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Herausgeber hat ex S. 386 ff. wiedergegeben. Nach einer kurzen reich fein werde. 30 bin der Meinung, er werde ihme eine solche Erklärung der Himmels-Figur giebt Repler unter der Ueberschrift de vor allen anderen belieben laffen, ob es wohl Himmels balber nit domo geniturae die dreifache Methode, wonad die Conftellation beur- fo speziftzirt werden kann, denn sein Natur und Neigung gildt bey theilt werden könnte, nämlich die der Chaldaer und Araber, die er mir mehr denn fein Stern. 3m 37. Zabr (1619) gibt es wieder verwirft, die der anderen Aftrologen und feine eigene, wonach er das eine Weibergunft." - Hierzu die Bemerkung Wallensteins: „Anno Resultat erhält: „Weil der Saturnus und Zupiter im ersten Haufe 1609 im Majo habe ich diese Heurath gethan mit einer Wittib, die fteben, darauf ich fonderlich febe, demnach bleibet es dabey, daß Sac daher ad vivum destribirt wirdt. Anno 1614, den 23. Martii ift fie turnus und Jupiter das meiste thun. Unter der Ueberschrift: ,, Von gestorben, und ich mit einer Jungfrau anno 1623 den 9. Junii wieder General - Bedeutung dieser himmlischen Figur“, heißt es: ,,So derumb gebeyrathet." 3m 39. 40. Jahre (1621, 1622) prophezeit nun dieser Herr geboren ist zu vermelter Zeit (1583 den 14. Sep. ihm Kepler eine gefährliche Krankheit. Wallenftein bemerkt: ,,Anno tember Nachmittag um 4 Uhr und 11 Min.), so mag mit Wahrheit 1620 im Julio bin ich uf den Tod frank gewest; aber die Erperienz gesagt werden, das es nicht eine schlechte Nativitet sei, sondern hoch und Fleiß der Medici dem balde bevorkommen." — ,,3m 42. 44. 46 wichtige Zeichen habe, als u. f. w. Doch hat sie nebenft einen großen geht es gar lieblich und weibisch zu." – Gerade diese Fabre (1624 Fall, das der Mond in das zwölfte Haus verworffen. – Ob auch etwas bis 1628) waren die bewegtesten und thatenreichsten seines Kriegerin folgender Erkärung dergleichen lauten möchte, als begebe ich mich lebens. ,, Von 47. biß in 52. wollen wir anfahen an Gütern, uf glüdfall, um fortuita oder contingentia zu errathen, folle solches Authoritet und Ansehen treflich zuzunehmen. Doch möchte er daneben nicht anders verstanden werden, den die ißige Erklärung vermagk. das Podagra zur Zubuß bekommen.''

das Podagra zur Zubuß bekommen." - Hierbei bemerkt Wallenstein: Nemlich nach dieser Regul, das welcher Astrologus einige Sache blos „Das Podagra habe ich anno 1620 im April bekommen, aber gebet und allein aus dem Himmel vorsagt und sich nicht fundiret auf das biß dato noch guth." - Bekanntlich ward Wallenstein in seinem Gemüth, die Seele, Vernunft, Kraft oder Leibesgestalt desjenigen 52. Lebensjahre am 25. Februar 1634 in Eger ermordet. Nach der Menschen, dem es begegnen folle der gehet auf keinen rechten Grund, Vermuthung Kepler's sollte ihn erst in seinem 70. Jahre mein vierund so es ihm schon gerathe, sey es Glüdsschuld; sintemal alles, was täglich Fieber anftoßen oder ein kalter Fluß, welcher bei diesem Alter der Mensd vom Himmel zu hoffen hat, da ist der Himmel nur Vater, fdwerlich überwunden wirdt, wo er anders nicht im 20. oder 40. daraufseine eigene Seele aber ist die Mutter darzu. – Solchergestalt mag gebet, wie oben angedeutet." ich von diesem Herrn in Wahrheit sagen, das er ein wachendes, auf Wir haben mit Absicht einige für das größere Publikum intergemuntertes, embfiges, unruhiges Gemüth habe, allerbandt Neuerungen effante Punkte bervorgehoben, damit man erfenne, wie die Sammlung begiebrig, dem gemeines mentschliches Wesen und Handel nit gefallen, der Replerischen Werke nicht blos für Mathematiker und Aftronomen sondern der nach neuen, unversuchten, felzamen Mitteln trachte, dod von Interesse ist. Sie liefern auch wichtige Beiträge zu der Sittens, viel mehr in Gedanken habe, dann er eußerlich sehen und spüren Kultur und Literaturgeschichte, und der Sprachforscher dürfte in Kepler läfset. Der Saturnus im Uufgange machet müßige, melancolische, einen der besten deutschen Stilisten jener Zeit erkennen. Wir sprechen allzeit wachende Gedanken, Aldymiam, Magiam, Zauberei, Gemein- daßer den Wunsch aus, daß das Unternehmen eine recht vielseitige fchafft zu den Geistern, Verachtung und Nichtachtung menschlicher Ge- Unterstüßung finde.

M. bote und Sitten, auch aller Religionen; macht Alles argwöhnisch und

England. verdechtig, was Gott oder die Menschen handeln, als wenn es alles lauter Betrug und viel ein anderes derbinder wäre, wan man fürgibt.

Korrespondenz: Berichte aus London. Und weil der Mond verworfen ftebet, wird ihme diese seine Natur zu einem mertlichen Nachtheil und Verachtung bey denen, mit welchen

Die Hodlands- und Hebriden-Tour.“) er zu fonversiren hat, gedeihen, das er für einen einsamen, leichta Früher war 'es blog in lebensgefährlichen Booten und Segelschäßigen Unmentschen wird gehalten werden. Gewaltsam er auch schiffen möglich, gelegentlich die eine oder die andere der Hebriden zu fein wirbt, unbarmherzig, ohne brüderliche oder eheliche Lieb, niemandt besuchen. Jeßt giebt es zwei regelmäßige Eisenbahn- und Dampfidiffes achtend, nur ihme und seinen Wohllüften ergeben, bart über die Linien, welche nach der Uhr pünktlich alle die sehenswerthen HauptUnterthanen, an fich ziehend, geizig, betrüglich, ungleich im Verhalten, Inseln bestreichen und mit ganz England in Verbindung erhalten: meist ftillsdweigend, oft ungeftum, auch ftreitbar, unverzagt, wiewohl Eisenbahn bis Inverneß, mit Dampfschiffen in den Caledonian - Kanal Saturnus die Einbildungen verderbt, das er oft vergeblich Forcht hat. bis in die westlichen Inselpunkte und nördlichen Ertremitäten, oder Es ist aber das Beste an dieser Geburt, das" Jupiter darauf folget durch den Clydefluß nach den Inseln und zurüd durch den Caledonian: und Hoffnungen macht, mit reifem Alter werden sich die meiften uns Kanal. Am besten ist es, vom Kontinente aus von einem englischen tugenden abweßen und also diese seine ungewöhnliche Natur zu hoben, Hafen per Eisenbahn sich nach Glasgow zu begeben und sich dort wichtigen Sachen fähig werden. Dan sich nebenft auch bei ihme fehen einem der Hutchesonschen Dampfschiff-Salons anzuvertrauen. Alles lassen großer Ehrendurft und Streben nach zeitlichen digniteten und Uebrige findet sich dann wie von selbst. Man wohnt in den prachtMacht, dadurch er ihme viel großer und heimlicher Feindt machet, vollsten Hotels, in welchen man Hunderte von Meilen zwischen pracht= aber denselben meiftentheils obsiegen wirdt. Da diese Nativitet viel vollen Inseln zurüđlegt, ohne einen Fuß naß zu machen. Aber man gemeines bat mit des gewesenen Canglers in Polen, der Königin in bergesse nicht Glasgow und die Clyde. Welch eine Stadt, welch ein Engellandt und anderer dergleichen, die auch viel Planeten in Auf- Dampfschiff- und Sees diffleben auf diesem einft gemeinen Kahnflusse, und Niedergang und den Horizonten berumber fteben haben, berobal an welchem sich jeßt Glasgow wie eine Riesenblüthe von Häusern, ben kein Zweifel ift, wofern er zur hohen dignitet, Reichthumb, und Villa's, Palästen, Gärten und Parks in das Unendliche 'hinzuziehen nachdeme er sich zu einer Höflichkeit schicken würd, auch zu stattlicher scheint. Die Clyde ist die Geburtsstätte der Dampfschiffe, deren ErftHeurath gelange. Und weil Mercurius so genau in opposito lovis ling man auch dann noch, als er schon laufen konnte, thatsächlich durch ftebet, will es das Ansehen gewinnen, als werde er einen besonderen Spott und Hohn umbrachte, so daß man erst von Amerika aus wieder aberglauben haben und dadurch eine große Menge Volts an sich ziehen, an die Möglichkeit des Dampfschiffes glauben lernte. Jeßt ist der oder sich etwa einmahl von einer Rott, fo malfontent, zu einem Haupts zum Seebafen ausgeweitete Fluß der reichste Tummelplaß lofalen und Räbelführer aufwerffen lassen."

Dampfschiffverkebrø. Sie fliegen hin und her, berüber und hinüber, Aus diesem Prognofticum erkennen wir, daß Kepler, wie er felbft und halten das reiche Leben an den malerischen Felsen-, Hügel- und andeutet, mehr aus psychologischen, als aus astrologischen Datis die Walbufern mit Villen, stolzen Residenzen und Schlössern in lebendig Zufunft des Mannes vorherbestimmt habe, und wir müssen gestehen, und regelmäßig pulfirender Verbindung. Dieser Verkehr auf dem daß ihm die Psychologie eine bessere Führerin gewesen sei, als die malerischen Flusse und die regelmäßige, elegante Circulation zwischen Aftrologie; denn in dem leßten Abschnitte: ,,Von unterschiedlichen den ehemals unzugänglichen, entlegenen und mit ,,Thule" zusammenZeiten“, heißt es: ,,Im 28 Jahre des Alters, anno 1611, wirdt er liegenden Hebriden-Inseln ist die Schöpfung und das Geschäft von vermuthlich zu einem Kriegsbefehlich oder sonst politischer dignitet bes David Hutcheson, einem Manne, der unter die Helden gehört. Bor fördert werden. Er mag aber zusehen, das er nicht hißigt oder droz vierzig Jahren als Diener in einem Dampfschiff-Geschäft seine Lauf: sey, das er mit dem Haupt bezahlen muß, oder fellet er fonften in bahu beginnend, ward er bald mit den westlichen Inseln bekannt, eine hißige Krankheit." — Hierzu macht Wallenstein die eigenhändige welche gelegentlich von den Dampfern der Gesellschaft besucht wurden, Bemerkung: „Anno 1611 bin ich nit frank geweft, auch zu feinen ohne daß dabei etwas herauskam. Man überließ deshalb die Hebriden Kriegebefehlich erhoben worden; aber Ungelegenheit hab ich vollauf dem David Hutcheson auf eigene Rechnung. Mit enthufiaftisder Begehabt. Anno 1615 im September bin ich trant worden und gar wunderung der weftlichen Hochlande und der Inseln verband er einen kümmerlich mit dem leben davon kommen. In diesem Jahr, etlich praktischen Blic für das Poetische dieser unermeßlicen, erhabenen wenig Monat vor meiner Krankheit bin ich zu einem Kriegsbefehlich Einöden und deren Werth für Vergnügungo- Reisende, wie für Berpromovirt worden." – 13m 33. Jahr (1615) ist directio medii coeli werthung derselben in wirthschaftlicher Beziehung. So ließ er große, ad Lunae corpus; das möchte Gelegenheit geben zu einer ftattlichen elegante Dampfer für die Hebriden bauen und fing 1851 damit ja Heurath. Die Astrologi pflegen hinzuzuseßen, das es eine Wittib

*) Vergl. Nr. 103 des „Magazin" den Bericht über die Reiseluft der

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arbeiten an. Wir übergeben die Shwierigkeiten, die er zu überwinden Dban ift das Rendezvous für die Hebriden. Der , Pionier" batte, ehe sich Güter und Menschen für seine neue Welt in rentabler fährt von hier aus speziell nach den Inseln Jona und Staffa und Quantität einsteliten, und stizziren sofort die jeßt regelmäßig pulfirende, anderen merkwürdigen Punkten, auch Glencoe, der unermeflichen Mörderperwidelte und malerische Circulation, die seine Dampfer unterhalten. grube und Natursdönheit.

Auf einer guten, modernen Karte Schottlands wird man sofort Zwei andere Dampfer Hutcheson's, „Cygnet” und „Lapwing", bemerfen, daß die lange, mit dem Mut von Cantire endigende Halbe berlehren stets zwischen Inverneß und Glasgow mit Gütern und insel die ganze untere Clydegegend von der weftlichen Rüfte abschneidet. Menschen, Sommer und Winter. Durch diese regelmäßige und be Der Crinan- Kanal ftellt die Verbindung durch den neun Meilen langen queme Circulation ift viel neues Lebensblut in diese nordischen ThuleHals der Halbinsel für fleinere Schiffe her. Im weftlichen Waffer Inseln, und die Gottischen Küsten gekommen. Dies hat Städte und an der Spiße des linnbe loch angekommen, bemerken wir den Cale Dörfer, Gasthöfe und Poft- Anstalten, Leuchtthürme und Landungsdonian - Kanal, der bis Inverneß führt. Für die verschiedenen Wege, bühnen, Luft und Leben in erhabene Einöden gebracht, die seit Jahrdie Hebriden zu erreichen, giebt es verschieden und angemessen gee hunderten unbekannt slummerten und nur den legten Ueberbleibseln baute Schiffe Hutcheson's. Alle zwölf haben ihre bestimmten Touren der alten Kelten zum allmählichen, langsamen Absterben dienten. und sind danach sorgfältig gebaut und geformt worden. Der „Clans

(Soluß folgt.) man" und der „Stork" find ftarfe Seedampfer à 220 Pferdekraft, breit und flach gebend, innerlich wie das glänzendste Hotel eingerichtet

Rufland. und mit 50 eleganten Schlaffajüten versehen, da die Passagiere Nächte auf dem Schiffe zubringen müssen. Der „, Clansman” verläßt jeden

Die Altgläubigen der ruffischen Kirche.

(Schluß.) Montag und Donnerstag Glasgow, um den Mut von Cantire zu umfahren und Oban, Tobermary, Portree u. f. w. zu besuchen und Die Altgläubigen sind keine religiösen Reactionaire, fie fleben bis Stornaway auf der nördlichen großen Hebriden-Zusel Lewis zu weniger, als es den Anschein hat, an den alten Terten und Cereführen. Zuweilen dringen beide Dampfer in die westlichen Theile monien; das Wort fteht ihnen höher, als der Buchstabe, wie die des Endes von Schottland ein, bis Lochinvar, die Lieblings-Residenz beutigen Meinungsverschiedenheiten in ihren eigenen Reihen bezeugen. des Herzogs von Sutherland, ullapool und Gairlos, um die Passa- Die Verschiedenheiten drehen sich freilich nur um Punkte der Moral giere mit den malerischften Küsten-Formationen bekannt zu machen. und des Kultus, die Grundlebren der orthoboren Kirche werden durc

Zährlich zweimal umdampfen beide Fabrzeuge den Norden von Schott- aus nicht davon berührt; nichtsdefloweniger jedoch bezeugen fie eine land bis Thurso im Interesse der Härings-Verndte. Es ift der ver- glühende Neigung zur Kontroverse. Nicht nur im Geheimen unter widelteste, malerische Weg, durch welchen uns diese beiden schwimmen- fich besprechen fie Fragen des Kultus und der religiösen Moral, sonden Hotels leicht, ficher und schnell führen. Erst passiren fie Islay dern auch öffentlich kämpfen sie gegen die Orthodoxen mit geiftlichen und Jura, winden sich dann durch den verworrenen Sund-Mul, um- Waffen. Früher versammelten sie sich zu diesem Behufe zur Wintergeben die Spiße von Ardnamurchan, schlängeln fich hierauf geschidt zeit auf dem Kremlinplaße zu Moskau. Ueberbies baben fie Age duro den verwickelten Sleat-Sund zwischen Skye und dem Festlande, Schulbildung und ibre Schriften find des Studiums werth. Ihr lassen uns dann offenes Meer im „Minds" genießen und landen uns Leseburft ist so groß, daß fie, alen polizeilichen Nachsuchungen zum in-Stornaway. Unterweges kommen und geben Passagiere und Güter Troß, felbft in der Hauptstädten geheime Bücher- Niederlagen, ja an vielen Halteplägen, von denen aus wir die einzelnen Insel-For- Drudereien haben. Und endlich, wäre diese Spaltung rein formaliftis mationen etwas näher und mit Muße ansehen können. Die Haltepläße der Natur, wie erklärte es fich, daß sie noch heute in die Reihen sind auch insofern jegt gerade von besonderem Interesse, als sich hier der orthodoxen Kirche dringt und hier wissenschaftliche Männer erdie ersten Saaten der Civilisation im Aufkeimen zeigen, dazwischen greift? Die Beispiele fiud nicht selten, und aus Allem stellt sich entaber noch Spuren und Ueberbeibsel der älteften feltischen Bewohnerschieden heraus, daß die Richtung, die sie seit zwei Jahrhunderten so und ihres Unterganges.

beharrlich und einmüthig verfolgen, als ein wirklicher Proteft zu Die zweite Klasse der Hutchesonschen Schiffe, leicht, elegant, Gunsten der religiösen Unabhängigkeit anzusehen ift. scharf und flach über das Wasser schießend, beherrschen die Tour von Es ließen sich leicht Vergleichungspunkte zwischen den AltgläubiGlasgow, Ardrishaig und den Kanal bis Inverneß. Die elegante, gen und der älteften Shule Luther's nachweisen: pieselbe Veraðtung schnellfüßige ,r Jona“ verbindet Glasgow und Ardrishaig, 19 Meilen der Ordensgeiftlichkeit

, derselbe Hang zu religiösen Erörterungen, die per Stunde. Auch durch seine Struktur und seine beiden, getrennten selbe tiefe Ehrfurcht vor Bibel und heiligen Schriften mit dem VorOszillirenden Maschinen ist dieser elegantefte und schnellste Dampfer behalt des Rechtes, den Tert auszulegen, dieselbe Berechtigung der Englands eine Merkwürdigkeit. Das 21 Fuß breite und 234 Fuß Gemeinden, ihre geistlichen Hirten zu ernennen und ihre Aufführung lange Ded ist wie der splendidefte Prachtsaal mit Sammetpolstern zu überwachen. Ein Augenzeuge erzählt, daß er eines Tages in und Sopha's und weichen Bequemlichkeitsfühlen, der obere Salon einer Diffidenten-Gemeinde es mit angesehen habe, wie Einer unter mit Spiegeln, Mahagoni-Möbeln, Vergoldungen und Decorationen ihnen ein weltliches Buch, das er auf dem Tische des Priesters bealler Ort ausgestattet. Der größte Reichthum von erhabener und merkte, unwillig ergriff und ins Feuer warf, ohne daß dieser ein üppiger landsmaftlichkeit gleitet vorüber und unterhält das Auge, wie Wort dazu sagte

. Endlich behilft sich ein großer Theil derselben kaum irgendwo auf einem Dampfschiffe. Für Personen, die auf die ohne ordinirte Geistliche und betrauet Laien mit der priesterlichen angenehmste Weise Gesundheit einathmen und dabei mit gutem Appetit Gewalt. Der Schluß jedoch, daß diese Spaltung mit dem Protestanstets gut effen wollen, besonders frischen Lachs und frische Häringe tismus zusammenhänge, wäre übereilt; denn sie reicht über das fecha direkt aus der Quelle, giebt es nichts Besseres, als die ,, Jona" auf zehnte Jahrhundert hinaus und bis in die Zeiten nach der Einführung ihrem ruhigen, malerischen Weg zwischen den Argyleshire -Hügeln 2c. des Chriftenthums hinein. Scon im vierzehnten Jahrhundert bea an neuen, lachenden Villa-Städten vorbei, anmuthige Inseln be- tannte fich eine Partei in der untersten Voltssdichten zu denselben suchend und endlich vor einigen Häusern und einem Hotel - genannt

genannt Grundfäßen. Mit vollem Recht weisen sie die Bezeichnung SchismaArdrishaig – landend. Hier nimmt der ,, Sonnenstrahl“ (das Kanal. tifer zurück und nennen sich vorzugsweise Christen; denn, wenn fie boot „Sunbeam") die Paffagiere auf und zieht sie im Galopp dreier fich auch nicht zu den von Nifon eingeführten Abänderungen verstehen, natürlicher Pferde zwischen knorrigen Hügeln und Höhen und Hochland- so hängen fie doch mit größerer Treue, als die orthodore Bevölkerung, Residenzen hinduro (Portaloch’s Haus, das über 100,000. Pfund durch Sittenftrenge, lebendigen Glauben und freien Geift an dem toftete) über den Kanal hin, dessen Shleusen oft Gelegenheit zu klei- Wesen des Chriftenthums. Ihnen geht nigts über die religiösen nen Fußpartieen geben. Am Ende des Kanals wartet der donnernde Pflichten; diesen ordnen sie alle Interessen unter. Die rechtgläubiger „Mountaineer", um die Pafíagiere aufzunehmen und in das Herz Bauern erkennen mit großer Naivetät diesen Unterschied zwischen der Hebriden zu bringen. Bald thürmen sich die Gebirge von Mut, fic und den Altgläubigen an. Wenn die Mitglieder der oftgenanneiner der größten Hebriden-Inseln, vor uns. Die zadige, aber grüne ten Inspection in die isby (Stuben) der landleute traten, so beeilten Rerrera fommt in Sicht. Endlich bohrt sich das Schiff in die schein- fich diese, ihnen zu bemerken: „Wir find keine Chriften!" Was bar oft ganz verschloffene, wundervolle Bucht von Oban hinein, mit heißt das? Ihr glaubt doch wohl an Chriftum?".– „Ja, gewiß; aber dem Drte gleiches Namens, der fünftigen Hauptftadt der weftlichen wir gehen in die Kirche, wir leben mit der Welt. Die Chriften find Hochlanbe und Hebriden.

die vom alten Glauben: fie geben nicht in bie Kirche, beten aber doch Von Dban dringt der „Mountaineer” hinauf. durch Linnhe Loch, andächtiger, als wir. Uns würde das zu viel Zeit wegnehmen." vor Fort William vorbei bis Corpady, wo Omnibus bis in das Nacht In dem ruffischen Volte fcheint ein inneres Feuer zu glüben; das Quartier Benavir führen. Von hier geht den folgenden Morgen ein gemeine. Volt, sucht es in der Bewußtlosigkeit der Trunkenheit zu Hutchesonsches Schiff durch den Caledonian-Kanal nad Inverneß. löschen; die edleren Naturen wenden sich der Religion zu und treiben Ueberall bieten fich Ertratouren, Aufforderungen zu individuellen Aus- den Opfermuth, den sie anspricht, bis zum Aeußerften. Anfatt die Mügen, besonders von Benavir aus, um Naturmerkwürdigkeiten, hiftoris Altgläubigen zu verachten, sollte man sie als die leßten Vertreter des fche Stellen (Glenfinnar, wo Karl Stuart 1745 zuerst seine Fahne Uršriftenthums ansehen, die, wie jene Neubetebrten, jene Kloftererhob) 4. 1. w. zu besuchen.

mönche der alten Zeiten, sich mit Abscen por der sie umgebenden

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Sittenverderbniß und Niederträchtigkeit abwandten. Bis zu welchem
Grab von Wahnsinn die altgläubigen Apoftel, die als Betebrer das

Mannigfaltiges.
Land durchziehen, den Hang des gemeinen Bolfes, der Welt zu ents

Die deutsche Philofophie in der französiden afa. sagen, zu steigern vermögen, davon nur ein Beispiel aus neuester Zeit: demie. Jn der Gedächtnißrede, die der Hiftorifet Mignet, als beo In einem Dorfe des Guberniums Pensa verschwanden plößlich mehrere ftändiger Secretair der französischen Akademie der moralischen und Bauern spurlos. Endlich entbedten die ausgesandten Polizeidiener politischen Wissenschaften, in deren neulicher öffentlicher Jahressigung eine benadbarte Höhle, und ein gräßliches Schauspiel bot fich ihren zum Andenken Schelling's hielt, berglid er die philosophische Diver: Augen, als fte hineindrangen: unter einem Haufen Erwürgter kauerte genz zwisden Schelling und Hegel, welche die Denker in Deutschland ein fremder Mensch; er hatte das blutige Dpfer vollbracht, dem die und in ganz Europa so lange in zwei Lager getheilt habe, mit dem Unglüdlichen freiwillig ihren Hals hinstredten, in der Hoffnung, Ideenfampfe zwischen Aristoteles und Plato. Mit Eleganz und zu fahneller die himmlische Seligkeit zu genießen. - ,,Warum aber Haft gleich mit Klarheit wußte Herr Mignet bem zahlreich versammelten du dich felber verschont?“ – ,,Um einen schmerzhafteren Tod zu Herren- und Damen - Publikum den Unterschied zwischen dem Schellina dulben." — Zum Tode burch Spießruthen verurtheift, erlitt er die fhen und dem Hegelschen System zu erklären. „ Wie bei dem Zuge der Strafe mit einem Lächeln auf den Lippen und unter Anstimmung Ifraeliten durch die Wüste", sagte er, y umgiebt uns, wenn wir das frommer lieber.

Gebiet der deutschen Philosophie betreten, eine dunkle Wolfensäule Derartige Thatfachen kommen jahraus, jahrein der russischen neben der leuchtenden Feuersäule, und wer in die erstere einzubringen Polizei zu Ohren und bilden einen schreienden Widerspruch zu den wagte, bat zu befürchten, daß fie fich hinter ihm schließe und er, trok Behauptungen Schtighedrin's, der den Altgläubigen Sitten-Erschlaffung der leuchtenden Feuersäule, nicht mehr sich herausfinde." Auzu tief zum Vorwurf macht. Zugegeben, daß die Klöster der Altgläubigen wagt fich also Herr Mignet in die dunkle Wolkenfäule nicht hinein, nicht immer Zufluchtsftätten des Friedens und der Tugend find; sind und wenn er darum auch von der glänzenden Feuersäule nur schwad denn die rechtgläubigen Mönche unb Nonnen ohne Ausnahme Mufter beleuchtet wurde, so war doch die Helligkeit für die Augen des afamakelloser Tugend? Die Trunksucht z. B., vor der die Altgläubigen demifdhen Publikums von Paris noch stark genug, um es zu blenden einen so gründlichen Abscheu haben“ fchändet sie nicht oft die und um sowohl für den Belobten, als für den Lobenden, ein Gefühl Zellen der raffifchen Klöfter? Ueber den Skandal, den die Mauern der Bewunderung zu erregen. Die Freunde Schelling's dürfen mit der Nonnenklöfter verbergen, schweigen wir lieber. .....

feinem „éloge” in der Pariser Akademie ganz zufrieden sein. Wenn es der Regierung gelingt, die Abschaffung der Leibeigenschaft zu einem glüdlichen Ziel zu führen, so wird fie auch nicht - Carlo Troga. Dieser geachtete italiänische Geschichtschreiber umhin können, den Altgläubigen freie Ausübung ihrer Bekenntniffe ist am 28. Juli in Neapel, 74 Jahr alt, mit Tode abgegangen. zu bewilligen.) Sie verfolge immerhin die Sekten, deren lehre Besonders ist es feine,,Geschichte des Mittelalters", die seinen Ruf der öffentlichen Moral widerspricht; unter anderen z. B. die Origeniften begründet hat und seinen Namen auch der Nachwelt überliefern wird.) Duchoborzy — ffe verwerfen die Ehe und fröhnen der unnatürlichften Aber so ftolz auch das ganze Italien auf ihn war – die neapolitaUnzucht — obgleich fie, da ihre gnoftische Grundlage zu unseren Seis nische Regierung seßte ihn in jeder Weise zurück und behandelte ihn ten verrottet ist, in kurzem von selbst erlöschen werden; die Alt- wie einen Schuldigen. Sein Verbrechen war die liberale Gesinnung, gläubigen aber im Allgemeinen verdienen keinesweges mit Härte bes die er nicht blog in feinen historischen, sondern auch sogar in politibandelt zu werden. Wenn sie gegenwärtig gewissermaßen einen Staat fchen Schriften darlegte. Er war ein Freund Poerio's, der nod jeßt im Staate bilden, so ift die Schuld nur dem auf fie angewandten wegen seiner Theilnahme an der Regierung und an der Verfassung Unterdrüdungssyftem beizumeffen. Man wirft ihnen vor, daß fie in von 1848 im Gefängniß fchmachtet. Bis nad seinem Tode feßte fich ihre Gebete nicht den Kaiser einföhließen, d. 5. die Altgläubigen trei- biese Verfolgung des freisinnigen Geschichtschreibers fort. Polizeiben die Chriftliche Demuth nicht so weit, die Segnungen des Himmels wachen ftanden vor dem Hause Troga's, um den Andrang des Bolo auf ihre Unterdrüder' herabzurufen; aber halten sich alle anderen kes zu verhindern, das ihn in seinem Sarge sehen wollte. Ebenso Chriften an die Lehre ihres Meisters: Segnet die Euch Fluchen? – foloß man jede Theilnahme des Publikums, wie der zehn gelehrten Das wahre Mittel, Fie hierin zum Gefühl ihrer Pflicht zurüdzubringen, Körperschaften, deren Mitglied der Verstorbene war, am Leichenbleibt, ihrer Gereiztbeit keinen neuen Anlaß zu geben. Sind sie ein- begängniß aus, und selbst in der Kirche, wo die leichenfeier stattfand, mal frei, fo werden sie nach und nach in Berührung mit anderer Bes waren fast nur Polizeibeamte, die nicht zugaben, daß an seinem Grabe völkerung treten und allmählich die verlegenden Eden abschleifen. Die ein Wort zu seinem lobe gesprochen warb. herrschende Kirche allein konnte an dieser Freiheit Anstoß nehmen: verdient fie aber die Rüdfichten, die man ihr zout? Sind es nicht

Wegebauten in Portugal. Die portugiesische Regierung großentheils die orthodoren Pfaffen, die durch ihre Mißführung und Teßt mit einem für ihre beschränkten Mittel bedeutenden Aufwande Unwissenheit der schismatischen Heerde Schafe zugetrieben haben, gegen den Bau der Landstraßen und Eisenbahnen, sowie die Stromregulidie nun die Staatskirche die weltliche Gewalt aufruft? Daß die Vers rung&- Arbeiten mit Eifer fort. Daß die Unternehmungen nur langsam fassung der freien Gemeinden ihren Stolz verleßt, begreift fich; indeß vorschreiten, liegt in dem Mangel ausreichender und entsprechend vorfteht nicht zu fürchten, daß diese Schismatifer die Fundamentallebren bereiteter Architekten, in der mangelhaften Vertheilung und Benußung derselben verleugnen, besonders wenn sie, die Kirche, auf fich selber der Arbeitskräfte und in der Kostbarkeit der Hauptftraßen. Legtere etwas von der Ueberwachung anwendet, die fie den Diffidenten fo werden, zur Erlangung der möglichst kürzeften Wege, in schnurgerader schwer auf den Nacken gelegt hat. Das päpftliche Foch wird fowers Richtung, durch Sümpfe und Thäler, über Berge und Schluoten lich Menschen verlođen, die mit solcher Kühnheit die religiöse Frei- geführt. Diese fonsequente Richtung erfordert bedeutenden Aufwand beit ansprechen; der Protestantismuß mit seinen gemeffenen, verstandes: an Mühe, Zeit und Geld. Mehr noch werden aber die Bauten verfühlen Formen wird in dem begeifterungsvollen Gemüthe der slavi- theuert und verzögert durch die Unbeholfenheit und Bequemlichkeit iden Rage ein ftetes Hinderniß finden. Und follte aud die orthodore der Handarbeiter. Sand, Lehm, Ries, Steine werden meist in runden Kirde bei der Emancipation der Altgläubigen verlieren, das' religiöse Körbchen transportirt, deren Füllung und Ausschüttung mit der dem Gefühl würde an Kräften gewinnen, und zu einer Zeit, wo die portugiefilden Arbeiter eigenthümlichen Langsamkeit und Bedächtigkeit materialistische Bildung, die im westlichen Europa eine so allübers bewirkt werden. Die Kostbarkeit der öffentlichen Bauten wird durch wältigende Richtung nimmt, auch das Zarenreich zu überfluthen droht, die erwähnten Uebelftände natürlich gesteigert. Im Monat Juni dies kann jenes edle Gefühl nicht sorgfältig genug gepflegt werden. ses Jahres find verwendet für landstraßen 46,102,002, für Eisen

(R d. d. M.) bahnen 88,591,005, für Brüden, Dämme, Telegraphen, Kunst- und

Strombauten 53,511,908, also im Ganzen 188,004,915 Reis oder *) Neuere Maßregeln deinen Barauf fyínzubeuten. Vor einigen Jahren 290,000 Thaler.

(P. C.) gefiel es dem Gouverneur der Stadt Njemst, eine Kirche der Altgläubigen, die sich gegen die Annahme der Jedinomjerie sperrten, nieberreißen lassen zu wollen. Mn dem Tage aber; Ber zur Zerstörung angereßt war, lag die ge *) Außer seiner ,, Storia d'Italia del medio evo" haben auch noch ber sammte Dissidenten - Bevölferung, Männer, Fraueu und Kinder, auf den Knieen von ihm herausgegebene „Codice diplomatico Longobardo” und sein Wert: vor dem Tempel und schrie: „Ausere Båter haben dieses Gotteshaus gebaut, , Ueber den Sufland der von den Longobarden besiegten Römer". (», Della wir wollen auf seinen Trümmern fterben". Dieser Widerfland machte dena

condizioni dei romani vinti dai longobardi") in Italien Epoche gemadit

. boch den Gouverneur flusig, und er hielt es für angemessen, erst neue In

Leptgedachtes Werf, und namentlich der darin geführte Beweis, daß das têstructionen einzuholen. Da ging der Befehl von Petersburg ein, sofort die mische Recht von den Longobarden ganz unterdrückt worden und diese die von Verfolgungen einzustellen. Im leßten Jahre (därfte die Regierung der Drts ihnen unterworfenen Volter als Sklaven behandelten, hat im nördlichen Italien Behörden ein, die von den Altgläubigen geschloffenen Ghen und die Kinder

eine große Kontroverse hervorgerufen, zu der auch Manzoni einen Beitrag daraus nicht als illegitimo zu' bezeichnen. Zu bebauern ift, daß die mit der

geliefert.

D. R. Ausjührung der faiserlichen Befehle betraute Verwaltung nicht diesen Geist der Duldung bekundet. So verweigert sie s. B. den Diffidenten uodi -immer Reisepäne ins Ausland, obgleich für andere rusfische Unterthanen dieses bes fdräntende Gefeß aufgehoben ift.

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Endlich hatte man eine der Mündungen des Miffissippi erreicht, Nord: Amerika.

auf welchem die ,, Medina" durch einen Dampfer nach Neu-Orleans

bugfirt wurde. Hier aber war man aus dem Regen des Leidens in „Bis in die Bildniß“, von Armand. *)

die Traufe des Schredens gerathen. In Neu- Drleans wüthete ebelt Unter diesem Titel liegt uns der Homan einer Reise nach Amerika das gelbe Fieber in seiner fürchterlichsten Gestalt. Herr Armand und einer Reihe der wunderlichften Abenteuer in den Vereinigten sieht rings um fich auf allen Straßen die Menschen wie Fliegen hinStaaten vor. Kein Wort der Vorrede, die von einem Herrn Philipp fterben und sofort von Verwesung (!) ergriffen werden. Er, der niemals Hoffmeister unterzeichnet ist, sagt uns etwas Näheres über den Ver- in diesem Klima gewesen war, trogt doch allen feinen Gefahren und falser, der in dem Buche zwar: ftete, wie Cäfar, von sich in der dritten weiß sie auch, wie die auf der „, Medina", glüdlich zu besiegen. Im Verso-n spricht, fich dabei aber auch nicht anders als ,, Armand" bea Hause des reichen Herrn Brillot, dessen Familie er so wunderbar ges zeichn et. Nur gelegentlich erfabren wir durch die Erzählung, daß Herr rettet hatte, wird er auf das glänzendste empfangen, und nichts Arma nd ein Deutscher sei; aus seinen Anschauungen und nationalen scheint mehr dem Glüde der beiden Liebenben entgegen zu stehen – Auffa fiungen ist dies nicht zu entnehmen; - nach diesen zu urtheilen, aber der Verfasser hätte dann ja sein Buch mit Einem Bande abfönnte er ebenso gut ein Franzose, ein Engländer oder ein Yankee fein. schließen müssen (Alles, was wir bisher erzählt haben, kommt nämlich

Herr Armand schifft sich in Rotterdam auf der , Medina", Cap. allein im ersten Bande vor), und Herr Armand hatte ja noch die Chase, ein und trifft dort mit der Familie Bridlot, einer Mutter mit ganze neue Welt mit ihren Wundern, Schrednissen und Abenteuern zwei Töchtern aus Neu-Orleans, zusammen, die nach ihrer Heimat vor fich! zurückehren. Faft vom Momente der Einschiffung an beginnt jene So findet sich also in Neu-Orleans ein methodistischer (?) Tartuffe, Reihe von merkwürdigen, wunderlichen und auch - was zugeftanden

was zugestanden Namens Naillier, der mit seiner Scheinheiligkeit und feinen Jutriguem werden muß - unterhaltenden Abenteuern, welche durch alle vier die Familie Brillot beherrscht und der mit einem Spieler von ProBände gehen und in dieser Aufeinanderfolge wohl niemals einem feffion fich verbindet, um Herrn Brillot dahin zu bringen, daß er Menschen wirklich begegnet: send. Herr Philipp Soffmeifter sagt in Armand nicht zu seinem Sdwiegersohn mache. Als der wacere, dank dem Vorworte zwar, der Verfasser babe, das, was er hörte, fab und erfüllte Mann widersteht, werden zwei Bravo's gedungen, die dem erlebte, ohne Zuthat der ausschmüdenden Phantasie, oder der Finnen- andersgläubigen Eindringling den Garaus machen sollen, aber Armand den Betrachtung", wiedergegeben; diese Phrase wird jedoch durch jedes weiß ihnen durch seine gewohnte Besonnenheit und Tapferkeit zuvorder einunddreißig Kapitel des Buches zebumal Lägen gestraft.

zukommen. Von Neu-Orleans geht Armand mit der Familie Brillot Schon das zweite“ Kapitel beginnt mit einem heftigen Sturm nach deren paradiesischem landsiß am See Pontchartrain, in dessen auf der Nordsee und hat einen Zusammenstoß der Medina“ mit Nähe er das Bergnügen hatte, jenen Spieler von Profession in einem einem anderen Schiffe aufzuweisen. Es folgt dann, als das Fahrzeug Kampfe mit Bowie - Meffern niedergestochen zu sehen. Inzwisden das Atlantische Meer erreicht hatte, , eine gluthvolle Windstille und trägt die Saat der Zwietracht, die der scheinhellige Raillier ausgeftreut, mit dieser der volftändigste Waffermangel auf dem schlecht versorgten doch noch ihre Früchte. Nachdem Herr Brillot auf einer Fabrt, die Schiffe. Eine Meuterei war eben unter der Mannschaft gegen den er mit Armand auf einem Dampfboot macht, welches bei dieser Ges barten Capitain ausgebrochen, als zum Glück Herr Armand die Er- legenheit in Feuer aufgeht, verunglückt war; nachdem Armand feiner findung, das Seewaffer trinkbar zu machen, zur Anwendung bringt Eugenie, die eben von einer giftigen Schlange gebiffen werden sollte, und damit den Passagieren, wie dem gefammten Schiffsvolk, das Leben abermals das Leben gerettet, wird diese gleichwohl ihren Eidswären, rettet. Nichts ist natürlicher, als die unbegränzte Dankbarkeit der die Raillier's Absolution gelöst hatte, untreu und verbindet sich nach Geretteten und besonders der schönen Kreolin Eugenie Brillot gegen ber mit einem Herrn Wells. Armand begiebt sich nach New-York, ihren Retter. Ein Liebesroman comme il faut ift angesponnen und wo er ein glüdliches Etabliffement begründet und in dem anderen wird nun mit allen romantischen Begegnissen der Leibbibliothefenwelt Städtchen auch ein anderes Mädchen findet: Indessen läßt es feine durchgeführt. Auf der „, Medina“ war keinesweges schon alle Noth Rubelosigkeit und das unvergessene Bild Eugeniens nicht zu, daß er zu Ende. Der Genuß des destillirten Seewassers batte Krankheiten fich hier fefsele und für immer niederlasse. Er verläßt die neue Braut im Gefolge, die ebenso verderblich, wie der Wassermangel, hätten und stürmt fort nach dem fernen Westen. Er will die Menschen fliehen, werden können, wenn nicht glücklicherweise mit einem Drtan eine kann aber doch nicht umhin, auf dem Wege nach der Wildniß mit Wafferhofe über das verschmachtende Fahrzeug gestürzt wäre, welche allen möglichen Staatsmännern, Helden, Gefehrten, Glüdsrittern, mit einem Male alle Fässer am Bord mit köftlichem Naß anfüllte. Farmers, Frontiers, Nowbies, Pflanzern und Wilden in nabe Bea Derselbe Orfan und dieselbe Wafferhose faffen jedoch eine an der Seite rührung zu fommen. Jeder Staat und jede Stadt, durch die er der 1Medina' regelnde Brigg und reißen sie in die Tiefen des Meeres. kommt, führt iha in neue Abenteuer, Kämpfe, Berwi&lungen und Walfische kommen bis dicht an Bord des Schiffes, das inzwischen in Gefahren, die er sämmtlich überwindet und auf das genaueste uns der Nähe der Babama- Infelk von einer furchtbaren Böe heimgesucht schildert. Nach langemi, langem Umberirren erreicht er endlich das wurde, welche drei Matrosen und beinahe auch den Capitain über Ende der civilifirten Welt, an den Grängen von Merito, und nacho Borb spülte, wenn Lesterer nicht von Herrn Armand gepackt und auf dem er sich allein mit seinem Pferd und Hund eine Stätte: gegen die dem Verbed gehalten worden wäre. Viel hätte auch nicht gefehlt, for Indianer ertämpft, deren er zu Dußenden mit feinem Revolver era würden die geplagten Reifenden in die Hände der lauernden See legt, findet er endlich, am Ziele seiner Irrfahrten und im Shluß. räuber von Key-Weft (Florida) gefallen sein. Mit genauer Noth kapitel des vierten Bandes

genauer Noth kapitel des vierten Bandes: + Gugenie Brillot wieder, und zwar, erreichte man den Golf von Merifo, wo man in dem ichmalen Fabr- als das Weib Dtayo's, des wilden Häuptlings der Mescaleros. Ina wasser, in welchem sich unzählige Schiffe in dichtem Nebel bewegten, dianer, der, nachdem er den ersten Gatten Eugeniens, Herrn Wells, beinahe übersegelt worden wäre. Auch führte die Nähe der Rüfte den in befsen Blodhaus überfallen und ihm das Stalp über die Dhren Reisenden eine neue Plage zu, nämlich ein Heer von Mosquito's, vor gezogen, sich in den Befiß der , weißen Blume" gebracht und mit deren Stiden fie sich nur dadurch bergen konnten, daß fie fich in ihr zwei roth-weiße Kinder- gezeugt hat. Diese Situation ift rol Hängematten legten, welche von großen Florneßen dicht eingeschloffen tragisch lächerlich, daß es uns, nachdem wir davon überrascht worden, waren. Und in ein folches Flornet fam Herr Armand mit seiner Mühe toftet, an die Fähigkeit des Verfaffers zu glauben, ein Buch Eugenie zugleich, was für die Liebenden natürlich eine sehr romanti- im Geschmack unserer lesewelt zu schreiben. de Situation war.

Oleichwohl kann man dem Autor das Talent nicht absprechen,

tänder, Volkss, Sittens, Thaten- und Unthaten-Beschreibungen gee *) 4 Bånde. Breslau, Guard Trewendt, 1858.

sdict an einander zu reiben und das Unglaubliche felbft als glaublich

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darzustellen. Des unwahren und abgeschmackten Schlufseß seiner Er. Krahn hervorstand. Es war dies eine Röhrenleitung, welche mit zählung ungeachtet, trägt dieselbe doch faft durchgehende den Charakter Kohlensäure geschwängertes Wasser durch einen Eisbehälter aus dem des Naturwahren. Man lernt in seinem Buche wirklich ein gutes Keller heraufführte und bei aufgedrehtem Krahn dieses Wasser mit Theil von Land und Leuten der Vereinigten Staaten kennen. Ueberat großer Gewalt in das darunter gehaltene Glas (prißte, in welches ist die Darstellung zwar etwas leichtfertig, an die Feder eines Aleran- vorher ein Frugtsyrup gegossen war, wovon wohl ein Dußend ver: der Dumas erinnernd, aber auch nicht minder lebendig und unterschiedene Sorten, wie von Ananas, Citronen, Pfirsichen, Himbeeren, baltend, wie das, was dieser z. B. über das Mittelländische Meer Apfelsinen, Erdbeeren, auf der Marmorplatte ftanden. Es giebt die oder über Rußland gelgrieben.

fes fo versüßte eiskalte Waffer während der heißen Jahreszeit das Wir wollen zur Probe seiner Schilderungsweise hier eine Skizze, kostbarste und zugleich ein sehr gefundes Getränk; es ist dem Chamzum Theil nach dem ersten und zum Theil nach dem vierten Bande, pagner ähnlich im Geschmad, ohne zu berausden. Außerdem befanden zusammenstellen.

fich auf dem Tische eine Reihe von Krystallvasen, mit geriebenem

Zuder angefüït, eine große, mit etwas Waffer dersebene Glaðurne, Das St. Charles Hotel in Neu-Orleans.

in der fich frisches Pfeffermünzkraut befand, und einige Glasbecher ....,,So durcsáritten sie noch mehrere breite Straßen, gingen mit Fidibus und mit einen Fuß langen Strohhalmen, um die Eis. dann an Lafayette-Square vorüber und langten in der St. Charles- getränke durch sie aus dem Glase zu saugen.") Straße an, in welcher sie nach dem Riesengebäude, dem Hotel gleichen Hinter dieser Tafel hielten sich nun die Kellner auf, die auf die Namens, eilten. Die ungeheure Fronte dieses aus Granit aufgeführ. Befehle warteten, welche Getränke sie anzufertigen hätten, und auf ten Meisterwerkes der Architektur, welche die Breite zwischen zwei welche Weise fie folche bereiten sollten, während hinter ihnen an der Straßen einnimmt, enthält zu gleicher Erde Raufläden aller Art, die Wand fich, wie ein Amphitheater in immer höher steigenden Terrassen, aber jeßt geschloffen waren, und nur die großen Schilder über den die Schränke mit Lifören, Branntweinen, Weinen und Bieren aller Eingängen nannten die leßten Inhaber derselben. In der Mitte Art und von allen Welttheilen hergekommen aufthürmten. In dem dieser Fronte bebt sich die breite, febr hobe Treppe mit einigen zwanzig untersten, breitesten Fache ftanden Gläser aller formen und Größen, Stufen über diese Läden empor zu dem Vorplase, der von einer und zwischen ihnen lagen Citronen, Apfelsinen, Ananas, Bananen und Reibe der riesenhaftesten Granitfäulen nach der Straße bin begränzt Muskatnüffe nebst den nöthigen Instrumenten, um fie auszupressen wird, die das ungebeure Portal ftüßen, welches diesen Plaß befogattet, oder sie abzureiben. Dieses ganze Gerüft war mit reichen, rothen und wenn die Sonne im Zenith fteht.

weißen Draperieen, schweren Goldligen und vielen anderen BerArmand war über diesen Vorplaß geschritten und in die weite zierungen höchft geschmadvoli bekleidet, während Riefenbouquets von Rotunde eingetreten, die fic wie eine Kirche in runder Kuppel über frischen, die ganze Umgebung in ihren föftlichen Duft einhüllenden ihm wölbte, und holte tief Athem, denn eine unbeschreiblich wohl- Blumen, zu allen Seiten in großen marmornen Urnen prangten. thuende Kühle empfing ihn in diesen Granitmauern. Eine große Armand folgte gern der Einladung dieser Ausstellung und ließ Anzahl kleiner Tische stand in dem fühlen Raum auf dem glatten, fich ein Glas des Champagnerwaffers mit Limonensyrup geben, wähmarmornen Fußboden umher, wovon viele mit Zeitungen bedeckt, rend er sich in einen der weiten, mit rothem Saffian gepolfterten andere mit leeren Gläsern und Flaschen befekt waren und wieder Sessel fallen ließ und eine feine Havannah-Cigarre anzündete. andere von Personen benußt wurden, die daneben saßen und, in die Nachdem er sich hier erholt und abgefühlt hatte, suchte er das Zeitungen vertieft, Eigarren rauchten, Branntwein und Eiswaffer ihm angewiesene Quartier auf und fand dort zwei prachtvoll möblirte tranken oder sich wortfarg mit einander unterhielten. Zur Linken des große Zimmer an der Nord-Ost-Seite des Hauses, von wo er einen Einganges befand fich die Office oder das Comtoir des Hotels, welches großen Theil von Neu-Orleans übersehen konnte. mit einem hohen Gitter umgeben war, und in dem der Buchhalter Die reichften Tapeten und ungeheure Spiegel schmüdten die und einige Gehülfen arbeiteten. In weiß angestrichenen Fächern vor Wände, die Fenster waren mit den schwerften rothen Seidenftoffen ihneu standen die großen und kleinen Bücher des Hauses, an den behangen, die Fußböden mit den herrlichsten Teppichen bededt, und Wänden umher hingen Courszettel, Schiffslisten, Marktberichte, Eisen- Mahagoni-Möbel zeigten in ihrem Schnißwerk und ihren Formen, bahn- und Dampfschiff - Pläne, und neben dem Eingang war der daß Meisterhand fie verfertigt. Ueber den Kaminen, welche zur Seite nummerirte Plaß zum Aufhängen der Schlüssel der vermietheten Zim- mit weißen Marmorsäulen eingefaßt waren, die Gefimse von dem mer, während auf dem Tisch in der Gitter-Deffnung, welche nach derselben Material trugen, beugten sich mächtige Spiegel in breiten Rotunde zeigte, neben dem großen Fremdenbuch eine Riefen-Schnupf- Goldrahmen nach vorn, so daß man in denselben den ganzen Fußtabads - Dose stand. Zugleich lag dort ein Adreßbuch an einer eiser- boben übersehen konnte, und auf beiden Enden der Marmorplatten, nen Kette befestigt, und ein kolossales hölzernes Dintenfaß, mit einer worauf sie ruheten, standen Vasen mit den prachtvolften frischen BluReibe Stahlfedern gekrönt und mit Oblaten versehen, stand daneben. men geschmüdt, filberne Armleuchter standen auf den verschiedenen

Armand trat an diese Gitter-Deffnung und bat den dort befinde Tischen und Wachskerzen wurden von bronzenen Figuren an den lidhen Clerf oder Commis um ein Zimmer, aber womöglich ein fühles Wänden neben den Spiegeln gehalten. und luftiges.

Die Luft in diefen Gemächern war fühl und angenehm, und hier, ,,30 will Ihnen ein Zimmer anweisen, womit Sie zufrieden wie überhaupt in dem ganzen Hause, vergaß man leidt, daß außersein werden, und welches seit einem halben Jahre nicht bewohnt war; balb der Tod in seiner greulichsten Form umberzog. wir haben jeßt die Auswahl, denn das Haus ist leer, und wir können

(Schluß folgt.) die wenigen Fremden, welche fich noch ber wagen, um so besser bedienen.

Er zog die Schelle; mehrere ganz in schneeweißes feines Leinen gekleidete shwarze Bediente erschienen und empfingen von ihm die

Emerson und seine Ueberseker. Beisung: „Das Gepäck auf Nummer Achtundvierzig!" indem er auf ,,Auf uns ift die alte Fabel von der Sphinx anzuwenden. Man Armand's Roffer zeigte. Dann schritt er nach dem Sölüffelbrett erzählt uns von diesem Wesen, daß fie, am Wege fißend, jedem und hing den Schlüssel zu Nummer Achtundvierzig auf mit den Vorübergehenden Räthsel aufgab; fie versdlang den, der die Räthsel Worten: ,,Dort, mein Herr, hängt der Schlüffel zu Ihrem Zimmer, nicht zu lösen vermochte; fie unterlag aber selbft dem Tode, wenn sollten Sie fehr werthvolle Gegenstände in Ihren Roffern haben, fo Zemanden die Lösung gelang. thun Sie beffer, dieselben uns zum Aufbewahren zu übergeben, da wir 11 Flüchtig eilen Thatfachen und Begebenheiten dahin: das ist dann dafür einfteben können, was in einem solchen Hause, wie diefes, unser Leben. Der glänzende, bei ihm vorbeiziehende Wechsel richtet auf den einzelnen Zimmern nicht möglich ift. Berfügen Sie über die Fragen an den mensdlichen Geift. Vermögen nan Einige auß ManDiener nach Belieben, es find deren jeßt mehr als Gäfte hier." gel an höherer Weisheit diefelben nicht zu beantworten, so werden

Zugleich schob der Clerk das Fremdenbuch zu Armand hin und die Chatsachen, die Zeitfragen fie zu ihren Sklaven machen. Solde fragte ihn, ob er fich nicht einschreiben wollte? Als dies geschehen Sklaven sind immerbar bedrängt und tyrannifirt; fie finken zu routiund Armand fic umwandte, bemerkte noch der Clerk: ,,Um brei Uhr nirten Verstandesmensden berab. Indem fie fich buchstäblich den wird zu Mittag gespeist, um sieben Uhr oft die Theeftunde,

' und um Chatsachen unterwerfen, löschen sie selbft das Licht, durch welches der zehn Uhr wird zu Nacht gegessen, Frühstück finden Sie Morgens fien Mensch wirklich Menso ift, bis auf den legten Funken aus. ben bis elf Uhr auf dem Tisch, von da bis ein Uhr wird ein snack ,,Bleibt der Mensch dagegen feinem Instinkt und den befseren (Imbiß) gegeben, und wenn Sie außer diesen regelmäßigen Mahl- Gefühlen in ihm treu, läßt er fich von der Thatfachen nicht bebertzeiten noch etwas zu haben wünschen, so dürfen Sie nur befehlen... schen, steht er da wie Einer, der einem höheren Geschlecht entstammt,

Armand dankte für die Mittheilung und wandte fich nach der der feft hält an dem geistigen Wesen und der nur das Prinzip im Bar (Schenktisd), welche sich unweit des Comtoirs befand.

Auge behält, so treten die Thatfachen alsbald und ohne Widerstreben Der wohl dreißig Fuß lange Tisch war mit einer weißen Marmorplatte bedeckt, aus deren einer Seite fich zwei filberne Röhren einige

*) D. h. die sogenannten Mint juleps, die aber nicht mit Pfeffer, fou

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