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verloren waren, wenn man mit dem Manne“) unterhandelt hätte. auf den Hals, und indem er den beiden legten nicht vorbeugt, ftellt Später foftete es weit mehr, und es ist schwer abzusehen, was ohne er wieder in Frage, was bei Pharsaļus schon entschieden war",") den Tod des Baters unseres Freundes und andere Ereignisse daraus Das Cafter Cäsar’s Hatte demnach alle Folgen eines Fehlers, ober geworden wäre. Das alles wurde mir versprochen, aber nichts ges besser, Cafter und Fehler fielen hier zusammen.. In unserer Zeit halten. Da endlich entfoloß ich mich, was es mir aud Roftete, aus erlangt Einer nur unter der Bedingung ein gesichertes und dauerndes dieser entfeßlichen Lage zu kommen, und allein, ohne anderes Geld, Uebergewicht bei Seinesgleichen, daß er ihnen eine gewisse Achtung als was ich etwa aus meinen Smudsachen hätte herausschlagen einflößt; diese Achtung ist aber mit gewissen fittlichen Verirrungen können, reifte ich nach England, wo ich schlimmsten Falles nur Ar- unverträglich. Es ist nun alsbekanut, daß dieser Mangel an öffentmuth zu ertragen hatte. .... Das Uebrige wissen Sie: von Mylord licher Ahtung die Klippe war, gegen die Mirabeau's Genie vergeblich fansdowne und Herrn Vaughan unterstüßt, kam ich ein Jahr nada ankämpfte, und an der der große Redner, der große Staatsmann, meiner Abreise wieder nach Paris. 3d hatte kein Verlangen, Mirabeau wenn er gelebt hätte, endlich zerschelt wäre. Dumont erzählt, er zu sehen; er lud mich eines Abends, von etwas Außerordentlichem bes habe ihn unter erstickenden Thränen bitter ausrufen hören: Wie wegt, zu fich ein. Ich bemerkte sofort, daß seine Gesundheit gelitten grausam büße ich die Verirrungen meiner Jugend!" Allein die habe, und war darüber erschreckt. Er sprach mit mir von seinen An vertrauten Mittheilungen der Frau von Nebra bestätigen, daß die gelegenheiten mit alter Vertraulichkeit; er theilte mir seine Aussicht auf jugendlichen Verirrungen auch noch im Alter fortbauerten. Aus eine Gesandtschaft und den Wunsch mit, daß ich ihn begleite. Jo seinem herrschenden laster flodht sich eine Kette' von Schwächen, die hätte um diese Zeit alte Gefühle wieder aufweden können; allein das ihn einsônürte und lähmte. Die zügellose Wollust gebar das Bes Opfer, das ich unausgefegt forderte, fonnte er im Augenblick unmöglich dürfniß nach Gold, und der Hang zum Prunk, die Leichtigkeit

, wobringen.“) Dann hätten wir doch nicht mehr das frühere Glück in mit er gab, zog die leichtigkeit nach sich, aus allen Händen zu nehmen, einander finden können: er war von meiner Abreise zu tief verlegt anfangs gleichgültig jede Sache zu vertheidigen und verdammte ihn worden, und ich hätte es nicht verwinden können, mich dazu gezwungen zuleßt, jene schöne und große Rolle eines Lenfers der Revolution zu haben. Die Natur des Gefühls, das uns vereinigte, glich dem unter dem Verdacht der Käuflichkeit zu übernehmen. Andere lasterPfirfichflaum: einmal verwischt, kommt es nicht wieder. Ich fab ibn hafte Menschen, die einen guten Theil ihres 3h's den Sinnen vornur noch zwei oder dreimal, dann unterblieben seine Einsendungen. werfen, kaufen damit ihren Verstand und ihren Willen von diesen Sn legter Zeit, weiß ich, hat er gewünscht, aber zugleich gescheut, Tyrannen frei; dahin brachte es Mirabeau nicht. Aus den vertraumit mir zusammenzutreffen. Hätte er länger gelebt, wer weiß, wie lichen Mittheilungen der Frau 5. Nebra erfahren wir, bis zu welchem es nods gekommen wäre. .... Armer Unglücklicher! Die Trennung Grade die Unbändigkeit seiner Triebe in seine Seele störend einhat ihm seine beste, ich darf sagen, seine einzige Freundin gekostet... wirkte: sie lähmt seinen Muth, einem Weibe, das er hochschäfte, ein Ich hatte ihn lieb, schmeichelte ihm aber nicht. Die unangenehmen Weib, das er verachtete, zu opfern, und während er von der Frau Wahrheiten aus meinem Munde waren ihm willkommen und hatten von Nebra verlangt, daß sie vor seinen Ausschweifungen die Augen mehr Gewicht bei ihm, als wenn sie Andere ihm gesagt bätten; sie schließen fol, fühlt sich seine Eigenliebe von jenem leidenschaftlichen, bat ihm feine Gesundheit, vielleicht das Leben gefoftet; denn ich wußte ausschließenden, unduldsamen Gefühl der Eifersucht gequält. Ausihn am besten zu zügeln..... Wenn ich aber, um meine Sache zu schweifend und eifersüchtig, fein Herz zwischen zwei Frauen theilend, führen und meine Grundsäße zu verfechten, von den Fehlern der während seine Person jeder gehört, die ihm in den Weg läuft, raft Mannes sprechen muß, den wir geliebt haben, so dürfen wir ihn doch er, ein Othello, mit dem Pistol in der Hand, wie ein melodramatischer niemals mit Menschen gewöhnlichen Schlages verwechseln. Aus der Held und das zu einer Zeit, wo er bereits eine politische Macht ift. Gluth seiner Leiden{chaften ging auch jene Energie hervor, die so und dieser Mann, so unfähig, fid) zu beherrschen, der hätte, mit all Schönes und To Großes volbrachte. 3d wage es, zu behaupten, daß seinem Genie, eine Revolution beherrschen können? sein Herz gut war, daß er alles Große und Schöne mit Begeisterung Und doch war dieses Genie so wunderbar! Heute, wo uns die umfaßte".

geheime Korrespondenz Mirabeau's mit dem Hofe vorliegt, können Wir geben schließlich noch einige Betrachtungen, die ein Referent wir, abgesehen von seiner Rednermacht, seinen tiefen Scharfblick, die in der Revue des deux Mondes an die Bekenntnisse der Frau v. Nehra Richtigkeit seiner Rathshläge, und im Ganzen die Ehrlichkeit seiner fnüpft.

Absichten als Vermittler der Monarchie mit der Freiheit und Demo„Wenn Mirabeau im Alter von 36 Jahren mit jener Häßlichkeit, kratie vollständig würdigen. Wie sollte man da nicht einen frühderen erster Eindrud von Frau v. Nebra fo lebhaft geschildert wird, zeitigen Tod beklagen, der ihn gehindert, ein Problem zu lösen, das einem reizenden Mädchen von 19 Jahren, das völlig frei war, eine noch heute auf Frankreich laftet, und so seine Bestimmung zu erfüllen? andere Wahl zu treffen, eine ruhige, aufrichtige und ernfte Neigung ,, Und wohl mag die Ueberzeugung der Frau von Nebra einigen einzuflößen vermochte: eine Neigung, in die fich weder Sinnlichkeit, Grund haben, daß sie ihn gerettet hätte, wäre sie nicht gezwungen wornoch Eitelkeit, noch Eigennuß mischte; die, obwohl in gewissen Fällen den, ihn zu verlassen. Soviel steht fest, daß ihn mehr seine Aussaweizu nachfichtig, nichts weniger als friechend und habgierig war - denn, fungen, als seine anstrengenden Arbeiten getödtet haben, und daß in ihrem Stolze verwundet, fdheidet sie von ihm, mit dem sie fünf diese Ausschweifungen mit dem Tage zunahmen, an dem er diese Jahre eines dürftigen und qualvollen Lebens getheilt, gerade in der liebenswürdige, sanfte und hingebende Freundin verloren: fie regelte Epoche, wo er zu Ruhm und Ueberfluß gelangt wenn Mirabeau, einigermaßen sein Leben und zügelte seine Leidenschaften. Der Ges sag ich, so geliebt werden konnte: ift das nicht ein Beweis, daß die danke, daß dieses junge Weib vielleicht das Leben Mirabeau's hätte Heftigkeit feines Charakters und seiner Leidenschaften reichlich auf- verlängern und dadurch beitragen können, dem Lauf der Ereignisse gewogen wurde von einer Fülle an Güte, Gefühl und Zartsian; daß, feit 1789 eine andere Wendung zu geben, steigert das Interesse an um das Bild der Frau 5. Nehra zu gebrauchen, Ormuzd an seiner dieser anmuthigen Erscheinung und rechtfertigt den Versuch, ihren Bildung ebenso viel Theil hatte, wie Ahriman!

dunkeln Namen der Vergessenheit zu entreißen." ,, Es ift aber nicht minder wahr, daß das Zeugniß der Frau von Nehra uns in den Stand feßt, über die Gewalt und die verderblichen

Spanien. Folgen eines Lafters flar zu werden, das in Mirabeau faft den Charakter einer Krankheit angenommen hat.

Das moderne Drama der Spanier. **) ,, Montesquieu giebt einmal eine mehr blendende, als richtige

VII. Don Angel de Saavedra, Herzog von Rivas. Unterscheidung, um daraus das Schidsal Cäsaros zu erklären: ,, Dieser Mann", sagt er, ,, hatte keinen einzigen Fehler, obgleich viele Lafter".

Der Traum ein leben. Er wil unter Fehler, was dem Erfolg schadet, unter Lafter, was den Der Herzog von Rivas gilt in Spanien selbst für den ersten der fittlichen Mensohen entebrt, verstehen. Nachdem Montesquieu, aus lebenden dramatischen Dichter des Landes. In der That erinnert er der Hinneigung zur Spißfindigkeit, die ihn mitunter irre führt, diese auch durch die Erbabenheit seiner Entwürfe, die Tiefe seiner Gedanken, Unterscheidung geseßt, Hebt er sie einige Seiten weiterhin selber auf, die Poesie seiner Sprache mehr als ein Anderer an Calderon. Seine indem er auf die traurigen Folgen der Leidenschaft Cäsar's für Dramen 'gehören indessen mehr in das Gebiet dramatischer Dichtungen, Kleopatra hinweift; denn sie ist's, was ihn in Aegypten zurüdhält als zu den durch ihre Darstellung wirkenden Stüden. Wir zählen und ihn hindert, den Sieg bei Pharsalus zu benußen, und er schließt ihrer nur fieben, von welchen: „El desengaño en un sueño" (Die mit den Worten: ,,So bringt ihm eine wahnsinnige Liebe vier Kriege Enttäusdung in einem Traume) und „D. Alvaro", oder „La fuerza

del sido" (Die Macht der Rache) am meisten gerühmt werden. *) Mit dem Manne der Lejan, dem Buchhändler Lejay, Herausgeber des Das symbolische Drama: ,,El desengaño en un sueño" hat in Courrier de Province. **) Die Lejay, sagt Duinont in seinen „ Souvenirs sur Mirabeau", war

Idee und Durchführung große Aehnlichkeit mit Grillparzer's: ,, Der zu tief in seine Geheimnisse eingeweiht und im Befit zu vieler Geschichten Traum ein Leben.“ Da Rivas sein Drama ausdrüdlich als Driginal von ihm, war ein zu gefährliches und boshaftes Weib, als daß er es wagen durfte, mit ihr zu brechen, obgleich er fie yöllig satt hatte und in dem höhea. Größe und Verfall der Römer“, von Montesquieu. Kap. XI. ren' Kreise, in dem er fich damals bewegte, es oft genug fühlte, daß ihn diese **) Vgl. Nr. 76 und 117 des „Magazin" von 1857 und Nr. 8, 37, 81 Berbindung herabfeße.

und 92 von diesem Jahre.

bezeichnet und eine Uebertragung aus dem Deutschen überhaupt nicht falscheit, von Arbolan's Undankbarkeit schwer betroffen, erkennt nun wohl anzunehmen ist, so sheint wohl eher Grillparzer den Spanier die Erbärmlichkeit der Welt, beschließt jedoch, gegen sie zu fämpfen. der Beide eine gemeinschaftliche Quelle benußt zu haben.

Der ihm treu ergebene Capitain der Wache muß sich beim Feste binter Auf einer einsamen Insel lebt ein Magier in ruhiger Beschaus seinen Stuhl stellen, um auf feinen Wint die Verräther nieder: lichkeit mit einem geliebten Sohne, der gerade das Gegentheil von zumachen. Noch ruft ihm der Hof ein Vivat zu, aber er kennt die ihm ift: denn der heißblütige Cifardo beldwört Himmel und Meer, Menschen nun genug, um dies Gefdrei zu verachten. Jegt beginnt feinen Rerker zu sprengen und seiner thatendurstigen Seele einen das Festmahl; als er zu trinken verlangt, bietet ihm die Königin den Ausweg zu bahnen. Er (dmäßt auf die Tyrannei seines Vaters, der Giftbecher. Er aber wid, sie soll zuerst trinken, und läßt fie, da sie durch diese Absonderung doch nur seinen Sohn vor all dem Elend bes fich weigert, perhaften. Jeißt ftürzt Arbolan an der Spiße der wahren will, das den Menschen in der Welt sicher erwartet. Da Meuterer herein und bezüchtigt ihn laut des Mordes an dem alten Lisardo endlich einen Versuc macht, fic ins Meer zu stürzen, wovon König. Da verläßt lisardo Atles, felbft der Capitain, und mit Mühe Marcolan ihn nur mit Mühe zurückzuhalten vermag, verspricht ihm rettet er sich durch seinen Ring. diefer endlich: er solle die Welt fehen, solle Liebe, Reichthum, Ehre, In dem Garten, wo er einft Zora gefunden, erwacht Lisardo wieder. Magt erlangen. Aber eigentlich will ihm der Alte nur eine Lehre Er findet jenen nicht mehr so reizend, wie ehedem, denn Zora fehlt. geben, ihm die Nichtigkeit alles Jrdischen auf eine furchtbare Weise Schmerz und Reue, daß er sie von sich gestoßen, nagen an ihm. Da vor Augen stellen. Er versenft Lisardo in einen Zauberschlaf, aus wird die toote Zora vorübergetragen. Lisardo ftürzt hinzu, entfeßt dem er scheinbar erwacht und sich in einem herrlichen Garten findet. entfliehen die Träger. Er hebt sie von der Bahre, will sie vergeblich Hier erblidt er die reizende Zora und fleht sie entzückt um liebe an, lebendig machen und wüthet nun gegen sich selbst. Da tritt Liseo, Zora giebt bald seiner glühenden Werbung nady, sie will sein Weib' Zora’s Vater, zu ihm und macht ihm bittere Vorwürfe. Lisardo sucht fein; nur soll ihr Vater vorher unterrichtet werden. Diese Zögerung feine quälenden Gedanken dadurch loś zu werden, daß er Zora ein erhißt Lisardo's heftiges Gemüth, das nichts von Hindernissen wiffen prächtiges Grabmahl zu erbauen beschließt. Eitler Wahn! In diesem will. Indeffen giebt ihm der Alte feine Tochter, und Lisardo wähnt Augenblide geht sein Schloß in Flammen, auf und er hat nun ades sich nun glücklicher, als cin Bewohner des Himmels. Aber mitten in verloren. Vom Himmel verstoßen, flebt er die Hölle um Hülfe an. den Umarmungen der Liebe flüstert ihm sein böser Genius zu, daß Höllische Geister rüsten ihn aus, führen ihm Krieger zu, mit denen es auf der Welt etwas mehr gäbe, alø Liebe. Reichthum und Glanz

er nun seine Rache erfüllen will. Da tritt ihm der Engel des Herrn müsse dazu kommen, wenn jene von Werth sein solle. Er fieht entgegen und verfündet, daß das Maß voll fee. - Arbolan naht mit sich nun nach einem prachtvollen Jagdschloß geführt, wo reidhe Ges den Rächern; Lisardo, ohne Waffen, wird gefangen, in einen Rerfer wänder ihn und Zora schmücken, die jedoch immer einfach und be geschleppt und fol des Todes sterben. Jegt endlich geht er in fidy, scheiden bleibt. Seine Diener legen die ungeheuren Schätze des er würde gern ein anderer Mensch werden, aber es ist zu spät. Der Hauses vor ihm aus: das Gold, die Edelsteine, Wohlgerüche, Federn, Geist des gemordeten Königs, Zora's Schatten treten vor ihn und Krystadle żc. Aber mit ihnen fühleicht sich auch das Mißtrauen bei zermalmen seine Seele. Sein böser Genius verfündet ihm höhnisch Lisardo ein: den einen Diener hat er im Verdacht, daß er nada Zora zeitlichen und ewigen Tob, und schon öffnen sich die Pforten der strebe, den anderen, daß es ihm nach feinen Schägen gelüste Er Hölle. Da stürzt er besinnungslos nieder. wüthet, auch gegen 3ora, '

wird von dieser zwar wieder besänftigt, Er erwacht. Alles war nur ein Qredlider Traum. Wie wohl aber von dem bösen Genius aufs neue verlockt. Nur durch Madt, ist ihm, daß er sich in den Armen seines Vaters sieht. Er will jest flüstert dieser, fönne man den Reichthum und die Treue des Weis nichts mehr von den Genüssen der Welt. Seine Heimat ist bei seinem bes wahren. Tros aller Bitten Zora's, treibt es ihn in die Welt Vater. hinaus nad Ruhm und Macht, und müßte er Anstrengungen, Ges Wenn wir auch mit dem Grundgedanken, der jeden Únspruch an fahren, ja Verbrechen bestehen! Auch dieser Wunsch wird ihm erfüllt: die Sinnenwelt verdammt und streng abgezogene Beschaulichkeit auch ein mächtiger Herrscher sendet seinen General zu ihm und bietet für die lebensfrisdie Jugend predigt, feinesweges einverftanden sein ihm das Kommando über sein Herr an. Lisardo nimmt es freudig an, können und es einem Mönche überlassen müssen, diese Apologie der das überschickte Schwert entzückt ihn; er beginnt sich zu fühlen und Fleischabtödtung zu rühmen, so müssen wir doch befennen, daß die verläßt Zora vou hoher Entwürfe. In der That bebeđt er sich mit Idee selbst, geistreich, lebendig, logisch richtig durchgeführt, große Ruhm, und der König überbäuft ihn mit allen Ehren. Da erblickt er Kenntniß des menschlichen Herzens verräth und zugleich eine schöne die schöne Königin und alsbald Feimt auch der Gedanke in ihm, daß. Beherrschung der Sprache zeigt. In ,,Don Alvaro'' ist die myftische nur der glüdlich fei, der sie und den Thron besige. Seine Offiziere, Färbung noch düsterer, obwohl trefflich geschilderte Volksscenen das mit Geschenken von ihm überhäuft, sind ihm so ergeben, daß er das finstere Bild anmuthig unterbrechen. Aeußerste wagen darf. Einen Augenblick. (dwanft er, dann ist der Sturz des Königs von ihm beschlossen. Bei diesem Verbrechen kommt

Mannigfaltiges. ihm die Königin auf halbem Wege entgegen, indem sie einerseits eine Zur Spradfordung in Ungarn. Das sedste und legte glühende Leidenschaft für ihn und andererseits ihre Verachtung gegen Heft des dritten Jahrgangs der Zeitschrift Magyar Nyelvészet bes den vom Vorfe gehaften, unfähigen Regenten ausspricht. Diese for: ginnt mit dem Schlusse einer schon mehr erwähnten gründlichen Abdert ihn nun auf, den König im Schlaf zu tödten, er zögert, fie aber bandlung Hunfalvy's: ;, Vom rechten Gebrauche der Zeiten des Mazwingt ihm den Dolch in die Hand, stößt ihn fort, und das Verbrechen gyarischen Verbums". Bis dahin hat der Verfaffer den ,, redten erfütft fich.

Gebrauchil in alten Sprachdenkmälern und im historisden Gang der Lisardo ift König, die Königin fein; aber er idyaudert, wie die Muttersprache padgewiesen; jeßt folgen die Zeugnisse verwandter Hand, die den König fdlug, nun von dem huldigenden Hofe gefüßt Idiome, namentlich des Finnischen und Türkischen. Ein zweiter Arwerden soll. Der böfe Geist flüstert ihm zu, daß nun auch er den tifel betrifft den gemeinhin sogenannten Infinitiv, besser substantiven Dolch eines Meuchelmörders zu fürchten habe. Er sieht im Wahnwiß Verbalmodus der Hebräer, nach K. Nägelsbach. Ein dritter, übereinen Blutfleden an seiner Hand und führt so bedenkliche. Redens. schrieben ,, Bemerkungen Wilhelm Schott's“ (Schott Vilmos észrearten, daß die Königin über diese Anwandlung erschridt. Er will fich vételei), enthält eine Auswahl kritischer und ergänzender Mittheilunauf der Jagd erholen, und fein wackerer General Arbolan foll ihn gen des deutschen Gelehrten, aus Briefen an den Herausgeber, und begleiten. Aber Arbolan ist der geheime Liebhaber der Königin; um zum Theil durch Leßteren weiter ergänzt. Des Herausgebers Kritif einem Rendezvous mit dieser anwohnen zu können, giebt er vor, er von .. Rob neuestem Wert: ,,Italifer und Gräfen" (Halle, 1858), müffe in Lisardo's Abwesenheit den Thron wahren und könne deshalb ist in unserem Magazin" bereits erwähnt. Horváth rezensirt nicht mit. Die Jagd zerstreut den König nicht; der Gedanke an den ver. eine magyarische Ueberseßung des „Dedipus Tyrannos" (im Me übten Mord laftet schwer auf ihm. Ueberdies peinigt es ihn, seinen Thron trum des Driginals). von Karl Szabó. Endlich kommt noch Huna einem Weibe verbanken zu sollen. In dieser Stimmung trifft er auf falvy’s Beurtheilung der deutsch geschriebenen magyarischen Grameine Zauberin, welche ihm einen Ring schenkt, der die Eigenschaft matik A. M. Riedl’s (Wien 1858); das für den Verfasser sehr hat, unfichtbar zu machen. Mit ihm an der Hand misdt er sich unter günstige Ergebniß lautet also: ,,Obfchon dieses Buch hauptsächlic das Volk und bört nun, wie sehr man unzufrieden mit ihm ift. Seine für Ausländer geschrieben ist, so wirb doch auch der ungarische Leser, Soldaten stellen Arbolan ihm gleich, die Hofleute nennen ibn einen besonders der mit vaterländisder Sprachforschung sich besdhäftigende, Abenteurer und flüstern von geheimen Verbrechen. Lisardo empfindet zu seiner großen Befriedigung davon Gebrauch machen und wegen tief, welch ein höllisches Geschenk ihm die Zauberin gemacht; aber es einiger Mängel, die er etwa darin bemerkt, nicht sein Auge verkommt noch schlimmer. Er belauscht auch ein Gespräch der Königin schließen vor der großen Trefflichkeit, die Riedl's Sprawlebre unter mit Arbolan; die Königin liebt den legteren und hat lifardo nur vor allen deutsch geschriebenen die oberfte Stelle anweift, wie benn aud, geschoben, um durch ihn den Aften zu beseitigen. Jeßt wil sie lisardo in Anbetracht ihres echt wissenschaftlichen Charakters, keine ungarish durch einen Gifttranf aus dem Wege räumen. Lisardo, son dieser geschriebene mit ihr fich meffen kann.“

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Subjekts und des Objekts, des Jh's und des Nicht-js, des Frankreich.

Sages und des Gegenfaßes. Religion und Philosophie, die gewiffer

maßen diesen ewigen Dualismus zur Erscheinung bringen, find bemDie Religion des neunzehnten Jahrhunderts, nach Alaur. nach Gegenfäße und folglich - ewig verschwistert. Bereinigen wir

Um den Standpunkt und die Intention des unten angezeigten sie, indem wir fie trennen; bie Bernunft wage Fich nimmer in Bas religions-philosophischen Buches“) einigermaßen richtig zu würdigen, Gebiet der Theologie

, ein Offenbarungsdogma dringe nimmer in das feien, nach Anleitung der Revue de l'instruction publique, einige Heiligthum der Philosophie. Zwischen diesen beiden "antinomischen Betrachtungen vorausgeschickt.

Gränzsteinen errichten wir als Bindemittel eine unüberfteigliche Barre, Warum bist du Christ? - Ein Schüler der Kirchenpäter würde

Ein Schüler der Kirchenväter würde und damit sie sich versöhnt umarmen, untersagen wir ihnen, jemals antworten: Weil mein Herz in Christo einem Gnadenmittler, feinem zusammenzutreffen! Zwei über das Unendliche gegen einander auss metaphysischen Mittler zwischen Gott und der Schöpfung begegnet. - gestreckte, einander vergeblich suchende Hände wäre das Symbol des Weil ich an eine übernatürliche Weltordnung glaube, würde ein Friedens, den wir vorshlagen! Doktor des Mittelalters sagen. Ein Apologet des neunzehnten Jaht Das ungefähr find die Argumente der drei Schulen mit ihren hunderts wird ohne Zweifel fich dahin äußern: Ich glaube an Chris unendlichen Schattirangen, die heutzutage an der Lösung der relia ftum, weil ich ein Autoritätsprinzip haber muß. Sich felber über- giöfen Aufgabe arbeiten: der Gläubigen, der Ungläubigen, der Verlaffen, ohne den göttlichen Ballast,' würde der Rachen meiner Ver- mittelnden. nunft vor jedem Sturme hin und her schwanken; die ewigen Ge So abweichend sie aber auch von einander sind, in Einem Punkte wifheiten, welche die Vernunft in verzweifelten und ohnmächtigen sind sie einig, in der fast zum Uriom erhobenen Behauptung: die Anfäßen anstrebt, entweichen ihr unter den Händen; felbft die der Religion ist die eingefleischte Autorität, die Philofophie - ift der Togigeselsdhaftlichen Ordnung unentbehrlichsten Wahrheiten sind für sie fche Ausdruck der Freiheit. Die Wahrheit dieses Arioms zu prüfen unerfaßbare Nebelgestalten. Die Moral, die Familie, bas-Eigenthum, und festzustellen, kommt ihnen gar nicht zu Sinn; auch unser Autor alle jene wesentlichen Bedingungen von Ruhe und Ordnung, gegen that es nicht; wenigstens aber prüft er und verwirft einige der wichwelche die wildeften Leidenschaften unablässig anstürmen – wer gäbe tigsten Folgerungen, und daritt besteht das Verdienstliche Teiner Arbeit. ihnen die Weihe des Geseßes? Ueberal Zweifel und Anarcie! Ja, Zum Beispiel, die Gläubigen und Ungläubigen nehmen 'heutich bin Christ, weil auf allen Stufen des Bewußtseins, in allen Kunde zutage, in Uebereinstimmung mit der ihnen gemeinsamen Hypothese, gebungen seiner Thätigkeit der Mensch eines geistigen Zügels, einer an, daß, die Nothwendigkeit eines Autoritätsprinzipes zugegeben, die geheiligten Kette, eines höheren Elenientes der Ordnung, der Ruhe Wahrheit des Katholizismus fich aufs bändigste daraus berleite. Die und der Machtabstufung bebarf.

Frage ist nur, und darüber streiten fie, ob dieses Prinzip für die Wendet' euch nun an den Deiften mit der Frage: Warum menschliche Seele und Gesellschaft nothwendig fei? widerstreben dir die Glaubenslehren des Christenthums? Weil, wird Auf den ersten Blick dünkt es uns, als wenn Herr Alaur biefem er antworten, fie eine knechtische und gefährliche Verehrung des allgemeinen Vorurtheil beide Hände reichte; allein bald modifizirt er Autoritätsprinzipes, 8. 5. 'einer vorgeblich göttlichen Maßregelung, diefe anscheinende Zustimmung, indem er mit sinniger Schärfe den fordern, unter welcher der menschliche Gebanfe ftill fteht und das idealen und realen Katholizismus aus einander bält. Der ideale KathoHerz erstarrt! Hat Gott sor achtzehn Jahrhunderten dem Mensden- lizismus ist ihm einfach die Religionslehre, in welcher die gesellschaftgeschlecht Ades" mitgetheilt

, was es zu wissen braucht: wozu bun die liche Autorität die individuelle Vernunft unterweist; diefe nimmt fie Wissenschaft, wozu die Bewegung, wozu das Leben und die Arbeit anfangs als Glaubensaft in fich auf, beleuchtet sie demnächst und ervon Generationen? Was wäre dann der Fortsdyritt Anderes, als der klärt sie endlich. Die Lehre, die den Gebrauch aller unserer Kräfte gottloseste, der widerfprechendste Wahn? Die Norm, welche die Gesell. weckt, um ihnen dann vorzugeben, ist nothwendig, wie die gesellschaftshaft wie die Seele braucht, ist das angeborene Gefühl der Ordnung, Viche Autorität felbft, zu der sie gehört. Aber seine Natur! Sein ift bas freie Bewußtsein, feine todte Formel. Jede positive Religion Inhalt? Hat man darin das Resultat einer großen naturwüchsigen macht das Individuum, das sich von ihr knechten läßt

, zu einem Auto Erleuchtung der Menfdheit, oder die überlieferte Formel einer äußeren, maten und so.'gewissermaßen zu einem Selbftmörder: dent fré vers befonderen, in die Mitte der Zeiten urplönlich hineingetretenen Offenfeßt die Quelle feines Lebens, seiner Thätigkeit, seiner Vernunft, barung zu sehen? Mit anderen Worten: der reale Ratholizismus, feines Gewissens- außerhalb feiner und bindert ihn, das. Ideal inner: den die fichtbare, 'die römische Kirde bekennt – ift er eine wandelhalb seines Herzens zu empfinden. Hinweg dann mit der posi- bare oder eine bleibende Form der reinen Religion, des idealen Ratho. tiven Religion! Die Philosophie überall, die Philofophie, . H. die lizismus? Nach Herre Alaur hat die logit des Autoritätspritizipes Freiheit!

"Peine Antwort auf diese Frage; Fie befdränkt sich darauf, es für die Wer kommt ießt?.... Aba, ein Weifer, oder ein Politifer: ein individuelle Vernunft als ein Bedürfniß zu erklären, von einer vorumfaffend mitfühlendes Herz, ober" ein feiner diplomatischer Kopf. angegangenen und höheren Lebre angeregt und geschult zu werden, Er fängt damit an, die ausschließenden Tendenzen der beiden Sculen und da diese Lehre, der Definition gemäß, sozial, menschbeittidy

, zu beklagen: die eine will die Philosophie der Religion, die andere allgemein ist, só hat man fie katholisch zu nennen, obgleid fie die Religion der Philosophie opfern. Welder Menfo, ruft er in nicht nothwendig mit derjenigen zusammenfallen muß, welche die fichtfeiner vermittelnden Aufrichtigkeit oder Klugheit, welcher Mensch kann "bare Kirche unter diesem Namen lehrt. - Kurz," man kann Togije der Milch der Autorität entwöhnt werben? Und welder Mensch bas Autoritätsprinzip zugeben, ohne deswegen Katholit fein zu müssen wiederum kann das fräftige Brob der Freiheit entbehren? Freiheit - Ein zweiter Sag, den Herr Alaur aufstellt, ift" nicht neu, *3

zeigt Autorität: diese beiden erhabenen Wefenbeiten entsprechen den höchften aber den offren und glüdlichen Bruch mit den Theorieen" des Tagee. Bedürfniffen des Menschengeschlechts. Die eine ift der Ballaft, die Allgemein sieht man heutzutage im Christenthum eine gute über andere das Segel des Nachens. lernen wir die gleichen Dienfte, schlechte, aber fyftematische, vollständige, doktrinäre Ertlärung Xes die fie leisten, tennen, suchen wir fie zur Ruhe der Gewiffen zu ver Menschen und der Menschheit. Die Gläubigen ftellen das Christene föhnen! Ueberall macht fich das gleichzeitige Bedürfnis geltend der "thum als das leßte Wort des Räthfels bar, in ihm babe der Geist, Ordnung und der Freiheit, der gesellschaftlichen und der persönlichen nach qualvotlem, unfruchtbarem Umbertaften und Suchen, die endliche Rechte, der Regierung und der Opposition, der Laft und der Kraft, Rube gefunden. Die Ungläubigen urtheilen dem schnürstrade entder Bewegung und der Rube, der Thätigkeit und der Regel, bes gegen: Was, rufen sie, es sollte ein für alle Mal irgend eine all

„La religion au XIX. siècle”: Pbilosophie religieuse, par 'J. gemeine lebre feftgestellt sein, eine lehre, in deren Sinne das MenE. Alaux. 1 vol. in 12. Paris, L. Hachette & Co.'

schengeschlecht dazu verurtheilt wäre, hier auf immer seine Zelte

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und aus ihr, der einmal erkannten, alle in ihr begriffenen einzelnen jene ihren Ausdruck in DEL 1986?phie, diese in der Religion bat: der ,

aufzuschlagen! Darüber wird nun lang and breit, in Anklage und Mannigfaltigkeit, die wechselnde Bewegung der Systeme. Voraus Vertheidigung geftritten; im Grunde aber find die Parteien einiger

, gefeßt, daß eine allgemeine Erklärung keine geoffenbarte Thatfade ale fie meinen. Beide faffen die Religion als eine allgemeine Er- fein Dogma leugnet oder verfälscht, hat fie dieselben kirchlichen Ehren klärung, oder den Versuch dazu, für wenn auch nicht alle Dinge, doch für die rivalifirenden Erklärer, für die einander feindlichen Theologa. mindestens für das sittliche und geistige Leben. Nur wollen die Einen Sie kanonisirt den Peripatetifer Thomas von Aquino, wie sie den is keine allgemeine gottgeoffenbarte Erklärung, weil es ihr Wunsch ift

, tonifer Auguftin kanonísirt hat, wie sie den Mystifer Bonavenie: ftets zu suchen, und ein fertiges Werk, das sie zur Muße verurtheilt, kanonisirt. Sie entscheidet fich für keine Philofopbie ausjólieflio. der unsterblichen Unruhe ihres Geiftes widerstrebt; die Anderen da- als wäre diese die volftändige Synthese, der endgültige Austund der gegen nehmen sie unbeseben an, wie sie ist, aus Angst vor den Ge- Dogmen, die sie lehrt; fie seßt diese Dogmen selbst als versiegelte fahren des Weges und den Abgründen, die ihnen

auf demselben überall Mysterien, in die fein mensdlicher Blick auf Erben dringt. brohen. Shrer Meinung nach besteht die Arbeit des Menschen

Noch auf eine dritte, fehr wichtige, sehr praktische und fest nicht darin, die große, bas Prinzip feiner geistigen Thätigkeit ent- kannte Wahrheit weift das Büchlein in vortrefflicher Spraợe ta. Haltende theoretische Synthese zu schaffen, sondern sie zu erkennen 1 Wenn Freibeit und Autorität einen wirklichen Gegensaß bilden, toen

To müffen Philosophie und Religion entweder einander radifal aus asd Herr Alaur wirft mit vollem Recht die Frage auf, ob nicht der schließen oder, fich wechselseitig einander beschränkend, vereinigen. Begriff, den man sich in den beiden entgegenstehenden Lagern von Und das verkündigen in der That alle religiösen oder niót babin, die von den Scholaftifern aufgestellte und von Malebranche Seelen ftreiten. angenommene und nur abgeänderte Thesis wieder aufzunehmen. Nach mit Ihr trefft auf ungläubige, sonst febr verständige Menschen, die dem berühmten philosophisGen Mönđ sind die geoffenbarten Dogmen das Christenthum følechtweg verleugnen, ohne daß fie etwas gegen feine Theorie, fein System, teine Erklärung, mit Einem Worte: keine die Dreieinigkeit, now gegen die Fleischwerbung Christi, noch gegen

Wissenschaft; fie sind schlechthin ein Gesammtes pon Thatfachen einer irgend weldes Dogma einzuwenden hätten; aus feinem anderen gewissen Ordnung, die zu kennen für die Menschen wichtig sind, Þie fie Grunde, als den, daß die Philosophie, als folche, in ihrem Wesen in das übernatürliche Leben einzureihen haben. Troj aber ihres eigenen ihnen mit der Religion, als solcher, unverträglich scheine. (sui generis) Charakters sind diese Thatsachen, wie alle wirklichen Ebenso begegnet Ihr gläubigen Christen, die an dieser oder jeder Thatsachen, der Bewährung vonseiten der Vernunft fähig; sei es, daß Philosophie nichts auszusehen haben; allein die Philosophie überhaupt diese ihre innere Glaubwürdigkeit oder den Werth der Zeugnisse.. mißfällt ihnen, weil sie in iører abstrakten Natur ihnen dem Christendie sie verbürgen, untersucht. Noch mehr, fie können von der Höhe thum schroff entgegenzustehen scheint. des einen und des anderen Prinzipes aus, das sie der Vernunft zu- 4 Die vermittelnden Geister und die Diplomaten – die Besten und führen oder in deren lichten Tiefen schöpfen, verallgemeinert und zit die Schlimmsten finden sich mitunter einverstanden; schmerzlicher Geeinem innigen Zusammenhange an einander gefettet, koordinirt werden.

danke! - von demselben Prinzip ausgebend, kommen zu einem andeGerade diese logischen Coordinationen, durch psychologische, physische, ren Schluß: Glaube und Vernunft beschränken einander, halten einhistorische Thatsachen, wie durch Vorstellungen jeglicher Ordnung, ander das Gleichgewicht, wie z. B. die Pairskammer und die Depu. vergrößert, madjen in ihren umfassenden Synthefen die Versuche zu tirtenkammer im constitutionellen System, wie der Herr Pfarrer und allgemeinen Erklärungen aus. Aber, wohl gemerkt, diese allgemeinen der Herr Maire in einer gutgearteten Gemeinde. Erklärungen, als solche, haben nichts Geoffenbartes, nichts Göttliches In der Praris ist diese Vorstellung des Gleichgewichts eine an sich, es sei denn die dogmatischen Thatfachen, die sie erfaffen und unbestritten glüdliche. Die Menschen beschränken fich von Natur koordiniren. Gewiß, sofern sie echt chriftlich sind, verfälschen sie eben- gegenseitig in der Entwicelung ihrer Thätigkeit, und das Geset hat fowenig irgend eine dieser Thatsachen, wie irgend ein gutes phyfifdhes Fedem genau die Gränze zu stecken, wo seine Macht aufhört: das ist Theorem irgend eine Naturersdeinnng verfälsot, von der es Rechen- des Gesetzes wichtigste, vielleicht wesentliche Function. Aber ist diese fchaft geben will. Allein selbst dann, wenn fie alle Glaubensdogmen Regel, die von persönlichen Beziehungen gilt, auf Ideen anwendbar? noch so gewissenhaft achteten: vom religiösen Gesichtspunkte aus haben Die geistigen Kräfte haben, wo sie auch wirksam find, ein Reật, sie feine unbedingte, ausschließende Geltung. Es steht jedem frei, zu wirken, vorausgesegt, daß sie ihrer Natur gemäß, daß sie logisd sich für die Systematisirung zu entscheiden, die ihm die verständigfte

, wirken. Was fie dann wahrnehmen, haben sie ein Recht, wahrzunehmen; schlichteste, begreiflichfte dünkt

. Die Kirche, als solche, hat nights was sie begreifen, haben sie ein Recht, zu begreifen; was sie bez damit zu schaffen. Sie legt dem Mensdengeschlecht eine gewisse leuchten, haben sie ein Recht, zu beleuchten, und ihr Recht, fehr perSumme von Wahrheiten vor, kein rationales, philofophisches Ganzes, fdhieden von dem unserer massiven, undurchbringlichen Person, fört kein erklärendes Theorem. Die Dogmen sind, wie gesagt, geheimniß- nur an den Gränzen ihrer Macht auf. polle Thatfachen, die ihren Urgrund und ihre Einheit in Gott haben, es trete Einer zu dir heran und sage: Ich bewillige deinem uns aber, in unserer irdischen Verfassung, nur als Thatsachen ge- Auge die Befugniß, auf 15 Schritt Distanz zu sehen, weiter aber nicht, geben sind. .

selbst wenn es fid; mit dem Teleskope bewaffnet, bei Strafe des So weit Malebranche. Mit unserer gegenwärtigen Religions- Gebege-Frevels gegen die anderen Sinne – wirst du ihn nicht für philosophie, die im Christenthum das Prinzip der Autorität

, der Syn- unrichtig im Kopfe erklären? Offenbar begeht man aber denselben thefe, eine Adlehre bier verehrt, dort verdammt – mit der ift Male Srrthum, wenn man der Vernunft unverrüdbare Gränzen vorzeichnet; branche's Meinung unverträglich; aber durch und durch orthodor ist einen noch schlimmeren Mißgriff begeht man, wenn man diese Gränzen sie; das bezeugt die ganze Kirchengeshichte. Es ist eine eitle Ein- in einem anderen Erkenntnißmittel zu finden vermeint. Guter Goft, bildung der Autoritäter, daß die driftlichen Philosophen, als Christen, bringen wir doch da Scranfen an, wo sie die Natur verlangt, stecken über alle wichtigen Glaubenspunkte einig find; daß der geistige Kampf wir sie nicht überall ab! Begränzt das Gesicht das Gehör? Ist der auf diesem Gebiete ursprünglich von einem mehr oder weniger syfte- Geruch eine Barre für den Geschmad und den Taftsinn? Ebensowenig matischen Unglauben ausgegangen fei. Ihre eigenen inneren Zer-mag, in des Wortes ftrengem Sinne, die Vernunft bie Erfahrung, würfnisse halten sie fälschlich mit für die verderblichen Ergebnisse der die Erfahrung den Glauben, aber auch nicht der Glaube die Verdurch den Protestantismus eingedrungenen Anarchie und träumen, nunft besøränken. Der ausschließliche Gebraus einer fortwährend daß im Mittelalter alles Harmonie, Einheit, Frieden war. Welche und unflug zu Rathe gezogenen Kraft wird in gar vielen Fällen die Täuschung! Welche Verblendung gegen die ausgemachtesten That- Quelle gewisser Täuschungen, und wenn er auch nicht den Verstand fachen! Rehmt die rechtgläubigften, die berühmtesten Theologen vor irre führt, so hat er doch immer den Uebelftand, ihn zu verengern. ber Reformation zur Hand und leset! Faft überall, wo der heilige Man kann wohl bildlich sagen, unsere Kräfte müffen jede ihren recht

Thomas mit den Dominikanern Ja sagt, fagen die Franziskaner mäßigen Theil bekommen, und keine darf in das Loos ber anderen mit Duns Scotus Nein; der doctor seraphicus (der heilige Bona- eingreifen. Aber diese unbestimmte Regel praktischer Klugheit und ventura) geht weder mit dem doctor angelicus (Thomas), noch mit Bequemlichkeit zu einem wiffenschaftlichen Prinzip, und dieses Prinzip bem doctor subtilis ( Duns), und Alle verwerfen die philosophischen zu einem ftreng absoluten Ariom erheben, das ist schlechte Sholaftit, Ideen des Heiligen Auguftin. Mitten in dem Hundertjährigen Gezänk die sich mit zweideutigen Worten abfinden läßt und die hohlfte Abder beiden Bettelmönchorben kommt Gerfon und sagt sich in der Ver- ftraction zu etwas Wirklichem macht. zweifelung, fast ganz von der Philosophie los, und nach ihm versuchen Die Vernunft ift mithin feinesweges in dem Grabe der Gegeneß die Vorgänger des Suarez mit einem wissenschaftlich dürren fals bes Glaubens, daß ihr nie und unter feinem Umstand Zulaß in Eklektizismuß. Welch ein Getümmel neu entstehender, fid umgestalten- das religiöse Gebiet gestattet sei

. Herr Alaur fagt sehr richtig: der Schulen, die in ihrer Eifersucht über einander herfallen! Das Unter den Gläubigen bildet sich ein großer Theil ein, die Vernanft Alterthum in seiner schönen, ruhig talten Weisheit hat nimmer einen anzuerkennen, indem sie dieselbe willkürlid besöränken. Wie intonso erhabenen Lärm gehört

. Und was fagt die Kirche dazu? Nichts! fequent! Sehen sie denn nicht, daß, wenn sie irgendwo gilt, fie überall Sie läßt gewähren, läßt gelten, begünstigt sogar mittelbar die gilt, wo sie einen Ausspruc thut? Gott offenbart den Menschen

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eine Lebre; bat aber nicht die mensdliche Vernunft darüber zu richten, 1. Art. 10. In Zukunft darf feiner als Angestellter :an die Biblio

ob diese Lehre wirklich von Gott ift? Und insofern fie Richter ist, thek berufen, werden, wenn er nicht den Grad eines bachelier ès muß ihr Spruch nicht untrüglich sein?"

lettres (etwa Magifter) oder bachelier ès sciences (etwa Doktor der Von dem uns gestatteten Raume besdränkt, foließen wir, indem Philosophie) erlangt hat. wir zusammenfassend den Inhalt des höchst interessanten Wertchens Judeß wird dieser Gran nicht gebersicht von den Supernumeraauf drei Thesen zurüdführen, die der junge, geiftvolle Deafer ftreng rien, die etwa- gegenwärtig bei der Bibliothet beschäftigt: sind, und logisc entwidelt:

von den Hülfø-Angestellten bei der Anfertigung der Kataloge. 1) Man kann das Autoritätsprinzip: zugeben, bhne daß daraus Art. 11. Keiner kann zum Angestellten ernannt werden, der nothwendig das Zugeben des Ratholizismus hervorgeht.

nicht mindestens ein Jahr als Supernumerar gearbeitet hat, oder der 2) Die Religion ist keine doktrinelle und theoretische Idee der nicht drei Dienftiahre in einem öffentlichen Berwaltungszweige zählt. Weltordnung, fondern vielmehr die Bescheinigung einer gewiffen An- Ausgenommen sind jedoch von dieser Bedingung, diejenigen, welche zahl von Thatfachen, die dem Menschen zu erteunen wichtig find, um zum Dienfte der Kaffe, des Secretairs oder des ordentlichen Søreizu jener Idee zu gelangen.

bers berufen werden.; 3) Vernunft und Glaube find keine Begriffe, die zu einander Jeder Angestellte reihet am Tage feiner Ernennung in die dritte, Gegenfäße bilden oder sich einander die Wage halten.

i
also leste klasse.

Reiner fteigt in die nächstfolgende Klasse auf, wenn er nicht in berjenigen, die er jeßt einnimmt, mindeftens zwei Dienstjahre zählt.

Dieselbe Regel findet ihre Anwendung auf die Angestellten erster Reorganifation der kaiserlichen Bibliothek.

Klasse, um zum Bibliothefar befördert zu werden. ;; Das auf den Bericht des Ministers des öffentlichen Unterrichts Art. 12. Kein in Zukunft berufener Beamter darf mit seinem am 14. Juli erlassene faiserliche Defret, welches bie Neugekaltung der an der Bibliothek bekleideten Dienste irgend ein anderes Amt verleben. kaiserlichen Bibliothek beftehlt, ist für die Gelehrtenwelt von zu 60 Art. 13. Die Subdirettoren und Konservatoren bilden einen behem Interesse, als daß wir anstehen dürften, es, seinem wesentlichen rathenden Ausschuß, den der General Adminiftrator einmal monatJubalte nach, in wortgetreuer Uebertragung unseren Befern wieder- lich zusammenberuft. zugeb en...

Art. 14. Die gegenwärtige Zahl der Ronservatoren und HülfgArt. 1. Die Verwaltung und Leitung der taiserlichen Bibliothek konservatoren kann erst nach Maßgabe der Erlösdungen, oder im in allen ihren Abtheilungen find einem General-Adminiftrator an-Wege der Entschädigung und der Zuerkennung der Pensionsberechtigung, vertraut, der unter unserem Minister des öffentlichen Unterrichts und auf die in diesem Defret bestimmten Verhältnisse zurüdgeführt werden. der geistlichen Angelegenheiten steht.

Die gegenwärtigen Konferpatoren und Hülføkonfervatoren vers Art. 2. Der General Administrator wird von uns, auf den Bore bleiben demnad jeder bei ihren Functionen unter demselben Titel und schlag unseres Ministers, ernannt und entlassen. - Er muß in der mit demselben Gehalte. Bibliothek wohnen und darf sich, ohne vorgängige Erlaubniß, nicht Art. 15. Es wird sofort ein Inventarium aller Sammlungen daraus entfernen.

der Bibliothek aufgenommen. Art. 3. Die Bibliothek zerfällt in vier Abtheilungen:

Art. 16. Unser Minister des öffentlichen Unterrichte und der 1) gedructe Bücher, Karten und geographische Sammlungen; Kulte wird durch ein besonderes Reglement für alle Einzelheiten des 2) Handsdriften, Urkunden und Diplome;

inneren Dienftes das Nöthige anordnen. 3) Denkmünzen, geschnittene und alterthümliche Steine;

Art. 17. Alle dem gegenwärtigen Dekret entgegenlaufende Bes 4) Kupferstiche.

stimmungen sind aufgehoben. Art. 4. Von 1859 ab wird die Bibliothek, mit Ausnahme der Art. 18. Unser Minister Staats-Secretair im Departement des beiden Dsterwochen – vom Palmsonntag bis Quasimodo - das öffentlichen Unterrichts und der Kulte ift mit der Ausführung gegenganze Jahr bindurd geöffnet sein.

wärtigen Defretes beauftragt, Art. 5. Vom fommenden 1. Dktober ab sou die Arbeitszeit, die Geschehen zu Plombières, 14. Juli 1858. Napoleon gegenwärtig nur 5 Stunden täglich beträgt, auf 6 Stunden verlängert Außer dem vorstehenden Defret veröffentlicht der Monitev vom werden.

20. Juli den Bericht des Herrn Mérimée im Namen der mit der PrüArt. 6. Sobald die in der Bibliothek unternommenen Bauten fung der bei der Organisation der kaiserlichen Bibliothel einzuführenes gestatten, follen in der Abtheilung der gedructen Bücher zwei den Verbesserungen beauftragten Kommiffion, an den Minifter. Die Säle eröffnet werden: ein Lefesaal und ein Arbeitssaal.

Mehrheit dieser Rommission hatte sich für den Vorschlag entschieden, Art. 7. Zum Dienfte der Bibliothek beftehen in jeder Abtheio die Abtheilung der Kupferstiche in das Museum zu übertragen. Der lung ein Konservator-Subdirektor und ein Hülfskonservator-Subdiret- Minister ging nicht darauf ein, weil er die Kupferstiche mehr als tor. Jedoch können in der Abtheilung ad 1, Art. 3, dem Konservator Hülfsmittel des Studiums der Geschichte als der Runft betrachtet. drei Hülfotonservatoren zugesellt werden.

Ebensowenig genehmigte er den Vorschlag, das genealogische Rabinet Das Personal besteht überdies aus: Bibliothekaren, Angestellten von der Bibliothel zu trennen und es mit dem Staatsarchiv zu erfter, zweiter und dritter Klasse, Supernumerarien und Gebülfen, Vereinigen. Arbeitern und löhnern. Ferner: aus einem verantwortlichen Schaf Mit Ausnahme dieser Abweichungen hat das Delret diesen Rommeister mit Bibliothekarrang; aus einem Secretair der Direction und missionsbericht, der dem Ministerialbericht zu Grunde liegt, nun faneeinem ordentlichen Schreiber, der den Rang als Bibliothekar oder als tionnirt.

(R. I. P.) Angestellter bat. Art. 8. Die feften Gehälter sind:

Nufland. für den General Adminiftator unb Direttor . 15000 fr. die Ronservatoren-Subdirettoren.

10000 s.

Die Altgläubigeu der ruffischen Kirche.
Hülfskonservatoren
7000.

(Fortseßung.)
Bibliothetare.

4000-5000 Fr. Das finb ungefähr die merkwürbigften Züge aus der VergangenAngeftellten erster Klaffe

3200-3600 heit der Altgläubigen, und wenn die beiden Brughtheile über einen zweiter Klasse

2500-3000 ziemlich auf die Spiße getriebenen Gewiffenspunkt uneing find, so dritter Klasse.

1900-2400 einen fie doch dieselben Erinnerungen, dieselben Beftrebungen und die Supernumerarien

1800 Fr.

Beharrlichkeit, mit der fie durch die Verfolgungs-Epochen gegangen Gehülfen ...

1300-1800 - find, um in die günftigere Lage zu tommen, die ihnen die gegenfür Arbeiter und föhner:

wärtige Regierung fichern zu wollen scheint. Ju ihr Privatleben für den Dienftchef.

1500 Fr.

führt uns Schtsdedrin burc feinen Roman, in welchem er seine - einen Aufwärter.

1100-1200 während eines langen Aufenthaltes unter den Diffidenten gesammel• Shleußerinnen und Dienstmägde

500 fr.

ten Beobachtungen und Erinnerungen niedergelegt hat. Hören wir Buchbinder in der Bibliothets-Wertftatt. 1300-1500. bie Betenntniffe eines Diffidenten, Yalov, des Helden in der Erzäb. Buchbinderinnen . .

800-900. lung: . Die Einsiedler". Aufpapper in der Rupferstich-Werkstatt.. 1100-1200

Meine Aeltern waren Chriften alten Shlages.) Bor hundert Art. 9, Die Subdirektoren und Hälføsubdirettoren werden, auf Jahren verließ mein Ahn das Dorf Groß- Rußlands, wo die Gebeine Vorsólag unseres Staatssecretairs, Minifters des öffentlichen Unter- seiner Vorfahren ruheten, um in den Schmieden des Guberniums richts und der geistlichen Angelegenheiten, von uns Berufen und ent- Perm Arbeit zu suchen. Er hatte fich selbft zum Eril verdammt, wie lassen.

alle Altgläubigen, die um diese Zeit haufenweis theils nach Polen, Die Bibliothekare, Angestellten, Supernumerarien und Gebülfen

*) So nennen sich die Altgläubigen und weisen die Bezeichnung Settirer werden von unserem Minister berufen und entlassen.

(pack AHUKK) als einen Schimpf zurid,

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