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Jahre 1753 bie Briefe, die dieser an ihn gerichtet, entweder ganz

unbeantwortet gelassen oder durch den Abbé de Prades sehr kurz und Frankreich.

abweisend hatte beantworten lassen. Durch seine Schwester, die MartEin Briefwechsel vor hundert Jahren.

gräfin von Baireuth, hatte Friedrich erfahren, daß fich Voltaire auf

das wärmste für fein Sdical intereffire und an seinen Siegen wie an Vor und nach den Schlachten bei Roßbach und bei Leuthen.

feinen Niederlagen den lebhaftesten Antheil nebme. Die Sdlacht von 3m vorigen Jahre bereits haben wir in diesen Blättern einer Kollin war eben geschlagen worden, die Russen waren in Ostpreußen interessanten neuen Ersdeinung auf dem Gebiete der französischen und die Franzosen in die preußischen Lande am Rhein eingerückt. Der Literatur gedacht: einer Sammlung zahlreicher bisher unedirter Herzog von Cumberland hatte die traurige Convention von KlosterBriefe Voltaire's, nach den im Besite des Herrn de Cayrol befinds Seven unterzeichnet, von welcher Friedrich in seiner Geschichte des lichen Autographen herausgegeben von Alphonse François, mit einer fiebenjährigen Krieges (Bd. I, Kap. 6) fagt: ,,Diese unwürdige ConVorrede von St. Marc Girardin.) Es ist bei dieser Gelegenheit be vention derangirte vollends die Angelegenheiten des Könige. Seine merkt worden, daß diese Nadlefe auf dem fruchtbaren Felde des Vols sogenannte Armee bestand damals nur noch aus 18,000 Mann, mit taireschen Geistes nicht blos dem legteren, sondern auch dem viel an welchen er zunächst Magdeburg decken oder die Garnison dieser gezweifelten Charakter dieses wunderbaren Mannes zur großen Ehre Festung verstärfen mußte." Kurz, jener Moment des Jahres 1757 gereide. Namentlich erhält sein Verhältniß zu Friedrich dem Großen war einer der bedenklichsten für Friedrich während des ganzen Krieges. durch einige dieser Briefe eine neue fittliche Grundlage.

Voll Schwermuth hatte er an Voltaire geschrieben: ,,Es bleibt mir Der treffliche Biograph des Königs, Friedrich Preuß, weist noch in nichts Anderes übrig, als mein Leben theuer zu verkaufen“. Gleichder neuesten Ausgabe des Briefwechsels von Friedrich mit Voltaire, ") zeitig hatte er an den Marquis d'Argens jene berühmte Epistel aus in einer Anmerkung zu einem herzlichen Schreiben des leßteren vom Erfurt (vom 23. September 1757) gerichtet: Dktober 1757, ironisch barauf hin, daß Voltaire am 2. Dezember

„Ami, le sort en est jeté; 1757 an den Grafen v. Argental geschrieben, er interessire fich im

Las du destin qui m'importune, Grunde gar nicht für den König, er habe diesen in seiner Verzweif

Las de ployer dans l'infortune lung nur getröstet, um das Rachegefühl zu genießen, einen König, der

Sous le poids de l'adversité, ihn früher mißhandelt habe, jeßt zu trösten. Eine solche Peußerung

J'accourcis le terme arrêté aus der Feder des Mannes, der im Jahre 1753, wegen seines Strei

Que la nature, votre mère, tes mit Maupertuis, von Sanssouci und Berlin ausgewiesen und in

A mes jours, remplis de misère, Frankfurt a. M. auf Veranlassung Friedrid's festgenommen worden

A daigué départir par prodigalité. war, der also einen scheinbaren Grund zu einer solchen gemeinen Rache hatte, müßte allerdings jenen gleichzeitigen Briefen an Friedrich

Du bonheur de l'État la source s'est tarie, gegenüber als ein Beweis von Niederträchtigkeit erscheinen.

La palme a disparu, les lauriers sont fanés; Durch die nun zum Vorschein gekommene Korrespondenz Vol

Mon âme, de soupirs et de larmes pourrie,

De tant de pertes attendrie, taire's aus derselben Zeit (1757–1758) stellt sich jedoch ziemlich klar

Pourra-t-elle survivre aux jours infortunés heraus, daß solche Aeußerungen, wie die an Argental, von Voltaire

Qui sont près d'éclairer la fin de ma patrie?” nur gethan waren, um in Frankreich den Verdacht von fich abzulenken, daß er (der in der Schweiz lebte) in Briefwechsel und im ges Voltaire, dem diese Epiftel ebenfalls zugegangen war, hatte an beimen Einverständnisse mit dem damaligen Kriegsgegner der Fran- den König ein Schreiben gerichtet, in welchem er mit allen Waffen zosen sei. Im März 1758 schreibt er an seinen Freund Thierot in feines Geiftes und der Philosophie der Geschichte das traurige VorParis, er habe mit Söreden vernommen, daß Briefe, die er an den haben des Königs bekämpfte; worauf ihm dieser eine andere poetische Marquis d' Adhémar, Ober-Hofmeister der Markgräfin von Baireuth, Epiftel (Buttstedt, 9. Oktober 1757) zugeben ließ, die mit den be. gerichtet, in Paris cirkulirten. Er schreibe an seine Freunde, wovon rühmten Zeilen fhließt: ihm das Herz voll sei, und da fönnte wohl in jenen Briefen auch

,,Pour moi, menacé du naufrage, manches Schmeichelhafte für den königlichen Bruder der Markgräfin

Je dois, en affroutant l'orage, gewesen sein, was man ihm in Frankreich übel deuten möchte. Argen,

Penser, vivre et mourir en roi." tal hatte, ebenso wie Thierot, den Auftrag, jeden Verdacht, der in Der friedlich auf seinem Landfiße am Genfer See den Musen Versailles gegen Voltaire in dieser Beziehung verbreitet sein möchte, lebende Dichter wollte es inzwisden an Versuchen nicht fehlen laffen, zu widerlegen, und die obige Neußerung hat augenscheinlich einen dem von Feinden aller Art bedrängten Friedrich wenigstens die Franoftenfibeln Zwed gehabt.

zosen vom Halse zu schaffen, und so feßte er sich denn mit seinem Ganz entschieden spricht sich aber die wahre Gesinnung Voltaire's oben erwähnten Freunde Tronchin in Lyon in Verbindung. Es wird in Bezug auf den König in seinen Briefen an den Banquier Tronchin preußischen Lesern interessant sein, diesen Briefwechsel, welcher einige in lyon aus, welchen, als einen Freund des Kardinals von Tencin, Wochen vor der Schlacht von Roßbach begonnen und bis nach der Erzbischofs von lyon, er als Vermittler fich ersehen hatte, um dem Sdladt von Leuthen und der Wiedereinnahme von Breslau fortKriege zwischen Frankreich und Preußen ein Ende zu machen. gefeßt wurde, kennen zu lernen. Wir theilen daber nachftebende

13 weiß sehr wohl", shreibt er an diesen unter anderem, Auszüge mit: daß es, nach dem, was zwischen dem Könige von Preußen und mir vorgefallen, Mandem überraschend sein wird, daß er an mich schreibt,

J. Boltaire an Trond in. und daß ich vielleicht jeßt der einzige Mensch bin, den er in die

Lausanne, 20. Oktober 1757. Nothwendigkeit verfest, so mit ihm zu sprechen, wie man sonst nicht Ihre Freundschaft und erprobte Rechtschaffenheit besiegen in mir mit Königen spricht; aber die Sache ift nun einmal so und nicht das Widerstreben, das mich sonst zurüdhalten würde, Ihnen einige anders."

Ideen mitzutheilen, die vielleicht sehr gewagt erscheinen; Shnen lege Friedrich hatte am 19. Januar und im Monat August 1757 zum ich sie vertrauensvoll vor. erstenmale wieder selbst an Voltaire geschrieben, nachdem er feit dem Es hing nur von mir ab, don vor zwei Jahren von dem Könige

von Preußen Wohlthaten und das, was man Ehren nennt, anzunehmen, *) Lettres inédites de Voltaire. 2 vols. Paris, Didier, 1856. **) Oeuvres de Frédéric le Grand. T. XXII. Correspondance de

doch bedarf ich ihrer jeßt nicht. Er hat mir kürzlich mit einem VerFrédéric arec Voltaire. T. II. Berlin, Rodolphe Decker, 1853. trauen geschrieben, das ich felbft für zu groß erachte und das ich nicht

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mißbrauchen werde. Ich würde nicht wenig erstaunt sein, wenn die feine Briefe aufgefangen worden wären, es ihm schrecklich leið geFrau Markgräfin von Baireuth wirklich nach Paris reifte, denn fie than haben würde, so geschrieben zu haben. 3ch seße diesen febr war vor vierzehn Tagen sterbenskrant, und ich zweifle paber Fehr, merkwürdigen Briefwechsel mit ihm fort; doch werde ich ihm das, was daß fie diese Reise machen werde oder fönne. Aber was sie mir ges ich denke, mit mehr Sicherheit und größerem Nachdruce schreiben, schrieben, was der König, ihr Bruder, mir schreibt, ist so merkwürdig, wenn das, was ich denke, von der Ihnen nabe stehenden Person geso wundersam, daß man es nicht glauben möchte, ja, daß ich es felbft billigt wird. Sie können sich wohl denken, daß ihr Name von mir nicht glaube und nichts darüber verlauten lasse, aus Besorgniß, ihnen nie genannt werden wird. ein Unrecht zuzufügen.

Es ist nun also an Ihnen, mein theurer Herr, jenem adhtungsId muß mich darauf beschränken, Ihneu zu sagen, daß ich, als werthen Manne meine Gesinnungen und die Lage, in welcher ich mich ein Mann, der dieser Prinzesfin sehr zugethan ist; der einmal ihrem befinde, darzulegen, was Sie gewiß mit gewohnter Klugheit und Bruder gedient hat, und besonders als ein Mann, der die allgemeine Discretion thun werden. Was mich selbst betrifft, so wünsche ich Wohlfahrt liebt, ihr gerathen habe, Schritte bei dem Hofe von Franke weiter nichts als gefund zu fein: mein ganzer Ehrgeiz beschränkt sich reid zu thun. Ich habe mich niemals überreden können, daß man darauf, feine Kolit zu haben, und ich glaube, daß auch der König von dem Hause Desterreich mehr Macht verleihen wolle, als es jemals in Preußen sehr glücklich sein würde, wenn er so dächte, wie ics. Deutsdland, selbst nicht unter Ferdinand Il., beseffen und es dadurch

Besonderer Zetter. in den Stand fege, sich bei der ersten Gelegenheit mit England mächtiger Id habe einige Luft, das Schreiben, das ich eben an Sie geals jemals zu verbinden. 3 mische mich nicht in die Politik, aber richtet, in’s Feuer zu werfen – doch man wagt ja wohl nichts dain allen Dingen scheint mir das Gleichgewicht etwas sehr Natürlides. bei, wenn man seine Luftschlösser einem Freunde anvertraut. Sie

Ich weiß wohl, daß der König von Preußen durch sein Verfahren könnten in einem Augenblicke der Muße den wesentlichen Inhalt den Hof von Frankreich genöthigt hat, ihn büßen und einen Theil meines Briefes der in Rede stehenden Person mittheilen; Sie könnten feiner Staaten zum Opfer bringen zu lassen. Der Hof wird es ihr denselben sogar vorlesen, wenn Sie den Tag für günstig und die nicht verhindern können, daß das Haus Desterreich fich jeßt sein Sache für angemessen halten, falls dieselbe danach begierig wäre. Sdlesien zurüdnehme; nicht einmal, daß die Schweden sich eines Sie möchten vielleicht zusammen darüber lachen; aber wenn Sie geneuen Stückes von Pommern bemächtigen. Preußen wird unzweifel- nug gelacht haben, so bitte ich Sie, mir diesen zu Papier gebrachten haft viel verlieren müssen; aber warum es gänzlich plündern? Welche Traum zurüdzuschiden, den ich nur für gut genug halte, Sie einen schöne Rolle fann Ludwig XV. spielen, indem er sich zum Schieds- Augenblick zu amüsiren.

(Fortseßung folgt.) richter der Mächte bei der Theilung macht, indem er die berühmte Epoche des Westfälischen Friedens erneuert! Kein Ereigniß des Jahr

Japan. hunderts von Ludwig XIV, würde so glorreich wie dieses sein. Es schien mir, als hege die Frau Markgräfin eine besondere

Zapau und die Japanesen. Achtung für einen ehrwürdigen Mann,“) den Sie oft sehen. Ich

2. Ein japanesischer Bazar. denke mir, daß, wenn fie an den König felbft einen rührenden und überzeugenden Brief richtete und diesen durch die ebengedachte Per

(Schluß.) son vermitteln ließe, Leştere, ohne sich zu kompromittiren, den Brief ,,Auch eine Art Lithographie war in großer Menge zum Kauf durch ihren Einfluß und Rath unterstüßen könnte. Es würde, wie aufgestellt und fand unter unseren Leuten viele Liebhaber. Diese mir scheint, sehr schwer fein, das Anerbieten abzulehnen, Schieds- Bilder verrietben in der Zeichnung feine besondere Geschidlichkeit; richter über Alles zu werden und unbedingte Gefeße einem Fürsten zu aber als Specimina japanesisder Kunst waren sie uns doch von geben, der noch am 17. Juni") dergleichen dem ganzen Deutschland Werth. Wir hatten viel von der sorgsamen Ausführung japanefischer zu geben dachte. Wer weiß, ob nicht sogar die Hauptperson, die das Bilder gehört; aber diese Lithographieen ließen nicht auf eine besonSdreiben der Frau Markgräfin an den König gesandt, die es unter dere Schönheit der Originale schließen. Sie bezogen sich meist auf stüßt und den Zweck defselben fördern half, an die Spiße des Kon- den Fusiyama, ihren heiligen Berg, auf Scenen städtisdhen und länds greffes, der die Geschide Europa's ordnet, sich bringen könnte? Sie lichen Lebens, auf ihre verschiedenen Spiele, oder stellten verzerrte würde alsdann ihre ehrenvolle Zurückgezogenheit gegen die edelsten männliche und weibliche Figuren oder öffentliche Bauten dar. Die Functionen vertauschen, die einem Manne in der Welt zu Theil leßteren waren ohne Frage tre aber alle anderen glichen meyr Kawerden können; es hieße dies, eine rühmliche Laufbahn auf das glor. rifaturen, als treuen Abbildungen, und waren ohne Frage darauf reichfte frönen.

berechnet, eine übertriebene Idee von den Gegenständen zu geben, die 3h will Ihnen nur gestehen, daß der König von Preußen noch fie darstellten. So war z. B. ein Wettkampf zwischen zwei Ringern vor vierzehn Tagen sehr weit davon entfernt war, fich eine solche dargestellt, von denen jeder, nach der Abbildung zu schließen, im BerUnterwerfung gefallen zu lassen. Er befand fich in einer ertremen gleich mit den Figuren der Zuhörer, 700—800 Pfund gewogen haben Stimmung, die dem febr entgegengeseßt war. Aber was er gestern müßte; ihr übermäßiges Fett hing an ihrem mächtigen Halse und nicht gewollt, das fann er morgen wollen; ich würde wenigstens nicht ihren Schultern wie die Falten eines Rhinoceros-Felles berab. Diese überrascht sein, und welche Partei er auch ergreifen mag, mich wirb Bursdhe rangen auf der mit Sägespänen bestreuten Arena eines Amer badurch nicht außer Fassung bringen.

phitheaters, auf dessen Sißen sich ein bewunderungsvolles Auditorium Vielleicht möchte die erwähnte Persönlichkeit nicht dazu rathen, zusammenbrängte, während die Kampfrichter in zwei gesonderten Par. daß die Frau Markgräfin einen neuen Soritt thue; vielleicht besorgt teien beiseite ftanden.) dieser weise Staatsmann, daß diejenigen, die im Rathe des Königs „Während wir diese Lithographieen musterten, kam von Jeddo der nicht seiner Meinung find, ihn beschuldigen, er habe diese Angelegen- Befehl, den Verkauf derselben nicht länger zu gestatten. Dieses machte heit nur ergriffen, um die Autorität seiner Rathschläge und seiner uns natürlich nur noch begieriger, zu kaufen. Aber die Kaufleute Weisheit geltend zu machen; vielleicht erwartet er, bei dieser Ein- weigerten fich, und als wir an Taßnosky, den Dolmetscher, appellirmischung auf Hindernisse zu ftoßen, die er besser als Jemand zu ten, antwortete er, der Kaiser fürchte, daß diese Bilder uns eine beurtheilen vermag; aber wenn er die Hindernisse erkennt, so erfennt zu gengue Idee von dem, was in Japan vorgehe, geben würden, er aud die geeigneten Mittel, sie zu besiegen. 30 begreife, daß er und daß er deshalb befohlen habe, atle nach Fedbo zurüdzuschiden. fich nicht wird kompromittiren wollen; aber wenn Sie ihm in Ihren Sobald wir dies gehört hatten, gingen wir gleich, ehe die Bilder wegGesprächen meine hier nur mangelhaft entwidelten Ideen erklären, gepackt werden konnten, in alle Läden und nahmen alle Lithographieen wenn er diese mobifigirt, wenn Sie bemerken, daß er es nicht tabelt, an uns, deren wir nur habhaft werden konnten. Natürlich protestirdaß ich bei der Frau Markgräfin und selbst bei dem Könige, ihrem ten die Kaufleute, wir könnten die Bilder nicht erhalten, fie wären Bruder, darauf dringe, fich in allem der Discretion des Königs (Lude nicht zum Verkauf, sondern nur zur Ansicht ausgeftellt, es würde den wig's XV.) anzuvertrauen, so werde ich mit größerem Nachdrude Kaufleuten den Kopf kosten u. s. w.; aber wir brachten sie ruhig an schreiben können, als ich es bisher gethan.

Borb, und die Händler nahmen am folgenden Tage eben so rubig 3. habe mit dem Könige von Preußen in meinen Briefen sehr frei gesprochen; er hat mir das Recht ertheilt, ihm Ades offen zu

*) Wer den Bericht von Hawks über Berry's Erpedition gelesen hat,

wird wissen, daß auch diese Abbildung vollkommen treu ist. Perry selbst hat sagen, und ich kann von diesem Rechte, vermöge meiner obsfuren solche Ringer gesehen, die von den Großen des Reiches eigens für KampfStellung, in seiner ganzen Ausdehnung Gebrauch machen. Er freibt spiele gemästet und geübt werden. Unter der Fülle von Muskeln und Fett mir auf ziemlich sicherem Wege; ja, ich darf Ihnen sagen, daß, wenn

verschwindet ihr Hals gänzlich und ist nur an einer tiefen Furche der Baut kenntlich; der Kopf scheint auf den Schultern zu sißen; von dem Kinn hängen

Fettlappen , wie die Wammen eines Stiers" herab, aber die Mustela an *) Der Kardinal v. Tencin war nach Fleury's Tode ludwig's XV. erster Armen und Beinen find eisenfest. Die Ringer legten vor Perry ganz erstaun: Minister, was er bis zum Jahre 1750 blieb, von welcher Zeit ab er gleichliche Kraftproben ab, und ihr Zusammenstof beim Zweikampf war schreden: wohl, als Grzbischof von Lyon, einen großen Einfluß auf die Marquise erregend. Unser beutscher Künstler Heine hat sie abgebildet, und seine Zeich: von Pompadour, und auf seinen Nachfolger im Ministerium der auswärtigen nung würde auf diejenigen, die von der Eriflenz dieser Monstremeusden feine Angelegenheiten, den nachmaligen Kardinal v. Bernis, behielt. Die berühmte Kenntniß haben, genau denselben Eindruck machen, wie die japanestidhen Ab: Schriftstellerin, Frau 5. Tencin, war eine Schwester des Kardinals. D. R. bildungen derselben auf habersham, daß nämlid Karikaturen dargestellt **) Dem Tage vor der Schlacht bei Kollin.

D.R. wären.

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und als eine selbstverständliche Sache die Bezahlung bafür, während Thee wärmten. Auch fie notirten die von uns gekauften und von den fid ihre Köpfe noch auf der gewohnten Stelle befanden."

uns begleitenden Burschen herbeigebrachten Artifel, berechneten den Außer diesen Bildern durften auch Sdwerdter und andere Waffen, Preis und empfingen die Zahlung in Silber-Dollars, worauf die wie Handwerkszeug, nicht verfauft werden, ebensowenig durfte man Waaren uns eingehändigt, dem Kaufmann aber ein Certifikat ausges japanefisches Geld geben.

stellt wurde, daß die Regierung ihm für jeden Dollar einen 3Babu Wir brauchten mehrere Stunden, um diese reichhaltige und schöne dulde. Abends, wenn das Geschäft gesd lossen wurde, zählte man Ausstellung merkwürdiger Proben ihrer Kunstfertigkeit, die auf den die eingenommenen Dollars in Gegenwart mehrerer Beamten und Repositorien und dem Fußboden jedes Ladens dicht zusammengedrängt Spione, legte sie in ein Kästchen und shidte sie sofort nach Jeddo, waren, in Augensdein zu nehmen; was uns aber am meisten über. wo jeder Dollar als ein 3babu in die Münze wanderte und aus ihr rasdhte, war der Umstand, daß die Preise der verschiedenen Artifel in Gestalt von drei Izabu's wieder zum Vorschein fam. Dann auf ihnen in Dollars und Cents angegeben waren, gerade wie man wurde für jeden Dollar ein JBabu nach Simoba zurückgesandt und es bei uns an den Waaren sieht, die als Probestücke an den Schau- die Certifikate eingelöst.“ fenftern und Thüren unserer Kaufläden ausgestellt sind. Taßnosky Wären die amerifanischen Münzen zu ihrem wahren Werth im löfte mir später dies Rätsel: mit einer vollständigen Ausgabe von Verhältniß zu den japanesischen angenommen worden, so hätte man Noah Webster's Dictionair und einem immensen Stoß zerstreuten sämmtliche Waaren um zwei Drittel billiger erhalten. Natürlich Materials und seiner Information in Gestalt von Zeichen, einzelnen äußerten die Fremden ihr Unzufriedenheit über eine so arge Prellerei Worten und ganzen Säßen, die er von den Offizieren auf Perry’s von Seiten des Gouvernements und drohten damit, daß sie den Stemund auf unserem Geldwader gehört hatte, unterrichtete er sich eifrig pel der 3Babu's nachmachen und dann mit einer ganzen Schiffs-laund mit verbiffener Beharrlichkeit in Bezug auf unsere Sprache und dung voll Babu's herkommen würden, um mit diesen Münzen ihre unsere Literatur. Ich mußte glauben, daß die Japanesen bald viel Einkäufe zu bezahlen. Aber einer der Beamten beantwortete diese mehr über uns wissen werden, als wir über sie, wenn uns nicht ein Drohung mit dem gewöhnlichen feinen und solauen Lächeln. ,.3aanderer Vertrag ihre Häfen vollständig öffnet. Als ich ihn fragte, panesische Münzen", sagte er, „ dürfen einem Fremden nicht gegeben wober jene Preis- Angaben rührten, war er ehrlich genug, zu gestehen, werden, fie fommen also auch nicht ins Ausland. Wenn 3hr uns daß die einzelnen Kaufleute ihn ersucht hatten, sie auf Papierftreifen nun mit IBabu's bezahlen wolltet, fo würden wir wissen, daß Ihr fie zu verzeichnen, und daß er ein schönes Stüd Geld dafür erhalten geprägt haben müßt, und wir würden sie nicht annehmen dürfen, da babe. Sein Taschenbuch war mit Streifen von Bambuspapier ange es nicht unser Gepräge ist.“ Damit zündete er ruhig ein Pfeifchen füllt, auf denen er die verschiedenen Preise japanesisch und englisch an und präsentirte es freundlichft dem etwas verblüfften Raisonneur. niedersdrieb, wenn die Kaufleute ihn darum angingen. Die leßteren Der Unterschied zwischen dem Gold- und Silberwerth ist in Japan aber, die ihn für diese Marken bezahlen mußten, waren nicht geneigt, nicht so groß als in anderen Ländern. Eine ihrer Goldmünzen, die sie mit den Waaren in den Kauf zu geben, nahmen sie vielmehr von 4 IBabu's gilt, ist so schwer, wie ein Quarter - Eagle. Bezahlt man also den verkauften ab und legten sie so forgsam bei Seite, als ob es eine Maare im Werth von 24 Dollars in Gold mit einem QuarterBanknoten wären. Einige unserer Leute, die ihre Einkäufe, so wie Eagle, so würde das japanefisde Gouvernement daran nur 1: 3Babu fie waren, verpackt zu leben wünschten, protestirten gegen diese gewinnen, während es 24 Silber-Dollars zu 7; IBabu's umprägt, Praris und mußten noch 50 bis 100 Cash für das Vergnügen zulegen, und nach Abzug der dem Kaufmann (duldigen 2: IBabu's einen reiihren Freunden in der Heimat die Sachen genau in dem Zustande nen Gewinn von 5 IBabu's erzielt. Obgleich nun der Vertrag schenken zu können, wie sie in den japanefisden Läden zur Schau ge den Amerikanern freistellt, ihre Zahlungen auch in Gold zu leisten, stellt waren.

wurden Goldmünzen von den japanesilden Beamten doch stets mit ,,Die Kaufleute waren übrigens schlau genug, zuerst mit ihren Proteft zurückgewiesen. Eine Berufung auf den Vertrag fruchtete gewöhnlichen Waaren zum Vorschein zu kommen und die besseren für nichts: die Beamten zucten die Achseln und schüßten einen speziellen die leßten Tage unseres Aufenthaltes zu reserviren. Von ihren Prima- faiserlichen Befehl vor. Als man ihnen damit drohte, daß CommoSorte-Waaren bekamen wir bei unserem ersten oder zweiten Besuch dore Perry mit einem Geschwader zurüdlebren und ihnen Achtung noch nichts zu sehen, und wenn wir danad fragten, so versicherten vor den Verträgen beibringen würde, antworteten fie in ihrer gewöhnsie ganz ruhig, daß wir Alles gesehen hätten, und daß sie von anderen lichen eben so freundlichen wie hinterhaltigen Manier: den CommoWaaren nichts wüßten. Sie gingen augenscheinlich darauf aus, die dore Perry hätten sie sehr lieb, und sie würden Alles thun, was er Sachen von untergeordneter Qualität zuerst loszuschlagen, und wußten sage, aber sie verständen ihn manchmal nicht. Dies ist immer die wobl, daß wir sicherlich mit unseren Einkäufen nicht sehr zufrieden leßte Scanze, hinter der sich ihre Duplizität verbirgt. sein würden, sobald die werthvolleren Gegenstände zur Schau gestellt wären und daß wir dann auch mit mehr Geld herausrüden würden.

Belgien. Und darin hatten sie vollkommen Recht, denn obwohl die meisten von uns am ersten Tage an Bord zurüdkehrten, ohne Einkäufe gemacht

Franzöfisches Urtheil über die vlaemische Literatur. zu haben, bolten wir doch am zweiten Tage das Versäumte ein und Die vlaemische Bewegung in Belgien fängt jeßt auch an, die kauften ganz wader. Am dritten brachten sie dann ihre besten Arti- Aufmerksamkeit der Franzosen zu erregen, die ebenso, wie sie gewohnt tel zum Borschein, und – wir gingen in die Falle. Nun bekamen waren, alle deutschen Regungen im Elsaß und in lothringen als unbes wir Tag für Tag neue Sachen von unerwarteter Schönheit und selte

teter Schönheit und feltes rechtigt und ungesidt zu verurtheilen, so auch die in ihrem Nordner Kunftfertigkeit zu Gesicht, die Alles, was wir vorher gekauft hat Departement (Rille, Dünkirchen 2c.) erhaltenen vlaemisden Erinneten, weit in Shatten stellten und uns mit der Sehnsucht nach schwer rungen und sprachlichen Ueberlieferungen als einen bloßen Bauernreren Börsen und besseren Einkäufen erfüllten. Ja! die richtigen Tüd betrachteten. Was jeßt in Belgien vorgeht, trägt jedoch zu japanefischen Kaufleute sind eine sehr sdlaue, sehr hinterlistige Sorte sehr den Charakter des Nationalen, als daß fie es ebenso auf die von Burschen! Sie legten ihre Waaren vor uns aus und verleiteten Dauer ignoriren oder verhöhnen könnten. þören wir, wie sich der uns, den Zahlmeifter zu seinem Shreden immer um neue Summen neueste Jahresbericht des „Aunuaire des deux Mondes” über neuere anzugeben, bis wir bis über die Dhren in Schulden waren. Sie riflamändische Literatur" ausspricht: beobachteten uns mit Falkenaugen; wenn wir ihre Artikel musterten, ,,Die geistige Bewegung unter den Flamändern, welche den merkten fie mit erstaunlichem Scharfsinn, welche uns am meisten ges höheren Schichten der belgischen Geselfdaft anfangs bedeutungslos fielen, und am folgenden Tage war der Preis aber dieser Artifel, dien, ift für Belgien eine Lebensfrage geworden. Woher dieser plöße zuweilen um hundert Prozent, in die Höhe gegangen. In der Nachtliche Umschwung? Eine Partei, die vor wenigen Jahren noch höchftens batten sie die Preiszettel abgenommen und höhere baran befestigt, einige Gelehrte als ihre Anwalte zählte, wie hat sie auf einmal ibre und dennod behaupteten sie mit ihrer gewöhnlichen undersdämten Reiben so sehr verstärkt? Das ist leicht zu erklären. In den ersten Verlogenheit, die Preise wären genau dieselben wie gestern. Das war Jahren nach der Trennung Belgiens von Holland wagten es die wirklich sehr ärgerlich; aber was fonnten wir thun?

Flamänder nicht, eine Klage laut werden zu lassen, denn wer seine ,, Während wir beim Aussuchen der Waaren, die wir faufen wolle Muttersprache vertheidigte, galt für einen Dranier. Selten, und ten, beschäftigt waren, folgten uns zwei oder drei Burschen, je nach schüchtern machten sich die Reclamationen Luft; zwanzig Jahre lang der Ausdehnung der beabsichtigten Einkäufe. Hatten wir einen Gegen- begnügte man sich, zu petitioniren. Heutzutage aber ist jene Bezüchtiftand gewählt, so verzeichneten wir seinen Namen und Preis in un gung abgenußt; man wurde es müde, erfolglos zu petitioniren, und die serer liste und wendeten unsere Blide anderen Artifeln zu, während plaemische Bevölkerung begreift die volle Tragweite der Frage. Anunser aufmerksamer Diener das Gefaufte in Empfang nahm und auf fange bloße Zuschauerin, fängt sie nun an, Theil am Kampfe zu uns wartete, bis wir den Laden des Kaufmanns verließen. Dann nehmen. Die beiden Heere fteben einander gegenüber; im Lager der begaben wir uns über den Hofraum in die Zimmer der Beamten; Flamänder mangelt es nicht an Flugschriften und Kundgebungen, die wir fanden die letteren immer à la Turque um ein metallenes fidi alle um den einen Angelpunkt breben: ,, Die Verfassung erklärt, Kohlenbecken mit glühenden Kohlen sißen, an denen fie von Zeit zu der Gebrauch der Sprachen sei unbeschränkt

. Wo aber waltet denn Zeit ihre Miniatur - Pfeifchen anzündeten oder ihren ungezuderten dieser freie Gebraudi? In den Ministerien, bei den Rammern

Nein! In ben Provinzial- und Gemeinderäthen, in den Sculen, an ihre Gedanken und Gefühle fich austauschen, sich mifchen, fich ers den Gerichtshöfen, im Heere? Nein! Vor der Revolution trat man gänzen; wir suchten eine freie Bühne, wo jedes Glied des Studentengegen den ausschließlichen Gebrauch der holländischen Sprache in der förpers einen Gedanken auszusprechen, eine Thatsache mitzutheilen Verwaltung und beim Unterricht auf; man beklagte fich, daß die hätte, das Wort nehmen fönnte; wir suchten eine Vertretung des gemeisten Beamten Holländer wären: haben wir nicht dieselben Gründe sammten aufblühenden Geschlechts in der niederländischen Volfssade, zur Klage? 3ft nicht wieder eine uns fremde Sprache vorherrschend? in dem Kämpf der Unabhängigfeit gegen die Fremden, für die FreiBekleiden nicht Wallonen fast alle öffentliche Stellen?"

heit und den Fortschritt gegen den rückgängigen Einfluß." - Diese Die Regierung konnte nicht taub bleiben gegen alle diese Klagen. feurige und wissenseifrige Jugend, die in die Sõranten tritt, steigert Die von ihr am 27. Juni 1856 eingefeßte Kommission verfolgt ihr der wesentlich nationalen vlaemischen Sache die Aussicht auf Erfolg. Werk. Sie zog in der Schweiz und in anderen Ländern, wo mehrere Sprachen gesprochen werden, Erkundigungen ein. Man erwartet mit

Mannigfaltiges. Ungeduld den nächstens erscheinenden Rommiffions - Bericht, der, wie

Schloß Krakau und das leßte Turnier.) Dieser Roversichert wird, merkwürdige Thatfachen enthalten fol.

man, von dem Verfaffer der Erzählung: ,,Der Fürst mein Liebchen", Die vlaemisde literatur entwidelt sich mit jedem Tage kräftiger, ist dem Grafen Heinrich Rzewuski gewidmet und, wie aus der Vor: um gleichsam diejenigen, die das Vlaemische in die Reihe der platten rede hervorzugehen scheint, die freie Bearbeitung des polnischen Idiome ohne Regel und ohne serikalische Bestimmtheit verwiesen haben, Romans ,, Zamek Krakowski” (Krakauer Schloß), der den boca auf das Schlagendfte zu widerlegen. Zuvörderst erschien im vorigen geehrten Gönner unseres deutschen Autors zum Verfasser hat. In Jahre die erste vollständige Ausgabe der Gedichte von Karl Ledegand. Ausgabe der Gedichte von Karl Ledegand. welchem Verhältniffe indessen der

welchem Verhältniffe indeffen der deutsche Roman und sein Verfasser Zu Ekloo, den 9. Nov. 1805, von armen Aeltern geboren, versuchte zu dem polnischen und seinem Dichter wirklich stehen, läßt side aus der er sich in mehreren sogenannten rhetorischen Wettkämpfen und trug mit ausgesuchter Höflichkeit und in den feinsten Wendungen abgefaßftets den Sieg davon. Nach der Revolution wurde er Friedens: ten Widmung schwerlich entdecken, und wir gestehen gern, daß uns richter in dem Dorfe Zommerghem bei Gent, dann Aufseher des Manches nicht klar geworden. Der Roman selbst entrollt und Bilder Elementarunterrichts, und diese bescheidenen Aemter bekleidete er bis und Zustände, die, wenn nicht ein anderes, po doch entschieden ein zu seinem Tode, der im 3. 1847 am 19. März erfolgte. Er und Theodor ethnographisches Interesse haben.

ethnographisches Interesse haben. Die Auffassung der polnischen von Ryswyd hielten den Ruhm der vlaemisden literatur aufrecht. Nationalität, der verschiedenen Charaktere und Grundtypen, Sitten, „De drie Zustersteden” (die drei Schwesterstädte: Gent, Brügge, Gewohnheiten u. f. w. verrathen, soviel wir von der Sache aus einiAntwerpen) ist eine ausgezeichnete Dichtung. Mit den Werfen ledes ger Erfahrung verstehen, die unmittelbare, lebendige Anschauung und gand's fast zu gleicher Zeit erschien eine Gedichtsammlung von ein nicht geringes Verständniß, so daß wir wohl kaum irren, wenn Madame Coortmans, die in der plaemischen Welt Aufsehen erregt; wir dies in erster Reibe auf Rechnung des polnischen Original - Auman bewunderte das vielseitige Talent einer Frau, die neben den tors feßen, zumal der deutsche Verfasser in der Zueignung etwas fanften Tönen, die sie zum Lobe des Stilllebens und der häuslichen Derartiges anzudeuten sdheint. Wie alle historisdhe Romane, verwebt Tugenden ansdlägt, einen höheren Schwung nimmt, und Vaterland der unsrige Privatgeschichten (hier einiger polnischer Edelleute) in und Freiheit in kräftig begeisterten Afforden singt.

die allgemeine, nur an den Hödften Personen haftende Geschichte des Der Reichthum an Synonymen, die häufigen Wortversegungen, Zeitalters, das dadurch auf genremäßige Weise belebt und veransdaudie poetischen Freiheiten machen die vlaemische Sprache für den Vers- licht wird. Die Geschichte, fich vornehmlich um die Sidfale eines bau febr gefügig. Leider aber verführt diefe Bequemlichkeit zum Miß- abenteuerlichen Raufboldes, Samuel Zborowski, drehend, der fid in brauch, und eine Menge Schriftsteller dünken fich Nebenbuhler von die Nichte des nachmaligen Königs Stephan Batory (früher GroßTotlens und Bilderdijf,“) weit ihnen ein gut gedrechselter, aber ge fürft von Siebenbürgen) verliebt hat, beginnt ziemlich gleichzeitig mit dankenleerer Vers gelungen ist. Dersmacher find aber feine Dichter. dem Abtreten Siegmund August's, führt uns dann den französischen Die vraemischen Kritifer sind nicht ftreng genug und vergessen, daß Heinrich von Valois vor, der bekanntlich den Polen wieder entlief, sie sich gegen das Talent zwar aufmunternd, aber auch belehrend und und endet nach dein Regierungs - Antritte Stephan Batory's mit der ermabnend zu berhalten haben.

Hinrichtung des Haupthelben – kurzum, wer wissen will, wie es daAuch gegen die Romandichter, diese poetischen Realiften, find mals in Polen etwa ausgesehen und zugegangen, kann hier, wenn er die Literaturridhter zu nachsichtig. Wir fänden fein Ende, wollten wir die erste Schwierigkeit mit den vielen fremden, schwer zu merfenden alle Romane vorführen, die die vlaemische Literatur übersdowemmen: Namen überwunden, auf leichte und angenehme Weife feine Wißhistorisde, moralische, philosophische, religiöse Romane, nach jedem begier befriedigen. Die Parteiungen des Adels, die Streitigkeiten Geschmad, jeder Bildungsstufe zugeschnitten; faum aber find ihrer bei der Königswahl spielen natürlich eine Hauptrolle; Rauflust und zwei oder drei, die sich über dieser Fluth erhalten. Denn unter all Robeit neben ritterlicher, echt polnischer Galanterie, die manchmal diesen Erzählern giebt es nur Wenige, die wissen, was die Shöpfung an Don Quijote erinnert; ungezähmter Frevelmuth neben bigotter eines guten Romans an Kenntnissen, Einbildungskraft, psychologischer Frömmigkeit; baneben indef Züge edter Biederfeit und alt farmatiEntwicelung und Philosophie verlangt. Es versteht sich von selbst, fcher Gemüthlichkeit, die uns mit Vielem wieder ausföhnen, was für daß diese Vorwürfe nicht einen Hendrit Conscience treffen, der sich durch den Nicht-Polen minder erquidlich ift. - Als einen Fehler müssen seine unbestreitbare Ueberlegenheit einen europäischen Ruf erworben. wir bemerken, daß das Zeitfostüm doch nicht immer treu bewahrt

So reich die vlaemische Literatur an Dichtern und Romansdrift: worden ift. Die politischen Betrachtungen z. B., die Fürst Zamojski stellern ist, so arm ist sie an Hiftorifern, unter denen nur Einer (S. 199) anstellt, feben aus, wie einem Leitartikel entlehnt, der genennenswerth: David, Professor an der Löwener Universität, durch stern in einer Zeitung geftanden -- es ist eine Auslaffung über die seine Geschichte Belgiens. Tiefe Kenntniß feines Gegenstandes, ge- Mission der slavischen Völker gegenüber der romanisch-germanischen drängter und reiner Styl ließen an diesem Werke nichts zu wünschen, Civilisation, voll von modernen Anschauungen, wie denn überhaupt wenn der Verfasser nicht, um Adler Welt faßlich zu sein, hin und mannigfach der moderne Pole herauszuhören ist, ber die Vergangenwieder in's Autägliche verfiele. – Noch ist eine bedeutende Arbeit beit seines unglüdlichen Vaterlandes apologetisch zu rechtfertigen sucht. der Aufmerksamkeit der Gelehrten und Philologen zu empfehlen: ,,Versuds einer wirklich metrisden Uebersegung des Aristophanes',

Édition Schnée”. So heißt eine andere, neben der von einem Antwerpener Gelehrten 3. Woutersz. Die feinsten Abe Collection Hetzel", in Brüffel, und zwar beim Buchhändler Aug. schattungen des Gedankens und des Ausdrucks, die aristophanisch zu Sonee erscheinende, für das Ausland bestimmte, rechtmäßige und sammengeschweißten Beiwörter, kurz, jeder Zug des Originals ist hier, wohlfeile Ausgabe französischer Schriftfteller. Sie zeichnet fich durch wie in einem treuen Spiegel, wiedergegeben, und bei der gewiffen- ein etwas größeres Format und auch durch besseren Druď vor der haften Genauigkeit der Uebersepers bleibt er dennoch Flamänder. „Collection Hetzel" aus. Unter Anderem gehört das fürzlich von Woutersz ist der vlaemische Voß.

uns erwähnte Buch von Neftor Considérant, „La Russie en 1856", Shließen wir mit einer der interessantesten Erscheinungen, die zu dieser Sammlung, welche auch die Russin, Frau v. Bagrejeffaus der belgischen Presse hervorgegangen: es ist ein Sammelwerk, Speranski, und die Schwebin, Frau Flyggare Carlèn, unter ihre das die Studenten an den belgischen Univerfitäten unter dem Titel: Autoren zählt. Ein belgisch - französischer Autor dieses Verlages ift „Noord en Zuid” (Nord und Süd) herausgegeben. „Wir fuchten", Herr A. Maurage, ber kürzlich auch eine sogenannte ,,Flamändische sagen sie, r, einen Vereinigungopunkt der niederländischen Jugend, wo Chronik des dreizehnten Jahrhunderts", „Le Ruwart", herausgegeben,

was aber nichts weiter als Romanfutter für Leihbibliothefen ift. *) Tollens, der volkbeliebteste unter den ueueren holländischen Dichtern,

*) Historischer Roman aus der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhun: starb 1856 in einem Alter von 90 Jahren. Er war Spezereihändler und

derte, von W. Bachmann. Berlin, 1857. Rönigl. Geh. Ober: Hofbuchdrudeschrieb seine Gedichte auf die Rückseite der Blätter in seinen Handelsbüchern.

rei (R. Decer.) Bilderdijf, in dessen Poesieen die Gelehrsamkeit gegen die Phantasie vorwaltet, ist in Holland Gegenstand einer wahren Begeisterung.

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kommt. So verschleppt der kluge Vogel die Sache, bis der Herr zurückMorgenländische Literatur.

kommt und das alte Liebesverhältniß fich wieder herstellt. Der weise

Bogel erhält als Lohn feiner Treue bie Freiheit; denn auch die Frau Das Papageien-Buch Iuti: Nameh. *)

ist ihm dankbar, daß er sie von dem verhängnißvollen Schritte zurüdTuti- Nameh ist ein interessantes Sammelwerk orientalischer Er- gehalten hat. zählungen, die vielleicht ursprünglich sehr verschiedenen Verfaffern an Was die Geschichten selbst betrifft, so sind sie verschieden an gehörten, ehe sie an den Faden angereiht wurden, in welchem sie uns Werth und nicht von bedeutendem Umfange. Ich glaube, man thut nun vorliegen. Der Herr Ueberseßer, wenn wir nicht irren, preußi- nicht Recht, wenn man sie mit den Mährchen der 1001 Nadt verscher Ronsul in Jerusalem, welft ihnen Indien als ursprüngliche Hei- gleicht, da sie einen entschieden anderen Charakter tragen. Denn diese mat zu, da sich dieses aus den indischen Dertlichkeiten, indischen Eigen- find jedenfalls als phantastische Novellen anzusehen, während die namen und Anspielungen auf indische Sitten und Gebräuche ergebe Geschichten des Papageien mehr den Charakter von Parabeln tragen und überdies in Indien ein Volfsbuch unter dem Namen der „, fieben- und stets eine mehr oder minder hervortretende sittliche Tendenz haben. zig Geschichten des Papageien“ umlaufe. Schon frühzeitig, nämlich Das Buch gewährt eine angenehme und leichte Lektüre; eine gutim Anfange des vierzehnten Jahrhunderts, wurde der indischen Ur- müthige Schalkhaftigkeit ist sein vorherrschender Charakter. forift ein perfisches Werf nachgebildet; da dieses aber höchft rob und unvollkommen war, so arbeitete es später, in der Blüthezeit der neuperfi

Frankreich. fchen Literatur, der Dichter Zijâi-ed-dîn-Nachschebi, ein Zeitgenosse des Hafis und des Sadi, zu einem geschmackvotien Kunstwerke um,

Ein Briefwechsel vor hundert Jahren. auf das in Deutsdland Rosegarten zuerst aufmerksam gemacht hat. — Dieses perfifde Werf nun hat ein uubekannter türkischer Dichter auf Vor und nach den Solachten bei Roßbad und bei Leuthen. Befehl des Sultan Bajazid II. in türkischer Sprache bearbeitet, und

(Fortseßung.) zwar auf eine Weise, die einen nicht gewöhnlichen dichterisden Geist

II. Trond in an Voltaire. befundet. Nach ihm ist die vorliegende Ueberseßung gemacht. Außer

Lyon, 24. Ottover 1757. bem eriftirt noch eine dritte perfische Bearbeitung aus dem fiebzehnten Vorgestern empfing ich das Schreiben, mit welchem Sie mich am Jabrhundert von einem gewissen Muhammed Kadiri, die indeß weit 20. 8. M. beehrt haben, und gestern war ich auf dem Lande, um es weniger Werth besikt.

der bestimmten Person mitzutheilen. Ich las es ihm vor, und weit Der allgemeine Inhalt des Buches ist folgender: Ein junger entfernt, es für einen Traum zu halten, war er davon ganz bezaubert. Mann, der einzige Sohn eines reiden Kaufmanns, kauft um vieles Allem Ansdeine nach, To fagte er, würde ihm, falls dieser Plan zur Geld einen äußerst weisen Papageien, deffen Rath und Weisung ibm Ausführung fäme, die Sendung der Frau Markgräfin durd Ihre in seinen Handelsgeschäften ungemeinen Vortheil bringt. Saïd (so Vermittelung zugehen. Ich erwiederte ihm, daß Sie wohl auf dem heißt der junge Kaufmann) verheiratet fich äußerst glüdlich mit der bereits eingeschlagenen Wege ferner fich bewegen würden. Er ist mit schönen Mabi-Scheker, die in dem ersten Jahre der Ehe mit ihm den galanten Versen, die Sie für Frau v. Montferrat gemacht, sehr dereint den wunderbaren Vogel pflegt, nachdem diesem zu seiner Unter- zufrieden und fühlt fich Ihnen für die zahlreichen Aufmerksamkeiten, baltung fogar ein Papageienweibchen beigegeben worden ift. Endlich die Sie ihm erwiesen, überaus verbunden. wil Said fich für längere Zeit von seiner geliebten Gattin trennen, Meine Bewunderung Ihres vortrefflichen Schreibens hat für um eine Handelsreise zu unternehmen; da er aber fürchtet, diefelbe Sie keinen großen Werth: aber ich kann Ihnen nicht genug fagen, könne während seiner Abwesenheit auf böse Gedanken gerathen und wie befriedigt ich dadurch bin und wie sehr ich wünsche, daß so weise, ihm untreu werden, fo läßt er sich das Versprechen geben, sie wolle für Europa nüßliche Ansichten mit Erfolg gefrönt werden durch die ftets, ehe sie etwas von Wichtigkeit unternehme, zuerst den weisen Fortseßung Ihrer einsichtsvollen Sorgfalt, so wie durch Anwendung Papagei um Rath fragen. Sie verspricht es, und er reist ab. Nach Ihres Einfluffes auf den Geift des Königs von Preußen und seiner einiger Zeit nimmt natürlich ihre Liebe zu Saïd bedeutend ab; eine Frau Schwester und durch das Vertrauen, daß fie Ihnen schenken. alte Kupplerin macht ihr verführerische Vorschläge, indem sie ihr Meinerseits werde ich keinen Augenblid versäumen, Ades zu thun, in den lebhafteften Farben den Schmerz eines dönen Jünglings was mir aufgetragen wird. schildert, der fic in fie verliebt habe.

Mahi-Schefer, nicht besonders hartherzig, entschließt fich endlich „Antwort-Note, biktirt vom Herrn C. (Cardinal) de C. (Cencin) dazu, den Holden zu besuchen, befragt aber zuvor, da sie an ihr Vers

an Trondin. sprechen gedenkt, zwar nicht den Papagei, aber das Papageienweibchen. ,,Der Plan ift wundervoll; ich genehmige ihn volftändig, mit Da ihr dieses in einer schönen Moralpredigt gänzlich abräth, so ge- Ausnahme des Gebrauches, den er von mir machen, indem er mich räth die Frau in Wuth und reißt ihm den Hals ab. – Nichtsbefto an die Spiße der Negotiation stellen will. I bedarf weder der weniger fragt sie darauf den Papageien selbst, der in ein foredliches Ehren, noch der Güter, und wie er, denke ich nur daran, als Philosoph Dilemma zwischen der Treue zu seinem Herrn und der künftigen Ver und als Bischof zu leben. Ich werde mich sehr gern des Schreibens antwortung vor Allah (denn er ist ein guter Muhammedaner) und der Frau Markgräfin unterziehen und ich glaube, daß fie gut daran dem drohenden Tode geräth, jenachdem er die Sache gutheißt oder thun wird, in dem an mich zu richtenden Briefe die weisen Betrachfie mißbilligt. Um fich aus der Schlinge zu ziehen, erzählt er der tungen einfließen zu lassen, die Hr. v. V. in dem seinigen hinsichtFrau, die schon zum Ausgange gepußt ift, eine Geschichte, die eine lich der Vergrößerung des Hauses Defterreich anftellt. Sie würde abrathende Nußanwendung in fich schließt, während er hinterbrein bes zugleich gut thun, mir etwas Schmeichelhaftes für den Abbé von Bertheuert, fie handle gar nicht so unrecht. Ueber der Erzählung ist die nis zu sagen, der an der Spiße der auswärtigen Angelegenheiten Nacht verstrichen und der beabsichtigte Ausgang unmöglich gemacht. steht und das größte Vertrauen bei Hofe genießt. Alem Anschein Dieses wiederholt fich nun an jedem Abende; die zum Treubruche be- nach, wird mir, falls dieser Plan zur Ausführung kömmt, die Sendung reite Frau tritt an den Käfig, fragt den Vogel um Rath und hört der Frau Markgräfin durch Vermittelung des Herrn v. Voltaire zuseine Geschichten an, die allmählich immer moralischer werden, und gehen.“ immer geht die Nacht darüber hin, so daß es niemals zur Sache

II. Voltaire an Tronchin. *) ,,Tuti - Nameh“. Das Papageien- Bud. Eine Sammlung orientali:

Lausanne, 27. Oktober 1757. scher Erzählungen. Nach der türlijden Bearbeitung zum erstenmale übersekt

3ch fühle mich sehr geschmeichelt, mein theurer Herr, daß meine von Georg Hojen. Leipzig, F. A. Brodthaus, 1858.

Träume einem Manne nicht mißfielen, der einen so klaren Geift wie

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