Billeder på siden
PDF
ePub
[ocr errors]

berallgemeinern wollen? Haben sie eine neue Religion, eine neue würdig erachtet worden waren, um, wie er sich ausdrückt, „ fünftigen Kunft, neue Wiffenschaften, neue Erfindungen, denen die unsrigen nicht Salmafiusen Qualen zu ersparen". Er bedurfte dazu, namentlich in borgearbeitet haben? Bft ihr Christenthum bildungsfähiger als das jenen Zeiten, wo die Verbindungen der Provinz mit Paris no lo anfrige, oder ist es nicht im Gegentheil eine Verknöcherung des zurüc waren, Do keine eigentliche Tages - Literatur so leicht mit Geiftes? 3hr Wahn selbst ist ein Beweis, daß fie die Tiefen der Vielem vertraut machte, was zur Erklärung des Pariser lebeng dienen neuen Welt noch nicht ermessen haben und eben darum noch in einer konnte – er bedurfte dazu, wie gesagt, der Belehrungen von Seiten alten ftehen. Allerdinge! auch die Zeit ihrer Herrschaft in Europa des Autors felbft, um tausend Anspielungen zu verstehen, die Bezug tann kommen, aber unter welchen Bedingungen! Die ganze Lebens. auf das Leben am Hofe, in der Hauptstadt u. f. w. hatten. Brossette traft der westlichen Völker müßte zuvor erschöpft sein, und selbst dann sammelte sorgfältig Boileau's Briefe und ließ die feinen gleich falls, würde eine flavisde Ueberschwemmung immer noch einen Rüdschritt ehe er fie abschidte, von seinem Secretair kopiren. Diese Briefe, des Weltgeiftes ausmachen.

die von 1699 bis 1711 reichen, ließ er in einen Band binden; späters Die alten Bildungszustände unterlagen den Geißeln der Bar- hin noch einen zweiten, in welchen aus die Papiere eingeheftet wurden, baren-Horben, weil diese naturwüchsig und weil die Bertheidigung - die der Abbé Boileau ihm nach seines Brubers Code übermacht hatte. mittel der feingesítteteren Bölfer nicht ausreichend waren. Jeßt find Das sind die beiden Bände, die Herr Laverdet erstanden und verbie Wefteuropäer aber nicht allein die Helden in Runft und Wiffen- öffentlicht hat. Man weiß nun nicht, wonach der erste Herausgeber,

chaft, sondern auch die Helden, im Kriege und die Anstalten für unsere Cizeron - Rival, feine Ausgabe gemacht hat, und wie es kommt, daß Weiterbildung find zugleich Anstalten für unsere Vertheidigung. Wenn ihm fo viele Briefe fehlen. Unser französischer Gewährsmann, Here bas Schicksal uns Zerstörungen vorbehält, so werden fie fich in Alexander Blandet

, macht Miene, als ob er eine Unterschiebung nicht anderen Erscheinungen offenbaren als früher; eine fcythische Ueber- für ganz unmöglich halte, und tabelt, daß der neue Herausgeber fo fidhwemmung fürchten wir vorläufig nicht, und was um die Mitte des gar nichts gethan, um mehrere Schwierigkeiten zu beben und nöthige neunzehnten Jahrhundertes, ganz dicht an der Wiege unserer Bildung Erklärungen hinzuzufügen. - Doch scheint diese Unterstellung, die gefdeben ift, giebt uns ein Recht dazu.

düchtern genug ausgesprochen ist, nach dem, was wir beurtheilen 60) Mag und der Drient aud immerhin entzweien: er lohnt können, nicht gerechtfertigt. uns die Zucht, die wir ihm zu Theil werden lassen, indem er unseren Boileau mochte bei Eingebung dieser Freundschaft, abgesehen von Chatengeift rege erhält. Nach den ewig waltenden Geseßen des den persönlichen Dankverpflichtungen, wirklich etwas daran gelegen Gleichgewichtes wird eine vernünftigere Eintheilung unserer Staaten, sein, einen Mann gefunden zu haben, der fich dem Geschäfte der Erwahrscheinlich bei Gelegenheit späterer Kämpfe um den Drient, ftatto flärung seiner Gedichte unterziehen wollte. Es ist ja vas ficherste finden. Die Enttäuschung der Slaven, zu welcher fich die jüngsten Zeichen der Berühmtheit eines Dichters, wenn man anfängt, ihn zu Begebenheiten wahrlich eignen, ihr Erkennen: daß sie zu Schülern kommentiren; wenn man seine Erzeugniffe für würdig erachtet, darüber Europa't und zu Lehrern Asiens bestimmt sind, kann viel zum An, nachzugrübeln. Glüdliche Dichter, die, großen Rometen ähnlich, nähern an dieses große Ziel beitragen.

einen Schweif von Scholiaften, Auslegern und endlich gar von Philo

logen hinter fid herschleppen! – fie sind ihrer Unfterblichkeit gewiß Frankreich.

und retten noch so viele Hunderte kleinerer Berühmtheiten, die einander

gegenseitig refutirt und ad absurdum geführt haben, ins Jenseits hins Briefwechsel zwischen Boileau und Brossette.

über. – Indeß Boileau scheint bald eingesehen zu haben, daß Herr Es exiftirt ein Briefwechsel zwischen dem berühmten franzöfifchen Brossette nicht der Mann fei, den er brauche, und nur aus RüdKritifer oder, besser gesagt, britischen Dichter, Boileau Despréaur, und fichten des Anftande mag er fich bewogen gefühlt haben, einen Briefeinem Advokaten und Literaturfreunde, Claude Brossette, der zuerft wechsel fortzuführen, der ihm im Grunde läftig gewesen sein muß. im vorigen Jahrhundert, 1770, von Cizeron-Rival veröffentlicht wors Brossette ist ohne Zweifel ein ziemlich beschränkter Pedant, dem das ben ist. Neuerdings hat man in Frankreich noch 15 Briefe von Gefühl für Poesie und Kunst, dem der eigenthümlich französische Sinu Boileau und 9 ganz oder zum Theil unbekannte Briefe von Brossette für Wiß und feine Unspielungen abging. Die Fragen, über die er aufgefunden; in einer Bersteigerung des Nachlaffes eines Herrn aufgeklärt zu werden wünscht, find häufig im hohen Grade läppisch, A. Renouard ift bas Manusfript (aller Briefe! - oder bloß der und es muß dem feinen, wißigen Boileau Ueberwindung getoftet haben, netten?) für 4200 Francs von dem jeßigen Herausgeber, Auguft fa- darauf zu antworten. perbet, erstanden worden. - Die neue, mit großer Sorgfalt gemachte Hat Bochart (ber berühmte Orientalift) Recht, aus einem Verse Ausgabe führt den Titel: ,,Correspondance entre Boileau Despréaux bei Homer zu fühließen, daß die Sonnenuhr zur Zeit des trojanischen et Brossette, publiée sur les manuscrits originaux, par M. Auguste Krieges erfunden worden ist?" Laverdet. Première édition complète en partie inédite. Paris, Te Muß man autsprechen Trevoux, oder Trévoux? chener 1858.

Wie lautet genau der Titel des Werkes, das Samuel WerenIm Jahre 1698 machte Claude Broffette, Herr von Varennes- felé foeben veröffentlicht hat? De meteoris orationis ? Rapetour, Advokat im Parlamente von Lyon, ein junger Mann von Wie muß man, wenn man eine lateinische Inschrift verfaffen 27 Jahren, eine Reise nach Paris; da er ein Liebhaber der Literatur will, darin das Wort rétablir ausdrücken? – (Boileau fchlägt vor und besonders ein Bewunderer von Boileau war, fo machte er diesem instaurare, Brossette wil restituere). einen Besud), wiederholte ihn und erlangte seine Freundschaft trop bed Ferner fode ihm Boileau die Frage lösen, was besser fei, blind großen Unterschiedes, den das Alter zwischen ihnen machte, indem fein oder taub sein. Boileau erklärt sich für die Blindheit, Broffette Boileau bereits 62 Jahr alt war. Die Freundschaft hatte aber noch mit seiner Partei zu Lyon, da diese Untersuchung damals die ganze besondere Gründe. Broffette war einer der Berwalter des Hôtels Stadt beschäftigte, für die Taubheit. — In dem Gedichte: „Le LuDieu zu Lyon, auf das Boileau 1500 Livres in laufenden Renten ges trin" (das Chorpult), hat Boileau zwei Verse: kauft hatte, und war mit deren Verlufte bedroht. Broffette batte im

Tel qu'on voit un taureau, qu'une guêpe en furie Rathe die Vertretung Boileau's übernommen und ihm eine aus.

A piqué dans les flancs aux dépens de sa vie. nahmsweise Wiedererstattung seiner bedrohten Rente erwirft – Bois

Wie man den Stier erblickt, den in die Seiten jach, leau konnte sich also eine enthusiastische Freundschaft schon gefallen

Sich selber zum Verderb, die zorn'ge Wespe flach. laffen, wenn er felbft auch nicht zur Entgegnung sehr aufgelegt war. Brossette tadelt ihn darüber, da man nur von der Biene wife,

Dieser Briefwechsel ift insofern interessant, als er Beiträge zu daß fie ihren Stachel in der Wunde zurüclasse, aber nicht von der einer Charakteristik jener so hoch gepriesenen und wieder so hart an Bespe, und beruhigt fich erft, als ihm ein Naturkundiger in der gefeindeten Literaturperiode giebt. Herr Claude Brossette scheint neugegründeten Akademie zu Lyon gehörige Auskunft gegeben. Er gerade kein hervorragender Geist gewesen zu sein und eben genug fchidt richtig an Boileau einen zwischen zwei Gläsern gepacten Einsicht beseffen zu haben, um einen Weg ausfindig zu machen, auf Wespenstachel, damit er sich durch das Mikroskop von der Wahrheit dem er sein Wägelchen an den Triumphwagen eines größeren Geiftes feines Bildes überzeuge. - Jedenfalls muß Brossette bedeutende Ananhängen könnte. Ueberzeugt, daß Boileau Despréaur ein großer lage zum Kleinigkeitskrämer und Silbenstecher gehabt haben. - BoiDichter sei, und hinlänglich in den klaffischen Studien bewandert, um leau, dem dieser Briefwechsel nach und nach sehr läftig gewesen sein zu wissen, daß zu einem Autor (etpa Horaz) Scholien und Kommen. muß, bält fich ihm gegenüber auch nicht innerhalb der Schranken der tare gehören, die ihn erklären, hatte er seinen Ehrgeiz darein geseßt, Höflichkeit und jener Achtung, die ihm ein tieferer Kopf eingeflößt Boileau's erster Kommentator und Scholiaft zu werden. — Eine per- bätte - er wird unter Umständen das, was wir mit dem fürzesten sönliche Bekanntschaft und Freundschaft mit dem berühmten Manne deutschen Ausdrude , grob" nennen, bisweilen sogar impertinent grob mußte ihn vor Allem dazu befähigen, dem andererseits gewiß auch daran und malitios, was indeß den guten Broffette nicht besonders aufgeregt gelegen war, ein Gefäß zu finden, ubi exspueret hanc tristitiam ex zu haben scheint. So antwortete ihm 3. B. Boileau auf eine allzu animo. Es war also ein ähnliches Verhältniß, wie wir es zwischen baarspaltende Kritik folgendermaßen: Goethe und Edermann gesehen haben. Brossette wollte einen Kommen ,, Alle Ihre Briefe find seit einiger Zeit nur Kritif meiner Verse, tar über die Werte Boileau's schreiben, die bereits der Commentation worin Sie bis zum Uebermaß der Feinheit geben. Sie haben vor

mir eine kleine gereimte Erzählung erhalten, die ich auf Ersuchen des Entwidlungsgang, feine Schidfale gemacht haben wird, und man wird Herrn Le Berrier verfaßt, um einen Vers aus der Anthologie an ungefähr den Maßstab zur Beurtheilung dieses Briefwechsels haben. zubringen, und Adle, denen ich fie, einschließlich seiner felbft, mit Ueber das Leben und den Charakter des französischen Foraz erfährt getheilt habe, waren davon sehr befriedigt. Weit mtfernt indeffen, man nichts Neues, nichts, was nicht bereits bekannt wäre. Klagen zufrieden zu sein, geben Sie mir nicht unbeutlich zu verstehen, daß des Dichters über die Beschwerden des Alters, über die überhanda fie nichts tauge, und ohne mir zu sagen, was Sie Mangelhaftes darin nehmende Sdwäche und Krankheit, namentlich über sein nervöfer gefunden, geben Sie zu Charpentier, d. 5. in den Stall des Augias, Kopfzucken u. f. 7., Ades mit Anftand und in würdiger Fassung er um Mittel zu ihrer Berbesserung zu suchen. Dann wollen Sie auch zählt, fheinen so ziemlich das Wichtigste zu sein, was er ihm über eine Zweideutigkeit in einem Verfe finden, in welchem niemals eine feine Privat-Angelegenheiten mittheilt. - So schleppt fich der Briefgewesen ist....."

wedsel fort, wirbi matter und matter, bis er endlich mit Boileau's Ein ander Mal entlebigt er sich dieser ungeschickten Anfragen Tode aufhört, der bekanntlich im Jahre 1711 erfolgte

. auf eine noch ungartere Weise: „Ja, diese (dichterisden) Reize find Geheimniffe, welche Apollo nur benen lehrt, die wahrhaft in seine

Mannigfaltiges. Kunft eingeweiht find".

- Das Treiben der ,,Spiritualisten in Amerita unb Ueberhaupt ist der ganze Briefwechsel, wie es den Anschein hat, Deutfdland. Herr Rendant Hornung in Berlin hat einen zweiten yon porn herein darauf berechnet gewesen, einft öffentliche Parade vor Band spiritualiftischer Erfahrungen feinen neuen Geheimniffen des den Augen des Publikums zu machen. Keine lebendige Hingebung, Lages" folgen laffen, “) von dem wir im ,, Magazinnur deshalt fein Humor, keine jener kleinen Zufälligkeiten, die das Zwiegespräch Rotiz nehmen, weil er uns die neuesten Nachrichten über das Treiben in die Ferne so interessant machen. Es treten hier zwei Schauspieler der Spiritualiften in Amerika bringt. Es sind allerdings febr mert auf, die hinter den Coulissen gehörig Toilette gemacht und jede Falte würdige Erscheinungen, welche sich in Folge des Lifdrüdens berauszurecht gelegt, die nie aus ihrer Rolle berausfaten, in dem Bewußt- entwidelt haben und über deren thatsächliches Borhandensein wir sein, ein klassisches Stüd zu spielen. Boileau spielt den herabe faum mehr zweifeln dürfen. Auch Herr Hornung hat uns in diesem lafsenden, seiner Ueberlegenheit bewußten Lehrer, Brossette den von Bande eine große Zahl zum Theil hochgeftellter Persönlichkeiten als bewundernder Hochachtung erfüllten blöden Schüler; Atles bewegt sich Zeugen namhaft gemacht. Ob aber die Deutung des Phänomens mit jener steifen Eleganz, die nur dem Zeitalter der Alonge-Perüden durch die Annahme des Einflusses eines Geisterreiches auf die Mens als eigenthümlich zuzuerkennen. Spaßes halber wollen wir einen schen in irgend einer Weise gerechtfertigt sei, ist eine andere Fragen Brief Brossette's herseen, den dieser als Neuvermählter zwei Tage die durch das Hornungidhe Buch keinesweges gelöft ift. Wir stellett nach der Hochzeit schrieb.

uns entschieben auf die Seite derer, welche die fpiritualistischen Er,,Da es Niemanden auf der Welt giebt, den ich ebenso ebre und feinungen für eine mit anderen magischen Zuständen im innigften achte und, wenn ich es zu sagen wage, ebenso sehr liebe, als Sie Zusammenhange stehende Thätigkeitsrichtung des eigenen Geiftes so würde ich glauben, noch mehr gegen meine Neigung als gegen halten, deren Durchforschung noch eine dringende Aufgabe der Wiffene meine Pflicht zu verstoßen, wenn ich Sie nicht von meinen Privat- fchaft bleibt. Die spiritualiftischen Erfdeinungen sind bereits eine Angelegenheiten in Kenntniß feßte. Jd bin feit zwei Tagen mit geschichtliche Thatsache, und ihre Stellung ist ihnen aus wissenschafteiner Person verheiratet, die mir ein sehr bedeutendes Vermögen zu lich anzuweisen. Wir rathen deshalb jedem Leser der neuesten Erbringt, aber noch mehr Geist und Tugend. Bin ich bei alledem fahrungen aus dem Geisterleben", das Buch des Dr. Schindler: nicht verpflichtet, bei Ihnen eine Aufführung zu rechtfertigen, die, wie „Das magische Geistesleben", dabei zu Rathe zu ziehen und fein die meinige, Ihrer Zuneigung To fern liegt; denn zulegt werde ich Urtheil bis nach Durdlesung des legteren Buches zu suspendiren. niemals mehr 3hre mir fo theuren Werfe lefen, ohne darin meine Verdammung zu finden, die an mehr als einem Orte darin ges Ein Lord Byron zugeschriebenes Gedicht. Die ,, Defter. schrieben ist, und die schönste Shrer Satiren ist gerade diejenige, reichische Zeitung" som 9. Mai d. 3. (Nr. 105) enthält ein, angeba welche gegen ein Verhältniß gerichtet ist, wie ich es eben eingegan- lich dem Fremdenbuche von Chamouny entlehntes, englisches Gedicht, gen. Alles dies indeß hat mich nicht zurüdgehalten, weil ich wohl gem mit der einleitenden Bemerkung, ,, daß Jedermann, der mit dem dacyt

, eine kleine Sdwachheit, die alle meine Freunde billigen, würde Geifte der Dichtungen Lord Byron's nur halbweges vertraut sei, dasselbe mich ihrer Freundschaft nicht unwürdig machen".

augenblidlich als eine Schöpfung des Dichters der „Hebrew Songs Das ist das erste und legte Mal, daß er von feiner Frau (fold beißen: „Hebrew Melodies") erkennen müffe". Die „Defterspricht. - Wir thun Broffette vielleicht Unrecht, wenn wir nach diesem reichische Zeitung” bätte wohlgethan, vor dem Abbruce dieses Ge Briefe auf ein kaltes, frostiges Verhältnis zu seiner Frau schließen. dichtes und der einleitenden Bemerkungen fida Darüber mit einem, Wenn es Mode und guter Ton geworden, keine Gefühle zu haben, wenn auch nur halbweges', der englischen Poesie und literaturs wird ein Mann, der Toviel auf Anftand hält, der offenbar ein bei Geschichte vertrauten Kritifer zu berathen. Dieser würde ihr ohne schränkter und im Formellen befangener Kopf war, keine Ausnahme große Mühe dargethan haben, daß das Gedicht unmöglich von Lord machen. Ein Anderer, mit mehr Wiß und Laune begabt, hätte dem Byron, ja nicht einmal von einem Engländer, berrühren könne. Man großen Weiber- und Ehefeinde feine Verheiratung vielleicht mit humpa denke fich Lord Byron: riftisdem Spotte über seine Unfolgsamkeit u., f. w. mitgetheilt. Man

Express the feelings kindly given wird dem Briefe, selbst in der Ueberseßung, anmerken, mit welcher

By the benevolence of Heaven.... Runft die Worte gestellt und die Redensarten gedrechselt sind, ehe ex für würdig erachtet wurde, an den großen Mann abzugehen und

Or jato solitude I'd fly in dieser eintönigen Förmlichkeit und Feierlichkeit ist der ganze Brief

And commune with the Deity! wechsel abgefaßt. Boileau wußte, wie don oben angedeutet wurde, daß seine Briefe

Yet I will bravely dare my lot

Until I die and be forgot”!!! an die Deffentlichkeit treten würden, ja, daß fie bereits zu seinen Lebzeiten in Lyon Ereignisse waren; daber ift es nicht zu verwundern, Wenn das nicht eine sentimentale deutsche Dame, oder ein französ wenn er im Zeitalter der Klaffizität auf möglichst korrekten Aus- fischer Spaßvogel geschrieben, so ift Lord Byron auch wohl als ber bruck sah und sie gleichfalls kopiren ließ, ehe er fie abshidte. Nad Berfaffer von ,,Ein gebildeter Hausknecht" zu betrachten. feinem Tode fand man den ganzen Briefwechfel retoudhirt und für

*) ,, Neueste Erfahrungen aus dem Geisterleben". Von dem Rendanten die Deffentlichkeit zugeridhtet. Er hatte alle Persönlichkeiten unterdrüdt, D. Hornung in Berlin. Leipzig, bei Friedr. Fleisder. 1858. nicht bloß solche, welche Anstoß hätten erregen fönnen, sondern die allerharmlosesten. Eigennamen, als ob er gefürchtet hätte, die literaris fiche Würde und die Regeln des erhabenen Stiles zu verlegen. Peins

In unserem Verlage ist erschienen: liche Rorrektheit im Ausbruce, wie von dem eigentlichen Gefeßgeber

Die des französifchen Klassizismus wohl zu erwarten fteht, sucht jeden Ein

Malerschule Hubert's van Eyk brud bes Flüchtigen, des Nachläffigen zu beseitigen; Boileau schreibt 3. B. nicht mehr une longue déduction, wie er Anfangs geschrieben,

H. G. Hotho. sondern un long récit de sa maladie, gewiß weil déduction, das man in ber gewöhnlichen Unterhaltung anwenden möchte, nach der Lehre

Zweiten Theiles erste Lieferung. 244 Seiten.

Elegant broch. Preis 1 Thlr. von den Synonymen nicht ganz an feinem Plaße war. Dazu nehme

Die Werke Hubert's, Johann's und Lambert's van Eyk sind der man, daß unser Dichter und Kritifer, ein alter, verständiger, misstrauia Gegenstand der Darstellung in der eben erschienenen Lieferung, mit scher Herr, feinem jungen, geiftig weit zurückstehenden Verehrer gewiß welcher der Herr Verfasser in den Mittelpunkt seiner Aufgabe tritt. keine tiefer gehenden Mittheilungen über sein inneres Leben, seinen Berlin, Juni 1858.

Veit & Comp.

[ocr errors]
[blocks in formation]

wenn auch die See draußen ganz anders gewesen, hinlänglich seine England.

fübliche Breite und tropische Sonne verrieth. Die Scene, welche

plößlich auf uns hereingebrochen, die wir den Harten Winter von Piazzi Smyth's astronomische Reise nach Teneriffa. 1855 zu 1856 auf den britischen Inseln verlebt und bis zum leßten Im Monat Mai 1856 betrauten die forbs der Admiralität auf An- Tage des Juni ftarken Regen gehabt hatten, war, in Bezug auf Fartrag des königlichen Astronomen, Profeffor Airy, Herrn Piazzi Smyth, ben-Abstufung, die einer anderen Hemisphäre. Es würde ein Paradies Professor an der Universität Edinburg und königlichen Astronomen gewesen sein für einen Maler aus dem rauhen und düsteren Norden. für Schottland, mit einer wissenschaftlichen Sendung nach dem Pit Farben, so blendend lebhaft und doch fo harmonisch fich vereinigend, von Teneriffa und stellten ihm mit großer Freigebigkeit 5000 Pfund und hoch ideale Formen begegneten dem Auge auf allen Seiten. MänSterling zur Verfügung, um die Reisefoften zu bestreiten. Besondere 'ner, Frauen und Kinder waren da, von denen die bloßen Portraits Inftructionen und Anweisungen in Bezug auf die vorliegende Aufgabe volkommene Gemälde gewefen sein würden – reidhe dazu, in diesem wurden nicht gegeben, sondern Alles dem freien Ermeffen des Bes poetischen Elemente. Die befonderen Tinten der spanischen Gesichtsfarbe trauten anheimgestellt, so daß dieser einzig feinem wiffenschaftlichen lassen fich leicht verwenden und in harmonie reßen mit anderen Farben; Drange nachzugehen nöthig hatte. Der Hauptzweck der Reise war Beweis dafür die Vorliebe felbft von Landschaftsmalern für braune ein astronomischer, nämlich: um durch die Erfahrung festzustellen, ob Bäume, braunes Gras, braunen Grundton. Nun wohl, auf diese Farbe wirklich, wie Newton behauptet hatte, die Beobadstung der Sterne find hier weiße Kleider geseßt, die im Hellsten Sonnenlichte glänzen, und burch einen möglichst freien Standort auf hohen Bergen wesentlich die hellrothe Schärpe, die der ärmste Laftträger um seinen Leib trägt. gefördert werde, oder nicht – denn auch die Ansicht hat Vertreter, Als wir im Laufe des Tages in das Gewölbe eines schottischen Kaufdaß nämlich Observatorien niedrig liegen müßten, weil Berge ,,ein mannes in der Stadt eintraten, faben wir einen Ballen des prächtignebliches und veränderliches Klima" hätten.

ften Scharlach - Atlas - den Purpur der römischen Kaiser - ausgelegt Also um diese Streitfrage auszumachen, ging Herr Piazzi Smyth vor einigen landleuten, ärmlich genug gekleidet im Allgemeinen, aber auf der Jadot ,,Titania", die ihm der Befißer derselben, Herr No. keinesweges aufgelegt, fic etwas abgeben zu lassen bei einem Prunkbert Stephenson, zur Verfügung gestellt hatte, am 10. Juli nach Te- ftüde, das vielleicht zu Glasgow oder Macclesfield gearbeitet war, neriffa ab. Freunde der Astronomie hatten ihn von allen Seiten mit aber dort nie den Augen des Publikums bloßgelegt wurde. Sollte den ausgezeichnetften astronomischen Instrumenten versehen. Ein

nicht jeder Maler, und namentlich jeder Teetotaller, folchen Leuten Aequatorial-Teleskop und andere Geräthe waren (hon einen Monat Dank wissen, die von Gerfte, Wasser und Seidenprunt leben, statt früher auf derselben Jacht vorausgesdidt, und mit Zustimmung und ihre Mittel auf üppige Speisen und starke Getränke zu verfdwenden, Beistand der spanischen Behörden von Teneriffa auf den Berg ge- die praktisch mit roßem und unliebenswürdigem Leben identisch find? foafft worden, wo man sie in vertikalen Höhen von 8900 und „Wir müffen forglichst unseren Weg burd Trupps beladener Maul10,700 Fuß aufftedlte. Auch hatte man nicht unterlassen, einen pho- thiere und Haufen Tchärpentragender Männer und bebuteter Weiber tographischen Apparat mitzuschiden, um später an Ort und Stelle die suchen, die aufrecht in ihrer Haltung und schimmernd in ihren bunten geeignetften und werthvolften Aufnahmen zu machen ein Gegen- Kleidern daberschreiten. Die Verheirateten unter ihnen scheinen an. ftand, auf den wir noch einmal zurüdkommen werden.

gemein einen dunklen oder fdarlachfarbenen Shawl um ihren Kopf Seine Frau und die rauben, aber dienstwilligen Matrosen der zu tragen mit einem schwarzen Hut darüber. Dieser Shawl hängt ,,Titania" waren die einzigen Gehülfen, die Herr Smyth mit sich in anmuthigen Falten auf den Nađen herab, und die jungen Mädchen nahm, und diesem Umstande muß in bedeutendem Maaße der gleich entfalten in ähnlicher Weise ein weißes oder gelbes Tud, aber er: artige Erfolg der Erpedition beigemessen werden. In den ertem scheinen im Augemeinen mehr ohne Hut. Diefe Kopf-Draperie, die porirten Zelten und Häusern aus rohen Steinen, worin die kleine hinten hinabhängt, dürfte als nothwendiges Anhängsel der weiblichen Gesellschaft mehrere Wochen lang lebte, würde jede größere Zahl Tracht in Teneriffa erscheinen – ohne Zweifel, weil sie in diesem von Personen nur hinderlich gewesen sein.

brennenden Klima das Rückenmark der betreffenden Personen vor den Bei seiner Rüdkehr von dieser Erpedition überreichte Herr Smyth heißen und durchdringenden Strahlen der Sonne schüßt. der Regierung einen kurzen Bericht über das, was gethan worden ,,Bei all diesen zerstreuenden Neuigkeiten, die nach einer langen war; im Frühjahr 1857 wurde auch die Abschrift der Original - Beob- Seefahrt ganz besonders anziehend find, laffet uns aber auf unserer achtungen mit den darauf gegründeten Refultaten eingereicht und dies Hut sein, daß wir uns nicht auf die Hörner der Ohren aufspießen, selben, mit Gutheißung der Regierung, vor der königlichen Gesells die ruhig — man fann nicht sagen träge – ihren Weg verfolgen (daft am 2. Juni gelesen und demnächft publizirt. Da einige Freunde durd Haufen von Laftträgern und hinter fich winzig kleine Schlitten ihn angingen und den Wunso äußerten, auch über die persönlichen ziehen, auf denen Kiften oder Fässer stehen. Welche klaffische Modelle Erlebnisse und die Umftände, unter welchen jene Beobachtungen ge von Symmetrie find diese kleinen Dosen! - pon Kopf bis Fuß sind macht wurden, etwas Näheres zu erfahren, so schrieb Herr Smyth fie alle von einer schönen lohbraunen Farbe. - Nichte von jenen demgemäß einen ausführlicheren Bericht über seine Reise, die nun plumpen, foedigen Fleden, welche die Hausthiere unserer Fächsischen unter dem Titel vorliegt: „Teneriffe, an Astronomer's Experiment: Heimat fennzeichnen und einen Bildhauer verhindern, das Spiel der or Specialities of a Residence above the Clouds. By C. Piazzi Muskeln vollkommen zu erfennen, feine solche bäßlichen Beulen er: Smyth &c. Illustrated with twenty photo-stereographs”.

Tcheinen an diesen ungemein gutmüthig aussehenden Thieren. - In Das Buch ist also keinesweges rein wissenschaftlich; Professor der Gleichheit der Farbe und jener höglich zu bewundernden GrundSmyth, ber nicht blos Astronom, sondern auch Geolog und Bota tinte haben sie alle das fürftliche Ansehen ungeknechteter Freibürger nifer ist, befißt einen Schatz von allgemeiner Bildung, Geschmack und des Waldes, womit fie jenen zarten und frommen Ausbrud in dem {prachlicher Fertigkeit, wie sie selten einem Gelehrten zu Theil gé vollen, feuchten, dunklen Auge und den hängenden Augenlidern worden. Nehmen wir Ž. B. die Beschreibung seiner erften Landung verbinden, welcher die Einbildungskraft der Griechen fo Fehr entzu Santa Cruz:

flammte. , Unser Boot war klein and gebrechlich, aber die Spanier führ „Ein Kameel, das jeßt geschritten kommt, mit einem großen Flüten es geschidt seinen Weg, durch die es umgebenden kleinen Fahr- gel, der an seiner Seite befestigt ift, und'einem schweren Sad Zuder, zeuge, die, mit jeder Woge auf- und abrauschend, wechselnd stiegen um ihm das Gleichgewicht zu halten, auf der anðeren, scheint eher und fielen. Zuleßt berührten wir ziemlich das Geftade, und den außerhalb seiner Zone fein. Und das ist in der That der Fall, denn Augenblid wahrnehmend, wo wir auf der Spiße einer Woge waren, --- obwohl dieses Dft-Ende der Infel, welches nach Afrifa hinschaut und, geroannen wir mit leichtigkeit feften Fuß auf einem lande, das, wie bekannt, in der Parallele der großen Wüfte liegt, beißer and trođe

ner ist, als der westliche Theil so ist es doch fern davon, den ,,Kirchen- und Privilegien-Partei" endlich in die Lage gekommen ift, Hißegrad der festländispen Sahara zu erreichen. Wir haben hier als siegende und unterliegende Partei zugleich um fremde, amerikani. Licht und Hiße im volften Maaße, aber zum Glück für den Menfche Hülfe zu bitten, wird wohl der Zeitpunkt nicht mehr fern sein, wo schen und sein Wohlbefinden – auch ein wenig Feuchtigteit.

dieses alte, giftige Nest unaufhörlich fauler Revolutionen unter der ,,Wenn wir dann um Mittag in einer der mit Bafalt gepflaster. Regierung der Vereinigten Staaten Schuß und Ruhe vor sich selbft ten Straßen wandern, während jeder glißerude Stein die vollen suchen wird. Strahlen der senfrechten Sonne zurüdwirft und die schimmernden Merifo besteht aus einem Gemisch unbeschreiblich prächtiger, er Häuser zu beiden Seiten eine fich gleichbleibende Weißglühbiße er- habener Naturscenerie und niedriger, verfommener, beißblütiger, faubarmungslosen Sonnensdeines entwideln welche Worte in einer ler spanisch-Pawarzer und spanisch -indianischer Mischraçen und unnördlichen Sprache können die entzüđenden Gefühle ausdrücken, wenn endlicher Baftardspielarten, in denen immerwährend giftige Leidenwir durch das offene Ebor einer dieser halbmaurischen Wohnungen Tchaften, Intriguen und Empörungen kochen. Das ist ein böses hineinbličen in einen Hain von Bananen. Einen zarten grünen Terrain für den Moralisten, Politiker und Menschenfreund, aber Schatten über den inneren Hof werfend, erheben sich ihre ftolzen interessant und farbenreich für den Touristen, der viel sehen und und fein gegliederten Blätter, fangen die feindlichen Strahlen der schreiben will. So konnte es nicht fehlen, daß Herr v. Tempsky ein Sonne auf, bevor fie Unheil anrichten, nehmen fie auf in ihre Sub- inhaltreiches Bud voller malerischer Scenen und feuriger Thatsachen ftanz, lassen sie aus sich das mannigfachst abgestufte Gelbgrün erzeu- lieferte. Er reiste am 1. Juli 1853 von Kalifornien nach Mazatlan gen, und von Blatt zu Blatt gezähmter und sanfter, leiten sie zu der

erifanischen Westküste, wo man besondere Anstalten gegen Dleanderquelle von Rosalatblumen und dem Dunkelgrün der Orange, räuberische Einfälle der Comanche- Indianer traf. Mit seinem Freunde, der Myrthe und des Lorbeers, und lassen zulegt gerade Licht genug Dr. S., fuhr er in einem Boote bis zur Stadt Urias, die wie ein in der grünen Höhle unten, um das Plätschern eines kleinen Brünn- Adlernest auf einem fteilen Felsen gebaut ist. Der Felsen steigt steil leins zu zeigen, dem lebenden Herzen dieser Feen-Dase."

aus einem üppigen Thale auf, das sich in einem breiten Flusse spies Sowohl die natürlichen als fünftlichen Charakterzeichen von Santa gelt und von fernen majestätischen Gebirgen umfäumt wird. liebliche Cruz müssen sich entweder gänzlich verändert haben, seit Humboldt Häuser und Villen leuậten überall aus üppigem Wald- und Blumenseine Reise beschrieb, oder diese Erzählung muß sehr ungenau sein; wert bervor, aber im Innern ist es todt, armselig, lumpig, baufällig denn wo yumboldt ein ,,Städtchen fand, aus Häusern von blendender und verfallen. Einige Paläste ehemaliger Herrlichkeit ragen noch aus Weiße bestehend, mit fladen Dächern und Fenstern ohne Glas - dem Verfalle hervor, aber ihre steinernen Korridore, Gärten und bart an einer senkrechten schwarzen Felswand ohne Begetation er Springbrunnen waren todt und verlassen. ,,Vergebens faben wir baut fand Professor Smyth eine hübsche Stadt, fürftliche Ge- hinter die Eisenbarren vor den Fenstern nach schönen Augen oder flatternbäude mit Glasfenstern und von Gärten umgeben. Die ,, schwarze den, weißen Gewändern in den Gärten. Was wir in einzelnen senkrechte Felswand" war ganz verschwunden, und an ihrer Stelle war Fällen lebendiges saben, erschien häßlich und abstoßend. Wir wurden eine leicht geneigte Ebene voller Gärten und Bauerhäuser, die sich der leeren, todten Straßen und der wenigen anständigen, verfallenen meilenweit erstrediten.

Familien, die von berühmten Vorfahren nichts geerbt hatten, als ftuWeiterhin bemerkt der Verfasser, daß Spanier in Teneriffa die pide Formalitäten, bald überdrüssig, und wir brachen nach Panuco auf, Weise des afrifanischen Häuserbaues angenommen haben, welche bem einer verfallenen Silbermine, die aus Mangel an geschlagenem Sils Klima so ganz angemffen ist, während die Engländer in der Kap- ber nicht mehr bearbeitet werden kann. Unweit davon, das kleine Rolonie unter fast gleider füdlicher Breite einen Baustil eingeführt, Paradies", mit der Stadt Santa Lucia zwischen Tausenden von Arder nur für das kalte und neblige britische Inselland paßt. Ein in ten üppig blühender Vegetation, ehemals Asyl und Marft atler Räunerer Hof, von dem Wohnhause umgeben, verschafft Menschen und ber dieses Distriftes, die aber von den überlegenen indianischen Räuden gewählten Pflanzen eine fichere und fühle Zuflucht vor dem blen- bern von hier vertrieben wurden. Einige hier ansässige Räuber wagen denden Lichte und den heftigen Staubwinden der Tropen, denen ein dann und wann noch einen Ausfall, werden aber von der Nachbarenglisches Haus von allen Seiten ausgefeßt ist.

schaft und den Comanche - Indianern sehr in Schach gehalten. Kurz Der Glanz und der gute Geschmack der Kirchen in Santa Cruz vor unserer Ankunft war eine Partie beim Viebstehlen ertappt und sind besonders bemerkenswerth und- fönnten leicht den englischen zum Theil erschossen, zum Theil gefangen worden. Leßtere wurden Architekten in ihren Entwürfen für Indien und andere Dftländer gute nach Durango transportirt. Die Eskorte fand es aber zu langweilig, Fingerzeige geben.

die Sünder so weit zu schaffen, so daß man, um sich die Mühe zu ,,Der größere Theil des Gebäudes war in Dunkel gehalten sparen, sie unterweges aufhing und in das kleine Paradies zurüdlebrte. noch vertieft durch düstere Farben, während der Altar nur eine ein- Durd und über die großartigste Gebirgsscenerie nad Chavarias, wo zige große Pracyt vergoldeter Berzierung war. Nicht, wie gewöhn- die Comanche's Spuren ihrer Wirksamkeit zurücgelaffen hatten: halb. lich, blos flach aufgelegt, eine gedankenlose Oberflädlichkeit, war hier verbrannte Säulen, schwarze Wände, todte Brandstätten, verstūmmelte diese Verschwendung des edlen Metalles, sondern Kranz- und Flecht leichname und Grabhügel

. In dieser Gegend hielten unsere Reisenwerk erschien wie eine unentwirrbare Masse tropischen Laubwerks; den ihre Gewehre stets dußbereit, besonders eines Abends im Monds aber gemäßigt, geordnet und stilisirt mit ungemeinem Geschmack, um schein, in welchem sie einen mit dem Ohre am Boden laufenden eine geordnete und harmonische Wirkung in Verbindung mit der Indianer entdecten. ,,Eine nackte, menschliche Gestalt, also ein InArchitektur zu ermöglichen."

(Schluß folgt.) dianer, hatte die Lage eines am Boden Lauschenden; ohne Zweifel

ein Vorposten einer großen Bande. Es wäre also unflug gewesen,

auf ihn zu fdießen. 3$ zog mein Messer und maß vorsichtig meis Storrespondenz: Berichte aus London.

nen Sprung, mit welchem ich ihn bei der Reble padte und zugleidy

mein Messer in seine Brust stieß. Da fühlte ich zu meinem Schreden Ausländische und englische Literatur. — Asien und

an der Kälte und Steifheit seines Halses, daß die Hand des Todes Amerika.

mir längst zuvorgekommen war. Der Mond stieg aus den Wolfen (Schluß.)

hervor und schien auf den hautlosen Schädel eines mit Wunden bes Das zweite touristische Werk neuen Datums ist von einem Deut- dedten Leichnams. Schaubernd geben wir weiter und finden einen fchen und betrifft das spanische Nord-Amerika. Der Verfaffer, G. F. Leichnam nach dem anderen in verschiedenen Berrenkungen, bis wir v. Tempsky, war drei Jahre in Kalifornien und machte von da einen neunundzwanzig gezählt haben. In einem erkannten wir einen Zúriften fühnen Ausflug in die großartigen, wilden, malerischen Territorien von Mazatlan, der uns eingeladen hatte, uns seiner Erpedition anMerito's, wo er sich, besonders in Mitla, antiquarischen Studien alter zuschließen. Der Haufen Leichname, das war alles, was von seiner meritanischer Denkmäler hingab.

tapferen und reichlich ausgestatteten Erpedition übrig geblieben." Das Der Verfasser scheint sein Werk gleich für Publication in englis ist auch eine Mondscheinscene, aber eine merikanische. scher Sprache geschrieben zu haben, da es blos als von einem Enge Durango mit einer sechsthorigen Alameda, schattigen Bäumet, länder herausgegeben, nicht als überseßt, bezeichnet wird 3ft es eine Blumenbeeten, fühlen Steinsißen und Rosse tummelnden Caballeros, verlappte Ueberseßung, was man auf dem deutschen Büchermartte fos schönen, aber größtentheils unmoralischen Frauen und Mädchen, Stierfort ermitteln wird, kann ich damit natürlich auf keine Neuigkeit der gefechten, Mufit, Leidenschaft, materieller und fittlicher Maffen-Zerenglischen Literatur aufmerksam gemacht haben. Das Wert führt den lumptheit. Zuweilen reiten Judianer mit langen Lanzen durch die Titel: Mitla: a Narrative of Incidents and Personal Adventures Straßen, fangen Weiber und Mädchen weg und spießen Andere auf on a Journey in Mexico, Guatemala and Salvador in the years Soldaten, zerlumpt und nicht bezahlt, stehlen und rauben, find feig 1853–1855. With Observations on the Modes of Life in these Coun und grausam und werden in leşterer Eigenschaft aur von den Jadiatries. By G. F. v. Tempsky. Edited by J. S. Bell.")

pern übertroffen, wofür Thatsachen sprechen, die wir bier gar niớt Da Merito nadh seiner neuesten Revolution und dem Siege ber anzuführen wagen.

Die Hauptftadt Merito's, physiologische und geographil. de php

uur der arriero, Maulefeltreiber, gedeiht, merikanische Räuber und

Zeiten, in welchen das Jahr, wenn nicht Schalte, blos. 313 Lage hat, Kampf mit ihnen, Städte, zwischen Klüfte eingepreßt, Abenteuer da die Sonntage in England bei nichts Interessantem und Anmuthigem mit indianischen Räubern und endlich der Haupttitel: Mitla, alte mitzählen. Welch ein Nervensystem oder gar keins gehörte bazu! Ruinenstadt (iegt ein indianisches Dorf) aus den Zeiten der Mr. Woodin ist mit seinem „Olio of Oddities", einer bunten Reihe Montezuma's, die ausführlich geschildert und durd, Juustrationen an- rascher Verkleidungen mit entsprechender Personification, Rede und fohaulid gemacht wird. Die alten Ueberbleibsel ehemaliger original Gesticulation, auch schon im zweiten Tausend. Die Oddities find meritanischer Kultur liefern dem Verfasser soviel Stoff und 3n- eine falecht zusammengekoppelte Maffe von Persönlichkeiten und Dartereffe, daß er sich mit Liebe dabei auffält und das Charakteristi- ftellung berselben auf eine ziemlich bajazzoartige Weise, aber Woodin sdhe derselben genau zu bezeichnen sucht. Wegen dieser Ausführlicha und das Publikum werden nicht müde. Es ist ein etablirtes Geschäft teit können wir uns auf eine bloße Nomenklatur nicht einlassen und mit Renommée, das besto berühmter wird, je länger eß fich bält. machen blos auf die hier, wie es fheint, noch rein erhaltene, alte Und unter drei Millionen Menschen giebt es auch stets auf mehrere Driginal. Bevölkerung aufmerksam. Die Leute sind klein und reizend Jahre ein stets frisches Publikum: Solde Geschichten sind blos in der delitat gebaut. Das weibliche Geldledt ersdien ihm überraschend beispiellosen, gigantischen Abnormität Londons, mit einer ftehenden grazios, da es sich noch durch malerische Bekleidung zu verschönern Bevölkerung von 24 Millionen und einer kommenden und abfahrenden weiß. Die Gesichtszüge find regelmäßig, fein ausgemeißelt, scharf halben Million mit diesen Nerven, diesem Magen, dieser Unproduktia i hervortretend und ausbrudsvoll. Koblídwarzes, feines, seidenes Haar vität möglich. umflatterf ihre lichtbraunen schönen Köpfe und Gesichter, auf denen in der Jugend ein warmer, rother Hauch den Glanz der Augen unter scharf gezogenen Augenbrauen und zwisden langen, horizontalen Wim

Das magische Geistesleben, nach Dr. Ş. B. Schindler. pern verschönert. Sie sind gutherzig und leidenschaftlich, vertrauungsvoll und großmüthig, obwohl ihre Moral in beklagerswerthem Zustande Das im vorigen Jahre, zur phyfiologischen Erklärung des in der erscheint. Die verfallene Moral scheint importirt zu sein, nur daß Geschichte der Menscheit, von ihren ältesten Traditionen bis quf die fich die alte Driginalraçe hier, besonders in und um Tehuantepec, nody Gegenwart, vorkommenden , magischen" Geisteslebens, ersdienene selbst erhalten hat, um Zeugniß abzugeben, was für eine hohe Kultur Buch von H. B. Sdindler") hat, wie jede Vermittelung zwischen zwei und ein schöner Menschenschlag durch das alterchristlichste, auch Civi- fich einander gegenüberstehenden und gegenseitig negierenden Ertremen, lisation verbreitende Spanien ausgerottet und ruinirt ward, um dem den größten Widerspruch von beiden Seiten gefunden. Auch uns, die brutalften, verdorbensten Getriebe verlotterter Misdragen und alter wir zuerst auf dieses gedankenreiche Budy eines Mannes der Nature spanischer Traditionen Plaß zu machen.

wissenschaft, der zugleich tiefe Studien der Geschichte des menschlichen Die ,, anglo-fädfisde Raçe, wie die gemünzte Phrase lautet, hat Geiftes gemacht, in diesen Blättern hinwiesen, find mannigfache Gegensich angewöhnt, mit einer ,, offenbaren Bestimmung“ zu heucheln und bemerkungen und Antifritifen zugegangen. Wir theilen hierunter eine fid und Andere (besonders Deutsche) damit zu betrügen. Diese foll dieser Einsendungen mit, jedoch nicht ohne eine Erwiederang des Verin Verbreitung der „Civilisation" über die ganze Erde bestehen. fassers des vielbesprochenen Buches folgen zu lassen, mit dem unsere Damit entschuldigt man die hundertjährige Ausbeutung und Demora- Zeitsdrift die Ehre hat, in älteren persönlichen Beziehungen fich zu lisation Indiens, den Raub en gros, die Confiscation des Grundes befinden. und Bodens ganzer Königreiche, den Opiumfrieg, das Bombardement

1. Cantons und den neuen Krieg gegen China. Warum machen sie nicht Das unter dem obigen Titel erschienene Buch des Dr. Schindler gutwillig auf? beißt es. Wir wollen ja mit ihnen handeln. Das ist bat in der gebildeten Welt ein nicht geringes Aufsehen erregt. Auch eine hübsche Moral. Die eigene Heimat wird vernachläffigt und für das Magazin" hat durch einige gehaltvolle Artifel nicht wenig dazu Kriegsschiffe und Kanonenfutter ausgesteuert, damit hinten in Afien beigetragen, die Aufmerksamkeit auf dasselbe zu lenfen. Sollte aber Bölfer gezwungen werden, englischen Kattun, Opium ac. zu kaufen. wirklich das Lob, welches dem Verfasser in so glänzender Weise zu Sind es nicht auch Menschen, und zwar Menschen, die das Pulver ein theil geworden, durchweg begründet sein? Wir glauben es nicht. Jahrtausend früher erfunden hatten, als wir? Wer hat denn das Das Buch des Herrn Verfassers ift vom theoretischen Standpunkte aus Recht, ihre Thüren aufzubrechen und ihnen Waaren meuchlings zu von Wichtigkeit gewesen. Es drängt nämlich die Ueberzeuguug auf, verkaufen? In England treiben fich Tausende von Handelsleuten baß Niemand über ein psychologisches Thema sdreiben dürfe, der nicht berum, welche durch ganze Armeenreihen grimmig verschlossen gehalte unbedingt eine tiefe philosophische Naturanlage und eine durch gründe ner Thüren verhindert werden, fid Kunden zu verschaffen, ihnen die lichftes Studium der Philosophie herangebildete Begriffs- und UrtheilsFauft vor die Nase zu halten und zu dreien: Kauf, Hatunke, oder kraft befißt. Auch wir glauben, daß die Psychologie, bisher ausídließa ftirb! Raufen und Verkaufen sind Afte freien Wahl zwischen Käufern lich in den Gründen der Philosophen traktirt, in nebelhafte und unund Kunden. Wer diese Grundbedingung allen menschlichen 3u. reelle Gestalten und Gedankendinge verflüchtigt worden ist, und daß sammenlebens, aller Civilisation irgendwie brutal verlebt, Fei es die bloßen Philosophen ihres Prinzips wegen die Seele und ihr geim Kleinen oder im Großen, ist ein Barbar ber gemeinsten Sorte, beimnißvolles Weben und Leben durch Anwendung von Kategorieen ein Feind der Menschheit im Allgemeinen, Räuber zc., aber fein mit entweder in etwas Todtes und Starres umgewandelt, oder wie Herbart offenbarer Bestimmung Civilisation verbreitender Christ und Geschichts- und die Materialisten Moleschott und Bühner, in ein bloßes Aggregat führer. Im Gegentheil, statt Civilisation zu verbreiten, wird er durch von Stoffen umgeschaffen und verdreht haben. Die Seele und der dieses Geschäft selbst eine Bestie, für die nur eine Corrections Ans Körper find innerlich und äußerlich in fich verschlungene Dinge. Es ftalt als Aufenthalt rathsam wird.

fragt fico: welches von beiden hat die Präponderan? Wir glauben, ,,Doch willst du immer weiter schweifen? Sieb, das Gute liegt weder die eine, noch der andere. Beide Faktoren des Menschen sind so nah!" 3ft in London felbft nicht manches Gute und Neue paffirt, greidberechtigt. Ist dies der Fall, so wird die Psychologie auch die um darüber anerkennend zu berichten? Welche Masse von Vorträgen, Medizin bei ihren Forschungen schwesterlich zu Rathe ziehen müssen, Aus- und Schaustellungen, Konzerten, Theater-Ereignissen! O ja, und wahrscheinlich wird es mit der Zeit dahin kommen, daß neben ganz gewiß, nur daß man hier den Wald vor Bäumen nicht seben einem Rosenkranz, Erdmann und gleichen Denkern reine Aerzte kann. Jo bin auch kein „,3000-a-year-gentleman", der nichts zu und Fachmänner wie Burbad, Clarus u. f. w. vom Erforschen des thun hätte, als diese 20,000 Thaler jährlich durchzubringen und noch Psychischen auch das wahre Wesen des Lebens der Seele nicht bloß er20,000 Thaler Schulden dazu machen. Ich sehe den Wald, aber auch läutern, sondern auch erkennen und in eine systematische Gliederung in der Regel die Bäume nicht. Nur als Mr. Albert Smith seinen werden bringen helfen. Der Arzt Schindler mag Manches wissen, Bortrag: eine Reise auf den Mont Blanc, mit den Touren und Scenen Manches erfahren und Manches gehört und gelesen haben. Ein Shriftim Hintergrunde vorbeiziehend, zum zweitausendften Male wieder- fteller über ein Kapitel der Piychologie ist er seinem inneren Bes holte und mit der Bemerkung laloß, daß er nun doch ein Bischen müde rufe nach niøt (?). Uns ist es bei der Lektüre feines magischen Geistesa geworden, wenn auch das Publifum noch nicht, ließ ich mich verführen, leben ergangen, wie jenem alten Oberförster, der plößlich in einen diese seit mehreren Jahren als immer neu ziehende Schaustellung zum Blumengarten schöner Redensarten geführt wird, nicht recht weiß, was ersten Male zu besuchen. Während dieser ganzen Stunde kam ich man von ihm wid, allmählich Magendrüden bekommt und erst nach nicht aus Verwunderung und Staunen über diesen Helden und dieses und na inne wird, daß er an Indigestion leidet, weil er den Wortheroisde Publifum heraus, daß Ersterer diese Erzählung zum zweis sowali unausgeführter Gedanken und die Häufung geborgter Citate tausendften Male wiederholen, lepteres fie zweitausend Mal mit nicht verbauen tann und sich nach dem majestätisden Dom seines Enthusiasmus anhören konnte. So etwas ift noch gar nicht das Forstes Febnt, wo die Gedanken über Gott, Freiheit und Unsterblic. gewesen. Zweitausend Mal! Es war ganz hübsch und intereffant. teit in ernsten, aber zugleich heiteren Zügen an seinem Geifte vors Der ehemalige Freund Barnum's mit dem großen, rothen Demokraten- überziehen und ihm zurufen: ,, Nicht jenseite, sondern diefseits des Barte, Albert Smith, trägt wißig, anmuthig vor, und die Bilder Grabes ift die Gerechtigkeit, Measd, du ftebest mitten drinnen im bahinter waren ganz schön. – Das Ganze eine ganz praktische und originelle Art zu reisen aber zweitausend Mal bei diesen (dlechten *) Breslau, W. O. Korn, 1857.

« ForrigeFortsæt »