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Du, Beautru?" - 10", erwiedert er, ,, Wir grüßen uns, aber sprechen überall binkommen und einbringen. Sie hat die neue französische niớt mit einander." Der kleine jansenistische Streit versálingtí Sprache geschaffen. Diese Sprache hat gleichsam eine chemische Bere bald die Rübnsten. Es ift für einige Zeit vorbei mit der Romödie. wandlung erlitten. Sie war ftarr und wird flüssig. Wenig geeignet Man bläft die Lichter aus, und die Poffe ift zu Ende. Die Zuschauer zur Verbreitung, schritt fle rauben und kräftigen Ganges einher; aber find glüdlich, wenn man sie herausläßt. Sie gähnen und geben zu jeßt, in Fluß gerathen, ftrömt fle leicht und schnell dabin, doll Wärme Bette. : Die Iuftige Person des Stüdes, die Pamphletschreiber, Sa- und in wunderbarer Klarheit

. Wenn Einige nach ihrer Eigenthüm= tiriter und besordeten Lacher verdienen damit ihr Brod nicht mehr; keit, wie Montesquieu und la Bruyère, sich besondere ihr fprübendes fie wenden, sich dem weit einträglideren Madrigal zu, seufzen in Bers. Feuer zu eigen gemacht haben, so fließt der große Strom, leicht und fen und reimen für die Ballets des Könige. Dieser junge und gas rein, in ununterbrochenem Laufe von Reß zur Sévigné und von dieser lante König ift das Ibol des Friedens, der neue Kultus Frankreich zu Voltaire. Die Fronde ist Schöpferin dieser Sprache, die Sprache Nur ein einziger Mensch lacht nods und hat den Geift der Fronde die Schöpferin Boltaire's, des gigantischen Journalisten, und Voltaire bewahrt. In einem traurigen Hotel des Marais, nicht fern von der Schöpfer der Presse und des modernen Journalismus. Marion Delorme und der jungen Ninon, schreibt Scarron, ber.gro ,, Soll man nun sagen, daß diese Macht die einer Nationalsprache teste. Homer und der verkrüppelte Birgit, seinen , tomischen Roman", sei? Nein! Es ift bie europäische Sprache, die durch die Diplomatie Ein hartnädiger, unersdrođener lader, lacht er über sein eigenes von allen Völkern angenommen worden ift; gestern Königin burd Krantenlager, über seine und der Welt Hinfälligkeit. Es macht ihm Voltaire und Rousseau, und heute eine so absolute Herrscherit, daß Spaß, das abenteuerliche Leben einer Karnevals - Gesellschaft zu die anderen Sprachen besiegt sich allmählich ihrer Grammatik fügen. erzählen, eine Schrift, die ebenso moralisd und anftändig ist, wie Dieser furchtbare Şebel der Analyse erhett Alles, löft Alles auf, fann die Berwaltung Mazarin's und Fouquet's. Die befte Poffe Scar. Alles in Staub verwandeln, jeden Formalismus, Gefeße, Dogmen ron's übrigens ist die, deren Bedeutung er selbst nicht geahnt hat, und Throne zermalmen." Sein Name ist: die Vernunft in Worten seine Vermählung mit der jungen Aubigné, der niedlichen kleinen (la raison parlée). Dieses Auflösemittel war so stark, daß ich faft Spröben, die er für fich auferzogen und gebildet hat. Wie würde glauben möchte, man habe felbft während des schönen und feierlichen er lachen, wenn er porausfäbe, daß er sie für den großen König Vortrages Bossuet's ins Fäustchen gelacht. Frankreich ließ fich tăupräparirt!

fchen und ließ fich nicht täuschen. Beides fann wahr sein und wohl ,, Mazarin's Glüc war nad der Zeit der Fronde im Steigen. neben einander bestehen. Das Kind meint es ernst, wenn es seine Die glüdlichen Erfolge der Waffen Turenne's erhoben ihn zu immer Puppe wiegt, fie füßt und herzt, und doch weiß es ganz wohl, daß größerer Macht. Der Glanz der Waffen verbunfelte vor Europa die fte nur von Holz ift. — Verhängnißvolle Gabe der Aufklärung! Sie Schmach einer niederträchtigen Regierung und täuschte über die Gee dringt immer weiter durch, diese unselige französische Sprache, die fthidlichkeit Mazarin'ø, der die Sache Frankreichs seinen eigenen man nicht aufzuhalten vermag. Es - giebt kein Asyl mehr für die Intereffen unterordnete, der Verbeiratung seiner fieben Nichten und Finfterniß, fein Mysterium, kein dunteles Sanctuarium. Die gött, der Vermehrung seines Vermögens. Was Richelieu gefäet hatte, das liche Nacht, von der Homer spricht, ift überwältigt. Eine solche ärndtete Mazarit. Jener schuf die Verwaltung, die Armee, die Sprache ist der Krieg gegen die Götter!" Marine, unb ftarb unmittelbar vor dem Siege bei Rocroy; diefer Wir haben es im Obigen versucht, in kurzem Abriß, meist mit verbarb Alles und hatte doch in Adlem Glüd. Groß durch Condé, den Worten des Verfaffers, anschaulich zu machen, welche Bedeutung größer noch durch Turenne, befestigt felbft durch den Sturm und das Michelet der Zeit Richelieu's und der Fronde für die spätere hiftoris Sheitern der Fronde, wird ihm zuleßt noch das Glück zu Theil, daß fiche Entwidelung Frankreiche und Europa's giebt. Mag man auch man seinem Genie die Ehre des pyrenäisden Friebens (1659) zuschreibt, in diesem und jenem Punfte mit seiner Auffassung nicht einverstanden der doch nur durch die allgemeine Erschöpfung erzwungen worden war. sein: hierin wird man ihm vollkommen Recht geben, daß die fünftige Auch nach seinem Tode trägt er noch die Maske eines Friedensengels. Hevolution und die politischen und sozialen Zustände, die sich aus ihr War died in der That ein Friede? Spanien war tobt und konnte bis auf unsere Tage entwiđelt haben, in dieser merkwürdigen Zeit nicht mehr die Vortheile des Friedens genießen, und Frankreich, daß wurzeln. So bildet dieser Theil des großen Geschichtswertes Michelet's mit ihm einen funfzigjährigen Prozeß um die spanische Erbschaft über gleichsam die Erposition zu der furchtbaren Tragödie, beren legter nahm, follte in dem Frieden einen inneren finanziellen und einen Alt, auf deffen Katastrophe der Verfaffer mit deutlichen Worten hin. äußeren blutigen Krieg finden. Der schöne König von 16 Jahren weift, noch zu erwarten ift. Hoffen wir, daß dann noch ein rettender kommt von der Jagd zurüđ, in Reiterstiefeln und die Peitsche in der Gott, die Erinnyen versöhnend, einen befriedigenden Sdluß berbeiHand, und verbietet dem Parlamente, jemals Ersparnisse zu verlangen. führen wirb.

M. Er beginnt den Krieg gegen das Geld. Mit Fouquet, und später mit Louvois, tros ben Gegenbemühungen Colbert's, eröffnet er gegen

Mannigfaltiges. Frankreich den Tiegreichen Feldzug, der mit dem Verlufte des öffent

Die Literary. Gazette. Die alte Londoner Literary Galichen Vermögens endet, und nimmt als Trophäe nach St. Denis den zette hat fich perjüngt. Seit dem 1. Juli d. 3. ist dieses Journal, unfterblichen Bankerott von drei Milliarben mit.

das vor etwa vierzig Jahren gegründet wurde, in andere Hände über. Jebe andere Nation würbe nach diesen Mazarin, Fouquet, Lots gegangen, und es ersdeint seitdem in erweiterter Form (32 Quarte vois, nach so vielen Kriegen, nach fo vielem Ruhme, nach so vielen Seiten wöchentlich, ftatt der bisherigen 24) und mit reiðerem Inbalt. Helden, nach so vielen Shurten fo heruntergekommen sein, daß fie Neben den Anzeigen und Kritifen neuerer Erscheinungen der literatur sich nicht mehr erhobenchätte. Die französische Nation dauert dennoch bringt es nämlich auch Korrespondenzen aus der Hauptstädten desfort. Wie erklärt man sich dieses Patent der Unsterblichkeit, diese Auslandés und einen Briefwechsel mit den Lesern der Zeitschrift, nationale Jugendkraft? Die einzig richtige Erklärung findet fich bei wodurch diese selbst gewissermaßen zu Mitarbeitern gemacht werden. einem englischen Schriftsteller des fiebzehnten Jahrhunderts, der in Dieses Mittel, fich Beiträge ohne Honorar und Abonnenten auf das dieser Zeit Frankreich durchreifte und einmal eine große Schaar zer. Blatt, die lediglich ihre eigenen Artikel lesen wollen, zu verschaffen, lumpter, abgezehrter Leute fab, eine Gesellschaft von 20 bis 30,000 ist nicht neu und schon vielfach - wiewohl felten mit dem berechne. Bettlern, die nach Herzensluft tanzten. Diese Gerippe hatten nichts ten Erfolg -- in Anwendung gebracht worden. Die erste Rummer gegeffen, aber, anstatt fich der Verzweiflung hinzugeben, veranstalteten der neuen Serie" der Literary Gazette bringt bereits eine ganze fie Abends einen Ball. Es war ein Heer Ludwig's XIV. - Vers: Phalanr folder angeblid von Lesern eingefandten Glofsen, Bemerfungefsen, über alles lachen, leiden, ohne ein Heilmittel zu fugen, fich gen und Anfragen. - Da aber nicht anzunehmen ist, daß fo viele über sich selber luftig machen und lachend sterben, das war das bar Produkte schon da waren, bevor die Schöpfung überhaupt begonnen, malige Frankreich. Die Chanson dauert fort, und die Komödie kommt. so" ist diese Korrespondenz wohl größtentheile von der Redaction Die großen Tröfter sind die Romifer. Ihr Werkzeug, die neue frat- felbft geschrieben. Deutschland ist in den Korrespondengen bes-Uuszöfische Sprache, entftanden aus den Mazarinaden, sprüht darin schon landes in den beiden erften Rammern nur durch ein Schreiben auf Funten. Sie findet fich in dem tomischen Roman von Scarron, in Dresden Vertreten, in welchem der Kellers de Stich der ,,Disputa" den Memoiren von Reş, die er gewiß in Vincennes begann (1652). von Raphael besprochen wird. Sie wirb fid balb offenbaren in dem beißenden, mächtig wirkenden, fiegreichen Pamphlet ber religiösen Fronde, ben Lettres provinciales Pascal's (1657), und fchon ist der Tartuffe vor der Thür (1664).

9 ip Darin liegt der Ernft der Fronde Sie hinterläßt fein fichtes bared, greifbares, materielles Resultat; sie hinterläßt einen Geist, und : dieser Geist wohnt in einem unbesigbaren Förderungsmittel und muß.

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den Seinen die Schaam und den Lerger, daß man diesen gefährlichen Italien.

Feind, der schon geschlagen und beinahe gefangen war, durch Uneinig

feit der Häupter in Florenz entfommen ließ. In den drei JahDie Chronik des Giovanni Billani.

ren 1328, 1329 und 1330, machte er sich, da die Bürger burd; eine Wie bei uns in Deutschland, so wendet man auch in neuerer furchtbare Hungersnoth gedrüdt wurden, als städtischer Proviantmeister Zeit in Italien der älteren vaterländischen Geschichte eine besondere verdient, wurde aber zum Danfe dafür hinterbrein der Unterschlagung Sorgfalt zu und macht die alten Geschichtswerke, die sonst nur in öffentlicher Gelder angeklagt. Er erhielt die Genugthuung einer öffentlichen Bibliotheken vor Jahrhunderten gedruct oder vielleicht gar glänzenden Freisprechung.

glänzenden Freisprechung. - Späterhin hielt er sich, als von den nur handschriftlich zu erlangen waren, durdy zwedmäßige Ausgaben Florentinern gestellte Kriegegeißel, bei Mastino della Scala in Ferrara einem größeren Publikum zugänglich – gewiß ein löbliches Unter- auf und wurde aus dieser Haft nur erlöst, um sein Vaterland aufs nehmen, wofür man auch in Deutschland und allen civilifirten Län neue im Kriege entbrennen zu sehen, um zu erleben, wie thöricht es dern nicht undantbar fein wird. Das Unternehmen der „Biblioteca fich Gualtiero, dem Herzoge von Athen, in Vogtei gab, wie es später Classica Italiana”), dessen wir im ,, Magazin“ bereits mehrfach ges fich zu neuem Aufruhre erhob und ihn schimpflich verjagte, doch stets bachten, umfaßt auch die ,,Chronit des Giovanni Villani",") der mit mit Blutvergießen. Zuleßt wurde G. Villani in den Sturz seiner seinen Namensbrüdern, den anderen beiden Chronisten Matteo und Partei verwickelt und ohne erweitliche Shuld ins Gefängniß geFilippo Villani, von Dr. Racheli kritisch bearbeitet und heraus- worfen. – Er starb 1348 als eines der ersten Opfer jener fürchtergegeben ist.

liden Pest, die unter dem Namen des schwarzen Todes bekannt ift. Wir glauben, unseren Lesern einen Dienft zu erweisen, wenn wir Seine Chronit, die in zwölf Büchern berläuft, erzählt die Ge diejenigen unter ihnen, die Interesse an Italien und seiner Geschichte (dhichte von Florenz von ihrer Gründung an bis zum Jahre 1348 nehmen, mit einem Schriftsteller etwas näher bekannt machen, den und zieht auch die Geschichte anderer italiänischer Staaten mit hinein. die Geschichtsforscher hinlänglich gewürdigt haben. Schon der Um- Natürlich fängt das Werk mit dem babylonischen Thurmbau an und ftand, daß wir es mit einem landsmann und Zeitgenossen Dante's zu giebt womöglich die ganze Weltgeschichte vor der Gründung von Flothun haben, dürfte unser Unternehmen rechtfertigen.

renz, d. 5. jenes Gemisch von Fabeln, Entstellungen und unverstandeGiovanni Viflani wurde in der zweiten Hälfte des dreizehnten nen Traditionen, das damals für Geschichte galt doch ist zu bes Jahrhunderts in Florenz geboren, als der Sprößling einer jener reichen merken, daß Vidani diesen ganzen Abschnitt wörtlic» aus seinem Vorund mächtigen Kaufmannsfamilien, die Theil an der Regierung des gänger, dem oben genannten Ricordano Malaspini, abgeschrieben hat, Staates nahmen, wie z. B. noch späterhin die Medicäer. So war ohne ihn indessen je zu erwähnen – eine Naivetät, die in jenen auch unser Giovanni Villani, den man, nach dem beigegebenen Por- Zeiten und unter jenen Verhältnissen wohl erklärlich ist. Wahrschein. trait, ohne Zweifel für einen Geistlichen halten würde, zu gleicher Zeit lich seßte er voraus, daß Malaspini's Chronik in Florenz bekannt Kaufmann, Gelehrter und Magistratsperson.

genug sei, um nicht erst einer Erwähnung zu bedürfen, und hielt es Im Jahre 1300, einer Unglüdszeit, wo Florenz durch die Parteis für selbstverständlich, daß er sein Werk benußen und ohne Weiteres kämpfe der Weißen und Shwarzen zerrissen und mit Blut besudelt fortseßen könne. – War es doch die Geschichte der Stadt Florenz, wurde, begab er sich als Pilger nach Rom, wo das ausgeschriebene der beide Arbeiten gewidmet waren und der sie beide angehörten. Jubiläum Tausend und aber Tausend Wallfahrer versammelt batte. Zudem behandelt Giovanni Villani jene alten Sagen offenbar Aud Dante Alighieri befand sich damals aus demselben frommen nur als Nebensache: sein klarer, staatsmännisder Geist bewegt sich Grunde in der heiligen Stadt. Hier in Nom faßte Villani den Ent am liebsten in der geschichtlichen Wirklichkeit, in Verhältnissen, wo schluß, die Geschichte von Florenz zu schreiben, wie gerade hundert er praitische Bemerkungen machen, vergleichen, prüfen und urtheilen Jahre früher, bei derselben Gelegenheit, sein Landsmann Ricordano fann; denn er ist ein Hiftorifer im wahren Sinne des Wortes. Als Malaspini denselben Entschluß gefaßt hatte. Der Anblick der ma- praktischer Geschäftsmann fümmert er sich nur um positive Dinge, jestätischen Gebäude, das Lesen der glorreichen Thaten der Römer, wendet die ernsten Sentenzen der Alten auf das Leben an und forscht wie sie Satlust, livius, Valerius Marimus und andere Meister der bei jedem Ereigniß nach dessen Ursachen. Ein glühender Anhänger Geschichte beschrieben, endlich die Betrachtung, daß ,, die Stadt Flo. der welfischen Partei, macht er fein politisches Denken und Fühlen auf renz, eine Tochter und Schöpfung Roms, im Aufsteigen begriffen und jeder Seite kundbar, und bisweilen trübt eine unmäßige Vaterlandsnahe daran fei, große Dinge zu verfolgen, wie Rom in feinem Sin liebe die Reinheit seines Urtheils; aber weder blind, noch ungerecht, fen", erwedten in ihm, wie er sagt, den Gedanken, die Ereigniffe fieht er fast immer das Gute auch auf der entgegengeseßten Seite, feiner Vaterftadt zu beschreiben, um ein Andenken und Borbild und erwähnt es. Als Zeuge der Vertreibung Dante's, wagt er es, denen zu geben, die fünftig sein werden.“

nicht bloß mit Liebe und Achtung von ihm zu sprechen, sondern auch Hierauf machte er Reisen in Frankreich und Flandern, zu einer die Ungerechtigkeit seiner Verbannung laut anzuflagen. Zeit, wo beide Länder gerade im beftigften Kriegsfeuer ftanden. So G. Bidani's Stil ift funftlos, wie ihm das Wort in die Feder fah er z. B. das Schlachtfeld Mons-en-Puelle (1304) wenige Tage kommt, einfach und naiv; die Sprache, bis auf einige Gallizismen, die nach dem Siege Philipp's des Schönen über die Vlaeminger. ihm von seinem Aufenthalte in Frankreich anhafteten, überaus rein

In den Jahren 1316 und 1317 faß er unter den Ersten des und gefällig. Es dürfte angemessen erscheinen, einige Proben aus Staates und betrieb eifrig den Frieden mit Pisa, den er auch durch dem vorliegenden Werke zu geben, die freilich als Ueberseßung nicht Teßte. Als Vorsteher der Münze fammelte er mit großem Eifer die beanspruchen können, den Eindruck des Originales ganz erseßen zu Urkunden des florentinischen Münzwesens; als Verwalter des Ges wollen. Den Ton, namentlich aber die angenehme Nachlässigkeit der meindefädels war er, wie kein Anderer, umsichtig und unermüdet. Constructionen, nur annähernd nachzubilden, ist nicht leicht, in vielen Als er im Jahre 1321 abermals diesen höchsten Poften bekleidete, bes Fällen unmöglich, weshalb wir um Nachficht bitten. festigte er Florenz mit neuen Thürmen und Basteien und kämpfte tapfer gegen Caftruccio, den Gewalthaber von fucca, theilte aber mit

Einleitung.

Kap. I. *) Triest, Literarisch -artistische Abtheilung des öfterreichischen Lloyd, 1857 ,,Sintemal von unseren alten Florentinern sich nur wenige und und 1858.

unordentliche Schriften finden über die Dinge, die in unserer Stadt **) Chroniche di Giovanni, Matteo e Filippo Villani, secondo le migliore stampe e corredate di note filologiche e storiche. Testo di lin.

Florenz vorgegangen sind, entweder durch das Versäumniß ihrer Nachgua. Trieste.

läffigkeit, oder bei der Gelegenheit, daß zur Zeit, als Totila, flagellum

Dei, 9) fie zerstörte, die Schriften verloren gegangen sind, so habe ich Allein bergleichen Bilder häuslichen Glüdes fand Möllhauser Johannes, Bürger von Florenz, in Anbetracht der Abeligkeit und nicht in den in der Nähe der Weißen belegenen indianischen Anfie

: Größe unserer Stadt, in den gegenwärtigen Zeiten dafür gehalten, belungen und , namentlich nicht um die Zeit, wo das Gouvernement daß es sich passe, zu erzählen und Aufzeichnung zu machen von dem eine jährlichen 3ablungen für erkaufte und abgetretene Ländereien Ursprunge und Beginne einer so schönen Stadt, von den bösen und an die verschiedenen Stämme leistet und wo dann durch eine grausame glüdlichen Veränderungen und den darin gesdebenen Thaten; nicht

, Speculation die eben erhaltenen Shäße wieder in die Hände der weil ich mich etwa gewachsen fühle, ein so großes Werk zu thun, son- weißen Nachbarn zurücfließen. Das fräftige Mittel zu dem elenden dern um unseren Nachfolgern Grund zu geben, nicht nachläffig zu Zwed bietet das Feuerwasser (Whiskey). Eine geringe, theuer erkaufte fein, Schriften aufzuseßen von den bemerkenswertben Dingen, welche Quantität dieses Giftes genügt, um den Indianer der Vernunft zu in den Zeiten nach uns kommen werden, und um denen ein Beispiel berauben; im Taumel der Trunkenheit giebt er Alles hin, was er vor zu geben, die Wissenschaft haben von den Beränderungen, und den einer Stunde erworben und womit er sich eine bequeme und fidere vergangenen Geschichten, und den Anlässen, und dem Warum; zu dem Zukunft hätte begründen können, und erwacht erst dann aus seinem Zwede, daß sie sich bemühen, die Tugenden zu üben und die Lafter Zustande, wenn der Spekulant kein Geld mehr bei-ihm wittert und zu vermeiden, und die Widerwärtigkeiten mit tapferem Geifte ertragen, ihn grausam und unbarmherzig vor die Thür geworfen hat.") Arm zum Wohle und zur Erhaltung unseres gemeinen Wesens.

und unglücklid irrt er dann umher; als Mittel gegen den Hunger ,, und deshalb werde ich getreulich in diesem Budhe erzählen in bliebe ihm die Arbeit, aber die einmal erwedte Gier nad Feuerwaffer einfacher Volfssprache (in piano volgare), damit die Laien, wie die läßt ihn nicht mehr zur ruhigen Besinnung kommen".... 1. Zu leidt Ungelehrten daraus Frucht und Ergößung ziehen können, und wofern schließt der Reisende von solchen Individuen auf den ganzen Stamm in irgend einem Theile ein Mangel wäre, fo überlassc id es der oder auf die ganze Nation und verbindet mit dem Namen eines Verbesserung flügerer Leute. Und zuerst werden wir fagen, woher Indianers alle nur denkbaren Laster der weißen und der kupferfarbe : der Ursprung unserer Stadt war, und dann fortfahren bis zu den nen Race." Zeiten, bis zu welchen uns Gott Gnade verstatten wird, und nicht Es fehlt allerdings nicht an Zügen des Edelmuthes bei diesen ohne große Anstrengung werde ich mich bemühen, die ältesten und sogenannten Wilden. Weit von einander entfernt liegen die Handelsverschiedenen Bücher, Chronisen und Sdriftsteller wiederzugeben und Posten der St. Louis Pelz - Compagnie, deren gegenseitiger Verfeh

: aufzufinden, daraus die Thaten und Geschichten der Florentiner zu- durch Boten vermittelt wird. Um den Nachstellungen der feindlid sammenstellend, und zuerst den Ursprung der alten Stadt Fiesole, gesinnten Indianer leichter entgehen zu können, machen diese Boten Burch deren Zerstörung der Anlaß und der Anfang unserer Stadt ihre großen Reisen meist zu Fuß. Einst wurde nun ein Kanadier Florenz entstand.

von Belle Vue mit Briefschaften an den Vorstand des Handeléposlenis „Wenn unsere Einleitung sehr weit ausholt und in Kürze andere der Ponka-Judianer am Eau qui court abgesandt. Der läufer batte alte Gedichten erzählt, fo scheint das für unseren Zweck nicht von eine Reise von zweihundert Meilen den Missouri aufwärts zu maden Nöthigkeit; es sei denn unterhaltend, nüglich und ermuntere unsere und war bereits eine Woche unterweges, als ihn plößlich die BlatternMitbürger, die da sind und sein werden, wader zu sein und von Krankheit überfiel. Hülflos lag er in der Einöde an einer Quelle: großer Thatfraft, wohl betrachtend, wie sie von edlem Geschlechte und wer konnte ihn, dem Verlassenen, hier Rettung bringen! waderen Leuten abstammen, wie auch die alten guten Trojaner und Zu derselben Zeit jagte ein Häuptling der Omaba's, Ongpa: die großmächtigen und adeligen Römer gewesen sind. Und auf daß tonga (der große Hirsch) genannt, mit fedes Kriegern seines Stammes unser Wert noch löblicher und befier fei, fo flebe ich den Beistand in jener Gegend und fand den Erkrankten. „Auf den ersten Blic unseres Herrn Jesu Christi an, in dessen Namen jedes Werk guten erkannte der Häuptling die ansiedende Krankheit, hieß seine Leute Anfang, Mitte und Schluß erhält."

(Fortseßung folgt.) fich aus der gefährlichen Nähe des Läufers entfernen und faßte nach

kurzer Berathung einen Entschluß, der mandem frommen Missionar Nord: Amerika.

zur Eyre gereicht haben würde. Es ergab sich nämlich, daß drei von

Ongpa-tonga's. Leuten einen Anfall dieser schredlichen Krankheit Die Indianer im Westen der Vereinigten Staaten.

glüdlich überstanden hatten, während er selbst sowie die drei Uebrigen (Schluß.)

von derselben versdont geblieben waren. Die Ersteren waren also nady Leider hat das Zusammentreffen europäischer Kultur mit den seiner Ansicht gegen eine neue Ansteckung geschüßt, und in Verbindung Indianern den nachtheiligsten Einfluß auf die legteren geübt, und wenn mit diesen unternahm es der Häuptling, den Weißen zu retten und troßdem einzelne Stämme, ,,ohne fich von den Sitten und Gesinnun- zurück nach Belle Vue zu schaffen, während er die Anderen anwies, gen ihrer Väter gänzlich losgesagt zu haben, friedlide Bürger, fleißige Wege einzuschlagen, auf welchen sie dem Kranken nicht würden beAderbauer und gastfreundliche Menschen geworden sind“, so verdanken gegnen können. Seinen Befehlen wurde Folge geleistet; auf eine don fie dies großentheils sich selbst. Es ist ein großer Jrrthum, zu be- Zweigen geflochtene Bahre legten die edelmüthigen Indianer den haupten, daß die Indianer Nord- Ämerika’s nicht bildungsfähig sind; leidenden Jäger und traten dann, die Last auf ihre Sdultern verwer will die Bildungsfähigkeit irgend eines Menschen, er habe was theilend, den Heimweg an. Nach einer unbeschreiblich mühevollen immer für eine Farbe, bestreiten? Alle, ade sind sie zur Erkenntniß Reise von vierzehn Tagen erreichten sie Belle Vue, wo sie von ihren des Guten und Bösen geboren, und so ist denn auch der Indianer Gefährten soon angemeldet waren; für die aufopfernde Liebe fanden jeder Civilisation fähig, sobald er nur im Anfang eine Anleitung fie reichen Lohn, denn der Zustand des jungen Jägers hatte sich auf erfährt, eine Anleitung, die geeignet ist, mit Vertrauen entgegen- der Reise so weit gebessert, daß derselbe zur großen Genugthuung genommen zu werden und das seit Jahrhunderten genährte Mißtrauen der Indianer nach kurzer Zeit schon wieder seinen Arbeiten obliegen zu heben. Seit seiner ersten Bekanntschaft mit den europäischen Ein- fonnte und nur noch die unauslöschlichen Zeichen der überstandenen dringlingen wie ein schädliches Thier durch das Land gejagt, beständig Leiden in seinem Gesicht trug." auf der Flucht vor dem Uebermuth der Weißen, durch die verwerf Während die Indianerstämme östlich der Rocky Mountains einen liche Politik derselben unausgeseßt in blutigem Hader mit seinen Anstrich von Nitterlidfeit þaben, sind die westlich dieses Gebirges Bruderstämmen erhalten und in feinen Rachegedanken, wegen des zum Theil Vieho und Menschenräuber, werden aber auf ihren Naubtausendfachen Unrechts, das er zu erleiden hatte, mit grausamer Vora zügen nicht selten von Merikanern angeführt. Ju Neu- Merifo er: Fäßlichkeit von den Anhängern einer Religion der Liebe bestärkt, um ftreckt sich das Gebiet der Apache-Indianer vom 103. bis 114. Grad als Rechtfertigung für deren eigenes unchriftliches und verrätherisches westlicher Länge von Greenwich und von den Gränzen des Utah - Ge: Benchmen zu dienen, wie vermochte er unter folden Verhältnissen bietes, dem 38. Grad bis zum 30. Grad nördlider Breite. Zu dies die Wohlthaten einer friedlichen Ansäßigkeit, den tausendfachen Gegensen Apachen gehören die Navajok - oder Navahoe - Indianer, welche eines dankbaren Bodens und die Vortheile eines geordneten, bürger- große Schaafbeerden halten und mit denselben als Nomaden umbero lichen Zusammenlebens kennen zu lernen?"

ziehen. Aus der Wolle verstehen sie buntfarbige, sehr dichte Deđen ju Bei den Choctaws und Cherokesen fand Mödhausen blühende weben, ,, deren Güte wohl dwerlid von einer Dedenfabrif der civiliFarmen, ,, die dem Europäer alle Ehre machen würden, üppige Saas sirten Welt übertroffen werden kann.'' ten und einen Wohlstand, der dem nach Veredelung ftrebenden Sobne Ganz von diesen räuberischen Stämmen verschieden sind die der Natur die Mittel giebt, fich im fernen Often Erziehung und Bil- Pueblo-Indianer, deren Ortschaften am Rio Grande und in den dung zu holen! Die Weiber stehen bei diesen Stämmen nicht mehr fruchtbaren Thälern feiner Zuflüsse zerstreut liegen. Sie find Aderauf der Stufe der Sklavinnen ihrer Männer; diese Indianer haben bauer und Viehzüchter, wie die Choctaws und Cherokesen, und leben es von den Weißen gelernt, fich schwarze Sklaven zu halten, und im freundlichen Verkehr mit allen Nachbarn. Es fheint, daß diese fie geben mit diesen Sklaven christlicher um, als jene weißen Pueblo-Indianer Nachkommen jener Völker sind, welche, nad Alerander Chriften."

v. Humboldt, vom sechsten bis zum zwölften Jahrhundert unter dem

*) Wer denkt hier nicht an die Scenen, welche in und vor den chri *) Der Gothenkönig Totila, den Villani mit Attila vertrechselt, belagerte schlesisden Schenten an Marfttagen stattfinden. Wie viel haben die 925 !

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Namen der Tolteken, der Chißimeten, der Nahuatlaten und der Padre Kino, Salvatierra und Ugarte miti heldenmüthiger Aufopferung Azteten das südliche tropisde Merito durchwandert und theilweise bes ben Saamen ftreuten, blieben die kalifornischen Missionen vom Ende völfert haben.

des vorigen Jahrhunderts bis zum Jahre 1833, während welder Zeit In allen den Regionen füdlich vom 36. Grade nördlicher Breite nod drei neue gegründet. wyrben. Jede Mission bildete damals geStößt man auf Spuren europäischer Colonisation, die vor Jahr- wissermaßen ein kleines Reich, in welchem die frommen Väter ftreng, bunderten Eingang fand, aber nur von kurzer Dauer gewesen sein aber friedlich regierten, die wilden Eingebornen des Landes allmählich kann. ,,Faft unwillkürlich ftellt man beim Anblid der untergegangenen zu ihren Unterthanen machten und dadurch immer fefter an sich fetteGröße Bergleidse zwischen der Colonisation durch Spanier einerseits ten, daß sie dieselben gewöhnten, fidh leiten zu lassen, ihnen aber zuund derjenigen der Holänder und Engländer andererseits auf. Bei gleich die Schäße zu Gute kommen ließen, welche sie selbst durch gute effteren gingen Missionare mit dem Kreuz vorauf, und ihnen folgte Haushaltung, besonders aber durch kluge Verwendung und Eintheilung das Banner ihres Heimatlandes, umgeben von troßigen Kriegern; die der ihnen zu Gebote ftehenden und immer noch wachsenden Kräfte Eingebornen wurden getauft, an geeigneten Stellen wurden Missionen nothwendig anbäufen mußten. Daß üppiges Wohlleben bei den frommen gegründet, und die Bevölkerung warb zur Arbeit und zur Erhaltung Bätern einzog, war eine natürliche Folge ihrer glücklidhen Stellung, der neuen Herren, sowie deren Kirche, angehalten. Bis zu diesem doch betrat nie ein Wanderer ihre Schwelle, der nicht mit der größten Punkte gediehen dergleichen Unternehmungen; , Jahrhunderte zogen Gastfreundschaft aufgenommen und bewirthet worden wäre und dem vorüber, ohne daß ein Fortschritt oder eine Bermehrung der Gemein es nicht beim Abschied freigestanden hätte, für sein ermüdetes Reitden bemerklich gewesen wäre: im Gegentheil, manche Nachkommen der pferd ein anderes aus den in den Ebenen grasenden Heerden ausersten Christen in den mehr abgesonderten Landstrichen von Neu- Merifo zusuchen. Der Einfluß der Missionare mußte burdy, folches Verfahren führen ein elendes. Dasein, als Spielbälle der benad barten Stämme natürlich zunehmen, so daß zuleßt der Handel des ganzen Landes mit der Eingebornen, deren Dhren den Lehren des Christenthums vers anderen Nationen in ihre Hände überging und ihnen dadurch immer folosjen blieben.

mehr Mittel erwuchsen, ihren Reichthum und ihr Ansehen zu ver„Die Art und den Pflug in der Hand, die Büdse auf der größern.“ Sdulter, landeten die holländisden und angelsädfischen Ansiedler an , 3m Jahre 1833 erhielt das Miffionswesen Kaliforniens den der Küste des Atlantisden Oceaus. Die Waldungen wurden gelichtet, ersten Stoß. Die merifanische Regierung fäkularisirte nämlich die der Boden aufgerissen und Saamen hineingestreut; der tausendfältige Missionen, da sie von deren Einfluß Nachtheile befürchtete, und erErtrag, mit weldem der dankbare Boden den Fleiß der Ansiedlerklärte dieselben für Staatseigenthum. Die Missionare verloren allen segnete, folgte diese bald in den Stand, an die Stelle ihrer Betpläße weltlichen Einfluß und sollten sich an der cura animarum genügen unter dem Dade scattiger Bäume Kirchen zu gründen. Immer lassen. Die Verwaltung der Miffionen gerieth in Verfall, die Indiaweiter dritt auf diese Weise die Civilisation auf dem einmal ge ver verfielen dem Müßiggang und führen nun ein clendes Dasein brodenen Pfade gegen Westen, vorauf die Art und die Büchse, im theils als Räuber im Gebirge, theils als Leibeigene auf den lands: Gefolge derselben Religion, Handel, Gewerbe, Kunst und Wissen- wirthschaftliden Etablissements. Jeßt ist das ehemalige Eigenthum schaft.“ Müllhausen erwähnt hier nicht, das Art und Büdise im der Miffionen Staats- Eigenthum der nordamerikanisden Regierung, Verein mit dem Feuerwaser und den aus Europa überbrachten Strant- die Missionsgebäude verfallen in Nuinen, Gärten und Felder werden heiten ganze große Stämme der Eingebornen bis auf unbedeutende Anland. Spuren vernichtet haben, Stämme, die durdaus bildungsfähig waren Wir sind in den Mittheilungen aus Möllhausen's Werk um dege und vielleidt der an Widersprüchen und Ungebührlichkeiten fo reiden willen ausführlicher gewesen, weil baffelbe wegen feines unbequemen Civilisation der Nordamerikaner ein sehr wohlthätiges Ferment bei- Formats und enormen Preises (18 Thlr.) eine allzugroße Verbreitung gebracht haben würden. Es ist allerdings schwer, bei vollendeten nicht finden dürfte. Möllhausen hat sich neuerdings wieder der Thatfachen zu sagen, was hätte eigentlich gesdeben sollen, aber die wissenschaftlichen Erpedition zur Untersuchung des Nio Colorado unArt und Weise, wie man die Eingebornen aus ihren angestammten ter dem Befehl des lieutenant Ives angeschlossen, und wir haben daher Wohnsigen und Jagdgebieten verdrängte, ohne sie der Kultur zu gesl noch so manche Aufklärung von diesem so tüchtigen Forscher zu erwarwinnen, ist so famadhvoll wie der verpönte und doch noch immer so ten. Die dem Werf beigegebenen Abbildungen und die Karte find eifrig betriebene Negerhandel.

gleid) ineisterhaft.

A. O. Wie haben die nordamerikanischen Geistlichen ihre Zeit mit Seftirereien vergeudet; was wollen nordamerifanische Missionen in Ostindien und wo weiß ich sonst, da ihnen die Ueberreste der Eingebornen ein so reiches Feld zu ergiebigster Thätigkeit darbieten und bei diesen

Das Tageslicht und die Farbe der Luft. *) so Vieles gut zu machen wäre, was die Väter gesündigt haben.

3cbe8 Theilchen der in der Luft schwebenden Stoffe, namentlich Mödhausen traf auf der weiteren Neise mit Zuñi- Indianern zu die außerordentlich freinen Wasser- und Dunftfügelchen, hält einen sammen, welche Smafzucht treiben, Pferde und Esel halten, Weizen, Theil des darauffallenden Lichtes auf, wirft es zum Theil zurück und Mais, Kürbisse, Melonen und in ihren Gärten Zwiebeln, Bohnen zerstreut es. Die Neflerion und Diffusion bewirkt die Tagesbelle; und spanischen Pfeffer anbauen, während ihre Weiber ebenso haltbare sei vollkommen durchsichtiger, reiner Luft würde der Himmel absolut Deden weben, wie die Navaboes und das Mehl auf einem schräg- schwarz erscheinen; die Luft wirft aber das Licht so stark zurück und stehenden Stein mit einem anderen Steine bereiten. ,,Wohin könnten verbreitet eine solche Helligkeit, daß die Sterne nicht fichtbar und wir diese halbcivilisirten Stämme durd) Hülfe der civilisirten Raçe gebracht auch im Schatten zu sehen im Stande find. Je freier die Luft von werden? Geschichte Handwerker könnten aus ihnen gemacht und ge- Dunstfügelchen, desto intensiver ist die unmittelbare Wirkung der wissenhafte Lebrer der Jugend gebildet werden; welche Wohlthat würde Sonnenstrahlen und besto geringer die allgemeine Tageshelligkeit. es sein, wenn ihnen das Verfahren der Impfung gezeigt und gelebrt Demnach gewahrt man in der dünnen luft boher Gipfel nicht nur würde! Wie würden diese Menschen, wenn sie erst einen gewissen einen schwarzblauen Himmel und eine schwächere allgemeine BeleuchGrad der Bildung erreicht bätten, fide don selbst forthelfen und von tung, sondern auch einen bedeutenden Kontrast in der Helligkeit der Stufe zu Stufe emporsteigend allmählich in den Stand der civilisirten von der Sonne beschienenen Stellen und der beschatteten; ein UnterVölker treten! Doch leider genügt es den meisten Missionaren, eine schied, der, wie wir sehen werden, sich auch noch weiter darin auss Kirche erbaut zu haben, um in ihren Berichten ganze Stämme als spricht, daß die Sonne in den ersteren stechend beiß ist, während es wahre Christen aufzuführen. So wie große, mächtige Nationen vers in den beschatteten auffallend falt ist. schwunden und fast verschollen sind, so werden auch die leßten Nach Die Farbe der Luft erscheint, wenn wir den unbedecten Himmel kommen von einstmals berühmten Geschlechtern und Kriegern ihrem anblicken, blau, aber fie ist unter verschiedenen Umständen von febr Ende entgegengeben, und mit dem Ausbruđe der Zufriedenheit werden verschiedener Intensität; auf hohen Bergen ist sie weit dunkler, als in die frommen Väter dann sagen: sie sind als Christen gestorben." der Ebene; in wärmeren Ländern viel tiefer gefärbt, als weiter vom Will Denn in jenen Gegenden kein Bonifacius, kein Xaver erstehen? Aequator entfernt; auf dem Lande dunkler, als in gleicher geographis

,, Die Missionen Kaliforniens, deren erste um die Mitte des der Breite auf dem Meere; im Zenith ist das Blau bunkler, als vorigen Jahrhunderts gegründet wurde, und deren Zahl bis zum nach dem Horizonte hin; zu Mittag buntler als am Morgen und Jahre 1800 bis auf sechzehn angewachsen war, befanden sich in der Abend. Die verschiedenen Grade der Bläue hat man versucht mit volften Blüthe nur während eines kurzen Zeitraumes von ungefähr Instrumenten zu messen, welche man ganometer genannt hat, die breißig Jahren. Alle früheren Jahre waren für die Gründer derselben aber nur sehr unsichere und unvollkommene Resultate geben. Saussure sowohl als für deren Arbeiten eine Zeit fortwährenden Rampfes mit hat vom Weiß bis zum dunkelsten Kobaltblau 51 Zwischenstufen, den Verhältnissen des Landes und dem geringen Kulturzustande der Grade genannt, untersdieden und auf dem Papiere bergestellt, die Eingebornen, wenn auch hin und wieder die älteren Missionen an ihm zum Vergleiche mit dem Blau des Himmels dienten. Danach Ausdehnung gewannen und Ueberfluß und Behaglichkeit in ihren Mauern einzog, deren Segen die ganze Umgegend wohlthätig empfand.

*). Aus der Toeben ausgegebenen arten Lieferung des ersten Bandes von Im vollen Genuß der Früchte, zu welchen die energischen Missionare Klodeu’s Handbuch der Geslunte“. Berlin, meitmanniche Balkans

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fchäft man das gewöhnliche Blau bes Himmels zu Paris auf 16°, feinen Diener Lander vorbehalten, die Nigermündungen wirklich das unter den Tropen auf 23o; auf dem Mont Blanc fanden fich 39', aufzufinden. auf dem Pit von Teneriffa (nach A. 8. Humboldt) 41°, auf den Gewiß ist es ein guter Gedanke, als Einleitung zu einem HandAnden in mehr als 18,000 F. Höhe 46°; in 1° Höhe über dem buche der Reisen von Richardson, Dverweg, Barth und Vogel, eine Horizonte fand derselbe 3o, in 60° Höhe 22°. - Dieses Blau des

Dieses Blat des Uebersicht der Entbedungen und Reisen Mungo Part's, Denham's, Himmels wird durch die in der Luft schwebenden, zahllosen fleinen Dudney's, Clapperton's und der Brüder Lander zu liefern. Diesen Wasserkügelchen gebildet. Jedes Rügelchen ftrahlt ringsum äußeres Gedanken hat Herr Dr. Ed. Schauenburg in seinem jeßt lieferung Reflerlicht aus, außerdem licht der erften und zweiten inneren Res weise erscheinenden, unten seinem Titel nach volftändig bezeichneten flerion in einem nach oben gerichteten Regel; und dieses sämmtliche Werke ausgeführt.) Der erste Band dieses Werkes, von welchem Licht ift durchgängig weiß mit überschüffigem Indigo. Mit diesem bis jeßt vier lieferungen ausgegeben find, umfaßt, außer einer Zulichte bestrahlt jede Kugel die sie umgebenden, deren jede das auf- fammenstellung des Wichtigsten aus den Afrifa - Darstellungen der fallende Licht noch blauer gefärbt zurüdgiebt.") Lichtstrahlen, welche vorgedachten Periode, auch eine Uebersicht der älteren Reiseberichte, einen weiten Weg durch die unteren, dichteren Luftschichten machen, vou leo Africanus bis auf Mungo Park, und schließt mit den Reisen zeigen dagegen, als durch die Wasserkügelchen hindurchgegangene, eine Richardson's, während der zweite Band den Erfahrungen und Enttief gelbe, tief ins Rothe spielende Färbung. Daber erscheinen deđungen unserer deutschen Landsleute Barth und Overweg gewidmet Sonne und Mond bei ihrem Auf- und Untergange gelbroth gefärbt, ift. So weit das Werk uns vorliegt, erfüllt es alle Anforderungen, indem das licht derselben vom Horizonte her einen etwa 124- oder die an ein für das größere Publikum bestimmtes Lesebuch gemast vielleicht 15. bis 18mal so großen Weg durd Luftschichten zu nehmen werden fönnen. Auch ist die äußere Ausstattung desselben, mit Einbat, als vom Zenith her. Diese Färbung, sowie die des Morgen- schluß des Kärtchens von Central-Afrifa, das der vierten Lieferung und Abendrotões, rührt von dem in der Atmosphäre enthaltenen beigegeben ist, als zwedmäßig anzuerkennen. Wasserdampfe her. Daher deutet die Abendröthe auf ein Ausscheiden des Wasserdampfes, der sich dann niedersdlägt, und auf schönes Ungarische Volfsrätsel. Was für eine Wohlthat wünscht Wetter am nächsten Tage, die Morgenröthe dagegen auf ein so großes fich Niemand? Einen Krankenbesuchy. Warum fingt der Bogel in Uebermaß an Feuchtigkeit, daß durch deren Verdichtung in den oberen Räfig? Weil er nicht herauskommen fann. – Wann plaudert das Luftschichten Wolfen entfteben, und daher auf schlechtes Wetter für Pferd mit dem Schafe?") Wenn man auf der Geige spielt, denn aus den Tag.

Pferdebaaren ist der Geigenbogen, und aus Schafdärmen sind die Die Luft absorbirt, wie alle durchsichtigen Körper, einen Theil Saiten.

Saiten. - Wie tief ist das Meer? Einen Steinfall. – Wie weit der durch sie hindurchfallenden Sonnenstrahlen, und zwar fann man ist vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Niedergang? Eine Tageannehmen, daß ein direkter lichtstrahl etwa } seiner Intensität ver reise. Wie unterscheidet sich ein Mönch von einer Wurst? Der loren habe, wenn er zu uns gelangt. Die Shwächung ist noch bes Mönd ist gegürtet um die lenden, die Wurst aber an beiden Enden. – deutender, wenn der Strahl vom Horizonte kommt; er hat dann nicht Es ist Einem eng, Zweien weit, und Drei haben nicht Raum darin. mehr 4 seiner ursprünglichen Leuchtkraft, sondern nur īós oder 1061 Das Geheimniß. – Wie können zwei Personen auf einem Bettlafen und daher kann man in die Sonne blicken, wenn sie am Horizonte liegen, ohne die Möglichkeit, einander zu berühren? Wenn man steht. Die Gegenwart von Dünsten in der Atmosphäre ändert natür. das Lafen über der Schwelle ausbreitet und die Thür zumacht. lich den Grad der Durchsichtigkeit, und um denselben annähernd zu Auf was für Weise kann man zwei. Forellen in drei Pfannen dere bestimmen, hat man Diaphanometer konstruirt, ähnlich wie die gestalt baden, daß in jeder Pfanne eine ganze Forelle fei? Auf feine Cyanometer.

Weise. - Schwarz wie der Teufel, und doch nicht Teufel, geschwänzt

wie eine Kaße, und doch nicht Kaße, bekränzt wie eine Jungfrau, und Mannigfaltiges.

doch nicht Jungfrau: was ist das? Ein Rettig. Auf fnödernem Die Reifen in Central-Afrika, von Ed. Sdauenburg. Thurme pflügt ein hörnener Pflug. Haarfamm. – 3m Anfang und Die Afrika - Reifen der neuesten Zeit haben in den drei literarischen am Ende meines Lebens bin ich am größesten, in der Mitte am Centralländern Europa's, in England, Deutschland und Frankreidy, fleinsten. Schatten. - Ich habe drei Bettern; der Eine fagt imschon eine ganze Bibliothek von mehr oder minder umfassenden mer: wär' es doch bald Abend! Der Andere fagt immer: wär' es dod Werfen, Resumés, Landkarten und Abbildungen in's Dasein gerufen.' bald Morgen! Der Dritte sagt: mir ift es gleidīgültig, ob Morgen Von Dr. Barth's großer Darstellung seiner Reisen ist in England oder Abend sei, denn meine Plage werd? ich zu teiner Zeit los. und Deutschland bereits der fünfte Band angekündigt. Sie bildet Thür, Bett und Balken. zusammen mit livingstone's südlicheren Forschungen den Beginn einer neuen Epoche in der Afrifa-literatur und den Abschluß einer Hobe Besuche in Cherbourg. Der Moniteur de la Flotte anderen nicht minder bedeutenden Epoche, desen Eintritt gegen das enthält eine lange Liste der gefrönten Häupter, die seit dem zehnten Ende des vorigen Jahrhunderts unsere Aeltern und Großältern nicht Jahrhundert die Stadt Cherbourg mit ihrer Gegenwart beehrt haben. minder lebhaft beschäftigte, als uns die Berichte Barth's und die Harald, König von Dänemark, ist der erste Monarch, über dessen An, Gerüchte über das Schidfal des waderen Dr. Vogel. Auch Mungo wesenheit bestimmte historische Data vorliegen; dann folgen Wilhelm Parf und das traurige, lange in geheimnißvolles Dunkel verhält der Eroberer, Heinrich I., König von England und Herzog von der gebliebene Geschid dieses großen Entdeckers haben zu ihrer Zeit eine Normandie, und Mathilde, Witwe des deutschen Kaisers Heinrich's V. ganze literatur in England, Deutschland und Frankreich in's Leben und Tochter Heinrich's I., die im Jahre 1145, nach einem heftigen gerufen. Damals auch nahm ein Deutscher an dem Ruhme und dem Sturme, bei Cherbourg landete und zum Dank für ihre Rettung die Martyrium der Afrika - Entdeđungen Theil: Fr. Hornemann aus Kapelle Notre Dame du Voeu gründete, deren Andenken durch die Göttingen hatte 1797, noch vor Mungo Part's Rüdfehr von seiner er: Parochialfirche gleichen Namens in Cherbourg erhalten wird. Der ften Erpedition, die dieser 1795 angetreten hatte, eine Reise von Rabira Heilige Ludwig besuchte die Stadt im April 1256; Eduard III. von aus durch den nördlichen Theil der Wüste nach Fezzan unternommen, England belagerte fie im Jahre 1346 ohne Erfolg, aber von Heindoch ist außer feinem von Murzuf aus der ,, Afrikanischen Gesellschaft" rich V. wurde sie erobert, und sie blieb im Besiß der Engländer bis übersandten Tagebuche feine weitere Kunde von dem unter den Negern zum 12. August 1450. Als Kaiser Jofeph Jl. im Jahre 1781 unter Versollenen nach Europa gelangt. Ebenso ift, einige Jahre nady dem Namen eines Grafen von Falfenstein durch Frankreich reifte Hornemann, ein anderer Deutscher, Röntgen aus Neuwieb, der kam er auch nach Cherbourg. Das Volf, erzählt Frau von Genlis, die Spuren des Ersteren aufsuchen wollte, in Marokko umgekommen. drängte sich herbei, um den Kaiser zu sehen. Ein franzöfifcher DFMungo Part's gewaltfamer Tod, unter den Negern in Borgu, ero fizier wollte die Neugierigen aus einander treiben, wurde aber von folgte im Jahre 1806. Seine Auffindung des Niger-Laufes hatte dem menschenfreundlichen Joseph zurüdgehalten.

,,Bemühen Sie die Welt um fo begieriger gemacht, auch die Mündungen dieses sich nicht, mein Herr“, sagte er, ,, es ist so viel Raum nicht nie Stromes und die eigentliche Lage von Timbuktu zu ermitteln, und so thig, damit ein einziger Mann paffiren kann". Am 16. Auguft 1830 wurden bald nach dem europäisden Friedensschlufse von 1815 in Eng- ichiffte sich der durch die Juli - Revolution entthronte König Karl X. land Anstalten getroffen, Erpeditionen nach Central-Afrika zu be mit seiner Familie in Cherbourg nach England ein, und am 10. Juni wirfen. Abermals wurde eine Anzahl muthiger und tüchtiger Männer 1831 landete dort der aus Brasilien vertriebene Kaiser Dom Pedro I. das Opfer dieser Entdeckungsluft in dem dunkeln Welttheile. Clappers mit seiner Gemahlin, einer Tochter deg Vicekönigs Eugen Beauharnais. ton machte, wie Mungo Park, zwei Reisen nach Afrika und fand, wie

*) ,, Die Reisen in Central - Afrifa von Mungo Park bis auf Dr. Barth dieser, auf der zweiten feinen Tob, doch war es ihm und namentlich und Dr. Vogel." Von Dr. Ed. Schauenburg. Mit Portraite, Jllustrationer

in Farbendruck, Karten und Reiserouten. In zwei Bänden (12 Lieferungen *) Nachgewiesen in einer sehr großen, physikalisch - mathematischen, un à Thlr.) Lahr, M. Schauenburg & Comp., 1858. gedruckten Arbeit des Direktors K. F. v. Kloeden: ,,Die Farben des Himmels **) Man würde dieses Räthsel besser so fafen: Wann reibt sich das Pferd und der Atmosphäre“, 1853.

an dem Schafe.

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