheint, so Symonds, der Oberft Alderson und sechs Ingenieurs nach Jerusalem wundert man sich, auf dem in London bei John Murray erschienenen reiften, die Stadt und Umgebung auszumessen unternahmen und dieses Plane, der Wahrheit entgegen, innerhalb des Stadtumfanges einen Wert sechs Wochen hindurch fortseften. Das Ergebniß wurde dem Nord- und Nordofthügel, wie auf älteren Plänen, anzutreffen. Und Verfasser des , Memoir" nicht blos aus einer weniger zuverlässigen dieser irrigen Darstellung babnte Kiepert 1857 den Weg in die Ausgabe von Williams, sondern überdies auch durch eine Kopie be Sculen. Der bei Croder in Bostou im gleichen Jahre herauss kannt, welche Herr van de Velde auf dem Board of Ordnance gekommene Grundriß stellt das Terrain, namentlich auch im Nord, (Artillerie-Bureau) zu London nahm, und Herr Dr. Tobler urtheilt "osten und Nordwesten der Stadt, richtiger dar, so daß in diesen Stadtallerdings richtig, indem er sagt: ,,Wenn man erfährt, daß eine solche tbeilen keine Hügel störend auf das Auge wirken." Zab! Jugenieurs mit vereinten Kräften soviel Zeit verwendete, um Unzufrieden war der Verfasser aber doch mit seinem eigenen einen Grundriß zu verfertigen, fo muß man wohl zum voraus günstig Plane. Dies kam daber: Die genannten Ingenieure batten viele dafür gestimmt werden und nothwendig zum Glauben fich binneigen, äußere Punkte durch Triangulation richtig bestimmt; das Žnnere der daß keine oder doch keine erheblichen Irrthümer sich einschleichen konn Stadt hatten sie aber nicht so genau vermessen und das Haram esdten." Diese Arbeit benußte nun der Verfasser, um einen Plan von scarif so unrichtig gezeichnet, daß dadurch eine Raumverengung ents Jerusalem zu geben, der alle bisherigen überträfe, indem er seine eigenen standen war. Der Verfasser hatte dies zu verbessern gesucht, hatte Beobachtungen an Ort und Stelle damit verglid, nachdem er alle fich aber bei der Führung der Stadtmauerftrede von der Nordost-Ede Cheile der Stadt, innerhalb und außerhalb, forgsam durdmustert zum Damaskusthore nach Robinson geridtet und war durch ihn irre hatte, alle Gassen, bis auf wenige in der Nähe der großen Moschee, geleitet worden. Beim Eintragen des Gassenneßes in das von der durdlaufen und durch behutsame Nachfrage zur Kenntniß der arabis Stadtmauer umgebene Album fand er also eine solche Beschränkung schen Namen derselben zu kommen bemüht gewesen war. Die Nüß- des Raumes, daß er sich gezwungen fab, willkürlich mit der Mauer lichkeit einer solchen Arbeit ist nicht in Abrebe zu stellen. Die nordwärts hinauszurüden, wenn nicht die Gassen zu sehr verzogen Frage, ob Jerusalem auf der alten Stelle liegt, oder nicht? läßt fich werden sollten. nicht beantworten ohne eine genauere Kenntniß der Gegend, wo es

Um nun aber des Verfassers Ansichten völlig zur Darstellung zu liegt. Auch die sehr interessante Frage, ob der Drt, wo man jeßt bringen, unternahm es der durch sein Auftreten gegen den französidie Kirche des heiligen Grabes zeigt, einst außerhalb der Mauern fchen Akademifer de Sauley bekannt gewordene, holländische KartoJerusalems lag, oder ob man überhaupt Unredyt daran bat, dort fiche graph C. W. M. van de Velde, den neuen Grundriß zu konstruiren, das Grab des Stifters der chriftlichen Kirche zu denken? läßt sich der das ,,Memoir" begleitet, so daß Leßterer seine Technik übte, nur nach dem Begriffe bestimmen, den wir uns von dem Terrain Dr. Tobler aber die frühere Zeichnung mit ihm genau durchging und machen, welches Jerusalem einft eingenommen hat. Ist aber zur mit seinen Messungen und Beobachtungen, sowie die der Ingenieure, Kenntniß der Gegend auch die der Bodengestaltung im Inneren der sorgfältigft verglich. Die Benennungen der Drte sind englisch unb Stadt unerläßlic, muß'man wiffen, ob sich diese mit der Shilderung arabisch, die legteren nicht immer genau. So wird z. B. ein Hospides 3ofephus und der heiligen Sohrift verträgt, so bat andererseits tal „Muristan” statt ,,Bimaristan” geschrieben. Dr. P-1. die Kenntniß der Straßen, welche die Stadt bilden, für den Geographen und den Reisenden bedeutende Wichtigkeit. So lange, als es in Jeru

Spanien. falem viele ganz unbekannte Straßen gab, so lange enthielt es eine terra incognita, die für den Freund des Wissens ein Räthsel war,

Baskische Sprachdenkmäler.

(Soluß.) dem Reisenden ein Gegenstand der Besorgniß werden konnte. war mithin höchft wünschenswerth, das Bild Jerusalems vollkommen Sogar im Sanskrit kommt es vor, daß Substantiv und Verbum vor uns aufgerollt und seine Straßen, bis auf die Sackgassen, von lautlich zusammenfallen (wie z. B. yudh, Kampf und fämpfen), nod europäischem Auge beleuøtet und von der Hand des Künstlers in aller mehr in neueren Sprachen, z. B. besonders im Englischen (sleep, Klarheit dargestellt zu sehen.

Shlafen und Schlaf, play, spielen und Spiel u. f. w.); im BastiDer Verfasser fand sich indessen selbst durch eine frühere Zeiche den dagegen ist die Wurzel immer vom Nomen wie vom Verbum, nung seines Planes nicht zufrieden gestellt. Wohl glaubte er der die getrennt aus ihr hervorgeben, genau unterschieden; besonders Topographie Jerusalems wesentlich damit genüßt zu haben. Denn scheidet die reiche Flerion des Verbi dieses vom Nomen recht deutlich. nad Josephus lag die Stadt auf zwei Hügeln, Sion und Akra, deren Die Declination, wie gesagt, erfolgt im Bastischen durch angehängte Lage nach Norden oder Süden aber von ihm nicht angegeben war, Suffiren, welche ihrer Kraft nad ganz den Präpositionen z. B. der weshalb Cellarius Sion für den nördlichen, Keland, der am Ende romanischen Sprache beim Dekliniren entsprechen, und die zeigen die meisten Stimmen für fich zählte, für den südlichen hielt

. Zwischen dürften, wie auch im Sanskrit die Declination entstanden ift. Der beiden lag, nach dem Geschichtschreiber, das Tbal propöon. Man Sache nad bleibt es pollständig aleid, ob das Wörtchen vorn oder

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hinten angefekt wird, ebenso bei den Präpositionen: Viele Sprachen, richtige Misduug von Bokalen und Ronsonanten, die fich in einer wie ich zum Beispiel beim Umbrischen und Dsfischen, die man früher gewiffen Regelmäßigkeit mit einander verbinden. Die Vofafe haben mit einer Unzahl von Lokativën Bereicherte, nachgewiefen, verwenden kein Uebergewicht und find voll und rein tönend, während die Kondie Präpositionen ganz wie Rasussuffire. Der Lateiner fagt: cum sonanten feine mißlautenden und barten Verbindungen eingeben, wie fratre, mit dem Bruder, in montem, anf den Berg, der Umbrer: sie z. B. in deutschen, flavischen Sprachen, ia fogar im Sanskrit vorfratrecum, montemin. Auf dem Berge, in monte, müßte entsprechend fommen. Zwei Ronsonanten fangen weder eine Silbe an, noch schließen monte-in beißen; dieses würde aber zusammengezogen wahrscheinlich fie diefelbe, Leßteres mit geringen Ausnahmen. Manche Laute fehlen montin lauten, auf einem späteren Spradftande, wo der Ursprung ihm faft ganzi Ž. B. F, wie aud im Litauisden. Statt aller Beverbuntelt war, aber die Endung în als Kafus-Endung eines lokatios foreibung dürfte es gerathen sein, dem Leser eine kleine Probe zu gelten. Durch solche Verschmelzungen und Verschleifungen ficheinen geben, nach welcher er ungefähr den Eindrud beurtheilen mag, den die Cafus in den Sangfrit-Sprachen entstanden zu sein. Man nehme das Bastische auf das Dhr macht. Sie ift dem Anfang des zweiten 3. B. die Genitiv-Endung sfr. asja, die sich griechisch in ono (aus Kapitels der Apostelgeschichte entnommen: Ocio entftanben) lat., germ. in s u. f. w. berstümmelt; wer wil ver. 1. Eta ethorri cenean Mendecoste eguna, guciac ciradē gogo wehren anzunehmen, daß dieses älteste asja nicht bereits eine bedeutende: batez leku batetan berean. Berstümmelung eines Wortes fei, das einst seinen bestimmten Sinn 2. Eta eguin cedin "subitoqui cerutic soinubat botheret suqui batte? Das Bastische vermeidet die Berschmelzung dadurch, daß es heldu den baice baten ancora, eta bethe ceçan etche gucia non bei Zusammentreffen von Botalen den Bindefonsonanten einschiebt, z. B. baitzenden jarriric &c. Nominativ jaun-a, der Herr,

Die Accentuation hat das Eigenthümliche, daß namentlich die Genitiv: jauna-r-én, des Herrn,

Substantive den Ton auf der Endfulbe baben, z. B. egún, Tag, arri, Dativ jauna -r-í, dem Herrn,

Stein, selbst in der Flerion des Singulars, Ž. B. jaunarén, des Instrum. jauna-z, durch den Herrn.

Herrn z. Die Wurzeln find meist einfilbig, wie in anderen Sprachen; Eine Unvollkommenheit der Sprache liegt darin, daß fie den in der Wortbildung befißt es eine außerordentliche Kraft, so daß fast Akkusativ nicht gehörig vom Nominatis unterscheidet; fie hilft - fich zügellose Freiheit herrscht. Man kann z. B. von obliquen Casus 'aber damit, daß fie dem Worte, das, als thätiges Subjekt auftritt, Berben bilden, z. B. vom Genitiv aitaren, des Vaters davon

einen Zusak (ein c) giebt, wenn in dem Saße ein Affusatio vors abgeleitet aitarepatu, zum Eigenthume des Vaters machen, oder. banden ist. Sft feiner darin, fo fällt er hinweg. .'

aitagana, zum Vater hin, - aitaganata, zum Vater geben. Die Im Zeitworte der bastischen Sprache aber findet nicht nur eine Kraft der Zusammenseßung ist nicht geringer, und daher kommt es, den sanskritischen Sprachen ganz analoge Flexion durch innige Anfügung daß der Wörterschaß des Baskischen ein ungemein großer ift. Das von Form-Elementen, die das Subjekt der persönlichen Fürwörter auss Wort Donner z. B. läßt sich auf mehr als zehnfache Art ausdrücken. drüden, statt, sondern dieselbe geht darüber hinaus, indem sie nicht blos Das Geschlecht an den Substantiven unterscheidet das Baskische, ähndas Subjekt dieser Fürwörter, sondern auch die Objekte, den Affusativ lich wie das Magyarisdhe, das Englische u. f. w. nicht; hieraus folgt, und Dativ, hinzufügt und außerdem noch entferntere Beziehungen, daß auch die Adjektive nur einer Endung find. die in anderen Sprachen gar nicht ausgedrüdt werden, durch Form Herr Dr. Mahn nimmt wohl mit Recht an, daß die Muttersprache Elemente mit berüdsichtigt. Alle diese Form-Elemente werden vorn und des Baskischen, das Altiberische, keinen unbedeutenden Einfluß auf hinten angefügt, die Subjekte bei transitiven Zeitwörtern hinten, bei andere alte Sprachen geübt hat. Viele Wörter, die z. B. im Lateinis intransitiven vorn, die geraden Objekte bei transitiven vorn, die schen vereinzelt stehen und keine etymologische Ableitung zulassen wollen, ungeraden in die Mitte, und mit der Wurzel des Zeitwortes, die dürften sich als aus dem Iberischen entlehnt herausstellen, ebenso muß auch einige Veränderungen erleidet, zu einer untrennbaren Einheit vers fie mit auf die Bildung des Hispano - Romanischen vielfach eingewirkt fohmolzen, eine ganz besondere und feste Art der Anbildung, die haben, Herr Dr. Mahn bezeichnet als Spuren davon den scharfen W. v. Humboldt Einverleibung genannt hat. Dies ist ein sehr spanisden Rehllaut, der auch im Baskifden von Guipuzcoa zuhause charakteriftisches Merkmal der bastischen Sprache, welches fle: von ift, ferner das milde spanische b, das, wie auch im Baskischen, sich allen bekannten Sprachen der alten Welt am stärksten unterscheidet. der Aussprache von v nähert, den Vorschlag eines 'e vor lat. s impuEtwas Aebuliches findet sich aber in einigen amerikanischen Sprachen, rum, 3. B. Esteban aus Stephanus. Patronymika, wie Fernandez, 3. B. in der merikanischen, wo diese Einverleitung noch weit ftärfer Rodriguez, von Fernando, Rodrigo, erinnern an das Badfisde ez, ift, bei dem Delaware u. T. w.; indeß beweist das nicht etwa, wie welches Adjektiva bildet, wie berún, Blei, berunéz, bleiern, dürften Unkundige wohl gemeint haben, für Stammverwandtschaft der Basken aber mit Herrn Dr. Mahn richtiger aus dem Gothischen herzuleiten sein.") mit jenen amerifanischen Völfern, und man möge fich hüten, etwa Unter den Franzosen und Spaniern hat die basfische Sprache an bastisden Kolonieen vor Columbus n. dgl. zu denken. Um sich nur wenige Bearbeiter und geringe Theilnahme gefunden. - Natürdeutlich zu machen, was Einverleibung ist, kann man die einzelnen lich genug; besiegte und zurüdgedrängte Voltsstämme, denen namentAnfäße dazu, welche auch einzelne Sprachen sanskritischen Ursprunge$ lich das höhere geistige Leben unterbunden ist, werden von ihren nächshaben, herbeiziehen, z. B. in italiänischen Formen, wie inviarti (birsten Nachbarn viel zu sehr über die Adsel angesehen, als daß man schiden) inviartelo (es dir (diden) portandovelo (es euch bringend), fich die Mühe geben sollte, ihr plebejisches Patois zu ftudiren.) wo aus Verbalform und Pronomen ein Wort geworden ist. - Die Die Unwiffenheit spricht von vorn herein ab; zu dem sind von den Einverleibung ift also etwas, wozu unter gewiffen Berhältnissen jede Leuten, die sich Gelehrte felten, nur wenige im Stande, Dinge, wie Sprache Anlage haben kann, und ich glaube, daß z. B. das Franzö- die Vortrefflichkeit einer Sprache, zu beurtheilen, Der berühmte Gefische, welches die abhängigen Personalpronomen, Verneinung und schichtschreiber Mariana nannte sie eine grobe und barbarische Sprache, andere Wörter, z. B. en und y, in bestimmter Reihenfolge vor das die feiner Zierlichkeit und keines Wohlflanges fähig sei. Nur einige Verbum feßt, eigentlich schon eine einverleibende Sprache ist; es feblt gelehrte und patriotische Basten haben ihre eine Pflege angedeihen nur eine weniger literarische Zeit, welche die stets nothwendig beraus- lassen, die immerhin anerkennenswerth, aber lange nicht ausreichend kommmende Wörterfolge als ein Wort auffaßte oder schriebe; z. B. je erscheint. Die Hülfsmittel zur Erlernung sind unter allen europäischen de m'en souviens pas, je l'y attendrai u. f. w., jenemensouvienspas, Sprachen hier die wenigsten, unvollständigften und unzulänglichsten, jelyattendrai. Die einzelnen Wörtchen dürften blos etwas unkenntlich da fich felbft das litauische, Lettische, Niederbretannische, Walisisde, werden, fich abschleifen, und eine solche Unzahl von Conjugationen Gälische u. f. w. besserer Pflege erfreut hat. Die Grammatifen von einverleibender Art wäre fertig, wie sie keine andere Sprache leicht' Larramandi, Harriet, Lécluse, D'Abbadie, Chabo, Lardizabal laffen befäße. Kürze der Pronominalformen, Gewöhnung an eine bestimmte viel zu wünschen übrig; an Wörterbüchern giebt es nicht einmal Folge und endlich die Uebung und Gedankenlosigkeit des Sprechenden ein baskisch-französisches oder baskisch-spanisdes, sondern nur das fdeinen zur Entstehung dieser Erscheinung vornehmlich beizutragen. spanisch - bastische von Larramandi. Ein vor kurzem angefangenes Wie viel einverleibt wird, ob bloße Nominative und Akkusative des derartiges Unternehmen von Chaho ist sehr weitschichtig angelegt und Pronoméns, ob auch andere Cafus desselben, ob Partikeln oder viele wird zur Vollendung fehr lange Zeit bedürfen, von dem ungeheuren leicht ganze Nomina und Säße, wie z. B. im Meritanischen, das hängt Preise abgesehen (ieder Bogen in Quartifoftet 7; Sgr.), der es vielen dann wieder von besonderen Umständen ab. Diese Einverleibung der unzugänglich machen dürfte. Es ist bis jegt erft bis zum Buchftaben Pronomina erstredt fich im Bastisden jeßt nur auf eine kleine Anzahl von Zeitwörtern, die dadurch gewissermaßen den starken oder fos

*) Fernando, Rodrigo find gothische Namen. Die Möglichkeit liegt das genannten unregelmäßigen Zeitwörtern anderer Sprachen ähnlich wers

her weit näher, daß Formen, wie Fernandez, Rodriguez, Reste gothischer

Genitive auf is find, Fairthi - panthis, Ruthareikis, zu ergänzen, Sohn": den; ganz besonders aber auf die beiden Hülføjeitwörter fein und Dies wäre dieselbe Erscheinung, die im Italiänischen fo häufig ist, nur mit baben, welche die gewöhnliche Conjugation dadurch bilden, baß fie

dem Unterschiede, daß hier der Genitiv dem Lateiniichen entlehnt wurde... Id mit Partizipialformen, welche die Gegenwart, Bergangenheit und

meine die vielen Namen, die auf i enden, z. B. Sismondi (Sigismundi filius),

Liprandi, Gualteri &c. Aehnlich norddeutsche, dänische, schwedisdie Namen, Zukunft ausdrüden, zusammengefeßt werden.

wie Peters, Karstens, Jakobs u. s. w. Das Lautsystem der bastischen Sprache hat einen ganz füblichen

**) Man erfundige sich z. B. bei Beamten, die in Preußen gewesen, nach Charakter, es zeigt einen ungewöhnlichen Wohllaut. Es herrscht eine

der litauisden Sprache und dem litauischen Volfe, und man wird Antworten bekommen, von denen die Sprachvergleicher nicht sehr erbaut fein werden.

G (gormeta) gelangt und kostet bereits 12 Thaler. Für Deutso turienten-Eramen unserer Gymnaftaften entspricht, werben brei Au land und die höhere geschichtliche Sprachwissenschaft hat eigentlich gaben zu fchriftlichen Arbeiten gegeben: eine physitalifche, eine math Wilhelm v. Humboldt bas Baskische erft entbedt, der in den Jahren matische und eine lateinische. Die physikalische fält bei uns weg; o 1799 und 1800 in ben bastischen Provinzen war und gewiß von mathematische besteht in Frankreich meist in einer algebraische allen 3n- und Ausländern die tieffte wiffenschaftliche Erkenntniß dieser Gleichung des ersten oder zweiten Grades, indeß bei uns wenigften Sprade befeffen hat.

drei Aufgaben gestellt werden: eine algebraische, geometrische un Seine erfte Scrift darüber, welche in den Berüdfichtigungen und trigonometrische. Die lateinische Aufgabe besteht in Frantreid in de Zusäßen zum zweiten Bande des Mithridates (Berlin 1817) über Ueberseßung einer nicht gerade sehr umfangreichen und schwierige die fantabrische und baskische Sprache abgedrudt ist, kann nur als Stelle aus einem lateinischen Prosaiter, wogegen bei uns eine frei eine provisorische betrachtet werden; größer und wichtiger sind die lateinische Arbeit und eine Ueberseßung aus dem Deutsden in das Untersuchungen über die Urbewohner Hispaniens vermittelft der bade lateinische verlangt wird. Eine schriftliche griechische Arbeit, wie bei tischen Sprache, in welden aus der Analyse and Deutung der bispa. uns, wird in Frankreid nicht gefordert, ebensowenig findet eine schrifte nischen und aquitanischen Drtsnamen gezeigt wird, daß das heutige liche Prüfung über eine neuere Sprache ftatt, während unsere Abi Baskische von dem alten Iberischen stamme. Außerdem beabfichtigte turienten eine Ueberseßung aus dem Deutschen in das Franzöfische er ein besonderes und ausführliches Wert aber die baskische Sprache anzufertigen haben. Endlich wird ein freier französischer Auffas, wie und Ration, wie wir aus Fr. Schlegel's beatschem Museum (1812) bei uns ein beutfcher, nicht geschrieben. In der Prüfung für die erfahren; es ist aber nichts davon erschienen, wiewohl die Heraus. Zulassung zur Marineschule (école navale) jedoch wird eine fogenannte gabe in die nächste Aussicht gestellt wurde.

Narration gefordert. Wir reßen das Thema, das für den Konkurs Seit Wilhelm von Humboldt's Lobe (1835) und eigentlid schon der Zulassung in diesem Jahre gegeben worden ist, hierher: „ Stellt früher hat das Studium der bastischen Sprache in Deutschland gänz- Euch eine Gruppe von Kindern vor, die in einer kleinen Klasse vers lich geruht, und Herr Dr. Maha, beffen Berbienfte wir mit Freuden einigt sind und sich eifrig und aufmerksam mit Lesen beschäftigen. Ein anerkennen, ist der Erfte, der an diese Tradition wieder antnüpft. Inspektor tritt mit dem Klassenlehrer ein und fragt der Reibe nad Das vorliegende Buch, das in der Borrede manche von Humboldt die Schüler, was fie lesen und was fie für Gefallen daran finden angedeutete Gedanken und Gesichtspunkte wieder aufnimmt und gründ- Der Eine lieft die Biographieen des Plutarch, der Andere das Leben lich durchführt, ift das ,, erfte Buch, das in Deutschland in bastischer der Heiligen, ein Dritter die Geschichte der Reisen, ein Vierter die Sprache gebrudt wurde.“ Nur zweihundert Eremplare find, wie dem Wunder der Natur. - ,,Und bu, was lieft du?" fragt der InspetVerfaffer son der Verlagshandlung auf der Rüdseite des Titelblattes, tor ein junges Kind, das so vertieft in seine Lektüre ist, daß es die bescheinigt wird, davon abgezogen worden, um ihm einen Werth für Ankunft desselben nicht bemerkt hat. 3 lese ben Robinson." Bibliophilen und Bibliomanen zu geben, was freilich Geschmadssache ,, Und warum?" „Weil ich ein Seemann werden will." Uno ift. Die abgedructen Sprachdenkmäler, welche 80 Seiten füllen, find wieso flößt dir der Robinson die Luft für das Seewefen ein?Ueberseßungen, z. B. aus der Apostelgeschichte, aus Cicero's Catilinaris Ihr werdet für das junge Kind antworten, indem Ihr die Beweggründe idhen Reden, welche auf W. v. Humboldt's Veranlassung von einem seiner Vorliebe für das Fach eines Seemannes entwiđelt." — Außer gelehrten Basken gemacht find; Dokumente aus dem fechften und dieser Aufgabe hatten die Aspiranten noch eine trigonometrische auf. agten Jahrhundert, Lieder und lieberfragmente, Sprüchwörter u. s. w. gabe zu lösen, eine Ueberseßung aus dem Französischen in das Engli. Gloffar, Grammatik und sonstige Erklärungshälfsmittel sollen später (che und aus dem Französischen in das Lateinische anzufertigen und veröffentlicht werden. Uebrigens lift, wie Herr Dr. Mahn versichert, eine Zeichnung und einen Riß zu liefern. die bastische Sprache gar nicht fo ungemein schwer, als man sie gewöhnlich macht; nur der Mangel an geeigneten Hülfsmitteln und - ford Roffe's Teleskop. Herr Professor Mäbler idreibt feblerhafte Methobe der Grammatik macht fie dazu.

in der ,, Rigaschen Zeitung": ,,Seit länger als zwanzig Jahren macht Für die mitgetheilten Sprachdenkmäler ift vorzüglich auch ein das 70,000 Pfund schwere, 53 Fuß lange, mit einem Metallspiegel Wert benußt, das den Titel führt: „Versiones Bascongadas de varias von 6 Fuß Durchmesser versehene Teleskop des Lord Roffe in öffents arengas y oraciones selectas de los mejores autores latinos por lichen Blättern von fich reden, aber troß der langen . Zeit ist noch Don Juan Antonio de Moguel y Urquiza. En Tolosa, 1802." Uus sehr Weniges und meistens nichts Verbürgtes über die erlagten Reder Vorrede erfieht man, daß diefe Ueberseßungen auf Bitte und Ber- sultate in die Deffentlichkeit gedrungen. Dies ist nun dem Sachfenner anlaffung von Wilhelm von Humboldt gemacht wurden. Wir theilen sehr erklärlich; der Befißer war faft diese ganze Zeit hindurch bes die interessante Stelle in der Ueberseßung mit:

müht, dem Justrumente die möglichste Vollendung zu geben und der „Ein vornehmer und gelehrter Preuße, genannt Baron von Mechanismus der Aufftellung in zweđmäßigfter Weise einzurichten, Humboldt, widmete sich zu Paris dem Studium baskischer Sprache was nur nach höchft mühsamen, loftspieligen und zeitraubenden Prüfunund Grammatik. Es geriethen ihm dort die baskische Ueberseßung gen, die oft wiederholt wurden, zu erreichen war. Allein auch nach des neuen Testamentes und einige Werke von Dyenarto in die Hände, Beendigung aller dieser Arbeiten, die über funfzehn Jahre in Andie er laß. Aus dieser Hauptstadt kam er dann hierher ohne anderen fpruch nahmen, fonnten die wirklichen Beobachtungen nur langsam Zwed, als in diesen Gegenden mit den in dieser Sprache am besten fortsbreiten. Die Bewegung, Einstellung und Richtung eines folches Unterrichteten zu verkehren. Ich habe ihm Unterricht gegeben und Rolofjes ist auch beim vollkommensten Mechanismus doch kein Wert war ganz erstaunt über die Einsichten, die er erwarb, über die Be- weniger Minuten. Wenn nicht mit einiger Wahrsdeinlichkeit auf trachungen, die er anftellte, und den Scharfsinn seiner Fragen; und dauernde beiterfeit gerechnet werden kann, verlohut es der Mübe gar da er in der hebräischen, griechischen, deutschen und anderen Sprachen nicht, das Instrument zu enthüllen, die Arbeiter an die Rettenzüge zu des Nordens unterrichtet war, fo bemächtigte er sich mit leichtigkeit placiren, die beweglichen Galerieen für den Standpunkt des Beob. der so künstlich zusammengefeßten Conjugation und der Haupt- achters einzustellen und dann das Rohr zu richten. So ist es begreif. Declinationen. Er fam im Auftrage irgend welcher gelehrten Ge- lich, daß zahlreiche Beobachtungen in verhältnißmäßig furzer Zeit, fellschaft, welche beabsichtigt, die Mutter-, Stamm- und Ursprachen wie Achromate sie geftatten, von diesem Instrumente weber jeßt noch zu entdecken (dies ist natürlich ein Jrrthum). Er wird in Kürze ein fünftig zu erwarten find. Lord Roffe weiß febr wohl, was er seinem Werk über dieses Idiom veröffentlichen, das von vielen gelehrten Teleskop zutrauen kann und was nicht. Er hat den Spuren der Spaniern mit Geringschäßung betrachtet wird. Sie mögen sich hieran Seleniten nicht nachgeforscht und keine Firfterndurchmesser zu bestimein Beispiel nehmen. Der gelehrte Preuße will beweisen, daß die men versucht, und wird dieses auch in Zukunft nicht. Dagegen waren baskische Sprache zur Beredtsamkeit geschict, rein und bildungsfähig die Nebelflede, diese noch so wenig gekannten und gleichwohl anz ist. Auf seine Bitte und Veranlassung habe ich die Ueberseßungen von Größe und Mannigfaltigkeit Alles, was wir am Himmel erschauen, verschiedenen ausgewählten Ansprachen und Reden von Quintus Curtius, bei weitem übertreffenden Objekte, von Anfang an sein vorzüglichstes Titus Livius, Tacitus, Saluftius gemacht und ebenso den Anfang Augenmerk. Shreiber dieses ist jeßt im Stande, aus einem in den der beiden Reden des Cicero gegen Catilina übertragen — Ades Stüde leßten Tagen empfangenen Schreiben des Lord Rosse an ihu Folgenvon der höchften Eleganz.“

Knl. des mitzutheilen: ,,, Die Arbeit, mit der wir uns in den leßten vier

Jabren vorzugsweise beschäftigt haben, war die Wezeichnung aller nos Mannigfaltiges.

nicht dargestellten größeren Nebelflecke des Himmels. Jo hoffe, die Gymnasial-Unterricht in Frankreich. Unter der Ru- Resultate nun bald veröffentlichen zu können. Wir wissen bereits brit: „Examens, concours, épreuves diverses ", theilt die Revue de aus früheren vorläufigen Mittheilungen, daß neue und die höchfte l'instruction publique die Aufgaben mit, die für die schriftlichen Prü- Theilnahme in Anspruch nehmende Thatsachen gefunden worden sind, fungen in den verschiedenen höheren Unterrichtsanstalten Frankreich wie beispielsweise die Špiralform mehrerer Nebelflede. Und gestellt worden sind. Sie bieten Gelegenheit, die Forderungen, die so darf das für Himmelskunde fic intereffirende Publikum in nicht zui man in Frankreich an die Zöglinge derselben stellt, mit den unsrigen langer Zeit einer höchst wichtigen Mittheilung, geschöpft aus den unzu vergleichen. Zum Baffalaureats- Eramen, das ungefähr dem Abis ermeßlichen Tiefen des Himmels, mit Sicherheit entgegensehen.

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Sire!

,, Es liegt mir am Herzen, die Wahl zu rechtfertigen, welche Sürkei.

Em. Majestät vor zehn Jahren trafen, indem Sie mir bebuf der Neuester Plan eines Griechen, den Sultan und sein Reich

Ausführung ihrer erhabenen Gedanken die Stelle des Secretairs bei

der kaiserlichen Rommiffion zur Anwendung des Tanfimats in den zu reformiren.

Provinzen von Rumelien anvertrauten, und zugleich drängt es micy, Unter dem Titel: „L'Orient. Les réformes de l'empire byzan in diesen Zeilen, welche nur die Liebe zu meinem Baterlande mir &tio. Par J. G, Pitzipios -Bey", ift vor furzem in Paris bei E. Dentu eingegeben hat, Ew. Majestät einen neuen Beweis meites entschiede

ein unter allen Umständen die Aufmerksamkeit der Politiker ver. nen Verlangens zu geben, die Mission, mit welcher Sie mich damals o dienendes Buch erschienen, auc wenn das Urtheil darüber im Au. beehrten, völlig zu erfüllen.

2 gemeinen und Einzelnen noch so verschieden ausfallen mag und ,,Der Beifall und die Aufmunterung, die mir für meine biso - Mancher fich ohne Weiteres veranlaßt finden dürfte, ein unbedingte berigen Shriften über den Drient von Seite ausgezeichneter Staats* Verdammungs- Urtheil über den Verfasser und über fein Buch aus männer zu Theil geworden sind, lassen mich hoffen, daß auch die # zusprechen. Der Verfasser, ein Grieche seiner Nationalität nach, das gegenwärtige Arbeit, der entschiedene Wiederhalt der Meinung der

gegen in Anfehung feines firchlichen Glaubens ein vor einigen Jab civilifirten Welt (?), nicht wirkungslos sein werde, wenn es meiner bi ren zum römisch-katholischen übergegangener Apoftat der morgenländisch Stimme, trog ihrer schroffen, aber durchaus ehrfurchtovollen Fret

orthodoren Kirche, der, außer anderen Shriften, in denen er die müthigkeit, gelingen sollte, bis zu Ihrem Throne zu bringen; ich bere orientalische Frage in politischer und kirchlicher Beziehung behandelt laffe mich zu sehr auf Ihren guten Stern, Sire, als daß ich mir bat,) namentlich als Verfaffer des gegen die orientalische Kirche ges nicht sollte schmeicheln dürfen, es werde sich unter 3hren Unterthanen richteten Buches: „L'église orientale” (Rom, 1855), in Deutschland wohl ein Jhrem Ruhme und Ihren Intereffen ganz ergebener findett, bekannt geworden ist (1. ,, Magazin" 1857, Nr. 138), verlangt in dies der dafür Sorge trage, daß meine Stimme Ihr Dhr erreichest sem seinem neuesten Buche nichts mehr und nichts weniger zum wirf ,, Ew. Majestät werden dann inne werden, daß, wenn ich einert lichen und wahrhaften Abschlusse der vom Sultan Abdul - Medschid seits ohne Rüdhalt das Uebermaß von Elend, das an Shrem Volfe beschlossenen politischen Reformen des osmanischen Reiches (das jedoch zehrt, sowie die Ursachen schildere, welche Ihre hochherzigen Bemübutt

der Grieche Pißipios-Bey mit einer gewissen Konsequenz nur als das gen lähmen, und jeßt mehr als je dazu beitragen, die Grundlage al frühere byzantinische Reich betrachtet und auch nur so nennt), als daß Shrer Dynastie zu untergraben, ich zugleich auf der anderen Seite de der Sultan Christ werde.

die Mittel angebe, um den Thron vor dem Untergange zu sichern, der Dieses Verlangen ift in der That ein ganz ernstlich von dem ihn bedroht. n Verfasser gemeintes, und wie überschwänglich auch die Phantasie des , Ich erkläre Yauf und offen, daß Niemand mehr als En. Ma

Orientalen sein mag, mit deren Hülfe er zu der Höhe der Anschauung jeftät den redlichsten Willen hat, und gewiß wäre schon seit langer r sich erhoben, von wo aus er dieses Verlangen als den Inbegriff aller Zeit dieser Wille zur That geworden, wenn nicht die Ursachen, die

: feiner Gedanken und Ueberzeugungen von der unabweislichen Noth- ich vor Ihren Blicen enthülle, die Hinderniffe in Shrer Nähe bere s wendigkeit des Schrittes felbst fühn und offen und mit einer gewissen mehrten.

Sicherheit des Glaubens an die Möglichkeit des Gelingens des von ,,Die erste dieser Urfaden fann nur in den Gebräuchert des Se

ihm geforderten Schrittes ausspricht: an den Gedanken und an den rails gesucht werden, die Sie berhängnißvott zur Unwiffenheit über ES Ueberzeugungen, insoweit sie auf die Lage der Dinge- und auf die alles das verbammen, was Sie gerade am meisten wiffen sollten sie * Beschaffenheit der Zustände selbst gerichtet sind, hat die Phantasie ,, Indent man fortwährend die Ansprüche Threr Würde übertreibt, e que des Drientalen nicht den geringsten Antheil. Vielmehr ist das diese hält man Ew. Majeftät geschickt in der solständigften Abhängigkeit nje fallfige Raisonnement des Verfassers und find die Betrachtungen def- von allen denen, denen Sie ebendeshalb Zhre Macht zu übertragent outline selben im Allgemeinen von einer solchen objektiven, durch Geschichte genöthigt find.

und Philosophie begründeten Sicherheit und Klarheit, daß man, die - ,,Die Verehrung, womit man Sie so bienfteifrig umgiebt, ist die

Sache rein theoretisch genommen und ohne besondere Rücksicht auf Rette, deren man fich bebient, damit Sie nichts mit eigenen Augen is die praktische Seite der Ausführbarkeit und auf die Frage wegen des Feben, und unter dem eitlen Vorwande der Etikette untersagt max

nothwendigen Gelingenmüffens des vorgeschlagenen Schrittes, gar Ihnen eine jebe unmittelbare Verbindung mit denen, die man zú zal wohl in Versuchung kommen könnte, dem Verfaffer bis zur Höhe Threm entschiedensten Vortheile Ew. Majeftät fich follte näbern lassen. 1 ss der Anschauung felbft zu folgen und bas nämliche Verlangen zu ,,Zurückgehalten in Ihrem goldenen Gefängnisse, welches Sie it ftellen.)

nur zu gewijen glänzenden Aufzügen und Umzügen verlassen dürfen, Wir können es uns nicht bersagen, Einiges aus dem Buche selbft fehen Sie nichts, als eigennüßige Diener, die einen Vortheil darix mitzutheilen, indem wir der Meinung find, daß man gerade hier, wo finden, in einem falschen lichte Ihnen das zu zeigen, was ihre traurige in die schroffsten Gegenfäße in den Ansichten über Mittel und Zwed fich Geschicklichkeit

Geschidlichkeit - vielleicht die einzige, die sie besigen sernicht gang * fundgeben können und fundgeben, die Geister, nach einem Ausbrude vor Ihren Blicken zu verbergen vermag, und so geschieht es daß e ehitamine Luther’s, muß vhne Weiteres auf einander plagen lassen.

Sie gegen ein Uebel, welches Sie nur oberflächlich fentext, tein wirk Dem Buche voran fteht, ftatt einer gewöhnlichen Einleitung, eine ames Mittel finden können. der + Zusdrift des Verfaffers an den Sultan Abdul-Medjdid felbft, in • Bidro , Zu dieser ersten Ursache, die Ihnen jene Freiheit des syandelns Fre, der sich der Erftere über das Buch und über dessen wesentlichen In- raubt, deren Sie bedürfen, um das Werf der Wiedergeburt des byzart bere" halt ausspricht Sie ist für den Verfasser und für das Buch charat- tinischen Reiches glücklich zu Ende zu führen, gefellt sich eine zweite,

teristisch, und sie mag deshalb auch hier unter den Mittheilungen aus die Ew. Majestät, in Folge einer Erfahrung von achtzehn Jahren, hat legterem zuerft eine Stelle finden:

offenbar werden müffen, und welche man mit leichter Mühe einzig

und allein in dem berechneten bösen Willen Ihrer Rathgeber fudhen *) „Lá question d'Orient”. Malta, 1852, » Les chrétiens d'Orient”. Därf, die, wenn sie Ihre Befehle auszuführen scheinen-s nichts thun, Ebendas. 1852

**) Pie fernes Weiterleuchten enthält der Aufías: ,,Die Türkei, vom als was ihre eigenen Interessen ihnen vorsdreiben, 10:13 000 ii christlich- religiosen Standpunft betrachtet" (,,Magazin", "1858, Nr. 9), ent:

„Wie könnte Em. Majestät in Wahrheit sich schmeicheln, die fernte Anklänge an die Ansichten des Verfassers, aber jener Auffag geht am allerwenigsten in Ansehung des Sultans bis zu einem Berlangen an den

aufrichtige Unterstüßung jener Menschen zu erlangen, die mit Reichs jelben, wie dies der Verfasser des Buches thut!

D. 6. thümern vollgepfropft sind, welche sie unter einem Regierungssystemie

A

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