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Schwer ist es, die magische Seite des Geistes zur klaren An- gen, unerbittlichen Hölle gemacht; jenem Mysticismus, welcher fein schauung zu bringen, da wir, im Tagleben stehend, das Nachtleben Vertrauen zu den Menschen, feine Liebe für die Natur, feine Hoffnicht gleichzeitig überblicken können. ,,Gleichwohl“, sagt der Ver nung für die Entwickelung des Menschengeistes hat, in seinem Hoch. fasser, „wird jeder zugeftehen, daß ihn oft Gedanken überkommen, muthe fich einbildet, allein der Fülle göttlicher Offenbarnng theilhaftig von denen er nicht weiß, woher sie entstanden. Er fömmt nicht durch zu sein, und mit Entäußerung seines göttlichen Funkens das Gefälschte Anschauen dazu, nicht durch Nachdenken, nicht durch Lehre und Ueber an die Stelle des ewig Wahren reßt, und jener atheistischen Weltlieferung. Diese Gedanken gleichen bald Lichtblißen in der Wissen- anschauung, welche, stolz auf ihr eraktes Wiffen, alles Geistige leugschaft, bald einer poetischen Inspiration; fie treten hier als plößliche net und im Nomen der Seele, die sie verwirft, des Gottes, den sie Sinnesänderung und Erwedung auf, dort als die überwältigende verlacht, des Jenseits, das sie leugnet

, ihren Maßstab des GreifUeberzeugung des Gelingens durch die Macht des Glaubens; sie baren, Zerseßbaren, Zergliederbaren auch an das anlegt, was nicht zu kleiden sich hier in die Form einer göttlichen Erleuchtung und dort in wägen, nicht zu zerseßen und nicht zu zerlegen ist: giebt es eine Vera die einer diabolisden Versuchung in der Raserei der Leidenschaft. Wie söhnung, fo unwahrscheinlich dies auch scheint. Man prohibire auf der oft ist unser Denken und Thun doch das Resultat nicht der freien einen Seite nicht die Vernunft, man leugne auf der anderen nicht, daß Ueberlegung, sondern eines unbewußten Treibens und Drängens! etwas Geistiges, mit der Materie Gleichberechtigtes existire, und die Wie schießen alle dunkelen Keime der Entschlüsse im Augenblicke zur Brüde zum Verständniß ist geschlagen. Wir dürfen nur dem von That auf; wie tritt an die Stelle der Ueberlegung die Begeisterung, leffing und Herder betretenen Wege folgen." an die Stelle der Besonnenheit die Schwärmerei, an die Stelle der Klugheit die Raserei der Leidenschaft! Ja, wie oft vergift man in

,,Haben wir somit ber einen Hälfte unseres Geistes nach dem Beherrschtsein durch Gefühle den Zusammenhang der Wirklich gespürt in ihren geheimen Tiefen; hat sich vor unseren Blicen ein feit des Bestehenden uud Erreichbaren! Wer ertappte fich, vor fidh vollfommenes Gemälde aufgerollt, indem wir uns bemüht haben, den selbst ersdreckend, nicht auf Gedankenreiben, von denen er nicht wußte

, inneren Zusammenhang einer Menge bisher einzeln stehender, oft un. wober sie ihn überkommen, und wer hat nicht an sich selbst erfahren, erklärlicher Erscheinungen zu zeigen; haben wir gesehen, daß vom daß das, was er aus innerem Triebe, halb unbewußt, ergriffen, oft Traum bis zur Offenbarung, vom 3nstinkte bis zum Schaffen des riesengroß in das Leben hineinwuchs und einen Wendepunkt für das Kunstwerke, vom Ahnen bis zur Zuversicht des Gottesglaubens, von ganze Dasein bildete? Wem ist nicht eine Verfettung von Umständen dem liebenden Blide der Mutter bis zur Wunderheilung und von der nabe getreten, die er sich vergebens durch ,, merkwürdigen Zufall", Bewegung der Wünschelruthe bis zum Wunder ein in einander grei,, Vorsehung“, ,, Scußgeist“, ,, Anzeichen vom Jenseits" zu deuten fendes, empfangendes und wirkendes Geistesleben verfolgt werden versuchte?"

kann: so tritt so Manches, dem man sich bisher nur mit Scheu Der Verfasser fucht demnächst einzelne frankhafte Erscheinungen naben durfte, in den Kreis einer wissenschaftlichen Bearbeitung. In im Geistesleben der Individuen, wie im Kulturleben der Vörfer durch Mythe und Geschichte, in der religiösen Entwicelung aller Völfer, in die, unter Zurüddrängung der intelligenten Seite, vorberrschende Ein- ihrem Glauben und Aberglauben spielt das magische Leben des Geistes wirkung der magisden Seite des Geiftes zu erflären. Zu diesen frant. eine so wichtige Rolle, daß, so lange es eine Geschichte giebt, das baften Erscheinungen gehören der magnetische Schlaf, der natürliche tiefste Innere der Menschheit davon ergriffen und bewegt wird, ja, und der künstliche Somnambulismus, die Clairvoyance, die Visionen, daß es zweifelhaft bleibt, ob mehr der Berstand, ob mehr das magidas zweite Gesicht, die Elftase, das Besessensein; ferner die Mantif (dhe Gemüthsleben auf die Entwickelung der Menschheit gewirkt. (wobei auch die Psychographie und das Tischrücken besprochen werden), ,,Soll jenes magische Leben des menschlichen Geistes, wie wir die religiose und die poetisde Verzüdung, die magische Heilkunst, die es in empfangender und handelnder Richtung verfolgt haben, schon Zauber und Wunder bei älteren und neueren Völkern, die Heren, hier aus der Erde in der Fortentwidelung des Geschlechts eine weitere Geisterseher und Geisterbeschwörer. Sofern bei diesen Erscheinungen Ausbildung gewinnen? Soll der Mensch in der Folge, wie er im nicht vom Betruge und von der Charlatanerie, oder vom Aberglauben Verstande Alles ergründet, gleidszeitig Vergangenheit und Zukunft mit und vom Fanatismus, die Farben gemischt und die Bilder kolorirt klarem Blicke umfassen, und, wie er in dem Beherrschen der Naturwaren, lag ihnen überall, wie der Verfasser naďweist, nichts Anderes geseße auf physikalischem Wege die höchsten Triumphe noch feiern wird, zum Grunde, als die Geistesthätigkeit jener Hälfte unserer Seele, aud, jene moralisdie Herrschaft über die Natur erlangen, daß er sich die die er uns als den ,,innereu Sinn", als den Grund des Traumes, Erde zum Paradiese umgestaltet, indem sein Wirken dem göttlichen Wilder Ahnung, der Prophetie, der Kunsttriebe, des Gewissens und des len, sein Wollen dem göttlichen Schöpfungswerke gleichen wird? Oder ist Glaubens nachgewiesen – jene Thätigkeit, die er als Aeußerung des Alles, was uns das magische Geistesleben abnen läßt, nur Andeutung ,,magischen Seelenpoles" bezeichnet.

einer höheren Entwickelungsstufe, die der Menschheit bereinst werden Wir haben hier nicht zn untersuchen, ob das vom Verfasser auf- soll, wie jede Entwickelungsstufe schon den Typus höherer Bildung gestellte System in einzelnen Stücken mit den Theorieen der Physiker in sich trägt? Wir möchten es glauben, möchten glauben, daß jene in Widerspruch sei; jedenfalls wirft es ein interessantes Licht auf ein Fittige, die sich hier kaum zu regen wagen, sich in anderen Regionen anziehendes, aber bisher noch sehr dunkles Gebiet des Geifteslebens. zu entfalten bestimmt sind, und daß, wie das Erdenleben von dem Es wird durch dieses Buch ebenso dem Aberglauben, wie dem Mate Verstande beherrscht wird, erst ein späteres Leben die Herrschaft jener rialismus, ein Paroli geboten, und darum haben wir dasselbe für Geifteshälfte zur Entwidelung bringen wird, die nur als Traum und werth gehalten, beim Beginn einer neuen Jahres-Uebersicht der lite- Abnung zweifelhafte Streiflichter in unser Leben hineinwirft.“ ratur, neben dem vierten Bande des ,, Kosmos" genannt zu werden. Um des Verfaffers eigene Worte zu unserer Rechtfertigung anzuführen, entlehnen wir nachfolgende Stellen dem Schlußlapitel des Buches :

Afrita. ,,Der Glaube an ein geistiges Dasein ist eine ebensolche Noth

Dr. Livingstone's „, Reisen und Forschungen in Süd- Afrika“.*) wendigkeit, als die Erkenntniß der äußeren materiellen Welt. Beide lassen sich aber nicht trennen, und wo man die Trennung im Unter Nachdem uns Richardson, Dverweg, Barty und deren Vorgänger schiedenen festhält, da ist der 3rrthum unvermeidlich, ein Zrrthum, Central-Afrifa mit Flüssen, Seen, Völkern, Königreichen, reicher der sich endlich bis zum vollendeten Bruche heranbilden muß. Religion Fauna und Flora ziemlich ausgefüllt haben, so daß die älteren Karten und Wifenschaft fordern beide die Wahrheit; ba es aber nur Eine Afrifa's mit ihrer öden leere in der Mitte verschwunden sind oder Wahrheit giebt, so müssen sie sich auch in ihren Endresultaten begegnen, versdwinden müssen, giebt uns nun livingstone eine dicht bevölferte so verschieden ihre Wege und Prinzipien auch sein mögen. Die und dicht mit Namen bedruckte Karte von Süd-Afrika, das er sedh. Miljenschaft, welche alles reflektirende Erkennen der Wahr: zehn Jahre lang bewohnte und von drei ganz entgegengeseßten Puntbeit pflegt und repräsentirt, muß sich deshalb mit dem unmittel ten der Küste nach dem Innern zu durchreiste. Seine drei Hauptbaren Wissen, dem Glauben, versöhnen, denn beide Wissens touren bilden, gradlinig genommen, drei Dreiece mit einem gemeinweisen find hervorgegangen aus der Doppelnatur eines Geiftes. schaftlichen Mittelpunkte im Lande der Malololo's unter dem achtzehnten Jeder Versuch der einen, die andere fich botmäßig zu machen, ist ein Breiten- und dem fünfundzwanzigsten Längengrade, mit einem kleineren Attentat auf das Recht und die Freiheit des menschlichen Geistes Dreiecke der Reise von Kap-Stadt und der Algoa-Bay nach dem selbst und jeder Uebergriff von der einen oder der anderen Seite muß Innern der Kap-Kolonie bis jenseits des Orangeflusses, einer unregelder Entwidelung und der Wohlfahrt der Menschheit empfindliche

*) Missionary Travels and Researches in South Africa; including Wunden schlagen. Naturforschung und Theologie müssen sich versöhnen, a Sketch of Sixteen Years Residence in the Interior of Africa, and a und sie werden es, da die Offenbarung Gottes im Menschengeiste Journey from the Cape of Good Hope to Loanda on the West-Coast; feine andere sein kann, als in der Natur, die Gotteserkenntniß mit

thence across the Continent down the river Zambesi, to the Eastern

Ocean. By David Livingstone, L. L. D., D. C. L., Fellow of the Fa. den Fortschritten in der Entwickelung des Menschengeschlechts an In- culty of Physicians of Glasgow; Corresponding

Member of the

Geographical halt und Form gewinnt und das Wissen von der Natur mit dem and Statistical Society of New York; Gold Medallist and Corresponding des göttlichen Wirfens zusammenfällt. Zwischen dem alten, fritiflosen,

Member of the Royal Geographical Societies of London and Paris &c.

With portrait, maps and oumerous illustrations. Loudon: John Mur

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mäßigen Runde unter dem fünfundzwanzigsten Breiten- und fünfund- fein mag, durch sie unbeläftigt hindurchzukommen. Jenseits dieser gwanzigsten bis dreißigften Längengrade, vielen Ziczacs und Doppel- feindseligen Raçen kommen wir unter eine ganz andere Art von wegen. Die zweite große Haupttour und eigentliche Heroenthat ift Menschen, auf die ich meine besonderen Hoffnungen baue. Sie alle die Reise nach dem portugiesischen Angola mit der Hauptstadt Loanda find sehr begierig, sich zu zivilisiren und Gewerbe und Handel zu vom Kap aus und dann über den ganzen afrikanischen Kontinent hin- treiben. Aber bis jeßt ist noch feine Spur von Ermuthigung, ihre burd bis an die Mündungen des Zambefi zwischen dem achtzehnten Rohmaterialien für den Handel zu fultiviren, bis zu ihnen gedrungen. und neunzehnten Breitengrade an der Dstküste. 3m Ganzen legte er Diese Länder eignen sich besonders für Baumwollen - Kultur. Besserer auf seinen Haupttouren über tausend geographische Meilen zurück und Saame unter ihnen vertheilt und mit der Gewißheit des Absages zwar auf Wegen, die unter einer glühenden Sonne oft durch weichen dies wird sie sofort zu unseren Freunden machen. Ich habe zwei Saud, Sümpfe, undurchdringliche Schilfmassen, Urwaldsdickicht, durch Zwede im Auge, die Wohlfahrt dieser Heiden.für unsere eigene Heerden von Löwen, Elephanten, tüdischen Flußpferden, Buffalood, Wohlfahrt.

Wohlfahrt. (Daran, obgleich es so einfach und elementar ist, wie, giftigen Insekten u. s. w. führten und niemals Wege waren.

daß 2 mal 2 Vier madt, hat man in Indien, China u. . w. nicht Diese tausend geographischen Meilen mußten größtentheils mit gedacht und ärndtet jeßt die Folgen.) 3d brachte sieben Jahre in Wagen und Ddsen, die zuweilen aus Mangel an Wasser niederstürz- Roboleny") zu, meine Freunde zu unterrichten; aber das Land fand ten, zurüdgelegt werden, mit Wochen und Monate langen Hindernissen keine Veranlassung, Rohinaterialien über Bedarf zu gewinnen, zumal und im besten Falle mit der Geschwindigkeit, die schwerziehenden sie von den Boers mörderisch angefallen, ausgeplündert und als Sklaven Ochsen im Sande möglich ist. Lange Touren auf dem Waffer hatten weggetrieben wurden. Hätten die Bewohner von Koboleny für den engliebenfalls stets mit Hindernissen und Gefahren zu kämpfen, mit Adis sden Markt gearbeitet, würde man die Schandthat in England gegatoren und Flußpferden, Diđiđt von Wassergewächsen und jeden fühlt haben; noch mehr, die Leute würden sich selbst durd Handel Abend mit der Sorge um Nahrung unb Dbbach, jeden Abend mit und Gewerbe kultivirt und Schießwaffen angeschafft Haben, wie die der Nothwendigkeit, eine Schlafstelle zu bauen, um sie am Morgen Basuto's in Moschisch und die Bewohner von Kuruman, die sich To wieder abzureißen, aufzuladen und damit weiter zu ziehen.

gegen die Boers zu schützen wissen. Wir müssen die Afrifaner erDabei können diese ausgedehnten, beroischen Forschungsreisen bei muthigen, für unsere Märkte zu arbeiten. Das ist das wirksamste einem Manne, der ununterbrochen sechzehn Jahre im Innern Afrika’s Mittel, neben dem Evangelium, sie zu erheben. lebte, nicht die Hauptsache sein. So fällt denn allerdings der Sdwer. Eine Kette von Stationen jenseits des portugiesischen Territoriums punkt seines 687 Seiten füllenden Buches unter das in viele Neben am Zambesi entlang, in Verbindung mit dem Meere, anknüpfend an stämme zerfallende Volt der Bechuana’s, im Norden der Busdmänner die von der Londoner Missionsgesellschaft beschossenen Missionsstationen und Grigua's, hinter der Rap-Kolonie und den transvaalen ,,Boers". unter den Makololo's am nördlichen, und unter den Matebele’s am Unter diesen friedlichen, gutmüthigen Bechuana's lebte, lehrte und südlichen Ufer, das sind die Verbindungen zur Erreichung des anarbeitete er denn auch die meiste Zeit dieser sechzehn Jahre als gedeuteten Zwedes. Livingstone ladet 'alle Arten von Seften, Missionar, weniger durd aufdringliches Belehren und Befehren, als Wesleyaner, Baptisten, Freifirdýliche u. f. w. ein, da sie allein unter durch gutes Beispiel in praktisder Civilisation, wie man gräbt

, pflanzt, den Batoka's Terrain genug finden würden, zu predigen und zu proGärten anlegt und Früchte zieht, zimmert, tischlert, focht und bratet, pagandiren, ohne einander zu stören. Im Innern ist es gesund, und näht und stridt, zu einem guten, freundlichen Haushalt fommt und Leben und Eigenthum find sicher unter Menschen, die gern hören und ihn erhält.

nicht nur Vernunft haben, sondern auch annehmen. Civilisation, Handel und Gewerbe, Bedürfnis nach höheren Be Im Innern hatte Mr. Moffat, Livingstone's Schwiegervater, mit quemlidhkeiten und Freuden des Lebens ist ihm auch so sehr Grund- Hülfe des bekehrten, eifrigen Bechuana -Fürsten Sibituone die überlage und Bedingung der Befehrung zum Christenthume, daß er durch feßte Bibel jenseits der Bechuana-länder über eine Strede, größer weg diese Bedingungen zuerst fordert und sie zulegt als den eigentlichsten wie Frankreich, verbreitet und wilde Kannibalen, die ihre Hütten mit Werth aller seiner Forschungen und des ganzen von ihm entdecten Schädeln schmüdten, ganz ausgerottet. Sibituone hatte für Livingfüdafrikanischen Kontinentes hervorhebt.

ston den Weg bereitet, so daß er fast überall auf seinen Zügen freunds Es kommt hier blos darauf an, auf die schnellste und kürzeste lid, aufgenommen ward. Spezielle Freunde, die er sich erworben hatte, Weise eine Gesammt- Vorstellung von dem großen, verwirrend reichen dienten ihm treu und mit liebe und erklärten, lieber sterben, als ihn Buche zu geben, daß in tausenderlei Beobachtungen und Bemerkungen verlassen zu wollen. über eine unzählige Masse von Bölfern, Stämmen und Horden, über ,,Die Eröffnung dieser neuen Länder für europäische Kultur physische Geographie, geologische Beschaffenheit, besonders aber über wird nach den verschiedensten Seiten ein Vortheil und Segen sein. Vegetation und die Thierwelt den Leser auch beim aufmerksamen Sie wird die Staverei, den Zucker und die Baumwolle, von una Durchlesen zuerst mehr verwirrt, als aufklärt. Erst wiederholtes les ferer eigeneu Raçe aus den Schwarzen gepreßt, abfobaffen und fen- und Zusammenstellen der aus Tagebüchern unklaffifizirt an eins dafür Produkte freier Arbeit liefern. Wir verlangen jegt mehr ander gereihten Beobachtungen kann zu bestimmten, charakteristischen Baumwolle, mehr Zuđer, und tadeln dann die Mittel, welche die Bildern und Vorstellungen führen. Auch soll dies Buds, wie der Amerikaner anwenden, um unserer Nachfrage zu genügen. Wir Verfasser sagt, nur die Massen von Materialien eben blos zugänglich machen Anspruch auf das Recht, über das Uebel unsere Meinung zu machen; er hat sich vorbehalten, für die erakte Wiffenschaft dieselben sagen und für Abschaffung desselben etwas zu thun. Nun ist es einzeln und strift zu bearbeiten.

aber doch gewiß sehr schmerzlich, zu sehen, daß ein Theil dieser Race, Was livingstone als praktische Nußanwendang seiner Forschungen der Anglo-Amerikanischen, „von der die Welt gern Fortsdritt und vorschlägt, läuft darauf hinaus:

Freiheit abhängig macht“ (ich suche ein Verdienst darin, Deutschland ,,Die Völfer und Länder, die ich im Innern Süd-Afrifa's kennen besonders auf den besseren Gedanken zu bringen, daß Deutsclands lernte, find größtentheils reich an natürlichen Anlagen und fähig, Fortschritt und Freiheit nicht von Engländern und Amerikanern, sondurch Kultur und Handel ergiebige, civilisirte Länder und Menschen dern von Deutschland besorgt werden muß und wirklich auch von zu werden. Die Hodlande an den Gränzen des Central - Bassins jeher besorgt ward und werden wird), dieses gigantische Uebel der Sklasind gesund; das Erste sollte sein, einen guten, dauernden Weg dahin verei praktizirt und der andere Theil jenen durch größere Nachfrage zu bahnen, damit Europäer so schnell als möglich durch die ungesunden nach den Produkten der Sklavenarbeit unterstüßt. Regionen an der Küste hingelangen mögen. Der Fluß Zambesi ift

(Sdluß folgt.) noch nicht näher untersucht worden, aber als ich auf ihm hinabfuhr, gab's hinreichend Wasser für große Schiffe, wie jedes Jahr fünf bis

Schweden. sechs Monate lang. Die übrigen Monate niedrigen Wafferstandes

Ein Blick auf die literarischen Zustände Schwedens. fönnen noch Dampfschiffe, wie sie auf der Themse fahren, tragen. Während der Monate Mai, Júni und Juli würde man auf feine Die literatur hat in dem Jahre 1856 – 1857, bei der Ruhe Hindernisse unterhalb Tete stoßen (Tete, eine portugiesische Ortschaft und dem Gedeihen des Landes, 'ihre Rechnung gefunden. Durch am Zambesi, über 300 engl. Meilen von den Mündungen). Etwa zahlreiche Schriften sind namentlich die historischen Wissenschaften 30 Meilen oberhalb dieses Punktes ist eine Stromschnelle. Aber vertreten. Die ,, biographische Encyklopädie berühmter Schweden“ ist unterhalb haben wir über 300 Meilen schiffbares Wasser. Oberhalb mit dem Dreiundzwanzigsten Bande zum Abschluß gekommen. Afzelius der Stromschnelle wieder 300 Meilen Fluß mit sandigen Ufern, hat den achten Band seiner ,,Jahrbücher der Legendenschreiber des aber ohne Sümpfe und Sandbänke. Dies bringt uns bis an den schwedischen Volfes“, und Fryrеll den vierundzwanzigsten Band seiner Fuß der östlichen Höhen. Man muß fich aber nicht einbilden, daß „Erzählungen aus der schwedisden Geschichte“, die Regierung Karl's XII. Schiffe hier ohne Weiteres Elfenbein und Goldstaub laden fönnen. umfassend, erscheinen lassen. Beides sind ausgezeichnete Werfe, worin Die Portugiesen von Tete lesen Alles zusammen, was sie an ver die Geschichte nicht trođen und abstoßend vorgetragen wird, sondern werthbaren Handelsartikeln von benadybarten Stämmen kriegen fönnen. Die Portugiesen haben mit diesen Nachbarn öfters Krieg geführt fünfundzwanzigiteit und je:windyw.njigite. L'ünzen stade, nördlich von den eigent

*) Zwischen den vierindjivanjigiten und fünfundzwanzigsten Breiten- und und sie demoralisirt, so daß es nicht für Jeden, wie für midy, sicherlichen Beduana's und der räuberisite'n Boer: Transvaal - Republif.

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im Schmude bald der Legenden, bald der mündlichen Tradition, auf Abstammung aus Asien deuten. Nun aber hat die zur bald einer Fülle geistvoller und wissenswürdiger Gelehrsamkeit auf- Wiffenschaft entwickelte Sprachvergleichung uns darüber belehrt, daß tritt. Der zweite Band der Geschichte Schwedeng unter den Königen beinahe alle Sprachen Europa's, felbft die urältesten nicht ausgenomaus dem Hause Zweibrüđen“, von Professor Carlson, ist die Fort- men, in legter Instanz dem Welttheile entstammen, von welchem unser feßung eines wichtigen Werkes, das Schweden Ehre machen wird. Er Europa nur den nordwestlichsten Ausläufer bildet. Aue, mit ein. umfaßt die Regierung Karl's XI. bis 1680. Mit Hülfe authenti- giger Ausnahme des Baskischen, reihen fich an eines zweier scher Schriftstüce aus den schwedischen Archiven abgefaßt, hat dieses weitgreifenden Gesclechter, die man das arisch- indische und bas Buch nicht nur für die Nationalgeschichte, sondern auch für die alle altai-uralisde nennt.") Was die Sprache der Ungarn (Magpagemeine Geschichte des fiebzehnten Jahrhunderts, namentlich Frant. ren) betrifft, so ist diese zwar erst seit ungefähr zehn Jahrhunderten reichs, dessen auswärtige Politik in dieser Epoche so thätig war, in Europa eingebürgert, aber mehrere, ihr am meisten analoge unb ein hohes Interesse.

befreundete Idiome im hohen und höchften Norden Europa's find e$ An akademijden Schriften wurden ausgegeben: der einunbs schon seit undenklicher, weit über die Geschichte hinausreichender Zeit. zwanzigste Band der ,,Denkschriften der Akademie der schönen Wiffen. Die lappen, Eften und ein Theil der Finnen haben denselben Anschaften, der Geschichte und Alterthumskunde"; die Fortsegung der spruc, alteuropäische Völfer zu beißen, wie die Germanen, Slaven „Dentschriften der Akademie der Achtzehn“, und die der ,, Akademie und Littauer. Dazu kommt noc, baß die meisten in Europa heimisch der Wissenschaften", die fiebenunddreizigfte Abtheilung der , Atten, gewordenen Zdiome von anderem als arisd-indischem Stamme erft betreffend die Geschichte von Skandinavien“ u. a. m.

unter europäischen Einflüffen zu dem, was sie heutzutage find, wenn Auch einige neue historische Werke find angelegt; so find z. B. audi fonft auf selbständiger Babn, fich entwidelt haben, und daß der die ersten beiden Bände der Memoiren von Baron Gudmund Joeran Charakter ihrer Literaturen wesentlich europäisch ist. Was gar keine Adlerbeth über die Regierung Gustav’s III. erschienen; sie sind vorzug&a europäisirte Schwestern oder Tügter in unserem Abendlande besigt, weife politischen Inhalts und auf glaubwürdige Urkunden gegründet. wie bie semitische Sprachenklasse, die tamulische, malajische und einDie Herren Gronholm und Mellin haben eine Geschichte Guftav filbige, das ist wenigstens unter einander von febr verschiedenem ChaAdolph’s" angefangen. In Norwegen ebenfalls erscheinen die Fort- rakter, und also die allgemeine Bezeichnung felbft dieser Sprachenfeßungen der früher begonnenen historischen Werke in rascher Folge: Klassen, nach dem Welttheile dem sie angehören, viel zu unbestimmt. in erster Reihe nennen wir die Geschichte des norwegischen Volfes" Man lasse demnach die Qualification ,, orientalisch" oder , asiatisch (die fiebente Abtheilung des vierten Bandes bis zum Jahre 1242) entweder ganz fahren, oder wende sie nur da an, wo eine in Europa von Munch; dann einen Theil des zweiten Bandes der vortrefflichen angesiedelte Sprache dem europäischen Geiste wesentlich fremd geblies Geschichte der norwegischen Kirche", von Reyser, und den zweiten ben, wie das altai-uralische Idiom der freilich erft seit vier JahrTheil der nicht minder wissenschaftlichen Geschichte der norwegischen hunderten in einem Winkel Europa's angesiedelten Demanischen Klöfter", von Christian Lange.

Türken. Nächft der Geschichte haben die sozialen Fragen fehr viele Federn in Bewegung gefeßt. Herr Borg hat die Herausgabe einer ,,Ge Deutsch - amerikanisches Theater. A18 Probe deutschschichte des Weibeg" vom sozialen Standpunkte, begonnen. Durch amerikanischer Theater-Reklamen theilen wir folgende, dem ,,Gradgewisse Schriften der Bremer und durch einen Gefeßentwurf, der für aus, einem in Milwaukee erscheinenden deutschen Blatte, entlehnte die Mündigsprechung der Frauen das Alter von fünfundzwanzig Jahren Notiz mit. „Dem Publikum Milwaukee's, das einen wirklichen Kunftin Vorschlag brachte, ist der Gegenstand zum Modethema geworden. — genuß den faden Kiuberspielen eines Puppentheaters vorziebt, bieten Herr Naumann hat über „ das verfassungsmäßige Recht Swedens" fich morgen und übermorgen zwei Gelegenbeiten dar, dies zu bethätieinen Band gebracht, der als nüßlicher Kommentar zu feiner gen. Morgen, Sonntags,") giebt Herr Deutsch, der durch seine vorangegangenen Sammlung der ,,konftitutiven Gefeße" seines Vater- komischen Leistungen den Milwaukeern viele beitere Stunden verschafft, landes anzusehen ift. - Arrhenius schrieb über den Landbau. Zahl- zu seinem Benefiz, Müller und Miller" und „Eine möblirte Wohreiche Schriften erschienen über den öffentlichen Unterricht; fie be nung", wovon das erste Stüd idon vortheilhaft bekannt, das zweite sprechen theils den Verfall ber flaffischen Studien infolge des neu aber, obgleich weniger bekannt, doch wegen seiner drastischen Wirkung eingeführten dualistischen Systems (Real. neben Gymnasial- Unter- auf die Lachmuskeln der Zuschauer besonders hervorgehoben zu werricht), theils die Angemessenheit, die feit uralter Zeit in Upsala bes den verdient. Hoffentlich wird Herr Deutid nicht das Schidfal ber findliche Universität nach Stocholm zu verlegen, oder mindestens die anderen Benefizianten theilen, welche bei ihrer Vorstellung kaum medizinisde Fakultät der Upsalaer Hochschule mit dem Karolinischen auf die Kosten gekommen sind. Er würde dies um so weniger vere Institut in Stocholm zu vereinigen, da fich diefem besonderen Fach dienen, als mit Gewißheit anzunehmen ist, daß die Vorstellung gut hier mehr Hülføquellen bieten und der Unterricht auf dem gedachten über die Bühne geben wird. Nächsten Montag wird Milwaukee das Institut thätiger und fruchtbarer getrieben wird, als auf der Univerfi- Glück haben, mehrere berühmte deutsch - amerikanische Theatergrößen tät. - In Bezug auf religiöse Fragen vergeffen wir nicht die Werke in seinen Mauern zu sehen. Herr und Frau Hoym, Direttoren und Trottet's, deffen Zeitschrift eine bemerkenswerthe Abhandlung über Ober- Regiffeure vom New - Yorker Stadttheater, Herr Worret, den inneren Zustand der schwedischen Kirche gebracht hat. Auch an Regiffeur des Chicagoer Männer - Gesangvereins - Theaters, und allerlei Flugsdriften in diesem Gebiete ist kein Mangel

. Weit spär- Herr Kreß, der erst kürzlich uns durch sein komisches Talent erfreute, licher ist das Feld der Dichtung oder der eigentlichen, schönen Literatur werden unterstüßt von Herrn . Herzberg, bem besten Souffleur angebaut.

Amerika's, eine Vorstellung geben - eine außerordentliche, ertra Schweden hat in diesem Jahre einige Dichter verloren; ihre zum Vergnügen der Milwaukeer veranstaltete - die nicht verfehlen wird, Namen waren aber nicht flangvoll genug, um über die Gränzen ibres das non plus ultra aller bisher dagewesenen Theatervorstellungen (!) Baterlandes hinaus vernommen zu werden. Einen empfindlichen Ver zu sein. Gegeben wird: ,,Der Graf Zrun“, ein Stüd, worin das luft hat Schweden an Herrn von Hartmansborf erlitten, ber, als eble Künftlerpaar Foym bekanntlich unübertrefflich ift." - Zu Dubuque, politischer Schriffteler wie als Staatsmann, innerhalb und außerhalb Staat Jowa, wurde die Sommersaison des deutschen Theaters mit Schwedens ein geachteter Name war. Mitglied des Abelftandes, Shitler's ,, Wilhelm Tell" geschlossen. Den Schluß der Vorstellung fonservirte er bis zur leßten Stunde feine Ueberzeugungen, die allen bildeten Tableaur, beleuchtet mit griechischem Feuer und arrangirt Neuerungen sehr schwer Eingang geftatteten. Würde des Charakters vom Turner Schill: 1) Rampf ber Turner mit den Rowdies in Co. und Sicherheit des Urtheils machten ihn zu einem großherzigen und lumbus (Dhio); 2) Siegesfeier; 3) Robert Blum auf den Barrifaden nüßlichen Bürger; zugleich war er strenger Protestant und in jedem in Wien. Betracht ein Mann, deffen Hintritt zu bedauern ift.

*) Die Basfische allein ist bis jept noch wahre lingua sine matre et Mannigfaltiges.

sororibus.
**) Gine theatralische Vorstellung am Sonntag war sonst

den nordas für Sprachen find orientalisde? 3n der Vor lichen Staaten Amerifa's, wie hodi jept in England, etwas Unerhörtes.

Wahrscheinlich ist es nur in Milwaufee und anderen neuen Städten, wo die rede zu seiner unlängst von uns besprochenen praktischen Grammatik

deutschen Einwanderer sehr zahlreid) sind, daß diese es wagen fonnen, sich über des Ungarischen für Deutsche sagt Herr Kovács unter anderem, daß die anglo-amerifanische Sitte hinregzulegen.

D. R. feine (ungarische) Muttersprache, als eine orientalisde, von den abendländischen febr abweichend fei. Die Bezeichnung ,, orientalisch" kann nur entweder auf orientalische (also asiatifde) Heimat oder

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dies ist auch insofern wahr, als der Kreis von Kenntnissen, worin er Dänemark.

Anderer Hülfe nicht bedarf, größer ist; aber in dem Maße, als er

diesen Kreis von Kenntnissen erweitert, kommen seine Gränzen in Nachlese aus Derfted's Schriften.

Berührung mit neuen Gegenden im Reiche des Wissens, und er ist Wir haben in diesen Blättern schon einmal (1852 Nr. 153) mit dem zu vergleichen, welcher einen großen Staat beherrscht: Je eine kleine Nadlefe aus den unüberseßt gebliebenen, fragmentarischen größer dieser ist, desto mehr Dinge giebt es, die er Anderen anvers Aufzeichnungen des berühmten Naturforschers, welche den neunten trauen muß. Nur der, welcher sich auf ein engeres Wissen beschränkt, Band der dänischen Original - Ausgabe zum Theil füllen, deutschen kann sich leichter an das halten, was er selbst untersucht hat, und er Lesern dargeboten. Wir feßen heut diese Nachlese fort und gedenken kann hinsichts dessen, was innerhalb der gesteckten Gränzen liegt, eine auch später dies bisweilen zu thun, indem wir auf den Dank der vielen ehrenwerthe Zuverlässigkeit erreichen; aber er würde sehr irren, wenn Verehrer Dersted's rechnen zu können glauben. Das Nachfolgende hat er sich darum hochmüthig über den erheben wollte, dessen geistiger die Ueberschrift: ,,Bruchstücke aus einer Rede über die Art, wie die Blick in alle Richtungen hinausstrebt, um eine große Weltanschauung Menschen neue Kenntnisse und Meinungen aufnehmen". Die Freunde zu gewinnen. einer ruhigen, besonnenen Forschung im Gebiete der geistigen Interessen Aber wie erhält denn der Gelehrte Gewißheit über die Wahrder Menschheit werden gewiß, wie in vielen anderen Ansichten Ders heiten, deren Gründe er nicht selbst untersucht hat? Und wenn man sted's, so auch hier der Darstellung mit Theilnahme folgen und einer selbst sich denken wollte, daß er Gewißheit erhalten hätte, wie könnte freudigen inneren Zustimmung fich nicht erwehren können. Sie wer er sich doch diese Wahrheiten als wirklich geistiges Eigenthum an. den unwillfürlich an die Angriffe erinnert werden, welche die Reaction eignen? Hierauf ist zu erwiedern, daß er bereits in dem sicheren gegen die Wissenschaft auch auf manche Ansichten des Verfassers vom Wissen, in dessen Besitze er ist, eine Summe von Mitteln zu PrüGeist in der Natur zu machen sich nicht entblödete.

fung anderer Gegenstände des Wiffen hat. Kennt er die Art und Es ist zu einem Sprüchwort geworden, sagt Dersted, daß Meis Weise, wie gewisse Kenntnisse erlangt werden, so kann er oft die voll. nungen die Welt regieren, und Jedermann fieht leidyt ein, daß dies kommenste Gewißheit haben, wenn er auch nicht die Sache so bearbeitet auf eine große Wahrheit deutet; denn so stark auch die Triebfedern Hat, wie es diejenigen haben thun müssen, denen man die Kenntniß sind, welche in der thierischen Natur des Mensben liegen, so empfan verdankt. Derjenige, welcher weiß, wie eine logarithmentafel, eine gen doch alle ihre Richtung und nähere Bestimmung durch unser den Sonnentafel u. s. w. berechnet worden und welchen Prüfungen fie kendes Wesen, und zwar theils durch unsere Einsicht und unser Wiffen, unterworfen worden sind, hat nicht allein dieselbe Gewißheit, als ob theils durch die Meinungen, welche wir uns angeeignet haben. Wie er selbst sie berechnet bätte, sondern er hat auch dasselbe klare Wissen einzelne Menschen sich durd Meinungen, bald wahre, bald falsche, davon, als ob er selbst die Arbeit ausgeführt hätte. So kann sich der leiten lassen, so auch ganze Gesellsdaften, ja zu einer gewissen Zeit Chemifer eine gewisse Klasse chemischer Analysen, der Physiker viele sogar das ganze Menschengeld lect. Dies alles ist bekannt genug. erperimentale Untersuchungen, der Geschichtsforscher eine große Menge Wenn wir nun aber im Hinblick hierauf bedenken, wie wenig Men von Duetlenstudien u. s. w. aneignen. In den hier angeführten BeiIchen es giebt, welche selbständig die Meinungen prüfen können, durch spielen ist die Aneignung von demselben Werthe, wie die, welche durch die sie sich bestimmen lassen, ja wie gering selbst die Zahl Derer eigenes eindringendes Bearbeiten des Gegenstandes geschieht. ift, welche mit Verstand ihre Führer und Nathgeber wählen können, Aber oft, und besonders, wenn es andere Wissenschaften betrifft, so möchte man leicht von einem (dwindelnden Sdreden über alle die als die, welchen er sein Leben gewidmet hat, muß er sich an Refula Verwirrung, die hieraus entspringen muß, befallen werden.

taten genügen lassen, bei denen er nicht so vollkommen beurtheilen Dieser Streck muß allerdings durch die Betrachtung gemäßigt kann, wie sie gewonnen worden sind. Wenn er jedoch eine allwerden, daß das Vernünftige fo innerlid) eins ist mit dem Wefen gemeine Ilebersicht über den Entwickelungegang der Wissenschaften hat, der Wirklichkeit, daß es endlid fiegreid) aus allen Kämpfen hervor und die Kämpfe kennt, nady welchen die Sachkundigen über gewisse gehen muß, wogegen die falschen Meinungen in ihrem Streit mit der Lehren einig geworden sind, so kann er oft eine große Gewißheit und Wirklichkeit vernichtet werden. Aber die sichere Siegesbahn der Ver- einen der Einsicht sehr nahestehenden Einblick in die Sadie haben. nunft ist für uns dod langsam; zu jeder Zeit feufzt dag Menschen- Je mehr er fid mit etwas Geringerem begnügen muß, desto eber geschlecht unter dem Joche mannigfaltiger Jrrthümer, die erst in kommt er in dasselbe Verhältniß zu der fremden Kenntniß, wie die späteren Kämpfen untergeben werden. Wir nehmen Alle daran Theil, Menge, und kann von dem Empfangenen nicht leicht wissenschaftlichen wir mögen nun auf der rechten oder unrechten Seite stehen, wir mö Gebrauch machen. Indessen wird der wahre Gelehrte felten in diese gen das Gute zunädst fördern oder hindern. Kann nun diese Theil- Lage verseßt. Sein mit genauer Einsicut erfaßtes Wissen fegt ihn in nabme nicht überall von klarer Einsicht geleitet werden, so ist es wohl den Stand, bald eine Bestätigung fremder Meinungen zu finden, inder Mühe werth, den Gefeßen nachzuspüren, nach welden sich die fofern sie mit seinem eigenen sicheren und klaren Wissen übereinstimMenschen Wahrheiten aneignen können, deren Gründe fie nicht zu men, bald sie zu verwerfen, insofern sie denselben widerstreiten. durchschauen vermögen, und wie sie wohl am besten den schim Noch habe ich unterlassen, ein wichtiges Mittel anzuführen, das mernden Täuschungen entgehen, die für den ungeübten Blic nicht den Gelehrten in der Beurtheilung fremder Meinungen, welde er selten größere Verlođungen haben, als das reine Cicht der Wahrheit

. nicht prüfen kann, unterstügt; id meine das ausgebildete WahrheitsIm ersten Augenblick fönnte es deinen, daß der, welcher nicht gefühl, womit er ohne langes Suchen das Rechte trifft. So wie selbst im Stande ist, eine Wahrheit zu untersuchen, von aller Gewiße derjenige, welcher einen durch Einsicht und Uebung geschärften Sinn heit darüber ausgesdhlossen sei und sich darauf besdhränken müsse, fie für den Versbau bat, ohne zu Regeln seine Zuflucht zu nehmen, nur auf Grund seines Vertrauens zu der höheren Einfißt Anderer häufig Fehler oder Schönheiten in Versen entdeckt, welche er nur ftili anzunehmen. Wäre dies so, dann würden die allermeisten Menschen fidy felbft vorlieft, und wie wir bei der Beurtheilung der Sittlidfeit zu einer' elenden Knechtschaft im Reiche der Geister verurtheilt fein; von Handlungen oft durch unmittelbares Urtheil dem vorgreifen, was aber eine nähere Betrachtung wird diese Furcht beseitigen.

eine scharfsinnige Untersuchung später davon aussagt, so nimmt auch Nicht blos der laie in den Wissenschaften ist in dem Falle, Mei an oder verwirft die durch Wissenschaft gebildete Vernunft, obne sich nungen annehmen zu müssen, die er einer unmittelbaren Untersuchung irgend einer Untersuchung oder Schlußfolgerung bewußt zu werden. nidt hat unterwerfen können. Der Gelehrte selbst muß fich gleichfalls Der innere Sinn ist, wenn ich so fagen darf, vernünftiger geworden, oft mit den Untersuchungen Anderer begnügen. Man wird vielleicht so daß er ihn ficherer leitet und warnt, als der unangebaute Sinn. glauben, es werde dies wohl um so weniger der Fall sein, je begabter Es könnte fcheinen, als gäbe es einige Wifsenschaften, worin er ist und je mehr er seine Fähigkeiten zu gebrauchen strebt; - und Jedermann Alles auf eigene Untersuchung gründen muß, und daß

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dies namentlich in der eigentlichen Philosophie geschehen müsse. Je. zu hören, ein Dritter hält am Alten, weil es ihm ehrwürdiger scheint, doch erwarte ich nicht diese Einwendung vom Philosophen, denn er ein Vierter verwirft es, weil er originell sein wiu. weiß nur allzuwohl, daß er sich nicht mit Abstractionen begnügen kann, Zu den Aeußerungen der Eitelkeit, welche oft die Meinungen der sondern baß er von dem bearbeiteten Wissen des ganzen Menschen Menschen bestimmen, gehört auch der Nationalftolz. Bei den Geschichtgeschlechts Gebrauch machen muß. Uebrigens versteht es fich, daß, schreibern hat er nach der Natur der Dinge häufig einen großen Einwenn es auch eine Wiffenschaft gäbe, worin Einer ohne alle fremde fluß gehabt; aber auch in Sachen, die sich nur durch die reine WiffenHülfe bestehen könnte, das hier besdhriebene Verhältniß doch nicht in schaft entscheiden lassen, hat man nicht selten seinen Patriotismus den übrigen aufhören würde.

geltend machen wollen, gerade als ob etwas für einen Engländer wahrer würde, weil es zuerst von einem Engländer gesehen worden

war, für einen Dänen, weil ein Däne es gefunden hatte. Es versteht sich, daß ein Mensch desto weniger Selbständigkeit Aud die Furcht fann den entgegengeseßten Einfluß auf die Meis hat, je mehr er die Meinungen Anderer auf sich einwirken läßt, ohne nungen der Menschen haben. Einige bleiben beim Alten aus Furchto entweder ihren inneren Werth oder die äußeren Gründe abzuwägen, andere gehen zum Neuen über aus Furcht. Bei jeder beliebigen welche ihre Gewißheit darthun können, sobald man sie nicht nach ins Partei verdankt man der Furcht viele Anhänger. neren Gründen zu beurtheilen vermochte. Annahme von Meinungen, Diese und alle anderen Gründe, welche die Menschen bestimmen, ohne innere Prüfung, blos auf Grund des Ansehens Anderer, ist Meinungen ohne Prüfung anzunehmen, haben das mit dem AutoritätsAutoritätsglaube. Streng genommen sollte man kaum diesen Ausdruck Glauben gemein, daß fie eine Aengstlichkeit gegen alle Versuche einer brauchen, außer von dem, welcher fich zur Annahme einer Meinung Widerlegung derselben haben. Sie sind ein unsicheres Besikthum, durch die Berühmtheit der Männer oder andere äußere Vorzüge, von welches man mit einer besonderen Sorgsamkeit behüten zu müssen welchen sie unterstüßt wird, bestimmen läßt. Dieser Grundsaß braucht glaubt, ohne zu bedenken, daß man mit Recht fordern darf, daß Ders heutzutage blos ausgesprochen zu werden, um als fchlecht erkannt jenige, welcher und eines Befißthums dieser Art berauben will, uns und verworfen zu werden. In der Gestalt, worin er sich vor eini- dafür ein besseres geben werde. Man befestigt sich dann darin mit gen Jahrhunderten äußerte, wagt er kaum mehr aufzutreten;. einem gewissen Eigensinn und hält zuleßt feine halbverstandenen und jeder Gebildete glaubt sich in unseren Zeiten hoch erhaben über unbegründeten Meinungen für so zu sagen natürliche Wahrheiten, den Autoritätsglauben; aber dieselben mensdlichen Sdwachhei- welche nur ein Mensch von bösem Willen oder Unverstand bestreiten ten, welche einst eine große Herrschaft über die Menschen aus könne. So vergißt man dann, daß, wenn auch die ohne hinreichende geübt, kommen wieder unter neuen Gestalten zum Vorschein. Giebt Prüfung angenommenen Meinungen endlich richtig befunden würden, es in unseren Seiten nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl, welche derjenige, welcher sie nicht durch Einsicht besaß, keinen Beruf hatte, eine Meinung bat, die auf altes Ansehen, alte Berühmtheiten gestüßt sie zu behaupten, sondern sie höchstens nur zu eigenem Hausbedarf ift, so giebt es um so mehr Menschen, die sich von neuen leiten lassen. zu gebrauchen. In dieser Geiftesrichtung liegt sicher nicht so viel Vertrauen auf gewisse So häufig alle hier aufgezeigten 3rrthümer find, so sieht man Männer, als auf die fortschreitende Aufflärung des Zeitalters. Aber doch leicht ein, daß man sie selbst verschuldet, und daß man sie in Vertrauen ohne Einsicht, es gelte nun die fortsdreitende Aufklärung demselben Grade vermeiden kann, als man seine schlechten Neigungen oder die weise Prüfung vergangener Jahrhunderte, steht auf der- besser behütet und eifriger ein Vernunftleben zu führen strebt. Diefelben Stufe im Reiche der Wahrheit

. Es ist ein rein äußerlicher les Vernunftleben würde man mehr oder weniger verunstalten, indem und zugleich unzuverlässiger Grund zur Annahme irgend einer Meis man sich absondert. Wir haben gesehen, daß der Mensch, um sich mit nung. Es giebt viele andere Umstände desselben Ranges im Reiche Wahrheit zu bereichern, der Hülfe des ganzen Geschlechts bedarf, des der Geifter, welche doch zu allen Zeiten eine große Macht, ausgeübt vergangenen wie des gegenwärtigen. Er muß danach streben, seine haben. Hierher gehören starke Ausdrücke. Diese sind ein äußerliches rechte Stelle in der Geistesgemeinschaft des Menschengeschlechts zu Zeichen einer starken Ueberzeugung und flößen als solche Vertrauen finden. Nur als Bürger dieser Gemeinschaft, als Mitglied dieser ein; aber diese Art Zeichen wird dadurch sehr mißlich, daß Viele sich unsichtbaren Kirche, empfängt er einen so großen Theil der Wahrheit, diese ftarfen Ausdrüde blos durch Nachahmung oder aus leerem Ueber als er fassen fann. Wir werden von ihr getragen, und es liegt in muth, oder sogar nur mit der Absicht, zu imponiren, aneignen. So er unserem Loose als Mensden, so viele wie wir sind, unbewußt beil weden dann die Ausbrüde des Hohnes, womit fie Andersdenfende be zu nehmen an vielen ihrer Jrrthümer, so wie es uns zusteht, Theil zeichnen, bei Vielen eine geheime Scheu. Dieses literarisdhe Goliath- zu nehmen an ihrem Wissen und an ihrem Aufschwung. wesen macht einen großen Eindruck auf schwache Seelen, bis es sich Es giebt einen unsichtbaren Staat, beherrscht von den großen einmal zeigt, daß man einen aufgeblasenen Philifter für einen Heros Geistern der Welt, unaufhörlich wachsend an Reichthum und Macht, gehalten hat. Man sieht in jedem Zeitalter eine Menge folcher Be mit immer neuen Forderungen an seine Bürger, aber auch mit immer rühmtheiten, welche im nächstfolgenden spurlos verschwinden. 3ch habe neuen Wohltaten. felbft in meiner Jugend verschiedene Männer gekannt, welche durch solche Künste einen großen Namen und zahlreiche Anhänger erworben

Afrika. haben, die aber jeßt nicht mehr genannt werden.

Dr. Livingstone's „Reisen und Forschungen in Süd - Afrika. Eine bloße Spielart der marktschreienden Weise, feinen Meinun.

(Shluß.) gen Eingang zu verschaffen, ist die vornehme. Sie redet in einem feineren Tone, giebt aber zu verstehen, daß man mehr weiß, als man Mauritius (so fährt Herr livingstone fort), ein bloßes Fledfür gut findet zu sagen, und redet mit einer gewissen Herablassung den auf dem Oceane, liefert Zucker, aber nur mit Hülfe von von Andersdenkenden, so daß Viele glauben, es sei nur eine Scho Guano, vollkommener Maschinerie und freier Arbeit zu dem Betrage nung, wenn man diese nicht widerlegen wolle.

eines Vierteis des ganzen großbritannischen Bedarfs. Auf dieser Insel So unglaublich es scheinen könnte, so ist es doch gewiß, daß ist der Boden enorm theuer und dabei nichts weniger als reich, Viele blos darum gewiffe Meinungen annehmen, weil sie über ihren Man fann nur mit Hülfe von Menschenbänden Guano ärndten und die Verstand geben. Sie haben eine Art Geringachtung für das, was sie Arbeit muß von dem fernen Indien importirt werden. In Afrifa dagegen begreifen können. Sie denken, vielleicht gerade nicht mit Unrecht, daß ist der Grund und Boden billig, gut und reich und freie Arbeit an Drt. das, was sie nicht begreifen können, weit mehr werth sei, als das, und Stelle. Unsere größten Hoffnungen bauen wir auf die Eingebornen was sie begreifen können; aber sie verblenden sich selbst auf das merk- selbst; und wenn der Punkt, den ich als den wichtigsten hervorgehoben, würdigste, indem sie das dürftige fichere Eigenthum, welches sie haben, die Errichtung gesunder, innerer Stationen für kommerzielle Zwede, verschmähen und sich eines großen Reichthums zu bemächtigen glauben, ausgeführt wird, ist am Gelingen nicht zu zweifeln. In den Statiodessen Befißer fie nur in der Einbildung werden können. Sie mer. nen können alle Produkte der umliegenden Gegenden gesammelt were ten es selbst nicht, wie sehr fie dem armen Manne gleiden, der den. Einige Jahre – und die Sllaverei unter unseren Verwandten seine geringe, aber nahrhafte Koft fortwerfen wollte, um den Duft jenseits des Atlantischen Meeres hat aufgehört, die Form oder den von den kostbaren Gerichten eines Reichen zu genießen.

Vorwand einer Nothwendigkeit anzunehmen, und zwar unter den Hiermit nahe verwandt ist die Leichtigkeit, womit Viele durch Sklavenhaltern felbft. (?) Eingeborne allein können die Produkte glänzende Resultate sich bestechen lassen, und nicht große Ansprüche aus den entlegeneren Ortsdaften sammeln und sie zu den Nationen an Gewißheit machen, wenn sie sich nur einbilden dürfen, daß fie ein bringen. großes geistiges Eigenthum haben.

,,So madyt man es mit dem besten Erfolge in Angola (an der von Es würde ichwierig sein, alle die Arten aufzuzählen, wonach die Livingstone vom Kap aus durch das Innere erreichten Westküfte). Hätte Menschen ohne Prüfung Alles für Wahrheit gelten lassen, was ihren England längst so gehandelt, statt seine Kap-Kolonisten durch KaffernNeigungen schmeichelt, und zwar bald ihrer Bequemlichkeit, bald ihrer kriege" zu bereichern, würden wir von einer Million Pfund Erport Lust zu Veränderungen, bald ihrer Eitelkeit. Daher bleibt der Eine reden, statt von 100,000. (Hätte es in anderen Kolonieen so gehandelt, oft bei seinen alten Meinungen, weil er die Mühe der Untersuchung würde das Resultat noch ganz anders klingen. Durch Erpressung scheut, ein anderer verwirft sie, weil er es überdrüffig wird, dasselbe wird Niemand bereichert, Niemand reid.) Best freilich braucht man

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