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friedigen, zahlte man Preise, die wirklich fabelhaft find. Zu spät 80-90 Häusern, Kickapoo, oft erwähnt als Hauptquartier ber Gränzerkannte man den 3rrthum. Weil felbst betrogen, betrog man nun ftrolche, Doniphan, Palermo, Elbwood, Gery-City, Petersburg mit wieder, d. 5. man machte den Schwindel stabil. Erst als, theilweis feinen vier, das 5 Jahr alte Port Williams mit seinen sechs Häusern, eine Folge der Bankfrisis, die Herbft-Einwanderung von 1857 aus- Jowa Point und Columbus das wäre der Rest der Ranfasstädte zubleiben begann, als das Angebot die Nachfrage um mehr als das am Missouri. Wenn eine von ihnen noch der Betrachtung werth ift, Doppelte überstieg, als die Frühjahrs-Einwanderung von 1858 wohl so ist es Doniphan. viel Arbeitskraft, aber kein Kapital mitbrachte, als Mangel an Gelb ,,Von den Städten im Innern des Territoriums find Lawrence und Mangel an Arbeit eine eigene Auswanderungs-Statiftit fdufen, mit ca. 3000 Einwohnern, Topeka mit ca. 2000 und Manhattan mit da erst begann die gegenwärtige Krisis und mit ihr ein Rüdgang 60—70 Häusern die bedeutendsten. Busineß-Lots in Lawrence wurden alter Preise.

zu 1000-1200 Doll., in Topeka, bas, nebenbei gesagt, ein Tempes „lots in Leavenworth, voriges Jahr noch mit 6—7000 Doll. bes renzneft ift, zu 4-600 Dol. ausgeboten. Bedeutung erhalten diese rechnet, find jeßt für 4000 Doll. und weniger verfäuflich; Stores in Städte erft durch eine Eisenbahnverbindung mit dem Often, ente Wyandott, leßten Herbst noch mit 1500 Doll. notirt, finden jegt weder längs des Kaw. Thales von Kansas - City oder aber von Fort nicht einmal für 900 Doll. Räufer; Stores in Sumner haben Riley über Topeka nach Leavenworth, Atchison oder St. Joe. Beide noch den alten Preis von 200 Doll. behauptet, dagegen find lots Bahnen haben Topeka, das die einzige Brüde über den Raw - Rider in Atchison um mehr als ein Drittel gefallen. Gute Busineß- befißt, zum Mittelpunkte; unter allen Eisenbahn - Projekten stehen fie Lots in Topeta wurden Ende April zu 3-400 Doll., in lawrence der Verwirklichung am nädften. Zu den Städten zweiten Ranges zu 1000 Doll., in Palermo und Delaware, Dsawkee und India- gehören Lecompton und Tecumseh mit 4–6000 und Indianola und nola für Nichts angeboten. Am hartnäcigsten halten sich noch die Dawkee mit 2--300 Einwohnern. Alle anderen Städte gehören jar Preise des Landes; so forbert man immer noch für land, zwei Klasse der Papierstädte, deren kleinste es nicht über zwei, deren größte Meilen von Leavenworth, 80-100 Doll. per Acre, für holz- und es nicht über 10 Häuser gebracht haben." wasserarme Claims, auf der Shawnee Reserve 800-1000 Doll., wenn 2-4 Meilen vom Raw River, 4-800, wenn weiter entfernt, für theilweis fultivirtes Farmland mit Holzbestand am Rock Creef,

Mannigfaltiges. also nahe 100 Meilen vom Missouri im Innern, 2000 Doll. per - Lewes über Goethe. Kürzlich ist aud der zweite Band Acre, für Land, 3-4 Meilen vom Missouri, wenn bewaldet, 20 der in Deutschland gedructen zweiten Ausgabe des Lewesschen Buches bis 30 Doll. per Acre. Da fast keine Verkäufe gemacht werden, so über Goethe in englischer Sprache erschienen.°) Was diese überaus find und bleiben die Preise selbstverständlich nur nominell, so lange forrekt und sauber gedruckte Ausgabe vor der deutschen Uebersegung bis die fommerziellen Zustände der Territorien auf solideres Fundas des Werkes auszeichnet, ist der angehängte alphabetische Inder, der ment, als das bloßer imaginärer Werthe, zurückgeführt sind. So bas Buch über Goethe zugleich zu einem ,, book of reference", zu lange Arbeitsmangel Tausende von Anfömmlingen wieder in die alten einem Nachschlagewerke, wie es die Engländer zu lieben pflegen, für Staaten zurücktreibt, so lange bleibt die lebenskräftige Entwidelung die literatur - Geschichte im Zeitalter Goethe's macht. Und wir be. der Territorien eine bloße Fiction.

kennen ganz offen, daß wir, bei der Objektivität und Hingebung an ,,Um Kongreßland zu erhalten, muß man in Kansas, begnügt man den Gegenstand, welche die Leweside Darstellung charakterisirt, lieber sich mit Prärie, bereits 40-60, reflektirt man aber auch auf Holz, darin nachschlagen, als in den prätensionsvollen literaturgeschichts80 und mehr Meilen in das Innere. Ades östlicher gelegene Land, Büchern unserer deutschen Zeitgenossen, in denen meistens der Herren ganz besonders alles bewaldete, sowie alles land in der Nähe der eigener Geift Parade macht, der Geist der Schriftfteller dagegen, Flüsse, befindet fich bereis in zweiter Hand. Was man dafür fordert, deren Geschichte sie geben wollen, unter der subjektiven Auffassung babe ich oben erwähnt.

völlig entstellt wird. Je näher wir das Lewessde Buch fennen lernen, ,,Ob die weite Entfernung vom Markte, der Mangel an Holz um so mehr gewinnen wir es lieb und um so mehr dürfen wir es und guten

Communicationswegen gegenüber der leichten und weniger den Freunden der englischen wie der deutschen Literatur empfehlen. koftbaren Bebauung des Bodens und der reiden Bewässerung, feiner Beachtung, ob der Befiß einer Claim ein Leben vol Mühe und Ent - Peipzig, der Weltmarft der literatur. Der interbehrungen werth ist, ist eine Frage für den Farmer, nicht für mich. nationale, buchhändlerische Verkehr zwischen Dentfdland, Frankreich Night die leichte Bebauung des Bodens allein, sondern mehr noch die und England hat einen neuen, großen Fortsäritt gemacht. Auf den Angeographische Lage des Staates hat die Prärie von Illinois in trag der Verlagshandlungen Firmin Didot Frères, Hachette & Comp., blühende Felder verwandelt.

V. Masson, A. Franck, Fr. Klindfied und einiger anderen Firmer Unter den Städten des Territoriums nimmt Leavenworth den in Paris hat nämlich der Vorftand des Börsenvereins der deutschen ersten Rang ein. Es verdankt ihn nicht sowohl seiner topographic Buchhändler den Beschluß gefaßt: im amtlichen Theile des leipziger [den Lage, als vielmehr feiner politischen Leidensgeschichte und dem Börsenblattes die in englischer und französischer Sprache erscheinenden beständigen Verkehr mit dem Fort Leavenworth. Wenn das Ende Neuigkeiten des ausländischen Buchhandels regelmäßig, gleich denen des Utah - Krieges für Leavenworth gleichbedeutend mit dem Verluste des deutsden Buchhandels, zu veröffentligen.

, . Zur Aufnahme in des Handels nach dem Fort ist, wenn Fort Riley das Hauptfort des dieses Verzeichniß find jedoch nur die in französischer und englischer Westens, Fort Leavenworth dagegen ein bloßes Depot für die west- Sprache erschienenen Artikel derjenigen ausländischen Verleger berechlicher gelegenen Forts wird, ebe noch die Stadt durch einen tüchtigen tigt

, die mit dem deutschen Buchhandel in direkter Verbindung stehen Farmerstand gekräftigt ist, dann wird auch in der Entwickelungs- und ihr Geschäft nach den in Deutschland üblichen Gebräuchen führen, geschichte Leavenworth's ein unvermeiblicher Stilstand eintreten. Die wozu namentlich gehört, daß fie Jahresrechnung gewähren, ihren BerPreise des Grundeigenthums dort find bereits jest idon um mehr lag , à Condition" geben, in Leipzig, wo sie ausliefern lassen, einen als 30 Prozent gefallen, ohne daß noch die Nachfrage dem Angebote Commissionair halten und mit Deutschland in deutscher Währung entspräche. Einwohnerzahl 6–7000, darunter ein Drittel Deutsche. rechnen. Leipzig wird nun auf diese Weise, wie es bisher der Cene

,, Von den Uferstädten oberhalb Leavenworth ist nur noch Atchison tralmarkt des deutschen Buchhandels war, zum Centralmarkte des mit 1800—2000 Einwohnern, worunter ca. 200 Deutsche, und obers europäischen Buchhandels gemacht. Denn da nicht blos jene genannten halb Leavenworth nur noch Wyandott mit ca. 1500 Einwohnern, Pariser Verleger, sondern auch einige der renommirtesten englischen, worunter kaum ein Fünftel Deutsche, erwähnenswerth; Atchison der fowie die meisten Verlagshandlungen der skandinavisden länder, dort noch immer dominirenden Gränzstrolchgesinnungen, Wyandott Rußlands und Polens Mitglieder des deutschen Börsenvereines find seiner romantischen Lage wegen. Von den übrigen Uferstädten so wird man bald durch die Leipziger Commissionaire die Erzeugniffe find das 4 Meilen unterhalb Atchison gelegene Sumner mit 300 aller europäischen Literaturen austauschen können. Nur 3talien ift bis 400 Einwohnern und das 18 Meilen oberhalb Wyandott gelegene biß jeßt noch zurückgeblieben (mit Ausnahme des italiänischen VerWeimar mit 50—60 Häusern spezifisch deutsch, jenes noch ausgezeich. lages von Triest ), obwohl gerade dieses land mehr als ein anderes net durch eine halsbrecherische Lage, dieses durch sein rasches Wachs- das Bedürfniß hat, seinen Antheil am Weltmarkte der Literatur zi thum. Wenn eine von den kleineren Städten Beachtung verdient, erhalten. fo ist es Weimar, weniger der Freilots wegen, die der dortige Kolonist nach eignem Belieben sich auswählen darf, sondern mehr noch, weil

*) Tbe Life and Works of Goethe: with Sketches of bis Age and

By G.

Contemporaries, from published and unpublished sources. die Lage der Stadt am Missouri, auf einem im Halbfreis von Bluff& H. Lewes. Second edition (Copyright) revised by the author. Vol. II, begränzten Plateau, in einer gut bewaldeten Gegend und nur 18 Meis Leipzig, F. A. Brockhaus. len von Lawrence entfernt, sie zu einem freundlichen Landstädtchen macht; Quindaro, als Temperenzneft bekannt, Delaware City mit

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Romanisirung, der auch Gallien anheimfiel, den Untergang des iberia Spanien.

fchen Stammes; die Spanier, gaben bis auf wenige Reste ihre alte

Sprache auf, und aus der Mischung der Eingebornen mit zugewanderBaskische Sprachdenkmäler. “)

ten 3taliänern entwidelte sich das neue Volksthum der romanisden Neben den großen Völfern und Wolfsftämmen Europa’s haben Spanier, das später abermals durch bedeutende Beimischung germanifich bier und da Bevölferungen erhalten, welche Trümmer und Refte fchen (der Vandalen und Westgothen), und arabisch-maurisden Blutes fonft verschollener großer Nationen find. Wo sind die einst mächy. neue Färbung erhielt. Nichtsdestoweniger sind die heutigen Spanier tigen Kelten hin, die den größten Theil des westlichen Europa's, wohl noch zum bebeutend größeren Theile Nachkommen der alten Fran freich, die britischen Inseln und große Theile von Deutsdland 3berer. inne batten? - Nur Schottland, 3rland, Wales und die Bretagne Ein Ueberreft bieses großen Stammes, der seine alte Sprache in Frankreich gehören noch zum Theil dieser Zunge und diesem Volks- bis jeßt erhalten hat, sind die Basten im südlichen Frankreich und thum an, das sichtbar im Ersterben begriffen ist. Ebenso ist es mit im nordöstlichen Spanien. Die bastische Sprache wurde ehemals, dem litauisch - preußischen Stamme, der einft einen bei weitem größeren nachdem das Iberische durch die Römer im übrigen Spanien und in Umfang gehabt zu haben (cheint, ebenso mit den Basken Spaniens Aquitanien aufgehört hatte, im ganzen Umfange des jeßigen Basfenund Süd-Frankreichs. Nachdem einmal der Kern des Volkes ges landes gesprochen, hat aber auch ihrerseits allmählich immer mehr an brochen, geht die Zersegung unaufhaltsam vor sich und es erliegt den Gebiet verloren, besonders in dem französischen Theile des Basfengroßen Nationalitäten, welche das Schidsal mehr begünstigt hat. landes, in den süblichen und ebenen Theilen von Navarra und Alava.

Ein uralter Volfsstamm, ebenso alt, und älter vielleicht, als die In Frankreich betrachten sich in mehreren Gemeinden der Soule und Phönizier, die zuerst mit ihm zusammentrafen, als Griechen und Labourts die Einwohner schon seit langer Zeit nicht mehr als Basken, Römer und an ráumlicher Ausbreitung vielleicht nicht hinter den Ger- und Bayonne 3. B. gehört seiner Sprache nach nicht mehr zu dem manen und Relten zurückftehend, waren die Zberer. Die pyrenäische eigentlichen Baskenlande. Nach ziemlich sicherer Berechnung darf Halbinsel war ihr Hauptfiß, doch nahmen sie auch einen großen Theil man annehmen, daß in Frankreich etwa 100,000 und in Spanien Galliens, ja vielleicht Italiens und die Inseln des Mittelländischen ungefähr 500,000 also im Ganzen 600,000 Individuen von 810,000 Meeres im Westen ein. Man vermuthet aus mehreren Gründen, des gesammten Landes diese Sprache reden. Sie ist so ziemlich daß die Sikaner Siciliens Iberer gewesen; ebenso von den Ligurern zu einer bloßen Volksmundart herabgesunken; denn die Gebildeten Süd-Franfreichs und Nord-Italiens. Schon im Anfang, wo der sprechen seit langer Zeit Spanisch oder Französisch und Einige fogar erste Schimmer der Geschichte auf diesen Voltsstamm fällt, scheint er

nur eine von diesen beiden Sprachen ohne Baskisch. Die baskische im Zurüdweichen, die Einwanderung der Kelten, die gleichfalls mit Sprache zerfällt in mehrere Dialekte, deren hauptsächlichfte der labourtas tiefer Nacht bedeckt ist und sich nur aus gewiffen Auzeichen foließen nische im französischen Baskenlande, und nur wenig davon verschieden läßt, deint auf die Zberer getroffen zu sein und sie zurüdgedrängt in Navarra und in der Soule, der Guipuzcoanische in Guipuzcoa und zu baben; denn sogar in Spanien felbft finden wir das erstere Volk Alava und der Bizcaya im spanischen Theile sind. Dbschon die fäffig, der Name der Kelt-Zberer beweist, daß bereits lange vor der Sprache im ganzen Lande ihrem Wortschaße und grammatisden Bau Eroberung Spaniens durch die Karthager beide Stämme eine Mishung nach wesentlich dieselbe ist, so ist der Untersdied der einzelnen Dialekte, eingegangen waren. Die Völfer von Tarsdisch oder Tartasíus, mit wenigstens in der Aussprache und für das Gehör, doch bedeutend, fo denen die Phönizier von Sidon und Tyrus schon um 1200 v. Chr. daß z. B. der Guipuzcoaner feinen näösten Nachbar, den Bizcayer, und früher in Handelsverbindungen getreten waren, in deren lande nur mit Mühe versteht. Noch schwerer verstehen sich die französischen fie Sades und andere blühende Kolonieen stifteten, gehörten un Basken und die Bizcayer unter einander. zweifelhaft demselben Stamme an, mit dem später Karthager und Die neuere iberische oder bastische Sprache wird von den Basken Römer in denselben Gegenden zu thun hatten. Was man aus den selbst Euskara, Escuara oder Eskera genannt; ihr Land beißt davon ältesten Zeiten über Spanien und seine Bewohner weiß, find furze Euskal-ercia und sie selbst mit einheimisdem Namen Euskaldunak, Andeutungen und unzusammenhängende Notizen; -erst nach der Zeit Eskualdunak oder Eskaldunak, d. i. die das Euskara Habenden. Die des erften punisden Krieges, nachdem hamilfar Barkas Spanien ers Wurzel dieses Begriffes hat sich noch in dem Worte eus, eusi, bellen, obert, - bis es später den Römern anheimfiel, tritt es in die Geschichte und in deffen Causativ e-ra-us, viel oder zu viel sprechen, eigentlich ein; doch ist das, was wir bei dieser Gelegenheit erfahren, gleicher. bellen machen, erausi, Gespräch, erhalten. weise ungemein mangelhaft und es läßt sich danach fein aud nur Was ben Charakter der Sprache betrifft, so ist es befannt, daß annäherndes Bild von demi Bolfe und seinen Zuständen entwerfen. dieselbe nicht, wie die meisten anderen europäischen Sprachen, zum

Man steht etwa im Augemeinen, daß die damaligen iberijden arischen oder indo-germanischen Stamme gehört, sondern ein besonderes, Spanier, die feit langer Zeit mit Phöniziern, Karthagern und Grieden ganz abweichendes Gepräge zeigt - ein großes Räthsel, wenn man in Berfehr gestanden, eine gewisse, nicht unbedeutende Bildungsstufe den förperlichen Habitus des Volkes in Betracht zieht, der durchaus erreicht hatten, daß fie in eine Menge kleinerer Stämme zerfielen nichts von anderen Indogermanen Abweichendes bietet. Daß fie eine und vielfac in ftädtischen Gemeinwesen dereint waren, ähnlich wie vielleicht nur sehr wenig veränderte Tochter des Altiberischen sei, bes die Gallier zu Cäsar's Zeiten. Auch die Art und Weise, wie die weisen die von Griechen und Römern angeführten Orts- und PerRömer von dem tapfern und freiheitsliebenden Volfe reden, zeigt sonennamen, so wie einige Insdriften und Münzlegenden in dwer hinlänglich, daß es auf fie nicht den Eindrud roher und kulturloser zu lesender iberischer Schrift. Ueber die Orts- und Personennamen Barbaren machte, daß hier eine alte Civilisation vorhanden war. bat W. pon Humboldt in seinen Untersuchungen über die Urbewohner Freilich ift fie untergegangen; von Sprache, Literatur, Geseßgebung, Hispaniens (Berlin, 1821) die besten und umfangreichsten Aufschlüsse Rultus u. 1. w. erfahren wir so ziemlich nichts, und wir haben volle gegeben; über die Münzen ist das neueste Werf das von P. A. Boubart: Freiheit, unsere Phantasie spielen zu lassen. Nachdem der Vertheidiger „j Numismatique Ibérienne. Beziers, 1857.”. Uuch Dr. Steinthal, der, der spanischen Freiheit und Selbftändigkeit, der tapfere Biriathus, wie seiner Zeit in diesen Blättern besprochen wurde, ein interessantes gefallen, nachdem des Sertorius Aufstand verunglückt, vollendete die Wert über die Classification der Sprachen (1850) veröffentlichte,

caratterisirt bas Bastisce in Kürze als viel anbildend, Stoff und *) Denkmaeler der baskischen Sprache, mit einer Einleitung, welche

Form, Nomen und Verbum cheidend und räumt ihm in dreizehn von dem Studium der baskischen Sprache bandelt und zugleich eine Sprachklassen, die mit den hinterindischen, als den niedrigst organisirten Beschreibung und Charakteristik derselben enthaelt": Herausgegeben Sprachen, anfangen, die zehnte Stelle ein, so daß nur das Aegyptische, von C. A. F. Maho, Dr. Berlin, 1857. Ferd. Dümmler. (Paris :

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II

Dr. Mahn möchte sie in einzelnen Fällen noch über das Sanskrit und antlingende Seelentöne; aber er wirkte mächtig durch seine feste ftellen. Was er in der Einleitung über die innere Verwandtschaft Haltung und die lichtvolle Gebiegenheit seiner Sprache. Er sprad, und den geringen Unterschied von Agglutination und Flerion sagt, wie er handelte, als kalt entschlossener Parteimann, unbeweglich in den unterschreiben wir gern; es ift seit lange unsere Meinung gewesen, alten revolutionairen Scranken, unfähig, über das Parteiwesen fidy daß die Flexion nichts als eine untrennbar verwachsene und verscliffene zu erheben, oder sich auf Vermittelungen einzulassen, noch andere Agglutination ift; ja es ift uns zweifelhaft, ob Flerion so unbedingt Wege einzuschlagen. Die Restauration war für ihn das ancien régime, den Vorzug vor der Agglutination verdiene, weil die erstere fich To die Gegenrevolution; innerhalb der Rammern machte er ihr alle die leicht verstümmelt, verídleift und nach mechanischem Ersaße suchen Dpposition, die diese Bühne zuließ; außerhalb derselben'ermunterte muß, während agglutinirte Formwörter eher ihren klaren, charfen er alle Komplotte, alle Umsturzbestrebungen, nicht so baftig, wie Sinn behalten. So lågt denn audi Herr De Mahn: ,,Die bastische La Fayette

, fidh an ihre Spiße zu fdwingen, nicht so vertrauensvoll, Sprache fügt allerding die Form im Nomen und Pronomen auch wie dieser, in ihre Erfolge, aber entschlossen, dadurch den Haß und nur an; aber, ähnlich der finnischen, auf eine fo vottommene und den Krieg gegen die Reftauration zu pflegen und abzuwarten, bis fiú angemessene Weise, daß sie hierin den anbildenbert oder flektirenden günstige Gelegenheit böte, ihr entscheidende Streiche zu Werfeßen. Sprachen nicht blos gleichsteht, sondern sie in Hinsicht der Folge D'Argenson war in der Partei nicht so Bedeutend, obgleid richtigkeit, Bestimmtheit und Einfachheit sogar übertrifft." 3m leidenschaftlicher, als seine beiden Genossen. Es war ein ehrlicher, Basfischen fallen nicht, wie z. B. im Sanskrit, Latein u. so w. zwei trübseliger Träumer, überzeugt, daß alle menschlichen Uebel von den oder mehrere Casus lautlich zusammen, sondern werden klar und bes menschlichen Gesegen herrühren; eifrig in dem Streben nach jeder ftimmt aus einander gehalten; auch macht die Sprache feine Unters Art Reform, obgleich ohne Vertrauen auf die Reformen. Seine ge fdiede, die andere nicht kennen. So hat sie z. B. einen doppelten fellschaftliche Stellung, der Adel seiner Gesinnung, der Ernst seiner Genitiv, ber eine vorübergebenden und zufälligen, der andere immers Ueberzeugungen, die Schärfe und Feinheit des Verftandes, der aus währenden und eigentlichen Befiß ausdrückenb. So bedeutet z. B. einer schlechten Philosophie fühne Anschauungen schöpfte, räumten ihm etcheko pausia etwa unser ,, Hausherr" im allgemeineren Sinne, in den einleitenden Ansdlägen und Berathungen der verschworenen etclearen pausia, Herr, Eigenthümer des Hauses.

Opposition einen ziemlich hohen Plaß ein; zum Handeln aber war (Schluß folgt.)

er untüchtig, leicht zu entmuthigen, obgleid ftets bereit, wieder ans

Wert zu gehen. Ein phantastisder, boffnungsarmer Utopift ijt nicht Frankreich.

das rechte Holz, einen guten Verschwörer daraus zu zimmern.

Man kennt den Ausgang aller dieser ebenso eitlen, wie traurigen Frankreich unter der Restauration, nach Guizot.

Verschwörungen. Ueberall von der Behörde auf Shritt und Tritt ver

folgt, mitunter durch den selbstfüchtigen Diensteifer unwürdiger Ugenten Das Minifterium Billèle.

genährt, führten fie binnen zwei Jahren an verschiedenen Punkten (Schluß.)

Frankreichs neunzehn Todesurtheile berbei, wovou elf podftredt An la Fayette kann ich nicht ohne innige Betrübniß denken. Ich wurden. Verseßen wir, uns auf diese Schaupläße, dann steht uns der habe nie einen edelherzigeren Charakter gekannt: so wohlwollend, so Verftand ftill und es sieht uns die Brust zusammen beim Anblick gerecht gegen Adle, so opfermuthig für feinen Glauben und für seine dieses Gegensaßes zwischen den Gesinnungen und den Handlungen, Sache. Bei seiner Alerweltsfreundlichkeit befaß er nicht minder eine zwischen den Bestrebungen und den Ergebniffen; dieser zumal so ernften wahrhafte und tiefe Liebe für die Menschheit im Allgemeinen. Unter und so läppischen Unternehmungen; dieser patriotischen Aufrichtigkeit anmuthigen Formen barg er einen fo probehaltigen Muth, eine so bei soldem moralischen Leichtsinn; dieser Aufopferung bei falter Berecha felsenfeste Standhaftigkeit der Gefühle und Ideen, eine so fraftvolle nung; dieser Beharrlichkeit bei solcher Dönmacht in den Greifen, wie Entschlossenheit, die den treuesten Freunden der Ordnung Ehre machen in den Jünglingen, in den Häuptern; wie in den Gliedern! Am würden. Im Jahre 1791 ließ er auf eine Meute schießen, die sich 1. Januar 1822 kam La Fayette nach Béfort, um sich an die Spige mit dem Namen des Volkes berauspußte; 1792 trat er persönlich vor des elsaffischen Aufstandes zu stellen; er findet das Komplott entdedi die Nationalversammlung und verlangte im Namen des Heeres die und mehrere Führer verhaftet; er findet aber auch Andere, wie Ary Unterdrückung der Jakobiner, unter dem Kaiserreiche ftand er beiseite Scheffer, Joubert, Carrel, Guinard, die sich darum nicht stören laffen, mit ungebeugtem Haupte. Allein es fehlte ihm an politischem Urtheil, ihm entgegen eilen, ihn und den ihn begleitenden Sohn auf Um= an Scharfblick, an der Würdigung der Umstände und der Menschen; wegen soleunigft zu retten. Neun Monate später, am 21. September er ließ fid in seiner befangenen Neigung geben, ohne die wahrscheins desselben Jahres, sollten vier Unteroffiziere, Bories, Raoulr, Goubin lichen Ergebniffe voraus zu berechnen; er hatte ein anhaltendes, nicht und Pommier, wegen des Larocheller Komplottes zum Tode verurtheilt, eben wähliges Bedürfniß nach Volfdgunft, das ihn weit über seine ihre Strafen erleiden; La Fayette und das oberste Comité der Absichten hinaus verleitete und ihn tief untergeordneten, oft sogar seiner , Carbonari hatten umsonst versucht, sie aus dem Gefängnisse heimlich sittlichen Natur und seiner Stellung widersprechenden Einflüssen preios zu befreien. Die Armen wußten, sie seien verloren und konnten gab. Im ersten Moment, 1814, zeigte er sich der Restauration ziem- glauben, man habe sie im Stiche gelassen. Ein wohlwollender Nichter lich geneigt; allein die Tendenzen der Gewalt, die starrsinnige Ver- dringt in fie, durch einige Worte gegen die Urheber der unseligen biffenheit der Royalisten, fein eigener Durst nach Popularität, warfen Unternehmung ihr leben zu retten. „Wir haben nichts zu entdecken, ihn bald in die Dpposition. Nach den hundert Tagen schlug seine antworten alle Vier und fterben mit ihrem Geheimniß. Der OpferDpposition gegen das Haus Bourbon in erklärte und thätige Feind- muth hätte vorsichtigere Häupter und großmüthigere Feinde verdient. feligkeit um; Republikaner im Herzen, ohne die Republit verkünden In Gegenwart folcher Thatsaden und mitten unter heißen Des zu können, noch zu wagen, widersegte er sich ebenso hartnädig, wie ver- batten, die sie in der Kammer bervorriefen, hatten die tonspirirenden geblich, der Rüdfebr des Königthums, und trat gereizt, uneingeschüchtert Abgeordneten eine mißliche Stellung: fte bekannten sich weder zu in die Kammer. Im Jahre 1815 trat er in die Reihen der erbitters ihren Werken, noch pertraten sie ihre Freunde. Ihre heftigen Angriffe teften Feinde der Restauration, ohne sie jemals wieder zu verlassen. Des Ministeriums und ihre bitteren Anspielungen auf die Restauration Bon 1820-1823 war er nicht das wirflide Haupt, aber das Werk waren ein armseliger Erfas für jene Opfer. Gebeime Gesellschafzeug und Pruntftück aller Geheimbunde, aller Romplotte, aller Um ten und Komplotte passen slecht zu einer freien Verfaffung: Berfturz - Entwürfe, felbst solcher, deren Resultate, wenn sie gelungen wä. fchwörung und Freiheit des Wortes neben einander - darin ist wenig ren, er sicherlich verleugnet und bekämpft hätte.

Sinn und wenig Würbe. Umsonst versuchten es die nicht konspirirenKein Mensch hatte weniger Aehnlichkeit mit La Fayette, als Mas den Abgeordneten, ihre bloßgestellten und verlegenen Kollegen zu beden; nuel. So offen, kurzsichtig und verwegen der Eine in seiner Feind. umsouft ftrengten fich General Fop, Cafimir Périer, B. Conftant, seligkeit, so verídlofsen, berechnet und behutsam war der Andere, felbft faffitte an, über die wirklichen Verschwörer, die neben ihnen aßen, in seiner Heftigkeit. La Fayette war, ich will nicht sagen, ein vor ben Mantel ihrer persönlichen Unsduld zu werfen, indem sie die Annehmer Herr, das Wort paßt nicht für ihn, aber ein vornehmer Welt- klage gegen ihre Partei, die doch eigentlich nicht auf sie zielte, leidenmann, freisinnig und populär; kein geborener Revolutionair, der aber, schaftlich abwehrten. Diese mehr lärmende, als träftige Tattil bingeriffen und verblendet, zu wiederholten Revolutionen gedrängt täufdste weber die Regierung noch das Publikum, und daduro, baş werden und drängen konnte; Manuel war das gelehrige Kind und die Verschwörer in ihren eigenen Reihen zugleich verleugnet und dere der gewandte Bertheidiger der Revolution von 1789; fäbig, im theibigt wurden, verloren sie mehr an Achtung, als sie an Sicherheit Staatsdienste ein Mann der Regierung zu werden, einer freien Res gewannen. la Fayette verlor eines Tages die Geduld über diese uns gierung, wenn es das Interesse der Revolution gestattet kätte, einer freie und würdelose Stellung. In der Sißung am 1. August 1822 absoluten Regierung, wenn es nöthig gewesen wäre, die Revolution hatte sich B. Constant darüber beschwert, daß der Ober-Staatsanwalt herrschend zu machen, aber entschloffen, diese unter allen Umständen, von Poitiers in seiner Anklageschrift gegen das Komplott des Genes um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Ein Geift ohne Schwung, von rals Berton fünf Deputirte mit Namen bezeichnet habe, ohne daß geringer Fruchtbarkeit, übertrug er in das Leben und in die Parlas diese vor der Kammer belangt worden wären. Laffitte verlangte,

sagte er, mfo weit sie mich betreffen, eine schändliche Lüge find": die Zamuthungen, die Gebäffigkeit, die Känke brachen rings um Cafimir Périer und General Fon unterstüßten ihn. Das Kabinet iht hervor. Bei den Fragen der auswärtiger Politik und sogar. im and die Rechte widersprachen; während fie troßbem den Staatsanwalt Schoße seines Kabinets verspürte er die ersten Angriffe. und feine Behauptungen vertheidigten. La Fayette verlangte das Wort und mit feltenem Anftand ironischen Stolzes fprach er: Wie

Böhmen. gleichgültig ich auch gewöhnlich gegen Partei-Anfduldigungen und

Zur Geschichte von Prag. Gefäffigkeiten bin, glaube ich doch, einige Worte zu dem, was meine ehrenwerthen Freunde gesprochen, hinzufügen zu müssen. Im Verfolg Die böhmischen Stände haben sich in nenerer Zeit vor der be einer Laufbahn, die ganz der Sache der Freiheit geweihet war, recha nachbarten glefilden dadurch ausgezeichnet, daß fie die Bearbeitung Rete ich es mir ftets zum Verdienst, die Zielscheibe für die Ungunft der Geschichte ihres Landes auf das Erfolgreichste unterstüßten. Das aller Gegner dieser Sache zu fein, mochten fie dieselbe unter der Ges durch ist der Sinn für Geschichte bei der Bevölferung Böhmens geffalt der Defpotie, der Aristokratie oder der Anarchie bekämpfen oder weđt worden und der Prager Profeffor Wenzel Wladiwot Tomek entftellen wollen. Ich beklage mich also nicht, obgleich ich ein Recht konnte es felbft ohne derartige Beihülfe unternehmen, die Geschichte hätte, das Wort verwiesen", dessen sich der Anwalt des Königs in Prags in böhmischer Sprache zu schreiben, jener Stadt, die noch heute Bezug auf mich bedient, etwas leichtfertig zu finden; aber ich fließe felbft den gewöhnlichsten Touristen ahnen läßt, daß die alterthüma mid meinen Freunden an, soviel an uns ist, im Schoße dieser Kam- tichett Kirchen, die großartigen Schlösser und Paläste Zeugen bentmer, Angesichts der Nation, die möglichft große Defentlichkeit zu ver- würdigfter Ereignisse gewesen sind. Tomet theilte fein Wert in fechs langen. Da werden wir, meine Gegner und id, auf welchem Plaße Bücher. fie audy fteben, einanber frei heraussagen können, was wir uns gegen Das erste Buch,,,Altslavisches Prag" übersdrieben, enthält den seitig vorzurüden haben."

älteften Zeitraum, in welchem die Einwohnerschaft Prags noch unter Das war eine ebenso durchsichtige, wie ftolze Herausforderung keiner besonderen Gemeindeverfaffung vereinigt war, indem diese erft Villèle fühlte ihre ganze Tragweite, die bis zum Könige selbst reichte. mit der Niederlassung deutscher Ansiedler fich zu bilden begam. Das Er nahm sofort den hingeworfenen Handschuh mit einer Mäßigung zweite Buch handelt von den Zeiten der ersten flädtischen Einrichtungen auf, der es auch nicht an Stolz fehlte: „Der Vorredners fagte er; in den Prager Gemeinden während des größten Uebergewichts der mbat soeben die Frage dahin geftellt, wo fie in Wirklichkeit ist, wenn neuen deutschen Bevölkerung über die ältere böhmische, von der Umex, von der Kammer fprechend, gesagt hat, soviel an uns ift". Ja, es mauerung der Altftadt Prag unter König Wenzel 1. bis zur Gründung ift hochwichtig, zu wissen, was an der beregten Frage wahr, was falsch der Neustadt unter Karl IV.

der Neuftadt unter Karl IV. Durch dieses Werk Karl's, wie auch ift; ergreift man aber das rechte Mittel, es zu wissen, wenn man eine durd'andere damalige Zeitumstände, erhielt die böhmische EinwohnerUntersuchung verlangt? Das ist nicht meine Meinung; wäres, ich fchaft Prage einen mächtigen Antrieb zur Anstrebung gleicher Theilwürde nicht anstehen, für die Untersuchung zu ftimmen. Das richtige nahme an den Rechten und Freißeiten des Bürgerstandes. Das Era Mittel scheint mir, der Gerechtigkeit ihren Lauf zu lassen, den zu starken der böhmischen Volksthümlichkeit und der Kampf mit der deute hemmen in feines Menfchen Macht fteht... Mögen Mitglieder dieser schen, der daraus entstand, wozu fich später der große tiroliche Streit

immer in jener Antlageafte immerhin bloßgestellt fein: finden sie gefelite, charakterisirt den Zeitraum von der Gründung der Prager nicht ihre Rechtfertigung in der Thatsache felbst, daß man sie nicht Neustadt bis zum Ende des Huffitentrieges, welcher Gegenstand des bei der Rammer belangt hat, um auf die Liste der Angeklagten gesetdritten Buches sein wird. Das vierte Buch wird von da bis zu der zu werden? Denn, meine Herren, es ist zu widersprechend, einerseitsfländischen Bewegung unter Ferdinand I. im Jahre 1547 reichen. Es zu fagen: Ihr habt unsere Namen in das Requisitorium feßen lassen, ift die Zeit der größten äußeren Macht der Prager Stadtgemeinde um uns anzuflagen - und andererseits zu behaupten: Das gegen unter ausschließlicher Herrschaft des böhmischen Elementes in Folge wärtige Ministerium hat es nicht gewagt, uns in Anklageftand zu der Auswanderung der Deutschen zu Anfange des Hussitenkrieges. feßen. Sie sind nicht in Anklage, da Sie bei dieser Rammer nicht Die Gemeindeverfassung artete aber im Laufe dieses Zeitraumes aus belangt worden; Sie sind aber nicht belangt worden, weil aus dem in allzugroße Ungebundenheit, der dann König Ferdinand I. durch Bea Berfahren die Nothwendigkeit, die Pflicht für das Ministerium nicht flegung des erwähnten Aufftandes mittelst bedeutender Einschränkung hervorging, Sie von der Kammer zu reklamiren. Ich erklärë es An- der städtischen Freiheiten ein Ende machte. Das fünfte Buch foll von gesichts Frankreiché: wir klagen Sie nicht an, weil in dem Verfahren da an bis zur gänzlichen Aufhebung der ehemaligen ftädtischen Einrichdie Pflicht, die Nothwendigkeit für uns nicht vorhanden ist, Sie an- tungen durch Kaiser Joseph II. gehen; das fecifte bis zur jeßigen Zeit." zuflagen. Wir hätten sonst um so eher diese Pflicht erfüllt, als Sie Tomel hat sein böhmisches Werk felbft in's Deutsche überseßt“) uns zuviel Kenntniß des menschlichen Herzens zutrauen, um voraus und wir lernen in ihm einen gründlichen, umsichtigen Gesichtsforfcher zuseßen, daß wir nicht wüßten, es sei weniger Gefahr dabei, Anklage tennen, der mit eisernem Fleiß die erforderlichen Nachrichten gesamgegen Sie zu erheben, als rein, schlicht und edel die linie zu vers melt, fie mit scharfer und besonnener Kritif gesichtet und sich durch folgen, die in dem ordentlichen Wege der Gerechtigkeit vorgezeich seine Darstellung als Herr seiner Aufgabe glänzend bewährt hat. net ift."

Drei Burgen, Wyšehrad, Prag und Dewin, die leßtere jedoch Als Villèle aus dieser Sißung ging, war er sicherlich, und mit bald wieder verlassen, lagen in altersgrauer Zeit inmitten dichter Recht, mit seiner Stellung, wie mit sich selber zufrieden; er hatte sich Waldungen. Boriwoj, 874 getauft, erbaute innerhalb solcher Burgen zumal mit Feftigkeit und Mäßigung benommen. Indem er fidy Kirchen. Außerdem befand fich, z. B. in der Prager Burg, der fürftftreng att den gefeßlichen Rechtsgang hielt, indem er jeden Gedan- liche Hof xber Palaft, der ehrwürdige Stuhl, auf welchem die Landese ten an eine Verfolgung bis auf& Blut fernhielt, hatte er den fürften beim Antritt der Herrschaft feierlich eingeseßt wurden, die geo Arm der Gewalt im Rüdhalt durchbliden lassen, bereit fich faus- meinsame Wohnung der bei der St. Veitskirche angestellten Geiftzuftreden, wenn ihn die Nothwendigkeit herausforderte. Auf diese lichen, sowie der bischöfliche Palaft. Innerhalb der Ringmauern der Weise hatte er die Schirmherren der Verschwörer ein wenig bedroht, Burg Wyšehrad war gleichfalls ein fürstlicher Palaft. Aämählich ein wenig beunruhigt, und seiner eigenen Partei genuggethan, ohne entstand der Burgfleden und somit die Stadt Prag; die Bewohner ihre Leidenschaften anzufachen. Der Rammertaktiker handelte und sprach derselben hatten sich ursprünglich auf fürftlichem Gebiet angesiedelt, an jenem Tage als Regierungsmann. Damals ftand er in der erften welches aber zum Theil an geiftliche Corporationen, zum Theil an und helften Phafe Feiner Macht: er Bertheidigte die Monarchie und weltliche Herren überging. Eine Gemeindeverfassung gab es nicht. die Drdnung gegen die Berschwörungen und Aufftänbe; in der Des' Die Beamten der geiftlichen Corporationen, der weltlichen Herren putirten-Rammer hatte er die bißigen Angriffe der Linken, in der und die auf der Burg residirenden landesfürftlichen Beamten befaßen Pairs- Kammer das gemäßigte; aber wachsame Uebelwollen der Freunde die Administrativ- und Gerichtsgewalt über die gesammte BewohnerRichelieu's abzuwehren. Die Gefahr und der Kampf (daarten seine schaft, welche außer verschiedenen Handwerken auch noch Aderbau gauze Partei um ihn. Bør einer solchen Stellung nahmen die Nebent trieb. Bereits im zwölften Jahrhundert gab es in der Nähe Prags bublerschaften und Ränfe der Rammer und des Hofes Anftand, ber's Obstgärten. Sorzutreten; die Zumuthungen hielten an fick; mar fáb die Noth Die weltliche und die Klostergeiftlichkeit sorgte für Berbreitung wendigkeit der Treue und der Kriegeszucht ein; die Schaar wagte es der Civilisation und der Landeskultur. Schwer hielt es, die Vielnicht, ihren Führer weder ungeduldig zu überlaufen, noch im Stiche weiberei, die leichte Trennbarkeit der Ehen, die Ehebündniffe unter zu zu lassen.

maben Verwandten abzuschaffen und die Beobachtung der Faften und Allein im Laufe des Jahres 1822 wurden die Verschwörungen der Sonn- und Feiertage durchzufeßen. Noch gegen das Ende des überwunden; die Gefahren der Monarchie gingen vorüber; die parla: elften Jahrhunderts bestanden beidnische Gebräuche und Fefte. Selbft mentarischen Kämpfe waren immer noch lebhaft genug, aber keine die eingeborene, böhmische Geistlichkeit bedurfte zum Eheil ftrenger Lebensfragen mehr; die Herrschaft der Rechten im Lande wie in den Kammern schien fest gegründet. Da begannen für Bidèle andere anterordentle Profeffer der öfterreiwiliden

Geschichte an ber_Prager

Universi

*) „Geschichte der Stadt Prag. Schwierigkeiten, andere Gefahren: er hatte teine brohende Gegner tät".

tät“. 1. Band. Aus dem Böhmisden überlebt pom Verfasser. Prag, 1856.

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Zucht, da es ihr an höherer Bildung mangelte, und dies war der das wir es sehr bedauern würden, wenn er sich im Verfolg seines Grund, daß man zu den wichtigeren Kirchenstellen Deutsche wählte, Wertes verleiten ließe, die unberechenbaren Vortheile, welche deutsche ,, obwohl gerade diejenigen Bischöfe

, unter denen die größten Fort- Kultur den Böhmen gebracht hat, nicht in gebührender Weise zu (dritte zur Befestigung und fruchtbaren Ausbreitung der christlichen würdigen. So wenig wie die flavische Literatur fich eines Shat Einrichtungen geschehen find, nämlich St. Adalbert, Severus und speare, eines Goethe rühmen tann, so wenig ist es den Völfern ge Cosmas Böhmen waren." Unter den 17 Bischöfen Prags bis zu lungen, fich felbft ein Staatswesen zu gründen, welches vermocht hätte, Ende des zwölften Jahrhunderts waren sieben geborne Deutsche, die jedem Stande die Stellung anzuweisen, auf welcher er sich im Ber: fic wohl gleiche Berbienste wie die Ebengenannten erworben haben ein mit den übrigen Ständen zu einer wohlgeordneten Freiheit hätte mögen, wenn es gleich den jeßigen Böhmen iwer fatlen mag, dies entwideln können. unbedingt anzuerfennen.

Das Werk Comet’s ist vor Adem bemüht, die inneren Verbälte 3m Jabre 1143 eridien der Kardinal Guido in Prag, um mit niffe Prag& in ihrer Entwidelung treu und wahr darzustellen; wir Strenge den Cölibat und eine unnachsichtige Disziplin bei dem Clerus seben eben deshalb der Fortseßung mit Verlangen entgegen, da wir durchzuführen. Die verheirateten Priester mußten entweder die Ehe im voraus überzeugt sind, durch dieselbe eine Menge neuer Aufverlassen (wenn nämlich ihre Gattinnen einwilligten) oder ihre geift- schlüsse zu erhalten.

August Geyber. lichen Benefizien aufgeben. Geistliche Würdenträger, welche als Laien einträgliche kirchliche Stellen erlangt batten und nichtsbestoweniger fich weigerten, die Priesterweihen zu empfangen, wurden ohne Umstände

Mannigfaltiges. der Präbenden entseßt. Von der höheren Geistlichkeit in Prag geschah

Die Philonische Philosophie. Aus Gothenburg in dies vor Aden dem Dompropfte Jurata, welcher bisher nicht zum Schweden geht uns ein deutsch geschriebenes und vielfach von den Priester geweiht war und eine Ehefrau hatte, die in die Trennung Ideen deutscher Philosophie durchdrungenes Büchlein über die Philonicht einwilligen wollte; ferner dem Domdechanten und Archidiakon fophie Philo's, des Alerandrinischen Zuden, zu.“) Der Verfaffer hat Peter, welcher drei Weiber hatte und verschiedener Vergeben der sich bemüht, die in den Schriften Philo's zerftreuten, ihm eigenthūmSimonie angeklagt war." · Im Jahre 1197 erschien wiederum ein lichen Gedanken zu einem systematischen Ganzen zusammen zu stellen päpstlicher Legat, der Kardinal Peter. Es war eben um die Faften- und ihn zugleich gegen falsche Auffassungen und ungerechte Beurtheilunzeit, in welcher damals gewöhnlich die Priesterweibe ertheilt wurde. gen zu wahren, die nicht selten in neuerer Zeit, wie in älterer, über ,,Bon den angehenden Priestern wurde diesmal vor der Weihe das Philo zu Tage gekommen. Philo, -der Repräsentant des Monotheismus eidliche Gelübde der Keuschheit verlangt. Darüber erhob sich jedoch unter den Epigonen des Hellenenthums in- Alerandrien, erkannte die in der Kirche selbft ein Sturm, in welchem der Legat bald ermordet Gottes-Idee als das legte und Höchfte

. Resultať aller Philosophie, worben wäre. Die Urheber dieser Empörung wurden zwar geziemend und da ihm die Gottes-Idee durch die mosaische Lehre in ihrer bestraft, die Ertheilung der Priesterweihe war aber für diesmal geë strengsten Reinheit überkommen war, so strebte er in allen seinen hindert.“

Schriften danach, diese Lehre als den Urquell darzustellen, aus welchem Außer den Deutschen, die als Geistliche zu höheren und niederen auch die Gottes - Ideen der griechischen Philosophen, namentlid Kirchenämtern gelangten, waren es besonders deutsche Kaufleute, Heraklit'ø, Plato's und Zeno's, geflossen seien. Die Philosophie ist welche in Prag eine neue Heimat fanden und bereits unter König ihm die Quelle alles wahrhaft Guten, doch das höchste Endziel aller Wratislaw II. (1061 - 1092) auf dem ihnen zu freiem erblichem Bec menschlichen Bestrebungen ist ihm: Gott zu erfennen, Philo geht fiß überlassenen, landesfürftlichen Grund und Boden unter einem von dabei von dem Grundgedanken aus, daß man nur durch Gott zu Gott ihnen erwählten Richter (judex Teutonicorum, richterius) und mit gelangen könne. ,,Denn", sagt er, „wie wir die Sonne nur durch dem Recht, bei der St. Peterskirche einen Pfarrer zu ernennen, eine die Sonne, die Gestirne nur durch die Gestirne, das Licht nur durch freie Gemeinde bildeten. Erimirt von der oft unbeschränkten Widfür das Licht sehen können, so ist auch Gott nur durch fich selbst zu der übrigen Beamten und in ihrem Hauswesen ordnungsliebend, nady schauen.“ Und in der Konsequenz dieses Gedankens bezeichnet er außen betriebsam und rübrig, gelangten sie in den Befiß erheblichen Gott als das „, Urlicht", gewissermaßen als die Centrallonne des Reichthumes und dadurch zu immer größerem Anseben. Soběslaw II. Universums, aus welcher unzählige Strahlen ausströmen, die aber (1173 – 1178) erließ ein Privilegium, „daß wer immer aus der alle rein geistiger Natur sind. Im weiteren Verlaufe seiner Sdrift Fremde fäme und mit den Deutschen gemeinsam in Prag wohnen geht Herr Dr. Wolff zur näheren Betrachtung des Göttlichen über, wollte, ebenfalls ihre Rechte und Gewohnheiten genießen folle." wie es Philo in dem absoluten, an fidh feienden Gott und dem

Wohl faben es die böhmischen wie die Fürsten anderer slavischen sich in der Welt offenbarenden unterscheidet, wobei oft ein merfLänder, z. B. Shlesiens, ein, daß ein freier Bürgerstand ihnen geordnete würdiges Zusammentreffen mit den Ideen deutscher Philosophen nicht Einnahmen gewährte und es ihnen dadurc möglich wurde, die fteis zu verfennen, doch mit dem Unterschiede, daß Philo, weil er niemals gende Macht des Adels zu brechen. Sie saben es ferner ein, daß von der Stepfis ausgeht, sondern stets die Gottes- Jdee als das Ges willkürliche Belastung die Unterthanen zugrunde richten mußte und gebene vorausseßt, auch nicht in die Gefahr geräth, fic in das Nichts daß der Ertrag solcher Willfür mehr ihren Beamten als ihnen selbst zu verlieren, das feine höchste Vollendung in seinem Gegensaße, dem zugute fam. Tomek bemerkt hierbei: „Nirgends adyteten die Herr. Mensdengeift, gefunden hat. Wir können dem Herrn Dr. Wolff für Tcher auf die Nachtheile, welche die ungeordnete Mischung der Na- diesen interessante: kleinen Beitrag zur Geschichte der Philosophie tionalitäten herbeiführen mußte, sondern einzig nur auf die Vermehrung nur dankbar sein. der Einfünfte ihrer Kammer. Die einheimische Bevölkerung hätte zu dem beabsichtigten Zwede wohl auch herangezogen werden können;

Ein Topas und fein Diamant. Der bekannte gelehrte aber der Weg dazu wäre jedenfalls langsamer gewesen; man hätte Mineralog, Herr Haidinger in Wien, richtete an die französische die Früchte nicht gleich den Augenblic genossen; darum wurden zu Akademie der Wissenschaften ein in deren Sißung vom 16. Auguft diesen Finanzoperationen meist nur Fremde herbeigezogen, ja die ein. zum Vortrag gefommenes Schreiben über eine in Wien von ausa beimische Bevölferung wurde vielfach verfürzt an ihren biðherigen wärtigen Spekulanten zum Verkauf angebotene Edelstein-Gemme von Rechten und Erwerbszweigen, indem Zenen große Vorrechte, namentlich 819 Karat Gewicht. Dieser mit doppelter Refraction ausgestattete monopolistischer Art, eingeräumt wurden."

Edelstein ift mit Unrecht für einen Diamanten gehalten worden; e Wir fönnen es dem böhmischen Verfaffer nidt berübeln, wenn befißt vielmehr, nach Herrn Haidinger's Untersuchungen, alle Rennfidh fein Nationalgefühl gegen die Germanisirung des Landes fträubt, zeichen eines Topas. Statt eines Werthes von mehreren Millionen, und wenn er anerkennen muß, daß es nicht seine Landsleute waren, hat er demnach nur einen von 50 bis 100 Gulden. In den „Comptes die energiíd Freiheit und Wohlstand zu gründen verstanden, fo mag rendus” der Akademie lieft man in dieser Beziehung: n. Der gedachtz ihm dies schwer fallen. Wir sprechen aber offen unsere burd die Stein ist auch den Mineralogen von Paris nicht unbekannt. Als Geschichte aller slavischen Länder genügend bewährte Ueberzeugung ihnen derselbe vor etwa anderthalb Jahren vorgezeigt wurde, erklärten aus, daß den Slaven es durchaus unmöglich war, einen freien Bürger diejenigen, die ihn hier gesehen, einstimmig, dass es kein Diamant, und Bauernstand mit nachhaltigem Erfolg und in dem Umfange zu sondern ein Copas sei, was allerdings die Personen, die den Stein bilden, um dadurch eine mächtige Wehr gegen die so oft in die blutiga von Paris nach Wien gebracht, dort wohlweislich versdywiegen haben.“ ften Zwifte auflodernden Leidenschaften des Adels und der Fürften zu gründen. In welchem Zustande befinden sich noch beut die Städte *) ,,Die Philonische Philosophie, in ihren Hauptmomenten dargeitellt von und Dörfer mit überwiegend slavischer Bevölkerung? Wahrlich, fie permehrte unb theilweise umgearbeitete Ausgabe. Gothenburg, D. F. Ben

Dr. M. Wolff, Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu Gothenburg". 3 weite hätten doch wohl Zeit gehabt, sich zu der Stufe emporzusdwingen, nier, 1858. welche diejenigen mit überwiegend deutscher Bevölkerung bereits längst einnehmen. Tomek ist ein so umsichtiger und gewissenhafter Forscher,

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