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aber Diego war arm und auch fabellen's Familie in bedrängten Ver.

aber nur noch eine legte Umarmung erbittet er. Sie verweigert es. hältnissen. Da bot fich 3fabellen ein reicher Freier, Rodrigo de

Um ihr zu zeigen, was sie von Rodrigo zu erwarten habe, sagt er Azagra, gegen welden ihr Vater alte, gewichtige Verbindlichkeiten iør, daß er Rodrigo niedergeworfen, daß dieser aber gefdworen, Ficts hatte. Dieser, im Kampfe zwischen der Liebe zu seiner Tochter einers

zu rächen – an ihrer Mutter, an ihr, an ihrem Vater. Da geräth feite und Dankbarkeit fowie dem Wunsde, feine lage zu verbessern, Isabelle, die nun das Schrecklichste kommen sieht, in 'Verzweiflung andererseits

, fand endlich einen Ausweg, indem er Diego eine sechs- und ftößt Worte des Hafses gegen Diego auð. ,,Sie haßt mids!!ı. jährige Frist gewährte

. Kehrte derselbe binnen dieser Zeit als ein ruft er — ,Isabelle haßt mich! ich täuschte mich in ihr" – in iører reider Mann in seine Heimat zurück

, so sollte Isabelle die Seinige Liebe! Verlorenes Dasein! O hier fühl ich eine Angst - eine Bez werden, wo nicht, Rodrigo's.

klemmung – ach, ich bete sie an, und fie, sie haßt mich, tödtet mich!" Diego verließ Aragonien, mit den Farben seiner Dame geschmüdt, Und wie von einem Bliße getroffen, finft er nieder, er ist todt! Verund wandte sich nach Caftilien, wo er bald Ruhm und Beute gewann. gebens nimmt Isabelle das rasche Wort zurück. Er bleibt todt. Da Aber ebenso schnell verlor er sie wieder, schiffte nun nach Syrien, erfaßt fie Entsegen, und in ungeheurem Sæmerz stürzt fie zit ihm ward abermals reid, allein auf der Rüdehr nach Spanien fiel er nieder und stirbt, ihn umfassend, auf den Knieen! Korsaren in die Hände, und wir finden ihn nun als Sklave des Sul Man sieht aus diesen Umriffen, welche mächtige Gefühle aufges tans von Valencia, deffen Gemahlin eine heftige Liebe zu dem Chriften boten sind, um die furchtbarsten Konflikte herbeizuführen: Liebe, Ehre, faßt, ihn aber nicht zu einer Erwiederung bestimmen kann. Die Er- Mutterliebe ftoßen in erhabenem Kampfe gegen einander und nehmen klärungen Zulima’s athmen afrifanische Gluth, aber so heftig, wie unser höchstes Interesse im Anspruch. Die Charaktere sind meisters ihre liebe, ist nun auch ihr Haß, da sie sich verschmäht sieht. Schon haft gezeidinet, die Sprache ist vollendet, und wenngleich manches hat fie Diego's Tod beschlossen, da fehrt plößlich der Sultan zurück, Romanhafte uns weniger zusagt und der Schluß, wie Sarßenbusch den Diego vor einer gegen ihn geschmiedeten Berrätherei zu warnen felbft meinte, für fühlere Deutsche zu stark ist, obwohl er in Spanien, To glücklich war, und schenkt ihm die Freiheit. Indessen hat Diego's bei trefflicher Darstellung, den größten Beifall fand, so ist das Ganze Vater, auf Schmerz über den Verlust seines Sohnes, Isabellens Vater, doch des Hufes würdig, den es in Spanien genießt. (Schluß folgt.) Pedro, beleidigt. Eine Krankheit, die den Ersteren dem Tode nahe brachte, schob den Ehrenhandel auf. Jeßt, nach Martin's Genesung, soul

Mannigfaltiges. er vor sich gehen, aber Martin ist nun der Familie Isabellens zu Dichtungen von Alerander Petöfi.) Es wird uns Danke verpflichtet, denn ibre Mutter war es, die, als Arzt verkleidet, schwer, diese von Kertbeny übersegten und von Bodenstedt mit einem {bu geheilt. So unterbleibt der Zweifampf, und Pedro weiß nicht, Vorwort eingeführten Dichtungen anzuzeigen. Denn gern möchten wie er die edle That seiner Gattin rühmen soll. Aber gegen die wir die Pflicht der Gastfreundschaft üben gegen einen magyarischen leidende 3fabelle hat diese sich indessen mit äußerster Härte benommen. Dichter, von dem wir wissen, daß er mit jugendlicher Begeisterung Doch endlich vom Jammer und der Liebe Isabellens gerührt, gesteht in die Saiten der vaterländischen fyra gegriffen, daß er mit dem fle, daß sie jene Härte nur erheuchelt, nun aber den Bitten ihrer ge- Schwerte, wie Theodor Körner, für das Vaterland und seine poetiliebten Todter nicht mehr widerstehen könne. Sie werde Ades thun, fden Ideen gekämpft und dessen Spuren an einem blutigen Sølachtum sie von Azagra’s Werbung zu befreien. – Doch sie täuscht sich tage geheimnisvoll und unauffindbar verschwunden sind. Aber wenn über den Charakter Rodrigo's. Er ist zu tief von dem Hohen Werthe wir den vorliegenden, 592 Seiten starken Band durchblättern, fo fuchen Isabelleng durchdrungen, als daß Vorstellungen aller Art, selbst die wir vergebens nach einer Handhabe, um den Dichter dergestalt zu erVersicherung, daß 3sabelle ihn nicht liebe, nie lieben werde, von greifen und dem deutschen Publikum zu zeigen, daß es mit uns von feinem feften Vorfaße abbringen könnten. Und als Margarita ihm

Und als Margarita ihm der Würdigkeit Petöfi's und von seinem Anspruche, zu den Ersten auf mit heftigen Worten erklärt, daß er ihre Tochter nicht haben solle, dem Parnasse unserer magyarischen Nadybaren zu gehören, überzeugt erwiedert er falt, daß er fid Empfehlungebriefe für fie selbst ver werde. Herr Kertbeny hat unstreitig den besten Willen, die poetische (chafft habe. Ein kürzlich verstorbener Ritter hat nämlid ein Paket Literatur der Magyaren recht populär in Deutschland zu machen; er Briefe hinterlassen, die in seines Freundes, Rodrigo's, Hände fielen. läßt es auch an Fleiß und Bebarrlidfeit zu diesem Zwecke nicht Diese Briefe enthalten nichts Geringeres als ein früheres Liebesverhält- fehlen; aber es fehlt ihm ganz entschieden an jedem Berufe zu einer niß Margaritens zu diesem Ritter. Diese Briefe will Rodrigo, der solchen Miffion. Es geht ihm nicht blos alle Gewandtbeit in der Fein Mittel verschmäht, um 3sabellen zu gewinnen, dem beleidigten deutschen Versfunst und Stilistik ab, sondern es mangelt ihm auch Pedro einhändigen, wenn Margarita ihm nicht ihren Beistand zit- jener ästhetische Kunstgeschmack, welcher herausfühlt, daß manches fage. Die Arme fieht sich so genöthigt, an dem Inglück ihrer poetisde Wort gerade durch seine treue Uebertragung auf fremden Tochter zu arbeiten, wenn nicht ihre eigene Schande ans Tageslicht Boden unschön wird. Beweise für dieses Urtbeil lassen fid) aus jedem kommen soll. Und diese Tochter ist schon unglüdlich genug! Eben der Hunderte von Gedichten Petöfi's, die uns hier in deutscher erst hat sie durch die verkleidete Sultanin die Nachricht erhalten, ihr Sprache vorliegen, beibringen. Friedric Bodenstedt, der sich dem Diego habe fich in eine vornehme Maurin verliebt und sei dafür hin- Verlangen des Herausgebers, eine Vorrede zu seinem Buche zu sdreiben, gerichtet worden! Doch Isabelle kann es nicht glauben, und wenn nicht hat entziehen können, wirft, „trop der begründeten Einwendungen, aud), Rodrigo fol nie ihre Hand erhalten. Da sieht sich Margarita welche die Kritif gegen Einzelnheiten der vorliegenden Arbeit erheben endlich gezwungen, sich ihrer Tochter zu entdecken, und diese will fich mag“, die Frage auf

, ob: , bei der Alternative, Petöfi durch diesen für die Mutter opfern, fie will Nodrigo ihre Hand geben. Der furcht- Dolmetsch fennen zu lernen, oder seiner Bekanntschaft ganz zu entbare Tag ist da. Rodrigo erklärt sich mit ihr, er kennt ihre Gefühle, rathen“, der Leser nicht für das Erftere sei? Wir gestehen, daß wir er sdildert ihr nun aud die feinigen, seine Leidenschaft und seine dafür nicht sind, und zwar im Interesse Petöfi's selbst

. Denn ohne jahrelangen leiden. Er will nichts von ihr, als den Namen des Herrn Kertbeny's unberufene Mühwaltung würde sich früher oder Gatten, nur das stolze Gefühl, daß sie seinen Namen trage, dann will später ein des Ungarischen, wie des Deutschen, mächtiger und in der er sich wieder von ihr trennen, sie foll bei ihren Aeltern leben, er Verskunst beider Sprachen gewandter Ueberseßer des trefflichen Dicha fern von ihr. Sie reicht ihm endlich gebrochen die Hand, um sie zum ters Alerander Petöfi idjon gefunden haben, während jeßt durch die Altare zu führen.

Arbeit Kertbeny's ein so entstelltes Bild von den Zügen des magyariAber audy Diego eilt heran. Doch noch einmal ereilt ihn das schen Poeten in Deutschland verbreitet wird, daß nicht leicht eine ges Mißgeschick. Vor den Thoren Teruels fällt er einer Räuberbande in lungenere Darstellung Eingang finden dürfte. die Hände, aus denen er ebenso wunderbar durch Zulima befreit wird, die ihm zugleich hohnlachend die Nachricht bringt, daß er zu spät

Marc Aurel. Die philosophischen Meditationen dieses römi. komme, aber gleich darauf von einem Sendling des Sultans erdolớt shen Kaisers find gleichzeitig in Deutschland und in Frankreich zum wird. Wahnsinnig vor Schmerz und Zorn, wirft Diego den Vater, Gegenstand einer gedruckten Schrift gemacht worden. Dort bat Herr der ihm entgegen eilt, bei Seite und eilt nad Teruel. Zu spät! F. C. Schneider diese Meditationen aus dem Griechischen überfest Isabelle ist schon mit Rodrigo verbunden.

und mit Anmerkungen begleitet herausgegeben“), und bier hat Herr Doch 3fabelle ist geknickt, sie weiß Alles und erwartet nur vom E. de Suđau eine „Etude sur Marc-Aurèle, sa vie et sa doctrine”

e” ***) Tode Nube und Frieden. So findet fie Diego, der nach einem blu- erscheinen lassen. Beide kommen darin überein, daß diese ethischen, tigen Zweifampf mit Rodrigo zu ihr durchs Fenster springt. Sie zum Theil sehr refignirten Betrachtungen über den Zustand der Gea fährt vor ihm zurück, sie hält ihm vor, daß sie vermählt sei

. Aber setljøaft auch heutzutage noc anwendbar auf dieselbe seien. Diego's wüthende Leidenschaft gestattet nicht, sich vom Geschide verhöhnen zu lassen, ihre Ehe fümmert ihn nichts; mit bitteren Worten

**) Aus dem Ungarischen, in eigenen und fremden Uebersegungen, herauss wirft er ihr ihren Mangel an liebe vor. Und doch, er ist überzeugt

, gegeben von Karl Maria Kertbenn. Mit einem Vorwort von Friedr. Bodens fie liebe ihn noch!3fabelle fann ihm nicht widerstehen, fie bekennt

stedt. Leipzig, Brockhaus, 1858. ihre Gefühle, bittet ihn aber, zu geben. Endlich will er et thun,

** Breslau, Trewenot, 1857. ***) Paris, Durand, 1857.

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nicht. Der Halbmond weicht dann vor der friedlichen Gewalt des Jürkei.

Kreuzes; chriftliche Gesittung, chriftliches Leben, eine auf der Grunds

lage des Christenthums ruhende Freiheit wird ihre Segnungen über Die Türkei, vom christlich - religiösen Standpunkt betrachtet.

jenen Boden der Leiden und Knechtschaft verbreiten, arbeitsame VölkerEs fehlt wirklich nicht an Solchen, die, indem sie mit propheti- schaften werden die bisher öden landftriche bedecken und dürfen sich schem Sinne aus der Vergangenheit durch Vermittelung der Zeichen des gesicherten Genusfes ihres Erwerbes, des Fleißes ihrer Hände erder Gegenwart die Zukunft erfennen wollen, in der von der Politik freuen; mehr und mehr verschwinden die Refte der muhammedanischen Europa's beschlossenen und feierlich verfündigten Reform und Regene- Raçe, indem sie entweder dem selbstbereiteten Verderben verfallen ration der Türkei nichts anderes sehen, als – die Chriftianisirung oder, wie die Indianer in Amerika, die für fie tödtliche Berührung derselben. Es ist in der That von nicht geringem Interesse, die Säße, mit dem chriftlichen Elemente vermeidend, immer tiefer nach Asien von denen diese Propheten hierbei ausgeben und welche sie zu diesem zurückweiden; ein kleiner Reft wird bem Lichte des Christenthums Schlusse veranlaffen, kennen zu lernen, da die Sache selbst in ihrer nicht länger widerstehen und in der Mehrzahl der christlichen Bes endlichen Entscheidung von dem wichtigsten Einflusse auf Europa und völkerung fic völlig verlieren, Konstantin's Kirche wird in erneuter Afien, vielleicht auch auf die Zukunft Afrika's, jedenfalls auf die Zu- Herrlichkeit mit neuem frischen und erfrischenden Leben den Orient funft des Christenthums sein muß. Die Politik Europa's will die überstrahlen und ihn verjüngen; ein großes christliches Dstreich wird Türkei wiederbeleben, ihre Kräfte aus dem Abgrunde tiefsten Ver. Rich aus der Alche erheben. Gelingt dagegen das von der Politik falls, in welchem diese Kräfte dabinschwinden, erheben, will Tugend Europa's beabsichtigte Werk der Wiedergeburt der Türkei nicht, veran die Stelle des lasters, Rechtlichkeit an die Stelle unbegränzter größert sich sogar der Riß zwischen den christlichen Völferschaften und Corruption fegen, will Arbeit und Thätigkeit da erweden, wo jeßt der muhammedanisdhen Raçe, und erzeugt fich ftatt der beabsichtigten faule, übermüthige, freche, Körper und Geist tödtende Ueppigkeit Alles Annäherung eine heftigere Abneigung, ftatt des erträumten Friedens überwuchert, und will dann das neugeborene Volk in die Reihe der eine ungesättigte Rachgier, ftatt der inneren Kräftigung unheilbarer christlichen Staaten, wie in den Kreis einer christlichen Familie, ein- Berfall, ftatt bloßer Krankheit offenbare Fäulniß und sicherer Tod; führen, seinen Vertretern im Rathe der gebildeten Völker Siß und erweist sich also die von der Politik Europa's versuchte und unterStimme einräumen: also – sagt man — will sie das Christenthum, nommene Lösung der orientalischen Frage als gänzlich unausführbar sie will den Sieg des diristlichen Elements, die Verbreitung des und der Gedanke einer Wiedergeburt der Türkei als ganz baltlos, driftlichen Lichts, chriftlicher Lehre, christlichen Lebens, christlicher dann bleibt nur noch ein Weg übrig, um den im Vertrage vom Nüchternheit und Arbeitsamkeit, - fic will im Allgemeinen christliches 30. März 1856 ausgesprochenen, mit so vielem Blut besiegelten Willen Wesen anstatt moslemitischen Unwesens. Jede Frage von Civilisation Europa's zur Wahrheit zu machen, nämlicy die endliche, unabweisund Bildung ist an und für sich selbst und nothwendiger Weise eine bare Aufopferung des Halbmondes, die Anerkennung des Kreuzes, die Frage des Christenthums. Ohne dieses ist eine Neugestaltung, eine Errichtung Eines großen anatolischen Weltreichs oder mehrerer unWiedergeburt

, eine Ueberwindung der Corruption und eine Erhebung abhängiger christlicher Staaten. Ein entscheidender Sớritt muß dann aus dem Abgrunde fittlicher Verworfenheit nicht möglich, und es giebt geschehen; die endliche Lösung der orientalischen Frage muß erfolgen, auf der Erbe feine Kraft, welche dies Alles vollenden könnte, als und zur Verwirklichung großer und erhabener Ideen werden die Bers einzig und allein das Evangelium Christi. Die Lehre des falfden hältnisse zur rechten Zeit auch den rechten Mann hervorrufen. Der Propheten trägt den Keim und Grund des Verfalls in sich selbst und legte große Mann aus der Zeit des mächtig hereinbrechenden Türfenführt ihre Befenner in einer gegebenen Zeitfrist nothwendig dem thums, Skanderbeg, wird, wenn einst die regte Stunde der türkischen Untergange entgegen (man denke nur an die Herrschaft der Araber Macht in Europa vernehmlich genug geschlagen haben wird, auch in Spanien!); die göttliche Religion Christi dagegen, mit der ihr in- ficher seinen Nachfolger finden, der das, was einft Jener gewollt und wohnenden Kraft ewiger Verjüngung und Wiederbelebung, die alle was die Zeit in ihrem stillen Gange herangebildet hat, als äußere Verhältnisse der mensdlichen Gesellschaft in den Kreifen des Hauses, Meinung mit kräftiger Hand hinausführt in die Wirklichkeit. der Familie und des Staats durchdringt und belebt, - diese Religion So steht die Sache nacy menschlichen Ansichten; aber die Erträgt, gleich der Gottheit selbst, neues frisches Leben und Wesen in füllung der Geschicke des Oftens liegt im Schooße der Zukunft, in nie versiegenden Quellen und in unverwüftlich gesunden Keimen in der verschloffenen Hand der göttlichen Vorfehung. Nicht ohne besonsich selbst. Ade Lafter und Gebrechen der muhammedanischen Mensch deren Grund kann man, nach chriftlicher Anschauungsweise, die Meis beit wurzeln in ihrem religiösen Glauben; die der Christen dagegen nung festhalten, daß unsere Zeit, daß die nächste Zukunft dazu ausfolgen aus dem Abfalle von der Reinheit ihrer Lebre.

erseben sein könne, jene Erfüllung herbeizuführen. Die politischer Die Politik Europa's hat nun auch das Mittel zu der von ihr Zustände Europa's find in der Gegenwart fast aller Orten so traurig, beabsichtigten Wiedergeburt des türkisden Reichs, die von dem Christen- und auch in den fittlich-sozialen Berhältniffen der Zeit offenbart fic thume allein ausgeben kann, sie hat der Pforte das Reform-Gen unter den vorherrschenden Einflüssen des zerfressenden Materialismus seß vom 6. (18.) Februar 1856 abgedrungen, nachdem die tägliche Bee eine folche Fäulniß, daß man glanben möchte, nur eine große, eine rührung mit dem Türkenthume im wahren Siße feiner Macht über erhabene, alle Verhältnisse der christlichen Menschheit umfassende Idee die Hoffnungslosigkeit moslemitischer Zuftände und über deren wahre fönne die Völker Europa’s aus ihrer Trägheit und Versumpfung aufUrsachen irgend einen Zweifel nicht länger hatte übrig bleiben lassen. rütteln, und man kommt in Versuchung, folche Erfolge von dem Die Emancipation der Christen, die Gleid ftellung derselben mit den Christenthum, als einer urkräftigen und weltbewegenden Macht, zu Türfen ward in dem Hat grundfäßlich ausgesprochen; das Grundgese erwarten, wenn und insoweit diese Macht von irgend einer Seite ber des türkischen Reichs ift umgeftoßen, das Gebot des Korans wurde einen fräftigen Anstoß erhielte. Bewirkte einft die Vernichtung droaufgegeben, ein neuer Aufbau des morfdhen Hauses auf ganz neuer hende Barbarei der Muhammedaner durch die Kreuzzüge die erfte Grundlage wurde beschlossen und eingeleitet. Das Unternehmer ift Wiedergeburt Europa's nach dem Eintritte des Christenthums in die großartig, der Schritt ist fühn; aber wird die Politik Europa's ihr Weltgeschichte, so könnte es nun aud in der Miffion der Türken lieZiel erreichen

gen, die für unsere Zeit fo'nöthige geiftige und fittliche Wiedergeburt Gelingt das beabsichtigte Wert der Versamelzung der Kaçen Europa's herbeizuführen; waren einft in früheren Jahrhunderten die im türkischen Reiche und gelingt mit dieser Verschmelzung die Türfen die Zucht- und Lehrmeister der Chriften", fo find fie auch Wiedergeburt deffelben, so wird die Türkei dem Wesen nach ein nod fort und fort bie ,, Warner und Wecker" Europa's geblieben. chriftlicher Staat sein, und es ist dabei gleichgültig, ob das regierende Das noch ungelöfte Problem der orientalisdhen Frage, welches Etat Haus noch eine Zeit lang bem Muhammedanismus treu bleibt oder ropa bereits so unendlich viel Verlegenheitent, Shimpf und Schander

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Opfer aller Art, namentlich aber Ströme Blutes im neunzehnten diesen ungezogenen Kindern, den Hohen und den Niedrigen, den Spiegel Jahrhundert gefoftet hat, ist die verdiente Sühne für die Schuld und vorhalten, wie dies dort Johannes V. Müller in ergreifender Weise das Verbrechen der christlichen Völker, die sich in gegenseitigen Käm am Solusfe seiner ,,Vierundzwanzig Bücher allgemeiner Geschichten" pfen zerriffen, als das Christenthum in früheren Jahrhunderten vor in der Frage und in den Worten thut, welche er an die Fürsten und dem Andrange der Türken zurüdwich, und da es am 29. Mai 1453 Räthe der Könige, an die Triumphatoren, Konsuln und Diktatoren sein lettes Bollwerk an fie verlor.

der Vorzeit richtet, indem er spricht: „Wer waret ihr? Die ersten Die Thränen, welche der Papst Nikolaus V. bei der Nachricht der Menschen? Selten. Die besten der Menschen? Wenige. Die von dem Falle Konftantinopels vergossen haben soll, baben die Schuld Stürmer, die Treiber der Menschen, die Urheber ihrer Werke? und das Verbrechen der Gleichgültigkeit der Christen nicht gesühnt. Werkzeuge, Räder waret ihr, durch deren in einander greifendes MaEbenso wenig hat dies der Schlachttag von Lepanto, der 7. Oktober 1571, shinenwerk der Unsichtbare den mystischen Wagen der Weltregierung, und noch weniger die Schlacht bei Navarin, am 20. Oktober 1827, ge unter unaufhörlichem Geprassel, Geschrei und Sdnattern, über den tban, wo die vereinigten Flotten Englands, Frankreichs und Rußlands Dcean der Zeiten fortgeleitet hat. Bei jeder Schwingung, bei jeder die türkisch - ägyptische Flotte vernichteten. Erklärte man doch dieses

Erklärte man doch dieses Hebung, bei jeder Umkehr eines Rades schallt von dem Geiste, der legtere Ereigniß bald nachher als ein untoward event, und hat man auf den großen Wassern lebt, das Gebot der Weisheit: Mäßigung doch dasselbe bis in die neueste Zeit von den Betheiligten und Un und Ordnung! Wer es überhört, der ist gerichtet. Menschen von betheiligten, von Seiten der dhristlichen Mächte vielfach und offen bereut, Erde und Staub, Fürsten von Erde und Staub, wie schredlich dieses und hat es doch nicht minder die politische Presse aufrichtig beklagt! geschehe, das zeigt die Geschichte.''

Th. R.
In innerer Beziehung bleibt es deffenungeachtet ein merkwürdiges
Ereigniß, wenn es auch nur eine politische Thatsache ist, daß Kathos

Spanien. lifen, Protestanten und Griechen in Einer Linie gegen Muhammed's

Das moderne Drama der Spanier. Fahne ftanden. Die Jahre 1853-1856 erlebten freilidh cin anderes Verhältniß, und wir selbst haben es sogar damals erleben

III. Don J. E. Hargenbusch. müssen, daß, öffentlichen Nachrichten zufolge, in Paris eine Me

(Schluß.) daille mit der Aufschrift geschlagen ward: Dieu protège le catholi „Doña Mencía". Ein haarsträubendes Drama, in welchem die cisme, le protestantisme, l'islamisme! Mit Redt fagt in dieser Hin- wildesten leidenschaften gegen einander plaßen! Energie der Charakficht der Verfasser der ,, Erinnerungen und Eindrüde aus Griechen- tere und Madht des Ausdruckes erheben es jedoch über die gewöhnland" (Basel, 1857), Professor Wilhelm Vischer in Basel, welcher lichen Schauergeschichten. Schade, daß für die interessanteste Zeit im Frühjahre 1853 in Griechenland war und im April desselben der sozialen Geschichte Spaniens, für jenen Kampf der Mittelklassen Jahres in den Gewässern von Salamis, in denen einst die alten gegen die Inquisition, kein reinerer Held gewählt wurde. Aber der Griechen die Civilisation und die Freiheit Europa's, wie zehn Jahre Keßer ist zugleich Ehebrecher, liebt gar die eigene Tochter (allerdings früber bei Marathon zu Lande, vor dem Andrange barbarischer Horden unbewußt), und statt den reinen Kampf des freien Geistes gegen das Afiens gerettet hatten, die französische Flotte fah: ,, Und diese Flotte Pfaffenthum darzustellen, behandelt Harßenbusch die religiöse Frage war nicht gekommen, den orientalischen Barbaren, in dessen Joch nod nur als Arabeske. Durfte er in Spanien nicht mehr wagen: als sie die meiften Länder des jüdöftlichen Europa jdmachten, der noch fast durch eine solche Hinterpforte einzuführen? Wohl möglich! - Aderbis an die Thermopyleu Gebieter beißt, in das Land, in das er ge- dings ist eigentlich Doña Mencia die Heldin. Dieses strenge, scheinbört, nach Asien zurückzuweisen, sondern auch hier ist die Lage der bar eiskalte Weib, welches die Liebe zu baffen vorgiebt, kennt anfangs Dinge so verändert, daß das Umgekehrte der Fall war. Sie war da, nur Eine Leidenschaft: die Religion, der sie sich als Nonne ganz zu um ihn in seinem Befiße zu fchüßen gegen feinen mächtigeren, halb weiben gedenkt. Ihre Stiefschwester Inés ist gerade das Gegentheil: europäischen, nördlichen Nachbar, deffen Herrschaft in jenen schönen beiter und zärtlich, hat fie Neigung zu einem Manne gefaßt, den sie Ländern allerdings das westliche Europa ganz anders bedrohen würde, bei einem Auto de fé“) gesehen. Hinter dieses Verhältniß ist Mencia als die hinsiechenden Türken. Die Erhaltung einer Macht, die ihrem gekommen, und da sie Inés, die gleichfalls Nonne werden soll, ebenso Grundwesen nach nothwendig mit unserer ganzen Civilisation im standhaft in ihrem Widerwillen hiergegen als in ihrer Liebe findet, Widerspruch steht und die sich auflösen muß, sobald sie es nicht mehr nimmt sie zu einer Lüge ihre Zuflucht und bezeichnet Inés' Geliebten ist, wird jeßt als eine Hauptaufgabe der Völker bezeichnet, die sich als einen Keger, der dem Tode verfallen sei und ihm auch verfallen rühmen, an der Spige der Civilisation zu stehen!" ,,Doch schon“, folle, wenn sie ihn nicht aufgebe. Hierdurch eingeschüchtert, willigt feßt er sogleich hinzu, hat sich das wahre, natürliche Verhältniß Inés ein, Gonzalo einen Absagebrief zu sdreiben, den Mencia diesem soweit hergestellt, daß die eifrigen Helfer zu höchst lästigen Beschüßern selbst übermittelt. Allein Gonzalo's beftige Leidenschaftlichkeit bei und unbequemen Freunden geworden sind und den Boden des wankenden Empfang dieses Briefes macht einen ebenso tiefen Eindruck auf Osmanenreichs vollends untergraben haben. Das eben ist „der Mencia als das Auftreten dieses stolzen Weibes auf ihn. Allmählich Wiß der Weltgeschichte", - äußerte 1827 einmal der flug und ver. ändern sich die Verhältnisse, und bald sehen wir die Beiden in der ftändig, zugleich aber auch mit christlichem Sinne über die Zeitereig- größten Vertraulichkeit, welche indessen dadurd, gestört wird, daß nisse urtheilende Friedrich Perthes (f. deffen Leben, Bd. 3, S. 855 Gonzalo fliehen muß, weil er im Besiße einer Bibel und eines Porund S. 333), ,, und an dem Wiße ist der Geist, der einst über traits von Luther befunden wurde. Mencia redet ihm zwar zu, sich dem Wasser von Navarin (dwebte, zu erfennen“, und dieser Geist der Inquisition zu beugen, er aber verwirft diese Zumuthung und bea hat auch neuerdings wieder vernehmlich genug seit dem Jahre 1853 zeichnet jenes Gericht als einen Schmach für Spanien. Obwohl über zu den Völkern geredet

. Schon früher, im Jahre 1828, schrieb der diese Lästerrede entseßt, will Mencia dennoch alles opfern, um sein genannte Perthes (a. a. D. S. 284 ff.): ,,Eine Amalgamirung Euro Leben zu retten. Aber Gonzalo bricht von neuem in beftigen Auspa’s und Asiend an ihrer füdlichen Gränzscheide, auf welcher schon drüden gegen die Inquisition log, so daß ihm Mencia endlich vor: einmal die höchste Entwicelung geistiger Menschheit sich darstellte, wirft: er wolle nur deshalb fliehen, weil in Flandern eine Geliebte (dheint mir im Gange der Geschichte zu liegen; natürliche Gränzen seiner warte. Gonzalo erwiedert ihr: allerdings habe er einft eine bilden dort keine Scheidung, und Europa bedarf eines Rückhaltes, um

Geliebte gehabt, doch diese sei in Mejico, wo er sie als Don Guillen im Gleichgewichte zu dem mächtigen, aber austrođnenden Leben zu gekannt, gestorben. Dieses Bekenntniß verseßt Mencia in die äußerste bleiben, das in Amerika bervortritt. Neu richten müssen sich die Bestürzung, denn sie ist im Besige eines Briefes, worin Ines als

In dieser Unterredung Mensden; die drei legten Jahrhunderte gaben das Vorspiel dazu; Tochter dieses Guillen bezeichnet wird. vielleidyt ist unserer Zeit die Haupthandlung beschieden." Und wenn unterbrochen, versteckt fic Gonzalo, aber Inés, die einen Theil derauch seitdem auf der politischen Bühne Europa's, namentlich in den selben belauscht und Gonzalo's Treulosigkeit, Mencia’s Verrath gegen Beziehungen dieses Welttheils zum Süd-Often und in seinen Ver- sie daraus erkannt hat, endeckt dem suchenden Gutierre, unter dem hältniffen zu den Wechselfällen der labyrinthisch und chamäleon. Versprechen, daß Gonzalo nichts Leides geschehen solle, des lepteren tijd, zugleich aber gewaltig drohend durch die Weltereignisse sich bin. Aufenthalt. Während Mencia erscheint, um Inés zur Einkleidung

als Nonne abzuführen, löst sich der Knoten; Gonzalo wird von der ziehenden orientalischen Frage, gar Manches gejdeben ist, wonach das christliche Herz und der christliche Verstand an sich selbst mußten irre Inquisition verhaftet; Inés, seine eigene Tochter, bat ihn verrathen! werden und hätten verzweifeln mögen: auch hier kann dasjenige Troft Ueber den Zusammenhang belehrt, sinkt diese in Ohnmacht und wird gewähren, jedenfalls aber muß es zur Ruhe und zur Geduld mahnen, fo von der rasenden Mencia nach dem Kloster geschleppt

. was Friedrich Perthes im Dezember 1832 an Karl von Raumer in

Man könnte glauben, es sei nun der Spannungen, Aufregungen Erlangen førieb (a. a. D. S. 406 ff.): ,, Gott regiert die Welt, und und Entseßlichkeiten, die wir hier nur leicht andeuten konnten, genug, die Menschen können sie weder zu einem Stoďhaus, noch zu einem aber wir werden noch einmal – ein Jahr später – in das Kloster Narrenhaus machen; auch sind die Menschen so schlimm gar nicht, geführt. Mencia, die das Gericht durch Procuration an den noch sondern nur recht abscheulich ungezogene Kinder, die der liebe Gott immer gefangenen Gonzalo vermählt hat, erträgt die Qual vergeba zu Zeiten in die dunkle Ede steden muß, um daß sie ausbrüllen." Dagegen aber wollen und sollen wir fort und fort uns selbst und *) Auto da fé, wie man gewöhnlich sagt, ist portugiesisdi..

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lichen Sehnens nicht länger. Auch sie hat jeßt die Inquisition kennen daraus, fie habe ihn getödtet. Heriberta erklärt ihr, daß ihr der gelernt und flucht ihr. – Ehe Inés den Sdleier nimmt, hat fie König damals nur wichtige Familienpapiere anvertraut, worunter auch eine leste Unterredung mit Mencia. Hier treten beide Schwestern Recesvinto's alte Liebesbriefe. Godsvinda verlangt diese Briefe ibres einander näher als jemals, das Unglück stimmt Beide freundlich gegen Gatten, um so jede Spur jener alten Liebe zu tilgen; Heriberta einander, fie bitten sich gegenseitig um Verzeihung und umarmen sich willigt unter der Bedingung, daß ihr Volt dadurch gerettet werde, zum ersten Male. Inés geht zur Ceremonie ab. – Kaum ist sie ein, die Briefe auszuliefern und selbst in ein Kloster zu gehen. Allein fort, so erscheint der entflohene Gonzalo und will Mencia und die die Sdachtel mit den Briefen hat auch jenes vergiftete Schreiben entCochter mit sich nehmen. Aber ein kurzes Gespräch über Inés' Mutter halten, durch welches Godsvinda alsbald stirbt. Heriberta, jeßt als enthüllt plöglich, daß nicht jene, sondern Mencia selbst die Tochter Doppelmörderin angeklagt, soll mit dem Tode büßen. Da tritt der Gonzalo's ift, die Frucht einer ebebrecherischen Liebe! In diesem Arzt Fulgencio ins Mittel und giebt aus Mitleid für Heriberta fich Augenblice erscheint die neue Nonne Inés, die legitime Tochter selbst als Königsmörder an. Im Laufe des hieraus entstehenden Leonorens. Unterrichtet von der entsegliden Neuigkeit, flucht fie Wettkampfes des Edelmuthed ergiebt sich, daß Heriberta Fulgencio's Mencia, die sie um ihr Lebensglück gebracht; Mencia, von so viel Tochter ist. Nichtsdestoweniger soll sie zum Tode geführt werden; Jammer überwältigt, ersticht fich, und Gonzalo fällt von neuem, und da endlid erflären die Aerzte Toledo's, Bertinaldo habe sie gezwungen, dies Mal für's Leben, in die Hände der Inquisition.

zu bezeugen, daß der alte König an Gift gestorben, um einen Grund Vielleicht wäre es besser gewesen, Harßenbusch hätte diesen Stoff zur Rache an den Spaniern zu bekommen. So wird Heriberta ges in zwei Theile zerlegt, oder überhaupt nur den ersten Theil, der hier rettet. Zu gleicher Zeit aber haben die Spanier Recesvinto aus der nur als furchtbare Vergangenheit eingreift, behandelt. Wenn der Gefangenschaft seiner verrätherischen gothischen Vajallen befreit. An dann unnöthige Ehebruch beiseite gelaffen wurde, so konnte die Liebe der Spige der getreuen Spanier febrt der junge König zurück und Gonzalo's zu Leonore, ihre Bekehrung zum Keßerthum durch ihn und proklamirt in der Abschaffung des Raçengefeßes die Verschmelzung die Liebe, und ihr Feuertod als Regerin während seiner Abwesenheit, germanischen und romanischen Blutes und hierdurch die Wiedergeburt ein edleres großartigeres Gemälde geben. So wie es jeßt steht, Spaniens. kann man wohl die Darstellung dieser dämonischen Leidenschaften, die Ohne Zweifel mußte dieser Stoff für einen Dichter, der selbst wilde Größe der Charaktere bewundern, aber sich zugleich eines peine deutsches und spanisches Blut in den Adern hat, doppelt interessant lichen Eindrudes nicht erwehren.

erscheinen. Wir dürfen ihm aber um fomehr für diese Arbeit Dant „Das Raçengeleg“. Dieses durchweg in Versen geschriebene Stück wissen, als eben jene Periode der Geschichte Spaniens dem größeren entfernt fich schon durch diese Form von den romantischen Dramen Publikum noch so wenig durch poetische Werke näher gebracht ist. Es Hartzenbush's, in welden Prosa mit Versen abwechselt. Es ist aber ist somit eine neue Welt, in die wir eingeführt werden, und in der auch inhaltlich davon unterschieden, indem es einen bistorisden Stoff, wir doch verwandten Namen, Sitten und Charaktere begegnen. - Mas eine nationale Frage behandelt. Indessen enthält es des Romanti- riana’s Geschichte und Morales' Chronik von Spanien, sowie das fchen noch immer genug. – Die Geschichte spielt um die Zeit, wo „Fuero juzgo", bilden die historische Grundlage dieses Dramas. das Gothenthum in Spanien aümählid sank und das Romanentbum

A. S. wieder auflebte. Die Verschmelzung der verschiedenen germanisden und der romanischen Stämme war bis dahin durch das Raçengeseks

Japan. unmöglich gemacht. Dieses von den fiegreichen Gothen eingeführte Gefeß verbot nämlich die Heirat zwischen Gothen und Spaniern. In

Japan und die Japanesen. *) dem vorliegenden Stüđe wird dasselbe nun durch die Allgewalt der Liebe und die Verdienste der eigentlichen Spanier um den Thron

2. Ein japanesischer Bazar. der Gothen gestürzt. Um die erstere gehörig wirken zu lassen, was Die industrielle Entwickelung der Japanesen und die Eigenschaften, bei dem getrennten Familienleben der beiden Völker nicht so leicht die sie im geschäftlichen Verkehr an den Tag legen, treten deutlich aus war, wurde ein besonderer Kunstgriff nöthig. Dieser besteht darin, der Skizze hervor, die Habersham von der Art und Weise des gegen. daß die Heldin Heriberta, welche der Erbprinz Recesvinto liebt, nicht wärtigen Handels entwirft. Der Handelsverkehr in den für europäidie Tochter der Fürstin Beringalda, sondern ein von dieser unter- sche Schiffe geöffneten Häfen Japans erhält dadurch sein eigenthümschobenes spanisches Kind ist, welches die Stelle des schnell gestorbenen liches Gepräge, daß er durch das Gouvernement vermittelt wird. Im Kindes der Fürstin ausfüllen mußte. Auf ihrem Todtenbette hat die achten Artifel des Vertrages von Kanagawa ist festgelegt, daß den Fürstin dies gestanden. — Allein da Recesvinto überhaupt schon ein

Allein da Recesvinto überhaupt schon ein- amerifanischen Schiffen Holz, Wasser, Lebensmittel, Kohlen und sonmal das Raçengeseß aufheben wollte, so fürchten die Prinzen Bertinaldo stige Waaren, die sie wünschten, ,, durch die Vermittelung der zu dies und Egilan, daß ihn jeßt die Macht der Liebe um so mehr dazu be- fem Zweck eingeseßten japanesischen Beamten und in keiner anderen stimmen werde, und beschließen deshalb, Heriberta, noch ehe Necesvinto Weife" versdjafft werden sollten. Die Japanesen bestanden bei den anlange, aus dem Wege zu räumen. Ein spanischer Arzt, Fulgencio, Verhandlungen hartnädig auf dieser Klausel, angeblich, weil Japan foll dies durch ein vergiftetes Schreiben bewerkstelligen. Fulgencio, Ein- und Ausgangszölle nicht kenne und das Volt in Handel und obwohl ein Ehrenmann, ist in den Händen der Prinzen, weil er dem Wandel auch ganz ungeübt wäre, so daß eine Ueberwachung durch die Gefeße zuwider der verstorbenen Fürstin zur Ader gelassen und das Regierung unumgänglich sei. Demgemäß war denn auch in dem durd fein Leben verwirkt hat. Ueberdies wird ihm gesagt, das Gift später abgeschlossenen Regulativ für den Hafen Simoda (Artikel 9) sei für einen Emiffär des Rebellen Froya bestimmt. Eine geheime Folgendes festgestellt worden: ,,Sobald in den Kaufläden Waaren gea Ahnung veranlaßt jedoch Fulgencio, Heriberta von dem vergifteten kauft werden, sollen fie, mit dem Namen des Käufers und dem abgea Briefe zu unterrichten. Als daher Prinz Egilan sie zwingt, in seiner machten Preise bezeichnet, in das Goyoshi oder amtliche Bureau geGegenwart den Brief zu lesen, fingirt sie, ihn wirklich vor das Ges fchickt werden, wo den japanesischen Beamten das Geld bezahlt und ficht gebracht zu haben, und stellt sich plößlich wahnsinnig, denn bei ge- die Waaren von ihnen den Käufern übergeben werden.“ Der wahre ringer Annäherung, das hat ihr Fulgencio gesagt, fou das Gift diese Grund dieses weitläuftigen Verfahrens ist eine Finanz-Speculation Wirkung haben. Wie nun Recesvinto erscheint, spricht sie auch zu von Seiten des Gouvernements. Dieses bestand nämlich darauf, die ihm im Wahn, läßt ihn jedoch zwischendurch Manches errathen. amerikanischen Münzen nur zu ihrem in Japan üblichen Metallwerth Indessen entdedt fich Heriberta dem alten kranken Könige, welcher anzunehmen. Ein Tael (Gewicht) Silber gilt aber in Japan ihr räth, fich noch eine Zeit lang zu verstellen, um nicht Recesvinto 2250 Cash Courant; ein Dollar, der 0,712 Tael wiegt, würde also zur Abschaffung des Raçengeseßes zu veranlassen und so einen Bürger nur 1600 Cash oder soviel wie ein japanesisder Spabu werth sein. krieg berbeizuführen. Allein dieser hat das Geheimniß von Heriberta's Nun ist aber das japanesische Geld so schlecht, daß aus einem Tael Geburt bereits durch Egilan erfahren und besteht nun um fo mehr Silber nicht 2250 Cash, sondern 6400 Cash, faft dreimal soviel, geauf Abschaffung des Gefeßes. Jeßt wird Heriberta auf Veranlassung prägt werden; ein amerikanischer Dollar, den die japanesischen Bee der Prinzen benachrichtigt, daß Recesvinto’s Krone und Leben in Ge hörden als im Werthe mit einem Babu gleichstehend in Empfang fahr sei, weil es allgemein heiße, er wolle eine Spanierin heiraten. nehmen, fommt also aus der japanesischen Münze in Geftalt von Diese Lift wirkt, indem sich Heriberta nun entschließt, selbst das Opfer 3 3Babus wieder zum Vorschein, von denen nur einer dem Verkäufer zu werden. Sie redet im Tone des Wahns Recesvinto zu, fie auf- der Waaren zurückgestellt wird, während die beiden anderen in die zugeben, sagt ihm, daß fie Spanierin, und da Alles vergeblich, eilt Staatstafse wandern. Habersyam meint, daß Commodore Perry hier sie zu dem alten Könige und bringt den legten Willen desselben, wos gröblich hinters Licht geführt sei. Hätte er Perry’s Depeschen gelesen, nach Recesvinto Godsvinda, die Schwester Bertinaldo's, beiraten folle, so würde er gefunden haben, daß das Werthverbältniß der japanesischen deren Hand Heriberta felbft in die Recesvinto's legt. - Da ftirbt

Da stirbt und amerikanischen Münzen Gegenstand ernster Verhandlungen ges während eines Kriegszugs Recesvinto's der alte König, und man wesen ist, und daß Perry bei der unbeugsamen Festigkeit, mit welcher raunt fich zu, ein Spanier habe ihn vergiftet. Schon ist beschlossen, die Japanesen auf ihren Vorschlägen beharrten, auf ein provisorisches eine Anzahl Spanier dafür hinzurichten, da erfährt Godsvinda, daß um jene Zeit Heriberta bei dem alten Könige gewesen und schließt *) Vgl. Nr. 4 deo ,, Magazin",

Arrangement eingehen mußte, wenn überhaupt die Einleitung eines zum Atlantischen Ocean gefunden und bereits mehrfach von anderen Handelsverkehrs möglid werden sollte.

Gelehrten (De Sauley, Movers, Jubas) behandelt worden find. Um nun den Waarenverkauf jenen Vertragsbestimmungen gemäß Da indeß im Einzelnen wie im Ganzen nod Manches zu thun übrig ins Werf zu segen, war auch bei Robgers' Anwesenheit ein Bazar geblieben, so hat sie der Verfasser einer nochmaligen fritischen Durcherrichtet worden, ein vierediger, einstöckiger, 15 Fuß hoher Bretterbau, Ficht und Bearbeitung unterzogen. Sie sind ziemlich eingehend und der einen geräumigen inneren Hof einschloß und nur einen einzigen zahlreich. Anerkennung verdient es, daß Herr Levy in vielen Fällen Eingang besaß. Unter dem nach dem Hofe zu geneigten Dache dieses fein Urtheil zurüdhält und da, wo die Sache dunkel und zweifelhaft Bauwerks befanden sich die Läden und die für die Beamten bestimm- ift, eine Uebersegung zu geben unterläßt. Dadurch wird Anderer ten Räumlichkeiten; jene nahmen zwei von den vier inneren Seiten das unangenehme Geschäft einer Widerlegung erspart. Was man, ein und waren durch Bretterwände von einander geschieden, so daß mit einiger Phantasie begabt, Alles aus den Buchstaben, die zweifeljeder Kaufmann über eine besondere Abtheilung verfügte; die Waaren haft an Geltung und ohne Trennung der Worte geschrieben find, selbft lagen in Riften vor den Läden verpadt, während Probe-Erem- herauslesen könne, davon giebt das Werfchen ergößliche Proben aus plare auf Repositorien innerhalb derselben zur Schau gestellt waren. Ueberseßungen sonst achtungswerther Gelehrter. Auch Herr Professor Von den beiden anderen Seiten des Hofraumes war die eine unbe- Ewald in Göttingen muß es sich gefallen lafsen, etwas bloßgestellt nußt, die leßte aber in ein größeres und zwei kleinere Zimmer abges zu werden, doch pasfirt das dem berühmten Orientalisten nicht zum theilt; das größere war mit weichen Matten ausgelegt und wurde den erstenmal. Fremden zur Disposition gestellt; in den beiden anderen hielten sich die japanesischen Beamten auf.

Die Mortalität unter den englischen Generalen in „Als wir", sagt Habersham, ,,langsam von einem Laden zum Indien. Eine auffallende Erscheinung in dem jeßigen indischen anderen gingen, fiel uns eine große Uebereinstimmung in ihrer äuße- Kriege ist die außerordentliche und wahrhaft beunruhigende Sterblichren Erscheinung auf. Nur ein einziger unterschied sich wesentlich von feit unter den höheren Anführern. Ein General nach dem anderen den anderen, und bier bestand der Unterschied darin, daß er mit Pore wird mitten in seiner Thätigkeit hingerafft, und zwar weniger durch zellan ftatt mit ladirten Waaren angefüllt war. Aber das war Por- das Schwert als durch Krankheiten; bekanntlich ist neuerdings die zellan! bei weitem besser als das feinste französische und unendlich traurige liste durch den Tod des gefeierten Haveloc vermehrt viel billiger, ungeachtet des niedrigen Courses unserer Münzen! Die worden. In früheren Kriegen war dies feinesweges der Fall; die anderen Läden fahen mehr wie ein Kuriositäten-Kram aus: von allen ersten Eroberer Indiens und ihre Nachfolger, Clive, Coote, late, japanesischen Sachen fand sich hier Etwas auf den Repositorien, Harris, Wellesley, Malcolm, Combermere, Campbell, Keane, Napier, aber meistens Dinge, von deren Besiß man absolut feinen Nußen fehrten wohlbehalten aus dem Drient nadi England zurüd, wo sier ziehen konnte. Gleich dem Porzellan waren auch die ladirten Sachen auf ihren Lorbeern ruhend, meist ein hohes Alter erreichten. Sollte von der schönsten Qualität und den chinesischen so weit überlegen, sich das Klima Indiens seit jener Zeit fo febr versdlimmert haben? wie das erwähnte Porzellan dem gewöhnlichsten irbenen Geschirr. Oder hätten die heutigen Feldherren größere Drangsale und schwerere Namentlich erinnere ich mich eines Stückes, welches durch den Glanz Sorgen zu erbulden als ihre Vorgänger? Wenn man sich erinnert, , feiner Farben die Bewunderung aller derer, die vorübergingen, er daß auch in dem Krim-Feldzuge unverhältnismäßig viele höhere Beregte. Es war die glüdlichste und treueste Nachahmung eines ges fehlshaber, der Soldaten gar nicht zu gedenken,) den Seuchen und wöhnlichen Rothfisches, wie sie im mejifanisden Golf gefangen werden, Beschwerden erlagen, so möchte man fast schließen, daß der Krieg eine etwa 18" lang, und wenn man ihn bei den Floßfedern aufbeben Anomalie sei, die sich mit unseren civilisirten Zuständen nicht verwollte, um ihn genauer zu betrachten, To bob man etwa zwei Drittel trägt und daher auch größere Dpfer fordert, als in früheren Zeiten. der oberen Seite ab und entdeckte, daß er eine Schüssel bildete, in die man einen großen gefochten oder gebadenen Fisch hineinlegen

zur Lösung der indisden Berwidelung. Unter den konnte. Man sagte uns, das Geräth sei auch zu dem Zwede ange- zahllosen Schriften, welche die indische Krisis in England hervorfertigt, bei japanesischen Festen ein folches Gericht aufzunehmen, und gerufen bat, finden wir eine, die sich wenigstens durch Originalität der Lad sei fo fein, daß er durch heißes Wasser night litte. Dieses empfiehlt, **) indem wir ähnliche Ansichten bisher nur bei unserem versicherten sie von einem großen Theil ihrer besten ladirten Waaren, Londoner Korrespondenten angetroffen haben. Der Verfasser verlangt und von der Richtigkeit ihrer Angabe haben wir uns in der Folge nämlich von seinen Landsleuten, der ganzen Verwickelung dadurch ein selbst an unserem eigenen Tische überzeugt. Nach Allem, was wir Ende zu machen, daß fie sich einfach aus Indien entfernen. „Schon damals und später kennen zu lernen Gelegenheit hatten, fonnten wir lange überzeugt", sagt er, , daß unsere Herrschaft im Often feiner uns insgesammt der Ueberzeugung nicht verschließen, daß die Japa- moralisden Rechtfertigung fähig sei, habe ich geduldig den Tag er. nesen hinsichtlich der Qualität ihres Porzellans, ibrer ladirten Waaren wartet, wo entweder die Energie der eingebornen Bevölkerung es und ihrer Schwerdter allen anderen Nationen unendlich überlegen uns unmöglich machen würde, fie festzuhalten, oder, was ich vorgezosind. Unter einer Menge anderer Artikel, die sämmtlich einer kurzen gen bätte, wo das Erwachen eines reineren fittlichen Gefühls die Erwähnung werth wären, faben wir Schirme und Regenmäntel, die englische Nation dazu führen würde, jene Herrschaft gutwillig aufzubeide ganz aus der Bambuspflanze und einem vegetabilisden Del, geben und sich aus freien Stücken aus Indien zurüdzuziehen, nachdem dessen Name mir entfallen ist, verfertigt waren. Aus dieser nüt fie Alles, was in ihren Kräften stand, gethan, um dem so lange von lichen Pflanze fabriziren sie ein Papier, welches so start und bauer ihr beberrschten Lande Ordnung, cine gute Regierung und innere baft wie der beste Calico und, wenn geölt, vollkommen wasserdicht Rube zu fidhern.“ Die Bedingungen der Uebergabe follen, wie der ift. Eingebüllt in einen dieser mit einer Kappe versehenen Mäntel, Verfasser räth, durch eine aus fieben Delegirten bestehende Kommission oder unter einem dieser Schirme, kann man sich eine Stunde lang festgesegt werden. Die ersten fünf Mitglieder ernennen England, heftigem Regen ausseßen und doch so trođen bleiben wie zuvor. I Frankreich, Portugal, Dänemark und Sardinien; die Wahl des Tech babe einen der ersteren mehrere Monate hindurch bei meinem Schiffs- ften überläßt er dem türkischen Sultan, als dem Repräsentanten der dienst ununterbrochen getragen und fand ihn durchaus praktisd), und Muhammebaner, obwohl die indischen Moslems zum größten Theil ärndtete nad jener Zeit auch warmen Dank von einem Freunde in der sciitischen Sefte angehören, die den Sultan ebenso wenig als ihr San Francisco, dem ich ihn schenkte: er war noch immer waffer- Oberhaupt anerkennt, wie die griechisch-orthodore Kirche den Papft; dicht."

(Schluß folgt.) den siebenten Plaß in dieser febr gemischten Kommission würde ,, ein

ehrwürdiger Brahmane" einnehmen. Wir glauben faum, baß diese Mannigfaltiges.

wohlgemeinten Borschläge in England auf großen Anklang rechnen Phönizische Studien, von Dr. M. H. Levy. °) Wir ha- dürfen. ben in diesen Blättern bereits das erste Heft dieses Werkes angezeigt und es als eine erfreuliche Erscheinung bezeichnet; die Fortseßung hat

*) Es ist genugsam befannt, daß die Engländer, wie die Russen, im leßs nicht lange auf sich warten laffen, da die erste Veröffentlichung eine

ten Kriege weit mehr Leute in den Hospitalern verloren, als auf dem Schlachts freundliche Aufnahme gefunden. Ju dem vorliegenden zweiten Heft felbe, und was die Franzosen betrifft, so sagt ein englischer Militairarzt

(Dr. Bryce) geradezu, daß ihnen , der Friede durch den Gesundheitszustand wird eine größere Anzahl minder umfangreicher Inschriften bes

ihres Heeres aufgezwungen wurde“.

D. R. sprochen; zuerst Badsteine, Gemmen und Siegel aus Mesopotamien

**) India. By Richard Congreve. London: Chapman. mit phönizischer (altfemitischer) Sørift, sodann neuphönizisde Infcbriften, die zum größten Theil in Nord-Afrika von den Syrten bis

*) Zweites Heft. Breslau, Leudart, 1837.

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