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auf die Berwüftung zu unseren Füßen - nieber. Wir tlimmten mit ungebeurer Krater aus.11: Die gegenüberstehenden Felsen glühen in ziemlich angeftrengtem Athem höher und hatten nun den foffo Rothem Feuer, und Männer und Kinder Rißer am Rande des Abgrundes 1000 Fuß unter uns. Welch ein Schauspiel! Von der Deffnung, wo mit über dem Feuerfluß baumelnden Beinen, und bieten end Fadeln er bervorbricht, bis zu dem Punkte, bet wir fürzlich verlaffen hatten, zu Kauf. Wenige Augenblice halten wir, das Schauspiel anftaunend, erblidten wir den Feuerstrom, oder besser, die Feuerftröme. Sie dann gehen wir fürbaß, bis wir an das Ende des Stromes gelangen. xannten in einer Länge von mehreren Meilen mit der Schnelle eines Unser Führer kommt zurüd.

Unser Führer kommt zurüd. Die Straße ist abgesperrt, meine Eisenbahnzuges. Sie ftürztep in Kaskaden nieder. Eine. Strede Herren“, sagt er, ,, wir müffen umfebren; die Lava hat inzwischen liefen sie hin und wieder unter der verhärteten Lava, brachen dann reißende Fortfchritte gemacht.“ Er leitete uns auf Unwegen bis an bervor, strömten über die alte Lava weg und rissen ganze Klumpen die Haltestelle: Hier hatte indeß das Menschengewühl aus Neapel bavon mit fich fort. , Wann wird die Wissenschaft eine Hiße von bedeutend zugenommen. Fuhrwerke waren für die Nacht zu einer Wagender Intensität entdeden, die solche Wirkungen hervorbringt?" flüsterte burg aufgestellt. Eine Gesellschaft hatte fich's auf der noch warmen mir mein Gefährte zu. Wir riffen uns von dem Flede los, fliegen Lava zu einem Abendkränzchen bequem gemacht. Wir holten ben und stiegen, bis wir die romitaggia (Einsiedelei) erreichten. Sie fteht Korb mit Mundvorrath berbei, und einige Mistresses Gilpins unteram Rande des Fosso di farame, auf einem prachtvollen Punkte. Da fuchten den Inhalt.

fuchten den Inhalt. - Ein volftändiger Markt war eröffnet: Stöđe, id hörte, daß Profeflor Palmieri nicht, wie das Gerücht behauptete, Cigarren, Drangen wurden feilgeboten; hier ftanden Efel zur Miethe, geflohen war, so machte ich ihm einen Besuch auf dem Observatorium. bort ließ man fich für in Lava abgedructe Münzen ben hundertfachen Mit gewohnter Höflichkeit nahm er mich hinauf in eine der Galerieen, Werth bezahlen; weiterhin wogte ein Menschenknäuel auf glühend die den Folfo beherrscht. Während wir nun hier auf den lavaftrom beißem Boden wirr burd einander. hinabschauten, theilte er mir Folgendes mit: ,,Seit dem Beginn des Ausbruches habe ich, wenn ich nicht irre,

Griechenland. acht örtliche Erschütterungen verspürt; die legte erfolgte heute Morgen nach 47 Uhr; alle wurden an meinem Seismograph, der in dem Neben Blicke auf die geistigen Zustände Griechenlands.*) zimmer fteht, vermerkt. Durch einen damit verbundenen Mechanismus steht der Zeiger an dieser Uhr in dem Moment ftit, wenn eine Erschütte

Der poetisbe Wettkampf in Athen. rung eintritt, und To finde ich genau die Minute angegeben! Noch ift der Der seit dem Jahre 1851 auf Beranlafsung des Griechen Amandere Theil des Apparats nicht aufgestellt, der die Zeit, wenn die Replica brosios Rallis in Trieft für Griechenland und für die griechische Nation (der wiederholte Stoß) einfällt, und die Zwischenpause markirt. Dies festgelegte poetische Wettkampf hat, wie bisher, auch im Jahre 1858 ist, wie Sie sehen, nothwendig, da die Uhr beim ersten Stoß stehen stattgefunden, und die dazu aus der Mitte der Professoren der Unibleibt. Die großen Eigenthümlichkeiten dieser Eruption beftehen zu- versität in Athen erwählten Kampfrichter haben am 23. April (ausvörderst in der Zahl, wie in der verschiedenen Physiognomie der nahmsweise ftatt des 25. März, welcher Tag als das Fest der griechis Fenditure (Spalten), und dann in der Zahl der Deffnungen. Bei schen Unabhängigkeit vom Jahre 1821, vom Agonotheten dazu bestimmt früheren Ausbrüchen bildeten fie, mochten ihrer nun viel oder wenig worden ift) durd einen ihres Mittels ihr Urtheil gesprochen. Es fein, eine linie in derselben Richtung, jeßt laufen fie nach Süd, Nord, lagen acht Dichtungen zur Beurtheilung vor (im Jahre 1857 waren Nordost, nach allen Weltgegenden. Ein anderer eigenthümlicher Zug es achtzehn gewesen), und darunter befanden sich ein Luftspiel, einige dieses Ausbruches ist ferner der überaus flüchtige Zustand der lava didaktische und mehrere epische Gedichte. Man hat sich gewundert, und die lange Dauer dieses Zustandes. Schauen Sie bin, wie lang daß nicht mehr Preisgedichte eingegangen sind, und man hat daraus dieser Strom ist und wie er, dem Wasser gleich, dahinfluthet. Alles ohne Weiteres einen ungünstigen Søluß zum Nachtheile des griechizeugt von der ungeheuren Menge des Stoffes, der fich zu ergießen schen Volfes machen wollen. Wenn man jedoch erwägt, daß vor ftrebt, und von der intensiven Hiße, die unter der Oberfläche wirkt. einigen Jahren in Frankreich, als ein Preis für das beste Gedicht Ich betrachte diesen Ausbruch als den Abschluß der Erdbebenperiode, auf den orientalischen Krieg ausgeseßt worden, zwar 150 Gedichte wovon das Land so lange zu leiden hatte, und in der That ist auch eingegangen waren, darunter jedodh 148 fich befunden hatten, die man die Eruption in der Abnahme begriffen. Das unterirdische Dröhnen nicht der Rede und nicht einmal der Erwähnung werth gefunden, so hat aufgehört, die Lava hat ihren Ausgang gefunden und fließt nun darf man sich wegen des Ergebnisses des Wettkampfes in Griechenreichlich und ruhig ab.“ – Er führte uns nun auf die Hintergalerie land, wo man erst seine Kräfte üben und gebrauchen lernen muß, burchund wir faben hier auf den Fosso di farame nieder, der weit um aus nicht wundern, und man muß fich vielmehr des Ehrgeizes billig fänglicher ist, als der früher gefebene: ein unermeßlicher Feuerförper! erfreuen, womit in Griechenland der Gegenftand angesehen und bes 113 daße ihn", sagte der Profeffor, auf 750 Fuß in die Tiefe. handelt wird, und wobei im Allgemeinen der Zwed des Wettkampfes, Er hätte aber, wie Sie sehen, lange zu thun, bevor er die Höhe ers ben Griechen einen besonderen Trieb und Anstoß für die poetische reicht, auf der wir hier ftehen. Mir war nur bang, die beiden Kunft zu geben, thatsächliche Anerkennung findet. Auch ist in GriechenStröme fönnten fid weiter unten begegnen und uns den Weg den land vor allen Dingen erft eine poetische Sprache zu schaffen, ehe Berg hinunter abschneiden; in diesem Falle hätten wir den Berg von einer wahrhaft fruchtbringenden Kultur der Dichtfunst selbst die bis zum Regel hinanklimmen und am Rande der lavaspeienden Mün- Rede sein kann, und auch für diesen Zweig der - geistigen Entbungen auf Torre dell' Annunziata zu hinabsteigen müfsen: eine mühs widlung des Landes und Voltes muß erst der rechte Grund und same Wanderung.“ Als wir von der Galerie hinunterstiegen, kam Boden gewonnen und fruchtbar gemacht werden. Erfreuliche Anfänge ein Mann, den Professor zu sprechen. Das ist eine meiner Streif- find übrigens auch hier fdon, außerhalb und innerhalb jenes poetischen wachen", sagte dieser, denn es ift nothwendig, vor einer Ueberraschung, Wettkampfes, in Griechenland gemacht worden, wie ein Jeder wird wie die erwähnte, auf der Hut zu sein. Im Fosso di farame ,, sei zugeben müssen, der dies Alles seiner Aufmerksamkeit werth achtet die Lava des Teufels" meinte der Mann, wie wir sehen könnten; in- und der unbefangen genug ist, auch an ein mit nicht geringen poetibeffen da fie mehr die Richtung auf Mafsa ale auf Sant Sorio zu fchen Talenten begabtes Volf, wie das griechische ist, nicht ungebührnehmen, so habe es mit einer Vereinigung der Ströme weniger Ges liche Forderungen zu stellen. fahr als früher. Der andere Strom, nach Resina zu, laufe reißend Die Schwierigkeiten, die sich nach Lage der Sache hierunter ents fønell und zerstöre viel Eigenthum. Doch das hatten wir ja mit gegenstellen, lassen sich auch aus der Kritik beurtheilen, die mit dem eigenen Augen gesehen. vIch ging diesen Morgen“, sagte Palmieri, jedesmaligen Berichte über die eingegangenen Preisdichtungen verin bis an das Ende des Stromed, der gegen den Fosso di farame fließt, bunden ift und aus welcher dieser Bericht felbft wesentlich befteht. und die Gluth war so gewaltig, daß fie mir die Kleider versengte: 3m Dies gilt auch von dem diesjährigen Berichte, ber bei Beurtheilung Ganzen mögen es flebzehn Mündungen sein, die Laba ausströmen; es ber vorgelegenen Preisarbeiten auf die Sache selbst, theils auf den haben fich auch einige schöne kleine Regel gebildet. Von dem einen Inhalt, die Ausführung und den Gehalt der einzelnen Gedichte, theils hob ich die äußerfte Spiße ab, die ich dem Professor Lyell zu über- namentlich auf die Sprache derselben, näher und ausführlicher eingeht. senden wünsce."

Rönnte man aud bierbei bisweilen der Meinung sein, daß die Wir weilten noch einige Zeit auf dem Observatorium, bantten Kritik es im Einzelnen gar zu genau nehme, und daß sie, ftatt nur bann dem Direktor für seine Freundlichkeit und nahmen Absdied. billig zu fein, ihr Amt vielmehr gar zu streng und gewissenhaft ausDie Nacht war inzwischen völlig hereingebrochen, der Himmel sol übe, was jedoch Niemand im Ernste würde tadeln wollen, so müssen Sterne, zu beiden Seiten des Weges - wimmelte es an manchen wir doch Einen Tabel gegen jene Kritit, auch gegen die bei GelegenStellen von Glühwürmera; der Berg leuchtete von dem Widerstrahlheit des Wettkampfes des Jahres 1858 geübte Kritik, mit Ueberder lava, und doch brauchten wir unsere Fadel sehr nöthig, da der Pfad zeugung aussprechen. Allerding& liegt hierbei der Fehler tiefer, and unsicher und an manchen Stellen abschüssig, hin und wieder von das. griechische Volt felbst trägt im Allgemeinen die Hauptschuld; Baumstümpfen holperig war. So furchtbar schon das Feuer uns er. allein das kann im Wesentlichen die Sache nicht ändern, und gerade schienen war, als wir bergauf gingen, so war es jeßt doch noch bei der vorliegenden Gelegenheit sollten vornehmlich Professoren der furdytbarer, als wir abwärts ftiegen. An einer Stelle besonders, wo wir die Lavastürze bemerkt hatten, fab es ießt aus der Ferne wie ein *) Vgl. ,Magazin" 1857, Nr. 138.

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Universität Athen es fich, nicht nehmen laffen, nach Befinden auch ihre der Preisrichter ftreng und entsdieben; aber über die Form und über entgegengeseßte Ansicht wis ex iplzodas auszusprechen und geltend zu den Bau der Herameter sagen sie feine Silbe. Daß man es fonft von machen. Es handelt sich hier um die griechische Prosodie and Metrif, Seiten diefer poetischen Preisgerichte ftreng nimmt und die Ebro wie nämlich dieselbe zu den Zweden der neugriechischen Poesie geband- der Universität und der Poesie höher adtet, als den gefränkten Ehr habt wird. Bekanntlich gehört die neugriechische Bulgärsprache, geiz selbst begabter Dichter, das geht schon daraus hervor, daß in den ebenso wie andere moderne Sprachen, zu den sogenannten accentuiren- Jahren 1854 und 1857 teine Preisvertheilung stattgefunden hatte, ben, nicht zu den quantitirenden Sprachen. Es wird also in ihr dem weil feine preiswürdigen Gedichte eingegangen waren. Acceute die Quantität, d. 6. die Länge unb. Kürze der Silben, in einem solchen Grade aufgeopfert, daß man geradezu sagen kann, bie neugriechische Bulgärsprache fenne gar feire Quantität der Silben, und

Mannigfaltiges. ohne in der Poefte auf dieselbe irgendwie Rüdficht zu nehmen, richtet Amerikanische Sdad: Virtuofen. Das Juli. Heft der fie fich hierbei lediglich nach dem Accente. Der Accent ist gleichsam Berliner , Schachzeitung", ") das aus der Feder des Herrn Mar lange nicht nur das höchste, er ist vielmehr das alleinige Geseß, und er allein einen mit tiefem Gefühl und jugendlichem Sdwung geschriebenen Nefroist es, der eine Silbe, auf welcher er ruht, zu einer langen Silbe log unseres verewigten Freundes Lehfeldt, eines der Begründer der magt. In der peugriechischen Volfspoesie kommt es sogar vor, daß „Schadizeitung“ und der blühenden Berliner Schach-literatur, bringt, der Accent in dem Maaße, wie des Bedürfniß der Metrit es mit enthält, außer mehreren die Schach- Theorie betreffenden Artikeln fich bringt, nach Belieben umgeftelt wird. Das Widfürliche und unter Anderem einen sehr anziehenden über , Militairschach" aug allem Rhythmus, allem Wohllaute Widerstrebende dieses Berfahrens einige Notizeu über Schachspiel -Studien in England und Amerika. leuchtet ein, und ganz konsequent bemerkte ein in diesem Punkte kom- Wir entnehmen daraus, daß die diesjährige Zusammenkunft be: petenter Richter, Gottfried Hermann in Leipzig, vor mehr als zwan ,, British Chess Association", die am 22. Juni in London stattfinder zig Jahren, daß er zwar ,, die Bildsamkeit der neugriechischen Volfs, sollte, besserer Vorbereitungen wegen und um größere Theilnahme sprache anerkenne, welche es möglich mache, fie ziemlich wieder der zu erzielen, um zwei Monat hinausgeschoben worden. Im Glaubea alten Sprache näher zu bringen, daß er jedoch ein febr bedeutendes an den früheren Termin, war jedoch in England bereits Mr. Morphy, Hinderniß in der heutigen Aussprache des Volkes finde, theils weil der junge transatlantische Meister des Schachspiels, angekommen, der diese Aussprache ihnen das Gefühl für den Wohlflang der alten die Absicht hat, sich im Spiele mit den berühmten Schad) - Virtuosen Sprache entziehe, theils weil sie sich entwöhnen müßten, in der Poesie Englands und namentlich auch Deutschlands zu meffen, wobin er näda sich nach dem Accente zu richten, was nöthig sei, um die richtige stens ebenfalls zu kommen denkt. In Amerika ist neben Herrn Morpsg Quantität der Silben ins Dhr zu bekommen“, Nun haben die Neus in neuester Zeit auch ein Herr £. Paulsen in Chicago als angeftaungriechen unter anderen Versarten der altgriechischen Poesie auch den ter Schach - Virtuose aufgetreten. Nachdem es Herrn Morphy, kurz vor Herameter angewendet, aber nicht etwa in der edlen Reinbeit und seinem Abgange nad Europa, gelungen war, in fechs gleichzeitig Würde des Homer und in der der altgriechischen Metrif eigenthümlichen gespielten Blindlingøpartieen , auf seine höchst elegante Weise,

Harmonie, sondern in einer Weise, die dem uden offen und entschie- zu fiegen, hat ihn Mr. Paulsen noch zu überbieten gesucht, indem er • den Hohn spricht. Denn auch den Herameter bilden neugriechische kürzlich nicht weniger als zehn Partieen zu gleider Zeit, ohne An

Dichter im Sinne ihrer accentuirenden Sprache, so daß sie auch hier: ficht des Brettes, gespielt und davon, nach Verlauf dreier Sißungen, bei die Länge und Kürze der Silben geradezu mit Füßen treten und neun gewonnen und die leßte „remis” gemacht hat. Die ,,Schadh auch in dieser Hinsicht nur das Gefeß des Accents anerkennen. Wenn zeitung", welche sowohl von Morphy's als von Paulsen's Spielen neulich Jemand in d. Bl. in der Zusammenstellung der Präposition einige in ihrer „Uebersicht gespielter Partieen“ vouständig mitdró mit dem Affusativ und in ähnlichen Unfertigkeiten der neugriechis theilt, bemerkt dabei kopfschüttelnd, daß bei solchen auf die Spiße schen Vulgärsprache etwas Barbarisdes fand, so mag er nicht Unrecht getriebenen Virtuosenleistungen" für Person und Sade mangerlei haben; allein es ist nichts, gar nichts gegen solche Herameter, in denen zu besorgen sei. lange Silben kurz, dagegen kurze Silben lang gebraucht werden, anb wobei die Herrschaft des Accentes bas schöne Gefeß der Harmonie

,,Londoner Deutsde Zeitung"..) Abermals ist in der völlig verstummen macht. Und dies Alles gerade im Herameter! Und englischen Weltstadt ein Versuch gemacht, eine Zeitung in deutscher nicht etwa das ungebildete Bolt thut dies in seiner ungebildeteren Sprache zu begründen, nachdem dort in den legten fünfundzwanzig Volfsredeweise, sondern aufgeklärte, durch die Kenntniß der altgriechis Jahren über ein halbes Dußend ähnlicher Versuche gescheitert ist. den Sprache und Literatur gebildete Griechen sind es, und die Seit dem 1. Juli 1. 3. erscheint nämlid in London, im Formate ber Einzelnen thun eg, gleidsam als bevorzugte Geister ihrer Nation, als ,, Neuen Preußischen Zeitung", ein deutsches Blatt mit fünf Spalten Dichter! Theilweise finden sich darunter die ersten Namen des neu- auf jeder der vier Seiten, von welchen die regte Privat-Anzeigen griechischen Parnaffes, und diefe Dichter thun das alles nicht etwa gewidmet ist, unter dem Titel: ,, Londoner Deutsche Zeitung und blos aus Noth, indem sie sich einer gewissen Bolfsgewohnheit affomo. Allgemeiner Anzeiger, Wochenblatt für Politik, Kunft, Induftrie, diren und deren Einflusse, obschon mit Widerstreben und ungern, Wissenschaft und Handel“. Nach der uns vorliegenden Probe- Num. fügen, sondern noch dazu aus Ueberzeugung und fogar nach den mer (Nr. 3, vom 10. Juli) zu urtheilen, will das neue Blatt die Grundfäßen einer gewissen Theorie! Das Nämliche gesdiebt nun auch Klippen vermeiden, an welchen die älteren Unternehmungen deiterpon Anderen, und es geschieht sogar in Gedichten zur Konkurrenz bei ten, indem es sich nicht zum Organ irgend einer Partei – sei es dem poetisden Wettkampfe, und das aus Profefforen der Universität des Herzogs Karl von Braunsdweig, oder der deutsben Demokraten, Athen bestellte poetische Preisgericht erkennt solchen Dichtungen den oder gar Mazzini's. sondern zum Ausdrud positiver Ideen und Preis zu!

Interessen macht. In dem Leitartikel. ,, Deutschland und die Aufgabe Es war übrigens ber nämliche Dichter, Orphanidis, Professor der des Augenblics", spricht sich der Wunsch aus, zwischen den deutschen Botanif an der Universität Athen, der fchon im Jahre 1855 den Preis Regierungen, namentlich aber zwischen Defterreich und Preußen, davongetragen hatte, und dessen episches Gedicht in daftylischen Einigkeit und unbedingte Gegenseitigkeit herrschen zu sehen, damit Herametern der angegebenen Art in fünf Gefängen: „Xios doúrn”, der Name ,, Deutschland“ aufhöre, ein bloßer geographischer Begriff bei der jüngsten Preisbewerbung den Sieg davontrug. Der Gegen- zu sein, und vielmehr ebenso in der übrigen Welt geachtet werde, wie stand desselben ist aus der Geschichte des vierzehnten Jahrhunders, die Namen ,, Preußen" und. ,,Desterreich". Gewiß ist in folchen Anaus der Zeit der genuefischen Herrschaft in Chios, und zwar ber das Richten nur ein Fortsdritt politisder Erkenntniß wahrzunehmen, and mals unternommene, jedoch mißlungene Befreiungo Bersuch der so glauben wir denn auch, daß es dem neuen Blatte leichter als Chioten gegen die Genueser. Die Preisrichter rühmen die patrioti- feinen Vorgängern sein wird, sich bei den Hunderttausend Deutsben, fhen Gesinnungen des Dichters, die sich in dem Gedichte kundgeben, die allein in London leben, Eingang zu verschaffen und eine fichere sowie sie beffen Vorzüge in Ansehung der Wahl des Gegenstandes Stellung zu gewinnen, und beffen Behandlung im Einzelnen, auch in Betreff der Darftellung der meisten Charaktere, anerkennen und dasselbe für eines der beften *) ,, Sdadizeitung der Berliner Schachgefellschaft". Berausgegeben von erklären, die bei dem poetischen Wettkampfe den Preis bavongetragen

4. Anderssen und M. Lange. Nr. VII, Juli. Berlin, Veit & Comp. 1858.

**) Herausgegeben von Ermani in London, 8, kittle Newport: Street, haben. Indeß machen sie der Dichtung ungebührliche Längen in der Leicepter - Square. Verlag von H. Benber's Buchhandlung in London, Schilderung der Dertlichkeiten, wodurch der Gang ber Handlung gar zu sehr aufgehalten werde, zum Vorwurf, und nicht minder ist in Bezug auf die Sprache und die Metrit, sowie was Einzelnes in der Anlage und in der Darstellung der Charaktere anlangt, der Tabel

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Die guten Landleute hatten feine Theologie um fo lieber, da er England.

fie nicht durch endlose Predigten langweilte. Sparsam mit seiner und

ihrer Zeit, debate er den Gottesdienst niemals über Gebühr hinaus. Eliots „Bilder aus dem Leben englischer Geistlichen". ")

Sie waren aus der Ferne gekommen, hatten dem følechten Wetter Der Verfasser des untengenannten Werkes gehört, nach Inhalt und noch schlechteren Wegen getroßt; fie mußten unter demselben und Ton feiner Darftellung, zu jenen Gläubigen, die bei ihrer höhe- Wetter und auf demselben Wege heimkehren, sollte er sie noch durch ren, idealen Anschauungsweise fich von der rauben, gemeinen Wirklich eine ewige Homilie quälen? Gilfil war kein Ausbund von Beredtsamkeit schmerzlich berührt fühlen; die sich in Verzüdung vor der Herrs feit; seine Predigten lagen in einem wüften Haufen, son der Zeit verlichkeit des Altars niederwerfen, aber um so erfälteter aufstehen, wenn gilbt, auf seinem Schreibtisch. Hier griff er Sonntag Morgens auf sie einen Blid in die Safriftei thun — R$ find poetische Gemüther,

es find poetische Gemüther, Gerathewohl zwei Stück heraus und steckte fie in die Tasche. Hatte denen die Armseligkeit, das Autägliche, das Hausbadene widersteht, er die eine Vormittags in Shepperton abgepredigt, so stieg er zu für die man, wie neulich ein Puff eine Arznei ohne Arzt angefündigt, Pferde und hielt die andere in der Kirche zu Knebley, die zu seiner eine Religion ohne Priester erfinden müßte. Und doch sind sie als Parochie gehörte. Hier wie dort werden übrigens seine Predigten Zeugen über geistliche Zustände weit vorzuziehen; denn sie bieten eber, höchlich gelobt. Ob man zugehört oder nicht über diesen Punkt als Andere, die Bürgschaft des Scharfblics und der Unparteilichkeit. wird man nie zur Gewißheit fommen – beim Herausgehen aus der George Eliot gebört nicht zu den Leuten, von denen Thaderay sagt, Kirche war die stehende Formel: „Der Pastor hat hübsch gepredigt!" fie geben nie zur Kirche und verlästern dennoch Alles, was dort vor Und wie mochten die guten Pächter auch nur einen Augenblick an geht; auch nicht zu denen, die in ihre Kritit die Verblendung feind- einem Manne zweifeln, der über den kurzhörnigen Viehjólag, über licher Leidenschaftlichkeit hineintragen. Endlich ist er – eine Selten. Aderwirthschaft, über den Handelsverkehr auf Messen und Märkten heit in England, wie anderswo obgleich religiös, frei von jener so beredt und fachkundig sprach? An einer Predigt des Reverend Engheit der Anschauung, der Mutter oder der Tochter des Sekten- Gilfil etwas ausseßen, hieße die Religion selber angreifen. Hört geiftes, und überall, wo er die wahrhaft chriftliche Ergebung, den man freilich andererseits auf den Reverend Picard, den Paftor der Grundpfeiler der unwandelbaren Erlösungslehre, antrifft, da läßt er Independenten, hin, fo war der geistliche Hirte von Shepperton in sich bei den Abweichungen theologischer Auslegung sehr billig finden. der Finsterniß" und dessen Heerde, die fich auf seiner Weide so wohl Seid Hochfirchlicher, Presbyterianer, Independent - er läßt euer

er läßt ever befand, „nahm es, wie die Franzmänner, mit ihrer geistlichen Nah.. Evangelium gelten, wenn es nur nicht vom Evangelium Chrifti wesent- rung nicht genau.“ Indeß hatte er ja nur Independenten zu Zus lich abweicht. Diese edle Toleranz, die mit der ftumpfen Laubeit in hörern, und im Leben verirrte sich kein Schaf aus Gilfil's Hürde in geiftlichen Dingen nichts gemein hat, hat ihm zahlreiche Leser und ihr Meeting. die gültigften Beurtheilungen der fpruchfähigen Kritik gewonnen, und So lebte diese kleine Gemeinde fast ein Vierteljahrhundert in unsere Leser werden es uns hoffentlich Dank wiffen, daß wir ihnen liebender Achtung gegen seinen Hirten, den ihr Gott gegeben. Mit einige Erzählungen auszüglich zum Besten geben.

zunehmendem Alter aber trübte fich feine Stimmung etwas, er wurde Shepperton ist ein Dorf. Seine alte Kirche, die vor 25 Jahren Farger in seinem Haushalt, ohne daß jedoch die Armen darunter litten. faft in Trümmer fiel, ift jeßt ausgebeffert und neu ausgeftattet wor Er wollte für einen Neffen sparen, damit dieser einst das Grab feia den. Das sie aber an bürgerlicher Sauberkeit und bequemer Ein. nes Dheims besuche und ihm eine freundliche Erinnerung weibe. richtung gewonnen, hat sie an Poesie verloren. Damals wirkte an Die Einsamkeit des eigenen Heerbes - er war seit lange Witwer ihr als Amtsverweser der Reverend Mr. Gilfil, dessen Leben dauernde und finderlos

und finderlos - sollte dazu dienen, dem lieben Verwandten einen bes Erinnerungen und dessen Tod allgemeines Bedauern zurüdgelassen. völkerten Hausstand zu gründen. Wer bätte diesen waderen und einnehmenden Greis nicht geliebt, der Wenn unsere Leferinnen aber glauben, daß diefes scheinbar so gegen Adle so gefällig war, mit den Armen so innig mitfühlte, der profaische Leben niemals feine romiantischen Augenblide gehabt habe, für das niedrigste seiner Pfarrfinder stets ein heiteres Wort batte? so irren fie. Biermal im Jahre, beim Eintritt der Jahreszeiten, ging Man erinnerte fich feiner aus früheren Zeiten als eines tüchtigen in der Sheppertoner Bifarei etwas ganz Eigenes vor. Die alte Weidmannes, und sein Jagdrappe war in der Landschaft berühmt. Haushälterin Martha — fte mit ihrem Manne David, Hausknecht Später hatte er den Nappen gegen einen geftußten Fuchs vertauschtund Gärtner in einer Person, bildeten die ganze Dienersdaft — trat auf dem er luftig durch die Dörfer son Meierei zu Meierei trabte, ein und empfing von ihrem Herrn den Schlüffel zu einem gewiffen um landwirthschaftliche Fragen zu besprechen und die Neuigkeiten eines Zimmer, in das forft Reiner den Fuß feßte, deffen hermetisch vers Jeden anzuhören. Seine schönen Wiesen lagen im Sonnenschein, und schloffene Fensterladen fich nur diesem vierteljährlichen Besuche öffnes er ließ fie von feinem eigenen Knechte nach seiner Angabe beftellen. ten, um Befen, Bürfte und Wischlappen auf Augenblicke das RegiWohlwollend und mild gegen die gemeinen Bauern, vertraut mit den ment zu übergeben. Wenundie schweren Borhänge aufgezogen, das Personen aus der Mittelflaffe, denen er Achtung einzuflößen wußte, gothische Fensterchen mit feinen in Blei gefaßten Scheiben nach innen sprach er dag Platt der Pächter, trank ihr Ale, nahm die kleinen Ges zu zurückgeschlagen war und das Tageslicht einfiel, zeigte fich ein fchenfe des Haushalts, die Weihnachtsgans, den Dreifönigskuchen, an rührendes Gemälde: Auf einem kleinen Pußtische ftand ein zierlicher und behauptete dennoch feinen Rang dem Lorb gegenüber. Selten Spiegel, mit vergoldeten Skulpturen umrahmt; die zwei beweglichen nahm er eine Einladung von diesem an; wenn er aber bei den Arme daran trugen noch halbabgebrannte Wachskerzen; an dem einen Didinports zu Tische gebeten war, so betrug er sich als Gentleman Arme hing eine fchwarze Spißenhaube, ein Nadelfiffen von verschofsea aus der alten Schule: er bot der Ebelbame vom Haufe den Arm, nem Seidenzeug, in welchem einige verroftete Nadeln ftedten; neben unterhielt fie bei der Tafel, war mit den kleinen Dienftreiftungen um dem Spiegel lagen ein Riechfläschchen und ein großer grüner Fächer, fie beschäftigt und niemals um ein feines Wort verlegen. Mit dem auf einem Heisebefted in der Nähe ftand ein Arbeitskorb, in welchem Gutsherrn war er etwas über den Fuß gespannt, feitdem jener in einem em vergilbtes, unvollendetes Kindermüßchen lag. Zwei Frauenkleider Wortscharmüßel einige Federn laffen mußte, und Gilfil bekam unter von altem Schritt hingen an der Thür, und unter dem Bette hervor den Landlenten noch einen Stein mehr im Brette, als es befannt wurde, saben ein Paar rothe Pantoffelchen mit Ueberreften von Silberftiderei. daß er den hochmüthigen Squire, der sich mit seinen armseligen Spen- Einige Aquarellen, Anfichten von Neapel, smädten die Wände, und den chriftlicher Milde gar piel wußte, tüchtig abgefertigt habe. über dem Raminfimo bemerkte man unter manderlei Proben feltener

Porzellansachen zwei Miniaturbilder in länglicrunden Rahmen. Das *) „Scenes of Clerical Life", by George Eliot. 2 Vol. Edinburgh,

eine ftellte einen jungen Mann dar mit lebhaft gefärbtem Gefichter

Mädchen von höchstens achtzehn Jahren, mit kindlichen Zügen, ab- die Spinner Samstag Abends in einer Rothe halten will. Da fein gezehrten Wangen, bleichem Teint, in welchem sich der Süden kunde eigener Kredit auf Null fteht, so beruft er fich auf die gewichtigste giebt, großen, schwarzen Augen, wie man sie nur in Italien fieht. Autorität, die er irgend finden konnte: ,,Herr Ely". Herr Ely ift Der Leser erräth leicht in dem einen Bilde den Reverend Gilfil als ein junger Pfarrer aus gutem Hause, auf der Bahn zu fetten Pfrünblühenden Jüngling, und das andere? ist das jenes jugendlichen Weis den und im voraus für einen Bischoffiß bestimmt ,,Herr Ely bes, das er, glüdftrahlend, heimführte, als er in Shepperton die sagte mir neulich, es ist mindestens soviel vom Uebel wie vom GuPfarre antrat. Sie machte Aufsehen durch ihre großen, schwarzen ten bei dieser Sache!" Nun aber hat Herr Ely, ein vorsichtiger, vers Augen, ihre schwermüthigen Züge, ihre prachtvolle Stimme, die im schwiegener und lebensfluger Mann, verlaßt euch darauf, einen anTempel alle übrigen Stimmen übertönte. Jung, schön, angebetet, rüchigen Menschen, wie Meister Pilgrim, nicht zum Vertrauten gemacht, dem Anscein nach glüdlich als Gattin, glüdlich in der Hoffnung, als um sich gegen ihn über den armen Amtsbruder in der Weise augs Mutter eines Kindes den gottgesegneten Bund noch mehr zu befefti- zulassen; aber was thut das? Das Vorurtheil fißt einmal fest; jebe gen, fant fie in ein frühes Grab: bas zarte Reis war an der Wurzel Lüge, jede Verleumdung findet dann ein empfängliches Dhr. angegriffen und zu schwach, um der Entfaltung seiner ersten Blüthe Von dieser Maulwurfsarbeit, die ihm den Boden unterwühlt, bat Stand zu halten......

Amos keine Ahnung. Er glaubt an sein Genie, feine Predigten, feine Als Gilfil seinen Pfarrkindern entriffen wurde, bezeugten eine mächtige Klugheit. Sie mögen sich zusammennehmen, die Ungläubi, aufrichtige Trauer und andauernde Erinnerung ihre Liebe zu ihm. gen, Amos wird ihnen böse Tage machen! Er hat ganz andere Dinge Herr Parry, fein unmittelbarer Nachfolger, brachte ihn nicht in Ver- , im Kopf, als daß er fich um die Klatschereien fümmern sollte, die geffenheit, obgleich er, nach Aussage der Kenner, , die Gabe hatte", über ihn im Umlaufe find, er hat seine Leihbibliothek, in die er ged. 1. er hatte seine Bibel am Shnürchen und konnte zwei Gloden- wiffe Werke einführen will, die den untirchlichen Lehren den Garaus ftunden ununterbrochen aus dem Stegreif (prechen: ein Redefluß, der machen werden; er hat seine Traktätchen-Gesellschaft, welche die Kops auf den großen Haufen wie ein Zauber wirkt. Selbst die Kohlen- pel atler guten Weiber der Landschaft loslassen wird, um die armen Arbeiter der Umgegend, die Gilfil sehr widerhaarig gefunden hatte, Tröpfe, die für Bekehrung empfänglich sind, aufzuspüren. Er hat fingen an, diesen evangelischen Kraftstücken Theilnahme abzugewinnen, eine neue Kirche an Stelle der alten zu bauen, die Unterzeichnungsals der Reverend Amos Barton an Parry's Stelle fam.

liften liegen bereit; sein Feldzugsplan ist entworfen: er will predigen Von mittelmäßigen Gaben und geringem Wiffen, starrköpfig und wie ein Geistlicher der Niederkirche, d. h. das Evangelium in seiner zu Neuerungen mehr aus läppischem Nacheifer, als aus innerem Ben ganzen demokratischen Kühnheit lebren; während er andererseits, als ruf geneigt, fouft ein wackerer, ehrlicher Mensch, aber ein armér echtes Mitglied der Hochkirche, alle Privilegien und alle aristokratischen Teufel, nach allen Bedeutungen dieses unseligen Wortes, konnte Amos Dienstverrichtungen, auf welche fie ein mehr oder weniger begründetes, Barton fein Glüd maden. Als Delegat und nicht als Pfründner ein mehr oder weniger beftrittenes Recht hat, für die Priesterschaft berufen, empfing er von dem Pfründenvergeber, Herrn Carpe, einen in Anspruch zu nehmen entschlossen ist. Mit einer solchen Mischung firen Gehalt von 80 Pfund Sterling; die Pfarre felbft brachte politischer Schlauheit und fittlider Thatkraft – mußte er nicht mit 350 Pfund Sterling, die ftedte aber Herr Carpe ganz einfach in seine jedem Gegner fertig werden? ....

(Schluß folgt.) eigene Tasche. Amos hatte nun das Problem zu lösen, mit Frau, fechs Kindern und der einzigen Dienstmagd von diesem knappen Ein

Spanien. kommen zu leben. Um ferner fich und der Kirche feine Schande zu machen, burfte er dod feinen Rock tragen, der an den Ellbogen zu

Das moderne Drama der Spanier. *) febr von Fettglanz schimmerte, feine weiße Halebinde, die in den Falten zu marfirt wäre, feinen Hut, der zu viele Spuren ber feind

VI. Don Ventura de la Vega. seligen Angriffe von Zeit und Wetter aufwiese, feine Schuhe, die zu Auch ein Vega findet sich unter den modernen spanischen Dramaoffen ihre Erschöpfung von dem sauren Gang auf dem Wege des tifern, der aber freilich weder so fruchtbar noch so bedeutend wie sein Herrn zu Tage legten. Bedenkt man noch, daß er von Zeit zu Zeit berühmter Namensvetter ift. Immerhin hat er jedoch 70 Dramen dem geistlichen Troft, ihn bei den Unglüdlichen eindringlicher zu machen, gedichtet, worunter 13 fünfaktige, von welchen sich das historische mit einigen obligaten Gelbftüden Nachdruck geben mußte, so wird Drama: „D. Fernando el de Antequera", nad Inhalt und Form man von der schwierigen Stellung des neuen Geistlichen einen Bes' auszeichnet. Es idealisirt die Loyalität und ist ein Spiegel für alle griff bekommen.

Usurpatoren. Wäre es im Jahr 1852 geschrieben, so würde man barin An Unterstüßungen, wenn er sie annehmen wollte, würde es ihm ohne Zweifel eine starke Anspielung auf die Vorgänge in dem Nachgewiß nicht fehlen. Frau Hadit, die reiche Pächterin, bekannt mit barftaate erblickt haben. So aber datirt es von 1847 und könnte der Noth der armen Lebensgefährtin des Geistlichen, die so schön, so deshalb höchstens als Inspiration gelten. Uud dadurch ist es mertfanft, so gottergeben, so arbeitsam, eine so gute Mutter ist, wird nicht würdig, daß von liebe in demselben keine Rede ist, während doch sonst erst ein förmliches Gesuch abwarten, um einen Käse, einen Sad Kar- felbft die geiftlichen Dramen der Spanier nicht frei davon find. toffeln in das Haus zu schicken. In einem kritischen Augenblic, wenn Die Geschichte spielt im Jahr 1407 zu Toledo, dem alten Königge fic Amos, das Herz zu voll, dazu entschließt, feine peinliche Lage fiße. Eben ist der König D. Enrique — uns aus Zorrilla’s ,, König dem Haupt der Familie Oldinport darzustellen: kein Zweifel, daß ihm und Schuster" bekannt

und Scufter" bekannt -- gestorben, und der berühmte Vincente Ferrer 20-30 Pfund Sterling ohne Zinsen und auf unbestimmte Zahlungs. bat mit gewöhnlicher Beredtfamkeit an seinem Katafalke gesprochen. frift vorgeftredt werden; allein man kennt den Preis dieser traurigen Indeflen befaß Kastilien längere Zeit feinen König, da der Verstorbene Hülføquellen. Man duldet fie dem Mitleiden, und das Publikum immer frank war, und jeßt ist sein Nachfolger, der Prinz von Afturien, macht fide dafür durd Geringschäßung und Mißachtung bezahlt. Die erft zwei Jahr alt. Dabei rüftet Portugal, der König von Granada eigentlich von euch zu fördern haben, denten nicht daran; aber denen und der Herzog von Benavente, und auch innere Kämpfe, brohen bas ihr nichts schuldig feid, das sind die unbarmherzigften Gläubiger. Land zu zerfleischen. Freilich ist noch der Dheim des Prinzen da,

So fteht es mit Amos kurz nach feiner Einseßung. Jeder Schritt, der weise Infant D. Fernando, die Hoffnung des Landes; allein ihn den ihm sein unruhiger Ropf oder sein einfältiger Ehrgeiz eingiebt, hat der kinderlose König von Aragonien, der gleichfalls auf dem wird ungünstig aufgenommen oder übel gedeutet. Aendert er etwas Sterbebette liegt, zu seinem Nachfolger erwählt. Deshalb haben die an der liturgie - er ist ein Methodist; weift er einen Sänger aus faftilianischen Großen beschlossen, D. Fernando troß dem kleinen dem Chor - 0,-über die tyrannische Quälerei! Bringt er ein Lieb Prinzen zum Könige zu erheben, die Königin Mutter aber nach Enge an die Stelle eines Pralms und ift über den Widerftand, auf den er land heimzuschiden. Mittlerweile wird gemeldet, daß die Mauren ftößt, außer fich vor Zorn, dann heißt es: Und der will uns Sanfte bereits beranrücken. Umsomehr drängt Alles, auch Vort und Heer muth predigen?' Ueberbies ift er von fo gemeiner Herkunft: fein Va- dazu, daß D. Fernando König werde. Aber zugleich entstehen schon ter war Sšufter und noch dazu Diffident, und ist man denn über 3wiftigkeiten im Kreise der Granden über die künftigen Hofwärben. seine eigene Rechtgläubigkeit im Klaren? Und was bedeuten denn diese Der Hauptintrigant ist der Connetable; doch erklärt er, als ehemaliger neuen Wege, in die er die Parodie drängen möchte? Die achtzig- Erzieher D. Fernando's, diesen kennend, daß künftig kein Günstling, jährige, geizige Mrs. Patten, die das Geheimniß gefunden, an einer sonder nur er (Fernando) felbft regieren werde. - Indessen hat auch Pacht, wo alle ihre Vorgänger fich zugrunde gerichtet, reich zu wer D. Fernando das Anrücken der Mauren vernommen und beschließt, den, nimmt es sehr übel, daß Herr Barton immer und ewig von den ihnen entgegen zu marschiren; allein die Granden verlangen vorher ,,Sünden" spricht, die sie begangen haben sollte. Und welche Sün- einen König von ihm. Nach dem Testament sollen zwar er und die den, ich bitte eud, hätte sie sich vorzuwerfen, sie, die einzige Pächters- Königin Mutter gemeinschaftlich die Vormundschaft führen, allein diese frau in der ganzen Umgegend, die von dem Käsehandel hinter dem ist keine Spanierin und scheint überhaupt eber hemmend wirken zu Rücken ihres Mannes feinen Pfennig zurückgelegt hat? Meister Pilgrim, wollen. Dazu kommt, daß die Cortes das Geld zu dem Kriege ein Wundarzt, der die Gegend in allen Richtungen durchftreift, in allen Pachthöfen, wo er vorbeikommt, den brandy fostet, läßt hier und

*) Vgl. Nt. 76 und 117 des , Magazin" von 1857 und Nr. 8, 37 und

verweigern, so lange nicht D. Fernando König ift. Deshalb er da sie dadurch nur den Haß ihres Sohnes auf fich laden würde. Ers Flären ihm die Großen endlich geradezu, daß er die Krone annehmen schüttert von der hohen Lugend des Infanten, bittet sie ihn um müffe; auch die Cortes dringen in ihn. D. Fernando erkennt dieses Ver. Berzeihung. Aber D. Fernando ist ohne Macht; er erwartet eine Hülfés traven zwar an, spricht sich aber bestimmt dahin aus, daß er nie ein fdaar aus Aragon, um die aufrührerischen Granden dadurch zu zähmen. Kind berauben werde; mit den Feinden wolle er schon fertig werden, Doch die Zeit verstreicht, und die Aragonesen fommen nicht. aud ohne König zu sein. Ferrer bestärkt ihn in diesen Grundfäßen, D. Diego ist in äußerster Unruhe, ob er D. Fernando oder der da der Weg des Verbrechens nie zum Heile führe.

Granden folgeu folle. D. Fernando, der den Prinzen übrigens bereits Da kommt die Botsdaft: der König von Aragon sei gestorben, in Empfang genommen, redet ihm zu, feine Pflicht zu thun; doch ohne Zeit gehabt zu haben, seinen Erben förmlich zu bestellen. Der gegenüber seinem Freunde Gutierrez muß D. Fernando bekennen, daß Graf von Urgel habe einstweilen die Krone ufurpirt und allgemeine in der eigenen Bruft ein Kampf zwischen dem Rechtsgefühl und der Verwirrung hervorgerufen. Ferrer eilt nach Aragon, um diesen zu Sorge für das Wohl Kastiliens bestehe. Troß Adem, was er für die stürzen.

Prinzen gethan, wisse er nicht, ob er eigentlich recht thue. Indessen Während dieser Vorgänge ist einer der Großen, D. Diego, nach versammeln sich die Großen. Graf Urgel schwört, den Prinzen gut Segovia abgereift, um Königin und Prinzen fortzuschaffen. Sos zu behandeln, ihn aber nie nach Kastilien zu lassen, um seine Rechte bald D. Fernando dies vernimmt, wil er Jemand nadschicken, allein dort geltend zu machen. Der Somerz der Königin erschüttert die kein Grande läßt sich dazu herbei, obwohl Jener die Connetablewürde Granden. Keiner will mit ihr sprechen; endlich entschließt fich der als lohn dafür bietet. Dodh zum Glück ist die Königin schon auf Connetable mit schwerem Herzen dazu. Sie soll zu Gunsten D. Ferdem Wege nad Toledo und erscheint alsbald hier, von allgemeinem nando's schriftlich auf die Krone verzichten, doch sie weigert sich auf Schweigen empfangen, das sie der Trauer um den König zuschreibt. das entschiedenste. Auf Befehl D. Fernando's verliest jeßt der Connetable Enrique's Da erklären die Granden, der Prinz müffe fort, auch ohne fie. Testament, worauf die Königin erst erklärt, sie wolle nicht mitregieren D. Diego wird gerufen. Da D. Fernando fich nicht, wie er verund D. Fernando Alles überlassen, aber, wie sie nun hört, daß dieser sprochen, zeigt und Diego willfährig scheint, unterschreibt die Königin die Mauren befriegen will, tro Fernando's Zureden, heftig dagegen endlich vod Verzweiflung. ftimmt. Da nimmt ihr der Connetable, dem Teftamente gemäß, ihren Da erscheint von Aragon ber eine starke Schaar vor der Burg, Sohn und übergiebt ihn dem Oberrichter D. Diego zur Erziehung. die man für Urgel's Begleiter hält und einläßt. Während ießt Zeßt will die Königin lieber das Testament annulliren als den Sohn D. Fernando, durch diesen neuen Beweis von der Schwäche der Könilassen. Ein allgemeiner Sturm scheint losbrechen zu wollen, und sdon gin betroffen, unschlüffig shwankt, ob er nicht dennoch die Krone auß dringen die erbißten Soldaten berein, ba ftellt sich D. Fernando diesen schwachen Händen nehmen soll, verbreitet sich große Bestürzung rasch an ihre Spiße. Er will sie gegen die Mauren führen, sein unter den Granden, denn nirgends ist der Prinz zu finden. Aber Vermögen, seine Edelsteine, seine Güter sollen die Geldmittel zu dem auf einmal erscheint D. Gutierrez an der Spiße der Aragonesen, und Kriege liefern, nach dessen Beendigung Kastilien seinen König von im Hintergrunde zeigt sich D. Fernando auf dem Thron. Er forbert ibm empfangen fou.

die Granden zur Huldigung auf, und sie knieen; doch wie sie sehen, Während aber der Zufant im Felde fteht, wird die Stimmung daß er den Prinzen, der hinter ihm verstedt war, auf den Thron seßt der Großen immer schwieriger. Schon mehrmals hat der Connetable und die Huldigung für D. Juan II. verlangt, erheben sie fich wieder, versucht, die Königin zu sprechen und ihr die Meinung des Adels werden nun aber von den Aragonischen Rittern zur Huldigung ges gerade beraus zu sagen, aber sie hat ihn niemals vorgelassen. In

zwungen. D. Fernando ift felbft der Erste, der das Knie beugt. zwisden kommt der Graf Urgel mit herabgelassenem Visir nach Toledo Zegt tritt der heilige Vincente Ferrer mit der Krone von Aragon ein, und zum Connetable, dem er meldet, daß Urgel (d. h. er selbst) durch die er D. Fernando als Lohn seiner Tugend bringt. Zum Schlusse D. Fernando's Freunde, besonders durch Ferrer's Bemühungen, vom läßt dieser die Königin sdhwören, D. Juan II. niemals die Verschwöaragonischen Throne gestürzt sei, es ihm daher daran liegen müsse, rung der Granden gegen seine Krone zu entdecken, um jeden Rache D. Fernando als König von Kastilien zu wissen. Es find nämlich gedanken von ihm fern zu halten. neun Richter aufgestellt worden, welche die Rechte der verschiedenen Wenn ein Drama ohne alle geschlechtliche Beziehung eines großen, Kron- Prätendenten von Aragon beftimmen sollen. Unter diesen Rich.

wo nicht des größten Reizes entbehrt, so wird es noch schwerer, für tern befindet fich Ferrer, Urgel's Todfeind, und D. Fernando's An- dasselbe Interesse zu erweden, wenn der Held, wie hier, als makelloses bänger. Deshalb wil Urgel die Raftilianer brängen, D. Fernando zu Cugendmuster dargestellt wird. In der That hätten wir gewünscht, daß ihrem Könige zu machen, um von seiner Nebenbuhlerschaft in Aragon er in seiner eigenen Bruft größere Leidenschaften zu bekämpfen gee befreit zu sein. Zu dem Ende will Urgel vor Adem den Prinzen von habt hätte, die den Leser über seinen leßten Entschluß einigermaßen Afturien entführen. Aber sie verrechnen sich im Hüter desselben, im Zweifel erhalten hätten. Wenn ihm zum Beispiel die Hand einer D. Diego. Dieser war zwar früher der Ansicht des Connetable, Geliebten nur unter der Bedingung zugesagt worden wäre, daß er allein jeßt fädt es ihm nicht ein, eine Persönligkeit fahren zu lassen, die Krone von Raftilien erwerbe, so würde ohne Zweifel der Kampf die ihm selbst Wichtigkeit verleiht. Er weift jedes Ansinnen, selbft zwischen Liebe und Loyalität ein erhabenerer geworden sein. Nichtsmit Gewalt, zurüct. Jekt redet der Connetable der Königin ein, deftoweniger bietet das Drama, wie fich schon aus der Erzählung der er wolle ihr das Kind verschaffen, aber eben deshalb wolle es D. Diego Chatfachen ergiebt, zahlreiche, lebendige und spannende Situationen. nicht herausgeben. Er beschwört sie auf den Knieen, Kastilien zu ver. Einige Scenen sind sogar gar zu effektreich und ftreifen an das lassen und auf einen Thron zu verzichten, der doch nur unheilvoll Spektakelstüd. Größere Individualisirung der Charaktere wäre, wie sei; der Prinz werde nur unglüdlich werden. Endlich giebt sie nach bei so vielen spanischen Dramen, wo die Personen mehr als Typer und hat bereits das Søreiben aufgefeßt, worin fie D. Diego abfeßt. denn als Individuen erscheinen, auc hier zu wünschen gewesen. Der Da kommt die Nachricht, daß D. Fernando die Mauren geschlagen Charakter D. Fernando's erinnert in seiner großartigen Selbstverleuge und Antequera erstürmt habe. Es drängt somit die Zeit, denn kehrt nung an den des Capitain in , König und Scufter", obwohl die D. Fernando zurüd, so zerreißt er alle Gewebe des Coapetable. Motive verschiedene find.

S. Dieser fordert daber D. Diego auf, feinem früheren Versprechen gemäß, für D. Fernando zu wirken. Allein dieser gefteht nun felbft

Griechenland. zu, daß er jeßt bei dem Prinzen zu werden hoffe, was der Connetable bei dem Infanten fei, und deshalb lapse er Jenen nicht; da zeigt ihm

Die Politik Englands gegen Griechenland und ein Brief der Connetable seine von der Königin unterzeichnete Entlassung als

George Canning's. Erzieher. Jeßt willigt D. Diego ein. Es wird beschlossen, daß die Bekanntlid batte im Jahre 1827 die griechische Frage bas JuKönigin sofort ihre Abdankung unterzeichnen solle, dann wollten die tereffe der englischen und französischen Regierung in hohem Grade Granden D. Fernando zum Könige ausrufen und ihm diese Nachricht rege gemacht. Der englische Minister, George Canning, war felbft nad Antequera bringen.

deshalb nad Paris gereift, um mit dem Grafen Villèle, dem Premiers Allein D. Fernando ift bereits verkleidet da. Er steht unter den Minister Karl's X., hierüber zu verhandeln und über das Schidfal Kriegern, welche die Botschaft gebracht haben, und bat Ades mit an- Griechenlands fefte Bestimmungen zu treffen. Karl X., der nicht gehört. Da er nun nicht will, n, daß eine Zeit erschiene;

weniger als Canning ein warmer Freund und Wohlthäter der Griechen Wo, feinen Ehrgeiz mit

war, empfing den englischen Minister mit besonderem Wohlwollen, Grlognem Schein vergoldend,

und Leßterer erlangte in Folge mehrerer und ausführlicher BesprechunEin Usurpator auf

gen mit dem Grafen Billèle endlich die Zustimmung der französischen Mein Beispiel fich berufen könnte,"

Regierung. Mit Bezug hierauf schrieb Canning an einen Freund in so spricht er mit der Königin ernftlich über die Zukunft. Sie, in der England, der an der Sache felbft lebhaftes Interesse nahm, folgenden Meinung, er sei nur gekommen, um sie noch mehr zu drängen, schmäkt Brief, der zur Kenntniß der damaligen Politif Englands und Frantihn. Doch er enthüllt ihr nun seinen wahren Charakter in überzeugen-' reichs nicht unwichtig ist, gleichwohl aber weniger bekannt geworden

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fein Scheint, als er es mohl verdient.

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