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schon nach den ersten Symptomen eintretender Befferung befriedigt

die Hände in den Schooß legt. Die Schifffahrt auf den deutschen Strömen.

Indem der Verfasser auf möglichst umfassende Befreiung der Wie fehr es auch zu beklagen ist, wenn in einem Volte oder gar Stromschifffahrt hinarbeitet, hält er den gegenwärtigen Moment, in in einem Zeitalter das Streben nach materiellen Vortheilen so weit welchem die von den Uferstaaten ratifizirte Donau - Afte der Pariser die Oberhand gewinnt, daß dadurch die höheren Interessen bes mensdh Konferenz vorgelegt werden soll, für geeignet, in dieser wichtigen Anlichen Lebens überwuchert und erstidt werden, so kann es doch keinen gelegenheit einen Schritt vorwärts zu thun. Zwar erkennt er an, daß größeren Irrthum geben, als die Auffassung, welche im vermeintlichen nach dem Wortlaut des Pariser Friedens vom 30. März 1856 die Interesse Höherer Gesichtspunkte auf alle Bestrebungen nach materiellen Konferenz von dem Abschluß des erwähnten Schifffahrtó - Vertrages Verbefferungen mit Argwohn oder mindestens mit vornehmer Gering nur einfach Aft zu nehmen, d. h. ihn protokollarisch zu registriren habe. fchägung berabsieht. Weit davon entfernt, schon an sich und ihrer Andererseits aber ist der mit der Abfassung der Donau-Akte beaufNatur nad in einem diametralen Gegensas oder in einem feindseligen tragten Kommission der Uferstaaten aufgegeben worden, in derselben Verbältniß zur Förderung der geistigen und fittlichen Kultur und zu die von der Wiener Kongreß-Akte aufgestellten Grundsäge über die einer gesuuden Entwicelung der politischen Zustände zu stehen, bereitet Schifffahrt auf solchen Strömen, welche das Gebiet mehrerer Staaten die Sorge für Hebung des materiellen Wohlftandes vielmehr für die durchschneiden, zur Anwendung zu bringen, und daraus folgt, daß jeder gedeihliche Entwidelung dieser höheren Interessen einen günstigen Staat, welcher den Pariser Frieden unterzeichnet hat, auch wenn er Boden. Wie das Individuum, welches der Noth des Lebens und der nicht zu den Donauftaaten gehört, das Recht befißt, gegen die DonauSorge um das tägliche Brob entrückt ist, nicht blos in fittlicher Be Afte Einspruch zu erheben, falls er diefelbe mit den Prinzipien der ziehung vor vielen Anfechtungen bewahrt wird, mit denen die Sorge Wiener Kongreß - Afte nicht im Einklange findet; ja, dieses Recht um den Erwerb des Nothwendigen den Armen und leidenden heim- fteht nicht nur den Unterzeichnern des legten Pariser Friedens, sondern sudt, fondern auch im Stande ist, für den besseren Theil seines sämmtlichen Unterzeichnern der Wiener Kongreß- Afte zu. Im Falle Daseins Sorge zu tragen und seine Thätigkeit über den Kreis der per- einer solchen Reclamation würde sich die Pariser Konferenz der Aufsönlichen Interessen auf die Förderung des allgemeinen Besten aus gabe nicht entfdlagen fönnen, die Hebereinstimmung der Donau - Afte zudehnen, fo lehen sich auch ganze Bölfer durch die Hebung ihres mit den im legten Pariser Frieden als maßgebend für dieselbe binmateriellen Wohlstandes in die Lage verfekt, mit größerem Nachdruck' gestellten Prinzipien einer Prüfung zu unterziehen. Mit dieser Aufund größerer Aussicht auf Erfolg nach den höheren Gütern des Lebens faffung steht es auch im Einklang, daß bei den Wiener Kongreß - Vertrachten zu können, 'mag auch immerhin in manchen Individuen das handlungen die Regelung der Schifffahrt auf solchen Strömen, welche Streben nach materiellem Gewinn zu einer widerwärtigen Unersätt- mehrere Staaten durchschneiden, stets als eine europäische Angelegenlichkeit sich steigern. Vor allem ist es in politischer Beziehung von beit behandelt und daß die einzelnen von den Uferftaaten ausgearbeites Bedeutung, daß materieller Wohlstand eine der sichersten Grundlagen den Verträge stets der Sanction des Ausschusses der acht Mächte eines selbständigen Wesens und eines unabhängigen Sinnes bildet, unterzogen sind. Der Begründung dieser Thatsache widmet der Berund daß das Gefühl der Unabhängigkeit, wo es in der Brust derfaffer eine ausführliche Auseinandersebung und gewinnt daraus das Bürger Wurzeln geschlagen hat, die beste Bürgschaft für den Sieg Resultat, daß jede damals in Wien fontrahirende Macht befagt ift, politischer Freiheit und eventuell für die Behauptung berselben dar. ihr aus den Wiener Artikeln hervorgehendes Recht in jeder dem bietet. Es ist auf den erften Anblick eine entmuthigende Erscheinung, Völkerrecht oder, falls es eine Bundesmacht wäre, dem Bundesrecht daß in Zeiten des politischen Verfalls und politischer Gewaltherrschaft, entsprechenden Weise zu verfolgen", und daß die Deutschen große in denen der Patriot so gern die ganze Kraft und Thätigkeit des Thoren fein würden, wenn sie aus Nachläffigkeit und Trägheit den Voltes auf dem politischen Gebiet konzentrirt fehen möchte, die große Fremben in der Ausübung dieser Befugniß den Vortritt laffen Mehrzahl des Bolfes fich mit beunruhigender Haft auf materielle wollten. Beftrebungen wirft, und es ist feine Frage, daß dadurch mandhe tüch Desterreich bat, fährt der Verfasser fort, einen Vergleich der tige Kraft leider für immer auf beklagenswerthe Abwege gelenkt wird; Donau-Akte mit den Beftimmungen des Wiener Kongresses nicht zu aber im Großen und Ganzen werden in solchen Perioden doch nur fcheuen. Die Donau Akte gewährt den Sớiffen aller Nationen das die Waffen vermehrt und geschärft, die nach fürzerer oder längerer Recht, som Meere aus bis zu jedem an der Donau gelegenen Punkte Frist unwiderstehlich einen politischen Umschwung erzeugen.

zu fahren, an jeder Zwisdenftation die aus dem Meere mitgebrach Von allen materiellen Verbesserungen stehen diejenigen, die eine ten Waaren und Personen ganz oder theilweise auszuschiffen und für Erleichterung des Verkehrs bezweden und Menschen und Völker einander das Meer bestimmte Waaren und Personen einzunehmen. Nur der näher rüden, in der unmittelbarften Beziehung zur Förderung der Kuls Verkehr zwischen den einzelnen Pläßen an der Donau felbft, sofeon tur. Es verdient deshalb vollen Dank, daß Hr. Prof. Wurm in Ham er nicht das Meer berührt, ist den Schiffen der Uferstaaten vorburg fich durch die Donausdifffahrts-Afte vom 7. Nov. 1857 Beran behalten. Der Berfasser weist nach, daß diese Beftimmungen mit den laßt gefühlt hat, in einer kleinen, nachdrudsvollen Schrift“) die all- Prinzipien der Kongreß - Afte, die nur ein Minimum von Redten feftgemeine Aufmerksamkeit auf eine der wichtigsten materiellen Fragen, stellen wollte und überdies in manchen wesentlichen Punkten von den auf die Freiheit der Stromschifffahrt überhaupt und insbesondere ursprünglich liberaleren Intentionen der in Paris paziszirenden Mächte auf die Befreiung der deutschen Ströme, zu lenken. Die betreffende abwich, nicht in Widerspruch stehen, ja, daß fie der Schifffahrt ein Schrift liefert einen Wiederabdruck der von dem Verfasser in der größeres Maaß von Freiheit fichern, ais es ihr auf anderen deutschen ,,Hamburger Börsen-Halle" publizirten Abhandlungen, mit einem Vor Strömen zusteht, auf denen bald die Schiffe der Nicht. Uferftaaten wort, welches einen eindringlichen Aufruf an die energische Thätigkeit ganz ausgeschlossen sind, bald der Binnenverkehr zwischen verschiedenen jebes Einzelnen für praktischen Fortschritt enthält und in beberzigens: Plägen eines und desselben Uferstaates eben nur den Unterthanen werthen Worten vor dem laissez-faire warnt, das sich in unbegründete dieses einen Uferstaates oder der Verkehr zwischen den Pläßen in Hoffnungen einwiegt, das Beffere wie ein durch eigene Arbeit absolut zwei benachbarten Uferftaaten, nur den Unterthanen diefer beiden nicht zu erringendes Göttergeschenk geduldig von Oben erwartet und Staaten, mit Aussdluß der Unterthanen aller anderen Uferftaaten,

vorbehalten wird. Ebenso weist der Verfasser nach, daß die Grund

fäße, nach denen die auf der Donau zu erhebenden Schiffsabgaben *) , Fünf Briefe über die Freiheit der Flußschifffahrt und über die DonauAfte vom 7. November 1857". Von 6. F. Wurm. Leipzig, 1858. 8. Ber:

bemessen werden sollen, vergleichsweife liberaler sind als auf allen lag von G. Mayer.

anderen deutschen Strömen, und daß neben diesen Bestimmungen

namentlich die auf der Elbe geltenden Normen im traurigsten lichte die Neutralität der Flußidifffahrt find dem Schriftchen als Beis erscheinen.

lagen beigegeben. Die Pariser Konferenz wird also an der Donau-Akte vom Standpunfte der Wiener Kongreß-Akte aus schwerlich Ausstellungen zu

England. machen haben. Aber sie könnte jeßt, nadidem sie den Prinzipien der Teşteren für die Donau Geltung verschafft hat, endlich einmal fragen,

Ein Beitrag wie es denn mit der Anwendung dieser Prinzipien auf die anderen

zur Erziehungs-Geschichte der Jugend in England. Ströme ftehe, welche die Wiener Kongreß- Afte im Auge gehabt; fie

von einem Deutschen in England. könnte noch weiter gehen und unter Zuziehung von Abgeordneten der

(Fortseßung.) Mächte, welche die leßtere Afte unterzeichnet haben, auf der Pariser Id glaubte mich zunächst mit Theilnahme nach dem Scharladh fieberKonferenz aber nicht vertreten sind, eine Revision der in der fall in meines Paftors Familie erkundigen zu müssen. Er schien mich gar Wiener Akte enthaltenen Bestimmungen über die Stromschifffahrt vor- nicht zu verstehen, und erst als ich ihn daran erinnerte, daß ja dieser nehmen und dieselben in einer den gegenwärtigen Bedürfnissen des Umstand meinen Aufenthalt in London um vierzehn Tage verlängert Handelsverkehrs entsprechenden Weise erweitern. Manche Gründe, die habe, meinte er lächelnd, daß der Fall fo viel nicht zu bedeuten habe, im Jahre 1815 das Minimum der dem Schiffsverkehr zu gewähren, während um Mrs. David's und um Miß David's Lippen ein Lächeln den Rechte herabdrückten, find jeßt wenigstens zum Theil weggefallen, spielte, welches mir fast wie eine Art Mitleiden ob meiner Naivetät Ž. B. daß die vollkommene Freigebung der Binnenschifffahrt auf den auszudrücken schien. 30 Greenhorn wußte noch nicht einmal, daß mehrere Staaten durchschneidenden Strömen keine Reziprozität finden Scharlachfieber, Masern u. dergl. anstedende Krankheiten immer um würde, und jenseits des Oceans find liberalere Grundsäße bereits die Zeit der baldigen Beendigung der Vierteljahrs- Ferien grasfiren faktisch zur Anwendung gefommen. ,,Die Konferenz“, sagt der Ver und einen Aufschub in der Ankunft der jungen Gentlemen erforderfaffers, , würde gewiß nicht aus ihrem Pfade gehen, nicht etwas Un- lich machen, der für das Budget des Herrn Paftors allerdings gerade erhörtes unternehmen, wenn sie dieser Angelegenheit fich annehmen keine Belastung ift. wollte. Den Bemühungen um einen wesentlichen Fortschritt des Böl Die jungen Gentlemen – zehn an der Zahl — langten endlich kerrechts in Bezug auf den Seefrieg würden solche Erleichterungen einer nach dem anderen an. Es waren zwei Brüderpaare darunter, des Verkehrs fich würdig anreiben. Wenn die Händel in der Türkei, und diese bezahlteu ausnahmsweise nur 100 Pfund Sterling, da der wenn die Gränzberichtigungen, wenn selbst die Mifsethaten der belgis regelmäßige Preis für einen einzelnen Knaben 60 Pfund Sterling schen Presse längft vergessen, wenn die Leidenschaften und die Besorg- jährlich betrug. Es waren zumeist Söhne von Farmern aus der Umnisse der Gewaltigen in Zukunftsstürmen verweht sind, wird dasjenige gegend, von denen einige nur mühsam diese beträchtliche Summe ernachwirten und anerkannt bleiben, was im Interesse des friedlichen schwingen konnten, für welche sie aber auch die Beruhigung genossen, Völferverkehrs, im Sinne der fortschreitenden Gesittung gedacht, ges ihren Kindern wenigstens eine ausgezeichnete Erziehung verschafft zu fördert und durchgeführt worden. Wohin wir uns wenden, weit über haben, die ihnen das spätere Fortkommen in dieser barten Welt nicht den Bereich der Wiener Beschlüsse hinaus, geht durch die Welt der wenig erleichtern werde. – Zum Abendessen waren die jungen Herren Ruf nach Befreiung der großen Wasserstraßen, einer Befreiung, die alle versammelt; die meisten zwischen zwölf und dreizehn, einige viernicht als eine Gunst, sondern als eine Shuldigkeit der Regierungen zehn und funfzehn, einer sogar siebzehn Jahre alt, und nach Beendia betrachtet wird". Und am Schlusse: „Die Pariser Konferenz wird in gung desselben knieeten wir alle, - Mrs. und Miß David, Miß ihrer Stellung den Beruf, im Bedürfniß der Völker den Sporn fin- Calf und ein halbes Dußend weiblicher und männlicher Dienstboten, den, in diesem Sinne vorwärts zu geben, die Befestigung, wo es worunter auch mein Ponytreiber, der etwas roth im Gesicht aussah, nöthig ist, die Erweiterung und überal die Vollziehung der Wiener mit eingeschlossen – andächtig, so glaubte ich wenigstens, im SchulGrundfäße Herbeizuführen. Derselbe Sporn wird nicht fehlen bei der zimmer nieder und beteten dem frommen Geistlichen nach, daß wir Rommission für die Elbschifffahrt, die im Laufe des Sommers in allzumal elende Sünder seien, daß wir wiederum Dinge gethan hätunserer freien Stadt zusammentreten fol.) Laffen Sie mich zum ten, die wir nicht hätten thun sollen, und Dinge nicht gethan hätten, die Soluß auf ein Mittel aufmerksam machen, das für ein gedeihliches wir hätten thun sollen, und daß keine Gesundheit in uns sei - Amen! Ergebniß kaum hoc genug augeschlagen werden kann. Ich meine Die Jungens gingen hierauf zu Bette, und ich war nicht wenig überden jest nicht mehr ungewöhnlichen Entschluß der unverweilten rascht, als ich ihnen eine Viertelstunde darauf das Nachtlicht wegVeröffentlichung der Protokolle. Die Nation hat ein Recht darauf, nahm, fie vor ihren lagerstätten abermals auf den Knieen zu finden, zu wissen, wenn es nicht vorwärts geht, an wem die Schuld liegt. da wenigstens mir das offizielle Gebet unseres Paftors im Grunde Und jede Regierung hat ein Recht darauf, aller Welt zu beweisen, erschöpfend genug erschienen war. daß an ihr die Schuld nicht gelegen hat."

Die Töne einer großen Glode wedten mich am anderen Morgen Es ift der Schrift Wurm's zum Vorwurf gemacht worden, daß gegen 7 Uhr, und da der Tag falt und meine Rammer wenig Einfie die Thätigkeit der Konferenz, die sich unter Mißachtung der Soudes ladendes zu Morgen-Betrachtungen barbot, so beeilte ich mich, derrainetät der Einzelstaaten bereits mit ganz ungehörigen Dingen gleichen im Sulzimmer anzustellen, wo ich doch ein gemüthliches befaßt hat und vom Kaiser Napoleon dazu zu benußen versugt wird, Raminfeuer anzutreffen hoffen konnte. Jo täuschte mich indeß hierin, ibm eine schiedsrichterliche Rolle in europäischen Angelegenheiten zu und war genöthigt, mein Blut mittelft ein paar rascher Gänge durch fichern, noch zu erweitern und dadurch die durch das Kongreßwesen den Garten in etwas erhöhte Circulation zu verseßen. Das Feuer schon hinlänglich bedrohte Selbftändigkeit der Einzelftaaten noch wurde erst kurz vor 8 Uhr in Brand gestedt, als die Glođe uns zum mehr zu beeinträchtigen sucht. Aber, abgesehen von der Thatsache, Morgengebet zusammenläutete. Nach und nach fand sich das gestrige daß die Regelung der Stromschifffahrt allgemeinerer Natur und Auditorium wieder zusammen. Das Peloton der juugen Gentlemen auf dem Wiener-Kongreffe ftets vom europäischen Standpunkte bes bersammelte sich zuerst am Feuer - obgleich nicht ganz vonzählig, bandelt worden ist, Theint uns dieser Einwand auch durch die wie ich zu meiner Verwunderung gewahrte. Dann die Glieder Das inzwischen erfolgten Ereignisse beseitigt zu sein. Wie unruhig und vid’s, Miß Calf und endlich Mr. David selbst. Beim Eintritte jedes bedrohlich die franzöfische Politif fich auch geberden mag: fie hat in einzelnen Familiengliedes begann sogleich die Operation des gegender legten Zeit eine so beträchtliche Reibe entschiedener Niederlagen seitigen Händeschüttelns, die namentlich Miß David mit erstaunlicher erlitten, daß zur Zeit an eine schiedsrichterliche Stellung Franks Tapferkeit an jedem einzelnen der versammelten jungen Gentlemen reichs in europäischen Angelegenheiten nicht füglich mehr gedacht vollzog, auch Miß Calf ersdien mir recht rüftig dabei, nur war fie werden kann. Wir fönnen daber die Forderung des Verfassers aud stumm wie eine Bildfäule, was von den anderen beiden Damen nicht nicht für unpolitisch halten, glauben vielmehr, daß er zur Zeit behauptet werden fonnte, die gewissenhaft den Namen jedes einzelnen für eine gute Sache aufgetreten ist. In jedem Falle werden die be Gentleman dem vorausgeschidten good morning beifügten. Mrs Dataillirten Angaben über die gegenwärtigen Zustände der Stromschiff- vid pflegte sogar noch eine kurze Conversation damit zu verknüpfen. fahrt dem Leser zeigen, woran es uns fehlt, und das Jateresse für Good morning, Mr. Hardwick, hope you are well, Sir?” die von dem Verfaffer verfochtene Sache des freien Verkehrs ver Mr. Hardwid junior hatte am geftrigen Tage fein zwölftes ftarten.

Lebensjahr angetreten und behauptete, daß er ganz wohl sei.' Die Artikel der Wiener Kongreß-Atte über die Flußschifffahrt, „Good morning, Mr. Fisher, rather chilly this morning, Sir!" eine Uebersicht der Verträge über die Schifffahrt auf den Flüffen, Mr. Fisher, dessen Gesicht ganz blau aussah und dessen Hand, die mehreren Staaten gemeinsam sind, die Bestimmungen des legten wie ich mich soeben überzeugt hatte, so kalt wie die Nase eines gefunPariser Friedens über die Donauschifffahrt, ein vollständiger Abdrud den Jagdhundes war, gestand zu, daß es ziemlich froftig sei. der neuen Donauschifffahrts - Akte und endlich einige Notizen über Good morning, Mr. Martin, low are you this morning, Sir?”

Mr. Martin war zwei Köpfe größer als Mr. Fisher und hatte *) Hoffentlich wird bei dieser Gelegenheit auch von deutschen Regie: schon einen recht netten Anflug von Bart unter der Nase. rungen die bisher nur von parlamentarischen Stimmen des Auslandes ans

„Very well, Mam; I thank you, Mam" meinte er: gegriffene Berechtigung des ., Staber Zolleg“, über welchen die Wurmsde Schrift fehr belehrende Mittheilungen enthält, zum Gegenstande fontradiktori

Nach einer Weile erschien bas halbe Dußend männlicher und

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der Paftor gab das Zeichen, zum Niederseßen und las das Rapitel Eiern und ähnlichen Delikatessen beladen. Der Geist nahm indeffen aus dem alten Teftamente vor, woselbst beridhtet wird, wie den bei seinen Weg nicht nach dem Schulzimmer, sondern verschwand vielmehr Den Engeln, die Lot's Haus in Sodom besuchen, ein so feltfamer in Mr. David's Studirzimmer. „Ay, ay, old boy!” dachte ich, und Empfang von dem männlichen Theile der Einwohnerschaft der Stadt es fielen mir unwillkürlich Heine's Worte ein: zu Theil ward. Dann durften wir wiederum sämmtlich niederknieen,

, 3ch kenne die Weise, ich kenne den Tert, und ich bernahm mit einiger Verwunderung, daß wir seit dem gefirigen

,,Ich kenne auch die Herrer Verfasser; Abend fdon wieder eine Menge Dinge gethan hätten, bie wir nicht

„Ich weiß, fie trinfen heimlich Wein bätten thun follen, was mir um deswillen einigermaßen befremdend

,,Und prebigen öffentlich Wasser!" erschien, da ich

- wenigstens was meine Wenigkeit anlangte - ganz Die metalne Zunge der oft erwähnten großen Glode machte meibestimmt wußte, in der Zwischenzeit nichts weiter gethan, als im Bette nen gymnastisden Uebungen im paftorlichen Garten ein Ende und gelegen und geschlafen zu haben. Nach diesem Gebete kamen noch drei rief mich zurüd in das Soulzimmer. Es war 9 Uhr. Die Unterrichtsoder vier andere, in denen allen ich meine Unwürdigkeit einzugestehen ftunden sollten beginnen. 3. griff bereits nad Delille'o französischer and um ein zerknirschtes und gebrochenes Herz zu bitten veranlaßt Grammaire, als mir der Geistliche mit einem zwar fanften, aber ward, welches lektere mir beinahe überflüffig erschien, da Umstände vorwurføvollen Blice die Bibel überreichte. „Prayers, Sir, if you verschiedener Art - die indeß nicht hierher gehören – mich mit please!" sagte er, meine profane Ansicht von einem sofortigen, anstandseinem solchen leider schon fast zur Genüge gesegnet hatten und ich losen Beginnen des Unterrichtes in irdischen Dingen berichtigend. Die hierin vielmehr eine Veranlafsung zu finden versucht warb, den lenker Psalmen wurden aufgeschlagen. Zehn Jungen, zehn Psalmen. Die aller Dinge just um das völlige Gegentheil, nämlich um ein muth- Rechnung war einfach. Ein Jeder las einen davon ab, und als der volles und unerschrockenes Herz, anzusprechen. 3ch behielt diese Mei Lefte geendet hatte, waren so zie

Leßte geendet hatte, waren so ziemlich Stunden über dieser wiffennung indeffen natürlich für mich, da ich doch den frommen Mann nicht schaftlichen Bestrebung verflofsen. Wir waren aber noch nicht fertig. unterbrechen konnte, dessen gen Himmel gerichteter Blick und salbunggo Der Paftor fiel auf die Kniee, wir Anderen durften dasselbe thun, volle Stimme ein wahres Bild leibhaftiger Reue und Zerknirschung und er betete für uns Ade inbrünstig um die Früchte wahrer Weisdarbot. Den Søluß unseres geistigen Frühstückes machte das Vater- beit, die wir aber nie dazu anwenden möchten, uns auf die eigene unser, und hierauf ward - zu meiner Erbauung muß ich gefteben – Kraft zu verlassen; er betete ferner, daß der liebe Gott uns nicht zum leiblichen Frühstück gesoritten, nachdem sich der Chor männlicher etwa fdlaff und träge, sondern thätig und aufmerffam möchte sein und weiblicher Dienstboten vorber im Prozessionssdritt, den Stuhl lassen, welche leßtere Bitte offenbar eine sehr vernünftige war, von vor fid haltend, entfernt batte.

ber nur zu wünschen gewesen wäre, daß fie aud etwas geholfen hätte. Das leßtere bestand aus einem Getränk, welches faft wie Kaffee Das Gebet war überdies von ziemlicher länge, und es sólug 10 Uhr, aussah und von Mrs. David aus einem sehr großen Refsel in sehr als wir uns wiederum auf die Beine stellten. – Jeßt endlich schien kleine Caffen gefüllt wurde, welche, von Hand zu Hand gehend, die das Tagewerk im Ernste beginnen zu sollen. Reibe um den Tisch machten, bis wir endlich ade – die dem Ressel „Please, take those boys in French", sagte der geistliche Herr zunächst Sißenden zuleßt - ein derartiges Geschirr vor uns batten. und wies mir vier Stüd Jungens zu; die ich in der einen Ede der Diese Präliminarien waren kaum beendet, als die Thür aufging und Stube in Frankreichs Idiom einweihen sollte, während er sich mit dem der Rest des Pelotons der jungen Gentlemen - drei an der Zahl - Refte der Gemeinde auf der anderen etablirte. Die Lehrmethode zum Vorschein fam. Die Dperation des Händeschüttelns begann von meines geistlichen Würdeträgers feßte mich dabei in nicht geringes neuem, mit der Modification jedoch, daß Mr. David nach gebotenem Erstaunen. Ich hatte schon als Zunge immer nicht begreifen fönnen, Guten Morgen bei jedem Einzelnen der jungen Herren mit milder wie es Cäfar möglich gewesen sei, drei Briefe ganz verschiedenen InStimme hinzufügte: „You are fined, Sir!" 3 erfuhr auf Ben Halts an eben soviel Nadsdreibende zu diftiren, und jeßt mußte ich fragen, daß dies soviel heißen folle, daß jeder Spätling zur Strafe in meinem vierunddreißigften Jahre erleben, daß ein englischer Dorffür feine Berspätung beim ersten Male in jeder Woche einen Penny, Geistlicher den Cäsar schlug. Er unterrichtete gleichzeitig, d. 5. auf beim zweiten Male zwei Penny u. f. w. an den Herrn Pastor zu einmal und in einem Athem, in drei Gegenftänden, von denen sich bezahlen habe. Mr. David realisirte, wie ich sehr bald fah, all allenfalls behaupten ließe, daß sie nicht mehr mit einander gemein wöchentlich ein recht nettes Sümmchen auf diese Weise, da mehrere haben könnten, als die Themata zu Cäsar's Briefen: Mathematik, der Zungen von ihren Aeltern soviel Tassengeld erhielten, daß fie Lateinisc, Griechisch. — Er ging dabei mit einer Defonomie zu fich aus den paar Penny nicht gerade viel zu machen brauchten und es Werke, um die ihn ein Stratege hätte beneiden können. Aus den ihm beffer fanden, ein halbes Stündchen länger im warmen Bette liegen verbliebenen sechs Jungen bildete er nämlich drei Klassen, von denen zu bleiben. Das Zeugniß muß ich ihnen überdies geben, daß fie eine jede zwei Stück Zuhörer enthielt. Anfänglich glaubte ich irrzum leiblichen Frühstück regelmäßig noch zeitig genug erschienen. thümlicher Weise, daß diese Classification aus meines Pastors VorAußer dem Getränke, das faft wie Kaffee aussah, war die lange liebe zur Symmetrie und Gleichförmigkeit hervorginge, da ich wenigSchultafel noch mit drei Tellern belaftet, auf welchen sich mit Butterftens einen pädagogischen Grund zu derselben nicht aufzufinden verbeftrichene Brodschnitten befanden. Den jungen Gentlemen schien mochte, indem die Jungens – wie ich bald genug gewahrte – genau es - Gott weiß, aus welchem Grunde, -- besonderes Bergnügen zu auf einem und demselben Höhepunkte der Entwidelung standen, nämgewähren, diese Teller fo rasch als möglich zu leeren, worauf sodann lich Einer so dumm war wie der Andere. Dann legte er einer jeden Mr. David einem herbeigerufenen dienftbaren Geifte deren abermalige Klaffe ein Lehrbuch des entsprechenden Unterrichts-Faches, ben MaBefrachtung auftrug, welchen Auftrag er mitunter noch ein oder zweis thematik-Schülern auch noch ertra eine Schiefertafel vor, und hierauf mal zu wiederholen hatte, so der innerlichen, emsig unterdrüdten ermahnte er die Herren, ja nicht etwa ihre kostbare Zeit zu vers Heiterfeit der jungen Herren immer neuen Stoff zuführenb. Das schwenden, sondern mit Fleiß und Ausdauer an das Tagewerk zu ges verabreichte Getränk batte eine sehr bedeutende Temperaturhöhe und ben. Er felbft ging ihnen mit gutem Beispiel voran und begann konnte demzufolge auch nur langsam genossen werden, da der gute wader an einer Predigt drauf loszuschreiben, mit der er uns wahr. Ton natürlich nicht gestattete, dafselbe bebufs der Abkühlung in die scheinlich am fommenden Sonntag von der Kanzel berab zu beglüden Untertasse zu gießen. Es dauerte deshalb ziemlich lange, bis die gedachte. Audy ein fonderbarer Mathematit-Unterricht!" bachte ich Tafsen geleert waren. Als dieser Fall endlich bei allen eingetreten bei mir, als ich die Jungen eine Weile beobachtete, die dergestalt zu war, fragte Mrs. David der Reibe nach jeden einzelnen Gentleman, zwei und zwei die erflebten Früchte wahrer Weisheit zu ärndten fich ob er noch etwas Raffee wünsche? Mir fiel bei dieser Frage ordentlich bemühten. Der eigentliche Eintheilungsgrund zu den Klassen wurde ein Stein pom Herzen, denn nichts basse ich mehr, als Zweifel oder mir überbies jeßt auch klar. Der Herr Paftor hatte nicht leitfaden Unwiffenheit über das, was ich eigentlich genieße. 3d fonnte ießt genug, sonst hätte er gewiß sechs Klafsen gemacht und in sechs Fächern völlige Beruhigung fassen. Kaffee war von jeher meine Lieblings unterrichtet. Die Jungen ftierten nun wohl über dem Tische paarErfrischung, ich bin gang Sachse geblieben in diesem Punkt. Die weise in die ihnen vorgelegten Elementarbücher, wadelten auch hier jungen Gentlemen mußten auf die ihnen also und in aller Form vors und da mit den Lippen, wenn sie des Paftors Auge auf sich gerichtet gelegte Frage ein Jeder antworten: ,,if you please, mam", was vermutheten – fanden dabei aber noch Zeit genug, unter dem Tisde fie auch Alle thaten, ohne Ausnahme, am ersten Tage wie am leßtenallerhand Kurzweil vorzunehmen. und ich hatte zwei Monate lang das Vergnügen, diesem Gramen beis Das hieß denn doch die Sache faft etwas zu leicht nehmen, zawohnen. Nach Vertilgung der mit Hülfe dieser geringen Formalität dachte ich in meiner Unschuld und beschloß, wenigstens meinerseits erlangten zweiten Tafse wurde die Tafel aufgehoben, und mein Pelo- womöglich etwas mehr Eifer und Lebendigkeit in den jungen Gentles ton marscirte am Kamin-auf, mir, seinem legitimen Kommandanten, men zu entwickeln. Ich hatte indessen bald Ursache, diesen ehrlich jede Möglichkeit benehmend, etwas von der wohithuenden Wärme der gemeinten Vorsaß zu bereuen. Den jungen Leuten war eigenes NachInifternden Flamme zu erhaschen. Ich nahm also wiederum zu einem denten und geiftige Anspannung etwas so Fremdartiges, daß fie die Spazierlauf durch den Garten meine Zuflucht. Beim Hinausgehen an sie gestellte Zumuthung, auf eine Frage antworten zu follen, die gewahrte ich den bienftbaren Geift von heute Morgen wieder, aber nicht wörtlich in derselben Fassung in ihren Büchern stand, anfänglich diesmal nicht mit mageren Brodidhnitten, sondern mit einem redt gar nicht begriffen, dann aber mit ungebeuheiter Indignation von ftoffhaltigen, foliden Frühstück von duftendem Roastbeef, gefottenen fids wiesen, sich dabei wenig um die meinerseits hin und wieder

angewandten aufmunternden Epitheta febrent. Ich fah bald ein, daß Ida von Düringsfeld gegenwärtig über die neueste vlaemische schöne hier nichts zu thun und es das Beste fei, zu lebren, was im Buche Literatur bearbeitet. ftebe und begann alfo die verschiedenen Variationen auf die franzöfte Ein ähnliches Werk in franzöfischer Sprache, welches jedoch die iden bestimmten und unbestimmten Artifel, ihrer grammatikalen Reihen- gesammte niederdeutsche Literatur von den ältesten Zeiten bis jest folge nach, abzuhören. Da der Herr Paftor bald ebenfalls zur münd- umfaffen soll,' wird von Ch. Štallaert und A. Willemo sorbereitet. lichen Ueberhörung der von seinen drei Shülerklaffen unterdessen ein- Der leßtere, obgleich noch sehr jung, hat fich bereits durch einige gelernten lectionen fdhritt, fo befam das vorher so schläfrige Shul- literarhiftorische Studien über den Dichter Hooft und das alte Gezimmer jeßt ein etwas lebhaftered Ansehen, und während aus der dicht: „Van den Vos Reinaerde”, „, Reinecke der Fuchs'', ausgezeichnet einen Ede desselben ,,le, la, les ; – du, de la, des!” ertönte, respon- und scheint ganz dem Vorbild seines berühmten Verwandten gleichen dirte es auf der anderen „bic, haec, hóc" etc., welches Konzert, vom Namens folgen zu wollen. Seine kleine Abhandlung: „Wat men in richtigen afuftifden Standpunkt aus — des Effekts sicherlich nicht er Frankrijk zoo al over onze letterkunde denkt

(Was man in mangelte, in fo unmittelbarer Nähe indeß natürlich einige Störungen Frankreich über unsere literatur denkt), ist ein würdiges Gegenstück zwischen den daffelbe ausübenden Parteien unvermeidlich herbeiführte. zu dem vortrefflichen Auffa van Bemmel's: „La Géographie pit(Fortfeßung folgt.)

toresque de la Belgique, selon les écrivains français". Stallaert,

der in diesen Blättern schon genannte Verfaffer einer von der Afa. Belgien.

demie gekrönten Preisschrift: „De l'instruction publique au moyen

âge", hat unter dem Titel: ,,De la littérature néerlandaise au 19me Schriftsteller vlaemischer Zunge.

siècle", zuerst den Redner Jean-Henri van der Palm behandelt und Es hat sich in mehrerer deutschen Blättern bie irrige Angabe von den Dichtern des sechzehnten Jahrhunderts bereits ,,Jonker Jan van verbreitet, die vlaemische Drudpresse in Belgien zähle nur 38 Organe, der Noot" herausgegeben, dem binnen kurzem Jan-Baptista Houwaert worunter drei Tagesblätter und ungefähr ein Dugend Wochen driften. folgen follte. Aber das große historische Werk: „Geschiedenis van

Ein Blick in Dr. Snellaert's ,,Vlaemsche Bibliographie", ober bertog Jan den Eersten van Braband en zijn tijdvak” (Geschichte ,, Liste der von 1830 bis 1855 in Belgien erschienenen Bücher in Herzog Johann des Erften von Brabant und seiner Zeit), welches niederdeutscher Sprache", 'welche im vorigen Herbst von Willems'nädstens erscheinen wird, bat den Verfaffer so in Ansprnch genommen, Fonds in Gent herausgegeben wurde, genügt, um den Irrthum diefer baß er für den Augenblic feine literarhiftorischen Arbeiten hat unterMittheilung zu widerlegen und zugleich zu zeigen, welchen Aufschwung brechen müssen.

Frhr. v. Reinsberg-Düringsfeld. die vlaemische Literatur genommen hat. Dieses Buch enthält nämlich nicht weniger als 3068 Nummern von Schriften aller Art, ungerecha

Mannigfaltiges. net die periodisch erscheinenden Zeitungen, Zeitschriften und Kalender,

- Das Museum von Antwerpen. Unter dem Titel: ,, Caderen Zahl fich auf 210 beläuft.

talogue du Musée d'Anvers”, “) hat die königlich belgische Akademie Wenn man bedenkt, daß von den 4,607,065 Menschen, welche der schönen Künste von einem Verein mehrerer Gelehrten ein Wert der gelehrte Bibliothekar des Königs, Dr. A. Scherer, in seinem vortreff- bearbeiten und veröffentlichen lassen, welches Allen, die fid mit lichen „Annuaire statistique et historique belge” (Bruxelles, 1857) Kunstgeschichte beschäftigen, nicht genug empfohlen werden kann. Es als Bevölkerungszahl Belgiens angiebt, über anderthalh Millionen enthält nämlich nicht, wie die gewöhnlichen Kataloge von Gemäldes wallonischer Abftammung sind und gerade in den ursprünglich vlaemi- Galerieen, blos die Beschreibungen der Bilder, welche fich in dem fchen Provinzen der Volfsunterricht am schwächsten ist, so kann die berühmten Antwerpner Museum befinden, nebst der Angabe ihrer Zahl der vlaemischen Bücher allerdings Verwunderung erregen. 31- bekannten oder unbekannten Meister, sondern auch zugleich authentische, dessen noch auffallender im Vergleich zur Journalistik Deutsølands auf den gründlichsten Forschungen berubende Nachrichten über das ist das Verhältniß der vlaemischen Zeitschriften zur Bevölkerung der Leben der betreffenden Künstler. Besonders die Lebensbeldyreibungen Städte, in denen sie erscheinen.

der vlaemischen Maler finden wir darin zum erstenmale von allen den So 3. B. kommten in Aelst (Aloft), einer Stadt von 16,000 Ein- Fabeln und zum Theil verleumderischen Erzählungen gereinigt, mit wohnern, nicht weniger als vier Wochenblätter heraus. In Antwerpen denen Arnold Houbraken“) und namentlich 3. C. Wegermans) in erscheinen drei vlaemische Zeitungen täglich und eine bellettristische ihren Werken sie durchwebt haben, und welche mehr oder weniger in Zeitschrift wöchentlich. Audenaerde (Oudenarde) besigt bei 6000 Ein- alle späteren Werte über das Leben der niederländischen Künstler wohnern drei Wochenblätter, Dendermonde (Termonde) bei 8000 Ein- übergegangen sind. Selbst viele Daten des fonst gewissenhaften wohnern zwei und Eecloo bei gleich starker Bevölkerung nur eines, De Biet) haben sich als widersprechend mit den in den Archiven der Dirmunde aber bei nur 4000 drei und Geeraerdsbergen (Grammont) Stadt und der Kirchen gefundenen Angaben herausgestellt. Hatte bei 7700 zwei. In Brügge (Bruges) erscheinen drei Zeitungen fchon die erste Auflage des Kataloge des Antwerpener Museums, wöchentlich drei Mal, in Diest zwei wöchentlich zwei Mal, in lier welche 1849 erschien und von A. De faet bearbeitet worden war, (Lierre) bei 14,000 Einwohnern drei, von denen eine ein Mal und eine Masse folcher 3rrthümer widerlegt, so ist dies noch um so mehr die beiden anderen zwei Mal wöchentlich herauskommen. Gheel mit der zweiten Auflage der Fall, bei welcher die durch ihre fünft. (10,000 E.) hat ein Wochenblatt, Hasselt (9700 E.) eine Zeitung, die lerischen und biographischen Arbeiten rühmlichft bekannten Theob. wöchentlich zwei Mal erscheint, Tongeren (Tongres) bei 6500 Ein van Lerius, Pierre Génard, Léon de Burbure, P. Vijders und wohnern zwei Zeitungen, von denen eine ein Mal, die andere zwei Moons - Van der Straelen das Gesammtresultat ihrer Forschungen Mal wöchentlich erscheint; ebenso Kortryt (Courtrai) und Thielt mit den von A. De Laet bereits gegebenen Vereinigt haben. Eine (11,000 E.). In Brüssel findet man nur eine vlaemische Zeitung, die drei beachtenswertye Zugabe für alle Gemäldeliebhaber find die Autos Mal wöchentlich herauskommt, ein Wochenblatt und eine jeden Monat graphen and Monogramme, welche von mehr als funfzig Künfttern erscheinende Modezeitung; in Gent dagegen zehn Zeitungen, von denen mitgetheilt fino.

Frhr. v. R.-D. vier täglich, zwei wöchentlich drei Mal und vier wöchentlich ein Mal erscheinen. Turnhout bat bei 14,400 Einwohnern drei Wochenblätter, - Die dreiundfunfzig kleinen Planeten. In der Liste Sint-Nicolaes, wie Thourout (8300 E.), Veurne (Furnes, 5000 E.) ber Asteroiden, welche wir in Nr. 65 des Magazin“ nach Figuier's und Thienen (Tirlemont) zwei. In leuven (Louvain) erscheinen ein Handbud mitgetheilt, haben einige Namen, sowie die neuerdings (1858) Tagesblatt und zwei Wochenblätter, in Mechelen (Malines) bei gleicher entdeckten Nr. 51-53, gefehlt. Wir verdanken der gefälligen MitBevölferung nur ein Wochenblatt. Doftende (Ostende), Lokeren theilung eines gelehrten Lesers die folgende Ergänzung jener Lifte: (16,000 E.), Rousselaere (Roulers, 10,700 E.) und Sint-Truyen

entredt (St. Trond, 10,000 E.) besigen jedes bloß ein Wochenblatt; ebenso 46. Hestia .... von Pogson.... in Oxford, am 16. Aug. 1857 Nieupoort (3400 E.), Vilvoorbe und Waeregem (6700 E.).

47. Aglaja .. Luther..... Bill

15. Sept. 1857 Vierzig Zeitungen sind während der 25 Jahre wieder eingegangen. 48. Doris... - Goldschmidt - Paris

19. Sept. 1837 Von den circa 550 Originalschriftstellern, welche die Bibliographie 49. Pales...." Goldschmidt, Paris

19. Sept. 1857 anführt, haben sich gegen 200 der schönen Literatur zugewendet. Doch 50. Virginia . Ferguson Washington 4. Dkt. 1857 außer Conscience, A. De laet und A. Snieders find nur die Wenig- 51. Nemaufa. Laurent..... Nismes 22. Jan. 1858 sten in Deutschland bekannt. G. Höffen in seinem ,, Vlaemisch - Bela 52. Europe... Goldsomidt - Paris

4. Febr. 1858 gien' und l. von Plönnies in ihrer ,, Reise durch Belgien“ haben 53. Kalypso.. Luther..... Bilt

4. April 1858 zwar die vlaemische Literatur nicht unerwähnt gelaffen, auch Hoffmann von Fallersleben, ber gründlichste Kenner der altniederdeutschen Sprache

*) 2me édit.. Anvers, 1857. 12.520 S.

**) „Groote schouburgh der Nederlandtsche Kunstschilders en schil. und Literatur, hat in seiner Schrift über die vlaemische Bewegung deressen 3 vol. Amsterdam, 1718. die bedeutendsten Schriftsteller der Jeßtzeit genannt, aber ausführliche

***) J. C. Wegerman: ,,Lebensbeschryvingen der Nederlandsche Konst

schilders en sebilderesseu”. 4 vol. La Haye, 1729. biograpbilde und bibliographische Nachrichten über dieselben nebit

†) Cornelius De Bie: „Het gulden cabinet van de edel vry schilderProben aus ihren Werken wird man erst in dem Buche finden, welches konst”. 1661. 2. Antwerpen.

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Kapitel II. Von dem luftigen und dem feurigen Theile des England.

Salpetergeistes.

,,Die Luft ift unumgänglich nothwendig zur Erhaltung de Zur Geschichte der Chemie.

Flamme. Doch ist es nicht die Luft allein, welche die Flamme John Mayo w.

unterhält; es ist nur ihr thätigster und feinster Theil; denn wenn Als Priestley und Lavoisier ziemlich zu gleicher Zeit die Ents eine in einen geschlossenen Raum gefeste Flamme auslöscht, so bleibt deđung des Sauerstoffes gemacht und sich dieselbe, Jeder dem Andes doch noch viel Luft übrig, die von der Verbrennung nicht zerstört und ren, streitig zu machen suchten, trat ein Dritter, Dr. Beddoes, dazwischen, ebensowenig nach außen entwichen ist“. der in feinem 1790 veröffentlichten Werfe: Chemische Ansichten und Für Mayow zerfällt demnach die Luft in zwei Bestandtheile, in Erfahrungen", auf einen längst verstorbenen Chemifer binwies und für die eigentliche Feuerluft, als besonderes Gas, und in einen anderen ihn wenigstens einen bedeutenden Theil an dieser Entdeckung in An- luftigen Bestandtheil, der nicht zur Verbrennung geeignet ist. spruch nahm. Er gab darin einen Auszug aus den Werfen des John ,,Es eristiren im Salpeter Atome dieser Feuerluft; denn der Mayow, eines Mannes, der nahe daran gewesen, die richtige Theorie Salpeter, mit Schwefel vermengt, brennt in einem luftleeren Naume, der Verbrennung aufzustellen, und im Jahre 1793 bemühte sich ein wie man durc folgende Probe beweisen kann. Man thue etwas, ein enthusiastischer Deutider sogar, zu beweisen, daß John Mayow feit wenig befeuchtetes Schießpulver in einen an einer Seite geschlossenen hundert Jahren bereits die Grundlagen der antiphlogistischen und Flintenlauf, zünde das Pulver am offenen Ende an, und um den physiologischen Chemie gelegt habe. Es ist jedenfalls interessant und Kontakt des Pulvers mit der Luft zu hinderu, halte man dieses Ende wichtig, zu erfahren, was es damit für eine Bewandtniß habe; denn in's Waffer. Das Pulver verbrennt ganz, und man muß daraus bäufig genug ist es vorgekommen, daß Dinge, die man für völlig neue schließen, daß der Salpeter die Theile der Feuerluft enthält, die zur Entdeckungen hielt, in früherer Zeit bereits bekannt oder doch wenig- Unterhaltung der Flamme nöthig find, weil man nichts hinzu zu thun stens geahnt worden waren. Zwischen Entdeden und Entdeden ift braucht, um es zum Verbrennen zu bringen. , ein großer Unterschied! Der menschliche Geist, mit seinem Diving , Um Flamme zu erzeugen, ist das Vorhandensein von verbrenn. tiong - Vermögen, mit jenem Ahnungssinne ausgestattet, der über Zeit lichen Atomen und von Feuerluft - Atomen nothwendig. Ohne Beis und Raum hinausgeht, ist wohl im Stande, der thatsächlichen Ents mischung von verbrennlichen Atomen giebt der Salpeter keine Flamme. widelung seines Jahrhunderts zuvorzueilen und Dinge an den Tag Die Salpeterflamme unterscheidet sich von allen anderen: denn um zu zu bringen, für welche die Mitlebenden noch gar nicht den Verstand brennen, haben die verbrennlichen Materien den Zutritt von Feuerbaben. Trauriges Geschic, zu früh geboren zu sein, der Märtyrer luft zur gewöhnlichen Luft nothwendig, während im Gegentheil der seines eigenen Geistes zu werden und erst von der Nachwelt eine mit- Salpeter die Feuerluft in sich selbst hat, dessen ungemein schnelle leidige Bewunderung einzuärndten, wie es so vielen bedeutenden Entbindung eine sehr ftarke Flamme giebt. Die Flamme hängt ab Männern ergangen ist! – Auch John Mayow gebört zu ihnen, ein von dieser Feuerluft; Theile derselben hat also der Salpeter ftets verschollener Name denn was wir von ihm wissen, ist höchst un

in fich. bedeutend.

,,Wenn sich Salpeter in der Luft bildet, welche Feuerluft in fide Geboren 1645 in der Grafschaft Cornwall, war er späterhin hat, so muß man sagen, der luftförmige Bestandtheil des Salpeters praktischer Arzt zu Bath und gab 1674 zu Orford ein jeßt seltenes ist aus nichts weiter bestehend, als nur aus Theilchen dieser Feuerluft." und wenig bekanntes Buch heraus : ,,Tractatus quinque medico-phy. Hierauf beschreibt er ein Erperiment, in welchem der Salpeter sici", in welchem er feine Entdeđungen niederlegte. Bereits fünf durch die Wärme zerfeßt wird – nichts anderes, als die Befreiung Jahre später starb er im Alter von vierunddreißig Jahren, wo Andere des Sauerstoffes, nur daß er es nicht in seiner Reinheit erhält, fonkaum auf den Schauplaş treten. Ein Buch – und ein Name, das dern in seiner Mischung mit Salpeterdämpfen. Er nennt dies ,, den ist Alles, was wir von ihm haben. Vielleicht nur ein Zufall hat ihn rothen Salpetergeift“, der ganz vorzüglich geeignet sei, Berbrenneiner vollständigen Vergessenheit entrifsen, in welcher er bereits ein ung zu bewirken. volles Jahrhundert schlummerte.

Kapitel III. bandelt vom luftförmigen Salpetergeiste und der Das Buch, welches, wie schon aus dem Titel erbellt, lateinisd, Natur des Feuers - worin eine interessante Auseinanderseßung der aber in feinem besonders flaren und angenehmen Stile geschrieben iftAnsichten des Verfaffers über die Verwandlung der Metalle vorkommt. enthäft fünf Abhandlungen, deren erfte sich mit dem Salpeter und Er hält dafür, daß keines in das andere verwandelt werden könne, der falpeterbaltigen Luft beschäftigt; die zweite behandelt das Athmen; da sie alle von Natur ganz verschiedene Grundeigenschaften befäßen. die drei anderen sind physiologischen Untersuchungen gewidmet, welche Die Calcination der Metalle leitet er von einem Zutritt der Luft ab, mit dem vorliegenden Gegenstande nichts zu thun haben.

die sich in ihnen festlegt und ihr Gewicht vermehrt, und zwar gang Nachdem Fourcroy, Höfer und Chevreuil neuerdings unserem einzig der ,, Feuerluft", weil die Verbindungen von Metall und Sal. Entdecer haben Gerechtigkeit widerfahren lassen, giebt uns Herr peter ganz ähnliche Verfalfungen gäben. P. P. Dehérain, in der Revue de l'instruction publique (8. April 1858) Späterbin: ,, Der faure Salpetergeist und das Vitriolöl vereinen Auszug und eine Zusammenstellung des Wesentlichsten aus danfen ihre Eigenschaft, zu brennen, der Feuerluft. Hier kommt jenen zwei wichtigen Abhandlungen, die auch für viele unserer Leser er schon dem Namen ,,Sauerstoff“ nabe, unter denen dieses Gas jeßt von Interesse fein dürften. — Wir geben davon soviel, als uns für bekannt ist. In der Abhandlung über die Respiration endlich giebt den nächsten Zwed angemessen und hinreichend erscheint. Das erste er mehrere Erfahrungen, die Prieftler späterbin wieder auffand; er Kapitel handelt vom Salpeter. - ,, Die Natur des Salpeters

,, Die Natur des Salpeters ist zu- zeigt, daß die Luft, aufs Wasser geseßt, ebensowohl durdy das Athmen fammengeseßt. Er besteht aus einer Säure und einem Affali der Thiere als durch Verbrennung ihre elaftische Kraft verliert, und er enthält feinen Schwefel – die Analyse und Synthese des Sal

die Analyse und Synthese des Sal- schließt daraus, daß die Thiere der luft Substanzen derselben Art peters beftätigen vorstehende Säße“. - Nun beweist der Autor, daß entlehnen, wie das Feuer. wenn man Schwefel zu aufgelöftem Salpeter thut, man sauren Sal ,,Die Lebensluft, d. h. die zum Athmen dient, ist dieselbe wie petergeist erhalten kann, der, mit Alfali vereinigt, wieder Salpeter die Feuerluft des Salpeters". giebt. Er perfährt also nach ftreng chemischer Methode.

,,Es eristirt in der Luft ein Gas, das die besondere Aufgabe Hat, Fernerbin:

die Verbrennung zu unterhalten". Die Luft trägt bei zur Bildung des Salpeters - dieser kommt ,, Dieses Gas eristirt aud im Salpeter". nicht ganz, sondern nur zum Theil aus der Luft – der Salpeter Man fann es roth gefärbt erhalten, wenn man diesen deftillirt". kommt zum Theil aus der Erde, zum Theil aus der Luft"

,,E6 regt sich auf die Metalle, wenn es fie verfalft".

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