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andführlich, besonders gut in Nusarbeitung der Details, vertreten, der Art aus allen möglichen Sphären des Wissend, von den Bewohnern und tein Theil wird vernachläffigt oder ftiefmütterlid bebandelt. der Sonne bis zum Zollverein, von Pumpen, Pfannenkuchen und 30 babe jeßt nur allgemeine Reminiszenzen an unzählige, theils Stubenfliegen bis zu den erhabenften Wahrheiten der Astronomie

. glänzende und kostbare, theils in illuftritten Penny-lieferungen er. Alles sehr interessant; aber ich wette darauf, baß, wenn ein gehöriger fideinende populär naturwissenschaftliche Werke, die mir gelegentlich Bücherwurm und Vielwisser Deutstands fio über den weisen Bater zu Geficht famen, jeßt aber nicht vorliegen. Aber das sind die grün- Timbs hermachte, er fich felbft viele Berichtigungen und ZurechtŠten Zweige der englischen Literatur, von der Deutschland viel im weisungen müßte gefallen lassen. In einigen seiner naturwissenschaftDetail und in Behandlung der Details lernen fönnte, und sei es nur lichen Abhandlungen (dien es mir hier und da etwas zu bapern. die Runft und Bescheidenheit, ftatt fühner und auf fabelhaften Ron Aber lieb habe ich ihn dod rcht herzlich den alten, ehrlichen, jekturen beruhender Weltad - Constructionen und sogenannter allgemeiner lebendigen Ruriositäten- laden, John Limbe. Er hat außerdem noch pbyfischer und demischer Gefeße (die Niemand selber seben und als eine ganze, große Sammlung bistorischer Ruriositäten in einem Buche feft, fider und abgeschloffen zu Bausteinen für stupide Abstractionen aufgestapelt: „, Curiosities of History. With New Lights”. Geschichtverwenden kann, wenn er ein Jünger der Naturwiffenschaft bleiben will) liche Ruriositäten mit ganz neuen Lichtern in bisher dunklen Winfeln. Zbatfachen als solche zu studiren, darzustellen und dem geheimnisvollen Wer war der Mann mit der eisernen Masfe? Hole Timbs aus dem Weltal, ja den geheimnisvollen Elementen selbst gegenüber die Ben Bücherschranke, er sagt Dir's baarflein. Wie war es mit dem Ringe fcheidenheit und Beschränktheit der Empirie und unseres erperimen. der Königin Elisabeth und des Grafen von Effer? Ich weiß es nicht, tellen Wiffens begreifen zu lernen.

aber Timbs weiß es, Timbe weiß alles. Wie fam es, daß die Jungfrau Ich denke dabei an Faraday, der sein ganzes naturwissenschaft von Drleans acht Jahre nach ihrem Tode auf dem Scheiterhaufen noch liches Leben fast ganz der Elektrizität widmete und, nachdem er vier lebte! Timbs fagt und erklärt es, wie es zuging. Auch weiß er, wie dide Bände und Tausende von Erperimenten darüber geschrieben, Babylon fiel und Nom erbaut warb, wie die Jesuiten und die Augiasneulich in einem öffentlichen Vortrage ehrlich und rund beraus jagte, ställe entstanden, wie Argus hundert Augen befam und ob Belisar daß er nod keine Ahnung davon habe, was die Elektrizität felbft sei. blind war, daß Jane Shore nicht vor Hunger und Clarence nicht im Die Erperimente, welche irgend eine Wirfung der Elektrizität offen- Weine starb, Kurz, ebenfalls wieder seltsame Kuriositäten der Ges baren, lassen sich nie so weit durchschauen, daß man auf die leßten schichte mit dem Hunde des Alcibiades in treuer Abbildung an der Ursachen und das Wesen derselben schließen könne. Das ist wissen- Spige. Neuerdings trat er nochmals mit mehr als hundert berichtigten schaftliche Ehrlichkeit und Bescheidenheit. Nur der junge Doktor und und illustrirten 3rrthümern vor das Publikum: ,,Popular Errors der Tertianer wissen Alles genau und erschöpfen mit vornehmem Lächeln Explained and Ilustrated”, z. B. daß der Mensch nicht von einem ihrer Gelehrsamkeit Alles mit einigen Wendungen von Positiv, Negativ, Erdentloß zurechtgeknetet ward, sondern dazu mehr gebörte; wie der Galvanismus, Leiter, Nichtleiter u. f. w.

Puls (hlägt; warum die Neger schwarz find und fich nicht weiß Soviel von Natur und Naturwissenschaften in England. 3ch waschen können; Kuffufsspude, Taubenmilch und Krokodilsthränen, höre auf, davon zu sprechen, blos um noch einige Lesefrüchte aus Phönix, Einhorn, Greife, Drachen, Seesblangen, Tischdreherei und einem kuriosen, gelehrten Schriftsteller mitzutheilen. Dies ist der Mormonismus u. f. w., wobei der alte Mann allerding& manchmal alte, gelehrte Bücherwurm und Kenner von allerhand interessanten recht greisenhaft schwägerisch wird und seinen Lesern zuviel DummWinkeln der Geschichte und der Wissenschaften, überhaupt der alte heit zumuthet, blos um sie berichtigen zu können; aber er kennt seine John Timbs, ehemals Redacteur der Illustrated London News, mehr- Engländer, die auch, wenu fie auf den Standpunft gekommen sind, jähriger Herausgeber des „Year-Book of Facts” und Verfasser der Irrthümer zu vermuthen und sie berichtigen zu wollen, kein Conver,, Curiosities of London". Ueber diese beiden Werke habe ich früher sations - Lerifon nachschlagen fönnen und deshalb lange suchen müssen, berichtet. Nun hat aber der alte, gelehrte Fellow der Society of Arts ebe sie in den labyrinthen lerifalisder Stümpereien und der engliauch noch andere kurios gelehrte Bücher geschrieben, welche die Geschichte ichen Literatur überhaupt die rechte Quelle finden. Timbs ist der von Menschen und des Landes in ganz besonderen, dunklen Winkeln Mann, diesen Mangel an Ierifographischen Quellen in ein paar taudurchstöbern und eine Menge der interessantesten Details über Bes send bestimmten Fällen zu ersegen. Freilich kann man nicht furz und kanntes und Unbekanntes zu Tage fördern oder bisher umlaufende klar alphabetisch nachschlagen, sondern muß suchen, wo und ob er Irrthümer berichtigen.

über eine bunfele Stelle des elementaren Wissens Auskunft giebt. Ungemein viel interessante Beiträge zur Geschichte Englands und Die ehrlichen, nyt voluminösen, aber inhaltvollen Bücher vom der großen Männer in Staat, Kirche und Wissenschaft liefern die alten Timbs find große, englische Wohlthaten gegenüber der Sünd„Schultage großer Männer": , School Days of Eminent Men". By fluth von biographischen und memoirenartigen bypofritischen, dicken John Timbs, F. S. A. London: Kent (früher Bogue) Fleet-street. Bänden. Timbs ist so liebenswürdig bei atler Trodenheit, weil Der erste Theil führt uns in die Details und Winkel der ältesten er immer ganz naiv und ehrlich Wahrheit sucht und nachweist und alten Zeiten, die der Druiden, der alten Briten, die alten Anglo- und den Frthümern der Dummheit oder bornirter Partei- Interessen

Sachsen-Shulen, macht uns mit dem Dichter Kanut dem Großen immer ganz rücsichtslos, ganz unbewußt und deshalb um so wirks bekannt, der Erziehung Wilhelm's des Eroberers, dem Erziehungs- samer zu Leibe geht. ,,Ein großes Buch ist ein großes Uebel", sagt Reformator Roger Bacon, den Schultagen der Eduard's und Richard's, der weise Salomo; ich glaube, er giebt auch den Grund an: die vier der Augustäisden Zeit Anna's, Milton's Erziehung, Lode's Erziehungs- len, dicken Bücher machen den Menschen müde und matt, ftumpf und Syftem u. 7. W.; der zweite Theil schildert die Schul- und College dumm. Dies gilt besonders von den voluminösen Biographieen, Zeiten berühmter Schriftfteller, Dichter, Philosophen, Erfinder, Ent- Memoiren, Geschichtsbüchern and Romanen Englands. Es wird so deder, GeEftlichen, Kriegshelden und Staatsmänner. Wir finden schrecklich viel langweiliges Zeug darin ausgesponnen und unverschämt Sir Chrifto pher Wren, den Herzog von Marlborough, addison, Pope, gelogen. Timbs findet seine größten Verdienste darin, tausenderlei Lord Clive, Gibbon, Nelson, Sir Walter Scott, Davy, Byron, interessante und wichtige Dinge aufzusuchen und immer in möglichst Coleridge, Edmund Burke, Dr. Johnson und unzählige andere bes kurzer und konziser Form zum Besten zu geben. Deshalb find seine fannte und berühmte Männer in ihren respektiven Privat., Bürger-, Bücher verhältnißmäßig sehr dünn und wohlfeil und geben Substanz, College- und Universitätssdulen geschildert, stets gewürzt mit bisher welche in tausenderlei Formen und Geftalten auftritt, fich aber ftets unbekannten Details, Zügen und Anekdoten. Alle diese antiquarischen durch eine noble, naive Ehrlichkeit vor den meisten literarischen Ers Winkel haben zwar nur für das höhere England ein spezielles Interesse fcheinungen Englands vortheilhaft auszeichnet. und feßen die Befanntschaft mit den geschichtlichen Zhatsachen, Pers Ich hätte nun noch vieles zu fagen, z. B. über fechs große und fönlichkeiten und Verhältniffen größtentheils voraus; aber Details mehrere kleinere Kunst-Ausstellungen der Del- und Wasserfarbenvon Männern wie Walter Scott, Byron, Pope u. f. w. und Königin Gesellschaften und die Ausstellung der Gesellschaft weiblicher nen wie Maria, Elisabeth, Anna. auf ihren Shulbänken wer- Künstler“ (über 350 Delgemälde und mehrere Skulpturen), die der den gewiß überall von Gelehrten und Gebildeten gern gelesen. Franzosen u. f. w. zu berichten, aber wo foll die Zeit berkommen, fie Auch das populärste Bud von Timbe: ,,Things not generally known. alle mehrmals zu besuchen und eitt gerechtes Urtheil daraus zusammen Familiarly Explained”, wird in vielen Theilen außerhalb viele Freunde zu finden? Ich bin durch mehrere hindurchgeflogen, muß aber ehrlich finden und manchen Frrthum durch kuriose Wahrheiten furiren. Viele gestehen, daß mir aus feiner ein bestimmter Eindruck

, ein großes, erberichtigte Irrthümer sind antiquarischer Natur und geben über nur freuliches Bild nachgeflogen ist

. Jo erinnere mich nur, in der Ausdunkel ober im Allgemeinen Gehörtes ganz bestimmten Aufschluß, ftellung der „Society of British Artists" einen alten Kunstfritifer wie z. B. über den Farthing der Königin Anna, über Erperimente getroffen zu haben, der mir versicherte, daß er hiermit in seiner und Gebräuche des Aberglaubens in verschiedenen Gegenden Englands; einhundertunddreißigsten Ausstellung sich alsi Berichterstatter umsehe, bann findet man eine ganze Menge naturwissenschaftliche Abhandlune und diese „the worst, the dullest, and most emphatically the most gen, populär gemeine, irrthümliche Vorstellungen berichtigend, vielleicht conventional I ever saw" genannt werden müsse. noch mehr antiquarische Notizen über Messer und Gabeln, Weiters Sonach wird wohl Deutschland nicht viel verlieren, wenn es Verkauf u. f. w., industrielle und technische Erpositionen, national- über diese großen Bildermärkte der diesjährigen season im Dunkel ökonomische, kurz, etwa 120 Abhandlungen berichtigender and detailiren- gehalten wird.

Es ist richtig: Krishna ist der Schußgott des gemeinen Volkes, Ostindien,

der Patron der Hirten und Aderbauer, er ist selbst, wie Herr Pavie

bemerkt, fein arischer Gott, sondern ein Gott der schwarzen Urbewohner; Der Strischna: Kultus.

fein Name bedeutet einen buntelfarbigen; auf Bildwerfen wirb er mit Ebe die Geschichte der indischen Religionen zu einem befriedigen- den Gesichtszügen des gemeinen Volkes, nicht mit denen der höheren den Grade von Durchsichtigkeit und pragmatischer Klarheit kommen Kasten dargestellt, so daß er offenbar als Prototyp der niedrigsten wird, dürfte noch eine geraume Zeit vergeben; denn einestheils macht Kasten selbst ersdeint; Krischna ift fein vornehmer, aristokratischer die fast unübersehbare Fülle von Matexial, diese bunte Mannigfaltigkeit Gott

, keiner der foredlichen Tyrannen, die Blut leden, Leiber zervon Kulten, Göttern, Fabeln ungeheuerlichfter Art, diese ganze phan- ftampfen, entfeßliche Höllenstrafen brohen: er ist ein gutmüthiger, tastische Welt üppigfter Einbildungskraft, welche aller verftändigen freundlicher Gott, der sich mit dem Volfe abgiebt, fich gemein macht Betrachtung zu spotten scheint, felbft dem rüftigften und geduldigften mit den Gemeinen und auch nicht bedeutende Schwierigkeiten erhebt, Forscher die größten Schwierigkeiten, indem sie vielfach seinen spähen- wo ed sich um den Eintritt in seinen Himmel handelt

. den Blick zu trüben und irre zu führen geeignet ist; andererseits fehlen ,,Welches auch die Verbrechen find, mit denen ihr befledt feid, fast alle äußeren, bistorischen Stüßpunkte, durch die man leichter im Brahmanen, Krieger, Kaufmann oder Aderbauer, rufet an meinen Stande wäre, Früheres und Späteres zu fondern und Ordnung und Namen in Bezug auf den Tod, und ihr werdet gerettet sein.“ Maaß in dieses Chaos zu bringen. - Man ist also ganz darauf an Der Sage nad ftammte Krishna von dem alten Geschlechte von gewiesen, zuvörberst die Hauptgestaltungen aus der Maffe heraus- Yadu und war ein Neffe des Königs Rans, der zu Mathura regierte zuheben und möglichst zu einem Bilde abzurunden, das relative Alter (in der heutigen Provinz Agra). Seine Mutter, die Schwester dieses oder jenes Kultus, diefer oder jener Lehre aus pragmatischen desselben, hatte ihn als Kind in den Wald Vrindavan (zwei Meilen Indizien im Allgemeinen zu bestimmen und ihr Verhältniß zu ber von Nathura) geflüchtet, um ihn vom Tobe zu retten, weil König wandten Erscheinungen zu zeichnen - ein Weg, der natürlich fdlüpfrig Rans, eine Prophezeiung fürchtend, den ihm gefährlichen Knaben umgenug ist, um nicht die größte Vorsicht wachzurufen. — Mit Freude bringen wollte. Rang war dabei ein großer Feind des Wisdnu - Kultus. muß man daber jede Arbeit willkommen heißen, die einiges licht in In diesem Walde wuchs der Knabe auf, und zeitig, offenbarte sich der diesem Urwalde schafft, die einen Pfad bahnt durch seine dichten in ihm infarnirte Visdnu durch allerlei Wunder, obgleid er nebenbei Wildnisse. Seit einiger Zeit bringt die Revue des deux Mondes ein Taugenichts ist und den Hirten und ihren Kindern allerlei koboldeine Reihe von Studien über das alte und neuere Indien, deren Ver- artige Possen spielt. Als ihn endlich seine Mutter auf zahlreid einfaffer, Herr Th. Pavie, ein ausgezeichneter Gelehrter, jenes Wunder- gelaufene Klagen einmal züchtigen will, offenbart er sich ihr in seiner land aus eigener Anschauung fennt und deshalb seine gelehrten Bes göttlichen Gestalt mit allen Attributen des Visdnu, worüber die tradhtungen, die wir nicht überall unterschreiben werden, auf das Mutter natürlich in Entzüden geräth. Als er größer wird, stellen anschaulichste mit Bildern der Wirklichkeit zu beleben weiß. Da auch ihm die bösen Geister unter allerlei Gestalten nady; aber Krisdna, unser , Magazin" in leßter Zeit mehrfache Mittheilungen über indi ber den Wald mit seiner Genossenschaft durchstreift, erkennt fie fos sches Religionsleben gebracht hat, fo fcheint es am Orte zu sein, gleich aus ihren Thiermasken heraus und töbtet sie. Dadurch wird hiermit eine kleine Fortseßung zu geben.

er Liebling, König und Gott der Hirten, die anfangen, ihm göttliche Krisdhna ist eine der Incarnationen des milden und freundlichen Ehre zu erweisen. – Die Hirtinnen verlieben sich alle in den schön Vishnu, eines der drei Hauptgötter in der bekannten Trimurti, dessen nen, jungen Gott, der sie bezaubert; sie vergehen vor Inbrunst – und Verehrung bei den arischen Hindu's erst aufgekommen zu sein scheint,

er läßt fich auch erbitten – um der Zärtlichkeit aller dieser Tausende als sie bereits geraume Zeit im Gangeslande gesessen; denn er ist von Geliebten (drunter thut es der Inder nicht) genug zu thun, verkein Gott der Nomaden, wie Indra u. 7. w. in den Veden, sondern tausendfacht er feine leibliche Gestalt, und jede der Beglüdten glaubt wesentlich eine Gottheit der vegetativen Naturkraft, deren natürliche ihn allein zu besißen. - Wenn Herr Pavie diesen leßteren Zug Verehrer die Aderbauer find eine Art Dionysos, wie ihn die mystisch aufgefaßt wissen will und darin ein Bild der Gottesliebe Griechen nennen könnten.

sieht, die auch bei aller unendlichen Theilung dem Einzelnen gleich Der Kult des Vishnu und Krishna gilt als brahmanisch: denn stark wie Aten zu Theil wird, fo fann ich mit ihm in dieser Ansicht er wird in dem System, welches die Brahmanen ihrem Pantheon zu nicht übereinstimmen und gebe nur soviel zu, daß man dieser plumGrunde gelegt haben, anerkannt - indessen ist zu bemerken, daß nur pen und lasciven Hirtenfage nachträglich einen höheren Sinn untereine kleine Anzahl derselben dem Kulte felbft anhängt, während in geschoben haben kann, wie das ja in unzähligen Fällen geschehen den anderen Klaffen der Gesellschaft die Krishna - Verehrer nabezu ist. Die Krishna- Verehrer, welche diesen Zug aufbrachten, beabsichtig die Hälfte der ganzen indischen Bevölkerung bilden; in allen Provin- ten offenbar nichts Anberes, als die Liebenswürdigkeit ihres Gottes zen Indiens, unter den Radscha's wie unter dem gemeinen Volfe, fin- recht hoch zu erheben und ansdaulich zu machen. – Das thaten sie det man häufig einen der Namen des Gottes angenommen, die der

denn im echt indischen Geschmade der niedrigften Kafte. Sefte heilig sind: Krischpa (der Dunkle), Gopala, der Hirt, Gopi.

(Schluß folgt.) nátha, Herr der Hirtinnen, Mohan, Bezauberer, Murári, Mura’s (eines bösen Geistes) Feind, Dscbagan-nátha, Herr des Weltalle,

Mannigfaltiges. Radhâkanta, der Geliebte der Radha u. f. w.

Was das Alter des Kultus betrifft, fo ist er in seiner nody be Aug. Brizeur. Dieser liebenswürdige Dichter, einer der weniftehenden Form nach Colebrooke's und Burnouf'& Behauptung jünger gen Lyrifer, die sich in neuerer Zeit den Beifall und die Theilnahme als der Buddhismus, dessen Entstehung man etwa 500 v. Chr. an des französischen Publikums zu erwerben wußten, ift zu Anfang dieses zuseßen hat. Das Vorkommen des Krishna und des Vischnu in den Monats in Montpellier, wohin er fich zur Herstellung seiner GesundHeldengedichten (ersterer im Mahâbhârata) hat nicht viel zu sagen, heit begeben hatte, im kräftigften Mannesalter gestorben. Bald nach da die Stellen, wo dieses geschieht, späterer Einsdiebung bringend der Juli-Revolution war seine erste Dichtung, ,,Marie", erschienen, verdächtig sind und sich ohne Schwierigkeit aus dem Terte ausscheiden deren einfacher, ergreifender Stoff, 'verbunden mit einer anmuthigen, lassen. Was nun die Entstehung dieses Kultes betrifft, so ist Herr funftvollen Bearbeitung, ihm sofort die Gunft der Kenner und inge Pavie zu der Ansicht gekommen, sie müsse auf ähnliche Weise erklärt besondere der Frauen erwarb. Nicht mindere Anerkennung erwarben werden, wie die des Buddhismus, nämlich aus einer Reaction des fich die „Bretons”, ,, Primel und Nola“ und die „Histoires Poénatürlichen Gefühle gegen die Unnatur des brahmanischen Systems; tiques". Brizeur, der in der Bretagne geboren war, bearbeitete vor. er bäst deshalb ben Krishna für eine wirkliche Person, für einen zugsweise gern Stoffe, die dieser eigenthümlich gearteten Provinz, dem Vorgänger des Buddha, der noch nicht ganz mit dem Brahmanenthum alten Armorifa, angehören, und hörte sich auch am liebsten den Dichter gebrochen, aber doch eine weit mildere und volksfreundlichere Lehre der Bretagne nennen. Die Natur, den häuslichen Heerd seiner Proaufgestellt habe. Die von ihm gebenden groben Fabeln und Mythen vinz feierte er vor allem, aber dabei vergaß er auch das gemeinsame bält er für die Erfindungen seiner Verehrer, die damit den wirklichen große Vaterland nicht, und niemals unterließ er auch dem Geber Verlauf feines Lebens beinahe unfenntlich gemacht hätten. - Er alles Guten, dem unsichtbaren Herrn der Natur, in seinen Liedern zu nimmt an, daß dieser Historische Krishna einen reineren Monotheis- banken. An seinem Sarge bat Herr St. René Tailandier, der in mus gelehrt, namentlich die mystische Vereinigung der Seele mit der Montpellier als Professor angestellt ist, eine Rede voll Wärme und Gottheit, die mehreren indischen Systemen zu Grunde liegt; daß er Verehrung gehalten. Die Leiche des Dichters wird, seinem Wunsche eine Art Erlöser des gemeinen Volfes, ein Anlämpfer gegen die Un- gemäß, nach der Bretagne gebracht werden. menschlichkeit des Raftenthums gewesen, daß aber später seine lebre durch die Rohheit des Voltes felbft verunftaltet und wieder in einen plumpen Sensualismus ausgeartet sei.

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Es ist daher zu verwundern, daß weder leo noch Ranfe, anderer Italien.

Geschidtfreiber zu gefchweigen, denfelben eine Beachtung gegönnt

haben, da aus ihnen mehr zu-lernen ift, als ans manchem nüchternen Ein italiänischer Satiriker des sechzehnten Jahrhunderts. Gesandtschaftebericht. Auf dem Parnaß, woselbft Apoll mit den bez

Bon jeber hat die Satire ein reiðhes Feld für ihre Thätigkeit beutendsten Geistern älterer und neuerer Zeit Hof hält, werden vorgefunden, denn es fehlt nie an einem Kampf zwischen dem Bestehen allerlei Angelegenheiten zur Sprache gebracht und verhandelt, welche den und der Reform. Obgleich die feptere bin und wieder einen für die Zeitgenossen Boccalini's ein Intereffe haben konnten; die wenn auch nicht vollständigen Sieg erreicht und dann die Geister zu Geiftlichkeit bleibt fast ganz unerwähnt, was bei einem italiänischen erfolaffen scheinen, um der Reaction fast theilnahmlos Raum zu geben, Schriftfteller sehr auffallen muß, und der Juden wird faum gedacht. fo forgt diefe doch bald wieder dafür, dem Satirifer neuen Stoff Indem nun einige Proben aus diesen Berichten hier mitgetheilt barzubieten. So war denn auch im fechzehnten und zum Theil noch werden sollen, war bei Auswahl derfelben die Absicht maßgebend, die im fiebzehnten Jahrhundert die Satire auf theologisdem, politischem jenigen Ansichten hervorzuheben, welche das fechzehnte Jahrhundert und literarischem Gebiet in großer Regsamkeit, um fo manchen Nima mit seinen vielfachen Mängeln und Gebrechen der Regierenden und bus zu verscheuchen, der gleich dem beängstigenden Höhenraud die Regierten charakterisiren; dem unbefangenen Leser wird es leicht Sonne der Wahrheit verbunkelte, um fo manches Gößenbild zu ftür- fallen, zu ermeffen, wie viel seitdem zur Beseitigung diefer Mängel zen, beffen lug- und trugvolle Priester sich auf Koften der Einfalt zu und Gebrechen geschehen ift. bereichern und vermöge der ihnen zu Gebot stehenden Mittel jeden Da Boccalini bie Erfindung des Schießpulvers und der BuchFortschritt zu hemmen fuchten.

druderkunst, fowie die Entdeckung Amerika's, als Satiriker geißelt, Unter den Satirifern, welche damals einen europäischen Ruf ers wird diesen großartigen Ereigniffen ihren Werth nicht rauben; jedená langten, verdient Trajano Boccalini besondere Beachtung.' Geboren falls ift es interessant, zu sehen, wie der Spötter die Schattenseitett 1556 zu Loreto, wofelbft fein Vater Architekt bei der Heiligen Cafa derfelben hervorzuheben weiß. war, zeigte er fchon in frühester Jugend einen lebhaften Geift, Luft Ein von Apolt berufenes Blutgericht verurtheilt den Deutschen, und liebe zu ernftem Studium erwachten dagegen bei ihm erst später. welcher das Pulver erfunden, lebend in ein geladenes Gefchüß gestedt Seine Befanntschaft mit den Klassikern des Alterthums, mit der Phi und in alle lüfte zersprengt zu werden. Der Unglückliche vertheidigt losophie und Geschichte führte ihn ein in die gefetligen Kreise Roms, fich in der Todesangst auf folgende Weise: Seine Erfindung habe welche sich so recht eigentlich auf der Höhe ihrer Zeit befanden und durdaus nicht die Schädigung der Menfchheit beabsichtigt, sondern mit höhnender Verachtung auf das gemeine Treiben der übrigen Welt habe in der übergroßen Liebe ihren Grund gehabt, welche er zu derherabfchauten. Webe aber dem, der sich in Rom unterfing, über felben trug. Mich fränkte es, fährt er fort, wenn ich fah, wie der seine nächste Umgebung irgend einen Tadel auszusprechen. Papft Ehrgeiz und die Hatgier der Gewaltigen der Welt die Menschent Paul V. ließ den Verfaffer der Lebensgefdichte Clemens VIII., Picci- durch allerlei Ränke auf die atlergrausamste Schlachtbank des Krieges narbi, auf der Engefsbrüde enthaupten, weil er in diesem ungedruckten, zu søleppen wußten. Nun dachte ich bei mir felbft: nimmt man den kaum einigen vertrauten Freunden mitgetheilten Werte jenen Clemens Fürsten die Soldaten, fo werden sie sich mit dem, was ihnen Gott mit Tiber verglichen hatte.

befcheert hat, genügen lassen. Deshalb erfand ich bie teuflischen Boccalini mochte ein gleiches Schicfal befürchten. Nachdem er 3nftrumente, die Geschüße, um die Menschen, die ja schon duro Blig in mehreren Städten des Kirchenstaated, unter anderen auch zu Benes und Donner in Furcht und 3agen verfeßt werden, vom Kriege ab bent, bedeutende Nemter bekleidet, sich jedoch mehr Feinde als Freunde wendig zu machen. Nie habe ich es ahnen können, daß sie ihre eigeerworben hatte, zog er im Jahre 1612 nach Venedig, wahrscheinlich, nen Feinde und so verrückt sein würden, sich mit freudigem Herzen um unter dem Schuße einer freisinnigen, von ihm hochgepriesenen dem Artilleriefeuer entgegenzustürzen, um für tapfer zu gelten. Regierung ungefährdet feine Schriften drucken lassen zu fönnen. Hier Hierauf begnadigt Apoll den Deutschen, der belohnt zu werden ftarb er bereits 1613 in einem Alter von dreiundfunfzig Jahren. verdiente, und erklärt mit weinenden Augen, er wolle gestatten, daß Seine älte ren Lebensbeschreiber erzählen, daß er in seinem Bett von noch viel fcheußlichere Erfindungen gemacht würden, um diejenigen, bewaffneten Männern überfallen und vermittelft Säde, die mit Sant welche ihr Leben für ein paar Kreuzer täglich verkaufen, gänzlich vom gefüllt waren, todtgeschlagen wurde, weil er die Spanier durch eine Erdboden zu Bertilgen. feiner Schriften, „Pietra del Paragone”, politisdjer Probierstein ges : Aldus Manutius und mehrere der berühmtesten Budbruder er: nannt, auf das Höchfte beleidigt batte. Allein biese Schrift, deren fuchen Apoll, ihnen die Anlegung einer Druckerei auf dem Parna Manuffript er vor Unberufenen sorgfältig verborgen hielt, wurde erst zu gestatten; fie werden abgewiefen, denn nach der Ansicht des Gottes zwei Jahre nach feinem Tode gebrudt, und das noch vorhandene hat die Erfindung der Budbruderkunft den Ruhm der freien Künfte Todtenregister der Parochie, in welcher Boccalini ftarb, giebt als berbunfelt, die Bibliotheken, die nur dem Unwiffenden Gegenftaub der Urjade feines Todes eine Kolik mit hinzugetretenem Fieber an. Bewunderung sein können, zwar vermehrt, aber nicht verbessert. Früher

Seine Sdriften, welche erst nach seinem Ableben eine größere schrieb man nur solche Bücher ab, die dies wirklich verdienten, jeßt Verbreitung fanden, sind:

werden so thörichte, von folcher Unwissenheit stroßende Bücher geðrudt, 1) „I Ragguagli di Parnasso”, „Berichte vom Parnas", feit daß Wissenschaften und Gelehrte baburch in Schimpf und Schande 1612 öfter gedrudt, bereits 1615 ins Französische, 1617 ins Deutsche, gerathen. Die Wunderwerke menschlichen Geistes, die göttlichen 1690 ins Englische und 1683 wahrscheinlich ins lateinische übersegt; Schriften eines Homer, Virgil, Cicero, die nur an hoben Festtagen

2) der bereits erwähnte politische Probierstein, ,, Pietra del den Leuten gezeigt werden sollten, sind durdy den Druck dermaßen Paragone", zuerft 1615 und dann öfter gebrudt, ins Deutsche über- vervielfältigt worden, daß fie jeßt in den Budläder von den Fliegen seßt 1617, ins Englische 1624, ins Franzöfische 1626 und ins lateini besudelt werden; deshalb jagt Apolo die Druder von dannen. fiche 1640;

Columbus, Fernando Cortez, Magelhaens, Pizarro und Andere, die 3) ,,Kommentare über Cornelius Tacitus, gedrudt 1669 und mit faurer Mühe und Arbeit und unter unsäglichen Gefahren dem öfter.

Menschengeschlecht eine neue Welt eröffnet haben, erscheinen vor Apoll. Das ihm gleichfalls zugefchriebene Sekretariat des Apollo ift Columbus macht den Sprecher und rühmt fich und seine Gefährtent, wahrscheinlich von seinem Sohn verfaßt worden.

der Erdbeschreibung, der Astronomie, der Phyfik, der Medizin und Die „Berichte vom Parnaß" enthalten einen Schaß geistreicher allen übrigen hochgepriefenen Wissenschaften neue Bahnen eröffnet, Einfälle und find zugleich eine wohl zu berücksichtigende Quelle der der alten Welt die föftlichften Heilmittel überbracht und Europa Flüffe Geschichte Italiens (und Europa's), zumal im sechzehnten Jahrhundert. zugeleitet zu haben, welche ihm Gold und Silber, sowie die berrlich

ften Ebelfteine zuführen. Die tühnen Seefahrer bitten daher um den welche dieser Rult, in feindlicher Stellung bleibend, auf ihr Syftem Titel der Unfterblichkeit. Apod entspricht dieser Bitte, da tritt

entsprigt ausüben könnte. Francesco Maria Molza hervor, ein italiänischer Dichter, der 1544 Soll ich meine unmaßgebliche Meinung hierüber äußern, so weiß zu Modena auf die elenbefte Weife ftarb. Er verschied nämlich an ich wirklich nicht, ob eine solche Erklärung die Sdwierigkeiten nicht eber einer Krankheit, welche, dem Alterthum unbefannt, nach Boccalini's vermehrt, als vermindert, und es will mir fast scheinen, als ob diese und vieler seiner Zeitgenossen Ansicht aus der neuen Welt stammte Ansicht aus einer zu weit" gebenden Folgerung hervorgegangen sei, die und nach der galantesten Nation Europa's benannt wurde. Molza durch die neueren Ermittelungen über die Entstehung des Buddhismus zeigt die traurige Beschaffenheit seines Körpers und ruft: eht hier angeregt worden. Ich will durchaus nicht in Abrede stellen, daß nicht die Edelsteine, die Perlen, die Spezereien, die Gold und Silber schon von Schatjamuni mehrfache Versuche gemacht worden sein töns führenden Flüsse, mit denen diese unglüdseligen Argonauten die Welt nen, eine Aenderung der starren brahmanischen Religion und der bereichert und erfüllt haben. Wie kann ich mich an dem Geruch der" daraus hervorgegangenen gesellschaftlichen Uebelstände zu erzielen; daß neuen Gewürze leben, wenn mir das dazu erforderliche Organ fehlt? aber Krishna einer dieser Propheten, daß der Krisdhna-Rult aus der Haben nicht Pfeffer, Zimmet, Nelfen jeßt einen dreifach höheren Lehre dieses Propheten hervorgegangen, dagegen spricht zu Bieles und Werth, als früher? Das Gold und Silber, welches uns aus der Wichtiges, als daß wir sofort dieser Ansicht beitreten könnten, abges neuen Welt zukommt, ist die wahre Ursache alles unseres Jammers sehen davon, daß die ganze Erklärungsweise ftark eufemeristisch klingt. und Elends; denn Alles, was zur Leibesnothdurft gehört, wird immer Der Krishna - Rult und seine Mythen finden ihr Verftändniß, wie theurer, und die Armuth verbreitet sich immer mehr und mehr. mir scheint, weit leichter durch die Annahme, daß Krishna ein uralter

Da verjagt Apoll die neuen Argonauten aus dem Parnaß, denn einheimischer Gott der ländlichen Bevölkerung von Mathura fei, deffen die Glückseligkeit des Mensdengeschlechts besteht darin, daß es dicht. Verehrung durch äußere, uns fremde Veranlassungen religiöser Art gedrängt in einer kleinen Welt lebt; große Landgebiete zu besißen, fich über die Gränzen feines Geburtslandes verbreitete und den die von Menschen verlassen und nur von Thieren bevölkert find, folch Brahmanismus jedenfalls zu bedeutenden Konzessionen zwang. Die ein Wunsch kann nur im Gehirn eitler Thoren entspringen.

Krishna-Mythen haben wenigstens durchaus nichts, was zu der Annahme Der Herzog von Rhodus beschwert sich über das ruchlose, durch berechtigte, ein bestimmter historischer Kern liege ihnen zu Grunde. kein Geseß zu steuernde Leben seiner Unterthanen, worauf man ihm Ein interessantes Gegenstüc bietet z. B. die griechische Mythoentgegnet: Es kann dies nicht anders sein, denn die Völfer sind die logie in ihrem Dionysos, der in mehrfacher Hinsicht die größte AebnAffen der Fürsten; dod; wirst du bessere Zustände herbeiführen, wenn lichkeit mit Krishna bietet, und den doch Niemand, wenigstens in du selbst dem Müßiggang, der Unzucht, dem Spiel, dem Blutdurst Deutschland nicht, für eine historische Person halten wird, obwohl die entfagft. Lebt der Herr nach Art des Teufels, so werden seine Unter von ihm gehenden Sagen zum Theil weit nüchterner und historischer thanen noch schlimmere Teufel sein. Die deutsche Ueberseßung fügt klingen, als die von Krishna. Aud Dionysos oder Bacchos ist kein hinzu: Wenn der Abt die Würfel auf den Tisch legt, so ist dem Kon adliger, sondern ein plebejischer Gott, ein Schußgott seiner Verehrer, bent erlaubt, zu spielen.

der Hirten und Weinbauern, die in Ziegenfelljaden gekleidet geben; Die besten Schulen der jungen Fürstenföhne sind nach Apoll's wie Krisdna der Dunkle, Schwarzblaue bedeutet, hat auch Dionysos Aeußerung die Ursenale, die Zeughäuser und die Sigungen des Staats- örtliche Beinamen, welche Schwärze anzeigen (Melas, Mɛlarfɛus 2c.). raths; die Wissenschaften, welche dergleichen Herren zu studiren haben, Wie Krisona, giebt fich auch der zu Theben geborne Dionysos (also beschränken sich auf diejenige Philosophie und auf diejenige Poetif, bestimmter Geburtsort) mit niedrigem Volfe, mit den Silenen und über welche in dem hochweisen Senat von Venedig allwöchentlich Satyrn, 6. 5. den Bauergöttern ab und zieht, ganz wie Krishna, mit mehrmals Vorlesungen gehalten werden, und die rechten Fürstenerzieher einer Bande lüderlicher Dirnen (den Mänaden, Thyladen, Mimallos sind Kriegsobersten, Minister und Staatssecretaire. Die rechte Zucht nen u. s. w.) umher, die sich alle ausgelassener Luftigkeit hingeben, ruthe endlich für die Prinzen ist die Erinnerung an ihre Vorfahren Pauken schlagen, rasen und toben und alles bas thun, was höheren und an die rühmlichen Thaten, die sie im Krieg und Frieden auss Ständen der Anstand verbietet. geführt haben und die der Bewunderung und Nachahmung würdig sind. Dem Krishna werben Schaufelfeste, nächtliche Drgien u. s. w.

Das allergefährlichste Werf, welches Unterthanen beginnen können, gefeiert, dem Dionysos ebenso, und ich glaube mit Anderen, daß die ist die bewaffnete Auflehnung gegen ihre Herren. Wo gäbe es wohl Griechen, als sie zu Alerander's des Großen Zeit nach Indien famen, einen Fürften von so milder Gesinnung, daß er eine schwere Beleidi- ihren Dionysos in Krisdna (oder irgend einer landschaftlichen Abart gung zu verzeihen geneigt wäre, und wenn er dies anscheinend thut, desselben) fanden und in keinem anderen Gotte. Dichteten fie doch so wird er sie doch nie vergessen.

bekanntlich seit dieser Zeit, ja schon früher (seit Euripides), einen Das ist nämlich die Folge einer jeden Beleidigung, daß man sie Siegeszug des Bacchos, der von Indien ausging und fid über das aus Klugheit übersieht oder aus Noth vergiebt; zur rechten Zeit und ganze Morgenland bis Griechenland erftredte. am rechten Drt wird man sie um so schärfer zu rächen wissen, je län Noch bei Homer ist Dionysos (ebenso Demeter) ein ländlicher ger man die Rache aufschieben mußte.

(Schluß folgt.) Gott, dessen Kultus dem herrschenden Heroenadel fern steht und kaum

in Betracht fommt. Wenn das Landvolt emporfam und fich und

seinem Kultus eine mehr oder mindere Geltung erzwang, was shon Ostindien.

in heroischer Zeit geschehen sein muß, trug es den Dank dafür seinem

Schußgotte ab und hielt dieses Ereigniß gewöhnlich in Sagen fest, Der Strischna- Kultus.

die mit den erwähnten Krishna-Mythen die größte Aehnlicfeit (Sdluk.)

haben. Der Gott ist es, der burd Wunderthaten, durch feine beTrotz des großen Herzeleides seiner so zahlreichen Geliebten, die geisternde Kraft den ftarren Troß der vornehmen Stände bricht; ihn gar nicht fortlassen wollen, macht sich Krishna endlich auf, um feine Verächter, gewöhnlich grausame Könige, wie Lykurgus Pentheus, feinen böfen Onkel zu bestrafen – der eine Art Riese und Ungeheuer werden bart bestraft für ihre Verfolgungswuth, oder die adligen ift – denn er hat das Kind bei seiner Geburt und später im Walde Frauen (die Töchter des Minyas in Drcomenos 3. B., in Argos 2c.) Vrindavan durch alle jene Hölleubreughelschen Ungeheuer bekämpfen werden von Taumel ergriffen und gesellen sich zu dem früher verlafsen, über die er so glüdlich Sieger geworden ist. — Bei seinem achteten Schwarme der Bacchantinnen, um die nächtlichen Fefte bei Einzuge in Mathura manifestirt er seine Göttlichkeit durch sichtbare Sówärmen, Toben und Paukenschlagen mitzumachen. Rurz Wunder; der Herold (Afrura, der Nicht-Grausame), der ihn eingeladen man sieht, die niedere Volksklasse fand eine Genugthuung darin, die bat, mit seinen Genossen zu den Festen des Uebel sinnenden Königs höheren Stände zu dem Dienfte, zur Anerkennung ihres Gottes bezu kommen, erfährt, an seiner Seite im Wagen stehend, durch den kehrt zu sehen; denn dadurch war die trennende Scheidewand wenige göttlichen Einfluß eine plöbliche Sinnesänderung; er wird der erste stens in so weit gebrochen, als der Verehrer fich wenigstens in seinem Krishna -Diener, und nachdem er sich in der Dichumna gewaschen, wie Gotte anerkannt fah. Wie sich aus dem Krishna-Kulte eine myftische es Religionsvorschrift ist, erkennt er mit dem geistigen Auge das gött: Lehre entwicelte, ganz ebenso aus dem Dionysoskulte - aus der liche Bild des Krisdna unter den Zügen des Herrn des Weltalls. Bacdischen Begeisterung, d. h. bem roben Weintaumel, wurde ein

Beim Einzuge in die Stadt selbst verwandelt er eine ihm begegnende tieferer, geheimnißvoller Sinn untergelegt. Die beiden Lehren werden verkrüppelte Aite in eine schöne Frau u. 1. w.

fich von einander unterscheiden, wie die indische Gemüthsanlage von Wenn der Kult des Krisehna, troßdem, daß er den niederen der griechischen die erstere wird mehr quietistisch, die legtere drastis Kasten angehört und mit dem Kastenwesen und der Brahmanenmoral [cher und energischer sein. in großem Widersprudje zu steben scheint, dennoch eine anerkannte Es ist also nicht ohne Wahrscheinlichkeit, daß der Krishnakult, Stellung in dem brahmanischen System erhalten hat, so erklärt fich ganz abgesehen vom Buddhismus, von Brahmanen und Rsdatrija's dieses, wie gesagt, dem französischen Gelehrten daraus, daß Krishna angenommen worden ist, weil er ihrem Gemüthe und ihren natürein Vorgänger des Buddha war, der diese mehr volksfreundliche Res ligen Neigungen mehr zusagte, als die troftlose Brahmanenlehre, ligion gestiftet, und daß es später die Brahmanen in ihrem Interesse und daß er durch sie eine mehr theologische Form erhalten hat, als.

inden, ihn zum Gotte zu erheben, um den üblen Folgen zu entgehen, ihm die roben Urbewohner geben konnten. Nicht unmöglich ift es, ,

daß das Umficgreifen des Bubbhismus den Zweimalgeborenen Licht der Feuerwerke und die wantenden Schimmer der FNumination bringend rieth, dieser beliebten Vollsreligion ein Zugeftändniß zu zurüd. Mitten in der Volksmenge, die sich drängt und stößt, um es machen, und fie für sich zu gewinnen, um die niederen Raften vom zu sehen, erhebt fidh das Gößenbild mit seinen großen, traurigen und Buddhismus abzuziehen. Die Sache mußte fich leicht genug machen. ernften Augen, die man fast nur mit Furcht ansehen kann. Jung und Sie brauchten blos - und das haben sie gethan - den Krishna als Alt ftürzt nieder zu seinen Füßen und betet an. Dann, wenn die einen Avatar eines schon rezipirten Gottes zu erklären, der deshalb schwarzen und weißen Köpfe, die den Staub berührt haben, sich nach berabgetommen, um den Weg zum Himmel besonders leicht zu machen. und nach wieder erheben, scheint es, als ob ein elektrischer Sólag fie Als Gott hatte er bann eo ipso die Gewalt, von der Befolgung des der Reihe nad getroffen hätte. Eine ungewöhnliche Aufregung bes brahmanischen Ceremonial-Gefeßes zu entbinden. Die Chatsache, daß mächtigt fich der Menge; diejenigen, deren Leidenschaften kaum im nur wenige Brahmanen der Sekte angehören, beweist hinlänglich, Reime vorhanden sind, wie die, bei denen das Alter sie erfältet hatte, daß der Raftenstolz stark genug war, um die Erlangung des Heils geben sich, hingeriffen von einem trunfenen Entzüden, den ganz finnauf dem bei weitem mühevolleren Wege des Brahmaglaubens vor. liden Eindrüden bin, welche in ihnen die unendliche Lieblichkeit der zuzieben. Die Brahmanen mögen viel zu gewissenhaft und furchtsam tropischen Nächte und das lebendige Andenken an den zärtlichen gewesen sein, um dieser plebejischen Lehre zu glauben, und wenn Krisdina erwedt. Welche beidnische Seele würde dergleichen Podungen die Krishna -Verehrer den Stolz als die größte Sünde betrachten und widerstehen, wenn Klima, Religion, äußere Anregung, ja selbst der verabscheuen, fo verstehen sie darunter wohl den Kastenstolz, feinese Drang der Frömmigkeit fie antreibt, fic in grobsinnliche Gedanken weges aber den Stolz, wie er im chriftlichen Sinne gefaßt wird, d. 5. zu stürzen? Die Tänze verseßen vollende diese berauschte Einbildungø. als den diabolifden Egoismus.

kraft in das Delirium. Die Gesänge entsprechen den Tänzen; die Wie es jest um den Krishna-Kult aussieht, davon giebt, abgesehen Bewegungen der Tänzer, die Berse der Sänger, das wabuwißige von zahlreichen anderen Nachrichten, die man davon hat, der Ver. Geschrei der Frauen und Kinder, der Ton der Saiten-Instrumente, das fasser interessante Beispiele. Er ist in die scheußlichste Beftialität Rollen der Handpauken, alles das drüdt ein und dasselbe aus, die herabgesunken, wofern er nämlich, was die Frage ist, jemals beffer Verherrlichung des Sinnengenusfes. Und wenn dann der Tag diesen gewesen ist. Das Loslassen aller piebischen und bämonisden Triebe Ceremonien ein Ende macht, wenn die Musik idweigt, die Menge eines auf der niedrigsten Kulturstufe ftebenden Volfes - das ist ficha zerstreut, dann geben diese indischen Familien schlafen, abgejagt Gottesdienft. Der milde, freundliche Gott, wie ihn die Sagen wenig. und abgestumpft von diesem nächtlichen Herensabbat, unzufrieden darüber, ftens schildern wollen, wird nicht allein mit robefter Dbscönität, wie daß er zu Ende ist, und dhon wieder an den benkend, den die nächste der griechische Dionysos – er wird mit Bräuchen verehrt, die aus Jahreszeit bringen wird. Doch da die 3dee der Abtödtung untrennden Folterkammern der sdheußlichsten Tyrannen entlehnt zu sein scheinen. bar mit der Idee der Gottesverehrung bei allen Völkern verbunden Das berüchtigte Dídaggernaut an der Küste von Briffa, wo Krisdna's ift, haben sich die frommen Gläubigen zu diesen schimpflichen BacchaGötterwagen noch vor nicht langer Zeit die freiwillig fich hinftreden- nalien durch eine Faste vorbereiten müssen.“ ben Pilger zermalmte, ift fein Hauptverehrungsort. Wer hätte nicht von diesen blutigen Festen gehört? Unser Gewährsmann giebt von

Rußland. einem derselben als Augenzeuge eine so wahre und doch so poetische Schilderung, daß wir uns nicht enthalter konnten, sie zum größeren

Klinger, nach Bulgarin. Theile herzuseßen. So muß man sich (mutatis mutandis) die griechis Das neuefte Heft der , Minerva'') enthält einige Bruchstüde fchen Pannychien, die Dionysosfeste vorstellen, wenn man sie in ihrem aus den Memoiren des bekannten russischen Schriftstellers, Thadinnersten Wesen verstehen wil – eine solche Schilderung erseßt Deus Bulgarin, von denen bald nach ihrem Erscheinen auch das hundert Noten und Erflärungen.

,,Magazin" einige Auszüge geliefert hat. Unter Anderem schildert ,,Der Gott von Vrindavan (dem Walde, wo er aufgezogen wurde) Leßterer darin seinen Aufenthalt im Petersburger Kadettenhause, empfand ein großes Vergnügen, sich von den Hirtenmädchen schaukeln in den leßten Jahren des vorigen Jahrhundertø, als Friedrich zu lassen, ein Zeitvertrerb, der unter dem brennenden Klima der Marimilian Klinger, der deutsche Dichter, damals Oberst in rusTropen sehr angenehm ist, wenn während der ersten Stunden der fisden Diensten, Inspecteur der Kadetten-Anstalten war. Klinger, Nacht ein frisderer Hauch die breiten Blätter des Palmbaumes durch zu Frankfurt am Main 1753 in demselben Hause geboren, in weldauert. Das Andenken an diesen wichtigen Akt im Leben des chem vier Jahre vorher Goethe das licht der Welt erblickt hatte, war Krishna fält auf den elften Tag des Mondes im Monat Schravana durch des Leşteren Freundschaft und Einfluß auch nach Weimar ge(Juli - August). An der Dede einer Pagode ist ein Seil befestigt, zogen worden, wo es ihm jedoch bald zu eng wurde und seine Phantasie an welchem ein thronförmiger Lehnstuhl aufgehängt wird, worauf man nicht Nahrung genug fand. Der Ruf der Kaiserin Katharina II. die Puppe des Gottes feßt, mit ihren reichsten Kleidern bekleidet. Ein lockte ihn nach Rußland, und er ging nach St. Petersburg, um dort Brahmane giebt der Schaufel einen Schwung, und wenn das Bild fein Glüd zu versuchen. Wir lassen nun Bulgarin selbst über ihn des Gottes hinreichend in der Luft geschaufelt worden ist, trägt man berichten: es in das Heiligthum zurüd, wohin sich die Menge brängt, es an , Die Kaiserin erinnerte fich, das er ihr in Deutschland vorgestellt zubeten und ihm Früchte, Wohlgerüche und Süßigkeiten zu opfern. worden war;") fie nahm ihn freundlich auf und stellte es ihm anheim, Bis hierher ist die Sache nur kindisch und höchst unschuldig.

irgend eine Stellung zu erwählen, die seinem Charakter und seiner Aber draußen vor den Thoren des Tempels erschallt eine bes Neigung zusagte. Mit Erstaunen vernahm die Monarchin, daß er täubende Musik; man glaubt ein höllisches Konzert zu hören, das von die militärische Laufbahn betreten wolle. Sogleich, 1780, als Offiallen Thieren des Waldes aufgeführt wird. Die Menge tanzt und zier eingereiht, wurde Klinger bald darauf bei Sr. kaiserlichen Hos überläßt fich sdheußlichen Bacchanalen. Man darf nicht vergessen, heit dem Thronfolger Paul Petrowitsch als Vorleser angestellt. Als baß diese tollen Ceremonien immer nach Sonnenuntergang anfangen der Prinz von Württemberg nach Rußland gekommen war und sich und bisweilen während der nächsten fünf Nächte erneut werden. Gegen entschlossen hatte, an dem Feldzuge der Unterwerfung Tauriens Theil zwei Uhr Morgens, wenn die Brahmanen mit einem prächtigen Gafts zu nehmen, wurde Klinger seinem Stabe zugezählt und, von dort mit mahle von der reichen Person bewirthet worden sind, welche die Kosten dem Range eines Majors zurüdgekehrt, erhielt er Anstellung beim des Festes bestreitet, beginnen junge Leute, in die Tracht des Krishna Land-Radettencorps. Der Kaiser Paul achtete Klinger, und nachdem und seiner Geliebten, der Radha, gekleidet, zwei und zwei den Tanz er ihn zum Oberst befördert hatte, ernannte er ihn zum zeitweiligen und rasen dermaßen darauf los, daß man sie erfüllt glaubt von dem Klassen-Inspektor. .... Geiste des Gottes, dessen läppische Abenteuer sie feiern. Um Mitte ,, Klinger theilte, ungeachtet der diesfälligen Bitten seiner Freunde, Dezember begeht man ähnliche Ceremonien, indem man auch zu dieser niemals irgend welche biographische Angaben über fidmit, wahrZeit die Spiele des Krishna mit den Hirtenmädchen darstellt. Die scheinlich, wie viele vermutheten, um seine bürgerliche Herkunft zu Vergnügungen dauern drei Nächte unter Lärm und ewigen Tänzen bei verheimlichen, die er selbst zu vergessen suchte. Diesen Vorwurf machte dem größten Durcheinander. Die laue Sommernacht, die frische Heiter- ihm, wenn auch mit Zartgefühl, selbst sein Freund Goethe, der sich keit der Winternächte, der fanfte Mondenschein an dem dunkelen, von über Klinger's Charakter und den Geift seiner Werke lobend geäußert Sternen besäeten Himmel, der seltsame Anblick der Pagoden mit ihren hat. Uebrigens hatte Klinger keinen Grund, vor seinem früheren zahlreichen fragenhaften und grotesken Bildsäulen, die dem Idole zur Lebensverhältnisse zu erröthen, denn er war ein zärtlicher Sohn, ein Gesellschaft beigegeben sind, das durchdringende und kreischende Ge treuer Bruder und Wohlthäter feiner Familie, gleichwie er sich in töse der Musif - Instrumente, denen aus der Ferne das Kläffen des allen Lebensverhältnissen durch Redlichkeit und Biedersinn auszeidsSchakals zu antworten scheint, alles trägt dazu bei, dem Zuschauer nete. Wohl enthalten Klinger's Werke erhabene Ideen, durchdrindie Täuschung eines Traumes beizubringen. Nichts Bestimmtes in genden Verstand, kräftige Charaktere, Reichthum der Phantasie bei ben Umrissen der Gegenstände, überall ein Gegensaß von Licht und Schatten, der das Auge verwirrt, ein Murmeln bumpfer Stimmen „Minerva" (Neue Folge) Weimarisch- Jenaisches Jahrbuch 16., rediund lustiges Jauchzen, welches die Ohren betäubt. Die vergoldete girtuon Dir Friedrich Bran, l: Band, 1. Feft, 1858. Jena, Bran.

**) Dies ist nicht gut möglich, da Katharina adit Jahre vor Klinger's Kuppel der Pagode spiegelt inmitten der Finsterniß das bläuliche Geburt Deutschland auf immer verlassen hatte.

D. R.

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