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„Es giebt den Säuren des Salpeters und des Vitriolo ihre ner Seite ein fold unbegränztes Gelächter zu erregen, wie dasselbe brennbaren Eigenschaften".

gestern mein Trommelfell erschüttert hatte, und ich warf deshalb den ,,G8 unterbält das Athmen der Thiere".

beiden jungen Leuten einen Blick zu, der wenig Aufmunterung zu Der Sauerstoff ist farblos, nicht roth - aber soviel ist klar, einer Wiederholung der gestrigen Scene enthielt. Diese nun lachten Mayow batte ihn entdeckt, wenn auch noch nicht in vollkommener mir zwar diesmal nicht geradezu ins Gesicht, aber sie schmunzelten Reinheit hergestellt

. Dies abgerechnet, Hatte er eine sehr vollständige bodh Beide recht behaglich, als sie mich vorher eine Weile wie prüfend und tiefe Erkenntniß seiner chemischen Haupteigenschaften.

vom Kopf bis zur Zebe betrachtet hatten. Es lag dabei etwas in ihren Gesichtern, was mir ganz und gar unverständlich erschien, und

mich kurz umwendend und Beide etwas scharf ins Auge fassend, fragte Ein Beitrag

ich ziemlich barsch, i was ihnen denn eigentlich an mir so heiter era zur Erziehungs-Geschichte der Jugend in England. schiene. – „Oh, begging your pardon, Sir!" hieß es. ,,Es ist ganz Von einem Deutschen in England.

und gar nichts; wir haben nur Thon so viele von Mr. David's Hülfo(Fortfeßung.)

lehrern kommen und geben sehen, daß wir immer ein bischen neuVon Stunde zu Stunde wurden die Klassen abgelöst und dieselbe gierig auf jeden neuen geworden sind." - Diese Entschuldigung, mit Routine von neuem begonnen, bis ich endlich mit einiger Satisfaction Mienen und Geften begleitet, an denen die unzweideutigste Absicht mit dem Glođenschlage 1 Uhr den weiblichen dienstbaren Geist mit unverkennbar war, mids nicht ärgern, sondern mich im Gegentheil einem großen weißen Tischtud; erscheinen sah, welches bald die Soul. aus einem mir unbekannten Grunde lieber bei guten Humor erhalten tafel statt der griechischen, lateinischen und französischen Grammatifen zu wollen, war in der That nur geeignet, mir einigen Stoff zum und mathematischen Leitfaden bedeđte. – Mein Peloton truppirte Nachdenken zu geben. wiederum am Kaminfeuer, und ich schritt abermals zum Luftbabe. Im Chausseehause fand ich mein Peloton vollzählig versammelt. Diesmal fam mir der Geistliche nachgeschritten, und als wir beide ben Dasselbe faß um einen runden Tisch und speiste, und zwar diesmal Garten betreten hatten, vertraute er mir, daß es in England unter ohne alle Ceremonien. Der Chaussee-Einnehmer war nämlich gleicha Gentlemen die größte Beleidigung fei, Jemanden einen ,,Efel" zu zeitig auch Grocer und Handelte mit Pfefferkuchen, Zwieback, Bisquité, nennen, und daß ich deswegen ja redit forgfälitig auf mich achten Orangen, Alepfeln, Gingerbier, Sodawasser und ähnlichen Erfrischun möge, da außerdem unfehlbar die jungen Herren bei ihren Aeltern gen. Der Einfall war nicht fchlecht. Ein Amerikaner würde ihn zuhause Beschwerde über mich führen würden, welches eine Unmasse fogar ,,smart" genannt haben. Soviel frappirte mich augenblidlich von Unannehmlichkeiten aller Art nach sich ziehen könne. Ich schaute an demselben, daß er auf die genaueste Lokalfenntniß begründet war den Mann ganz frappírt an; er fah aber völlig ernsthaft aus und und ein überraschendes spekulatives Talent in dem waderen Chauffees schien nichts weniger als scherzen zu wollen. – ,,Du armes Deutsch- Einnehmer beurkundete. Später, als ich deffen Frau zu Gesidyt bez land!'' dachte ich bei mir, „wie bist du noch zurück! Wie manchen fam, ward ich versucht, dieser anfänglichen Meinung untreu zu werdeiner Söhne habe ich einen Esel geheißen, während der vier Jahre, den und ihr

den und ihr - der Frau nämlich die Ehre des Einfalls zu vindidie ich auf der Militairschule Unterricht ertheilte, und die Aeltern ha- ziren. Dem sei indeß, wie ihm wolle, das Geschäft war fein schlechben es mir sogar später Dank gewußt!"

tes, und das Taschengeld der jungen Gentlemen von Shinderforb Die Glode unterbrach meine Betrachtungen. Diesmal rief fie Hall bildete eine regelmäßige Einnahme des waderen Ehepaares, in zur Mittagstafel, um welche wir alsbald, ich selbst an Miß Calp's defsen Schublade auch noch ein recht ansehnlicher Theil meiner eiges Seite, Plaß nahmen, nachdem der Geistliche vorber dem Geber alles nen Monatégage wanderte. Guten in einem kurzen Gebete für die in Aussicht stehenden Er Der Spaziergang selbst, der nach im reichlichsten Maße einfrischungen gedankt hatte. Die nöthigen Formalitäten zur Erlangung genommenen Erfrischungen alsbald seinen Anfang nahm, gab mir eine der Testeren waren im Grunde einfach genug und deshalb aud für nicht unerwünschte Gelegenheit, die jungen Herren in etwas freieren einen mit den Sitten des Landes noch wenig vertrauten Fremden Verhältnissen und dem Auge ihres Seelensorgers entrüđt zu beobfanell genug erlernbar. Mr. David, nachdem er auf den ihm bar- achten. Ich freute mich, zu finden, daß die menschliche Natur fich doch gereichten Teller ein Stück Braten gelegt hatte, fragte fodann dessen nie gänzlich verkrüppeln läßt und also auch hier ihre ewigen Rechte Eigentyúmer: „Any gravy, Sir?" worauf derselbe antworten mußte: geltend machte. Etwas Scheinheiligkeit bei Einigen und etwas „If you please, Sir!" – Der Teller, also mit Braten und der dazu Schläfrigkeit bei Allen abgerechnet, benahmen sich die Jungen ebenso, gehörigen Sauce beladen, machte fodann die Reise um den Tisch zu wie alle Jungen thun, d. H. fie balgten fich, sie warfen sich mit Steia Mrs. David, welche ihrerseits fragte: „Any potatoes, Sir?” worauf nen, sprangen über Gräben, fie neckten und foppter fich gegenseitig der Eigenthümer zu erwiedern Vatte: „ If you please, Mam!" :

und gaben sich hierbei mitunter Namen, die Mr. David sicherlich noch worauf fie – also ermächtigt - dem Gehalte des Tellers eine Kar. gar nicht gehört hatte in England, sonst hätte er meinen ,,Efelvon toffel beifügte, diesen felbst an seinen Befiger zurüdgebend, der fich heute Morgen fdwerlich für die größte Beleidigung erklärt. Was ungesäumt an die Arbeit machte. Diese beiden vierzehnmal mit dem würde der fromme Mann gesagt haben, wenn er gebört hätte, wie der felben Resultate wiederholten Fragen des an beiden Enden der Tafelbärtige Martin, der am Morgen so fanft aussah, als er Mrs. David sich gegenübersißenden Ehepaares bildeten eine um fo angenehmere über seinen Gesundheitszustand beruhigte, den Mr. Hardwic senior Unterbrechung der im Schul- und Speisezimmer herrschenden Stille

, einen „d- bloody fool" nannte, als derfelbe ihm — ich weiß nicht als sie jedenfalls im Verein mit dem Geräusch von Messer und Gas mehr womit – der Quere fam. bel die einzigen waren und blieben. Nach dem Braten erschien der Es war fast 5 Uhr, als ich mit meinem Peloton wiederum in Pudding, zu deffen Vernichtung seinen Theil beitragen zu wollen sich Shinderford Hall einrüdte, was dem Geistlichen Veranlaffung gab, auf vorheriges Befragen wiederum jedes Gemeinde - Mitglied in der mir für die Zukunft kürzere Spaziergänge anzuempfehlen, da eine so gebräuchlichen Weise bereitwillig erklärt hatte. Nach dem Pudding anhaltende Bewegung den jüngeren der jungen Gentlemen nachtheilig bedankte sich der Pastor abermals in einem kurzen Gebete für die fein möchte. Auch eine fonderbare Ansicht über Erziehung", dachte nunmehr wirklich verabfolgten Erfrischungen, und die Tafel war auf- ich bei mir, oder wollte ber fromme Mann etwa damit nur anbeuten, gehoben, von welcher Thatfache fich selbst mein ungläubiger Magen daß er nicht wiffe oder nicht wissen wolle, daß die jungen Herren vorher zu überzeugen genöthigt war, als der Paftor, gleich darauf fidy zu mir so ziemlich eine Stunde lang im Chauffeehause frische Kräfte geschöpft wendend, fagte: „Please to take these boys out for a walk". hatten?

3d trommelte demzufolge mein Peloton zusammen und rückte ab. Um 5 Uhr ertönte die Olode abermals, und wir saßen alsbald Beim Weggeben gewahrte ich aber noch auf einen flüchtigen Augen- wiederum in der nämlichen Rangordnung um die Shultafel wie am blid den weiblidhen dienstbaren Geist mit einem von einer weißen Morgen und Mittag. Derselbe große Ressel, den ich bereits am Serviette bebedten Servirbrette versehen und abermals im Studir- Morgen zu bewundern Gelegenheit gehabt hatte, ftand vor Mrs. Dac zimmer des Pastore verschwindend. „Sie trinfen Heimlich Wein und vid, die dessen Inhalt wiederum in dieselben kleinen Taffen fällte, predigen öffentlich Wasser." — Wenn der fromme Mann sich audy diesmal aber meine Neugierde bezüglich beffen chemischer Zusammentfür diese unoffiziell einzunehmenden Erfrischungen jedesmal beim Aller- feßung zu meiner nicht geringen Satisfaction schon im voraus durch höchsten bedankte, so hatte er in der That viel zu thun.

die mit anerkennungswerther Gewissenhaftigkeit an jeder von uns geMein Peloton marsdirte im Laufschritt, sobald wir das geiftliche richtete Frage befriedigte: „Will you take some tea, Mr. -4* Das Territorium verlassen hatten, und zwar schlug es die Richtung nach darauf zu erwiedernde Schlagwort war: „If you please, Mam”, dem nämlichen Chausseebause ein, dem ich erst gestern vorübergefahren welches wir denn auch Alle abgaben. Mit alleiniger Ausnahme der war. Nicht weit von demselben ward ich wiederum jener beiden chemischen Verschiedenheit der dargereichten Flüssigkeit bot überdies Brüder ansichtig, denen mein Anblic Tages zuvor so reichlichen Stoff unser Theetisch ganz das nämliche Bild dar, wie am Morgen der zur Heiterkeit gewährt hatte. Nun, ich leugne gar nicht, daß es mir Kaffeetisch. Auch die drei Teller mit den beftridenen Brodscheiben stets Freude macht, zum Vergnügen meiner Mitmenschen beitragen wurden ganz in derselben Weife geleert und von dem weibliģen zu können, aber id muß doch auch andererseits gefteben, daß es mir dienftbaren Geifte wieder befrachtet, um alsbald wieder geleert zu

Mach der leiblichen folgte die geistige Nahrung. Die jungen war überdies bei weitem das Seltsamfte, was mir noch jemals in Zöglinge - diesmal in fünf Klassen vertbeilt – wurden wiederum meiner pädagogischen Laufbahn erschienen ist. Der Herr Pastor ber mit : wiffenschaftlichen Lehrbüchern versehen und begannen aus densel- faß einen Schlüssel zu den im Leitfaden der jungen Leute eingestreuben paarweise mit dem schon am Vormittage von mir wahrgenommes ten Erempeln, und er begnügte fich, diesen mit den von jenen aufnen Gifer die Früchte wahrer Weisheit einzusammeln. Der Geistliche, gefundenen Resultaten zu vergleichen. Dabei kam es vor, daß er bin am oberen Ende der Tafel Plaß nehmend, leitete das Selbstfudium und wieder die mit Nummern zu den korrespondirenden Aufgaben ver=der jungen Leute mittelft von Zeit zu Zeit an einzelne derselben ge- febenen Auflösungen verwedsfelte, und nicht felten erklärte er ein Res richtete aufmunternde Worte: „You are doing nothing, Mr. Martin." fultat für falsch, das ich, als die Jungen sich später bei mir Nath „I am astonished at you, Mr. Everitt!" You are wasting your holten, um der Würde der Wissenschaft nicht zu nahe zu treten, für time, Mr. W. Hardwick!" „Really, Mr. Ketton, you are very sloth. richtig zu. befinden genöthigt war. ful!" - Dant diesen Bemühungen des frommen Mannes war auch Der Abend - Unterricht wurde in der beschriebenen Weise bis nach wirklich etwa nach Berlauf einer halben Stunde über dem Tisde fo 8 Uhr fortgefeßt, nur artete die lette Stunde, bie der Herr Pastor ziemliche Geschäftslosigkeit eingetreten, und die jungen Leute hielten in der Regel auf seinem eigenen Zimmer zubradste, gewöhnlich in sich für den ihnen auferlegten Zwang unter demselben schadlos. So eine Abend - Unterhaltung aus, von deren Themata der fromme bald aber der Herr Paftor kurz darauf das Zimmer verließ, ward die Mann sich gewiß wenig träumen ließ. Um halost neun Uhr ward Gcene alisogleich eine umgefehrte. Die jungen Gentlemen zogen sich die Sigung aufgeboben, und die Schultafel unterlag einer aber. nicht mehr gegenseitig bei den Beinen, fondern warfen sich mit Brodo maligen Verwandlung. Statt der Geographie und Geschichtsbücher kugeln, die mir aus den so räthselhaft rasch vom Raffee- und Thees ward sie mit bolländischem Käse, gesottenen Aepfeln und anderen tisch verschwundenen Brobschnitten fabrizirt zu sein dienen. Anfänge derartigen Leckerbiffen bedeckt, an welchen partizipiren zu wollen fich lich erschien mir diefe Art des Selbftftudiums etwas befremdend, und auf vorherige Befragung die jungen Gentlemen abermals bereits ich glaubte im Sinne meines Prinzipals zu handeln, wenn ich die willig erklärt batten.

willig erklärt hatten. Als das Supper geendet war, ertönte zum zerstörte Disziplin wiederum und zwar auf meine Weise restaurirte. leßten Male für heute die große Gloce, und berein trat im Prozesgd begaunn also damit, Mr. Martin den Bärtigen und noch zwei fionsschritt mit sorgehaltenen Stühlen der Chor. Nachdem Voroder drei andere Jungen beim Kragen zu nehmen und nolens volens lesung, Ermahnung und Gebet wie am Morgen ftattgefunden, bezur Thür hinauszuwerfen, wobei ich nicht vergaß, ihnen die vorgeleg- gann die Operation des Händeschüttelns ganz in der nämlichen Weise ten Leitfaden nachfolgen zu lassen. Das hierburd, verursachte Geräusch wie am Morgen, wobei fich Miß David wiederum durch Tapferkeit mußte den Herrn Pastor herbeigezogen haben, denn er erschien alsbald und Entschiedenheit auszeichnete', und hierauf verschwanden die zehn mit fämmtlichen Zukulpaten wiederum im Shulzimmer und versicherte jungen Gentlemen nebst den übrigen Bewohnern der Hall, um Tages mir, daß die jungen Gentlemen ihm betheuert bätten, an der einge. Darauf baffelbe Spiel ganz in derselben Weise zu wiederholen. wetenen Störung gänzlich schuldlos gewesen zu sein. Es erschien

(Schluß folgt.) mir aus verschiedenen Gründen überflüffig, diese irrthümliche weltliche Ansicht des geistlichen Herrn zu berichtigen, und ich beschloß

Dstindien. nun, mich fortan als gänzlich objektiver Zuschauer bei ähnlichen Vorkommenbeiten zu verhalten. Der Eintritt best frommen Mannes

Die Sprache der Maffia's im nördlichen Indien. *) stellte überdies alobald die während seiner Abwesenheit unterbrochene Die meisten Leser dürften wohl kaum von dem Dasein eines Geschäftigkeit unter der Tafel wieder her, und als die jungen Gentle. Boltes Raffia etwas erfahren haben, und sie werden daber um fo men ihren Bestrebungen dergestalt im Ganzen etwa eine Stunde lang mehr fich verwundern, wenn ihnen icon eine lichtvolle Grammatif überlassen worden waren, bändigte mir der Pastor ein gedrudtes Frag- feiner Sprache vorgelegt wird. Der Verfasser ist ein Deutscher Ger und Antwortbud) ein und erfuchte mich, die Herren baraus die ents lehrter, welcher Europa nie verlassen hat, und dem wir gleichwohl sprechende Lection in der Geographie und Geschichte zu überhören. die erste grammatische Bearbeitung manches uns räumlich sowohl wie Er selbst schickte sich an, mit einem zweiten Eremplare desselben Wer- geschlechtlich überaus entfernten Idiomes verdanken – es ist der Freis tes ausgerüstet, das nämliche Verbör mit den übrigen Klassen im herr Konon von der Gabelenß in Altenburg.. Religionsfache, in der Naturgeschichte und in der Mathematik vor Wir erkennen in diesem Werke den Scharfsinn und die umfidia zunehmen. Ich mußte unwilfürlich über die gehabten Bedenken tige Sorgfalt wieder, welche des Verfaffers linguistische Arbeiten lächeln, mit denen ich mich sechs Wochen vorher in jener Scholastic überhaupt auszeichnen und ihm auch da, wo ex ganz ohne Vorgänger Office zur Uebernahme des geographischen und historischen Unterrichts ist, wo, wie im gegenwärtigen Falle, die Ueberseßung eines der Evanperpflichtet hatte. Mein Fach waren, außer lebenden Sprachen, immer gelien sein alleiniges Material bildet, eine sehr befriedigende Leistung nur die sogenannten Militair-Wissensdaften gewesen, und ich hegte möglich machen. nicht geringes Bedenken ob meiner Qualification zu den, wie ich mir Die Kaffia - Sprache, deren Heimat eine Gebirgs - Region gestehen mußte, etwas leichtfertig übernommenen Unterrichtszweigen zwischen Afiam, Katschar und dem bengalisden Distrikte von Silhet, Diese Bedenken verschwanden jeßt, mein Gewiffen war besdwichtigt; gehört zu den einfilbigen, doch keinesweges in gleichem Sinne, ich hätte nach der von meinem Paftor adoptirten Lehrmethode ganz wie Siamifd, Annamisch oder Chinefisch; denn es fehlen ihr getrost Transfcendental - Philosophie oder Sanskrit vortragen können. jene bedeutsamen, Begriffe mehrenden und modifizirenden Stimm

Wie das Verhör ausfiel, wird sich jeder denken können, der biegungen, welche nach unserer Ansicht das wirksamste Mittel find, meiner Schilderung des Selbststudiums der jungen Leute gefolgt die Grundwörter einer Sprache, selbst in der sogenannten Zusammen ift. Aber für fo unwiffend, wie ich die Jungen sammt und fon- feßung, immer auseinander zu halten. Da eine folche unüberwinda bers, und sogar in der Geschichte und Geographie ihres eigenen liche Schranke fehlt, so bietet uns das Raffia Beispiele wahrer VerLandes, fand, hätte ich sie doch nicht gehalten. Aus der conftitutio- einigung, ja, Verschmelzung, wie sie in den meisten der analogen nellen Monarchie ihres Vaterlandes eine Republik und aus deren Nachbarsprachen unerhört sind. In den fehr häufigen zusammenKönigin, für die fie doch wöchentlich viermal in der Kirche beten gefeßten Grundwörtern muß uns von vornherein auffallen, daß die mußten, einen Präsidenten zu machen, war ihnen eine ebenso große Bedeutung ihrer Bestandtheile : oft gänzlich verbunkelt und räthselhaft Kleinigkeit, als die Rocky Mountains von dem Gestade des Stil geworden ist: diese Bildungen müssen also uralt fein, und schwerlich ist len Dceans an die Ufer der Themse zu verlegen; der Grund es dabei ohne Lautwandel abgegangen, wie noch jeßt der Auslaut des zu welchen seltsamen Verwechselungen mir erst dann einleuchtenberften Bestandtheiles dem Anlaute des zweiten sich assimiliren kann. wurde, als ich die vorausgebende Seite meines mit ihrem Leitfaden Das Fürwort hat Bezeichnung der Mehrheit mittelft Veränderung des torrespondirenden Frag- und Antwortbuches aufsdlug und daselbst die Vokales, wie wir dies z. B. in der altaischen Sprachklasse öfter bemerken: Uebersdrift „United States” erblicte. – Die armen Jungen, fie nga, id, ngi, wir; p’å, du (Weib), p'i, ihr (Männer oder Weiber); thaten mir aufrichtig leid. Es waren, wie ich schon erwähnte, ein ka, fie (das Weib), ki, sie (Männer oder Weiber)."). Eine der paar Söhne ganz unbemittelter Aeltern Sarunter, die also ihren Weg Berbalwurzel vortretende Partikel zu Bezeichnung der Zukunft (yn) burch diese harte Welt dereinst selbständig zu fechten hatten. Arme schmilzt mit dem Fürworte zusammen und verliert dann ihren Vokal. Jungen, wie werden diese damit zu Stande kommen! 3traf auch Beifpiele: nga schim, ich nehme, aber ngan 'schim, ich werde Einige, namentlich unter den Jüngeren, an, die wirklich gesunde An- nehmen, und zwar dieses für nga yo schim! Kommt ein verneilagen hatten und mir weniger eingeschläfert slothful, wie der nendes m hinzu, fo verdrängt dieses fogar das n des Futurs unb Paftor meinte – erschienen als der Reft. Bei richtigerem Verfahren rüđt in feine Stelle: nga-m schim, ich nicht nehme, aber nga ym tonnte vielleicht aus manchem roben Kieselsteine ein Edelstein ge (für yn+m) schim, ich werde nicht nehmen. fohliffen werden, so aber waren die armen Jungen einem unvermeidlichen Schidsal verfallen, und die braven Aeltern, nicht wenig, stolz *) „Grammatik vod Wörterbuch der Kassiasprache”, von H. C. darauf, ihre Nachkommenschaft von einem ehrwürdigen Pastor für von der Gabelentz. 60 Pfund jährlich erzogen zu wiffen, hatten, ohne es zu ahnen, eine für Männliches und für Weiblid)es, und der Plural bildet sich aus dem Weib

**) In der zweiten und dritten Person giebt es nämlich besondere Wörtchen schwere Verantwortung auf fich geladen. Der Mathematit-Unterricht lidhen. Das männliche du ist me, und er ist u.

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Die merkwürdigste Erscheinung in der Kaffia-Sprache ist aber Wert zu einer wahren Encyklopädie der Erbfunde lzu machen. Wir nenfolgende. Da es zur Unterscheidung der Geschlechter hier (wie in nen unter diesen Artikeln nur folgende: Zufluß und Abflüffe der den meisten Sprachen unserer Erde) feine Endungen giebt, und be Seen; Beschaffenheit des Seenwassers; Sumpfbeden unb Sumpfbetten; sondere Wörter für weibliche Geschöpfe nur spärlich vorhanden sind, Verzeichniß und Uebersicht der Seen, ihrer Höhen über der Meeresfläche, To unterscheidet man das Geschlecht hauptsächlich durch Borseßung ihrer Tiefen 24.; Meerestiefen; Niveau des Meeres; Bestandtheile des des persönligen Fürwortes dritter Person, weil dieses (in der Ein- Meerwassers; Seebäder; Meereswellen und Strömungen (welcher heit) eine männliche und eine weibliche Form hat: u kûn, der Sohn, leßtere Gegenstand besonders erschöpfend, mit Benußung der Forschunka kûn, die Tochter; u para, der Bruder, ka para, die Sowe gen des Amerikaners Maury 1. A., bebanbelt ist); Ebbe und Fluth; fter; bas Fürwort wird alsdann zum Artikel, der aber ebensowohl Scylla und Charybdis (worüber der Verfaffer febr interessante, auß unbestimmt als bestimmt sein kann, und also im Raffia hauptsäch einem seltenen, in Messina ersdienenen, italiänischen Werfe geschöpfte lid Geflechtswort ist, welches Amt er in den meisten europäischen Notizen mittheilt); Wirkung der Winde und des Luftbrudes; See Sprachen, die ihn befißen, nur nebenbei verwaltet.“) Aud fäch. Wege auf dem großen Dcean, im Atlantischen Meere und im Indischen lichen Begriffen theilt man bei den Raffia's, wie bei den meisten Ocean (ebenfalls mit großer Vollständigkeit, und zwar nach dem Europäern, das eine oder andere der beiden Geschlechter zu, doch neuen großen Werke des franzöfifden Marine - Schriftstellero Kerhallet, vorzugsweise das weibliche, vermuthlich, weil man dieses der Ma- bearbeitet) u. s. w. Unsere Leser werden hieraus auf die ReicSaltigterie verwandter glaubt. Eine dritte Function des erwähnten feit und Gründlichkeit dieses Handbuches schließen können, welche felbft Pronomens (wie persönlicher Fürworter überhaupt) ist die Unterschei. von Aler. v. Humboldt anerkannt worden, der, ebenso wie der große dung der Mehrheit von der Einbeit, denn Nennwörter wie Verba Geognost, Leopold 6. Buch, schon den ähnlichen, älteren Arbeiten haben weder Formen noch beigegebene Partikeln zum Ausdruck des Klöden’s seine besondere Aufmerksamkeit gesdenkt hatte. Der Vere Plurals.

faffer ist dadurch veranlaßt worden, sich in der (noch nicht gedructen) Unserem bezügliden Fürworte zunäcft fommt das Wörtchen Vorrede feines jebigen Werkes folgendermaßen zu äußern: ,, Der ba, welches, einem Verbum oder Nomen vorgefeßt, aus ersterem ein ältefte aller jeßt lebenden Reisenden, der Verfasser bes ,, Rosmos", Partizip, ein wahres Adjektiv, und noch häufiger ein Abstraktum der hat mich ausdrücklich berechtigt, in dieser Vorrede auszusprechen, daß Handlung macht, legteres aber zum Adjektive stempelt. Dasselbe ba ift er mich dazu aufgefordert habe, meinen von ihm so oft belobten ,, Aböfter Bindewort, besonders da, wo ein ganzer Saß Objekt eines andes riß der Geographie" zu einem , Handbuch der Erdkunde" dergestalt ren Saßes wird, in welchem Fall auch europäische Sprachen bezüge wissenschaftlich zu erweitern, daß fich das Hauptmaterial des ießigen liche Fürwörter (als Neutra) verwenden (óri, franz. que, germanisch Wissens darin reflektire. Möge ich mir schmeicheln dürfen, einem that, daß; u. f. w.). Als eigentliches Relativum hat es noch den solchen Vertrauen einigermaßen entsprochen zu haben.“ Artikel vor fich. Erwägen wir den sehr weiten Gebrauch dieses ba, und dazu den Umstand, daß alle Substantiven (mit Einschluß der Zur Sprachforschung in Ungarn. Die uns vorliegenden Eigennamen) in der Regel den Artikel vor sich haben, der selbst Hefte 2 bis 5 des dritten Jahrganges des Magyar Nyelvészet ent . im Vokativ nicht wegbleibt, und, wie schon bemerkt, die Bedeutung halten manche Abhandlung von allgemeinerem Interesse, unter welchen des défini und indéfini in fich vereinigt, daß dieser Artikel mit dem wir zuerst die des Herausgebers (Herrn Hunfalop's) namhaft Fürworte dritter Person identisch ist und ein persönliches Deutewort machen. Es find folgende: „Wort-Erklärungen" (szófejtések, nicht blos (wie im Griechischen) einfach, fondern doppelt (einmal von d. h. Erklärungen ungarischer Wörter, deren Wurzeln bis jeßt zweifelhaft vorn und einmal von hinten) begleiten kann, ") daß er endlich, als gewesen); ,,Orientirung in der sanskritischen, griechischen Fürwort und Repräsentant des Subjekted, zu wiederholen ist, wenn und lateinischen Sprachwissensdaft" (hier weift der Berdieses nicht unmittelbar vor seinem Verbum fteht, "") - so dürfen fasser gelegentlich nach, daß gewisse, bisher für ausschließlich indo wir schon a priori annehmen, ein Raffia-Tert müffe mit ba, u, ka europäisch gehaltene Wörter oder ihre Stämme entweder mit größe. und ki in reidster Fülle versehen sein, und dies bestätigt auch die rem Rechte dem altaischen Geldlechte zu vindiziren find, oder daß Erfahrung.

leßteres mindestens gleich großen Anspruch auf Ursprünglichkeit ihres Nähere Verwandtschaft des Maffia mit anderen bekannten Befißes hat, wie das erstere); „Die Sprachforschung beweiset Sprachen ist nicht nachweisbar. Dem Wörterbüchlein zufolge, welches mehr als die Chroniken" (a’ nyelvtudomány többet bizonyit mint der Berfaffer feiner Grammatik angehängt, scheinen gewisse Wörter a’ krónikák), welches eine linguistische Ergänzung ist zu einem voranmuhammedanisden Hindu's entlehnt, namentlich hok, Gerechtigkeit gesdicten Artikel des Herrn Kosty: „Von den ehemaligen Be. (arabisdy hakk); hukum, Befehl, Gefeß (arabisd hukm); mluh, ziehungen zwischen Magyaren und Finnen" (a' magyarok és Salz (arab. milcb).

28. S. finnek közt volt vizonyokról); ,,Ueber das Samojedische, be.

sonders die objeftive Conjugation dieser Sprade" (hier

find Caftrén, dem Verfaffer der ersten samojedisden Grammatif, Mannigfaltiges.

mehrere unverkennbare 3rrthümer nachgewiesen); „Vom rechten Kloben's Handbuch der Erdfunde". Die fürzlich ers Gebrauche der Zeiten des magyarifden Berbums" (noc unsdienene sechste Lieferungt) dieses Werkes giebt einen neuen Beweis, vollendet, beginnt mit einer strengen Revision und Beurtheilung der wie erfolgreich der gelehrte Verfasser seinen Plan verfolgt, die Re- Theorieen älterer Grammatifer). - Unter den übrigen Beiträgen sultate der geographischen Wiffenschaft, in der umfassendsten Bedeu- erwähnen wir außer dem schon genannten Artifel Rosty'8: ,Das tung dieses Wortes, systematisch zusammenzustellen und dem größeren Wort für Mensch in den arisden (indo-europäischen) . wißbegierigen Publikum in leicht verständlicher Weise darzulegen. Die Sprachen“ (az ember neve az árja nyelvekben), von Imre, mit aftronomische Geographie, die Erdoberfläche, der Bultanis. Zusäßen des Herausgebers; die Analyse einer (finnisd geschriebenen) mus und die Erbrinde waren in den ersten vier Abschnitten des finnischen Sprachlehre Euren's, von Fábiánt; die, mit vollständiger Werfes behandelt, während der fünfte Abschnitt, der mit dem vor. Darstellung des dato-romanischen Verbums schließende Uebersicht der liegenden Hefte noch nicht ganz beendigt ift, bas Wasser zum Gegen. grammatischen Formen der dako-romanischen Sprache, von Fefete; ftande hat. Die Seen und das Meer geben dem Verfaffer Gelegen eine ziemlich ausführliche Anzeige, der ,, Grammatik der griechischen beit, in zahlreichen, kleinen monographischen Artifeln, wie sie sich audy Vulgärsprache" unseres verdienstvollen Professors Muila, von in den früheren Abschnitten finden, die Ergebnisse der neueften wiffen Télfy, u. f. w. schaftlichen Beobachtung und Forschung zusammenzustellen und fein

Das mit dem 30sten d. M. zu Ende gehende Abonnement wird Denjenigen in Erinnerung gebracht, die im regelmäßigen Empfange dieser Blätter feine Unterbrechung erleiden wollen.

*) Einen bestimmten Artikel ohne Gesdilechtsbezeichnung haben die Araber, Hebraer, Magyaren und Engländer.. Dem deutschen und französis fchen Artifel ist der des Rassia insofern am analogsten, als die Unterscheidung der Geschlechter in der Mehrzahl aufhört.

**) 3. B. nga ong ja a ta u briu, ich spreche zu dem diefem dem Menschen, d. h. zu diesem Menschen.

***) 3. B. baba ki briu ka ta ka dschaka ki la it’u ja u, als die Leute der diesen De Ortes (dieses Ortes) sie erfaunten ihi (ihn erfannten). Dar la vor it'u (fennen, erkennen) zeigt die Vergangenheit an, das ja vor u ist Dbjeftszeichen. Da Subjeft und Verbum durch einen ersteres näher be: stimmenden Genitiv getrennt sind, so wird dieses unmittelbar vor dem Verbuin durch ki (hier sie in der Mehrzahi) repräsentirt.

+) Erster Band. Bogen 26 bis 30. Berlitt, Weičinanníche Buchhands lung, 1858.

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Schenkungen von Gütern und Ländereien der Könige an die Herren Polen.

gingen die fürftlichen Unterthanen in die unmittelbare Gewalt der

Mächtigen über, verloren Freiheit und Schuß, denn auch die Kirche Zur Geschichte der polnischen Leibeigenschaft.

vermochte nicht, den Bedrängten Hülfe zu bringen. Es war ein Wer die polnische Geschichte durchgeht, wird einzelne Blätter drohender Zustand, der mit der Niederlage der Aristokratie und Monleer finden. Es muß etwas vergessen worden sein. Die vaterländi- archie endete. fohen Archive werden jeßt danach durchsucht, werden aber wenig ento Wir überspringen einen Zeitraum und begeben uns auf den balten, denn was man zu finden hofft, ist die Geschichte einer tausende denkwürdigen Reichstag von Checiny (1331). Hier treffen wir zum jährigen Leibeigenschaft, und was hat diese mit der ,, Nation“ (naród) ersten Mal in Polens Gedichte die gesammte ,, Nation“, von dem und ,,Bürgerschaft" (obywatelstwo), d. 5. mit dem Adel und seiner greifen und vielerfahrnen Władysław Łokietek berufen, in ihren Ab. Geschichte, gemein? Vielleicht doch etwas! Sehen wir zu. Die leßte geordneten versammelt. Es begann Kraficki's Streit der Mäuse mit vergangenen Jahrhunderte haben viele jener Stellen verwischt; es bleibt ben Ratten (Myszeidos, 2. Ges.), der nicht mehr enden sollte bis zum ans aber wohl noch soviel, als wir brauchen, um uns ein oberfläche Untergange des Reichs. Der Senat verlor von da ab immer mehr liches bistorisches Bild des Bauernftandes in Polen zu entwerfen. von seinem Anfeben, das Reid verwandelte sich aumählich aus einer

Die Leibeigenschaft ist in Polen älter, als die Geschichte und als aristokratischen Monarchie in eine Abelsrepublik, mit einem König an das finnreiche Märchen von Lech, Czech und Rus; beim Beginn der der Spise, obne andere Bedeutung, als Repräsentation des äußeren geschichtlichen Zeit war sie bereits vorhanden. In ganz ähnlicher Ges Glanzes. Ueber diesen Punkt sind verschiedene Ansichten aufgestellt ftalt, wie sie uns da entgegentritt, hat fie sich bis zu unseren Tagen worden. 3ch bezeichne mit Adelsrepublit das zuleßt wirklich erreid te erhalten. ,,Die nicht adligen und nicht geistlichen Bewohner des Ziel des Adels: uneingeschränkte Regierungsgetalt für sich selbst. Landes bestanden in der frühesten Zeit theils aus Freien, theile aus Der Ruhm, welchen fich spätere Könige noch erwarben, beruht entHörigen und Leibeigenen. Wahrscheinlich gab es außer dem Adelweder auf der Bekämpfung der ihrer Macht feindlichen Adelsrepublik, nur sehr wenige Freie, die auf ihrem eigenen Grund und Boden oder auf Berbienften, die zwar von dem Glanz der Rrone übergosjen faßen. Die börigen und leibeigenen Bauern und Leute bestanden wurden, aber nicht als Ausfluß einer königlichen Autorität betrachtet aus solchen, welche erblich auf berrschaftlichem Grunde faßen und werden können, sondern lediglic in persönlichen Eigenschaften ihre den Ader gegen Dienste und Fruchtlieferungen bauten. Zu ihnen Duelle haben. So war z. B. die Berufung des kriegerischen Johann dürften die Smurden und auch die durch der Herren Gnade freis Sobieski auf den Thron in einer durch die Türfen hartbedrängten gelaffenen Lasanfen gehören, ferner in einem günstigeren Verhältniffe Zeit faktisch nichts mehr als eine Berufung zum Feldherrn des Reichs. die Zehntbauern und die sogenannten Gäfte, wahrscheinlich von einem Er schlug die Türfen als Feldherr, hielt feinen Einzug in Krakau Gute auf ein anderes übersiedelte börige Bauern, welche zum Theil, als Triumphator, und der Umstand, daß er den Königdtitel führte, auch als Knechte dienten. Außer diesen hatten vorzüglich die Fürsten vermehrte den Prunt des Festes; die Königsrechte des Siegers vor und die geiftlichen Herrschaften noch Leibeigene, welche als Gefinde; Wien blieben aber nach wie vor auf Nuu. „Bis dahin hatte es zum Theil zu besonderen Diensten oder auch als Handwerker auf den einzelne Privilegirte gegeben, von da ab gab es einen privilegirten Höfen der Herren lebten oder abgesonderte Grundstüde inne hatten. Stand. Der Adel übernahm die Vertheidigung des Vaterlandes) Das eigentliche Gesinde bautete die Aeder, welche der Herr fich als und die Berathungen über dessen Schicksal. Der Adels- oder RitterVorwerk zurücbehalten, und die er, wie man es nannte, unter dem stand, noch ohne Gleichheit, waltete seitdem in allen Dingen vor. Pfluge hatte. Unter den fürstlichen leibeigenen Bauern gab es wohl-i Neben ihm bildeten die reichen Städter einen eigenen Stand, der habende, ja reiche Leute. Die leistungen der Hörigen und Leibeigenen durch deutsches Recht von den anderen abgesondert war. Der dritte vom Grunde und Boden waren natürlich sehr verschieden, an Abgaben Stand schließlich waren die Bauern oder Hüfner (Kmeten), meist auf vor Honig, Getraide, Vieh und an Lasten so unbegränzt, daß man adligem Grund und Boden ansässig, und darum, obgleidh frei nach kaum begreift, wie der Landmann überhaupt noch leben konnte, und polnischem Rechte, in gewisser Weise doch vom Abel abhängig“. Von man es als ein Glüd betrachten muß, daß die Verwaltung nicht mächtigem Einflusse auf Poleu war jener Zeit die Einwanderung der regelmäßig genug eingerichtet war und sein konnte, um den Druck Deutschen, meift Handwerker, die sich in den Städten niederließen. völlig unerträglich zu machen". (Stenzel, älteste Geschichte Schles „Es war dem Lande von großem Vortheil“ (ich berichte hier nach fiens). Die Dienstleistungen der Bauern beschränkten sich damals Joachim lelewel ") und die angemerkten Stellen sind von ihm), nicht auf solche gegen die eigenen Herren, fondern Fürsten, Adlige, geschidte und arbeitsame Leute zu gewinnen; allein, um fie an. Beamte oder Boten von Beamten forderten auf Reisen und Heeregs zuloden, wurden fie von den Fürsten mit Privilegien und deutschem zägen, was sie brauchten. Später sind die Abgaben und laften der Rechte begabt. Ganze Städte und Dorfgemeinden hörten auf polnisch Randleute vielfach verändert werden, ja sie sind in Polen niemals und zu sein und wurden deutsch. Diese Privilegien vermehrten sich seit nirgends ganz dieselben gewesen. 3m zwölften Jahrhundert waren Mitte des dreizehnten Jahrhunderts außerordentlich und ganz Lechien die Bedrüdungen des Bauernstandes fo arg, daß, nach dem Willen wurde damit übershüttet. Einzelne Fürften zeigten sich dem Deutsch. König Rasimir's des Gerechten, auf der Gnesener Provinzial-Synode thum To geneigt, daß fie fich auf deutsche Weise kleideten, deutsch zu lęczyca (1180) bie Strafe des Kirchenbannes auf erzwungenen sprachen, ihre Höfe mit Deutschen anfüllten. Shrem Beispiele folgten Borspann oder besser, willkürliche Hinwegnahme von Wagen und die Großen, sie wurden deutsch; denn dadurch beabsichtigten die Arifto. Pferden durch reisende Beamte gereßt wurde. Das modte helfen, fraten sich von dem gemeinen Polen oder dem Reste der Nation ab.

wenig, denn der Synodalbejdluß mußte noch öfter wiederholt zufondern. In Schlesient verbreitete sich die deutsche Sprache, in den werden.

großen Städten, Posen und Krakau, sprach und schrieb man deutsch". Um diefelbe Zeit hatte Polen den ersten Wechsel seiner Regierungs- Die Piaften liebten eß, mit deutschen Prinzefsinnen sich zu vermählen, form erfahren; feine Könige waren nicht mehr Alleinberrscher, eine und diefen flugen und edlen Frauen muß jene Umwälzung zu Gunsten Aristokratie, aus i. Prälaten und Baronen" zusammengefeßt, umgab des Deutschthums hauptsächlich zugeschrieben werden. Wenn es wahr fie, und Gefeßgebung, Kriegführung, Beschlußfassung und selbst die ift, daß Polen dadurch seine „, Unabhängigkeit und Nationalität ver. höchfte Gerichtsbarkeit befanden sich bald in den Händen des ,, Ses

*) Linde in jeinem Wörterbuche der polnischen Srrache leitet szlachta nate" sowohl, als in denen des Königs. Diese ,, Herren" ftanben (ber Adel) und szlachcic (Oct Edelmann) von dem beatiten ., Sdilacit" ab, durch zahlreiche , Privilegien" über dem Gefeß, waren von allen der Begriff , cdel" ist gleichwohl damit vereinigt, und ślachetny bedeutet ganz Landesdiensten und Abgaben frei, und diese fielen um fo fd werer dafelbe, was ebel.

**) Seine, werthvollen historischen Sdriften erscheinen, in 7 Vånte ge auf den niederen. Abel, die Städte und Bauern. ' Durch vielfache fammelt, bei Zupańsfi in Posen, unter dem

Titel: „Polska, dzieje i rzeczyjéj".

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lieren" forinte, so ist es nicht minder ridtig, daß sich in derselben - Haymarket, London und mich wiederum in meine Deden hülHinneigung zum Teutschen die glüdlichste Periode Polens und die lend, begann ich die blauen Wolten in meine falte rammer hiteinfreieste der Unfreien im Lande vorbereitete.

zublasen, mich dabei im Geiste weit weg von Shinderford - Hal in Es fonnte den Königen schon jegt nicht mehr verborgen sein, ferne Länder und Zonen verseßend, bis sich endlich der milde Engel wonach der Adel strebte. Sie sahen sich von diesem unausgeseßt zu des Schlafes mitleidig meiner erbarmte. Zugeständnissen und Verleihungen von Privilegien genöthigt. Aus Der nächste Tag, ein Mittwoch, verging genau so wie der vorherden Vorgängen in Deutschland mochten sie die Lehre zieben, daß eine gegangene und – ein für allemal sei es gesagt – wie alle folgenden aufstrebende Macit nur durch eine zweite eingedämmt werden kann, Wochentage bis zum Quartal-Abschluß. Am Morgen fam mir und die Befestigungen der Städte durch Kasimir den Großen, Sohn indeß gleich nad genossenem Frühstüd der Pastor in den Garten Łotietet's, batten sicher nicht blos den Schuß gegen äußere Feinde zum nachgesdritten, woselbst ich wiederum meine Gliedmaßen behufs deren Zwed. Unter den Jagiellonen des funfzehnten Jahrhunderts erreichte. Erwärmung ererzirte, und ersuchte mic dringend, mich ja des Rauder Adel die vielbegehrte Gleichheit, welche von Ludwig, Nachfolger chens für die Zukunft gänzlich zu enthalten. Er theile zwar für Kasimir's d. Gr. und zugleich König von Ungarn, durch gleichmäßige feine Person, das Vorurtheil gegen selbiges feinesweges; ja, er habe Besteuerung, wozu auch die Geistlichkeit herangezogen wurde, 1374 be- sogar einen Seemann zum Schwager, der ein sehr starker Raucher sei, reits ausgesprochen worden war, mit der Klausel, ohne Bewilligung aber er wisse, daß die jungen Gentlemen hierüber an ihre Aeltern des Reichstages keine andere Abgabe als 'die festgesepte fordern zu Bericht erstatten würden, und daß es Einigen unter diesen Anstoß dürfen. Die unruhige Regierungszeit Władysław's Jagiello und die geben könne. 3d war erst ganz überrascht und wußte nicht recht, ob kurze seines Sohnes, Wladyslaw's III., des Varuesen, foruten den ich dem Manne etwa diejenige Eigensdhaft zuschreiben solle, die doch, Wünsden des Adels nur günstig sein. Unter Kasimir, dem zweiten wie ich ihn selbst beim gestrigen Religions - Eramen hatte berichtigen Sobne Jagiello's, gab es keinen Unterschied mehr im Adel; ,, weder bören, nur dem höchsten Wesen innewohnt – die Allwissenheit náms Herr nod; Beamter durfte sich den Titel Comes oder Graf beilegen“. lich, als er, meine Veränderung gewahrend, mir auseinandersegter Zu Nieszawa wurde 1454 die Reichstagsordnung festgestellt; man wie der Tabadsrauch sich aus meiner Sammer über die ganze Haut septe Wahlversammlungen (sejmiki, Diminutivum von sejmy, Neids- verbreitet und darin so festgeseßt habe, daß er bis zur Stunde noch tage) an, von denen die Reichstageboten bevollmächtigt und abgesandt nicht habe daraus entfernt werden können, obgleich er alle Fenster wurden; der Adel trennte sich vom Senat und bildete die. ,,Stube und Thüren babe öffnen lassen. „Schade, daß Wisbart & Lloyd der Abgeordneten", wohin auch die Repräsentanten der Städte zu unser Zwiegespräch nicht hören“, dadyte ich bei mir, ,, fie bätten gelassen wurden. „Geseße, welche von beiden Stuben angenommen Ursache, stolz auf die ihrem selbst fabrizirten Kraute inwohnende Inworden waren, wurden auch vom Könige angenommen; was aber von tensität zu sein“. ,,Gesdiebt dir aber schon recht“, raisonnirte ich weiter, der Abgeordnetenstube verworfen wurde, erlangte keine Geseķestraft. - ,, wer beißt dich, nicht einmal soviel Wig baben als Monsieur Frédéric Bis hierher waren die fiegreichen Angriffe des Adels nur gegen den Hausman? Was nugen dir jeßt deine offiziellen und ništoffiziellen ZeugÇenat und die Königsmacht gerichtet gewesen. Polen stand in seiner nisse über vierjährige Professur an einer föniglichen Militair - AkadeBlüthe, innen wie nach außen. Ein lururiöser Wohlstand machte sich mie! Der schwäbische Oberfellner mit dem fdwarzen Sonurrbarte verhältnismäßig bei allen Ständen bemerkbar. In Krakau war von giebt dir zur Zeit gewiß für den ganzen Plunder auch nicht eine Jagiello 1400 die Universität fundirt worden; Shulen wurden in Unze Bird's-eye." Menge errichtet, und die Kinder der Landleute und Städter besuchten Die Tage vergingen einer nad dem anderen, und ich athmete fie zugleich mit den Söhnen der Adligen. Atlen ftanden Aemter und etwas freier, als endlich auch der Sonnabend zu Ende war und ich Würden offen. ,,Zanidi, vom Bauernstande, schrieb lateinische Verse, für den kommenden Tag doch einer kleinen Abwechselung entgegen: die ihm einen ausgebreiteten Ruf erwarben; Dantyszek, der Sohn seben durfte; dabei war ich nicht wenig auf die Predigten begierig, eines Seilers, gleichfalls Dichter, wirkte auch als Abgeordneter und, an denen der Herr Pastor die ganze Woche lang so emsig gearbeitet im Senat als begabter Mann; Kromer, der Verfasser einer Chronit hatte. Als ich mich am Abend wie gewöhnlich im Súlafzimmer der Polens, Sdriftsteller und Redner in der lateinisden und polnisden jungen Gentlemen einfand, gewahrte ich zu meinem Erstaunen daselbst Sprache, Bischof von Warmien (Ermeland), war ebenso von niederer die Anwesenheit zweier weiblicher Wesen aus dem Chore, welche baHerkunft", u. s. f. Polen hatte einen guten Anlauf genommen, mit mit beschäftigt waren, ben jungen Herren die Beine zu waschen und dem Vorgehen der europäischen Civilisation gleichen Sdritt zu halten. abzutrođnen. ,,'Tis washing day on Saturdays ", meinte Mr. Martin Allein die Köpfe der großen Mehrzahl des Adels waren allzusehr mit der Bärtige, sein nactes Bein aus dem Wasserfasse herauslangend Privilegien und Reichstagsgeschäften angefüllt, als daß sie noch weitere und dem jungen Dienstmädchen überreichend, welche fich beim Ab. Lebren bätten aufnehmen können.

(Schluß folgt.) trodnen desselben nicht eben sehr zu übereilen schien, während Mr. Mars

tin diese Dperation mit größter Gebult an sich vollzieben ließ. England.

Nun, dem Reinen ist Alles rein, dachte ich.

Der ersehnte Sonntag brach endlich an, aber id sollte bald Urs Ein Beitrag

fache finden, die Ungeduld zu bereuen, mit der ich ihn erwartet hatte. zur Erziehungs-Geschichte der Iugend in England.

Die Wochentage waren eine wahre Erholung im Vergleich mit der Von einem Deutschen' in England.

Strafe, des frommen Mannes eigens fabrizirte Predigten am Vors (Scluf.)

und Nachmittage mit anhören zu müssen. 3d hoffe, fie wird mir Mir ward, ich muß es geftchen, etwas shwer ums Hera, als ich zugute geførieben irgendwo. Die Congregation war überdies wenig daran dachte, wie manchesmal die liebe Sonne noch auf und unter zahlreich und beftand in ihrer größeren Hälfte aus den Bewohnern geben müsse, ehe der Quartal - Abshluß herangerüdt sei. Das Kamin- der Hall

. Unser Chor batte hier buchstäblich die Rolle des Chores feuer im Schulzimmer glimmte nur noch matt und verdrossen und zu übernehmen, nämlich die vorgeschriebenen Gebete nachzusagen, war dem gänzlichen Verlöschen nabe. Müde und abgespannt suchte worin derselbe eigentlich nur von Miß Calf fräftig unterftüßt ward, aud ich mein Lager auf, nachdem ich vorher – der Hausvorschrift da die übrige Gemeinde fich schon bei diesem Theile des Gottes gemäß den jungen Leuten das. Nadatlicht weggenommen hatte. 30 dienftes ziemlich schläfrig erwies. Die Predigten des frommen Man= fand sie dieses Mal nicht auf den Knieen, da sie mir vermuthlich an nes anlangend, so sollte ich bald gewahren, daß ich dem Vaterlande gemerkt haben mochten, daß ich auf Beobachtung dieser Ceremonie stilles Unrecht abzubitten hatte. Jos hatte immer geglaubt, die firche schwerlich bestehen würde. Sie waren vielmehr auf den Beinen liche Reaction beklagen zu müssen, die in den leßten Jahren über uns und jagten fich wie junge Raßen zwisden und unter den Betten gekommen und von der es hieß, daß fie Deutschland um die dwer berum. 3m Weggeben rannte ich fast mit Mrs. David zusammen, erkämpften Früchte seiner Reformation bringen werde. Hier saß ide die eben zur Thür hereinwollte, aus der ich herauszuschreiten im Bes aber mit einem Male mitten im blühendften Mittelalter mit au seis griff stand. Sie flötete den jungen Gentlemen zu, daß sie ihre Kins nen Teufeln und Gespenstern, und die donnernden Zornegworte eines der aufweđen würden, wenn sie soviel Lärm machten. Als ich mich Dr. H., pie so beredt von dessen lippen floffen und die ich noch vor wieder umwandte, lag mein ganzes Peloton auf den Knieen und betete zwei Jahren als das non plus ultra orthoborer Auffassung betrachtet inbrünstig.

hatte, erschienen mir jeßt wie vom lichte der Aufklärung umftrabit 3ch weiß nicht, durch welchen Zufall sid meine Gedanken meinem im Vergleich mit der Philippifa, die Rev. David von dem nämligen Freunde, Monsieur Frédéric Hausman aus Schwaben, zuwandten, als Papiere ablas, welches er die Woche über so emsig beadert hatte. Der ich mich endlich in meine Kammer zurücgezogen und bereits in meine milde Mann, mit den heute wo möglich noch sorgfältiger gescheitelten Deden gewidelt batte, aber das weiß ich, daß durch eine naheliegende Haaren, rief nicht nur die ewige Verdammnif berab auf all die un3deen-fociation mir plößlich meine furze Meerschaumpfeife einfiel, glüdlichen Millionen armer Menschenfinder, die sich statt des Holy die id vor einem halben Jahre noch in den einsamen Urwäldern Prayer - book etwa eines anderen Ratechismus wie des Korans Minnesota's geldmaudyt hatte. 3 sprang daber rasch wieder auf, oder Talmude, zu bedienen angewiesen waren, sondern die Wucht seines holte den Zröster in mander trüben Stunde aus seinem alten Futterale Bornes traf aud piejenigen irrenden Schafe der eigenen Mutterkirche, hervor, lub ihn mit dem Reste meines Bird's-eye von Wishart & Lloyd die fich dem verderblichen Wabne bingaben, den Tag des Herrn etwa

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