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zen Oft- und Weft-Flandern. Flandern hat die meisten Verbrecher Belgien.

und besucht die Scule am wenigsten. Fast die Hälfte der Einwoh

ner (nach dem leßten Ausweis 44 Prozent) fönnen dort weber lesen Die „Gesellschaft für wallonische Literatur“ in Lüttich. *)

nod schreiben. Mit Freuden sei bemerkt, das deutsch bewohnte lima Rein Zweifel, die Civilisation verschmilzt die Charaktere. Der burg steht unter atlen belgischen Provinzen am besten, mit 22 Prozent, geistige Wedselverkehr der Nationen trägt in die Persönlichkeit der und für Flandern gilt doch nicht die Entschuldigung der Fabrikeinen die Züge der anderen hinein. Ueber alle Shranken hinweg Diftrifte: die lođende Gelegenheit zu frühem Erwerbe. Denn ein strebt die Menschheit der Einbeit zu. Sollen wir aber darum jenes anderer Gegensaß besteht zwischen den beiden Hauptftämmen Belgiens: Reichthums von Individualität beraubt werden, der unsere Freude ist die vlaemischen Diftrifte find aderbauend, die wallonischen industriell. in der Welt des Geiftes wie in der Natur? Aud die Stände treten Jene'nehmen den Norben und Weften ein, im Süden reihen sich die fich näher, und Adlen eine gemeinsame Bildung; die Einzelnen führt wallonischen Provinzen Hennegau, Namür und Lüttich an einander. Der der wad sende Vereinsgeift zusammen. Dennoch bedeutet die Einheit Flamänder ist ein Niederdeutscher, ist ja doch die vlaemische Schriftdes Menschengeschlechts feine Einförmigkeit. Immer werden im Ad- sprache von dem Holländischen nur ganz unbedeutend, nur durch die gemeinen die Einzelbildungen fic von allem Fremden nur aneignen, Schreibart des ae ftatt aa, y ftatt ij und durch abweichende Zdiotiswas ihnen gemäß ift, und wenn fich auch die Idee in immer viel men verschieden. Mehr noch als der handeltreibende Holländer, hängt feitigeren Geftalten verkörpert, so wird bod jede fie selbst sein. Wir fein südlicher Stammgenosse am Hergebrachten: Durchweg ein landhaben Grund zu diesem Glauben. Die Gegenfäße der Stämme mann, ist er noch vierschrötiger und ftetiger. Der Wallone dagegen innerhalb der Völker hören allmählich auf, sich da, wo sie nicht fouten, erkennt in dem romanifisten Kelten lieber, als in dem Germanet, auf politisdem und sozialem Felde, feindlich zu bethätigen; zugleich feinen Vorfahren, und seine Sprache giebt ihm Recht. Er ist rührig entfalten fie fidy energischer als je auf dem rechten Gebiet, in der und unternehmend, hat Esprit und Eitelkeit, wie ein Franzose; neben Dichtung. Während die meisten Völfer Europa's mehr als je nach Fabrifen und Minen liegt ihm die Mufit am Herzen. Selbst die politischer Einheit drängen, wird die Volksdichtung mehr als je ans Natur ift im Norden und Süden, .im vlaemifden und wallonischen Licht gebracht und verbreitet. Wir kennen jegt die Lieder der Dith- Theil Belgiens, von Grund aus verschieden. Dort ziehen Kanäle marsen und die friesischen Erzählungen; die thüringische Mundart er geradé Linien in fettem, flachem Aderboden; hier winden sich Flüsse hält ein Wörterbuch. In Belgien zeigt sich dieselbe Erscheinung. durch ein hügeliges, anmuthiges land.

or anderthalb Jahren trat in Lüttich eine Gesellschaft auf, Eine starte Abneigung mußte die natürliche Folge so vieler und welche die beften Namen der alten und berühmten Hauptstadt des verschiedener Gegenfäße sein. Beide Stämme fühlen, wo ihre Chakleinen Wallonengebietes vereinigte. Charles Grandgagnage präsidirt, raftere fich widerstreben. In den unteren Schichten ist das Gefühl der Verfasser des „ Dictionnaire étymologique de la langue walonne"; ftärfer, schon weil ihnen meist das gemeine Französisó fehlt, oft als Ehrenmitglied ist sein Bater, der Gerichts-Präsident 3. Grandgagnage, Sprache des Lebens, immer als vertraute Literatur. Dort wird die der geistreiche Verfasser der liebenswürdig geiftreichen „Wallonades" Nationalität nicht selten als Spottname gebraucht. Dienstboten beider und des , Congrès de Spa", die er, wie alle seine Schriften, unter Stämme in demselben Hause kommen nicht wohl mit einander aus. dem Pseudonym Alfred Nicolas gesdrieben hat. Die Stände, aus

Die Stände, aus Dennoch scheint diese Antipathie allmählich dem wachsenden Gefühl denen die Volks-Literatur immer von neuem geboren wird, sind nicht der Zusammengehörigkeit zu weichen. Wie bei allen tüchtigen und ausgeschlossen; es find Meister verschiedener Gewerbe in dem Verein, günftig wohnenden Völkern, fiegt das Streben nach Einheit über das mehrere selbft Dichter. Konkurse wurden eröffnet, Preise für Volfs- Sonderbewußtsein der Stämme, und wir gewahren mit Freude, wie lieder und Lustspiele ertheilt; in diesem Jahre wird der Hauptpreis die Volksdichtung die Versöhnung fördert. dem besten Werke über die Geschichte der Literatur und der Sprache In Mons, der Hauptstadt von Hennegau, lebt ein waderer Waffengelten (Bullet. p. 133), und die Bewegung wird getragen durch die schmied, Antoine Clefse; sein Gedigt: ,,Wallonen und Flamänder, öffentliche Theilnahme. Gerade in neuester Zeit hat sich eine Fluth in dem er sie zur Eintracht mahnt, hat großen Beifall gefunden. von wallonischen Liedern über die Schaufenster der Lütticher Buche König Leopold gab dem Arbeiter feinen Orden dafür. Die Dichtung bändler ergoffen. 3m verflossenen Winter wurde auf beiden Theatern ftirbt nicht aus in einem gefunden Volfe. Ein Beamter, der den der Stadt das getrönte Lustspiel des Konkurses von 1857: „Li Ga- Mann kennt, sagt uns, es ist unmöglich, nicht ergriffen zu werden, lant de l' Sièrvante" (Le galant de la servante), theilweise von wenn er mit überwallendem Herzen seine Verse rezitirt. Dilettanten, unter allgemeiner Theilnahme und großem Beifall auf Daß das Volf noch immer dichtet, beweist auch Lüttich. Ein geführt. Der Stoff ist einer komischen Begebenheit entnommen, die Waffenschmied, ein Juwelier und ein Bädermeister fangen die Preisfich vor einer Reihe von Jahren in zwei Häusern der Straße Feron- lieder, die auf dem leßten Konkurs gekrönt wurden. ftree, die man nod bezeichnet, zugetragen. Die Form ist nicht ge. Die große Bedeutung, welche Pflege und Kenntniß der Dialekte mein, sondern der in Berse gebrachte wallonische Mutterwiß. Auch immer haben müssen, ift nach ihren verschiedenen Seiten in den Rein Berviers machte die Darstellung Vergnügen. Ein wallonisches den, welche das „Bulletin" einleiten, klar auseinandergeseßt; auch die Wörterbuch reiht fich unterbeß an das andere. Von F. Hénapr giebt Gränzen, die Art ihrer Förderung scheint uns richtig verstanden. Da es: „Études historiques et littéraires sur le wallon”; ein Pfarrer diese Bedeutung nicht allgemein fo beberzigt wird, wie ihr gebührt, in der Nähe von Mons giebt jährlich einen Volkskalender im walloni. so möchte es nicht überflüssig sein, fie hier furz zu begründen. Wir fchen Dialett Heraus („Armonac montois, Cuesmes près Mons”), unsererseits balten das Volkslied im Dialekt sehr hoch; wir gestehen, Unter den Dichtungen nennen wir noch die Sammlung des ,, Théâtre daß wir z. B. die altweftfälische Ballade im „Wunderhorn“, ,,De liégeois”, von dem Advokat Bailleur, dem Secretair des Vereins. twe Künigeskinner“, viel einfacher, inniger, bewegender finden, als

Die Sache hat ihre politische Bedeutung. Durch die Breite Sdiller's Darstellung desselben Gegenstandes in ,, Hero und leander'. Belgiens fann faft eine scharfe Linie gezogen werden, die den Wallo Der allgemeinfte Nußen des Studiums der Dialekte ist ein nen von dem Flamänder abgrānzt; nur die Provinz Süd-Brabant literarischer. Der Stil, jeßt so oft verflacht, kann sich hier beleben; vereint beide Stämme, fonft sind sie nach Provinzen geschieden. Dazu hier findet sich die Entschiedenheit markiger Ausdrüde, Bilder, unkommt, daß die bischöfliche Partei in der vlaemischen Hälfte (etwa mittelbar der Natur entlehnt. An der Natur sollen wir uns ja Ale drei Fünftel des Königreids) ihre meisten Anhänger zählt; namentlich erquiden, erfrisden und ihr nahetreten, wo wir fönnen, besonders da berrscht ein verbumpfender und entsittlichender Druck auf den Provin- viele Wege unserer Kultur jeßt so leicht von ihr wegführen. Rein *) Bulletin de la Société liégeoise de littérature walonne. Première

Ausbrud des Geifteslebens aber enthält fo viele Stimmen und Far.

année

Libro Benard

ben ber Matur ala bie Mundart Sas Molfes.

$ ben Dioleften

verjüngte und bereicherte sich unsere Muttersprache, dort bildet fich Preis erhielt, nach dem „Bulletin”, das neben jenen Reden das Luftdas Sprüchwort, dort ist ein freies Entfalten der Triebe und der spiel: „Li Galant de l' Sièrvante”, und die übrigen gekrönten Lieder Ideen des Volfes, dort findet sich Gold in Idiotišmen und Liedern, enthält. wenn auch nicht ohne Schladen und taubes Erz.

Li Contintemint. Der gründliche Geschichtschreiber wird in diesen Quellen des

Air de la Brabançonne. Volte$ ureigenftes Wesen erforschen, feine Sitten und Vorurtheile,

Noss' pleç so l' terr', jî creûs, vint å hasard; *) die ursprüngliche Richtung seiner Ideen. Der Stamm tritt ihm ent

Li sôrt nos fait grand sêgneûr ou sav'ti; **) gegen in seiner ganzen Eigenthümlichkeit. Eine unendliche Ausbeute

Lonk cosou d'aur, l'aut' sios um deûx patârs, ***

L'onk malârdret, et l'aut sèret' haiti.+) findet der Sprachforscher, und Feder, der seine Sprache von Grund

Mais-l' bou Dia vout, qui chacepne à s' manîre, aus fennen will, muß diesen Weg geben.

Aie pârt égal divids toť ses bontés. Das Wallonisde ift feine Schriftsprache, noch will die Lütticher

Li bopn' consciiog' nos donn' l' houmehr à rire, Gesellschaft thöricht versuchen, dasselbe dazu zu machen, denn es ist zu

Et l' contintmint nos wâd' foice et santé.17) wortarm.) Das hat diese Mundart mit jeder Sprache der Erde Nicht nur der Gelehrte, Feder, der nichts Menschliches für gemein, daß sie überall das Kind des Bodens ist und sich mehr noch, fremd hält, hat ein Interesse daran, daß, was Leben und Lebensals seine. Pflanzen, von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf ver fraft hat, nicht untergehe, sondern gepflegt werde; wahrlich, wenn es ändert; nicht leicht freilich eine rascher, als diefe. Wir waren zu- die Formen sind, in denen das ungekünstelte, frische Gefühl der gegen, als fich zwei Bürger von Verviers in ihrem Dialeft unter- Ungebildeten sich ausdrüdt. Ferdinand Worthmann. hielten und ein Bewohner von Charleroi mit Mübe hier und da einige Worte verstand. Das Wort ,,jaheißt in Fontaine. l'Eveque, bei

Italien. Mone, ,,ouei", in Anderlües, eine Stunde von dort, ,, oual", in Marchiennes, etwa anderthalb Stunden von Mons, ,, 011" (gesprochen wie

Die Chronik des Giovanni Villani. in seuil, nach der Pariser Aussprache, nämlich 1 mouillé, mit Unter

(Fortsegung.) drückung des L am Ende), in anderen Gegenden des Hennegau lautet Man sieht schon aus bieser Vorrede, daß G. Villani auf die es , oui". Diese Veränderung ist jedoch an fich nichts Eigenthüm- damals noch vorgeschichtliche", d. h. Halb mythische Gesdichte nicht liches; aber während das Vlaemische eine gemeinsame literatur in besonderen Werth legt und recht gut weiß, was ihr eigentlicher einer entwickelten Săhriftsprache hat, giebt das Wallonisde nur das Charakter ist; daher wird man es ihm nicht besonders zur Laft legen, wahre Erzeugniß der Dialekte: die Volfsdichtung. Das Vlaemi wenn er dieselbe von Malaspini herüber genommen hat. Die Chronit fche will fid dem Französischen als ebenbürtig an die Seite stel- fängt also mit dem Thurmbaue von Babel und vom Riesen Nimrot len. Wir erkennen das Ziel der ,, blaemischen Bewegung", die fich (Nembrot il gigante) an und giebt dann in drei furzen Kapiteln eine jest eben wieder neu organisirt hat, in folgender Anekdote: Ein geographische Uebersicht der damals bekannten Länder, natürlich nach wohlhabender Vlamänder in der Vorstadt Brüssels, St. Jofie-ten- den drei Söhnen Noah's. Unter den Nordländern macht er namhaft Noode, weigert Fich, die Gemeindesteuer zu zahlen, weil ihm der die Normandie, Jrland, die Pikardie, Flandern und das Königreich Gemeinderath die Aufforderung nicht in vlaemischer, sondern in fran- Frankreich, die Insel England und die Insel Shottland." Sodann zösischer Sprache zugeschickt hat. Der Prozeß schwebt. Für das vi Ifilanda" (das Isenland des Nibelungenliedes — an der Yssel, Wallonische denkt Niemand an dergleichen. Die Ziele der Lütticher Ssala?), Holland, Frisinlanda, Danesmarde, Norvea, Polonia, AlaGesellschaft Find vielmehr diése: Es soll die Dichtung im Dialekt mágna, Boemia, Ungaria, Sassogna (Sachsen), Gozia (Gothland) und durd jährlich veranstaltete Preiebewerbungen gefördert und dem Volfe Svezia (Schweden), Rosfia und Cumania. - Es ift , der am meisten züchtigere Lieder edleren Inhalts gegeben werden. Man wird die

Bevölkerte Theil der Welt, weil es an's-Ralte stößt und deshalb geRegeln der Grammatif nicht machen, sondern erkennen und feststellen, mäßigter ift." - Europa wurde zuerst bevölkert von den Söhnen namentlich die Orthographie, deren bis jeßt jeder Schriftsteller eine Japhets, des dritten Sohnes von Noah, ja, wie ein Meister der "eigene hat. Der Wortschat fou in ein Wörterbuch niedergelegt were Geschichte Escodia (oder Estodio) erzählt, kam nach der Sündfluty ben; die Gesellschaft fördert Studien über das Wallonische und feine Noah selbst mit seinem Sohne Janus nach Italien und ftarb daselbft

. Literatur, sucht alte gute Lieder zu erhalten und endlich durch Mit- , Janus blieb dort, und von ihm gingen große Herren und Völker wirkung der anderen romanischen Stämme Belgiens und Frankreichs aus, und'er that viele große Dinge in Italien.“ den Reichthum ihrer Dialekte in ein großes Wörterbuch zu sammeln. Von Noah im fünften Gliede stammte Attalante oder Attato

Zum Schluß zeichnen wir den Charakter der wallonischen Sprache (ber griechische Atlas), der Sohn Tagran’s, oder Targoman, des Sohnad Autoritäten, die ihn im Ganzen übereinstimmend geben. Sie nes Tirras, des Sohnes Japbet, während Andere denfelben von Cham, ist ein Sprößling der lingua romana, und zwar ein Zweig der langue dem zweiten Sobne Noah's, ableiten durch Cus, Nimrot, Kreß (bem d'oil. Die Aehnlichkeit mit dem Französischen ist so stark, daß wir Stammvater der Kreter), Coelus, Saturnus und Jupiter; denn es kommt gleich anfangs zwanzig Seiten mit geringer Nachülfe verstehen konn- natürlich nichts darauf an, wenn Jupiter und Atlas aus dem Geten; die Aussprache weicht mehr ab. Ein Franzose aus einem Land- Tohlechte der Neger ftammen und ein schwarzes Gesicht mit zur Welt ftädtchen des Departements der Dife fagte uns, die Mundart zeige bringen; es fommt hier darauf an, zu zeigen, wie die Stadt Fiesole eine große Aehnlichkeit mit der picardischen. Das römische Element von einem Roachiden gegründet ist, und dann den Atlas, jenen liby. ist in den Ortsnamen des Landes unverkennbar. Rings um Spa ben Himmelsträger, zu einem solchen zu machen. Es hat damit folwar Stavelot Stabulum, Theur Tectis, Francorchamps Francorum gende Bewandtniß: Atlas hatte nach alter Sage Fieben Tödtet, die campus, Remonchamps Romanorum campus, während der Meierhof Hyaden (das Regengestirn), und davon führt eine bei Hefiod den Namen Bebrinsen (Bär) an die wilden Gäfte alter germanischer Ansiedler Phäsyle. Nun versteht es sich von selbst, daß die Stadt Fiesole, laerinnert; die Haiben aber, 'nach Malmedy hin, die fagnes, würden teinisd Fäsulă genannt, von Niemanden anders den Namen haben wieder besser von fagus als vom goth. fani, Koth, dalm. fanja, ab- konnte, als von dieser Hyade Pbäsyle, der Tochter des Atlas, ober geleitet werden.) In der jeßigen Sprache find uns knoh, wissen umgekehrt. „Dieser Attalante wohnte in Afrifa tief im Westen, (tu know) und loukî, feben (to look, lugen) aufgefallen, als germani- etwa Spanien gegenüber, und nach ihm benennen wir zuerst den den Ursprungs.

großen Berg, der allda ift, den Berg Attalante, von dem man fagt, Der Geift des Wallonischen ist am meiften dem Französischen er sei To hoch, daß er schier an den Himmel ftoße, woraus die Poeten verwandt. ;,1l pétille comme le vin généreux si cordialement fêté 'in ihren Versen Fabeln gemacht haben, daß felbiger Attalante den sur les bords de la Meuse" (berBurgunder). Schnelle und beißende Himmel trage, und das geschah deshalb, weil er ein großer Aftrologus Einfälle, ohne Bitterfeit; ein harmlos spottender Freimuth, der inni- war. Und seine sieben Töchter verwandelten fic in die steben Sterne gere Gefühle keinesweges ausschließt; 'unnachahmliche Sprüchwörter des Stieres, die wir gemeinhin ,,Gadelchen“ (gallule) nennen. Die und Idiotismen; einfache Wendungen, die mehr zum Herzen als zum eine dieser feiner fieben Töchter war die obererwähnte Elektra, bte Berstande sprechen; viel Onomatopoeen und eine bilderreiche Ausdruds. Gemahlin von Attalante (einem vom-afrikanischen verschiedenen), Konig weise sind die Züge, 'mit denen die Landeskinder die ihnen werthe von Fiesole, welcher Attalante mit Elettra, seiner Frau, und Bielen, Sprache ihrer Kindheit zeichnen, denn wohl jeder Gebildete Hat fle die ihm folgten, durch das Auguriam und den Rath des Apollino, damals gesprochen, Viele sprechea fie nod im späteren Alter gern. feines Aftrologen und Meisters, nach Italien fam in's Land Toskana, Wir geben als Probe die erste Strophe des Liedes, das, von dem das von Menschen ganz unbewohnt war ic." Juwelier Hoof gedichtet, auf dem Konkurs von 1857 den ersten Lieders És möge an diesem einem Beispiele genügen, um zu zeigen

, welcher Art diese Vorgeschichte ift. – Natürlich sind dergleimen *) Remarle: „ Dictionnaire wallon-français ", préface.

**j S. Alfred Nicolas' (J. Graudgagnage): „Congrès de Spa", das cinzeln gedruckte 30. Kapitel des und versprochenen , Nouveau voyage de Notre place &c. A. Nicolas au Royaume de Belgique”. Die Probe läßt ein sehr unterhalten: des und belehrcudes Buch erwarten, sie zeigt, wie ein lebhafter, flarer und ***) L'un cousu d'or, l'autre sans deux sous. liebenswürdiger Geist das anziehend madit, was To leicht trođen und ges +) L'un malade - en florissante santé.

savetier.

, , ,

Fabeln leichtfinnigfter Art fast allen Chronifen gemein und nicht erft töbtet würden. Da aus diesem Grunde die besagten Armbrustschüßen in jener Zeit entstanden. Ratürlich spielten dann der trojanische nicht Stand halten konnten, weil sie von den Soldaten und ihren Krieg und die Ankunft flüchtiger Trojaner, wie Antenor, Aeneas, bies Pferden To hart an die Wagenburg gedrüdt wurden, daß fie Kehrt felbe Rolle, die sie bereits zu den Zeiten der Römer spielten. Der machten, so glaubten die französisden Ritter und ihre Knechte, wie fie dann folgende Abriß der römischen Geschichte folgt wesentlich dem dieselben fliehen saben, sie hätten sie verrathen, und tödteten sie selbst, Livius. Auch in den späteren Erzählungen, z. B. über die Völfer. so daß wenige davonkamen. wanderung, über Karl der Großen u. s. w., erkennt man bekannte Als Eduard der Vierte, Sohn des Königs son England und Autoren leicht beraus. Was fobann die Zeiten betrifft, wo der Vere Prinz von Wales, welcher die erste Schaar feiner Ritter. anführte, faffer eigene Aufzeichnungen macht, so ift Vieles, was er z. B. über die an tausend Mann stark waren, und an sechstausend wälsche Bogendeutsche Kaiser und andere politische Verhältniffe, über die Zustände füßen, die erfte Schaar der Armbrustschüßen des Königs von FrantItaliens giebt, bereits aus den Werken bekannt, in welche Vitlani's reich in die Flucht schlagen sah, so stiegen sie zu Pferde und tamen Material hinein verarbeitet worden ist, denn er behandelt, wie gesagt, aus der Wagenburg hervor, und sie griffen die Reiterei des Könige nicht blos die florentinische Geschichte, sondern berüdsichtigt auch das von Frankreich an, wo der König von Böhmen und sein Sohn mit der übrige Italien und das Ausland im größten Maßstabe: die deutsche ersten Schaar fich befand, ebenso der Graf von Lanzona, Bruder des Kaisergeschichte, die Kämpfe zwischen Kaiser- und Papftthum, haben Königs von Frankreich, der Graf von Flandern, der Graf von Brois in-ihm eine Hauptquelle

. Ueber England, Frankreich, Ungarn u. T. W. (Bloid), der Graf von alicorte, Meffer Gianni d'Analdo und viele werden wir gleichfalls vielfach unterrichtet.

andere Grafen und große Barone; und da wurde die Schlacht grau. Um eine Probe von der Erzählungsweise unseres Autors zu geben, fam und hart. Denn hinter ihm folgte hart auf dem Fuße die zweite laffen wir feinen Bericht über die Schlacht bei Crecy folgen, die zwei Bataille oder Schaar des Königs von England, welche der Graf von

Jahre vor dem Tode Villani’s geschlagen wurde und dadurch beson- Rondello (Arundel) führte, und sie schlugen die erste und zweite Bataille ders merkwürdig ist, daß in ihr zum ersten Mal das neu erfundene (?) der Französischen gänzlich in die Flucht, und vornehmlich wegen der Flucht Schießpulver in Anwendung fam.

der Genuesen. In dieser Solacht blieben todt der König Johann

von Böhmen und der Graf Carlo von lanzona, der Bruder des Von einer großen und unglüdlichen. Niederlage, welche Königs von Frankreich, mit viel Grafen, Baronen, Rittern und Knechder König Philipp von Frankreich mit seinem Bolte von ten. Und als der König von Frankreich fein Volt Keyrt machen fah, Eduard (Adoardo) dem Dritten, Könige von England, zu drang er mit seiner dritten Bataille und mit dem ganzen Neste seines Creci in der Piccardie erlitt.

Volkes auf die Schaaren der Engländer ein, und für seine Person mit seinem Heere den König von England und sein Volk verfolgte, fich in die Wagenburg zurüdzuziehen, und sie würden durchbrochen bemerkend, daß er fich bei Creci gelagert hatte und die Schladt er. worben sein, wäre der Rückhalt des Königs Eduard mit seiner dritten wartete, ging frisch auf ihn los, im Glauben, daß er ihn vernichtet Schaar nicht gewesen, die aus der Wagenburg durch ein anderes Thor habe, entkräftet und überwältigt, wie er war durch das auf dem bervorbrang, das er für das Fahrwerk maden ließ, um den Feinden Marsche erlittene Ungemach und den Hunger. Und da er fah, daß von hinten in den Rücken zu fallen und den Seinen zu Hülfe zu er mehr als dreimal soviel an guten Waffenleuten und Pferden hätte, kommen, indem er die Feinde muthig angriff und sie in der Seite da der König von Frankreich gut seine zwölftausend Reiter hatte und fchädigte mit seinen Wallisern und Engländern zu Fuß, mit seiner an Fußknechten schier unzählige, während der König von England Schüßenmannschaft und den walischen Lanzer, da er nur beabsichtigte, nur 4000 Reiter hatte, und an 30,000 englische Bogenschüßen und die Pferde zu töbten.

(Schluß folgt.) Walliser, auch einige mit Streitärten (dulu'ndacche - jegt anbefanntes Wort) und kurzen Langen; so ift er bis an das Lager der Engländer

England. herangerückt, fo weit eine Armbruft schießen kann, eines Samstages nach neun Uhr, den 26. August 1346. Der König von Frankreich

Leichenbestattungen bei verschiedenen Völkern. Tieß fein Volt drei Sdaaren machen nad ihrer Weise, sogenannte God's Acre, or Historical Notices relating to Churchyards”, Bataillen (bataillons). In der ersten Hatte er wohl Techstausend by Mrs. Stone, so heißt ein Buch, das eine englische Dame zur Gegenuefifche Armbruftschüßen und andere Staliäner, welche Messer Carlo ichichte der Gottesäder geschrieben und aus dem bier einige Auszüge Grimaldi und Ottone Doria anführten, und bei gefagten Armbrust- Praß finden mögen. fchüßen war der König Johann von Böhmen und Meffer Carlo, fein Was die Leichenbestattungsarten in alten Zeiten betrifft, so ift Sobn, erwählter König der Römer, mit vielen anderen Baronen und zu bemerken, daß manche noch heute bestehen, von manchen nur noch Rittern, in Zahl an Dreihundert zu Pferde. Die andere Schaar führte Spuren fid erhalten haben. Die Baftrier warfen ihre Todten HunCarlo, Graf von Canzona (Alençon), Bruder des Königs von Frankreich, den vor, die eigens zu diesem Behufe unterhalten wurden. Ja, dieser mit vielen Grafen und Baronen, an Zahl 4000 Nitter und Fußknechte Brauch, der immer noch dem vorzuziehen, die Todten, wie die Galater, zur Genüge. Die dritte Schaar führte der König von Frankreich felbft zu verzehren, befteht noch in Tibet. Bei der Beerdigung (felbst), und in seiner Gesellschaft die anderen erwähnten Könige, eines Vornehmen paradirt noch heute das Reitpferd des Verstorbenen Grafen und Barone, mit dem ganzen übrigen Heere, das ein unzähl- in dem Leidenfondukt; ein Ueberreft aus den alten Zeiten, wo das bares Volk zu Pferde und zu Fuße war. Bevor' die Schlacht noch be- Schlachtroß des Ritters an dessen Grabe getödtet und zu ihm gelegt gonnen hatte, erschienen über den besagten Heeren zwei große Raben, wurde. Jedes Volk betrachtet seine Bestattungsweise als die heiligste, -welche schrieen und krächzten, und dann reguete es ein klein wenig, und einem Galater, der seine todten Aeltern verspeist, wie dem und nach dem begann die Schlacht. Die erste Schaar der genuefischen Balearen, der sie zu Wurft zerhadt und sie in Töpfen aufbewahrt, ist Armbruftfdüßen mit den anderen zu Pferde drangen vor auf die nichts, widerwärtiger, als der Brauch der Leichenverbrennung bei den Wagenburg des Königs von England und begannen mit ihren Bolzen Römern. Auch unsere christlichen Vorfahren hatten ihre Schrullen. zu schießen; aber sie wurden-bald zurücgeworfen, weil auf den Wagen Keiner z. B., der in einem weltlichen Strauß das Leben verlor, durfte und unter den Wagen im Schuße der Wagenplauen und Tüder, die auf dem Kirchhofe begraben werden, außer wenn er beim Turnier fte vor den Bolzen schügten, und in den Shlachthaufen des Königs gefallen war. Diese Ausnahme kam auf Rechnung feines Adels. So von England, die innerhalb der Wagenburg in Schaaren geordnet war in der Pfarrkirche von Clifton bei Bristol, noch im vorigen Jahrmit den Reitern ftanden, fich an dreitausend Bogenschüßen befanden, hundert, ein , vornehmes Gewölbe" dem Porzellan der Gesellschaft wie weiter unten gesagt ist, bei den Engländern und Wallisern, welche, vorbehalten; der gemeine Thon mußte mit einem gewöhnlichen Grabe wenn die Genuesen Einen Armbrustbolzen abschossen, ihrerseits drei zufrieden sein. Diesen Respekt vor den Leichen aus der Crême trieb Bogenpfeile schoffen, so daß in der Luft eine Wolfe erschien und sie man im alten Frankreich ins lächerliche. Als der verstorbene Dauphin, nicht vergeblich herabfielen ohne Leute und Pferde zu schädigen, un der erste Sohn Ludwig's XVI., auf dem Paradebette lag, mußte ein gerechnet die Bombardenschläge (i colpi delle bombarde), die To Hofmann die Leiche jedem Eintretenden bei Namen und Titel angroßes Erdbeben und Lärm verursachten, daß es scien, als ob Gott melden. Welch einen fdauerlichen Kontrast bildet dazu die Bestattung donnerte, mit großer Tödtung von Volk und Verderb von Pferden. des, zweiten Dauphins! Die Leiche wurde von der hölzernen Bettstelle Aber was dem Heere der Franzosen noch mehr Uebles that, 'war der in einen Sarg von ungehobelten Fichtenbrettern gelegt und nach dem Umstand, paß bei der Enge des Drtes, wo man den Eingang in die Kirchhof von St. Margarethe gebracht. Wagen des Königs son England erstreiten wollte, und bei dem Nach Die heidnische Sitte, Sklaven am Grabe zu opfern, war unter drängen und Stoßen der zweiten Bataille oder Schaar des Grafen den ersten Christen des Abendlandes nicht ganz erloschen. Die Burvon lanzona die genuesishen Armbruftschüßen hart an die Wagen gunder Königin Austrachilde, um das Ende des festen Jahrhunderts, gedrängt wurden, so daß fie fich nicht rühren und mit ihrer Armbrust versammelte in der Todesstunde ihre sechs Aerzte um ihr lager und schießen konnten, weil sie hart an denen ftanden, die über ihnen auf äußerte gegen ihren Gemahl, Guntram, sie Bätte in Betreff dieser den Wagen waren und von den Pfeilen der Bogenschüben und von Männer eine Bitte an ihn. Die Herren errötheten natürlich, ob vor den Bo? getrnffert murhen modurch niele nerinin het un

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genug, der zärtliche Gatte versprach, die heiligen Wünsche seiner wodurch der Historiographie von Großbritannien ein neues, fruchtbares fterbenden Gemahlin zu erfüllen. Wenn ich todt bin", sagte die Feld eröffnet wird. Neuerdings wurden in diesen Tagen zwei Bände chriftlichfromme Auftrachilde, „wollt ihr mir den Gefallen thun, diefe dieser Sammlung ausgegeben, die sich auf die Gesdichte Schottlands Männer zu mir ins Grab zu legen." Dem König Guntram, der von der Zeit des Königs Heinrich VIII. bis zu der der englischen Thron. schon fürchten mochte, feine Gemahlin werde um Jahrgelder für ihre besteigung Jakob’& I. beziehen. *) Nicht weniger, als zweiundneunzig Doktoren bitten, fiel ein Stein vom Herzen, und er sagte froben Her- Akten- Hefte des Archives umfassen diese beiden Bände, und zwar zens zu. Er hielt auch Wort - was sonst nicht immer seine Sache find einundsiebzig derselben den gesandtschaftlichen Instructionen, No. war ia, that noch ein Uebriges: er ließ die unglüdlichen Heil- ten und anderen Korrespondenzen zwischen dem englischen und dem künftler am Rande der Gruft erst foltern, bevor sie auf den Leichnam schottischen Hofe vom 29. Juni 1509 bis zur Vereinigung der beiden seiner Gemahlin hinabgestürzt wurden. Diese Art, fich beim Arzte Kronen, nach dem Tode der Königin Elisabeth (23. März 1603) abzufinden, mochte in dem Gebiete der Burgunder die Stelle eines gewidmet, während einundzwanzig Hefte den gesammten Schrift königlichen Leibarztes nicht gerade zu einer solchen machen, um die wechsel in der Zeit der Gefangenschaft Maria Stuart's enthalten. man fich zu reißen Urfach hatte.

Wir haben erft fürzlich (Nr. 79 des , Magazin") eine in Frankreich Feierlich war die Bestattung der byzantinischen Kaiser. In dem erschienene, von 4. Cheruel herausgegebene Shrift mit neuen Aktengroßen Staatszimmer, ndem Saal der neun Betten", rubte der todte ftüden zur Geschichte der diplomatischen Beziehungen des französischen Kaiser im kaiserlichen Anzuge, das Scepter in der Hand, das Schwert Hofes zu dem der Stuart's während der zweiten Hälfte des fedozehnan der Seite, mit freiem Gesicht, auf prachtvollem Lager. Patriarchen ten Jahrhunderts zu erwähnen gehabt. Weder diese Schrift, noch alle und Priester, in eine Wolfe duftenden Weihrauchs gehüllt, traten, seit einigen Jahren von Mignet, Fürft Labanov, Frazer Tytler u. A. eine Hymne fingend, ein, lasen die Todtenmesse und zollten dann dem an das Licht gebrachten Korrespondenzen zur Geschichte Maria Stuart's Herrn das leßte Zeichen der Ehrfurcht und liebe, indem sie die enthalten jedoch nur annäherungsweise etwas, das mit dem reichen Intodeserstarrte Hand füßten. Der Ceremonienmeister trat jeßt an die halt dieser unter offizieller Form publizirten State-Papers zu vergleiðen Leiche heran, berührte sie mit seinem Stabe und rief dreimal unter . wäre. Durch die hier vorliegenden Briefe werden sehr viele gäng und athemloser Stitle: ,,Zieh von dannen, o Raiser! auf, und ziehe von gäbe gewordene Ansichten in Bezug auf die persönlichen Verhältniffe bannen! der König der Könige und Herr der Herren hat did ab- einzelner historischer Personen berichtigt. So geht daraus unzweifelhaft gerufen!" Hierauf wurde die Leiche unter einem ftattlichen Zuge von bervor, daß Dudley, Graf von Leicester, wirklich der Königin Maria weltlichen und geistlichen Würdenträgern zu Grabe geleitet.

als Gemahl sich habe antragen laffen, daß Elisabeth diesen Antrag In England waren die Leichenbegängnisse der Könige mitunter unterstüßte, und daß Erstere auch darauf eingegangen sein würde, wenn sehr foftspielig. Bei dem Jakob's I. wurden nicht nur an die Armen ihr nicht seine vornehme Abstammung und fein untadeliger Name aller Kirchsprengel Trauerfleider vertheilt, auch die reichften und hoch etwas zweifelhaft erfdienen wären. Sie bat die Königin Elisabeth, gestellteften Beamten nahmen keinen Anstand, für sich und ihren Haus- ihr doch einen Anderen als Gemahl vorzuschlagen, weil sie sonst am ftand den Staatssädel zu dem offiziellen Kostüm anzusprechen. Sehr Ende genöthigt sein möchte, den Grafen Darnley zu eheliden. Dies logisd begründeten unter anderem die Kanoniere Sr. Majestät ihr verminderte gleichwohl nicht das Interessen, welches Leicester für die Gesuch an die Begräbniß- Rommission: ,,Da man ihnen bei der Krör ottische Königin behielt, und er legt dies in den hier abgedrudten nung ihres dahingeschiedenen Herrn rothe Röde bewilligt habe, fo fei Briefen während ihrer Gefangenschaft in so warmer Weise dar, als es nur billig, daß ihnen bei seinem Leichenbegängniß schwarze Röde wäre er in der That der romantische und schwache Leicester gewesen, bewilligt werden." Gleichen Anspruch machten die Wafferraben-Wärter wie ihn Schiller in seiner Maria Stuart" dargestellt hat. Auch Sr. Majeftät; auch , Henry Russell, geldworner' außerordentlicher Elisabeth gewinnt durch diese „Pièces justificatives" außerordentlich. Trommelsdläger", blieb nicht zurück. Kurz, an die 9000 Personen Sie intereffirt sich auf das lebhaftefte für die Stuart in ihrem erschienen in Schwarz, so daß, mit Inbegriff der anderen Roften, der Kampfe mit dem schottischen Adel und dessen Gewaltthätigkeiten gegen Schaß, D. h. das Volt, mit 50,000 Pfund Sterling zu zahlen hatte. fie. Als Maria in Lochleven gefangen gehalten wurde, athmeten die Kein Wunder, daß Jakob's Nachfolger, Karl I., in der Vorlage an das Briefe Elisabeth's die lebhaftefte Theilnahme und Sorge für ihre Haus der Gemeinen unter Anderem äußert: ,,Der Staatshaushalt ift fönigliche Schwester. Briefe von Leicester, in Elisabeth's Auftrag mit Schulden belastet und die Einkünfte durch des feligen Königo an Sir Nicolas Tyrogmorton geschrieben, verwenden sich in aller Leichenbegängniß und andere Ausgaben der. Nothwendigkeit und der Weise für die Freilassung Maria’t. Es liegen hier Materialien vor Ehre erschöpft"...

zu einer gänzlich neuen Auffassung und Darstellung des persönlichen Zum Schlusse noch einige Beispiele grillenhafter leßtwilliger Ver- Verhältniffes und des Streites der beiden rivalisirenden Königinnen. ordnungen: Ludovico Cortufius, ein ausgezeichneter Rechtsgelehrter, ftarb zu

Die hobe Soule, von Maßmann. Zur Begrüßung Padua den 15. Juli 1518, Auf dem Sterbebette verbot er seinen seiner Jugendfreunde bei der dreihundertjährigen Jubelfeier der UniAngehörigen, bei seinem leichenbegängniß Thränen zu vergießen; Mu- versität Jena bat Herr Professor Maßmann in Berlin ein Shriftchen fikanten, Sänger, Pfeifer und Geiger sollen die Stelle des Trauer. unter dem Titel: ,,Die hohe Schule; ein Traum", *) im Drud erGeleites vertreten; zwölf in Grün gekleidete Mädchen, denen er ein scheinen laffen. Es ist eine Allegorie des deutscheu Universitats- und ansehnliches Legat vermachte, follen die Leiche tragen, und er legte den

Studentenlebens, die den Meisten, welche einst an diesem Leben Theil Erben, wenn sie seinen Bestimmungen zuwider handeln, eine schwere genommen und daran zu allen Zeiten mit fröhlichem Herzen zurüd. Buße auf. - 1733 ftarb John Underwood zu Whittlesen in Cambridge. denken, ein willkommenes Memento sein wird. Zwar sind hier mit shire. Sechs Herren, die ihn zu Grabe geleiteten, sangen aus Horaz sehr vielen alten, bekannten Scherzen und Wifen nur wenige neue die leßte Strophe der zwanzigften Obe des zweiten Buches.) Keine Gedanken und noch weniger spezielle Erinnerungen an Jena verGlode läutete, fein Verwandter folgte der Babre. Der Sarg war bunden, doch ist das Büchlein ja nicht zum Denken, sondern nur zur grün angestrichen. Ein Horaz lag unter feinem Kopfe, ein Milton burschifosen Ergößung bestimmt. Aus dem Jahre 1450 theilt ung unter feinen Füßen, ein griechisches Testament in der Rechten, eine der Verfasser folgende Strophe eines deutschen Bursdenliedes mit: Miniatur-Ausgabe des Horaz in seiner linken. Die sechs Herren

„Ich weiß ein frisch geschlechte, speisten zu Abend in seinem Hause, und nach aufgehobener Tafel

Das sind die Bursenknechte, fangen sie aus Horaz die einunddreißigste Ode des ersten Buches. "")

3hr orden steht also: Er vermachte 6000 Pfund Sterling seiner Schwester, unter der Be.

Sie leben ohne sorgen

Den abent und den morgen, dingung ftrengster Befolgung dieses feines leßten Willens.

Sie find gar stattlich fro.

Du freies Burfenleben,
Mannigfaltiges.

Ich lob bich für den Gral;

Got hat dir recht gegeben,
Abermal neue biftorisce Quellen in Bezug auf

Trauren zu widerstreben,
Maria Stuart. Wir haben in diesen Blättern bereits der großen

Frisch wesen überal."
Sammlung archivalisder Aftenstüde gedacht, die jeßt in England, auf
Anordnung des Parlaments und unter Leitung des Master of the

Calendars of State Papers relating to Scotland from the Reign

of King Henry the Eightb_to the Accession of King James the First Rolls (Archiv-Direktors), Sir John Romily, im Drud ersdienen, (1509 - 1603). With the Correspondence relating to Mary Queen of

Scots duriug ber Detention in England. Edited by Markbam J. Thorpe, *) Absint inani &c. Sinn: Fern bleiben die Trauerlieder von dem

Esq., under the direction of the Master of the Rolls. 2 vols. London: lebenleeren Leichnam, die düsteren Gewänder und die Klagen; halt ein mit

Longman. Jammern und unterlasse den unnüßen Prunf.

**) Berlin, Ferdinand Schneider. **) Ad Apollinem.

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welcher einst in meinem Beisein, als ein Nichtmathematiker die uns Italien.

gebeuren Vortheile der Mathematik auf die Entwickelung der Geistes

fräfte pries, lächelnd den Aussprud that: ,, lieber Freund, glauben Noch Einiges über Mezzofanti, nadh 6. W. Russell. *)

Sie das doch um Gottes willen nicht; ein sehr dummer Mensch kann Nadidem wir in Nr. 91 des , Magazin" einen gründlichen, aber dabei ein ausgezeichneter Mathematiker sein.“ – Das ist im Aletwas ftrengen deutschen Sprachenkenner sein Urtheil über den bes gemeinen richtig, insofern eine hohe Entwicelung der reinen Mecharühmten italiänisden ,, Sprachensprecher" und dessen englische lebensa nit des Geistes, denn das ist am Ende die Mathematik, durchaus Befdhreibung haben abgeben laffen, wollen wir aus dem Buche selbst nicht eine gleich hohe Entwicelung anderer Seiten, z. B. der Urtheilsnoch eine kleine objektive Nachlese halten:

kraft, bedingt; auch wird man häufig genug die Erfahrung machen, In der Einleitung zu dieser Lebensbeschreibung bespricht der daß Gelehrsamkeit und Anwendung der Gelehrsamkeit zwei sehr verVerfasser, wie bereits erwähnt, einige der ausgezeichnetsten linguisten schiedene Dinge sind. Aehnlich ist es mit dem Sprachenerlernen; es aller länder und verschiedener Zeitalter. Indem er sie mit Mezzo. fommt lediglich darauf an, was man unter Sprachenlernen versteht. fanti vergleicht, findet er den legteren Allen überlegen. Der älteste Auch die Sprachen haben ihre mechanische Seite, und die ist leichter von ihm angeführte große Sprachkenner ist halb oder ganz mythisch, zugänglich, als man meint. Solche bäuerische Sprachgenie's, deren ich wenigstens die Sprachfennerschaft, nämlich Buddha, der Stifter der selber ein paar gekannt habe, besißen etwas, was unseren Schulbüblein buddhistischen Religion. Als er nämlich zehn Jahre alt war, lehrte gleich im Anfange gründlich ausgetrieben wird: nämlich unbedingten er, zufolge der Sage, seinen Lehrer funfzig fremde Sprachen, von Glauben an das gedruckte Wort und eiserne Ausdauer; d. b. sie lerdenen der würdige Mann früher nicht ein Wort gehört hatte. – Als nen die erste beste Grammatit, die ihnen vorkommt, von Anfang bis ein Ort, der zum Sprachenlernen vorzüglich geeignet war, erscheint Ende ebenso fest und sicher auswendig, als die alten Rhapsoden iyren die kolchische Hafenstadt Dioskurias (im heutigen Mingrelien), wo Homer, die Druiden ihre Weisheit auswendig wußten. Wenn ihnen dreihundert verschiedene Stämme des Handels wegen zusammenfamen dabei endlich der Sinn für Regel und Analogie aufgeht, so ist er und Hunderte von Dolmetschern ihr tägliches Brod durch Sprachs stärker, schärfer und solider, als bei unseren gelehrten Lutschbeuteleien, fenntnisse verdienten. Ueberhaupt war dieses Geschäft im Morgen. weil Selbstthätigkeit und stramme Arbeit zu Grunde liegt. – Ob lande stets ein sehr gangbares; Armenier und venetianische Renegaten dabei gerade das Verständniß dessen, was zusammengesepteren Conin der Türfei trieben es vorwiegend.

structionen zu Grunde liegt, besonders tief sein könne, will ich nicht Italien fann fich vieler leute rühmen, die ihre ein bis zwei entscheiden, denn das ist eine andere Sache; in die Tifteleien der höhes Dußend Sprachen genau fannten. Deutschland ist nicht im Rücfftande; ren Philologie dürfte sich ein solcher gelehrter Bauer nicht leicht verSchmid, ein Feldarbeiter, bemeisterte deren nicht weniger als ein hal. irren; wie alle Autodidakten, wird er es lieben, häufig den gordibes Hundert – und Poftel fagte, was man ihm indessen nicht glau- fchen Knoten einer Sdwierigkeit mitten durchzubauen. ben darf, er fönne über die ganze bewohnte Erde geben, ohne die Im Sprechen, wenn er es versucht, wird er alles über den gro. Hülfe eines Dolmetschers nöthig zu haben. – Ein Anderer, Müller,

Ein Anderer, Müller, ben Leisten seiner heimischen Mundart schlagen und von Quantität, war vertraut mit mehr als zwanzig Sprachen und bewältigte in Zeit Accent u. dgl. wenig halten. Ein Talent der Art, das freilich aus der von sechs Monaten die schwerste von allen, die chinesische. – Diefer niederen Sphäre heraustrat, war der vor einigen Jahren verstorbene Müller lebte theilweise in England und hatte eine so wunderbare Professor Lee, Sohn eines Bauern aus Shropshire und Autodidakt. Trot Gleichgültigkeit in allen übrigen Dingen, Sprachen ausgenommen, feiner ungeheuren Gelehrsamkeit hatte er von Quantität und Accent daß er z. B. als König Karl II. mit ungebeurem Pompe in London feinen Begriff ;

feinen Begriff; - auch bei ihm war es die starre, bäuerische Hartseinen Einzug hielt, nicht den Blick von seinem Studirtifde weg. nädigkeit, mit der er vorzüglich sich der Sache bemeisterte. Als er einft wandte, obwohl der Zug unter feinen Fenstern vorüberging. Auch einen jungen Menschen, der sechs Jahr Unterricht gehabt, höchst elend den Engländern hat es nicht an großen Linguisten gefehlt, unter denen auf der Flöte spielen hörte, erklärte er, in sechs Monaten würde er der Entzifferer der Hieroglyphen, Dr. Thomas Young, der in der besser spielen - und er hielt Wort. – Der Mensch fann Alles, wenn That außer der Kenntniß seiner zwanzig und mehr Sprachen Fähig er will, wenn er nur wollen kann, und wenn heute die gelehrte feiten und Fertigkeiten entwidelte, die man bei einem so ernsten Ges Sprachkenntniß in unserer Bildung so sehr verfällt, fo rührt das lehrten, und namentlich einem Engländer, nicht erwartet hätte; denn daher, daß Faulheit und Gedankenlosigkeit in der Jugend immer mehr nicht genug, daß er zu gleicher Zeit auf zwei Pferden reiten konnte, einwurzeln, weil man es ihr zu bequem macht und ihr ben weichen nein, er verstand es auch, auf dem Seile zu tanzen und den Hange Brei gefaut in den Mund schiebt. Es scheint, als ob die Trefflich. wurst zu spielen. Der spanische linguist Fernando de Cordova war feit der Hülfsmittel und die Anstrengung der Lehrer im umgekehrten nebenbei ein geschickter Fechter, namentlich hatte er das Springen weg, Berhältnisse zu den Leistungen der Lernenden ständen. so daß er beim Fechten oft Säge von zweimal zwölf Eden machte. Man Ade die Personen, die der Verfasser in der Einleitung namhaft sieht hieraus, daß Sprachkenner durchaus nicht gelehrte Pedanten zu macht, dienen indeß nur dem berühmten Mezzofanti zur Folie; denn fein brauchen. Merkwürdig ift es hierbei, daß eine große Anzahl in seiner Kenntniß nicht allein von Sprachen, sondern aller Arten von dieser Männer aus den niedersten Volfsklassen hervorgegangen Dialekten, Kauderwälsch und Patois übertraf er vielleicht alle Linfind, zu denen oft kaum eine Kenntniß von dem Vorhandensein der guisten, die jemals in der Welt waren; er soll mit mehr als hundert Sprachen, sollte man glauben, gelangen fönnte; indessen ist es damit, Sprachen in höherem oder geringerem Maße vertraut gewesen sein. wie mit anderen, z. B. mechanischen, Fertigkeiten. Das Genie wird er lernte, begabt mit einer wunderbaren Auffassungsgabe, eifrig und geboren und bedarf nur eines leisen Anftoßes, - um fich fortzuhelfen schnell, jedoch nicht ohne Anstrengung, wie Manche glauben dürften, und mehr zu leiften, als die äußere fünftliche Dressur auf gelehrten und nicht ohne Syftem. Anstalten. Wie mancher gelehrte Professor und Notenfrämer hat sein Mezzofanti war 1774 zu Bologna geboren, der Sohn eines Latein und Griechisch gelernt wie ein Holzhader; warum sollte nicht Zimmermannes; schon als Kind zeigte er in der Schule eine wunder. amgekehrt ein Holzhader Latein und Griechisch zu lernen im Stande bar schnelle Fassungsgabe und trat zeitig in den geistlichen Stand sein wie ein Professor, zumal das Sprachenlernen wesentlich nur auf ein. Die römische Kirche fand in ihm einen treuen Diener, selbft in dem Gedächtniß und dem Sinne für Analogie beruht? Ich fenne einen den Tagen ihrer Noth; dod ob Triumphe oder Widerwärtigkeiten ihr gründlichen Mathematiker, der nebenbei ein geistreicher Mann ift, loos waren, Mezzofanti fuhr unausgefeßt fort, fic immer neue und *) „The Life of Cardinal Mezzofauti, with an Introductory Me.

neue Sprachen anzueignen. Lange Jahre hindurch blieb er in einer moir of Eminent Linguists, Ancient and Modern”. By C. W. Russell,

D.D., verhältnismäßig niedrigen Stellung; er lehrte Sprachen, gab Religionsa President of St. Patrick's College, Maynooth. London: Longman. 1858. Unterricht, ftudirte die dwierigften Grammctifen, lernte Dialekte von

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