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losophie immer abwärts, und fie geräth aus einer Narrheit in die an ist eine der vielen Höllen hinunter zu stürzen, aus denen wieder nur dere. ,,Was Sie von ihr wissen", sagte er zu mir, ist gerade das Millionen von Jahren erlösen fonnten, oder doch durch zahllose unBefte, was sie hat, und was Sie nicht wiffent

, verlohnt fid nicht der reine Thiere u. f. w. hindurchzuwandeln. Mühe, kennen zu lernen. In diesem Gewühl von Systemen, die Den besten Scuß gegen die Unsinnigkeit einer solchen Religion einander bekämpfen, halte ich mich an dasjenige, das, auf welchen gewährte noch viehisde Robeit, die auch immer in Indien zuhause gespekulativen Prinzipien es auch beruhen mag, der Tugend Vorsdub blieben ist neben der brahmanischen Kultur, und in dieser Hinsicht thut und in dem Gemüth der Jugend den Schaß des christlichen sind die niederen Kasten noch am besten daran gewesen, da igre Glaubens erhält. Daub, Profeffor der Theologie in Heidelberg, Seelenangst jedenfalls nur eine vorübergebende war. Den besten 3. B. ist einer der tugendhaftesten Philosophen in Deutschland, und Beweis von dem dredlichen Seelenzustande der höheren Kasten (denn Sie sollten nach Heidelberg gehen, um seine Bekanntschaft zu Betrüger sind die Brahmanen feinesweges, sondern Selbstbetrogene), machen.“

der in einen chronischen religiösen Wahnsinn ausartete, geben die Manuel, ein junger Waldenser, war Geistlicher an der reformir- Ungeheuerlichkeiten der indischen Büßer und Waldsiedler; man fieht ten Kirche zu Frankfurt. Ein guter, unterrichteter Kopf, war die daraus, daß die Verzweiflung muthig macht; diese Asketen trogen dem Literatur seine vorherrschende Neigung. In der Theologie war er Schmerze, fie suchen ihn und spielen mit ihm, und demüthigen daKalvinist mit den Schattirungen der Duldsamfeit und der Myftif, durch die Götter, die überhaupt in der indisden Mythologie eine fläg. welde das schöne Gemüth Manuel's ihr unwillkürlich beimischte. Er liche Rolle spielen. nahm die heilige Schrift streng nad dem Buchstaben. Seit Adam Wie furchtbar dieses brahmanische Religionssystem auf den Geist ist der Mensch von grundaus gesunken, verderbt an Geist und Ge der Indier gedrückt hat, beweist die Entstehung des Buddhismus, da müth. Die Vernunft allein fann die Wahrheit nicht ergründen, der er wohl das mensdliche Herz und das natürliche Gefühl dagegen zur Wille allein die Tugend nicht erwerben. Die Vernunft ist unfähig, Geltung brachte, dagegen mit seiner Vernunft vollständig in den Gott zu erkennen. Die Werke des Menschen sind ohne Werth; fie Sdlingen dieses geistigen Nebes hängen blieb. fönnen nicht selig machen; selig werden kann man nur durch Christi Um 500 ». Chr. Geburt) lebte der Stifter der Bubbba Relis Verdienste. Es giebt feine Philosophie: die einzige Philosophie ist gion und predigte, indem er mit seinen Schülern im Gangeslande das Christenthum.

umherzog, feine Lehre, welche die Befreiung von allem Schmerz und Man begreift den traurigen Eindruck, den eine solche Lehre auf Web, die Erlösung von dem Zwange der Wiedergeburten zum Zwed mich machen mußte. Jď erkannte darin mit Schmerz die Seite der hatte. Wenn auch seine Gestalt durch die Fabelsucht der Indier ins Methodiften, die glüdlicherweise damals in Frankreich wenig verbreis Allgemeine verschwimmt und nur durch einen farbigen Nebel grotesker tet war, gegenwärtig aber sehr mächtig ift. Aus Höflichkeit verbarg Legenden hindurch scheint, so ist doch kein Zweifel, daß wir in ihm ich vor Manuel das peinlidye Gefühl und bezeigte ihm blog mein einen der edelsten, gefühlvollsten und, nach indischem Maßstabe, verErftaunen, wie ein so heller Kopf und ein so warmes Herz sich von ständigsten Menschen ehren dürfen. Sein eigentlicher Name ist vielvorgefaßter religiöser Meinung in dem Grade beherrschen lassen kön- leicht unbekannt. Er stammte aus einem Kriegergesúhlechte (Rschatrija) nen, um solche troftlofe Dogmen in sich aufzunehmen. „Wie, Arifti- mit dem Geschlechtsnamen Schäfja (Çakja), weldes angeblich wegen des, Epaminondas, Sokrates haben die Tugend nicht gefannt, nicht Familienftreitigkeiten aus Pôtála (Tatta) am Indus- Delta nordostgeliebt, nicht geübt? Plato hat Gott nicht erkannt? Da hat doch die

märts über den Ganges, in das Land der Rofdhala, im Borlande katholische Kirche eine weit bessere Meinung von der Vernunft der des Simalaya eingewandert war. Sie führten ihr Geschlecht zurüd Philosophie. Sie unterscheidet die wahre und die falsche Philosophie; auf Jrvaku, den Stammvater der Sonnenkönige von Ajôdschà oder jene läßt sie fich gefallen, diese weist sie zurück. Bei uns ist man des

Aud, jenes von den Engländern neuerdings anneftirten Königreichs. Glaubens, daß wir beim natürlichen Lichte die gewisse Erkenntniß von diesem seinem Geldledte Sdafja wird der Stifter des Buddhise der Freiheit, der Tugend, der Geistigkeit unsrer Seele, Gottes und mus gewöhnlich Schâlja-muni (mongol. Schigemuni), der Einsiedler seiner Haupteigenschaften finden können. Daber haben wir auch Lehr- der Schäfía, genannt, während er sonst aud; Gautama heißt, vielleicht ftühle der Philosophie in unseren Sdulen. Mit Ihren Dogmen ver von einem ihrer alten Ahnherrn, dem Rifdi (Herren) Gotama. Bubbba trägt sich feiner, Sie anerkennen keine andere Philosophie, außer dem

(ber Glänzende) ist der Name feiner Würde, wie etwa Meffias, Christenthum: ein Grund mehr, dieses recht zu erkennen. Die Lehre Prophet, weshalb auch zahllose andere Bubbha noch erwähnt werden. — des heiligen Augustin von der Gnade ist schon stark genug, sie braucht Sein Vater war König des kleinen Reiches Kapilavastu; er wurde nidyt noch auf die Spiße getrieben zu werden; sie sollte lieber gemile daher als Königssohn in allem Glanz und Ueberflusse erzogen und dert und so erläutert werden, wie es die Kirche gethan hat." - Die kostete alle Freuben dieser Welt, bis er endlich bei einer Spazierfahrt ewige Antwort Manuel's war: „Ich bilde mir nicht ein, ein Gelehr- durch den Anblick menschlichen Elends bewegt und im Tiefften erter oder ein Philosoph zu sein; ich bin nichts Anderes, und will nichts schüttert wird. Das Elend aller Wesen, der Grund alles Uebels und Anderes sein, als ein Christ, und ein Christ nach meiner Kirche.“. die Erlösung von demselben, das ist es, was fortan seine Seele beSonntag hörte ich ihn predigen, und er gefiel mir durch den Adel schäftigt und ihm alle Freuden und Genüsse seines Standes verhaßt und die Milde seiner Sprache. Im Dogma unduldsam, war er in macht. Vergeblich sucht er im Brahmanenthume, seiner väterlichen den praktischen Lehren die Duldsamkeit selbst. Wir verlebten in Religion, einen genügenden Aufschluß; alle gelehrten Brahmanen, die einer wahrhaft brüderlichen Traulichkeit fast alle Abende mit einander.

er fragt, mit denen er disputirt, können seine Zweifel nicht lösen, ihm Er liebte sein Geburtsland aus tieffter Seele; sebnsuchtsoon seufzte feine Befriedigung schaffen Endlich, nach vielen barten Seelenkämpfen, er nach seinen Alpen, nach seinem schönen See; der Rhein, die Ge- nady langem Meditiren und Suchen findet er Nube. Vertrauend auf birge mahaten ihn schmerzlich daran. In der Folge hörte ich, daß diefe von ihm gefundene Wahrheit, verläßt er alle irdische Herrlich. dieser wahre evangelische Christ , in seine Heimat zurücgekehrt, als feit

, fleidet sich als Bettler und durchzieht das Land, um allen HülfsDirektor des Zuchthauses zu Lausanne in einem obsturen, aber bei- bedürftigen seine Lehre mitzutheilen und aus allen Kasten, aus Brah. ligen Amt seine Talente begraben hat. Die Menschen werden dem manen und Tschandala's, aus Kriegern und Gewerbetreibenden, aus nad Manuel nicht fennen; braucht es das aber? Dieser Ruf, oft der Männern und Frauen fich Anhänger zu sammeln. Tugend so gefährlich, was thut er zum Glüd! 3 bin nicht ftar Welches die Gedanken und Vorstellungen waren, welche die Seele genug, Manuel's Geldid zu beneiden; aber auch nicht schwach genug, Scafjamuni's so heftig aufregten und hin und herrissen, können wir es zu beklagen.

(Shluß folgt.) recht gut begreifen, wenn wir uns die Lebren des Brahmanismus vers

gegenwärtigen. Sein Zuftand ging aus der Berzweiflung über die Dstindien.

Hesjagd der Seele durch das endlose Ad hervor! Ewig dreht fic

das Rad der Wesen (buddh. Ausdruck), ewiges rubelofes Wandern Die Religion des Buddha.

entweder durch endlose Qualen, oder durch ein ewig prekäres, von (Schluß.)

Furcht bedrohtes Glück. Wird das nie enden? ift keine Ruhe, feine Was ein solches System, nachdem es einmal allseitig abgeschlossen Erlösung, fein Stilstand in dieser endlosen Phantasmagorie traumwar, auf den Geist seiner Anhänger für einen Einfluß ausüben mußte, hafter Welten, die nach der brahmanischen und buddhistischen Theoläßt sich durch einfadhe Sğlußfolgerungen erratben. Man stelle fich logie nicht einmal eine Wesenbeit baben? Was ist das einzig Eristia den quietistischen, apathischen Morgenländer vor, der seinen Glückselige rende, das einzig Wirkliche und Wesenhafte? Alles ift Sdein, keitstrieb fo gut hat, wie jedes mensdliche Wesen, wie er von den Alles ist Traum, Alles ist Phantasmagorie nur der Schmerz, die Aussichten auf das Jenseit gefoltert wird: Welten auf Welten, Him- Seelenangst, der Jammer der Wesen ist eine schreckliche, unableug. mel auf Himmel, Höllen auf Höllen, Millionen von Göttern, daß bare Wirklichkeit. Woher kommt die Wirklichkeit dieses Elends? – von der Ungeheuerlichkeit der Uebertreibungen der Kopf swindelt, und nun die arme, rubebedürftige Seele in endloser Hast durch diese

*) Nad Herrn Köppen, der den Buddha (jein Ende) nit Daring und Millionen von Jahren und Welten gejagt und ewig von der Gefahr Xerres gleichzeitig seßt, nachdem er die Gleidizeitigkeit des ersten buddhistischen

Königs Açofa Pijadaju mit den ersten Diadodien Plerander's des Großen urs bedroht, durch eine von den hunderttausend möglichen Sünden und

kundlich (aus Inschriften) nadygewiesen. Sonst regt man Buddha noch etwas

Dod wohl aus dem Bewußtsein! - Wober das Bewußtsein? - Alus den Geift der asiatischen Völfer, die diese Religion betennen, in einen dem denfenden 3. – Will man also das Elend loswerden, so muß Dpiumtaumel versenkt hat, aus dem sie schwer zu erwecken sein werman sich von dem Jch, von seinem eigenen Selbst zu befreien suchen, den. Der Buddhismus ist zweifelsohne die Religion der vollkommenund das geschieht dadurch, daß man die Lebenslust (die Begier

, wie sten Toleranz, unbeflect durch blutige Verfolgungen und Kämpfe mit gewöhnlich überlegt wird) durch einen entschiedenen Willensatt abthut. Andersgläubigen; aber auch die Religion des vollkommensten IndiffeDiese Rebenslust ist die Erbsündé, der Gruud alles Bösen in der rentismus, der vollendeten Apathie. Alle Religionen passen in den Welt; tödtet man die Lebenslust ab, so verliert sich die Sinnenlust; Buddhismus; sein schwammiges, weitzelliges System ist groß genug, ist diese abgethan, so wird die Zeugung beseitigt; ist keine Zeugung, um Christenthum, Brahmanentbum und Muhammedanismus in sich so ist feine Wiedergeburt, ist feine Wiedergeburt, so ist wenigstens aufzunehmen, weil ihre Gegenfäße fich gar nicht ftoßen und reiben ein leidendes Geschöpf erlöst. Mit Abtödtung der Lebenslust fängt fönnen. Bei einiger Kenntniß von dem Systeme und der Lehren die Beruhigung des Geistes an, Sinnenlust schwindet, Denfen vergeht desselben begreift man vollständig, warum die Mühe selbst der eifrigallmählich, Gefühl fæläft ein, endlid verhimmelt das Id in ein seli- ften Missionare so vollkommen verloren ist; denn so lange er einem ges Nichts (Nirvana); es verlischt wie ein Licht; der Geist hat den Buddhisten Moral predigt, so lange er Grundfäße der Menschenliebe, ewigen Frieden gefunden und ist aller Wanderungen und folglich der Rechtlichkeit u. f. w. aufstellt, wird derselbe Atles aufmerksam atler Möglichkeit neuer Leiben überhoben.

hören und vollständig billigen; tommt er dagegen auf Dogmatitzu Um diese Abtödtung zu ermöglichen und zu vollenden, ist eine sprechen, so wird er ihm bald freudig zurufen, wie das im Ganzen Adfefe nöthig; deshalb ist der Buddhismus eine Religion der Asketen, vollfommen mit seiner Religion stimmt, und nur in Einzelheiten abreid an Ordensgenossenschaften, an Mönchs- und Nonnenklöstern (den weicht; denn fast jedes chriftliche Dogma hat im Buddhismus fein fogenannten Lamaserien) mit Gelübden, zahlreichen Observanzen 2c., fabelhaft vergrößertes und verzerrtes Gegenbild. Der Soluß wird eine Sache, die durch viele Augenzeugen, darunter vor allen fatholi, immer sein: „Warum soll ich deinen Glauben annehmen, da so vollfdhe Missionare, beglaubigt ist, und es läßt sich nicht in Abrede stellen, ftändig der meine bereits ift?" – Ein finghalesischer Häuptling daß das Aeußere des ganzen Kultus viele auffallende Aehnlichkeiten schickte seinen Sohn in die christliche Schule, ,,in der Ueberzeugung, mit dem Katholizismus aufzeigt.

daß das Christenthum eine vortreffliche Stüße des Buddhismus fei". Diese Askese ist indeffen von den Ungeheuerlichkeiten der brah Mangelnder Wunderglanbe ist nicht die Schuld; denn mit den fabelmanischen fern und auf ein bescheidenes Maß zurückgeführt, weil der Haften, alles Maß überschreitenden Wundern der buddhistischen LegenReligionsstifter einsay, daß er seine Erlösung nicht durch neue Un den verglichen, erscheinen alle Wunder des alten und neuen Testamen. möglichkeiten illusorisch machen dürfe.

tes außerordentlid bescheiden. Sie können also einen Buddhisten Einen Gott fennt der Buddhismus nicht; die ausdrüdlichsten Aus nicht beftimmen, seinen Glauben zu ändern. sprüche ihrer Theologen (anders können wir nicht sagen), die von Uebrigens thäte man Unrecht, aus dem Bubbhismus Argumente Herrn Köppen in Fülle angeführt sind, spreden sich darüber flar aus. gegen das Christenthum, resp. den Ratholizismus, zu entnehmen; Es scheint mir indeß immer noch sehr die Frage zu sein, ob das ab denn so sehr auch, wie nicht in Abrede gestellt werden kann, das solute Nichts den Buddhisten als leßter Erklärungsgrund alles, wenn Aeußere des Kultus und manche Lehren zu Vergleichen reizen und auch nur scheinbar, Vorhandenen gilt; vielmehr glaube ich, daß jener auffordern, so ist doch diese Aehnlichkeit, wie gesagt, eine äußerliche, vollkommene Nihilismus nur auf eine weitere scholastische Interpreta. und in den Lehren etwa der Art, wie ein Affe einem Menschen gleicht. tion des Nirvana beruht, in dessen Erklärung nicht alle übereinstim- Die Erlösungslehre des Buddha ist aus einer Verzweiflung am Damen. Dieses Nirvana (das Auslöjden), was wir im Deutschen recht sein, einem Efel an allem Leben hervorgegangen und verläuft in gut durch Verhimmelung geben können, ist ursprünglich doch weiter einem fumpfartig stagnirenden Quietismus; das Christenthum ift thatnichts, als ein subjektiver Zustand jeder einzelnen Seele, nicht aber kräftig; sein Stifter überwindet die Welt und den Tod (Worte der eine fosmogonische Potenz, obgleich man sie leicht dazu machen könnte, Schrift), ja, sein Leiden und Sterben ist nur äußerlich passio, in der wenn der Geseßgeber z. B. die Rosmogonie ganz außer seinem Zwecke That aber der Sieg des Geistes, und als solcher die Entfesselung liegend gefunden hatte. Wenn man nur zwischen dem praktischen des in der Welt gebundenen Göttlichen. Theile der Lehre und den philosophischen Systemen, in welche der Meshalb übt der Buddhist die Tugend, weshalb treibt er 26 erstere eingekleidet wurde, untersdeidet, wenn man feruer erwägt, daß fese? – Einfach darum, weil er der Verzweiflung und dem endlosen der Buddhismus allen möglichen Anschauungen und Systemen weiten Schmerze entgeben will, der ihm aus den Wiedergeburten und dem Spielraum in seinem Busen gewährt, so wird die Möglichkeit trop Dasein erwädyst? – Warum soll der Christ das Gute üben? Adem geboten, die pantheistisde Weltseele (Brahma) audy hier als „Werdet vollkommen, wie euer Vater im Himmel volkommen ist, Grund aller Erscheinungen anzufeßen. Uebrigens ist faktisch auch der fagt Christus. Das ist wohl wie Tag und Nacht. Hieraus ergiebt Buddhismus in einen Theismus umgeschlagen, die roben Mongolen, fich auch der Unterschied zwischen buddhistisder Nächstenliebe und Lübetaner u. s. w. verehren nach klaren, unzweideutigen Zeugnissen christlicher Nächstenliebe, den der Herr Verfasser in Abrede stellt. la den ins Nirvana eingegangenen Buddha als Gott und Urwesen. Die objecto mag er Recht haben, denn derjenige, dessen Nothdurft gestillt Buddhisten beten -- wo aber gebetet wird, ist mehr oder minder be worden, empfindet jedenfalls dasselbe, mag die Abhülfe nun von einem wußter Glaube an ein höchstes Wesen – und in dieser Form eines Buddbiften, Chriften oder einem 3sraeliten kommen; in subjecto find quietiftischen Theismus muß auch die Buddha - Religion ihre großen, dagegen sie so sehr verschieden, wie das Nirvana vom chriftlichen welthistorischen Fortschritte gemacht haben. – Man muß nur beden Gotte, vorausgeseßt, daß man die christliche Liebe in reinster, bödster ken, daß er meift Völker berührte, die in roher Sinnlichkeit befangen, Potenz faßt, nicht in ihrer bisweilen febr kläglichen Gestalt. Denn noch ohue tiefes Gottesbedürfniß dahinlebten und zufrieden waren, das geben wir Herrn Köppen ohne Widerrede zu, daß fie heutzutage wenn nur ihr traumähnliches Bewußtsein durch eine einzige, große meist nur sehr mit Kupfer legirt auftritt, selbst wo viel Geschrei dar. Gottesahnung angeregt wurde. Der phantastische Wechsel der Er- über ist. Daß das Christenthum, selbst abgesehen von der rein fird, foeinungen, die zahllosen Buddha- Incarnationen, die feenartigen lichen Lebre, eine ganz andere Erlösung und Befreiung des menschHimmel, die zum Nirvana führten, die dem Brahmanenthum wieder lichen Geiftes bewerkstelligt hat, dafür liegt der offenkundigste Bes abgeborgten Götter und Dämonen, der Kultus, namentlich die Ver- weis in der Thatsache, daß wir den Buddhismus und andere Relia ehrung der Reliquien des Religionsstifters, alles dieses beschäftigte giong - Systeme lo objektiv und vorurtheilslos zu beurtheilen im hinreichend ifre robe Einbildung und täuschte sie über den traurigen Stande find. Grund, während die fanfte, men denfreundliche Moral, die er gepres digt hatte, die milden Sitten, die schönen Gebräuche, die er eingeführt, ihren beilsamen Einfluß geltend machten. Denn es muß anerfannt werden, daß von Seiten der Moral, der theilnehmenden, mit

Eine Reclamation Karl v. Holtei's. leidigen Liebe gegen alle Geschöpfe, selbst gegen die niedrigsten

An den Herausgeber des ,, Magazin“ 2c.
Thiere, der ängstlichen Scheu, irgend einem Wesen überflüssigen
Schmerz zu bereiten, der Buddhismus sehr hoch steht und in frühester

Hoogeehrter Herr! Zeit schon Dinge durchgeführt hat, auf welche erst die moderne Hus Ihr , Magazin" enthält in seiner Nummer 139 vom 19. No. manität gerathen, z. B. die Abschaffung der Todesstrafe.

vember 1857 einen mich betreffenden Aufiaß, mit F. v. H. unters Man muß sich erinnern, daß Buddha das indische Raftensystem zeichnet, der theils auf einem Mißverständniß zu beruhen scheint, theils brady, daß er, der Königssohn aus edlem Kriegerstamme, den armen, zu mannigfachen Mißverständnissen Anlaß giebt und mich nöthigt, unter dem Hunde gehaltenen Tschandala, den der Brahmane selbst, Sie um Aufnahme nachstebender Zeilen zu bitten. aus Furdt, fich zu beflecken, nicht anspuckte, daß er Millionen buch Ich vertenne gewiß nicht die günstigen Gesinnungen des mir unftäblich in den Koth getretener Wesen zu Menschen machte, daß er befannten Berichterstatters und bin ihm dankbar dafür; aber ich fie als Brüder in seinen Bettelorden aufnahm, um die Größe des faffe doch nicht, wie die Vorrede zu dem Buche: ,,Bilder aus dem Fortsdrittes zu begreifen; andererseits ist nicht zu verkennen, daß diese häuslichen Leben", so gedeutet werden konnte? 3. habe mid bei Lehre von der schließlichen Verbimmelung aller Seelen ins Nirvana denen entschuldigt, mit denen ich die Korrespondenz abbrechen mußte,

weil meine Augen leidend find, und weil meine, literarischen Arbeiten der ftrengsten Sitte fich haltendes Benehmen zeigten, ihre kleinen gewidmete Zeit mir nicht gestattet, viele Briefe zu schreiben. 3 Kaffeehaus - Konzerte fort und erregten sie zunächst die Aufmerk. Habe das meines Wiffens in einem durchaus nicht larmoyanten, mehr samkeit des Musit-Direktors Charon, der in der jüngeren Schwes scherzhaften Tone gethan, und am atlerwenigsten kam es mir in den fler ganz außerordentliche musikalische Anlagen zu entdecken glaubte. Sinn, als Bettler aufzutreten. Meine Verleger hätten auch alle Ur Er nahm Rachel in feine Schule für Kirchengesang auf, wo sie den fache, so etwas recht übel zu nehmen; denn sie bezahlen mich an- dristlichen Namen Elisabeth führte

. Baid hatte er sich jedoch von ftändig und ich erwerbe, was ein deutscher Schriftsteller meiner Gat- seinem Jrrthum überzeugt; so groß ihr Talent für die Declamation tung, der eben nicht ungern gelesen wird, den Umständen gemäß, ohne war, To unbedeutend erwies es sich für den Gesang. Sie kam darauf Selbftüberschäßung, begehren darf. Aud war ich immer noch in der in die Declamations-Scule des Herrn Pagnon St. Aulaire, wo fie Lage, nach meinen schwachen Kräften für Andere und für wohlthätige erft ordentlich Französisch lesen lernte. St. Aulaire, der ihre großen Zwede wirksam zu sein, ohne deshalb die mir nächstliegenden Pflicha dramatischen Anlagen fofort erkannte, studirte ihr einige große Eraten vernachläffigen zu dürfen, wenn ich auch, wie die Beilage“) dar- gödien-Rollen ein, doch hatte sie anfangs eine viel größere Vorliebe thut, nicht so viel leisten kann, als von mir verlangt wird.

für das Luftspiel, Sechzehn Jahr alt, spielte sie am 26. Oktober Romisch ist es nun allerdings, daß in verschiedenen Journalen 1836 in einem kleinen, von St. Aulaire geleiteten Theater die Hers gleichsam zu einer Rollefte für mich aufgefordert und an das groß- mione" und an demselben Abend eine Soubretten - Rolle in einem müthige Gedächtniß der Theatervorstände (!) appellirt wird,' – wäbe Molièresden luftspiel. Ein Regisseur des Théâtre Français, zufällig rend ich mich genöthigt febe, eine für alle Fälle" passende Antwort anwesend, war so entzüđt von ihrem Spiel, daß er am folgenden druđen zu lassen, (f. unten) um solche unter Kreuzband denjenigen Tage ihre Aufnahme unter die Eleven dieses Theaters veranlaßte. zuzustellen, die von mir Unterstüßung haben wollen!

Bald darauf starb jedoch dieser ihr erster Beschüßer, und so kam es, Diese Leßteren befinden sich offenbar noch in dem Stadium glück- daß fie nicht sofort bei jener flaffischen Bühne, sondern zunächst am licher Naivetät, welche annimmt: der deutsde Romanschreiber werde „Gymnase” engagirt wurde, wo sie gleich bei ihrem Debüt 3000 Fr. bezahlt wie feine Herren Kollegen in Frankreich und England. (800 Thlr.) Gehalt zugefidyert bekam. Hier war fie unter dem Na.

Jene Erfteren aber reßten, troß ihrer Theilnahme für mich, doch men Rachel aufgetreten, und diesen Vornamen, ohne Beifeßung des wieder gar zu wenig Bertrauen in mein bescheidenes Talent, in mei- Familien- Namens Felir, behielt sie auf den Theaterzetteln bis zu nen redlichen Fleiß. Dhne ben geht es freilich nicht; doch ohne den ihrem Lebensende. Auf diesem kleinen Theater fand sie jedoch nur möchte ich auch nicht leben.

wenig Anerkennung; fie felbft war darüber in Berzweiflung, und ohne Es sind mir übrigens bei dieser Gelegenheit so viele Zeichen die Theilnahme des berühmten Sởauspielers Samson, der sie an das wohlwollender Erinnerung zugekommen, daß ich mich dadurd, freudig Ziel ihrer Wünsche, an das Théâtre Français, brachte, würde ihre erhoben fühle, und diese Erfahrung lieferte die angenehme Seite des Kunst für die französische Bühne vielleicht ganz verloren gegangen im Ganzen für mich unangenehmen Ereignisses. Verzeihen Sie, hoch sein. Am 12. Juni 1838 trat fie in den ,,Horaces" auf, und bereits geehrter Herr, daß ich hier so viel von mir geschwaßt, - was nicht am folgenden Tage kannte man den Namen Rachel überall, wo man zu umgehen war, – vergönnen Sie dem Geschwäß die Aufnahme in sich noch zu den Verehrern des alten, klassischen Theaters der Frans Ihre Blätter, - und bewahren Sie die freundliche Zuneigung, die zosen zählt

. Im März 1840 wurde ihr jährliches Einfommen auf Sie mir schon gönnten, als wir in Berlin unsere følesischen Feste dem Théâtre Français durch kontraktliches Engagement auf 60,000 Fr. feierten, Ihrem

(16,000 Thlr.) festgestellt. Sie fand aber auch bald Gelegenheit,

gang ergebenen durch Gastspiele in Frankreich und im Auslande ein folossales Vere Gräß in Steiermark,

Holtei.

mögen zu sammeln. den 28. Dezember 1857.

- Statistit der Leibeigenen in Rußland. Nach dem

offiziellen Bericht des russischen Ministeriums des Innern belief fich Mannigfaltiges.

im Jahr 1855 bie Zahl der Leibeigenen oder berrschaftlichen Bauern Rachel's lebrjabre. Einem im Courrier de Paris ent= (Kpecmbahe nombŲnoun), wie man sie euphemistisch nennt, auf haltenen Nefrologe der am 4. Januar 1858 verstorbenen Dule. Nadel 11,800,000 männliche Seelen. Die Hauptmasse derselben lebt in den entlehnen wir folgende Notizen: Am 24. März 1820 gebar Esther mittleren und westlichen Theilen des Reiches; im Gouvernement Tula Haza, Frau des jüdischen Hausirers Felir, in einem armseligen Wirths- 3. B. bestehen drei Viertel der ganzen Bevölkerung aus Leibeigenen, hause zu Mumpf im Kanton Aargau eine Tochter, die den Namen

in Simbirst, Kaluga, Jaroslawl, Nijni - Nowgorod, Mobilev, Kiev Nadel erhielt. Zwei Schwestern von ihr, eine ältere und eine jüns

über zwei Drittel, während sie in Aftradan, Stawropol, Wiatka und gere, trugen die beiden anderen Namen der Erzmütter 3sraels, Bessarabien nur 3 Prozent der Bevölkerung bilden und im GouverSarah und Rebeffa. Die Familie erwarb sich mehrere Jahre nement Archangel nicht mehr als ein Leibeigener auf 1000 Seelen lang mühsam ihr Brød durch Herumziehen und Hausiren in den Dór- fommt. Seit dem Jahre 1803 haben 103,891 Bauern von den Herrfern der Schweiz und des Elfaffes. Endlich ließen sie sich in lyon fchaften die Freiheit nebst dem Besiß des von ihnen bewirthschafnieder, wo die Mutter einen Kleiderhandel betrieb, während der Va.

teten Landstückes, entweder durch Kauf oder als Schenkung, erhal. ter Unterricht im Deutschen ertheilte und Sarab, die eine schöne ten; nach dem leßten Census betrug die Zahl folcher freigelassenen Stimme hatte, in den Kaffeebäufern fang, wo die fleine Rachel fie

Bauern 145,000 männlide Seelen. Auf Grund des Ufas bom auf der Guitarre begleitete und mit dem Notenblatt herumging. Der

Jahre 1842 find 26,868 Leibeigene männlichen Gehledts mittelft Erfolg, den die musikalischen Leistungen der Kinder hatten, bewog die

Kontrafts mit den Gutsbefißern zu freien Pächtern erhoben worden. Familie, um das Jahr 1830 nach Paris zu geben. Hier feßten Sa

Unter den wohlwollenden Edelleuten, welche freiwillig den Rechten rab und Rachel, die ftets ein sehr gefälliges, in den Scranten entfagten, die ihnen ein barbarisches Gefeß auf Kosten ihren Mit

mensen verlieb, verdient insbesondere der verstorbene Fürst Shi

rinski-Schichmatov genannt zu werden, der nicht allein den Bauern *) Ein bejahrter Schriftsteller, frånflich an den Augen leidend, lebe ich, auf emfigen Fleiß, auf Vroderwerb durch meine Feder angewiesen,

des ihm gehörigen Dorfes die Freiheit fenfte, sondern ihnen aud sein außerhalb des eigentlichen literarischen Verkehrs, gewissermaßen außerhalb ganzes Erbgut gegen ein geringes Jahrgeld als Eigenthum überließ Deutschlands, und habe vollauf zu thun, will ich nich erhalten, will ich meine und fic blos einen kleiner Ader vorbehielt, den er mit einigen gee nåchsten Pflichten redlich erfüllen. Deffen ungeachtet werde ich unaufhörlich

mietbeten Knechten bebaute, wobei er ihnen nur die Bedingung ftellte, mit Zuschriften und Sendungen aus der Ferne beehrt, die mitunter unmögliche Dinge von mir begehren. Man schickt mir, obgleid, meine Beziehungen zum im Dorfe eine Schule zu gründen, in der er selbft das lebreramt Theater längst aufgehört haben, Schau- und Lufspiele zu, denen ich Eingang übernahm und die Kinder feiner ehemaligen Leibeigenen unterrichtete. auf die Bühnen, man vertraut mir Manusfripte der verschiedensten Gattung an, denen ich Verleger verschaffen soll. Man verlangt Geld - Unterstüßun

Ueber diere edle Handlung hat unlängst der Professor Porosdin in gen von mir mit einer Zuverficht, als ob ich im Golde wühle. Ich habe Jahre St. Petersbung die näheren, sehr interessanten Details in einer kleinen lang erwiedert, vermittelt, geschrieben, geschenkt und geschidt, so weit meine

Schrift mitgetheilt, *) welche zugleich auf die von den Gegnern der Kräfte, meine Augen, meine kleinen Einnahmen reichen wollten. Ich habe ganz fremden Personen so viel Zeit geopfert, daß ich meine eigenen dringenden Emancipation aufgeworfene Frage, ob die Freiheit den mit ihr Bee Årbeiten (von deren Ertrage ich leben soll) darüber versäumte.

schenkten auch wirklich in fittlicher und materieller Hinsicht zum Heil Es geht nicht weiter. Balb bin ich nicht mehr im Stande, auch nur die

gereichen werbe, die befriedigendften Aufsblüffe giebt. Porto - Auslagen zu erschwingen, die aus diesem Verfehre entstehen.

Von jeßt an werde ich auf dergleichen Ansprüche nur durch ein Greinplar vorliegenden Blattes antworten und füge dieser Erflärung die Bitte bei:

Wem es um Rath, Urtheil, literarische Förderung zu thun ist, wende *) Дворяне благотворители, сказаніе в. с. Порошина. fich an Männer, deren fritische Stimmen, deren Einfluß entscheidend find. Wer Cn6. 1856. pefuniáre Hülfe sucht, flopfe bei Wohlhabenderen an!"

Ich stehe uicht so, daß ich für Andere sorgen könnte; ich habe genug für mich zu sorgen.

Boltei.

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Anglo-Indiens, allerdings, wie ich nun sebe, dem Papiere nach, nicht England.

vergebens, aber in der Sache, im Interesse geschichtlicher Erkenntniß

des englischen, europäischen, indisden Wohles, der Rultur, des Fries Literatur: Briefe aus England.

dens, des soliden, kaufmännischen Verkehrs? Da liegen zwei GeschichErster Monats - Bericht. 1858.

ten Indiens vor mir, aber sie kommen auf die Ueberzeugung der Rüdblick auf das vorige Jahr. Fårbung der Literatur durch Indien. Times hinaus, daß es für das materiell und moralisd ruinirte Indien Geschichte Intiens, von Harriet Martineau. – Die richtige Erkenntniß Indiens nichts Besseres gebe, als Fortseßung, Ausdehnung und Befestigung und der wahren englischen Politif daselbst, von Thomas Roe. Professor Neus

derselben Macht, welche Indien so weit brachte, wie jeßt. Die eine mann's beutiche Geschichte Indiend. - Livingstone, Barth, Güßlaff, Fortune, Geschichte Indiens ist von einer Frau auf Bestellung gearbeitet die Groberer, wie sie sein müssen. Störung und Verwickelung der germani:

und im Interesse, wenn nicht auf Rechnung der Compagnie: ,,Britischen Mission und Wirksamkeit für den Rosmopolitismus durd) englische Polis

sche Regierung in Indien. Eine historische Skizze. Von Harriet tif. – „The Virginians ", von Thaceray. Die Weihnachts-Nummer der Household Words. Polemischer Roman von A. Trollope.

„Vor zwei Martineau“,9) parteiisch für diese britische Regierung, aber doch in Jahren", von Ch. Kingsley. Roman - Literatur und deren zahlreiche, bes

Aufzählung der Thatsachen richtig, so weit ich es beurtheilen kann, stimnite Kunden. Biographisches und fritisdes Lerifon von 30,000 englis so daß sie als ein einbändiges, die Geschichte eines Jahrhunderts in schen und amerifanischen Schriftstellern. - Englisde und deutsche Lerifographie. Kürze zusammenstellendes Werf, bei sonstigem Mangel, als verdienst

London, Anfangs Januar. lich bezeichnet werden muß. Die Epochen in der Kultur- und Literaturgeschichte zählen nicht Harriet Martineau giebt die wesentlichften Thatsachen im Zunach Kalenderjahren. Aber ein neues solches Jahr will doch gern sammenhange, und das ist viet werth. Freilid hüpft fie, ihrer Aufwissen, was es eigentlich von dem geschiedenen erbe und was leßteres gabe gemäß, über die groben Verbrechen und Fehler (die befanntlich geleistet, zu weiterer Fortbildung geschaffen. Fragen wir uns, was die in der Diplomatie schlimmer fein sollen, als erstere) hinweg und freut blätterreichste Literatur, die englisde, im vorigen Jahre Bleibendes, fich der Resultate: doch so und so viel erobert, gewonnen, dem Dauerndes hervorgebracht, so sind wir in der That um eine Antwort Christenthume, der Civilisation zugänglich gemacht. Auf Widerverlegen. Es ist zwar sehr möglich, daß wir und englische Kritifer sprüche kommt es ihr dabei noch weniger an, wie dem größten Historia selber unter der Blätter- und Büchermasse dies und jenes übersehen, fer Macaulay in Schilderung der beiden Haupthelden Clive und unterschäßt haben könnten, das sich später als ein dauernder Gewinn Hastings. Harriet Martineau giebt in Darstellung eines alten, anglo,, als Saamenkorn eines großen Fruchtbaumes" entwickeln mag; aber indischen Faktums den Schlüssel zur ganzen Kritit der Geschichte 3nes ist uns eben bis ießt feine wirfliche Production der Art be diens unter England. König Jakob fandte 1615 einen Bevollmächtige fannt geworden, so daß wir sie auch nicht mit in Anrechnung bringen ten, Sir Thomas Roe, an den Hof des Großmoguls in Delhi. Dieser können. Statistisch gemessen und gezählt – wie Aus- und Einfuhr, studirte die Indier sehr gründlich und schrieb einmal nach England: auf den Viehmarkt gebrachte Odsen, Schweine und Schafe u. s. w., ,,Schickt besonders historische Gemälde hierber, Nachtftüde, Land. mit Vergleichung dieser Summe mit früheren und dem heraus gee schaften, aber nur sehr gute, denn sie verstehen sich hier auf Runft rechneten Zuwachs - ponach die Engländer arithmetisch ihren , Fort- ebenso gut, wie wir. In einem anderen Briefe warnt er (und

dritt“ nachweisen, ohne die anderen, oft furchtbar mächtigen Subtraf dann wiederholt) vor allen Eroberungsversuchen: „Es find nidt eine toren in die „Balance" aufzunehmen - To statistisd genommen ist Menge Stellen und Aemter, Residenzen und Faktoreien, die Eud die literatur des vorigen Jahres vielleicht wieder reicher ausgefallen, Nußen bringen. Diese werden nur Eure Ausgaben vermehren, aber als die im vorhergehenden Kalender-Abschnitte. Dies ist schon ohne keinen Erfaß dafür bieten. Krieg und Handel sind unverträgRechnung Indiens wegen wahrscheinlich. Jeder alte, pensionirte lich mit einander. Erst dachte ich an ein Fort, aber jeßt würde ,, Nabob" wollte etwas über Indien schreiben, jeder Verleger etwas ich nicht eins annehmen, wenn mir auch der Kaiser zehn böte." Das druđen. Aber der Gewinn darauo? Indien war stets ein , steigendeß ist's. Hätten die Engländer nur einfach nach der mathematisd und Defizit". Mit Flinte und Feder wieder erobert, welch ein Geier an staatswirthschaftlich unumstößlichen Wahrheit gehandelt: Krieg und der Leber des wieder daran gefesselten Prometheus! Mehr Shulden, Handel sind unverträglich, würden sie Indien und England ftets mehr Soldaten, mehr Beamte, mehr Festungen, mehr Polizei, mehr durch Handel bereichert, aber niemals durch Krieg und Plünderung Bestechung der Mächtigen in jenen verwüsteten Reichen, mehr Ause ausgebungert und demoralisirt haben. Die Folgen dieser Blindheit beutung des engen Englands, um den nach Tausenden von Quadrats gegen den eigenen Vortheil, der Mißachtung des Rathes von ihrem meilen und vielen Hunderttausenden von Todten messenden indischen ersten Forscher in Indien rollen sich vor uns auf in dem Buche von Ruhm Großbritanniens wieder zu befestigen und das alte, Defizit Harriet Martineau in einer ununterbrochenen Reihenfolge von Mo. machende, die Bank von England fuderweise Veerende Geschäft der nopolen, Krieg, nichts als Krieg, Schulden, nichts als Schulben, Compagnie und der Privilegirten, welchen Rolonial-Aemter überwiesen neuem Krieg, um die Sculden zu beden, größeren Shulden, werden um sie zuhause loszuwerden), wieder herzustellen.

mehr Schulden, um Gränzen zu beden, noch hundertmal mehr Wir wollen uns hier an die literarische Seite der Sache halten, Sšulden, um die weiteren, weiten, weiten Gränzen zu schüßen, die die ja ohnehin die literatur fast des ganzen Jahres so schredenhaft mit jeder Eroberung natürlich immer weiter und unsicherer und bunt auf blutigem Grunde färbte. Hat man auf diesen endlosen kostspieliger werden, von Verlusten ganzer Armeen (Afghanistan), von Massen von Drudpapier Indien endlich begriffen und so den Grund Rebellionen uns Meutereien, Wüsten, wo früher Tausende von Dörzu einer soliden, produktiven Eroberung gefunden? Spuren davon fern und Städten fidh an breiten Strömen spiegelten, Hungersnoth wurden vielleicht laut, ich habe öfter Stimmen der Erfenntniß vers mit Hunderttausenden von ausgetrodneten Leichen, und endlich das nommen, aber sie wurden vollständig überschrieen. Die Times, welche Jahr 1857 und dessen Folgen das ist die Geschichte Englands in früher oft genug fein gutes Haar an der ganzen indischen Verwal Indien, natürlich zum Schluß des Buches der Stolz Englands, die tung fand und einmal entschieden nachwies, daß England noch nicht segensreichste Heldenthat der Christenthum und Civilisation verbreiteneinmal so weit gekommen fei, nur so zu thun, als ob es auch an das den anglo-fächsischen Raçe. Wohl Indiens dächte, gewann aus den Fudern Kredit, welche die Dst Wir nehmen das der Verfasserin nicht übel. Macaulay ist der indische Compagnie aus der Bank fuhr, die Ueberzeugung, daß es größte Geschichtschreiber und hat den Grund zu dieser Anschauung nicts Besseres gäbe für Indien, als diese Compagnie

. Lord Pal- und Phraseologie gelegt, gegen welche fein Adam Riese, tein merston scheint auch nichts Besseres zu wissen. Und über die Weise Adam Smith so bald aufkommen wird. Ich dachte, mein lies beit dieser beiden Großmächte Englands geht es nirgends hinaus. 3o

*) „British Rule in India”. A historical Sketch. By Harriet Mar. hoffte bei dieser Gelegenheit wenigstens auf eine solide Geschichte tineau. London: Smitb, Elder and Co,

bes Deutschland würde sich einmal mit seiner gründlichen unpar- die Philosophie und die Religion durch einander, und verwirrt die eine teiifden Forschung der Sache annehmen und eine Geschichte 31. durch die andere. Bis jeßt wenigstens kam mir Baader's Christenthum diens schreiben, aber an dem mächtigen England und an der Blume nicht vom echten Korn vor. Anfangs Schüler der Naturphilosophie, dieses indischen Reiches scheitert auch sie. ,, So muß es kommen“, sagt mischte er ihr später ein Stück von Böhme's und Saint-Martin's C. F. Neumann in einer zweibändigen ,,Geschichte des englischen Rei- Myftik, bei und jeßt ist er einer von den Korypbäen des bayerischen ches in Asien". Da ist sie schon, meine erwartete deutsche Geschichte Katholizismus. Passavant, um mich zur Lehre seines Meisters zu beDitindiens, rief ich frohlockend, als ich den Umschlag des zweibändi- fehren, lieh mir ein Schriftchen, das Baader über das Abendmahl gen Neumann fah. Ich suchte fofort einige mir näher bekannte französisch abgefaßt. Ich flog es eilig durch, und ich muß sagen, daß Partieen auf, las sie durch und dann den Schluß, ohne ein Wort zu es mir als ein Meisterstück - von Unfian erschien. Es heißt darin: fagen, als man mich fragte, wie mir Neumann gefiele? Macaulay dies Abendmahl sei ein reales, physisch und moralisch, Schußmittel aufgeweidt zu zwei Bänden und mit einer kosmopolitischen Schmeich gegen den Teufel, der den Leib frißt und der das Blut, das ist die ler-Sauce übergossen. Die Kultur Europa’s geht um die Erde Seele, fäuft. Eva hat uns ins Verderben gebracht, Ave erlöst uns; herum. Selbst Australien und Afrifa seien angekultivirt, große, freie denn Ave ist umgekehrt Eva.

denn Ave ist umgekehrt Eva. - Was dünft euch von diesem Christen , anglo-sächsische Raçe Hauptagent dieses Kosmopolitismus, glorreichst thum? — Die Erbsünde erklärt Passavant auf das wunderlichste. Er in Dstindien. So schließt Neumann, nachdem er länger und gelehr- nimmt eine Präeristenz der Seelen an; Adam ist ihm nicht das ter, als Macaulay und Martineau, die hundertjährige Kilimar von Menschen-3deal, sondern die Verleiblichung der Materie. Wir Alle Verbrechen und Fehlern der Engländer in Ostindien geschildert. Herr haben als Geister in Adam, 8. 5. in der Materie, gesündigt und Prof. Neumann ist ein ehrlicher Deutscher und nicht von der Ostindischen büßen jeßt mit Recht für diese Erbfünde. Wie Manuel, fiebt audy Compagnie bestochen, sondern nur, wie das ganze an England und Passavant überall Beweise von der Erbsünde, verschuldet von, und bes nicht an sich glaubende Deutschland, von seinem Glauben, an straft in Auen. Wir Alle waren Engel, höhere Wesen, und haben weldhem felbst solche horrende Thatsachen machtlos abprallen. Jei uns selbst zum Irdischen erniedrigt. Platon hat die diristliche Lehre weiß, daß sich gegen den Glauben nichts mit Thatsachen ausrichten geahnt. Wir können uns nicht tief genug die Worte Pauli einpräläßt, dafür bürgt mir nichts so sehr, als Herr Professor Neumann. gen: ,,Wir leben in Gott und bewegen und in ihm". Der Glaube Auch bitte ich den anständigen Deutschen, die an England, und nicht an Gott geht dem Glauben an das Id voran; denn das ich ist nur an sich glauben, um politisch selig zu sein, meine unanständige Zu- in Beziehung auf Gott begreiflich.

in Beziehung auf Gott begreiflidh. - Ja, gewißlich, dem ist so; muthung ab, fie möchten an Thatsachen und auch ein Bischen an sich allein, um Gott oder Irgendwas zu erkennen, muß man ja audy fich glauben.

felbft erkennen. Die Erfenntniß Gottes fann also nid)t der Erfennts Auch Afrika ist schon kosmopolitisch in Angriff genommen, sagt niß des Ich vorausgehen, sie muß ihr folgen; ober bödftens ist anNeumann, und kann dabei mit seiner Anschauungsweise natürlic blos zunehmen, daß beide Erkenntnisse gleichzeitig sind; fie bedingen, stüßen, an die Kaffern denken, welche durch , Kaffernkriege" und den Ums vervollständigen einander. – Passavant gebrauchte im Laufe unserer gang mit Engländern so demoralisirt wurden, daß nun auch lie Ver- Unterhaltung oft das Wort: Offenbarung. „ Nehmen Sie denn, träge brachen und sie sogar ihre Muster und Meister in dieser Nech- fragte ich, , außer der einfürallemaligen Offenbarung für das genung mit Brüchen übertreffen. Afrika ist der Kultur geöffnet, nidyt sammte Menschengeldlecht, aud noch eine besondere Offenbarung an?" durch englische Waffen und Politif, sondern durch die waffenlose, durch Allerdings", war die Antwort. – , Hat Sokrates diese zweite OffenEhrlichkeit, Bildung und liebe mächtige Wissenschaft und Forschung barung gekannt?" – Ja. – ,, Und Kon-fu-tse?" — Auch. – „Aber eines Barth, eines Livingstone u. s. w.

das ist ja nicht die Offenbarung Jesu Christi; ist es also eine rein Unter diesen vielen Forschern in Afrika ist mir Livingstone der persönliche, durch besondere Gnade, an irgend einen Bevorrechteten liebste, der praktischste, just weil er so recht einfach und einsichtig stu- ergangene?".

ergangene?" - Darauf eine Antwort, die ich nicht verstand. Passavant dirt hat und angiebt, wie man mit seinen liebenswürdigen Wilden erwartete reiche Auffdlüsse und eine Art Erlösung aus den Banden und gegen sie handeln müsse, um sie zu civilisiren und den schönsten der Materie vom lebensmagnetismus, mit dem er sich viel beschäftigte Profit dabei zu machen. Bringt Waaren auf den Zambesi hinauf, und worüber er später eine Schrift herausgab. Auch auf Träume legt Handelsstationen an, fagt er. Das ist alles. Die Leute dort bielt er viel. kaufen gierig europäische Waaren und geben dafür gern ihre uns Friedrich Sdlegel gehört, wie sein Bruder August Wilheln, zu werthvollen, ihnen überflüssigen Produkte her

. Beide Parteien ge- den größten Kritifern Deutschlands. Wie diefer, ja noch vor ihm, hat winnen dabei auf eine solide, merkantile Weise und lernen sich gegen er die orientalischen Sprachen studirt und darüber ein geschätztes seitig lieben, da beide Parteien immer zugleich Kunden und Käufer Wert: ,,Sprache und Weisheit der Indier“, veröffentlicht. Anfangs find. Wenn sie sich so mit der Zeit an baumwollene Hemden und engli- war er einer der eifrigsten Spellingianer, und um diese Zeit verfaßte sche Vatermörder gewöhnt haben, lernen sie auch etwas A B C und er pantheistisch gefärbte Romane von einer sehr zweideutigen Moral. Katechismus, und der Missionar bat einen Boden, auf dem er mit in der Folge gab er der Philosophie den Abschied und wurde orthoErfolg stehen, gehen und wirken kann. Das sind die formopolitisden dorer Christ

. Er bekehrte feine Frau, eine geborne Jüdin, zum Grundgedanken Livingstone's für die Civilisirung Süd-Afrika's. Kein Protestantismus, und als er selber später katholisch wurde, bekehrte Gedanke an Rap - Kolonie - Politik, keine Spur von Palmerston's er sie zum zweiten Mal zum Katholizismus; gegenwärtig bekehren fie funfzigjähriger Weisheit und Praris, die darauf hinauslief, daß die gemeinschaftlich weiter um die Wette. Fr. Schlegel ist österreichischer Völker, besonders Indier und Chinesen, Geld und Waaren bergeben legationsrath beim Bundestage; er gilt für einen Günstling Genz', follen, ohne etwas dafür zu kaufen.

der selbst Günstling des Fürsten Metternich ist... Es ist ein Mann Güßlaff und Fortune (von dem jeßt ein dritter Band erschienen von schöner, regelmäßiger Gesichtsbildung und von schlichtem Wefen. ift) in China, Barth, Dverweg, Richardson, livingstone u. f. w. in Er nahm mich freundlich auf und lud mich zu einem Abendspaziergang Afrika, Thomas Roe, einft in Indien, Deutsche einzeln und in Ges

um die Stadt ein. Er spricht das Französische vortrefflich und drüdt meinden schon vielleicht alle bewohnten und bewohnbaren Flechen sich mit vollkommener Klarheit aus. der Erde durch Arbeit, Fleiß und Geschicklichkeit für den Koomopoli Haben Sie Acht auf den Weg, den Sie einschlagen wollen“, tismus und den Weltfrieden, den ehrlichen materiellen und ideellen sagte er zu mir.

sagte er zu mir. „Sie ahnen ihon, daß nach Kant Fichte unverAustausch aller Völfer verbreitend - bas find Civilisations- Miffio- meidlich und nach Fichte Schelling nicht zu umgeben ist. Die Ver. nare und die Mächte und Kräfte, durch welche Völfer zugleich erobert nunft kann nur zum Pantheismus führen.“ und befreit, für einander gewonnen, Kosmopoliten werden.

,,Man meinte anfangs, Jacobi würde nicht in den Pantheismus (Schluß folgt.)

verfallen, er, der das Gefühl an die Stelle der entthronten Vernunft

feßen wollte; allein als er sich über das, was er unter dem Gefühl Frankreich.

des Göttlichen versteht, klar ausgesprochen hatte, da fand sich, daß

dieses Gefühl der Vernunft gehöre, und daß Kant's Gegner sein Cousin's „Philosophischer Spaziergang in Deutschland".

Jünger fei. Jacobi ist nun fertiger Rationalist, und wenn er kon

fequent fein will, muß er Pantheist, o. b. Atheist, werden. 1. Das Debü t.

,,Das Wahre ist, daß es einen besonderen Sinn des Göttlichen, (Soluß.)

ein inneres Drgan, eine unmittelbare Offenbarung religiöser ThatPassavant, ein Arzt, war auch ein Chrift, aber von anderem fachen giebt. Der Empirismus ist das einzige vernünftige System; Solage, nach dem Zuschnitt Franz Baader's, dessen eifriger Schüler nicht aber der Empirismus Locke's und Condillac's, sondern ein hös er war. Er that sein Möglichstes, mir des Meisters Lehre zu ers herer Empirismus; es giebt außerordentliche Visionen des Bewußtklären; es gelang ihm nicht. Sie hat keine strenge Methode, feine seins, welche den berechtigten und untrüglichen Glauben geben, den feste Prinzipien, keine geregelte Entwickelung; fie besteht vielmehr in die Vernunft nicht zu geben vermag. Dieser Sinn muß entbunden, einer Reihe geistreicher und feinzugespißter Säße, die auf Ades ein diefe Vifionen müssen erbellt werden." ,,Bacon hat das redyt gut (dillerndes Licht werfen. Baader scheint sein leßtes Wort nicht gesehen, bis ießt hat ihn aber keiner verstanden. Er weist oft auf sprechen zu wollen, und, theils unwillkürlic, theils absichtlich, wirft er zwei völlig unterschiedene Arten von Untersuchungen bin: die alltäg

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