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trugen, vergaßen zuleßt, was sie von der Schule ber wußten. Wer Spanien.

Unterricht suchte, mußte nach Frankreich wandern. Andere gingen in

die von den Arabern eroberten Gegenden. Auch die Juden hatten Der öffentliche Unterricht in Spanien. *)

ihren Antheil an einem gewissen Anbau der Wissenschaften. Sonft Die gegenwärtige Geschichte Spaniens bildet ein Gewebe schein- besøränkten fich die Unterrichts- Anstalten auf einige bedürftige Soubarer Widersprüche; aus allen aber blidt in gleicher Weise diefelbe len, als Anhänge der Kirchen und Klöster, burd; Mönche von Clung Erscheinung durch: bie Mißliebigkeit der Neuerungen beim Volfe. gegründet

, die gegen das elfte Jahrhundert fich in Spanien ansiedelDer transpyrenäische Boden war der Tummelplaß für Revolutionen, ten. Alles ist da noch voll Verwirrung und Solachtgetümmel; SpaAufstände ohne Zabı, Bürgerkriege, dynastische Kämpfe; in Spanien nien ist eine kämpfende Nation, die vollauf zu thun hat, sich zu verhatten drei oder vier Verfassungen einander abgelöft, waren zwanzig theibigen und ihre Nationalität zu behaupten. Ministerien über die Bühne gegangen, bevor eine fühne Hand es Eine neue Bewegung beginnt mit dem dreizehnten Jahrhundert, wagte, an die wesentlichen Elemente des organischen Volfslebens zu nach der Schlacht von las Navas de Tolofa. Die erste Universität rühren. Es war leichter, im Jahre 1836 die Verfassung von Cadir taucht in Palencia auf, die Alfons VIII. von Kaftilien gründet; bald für einen Augenblick ins Leben zu rufen, als die öffentlichen Sitten folgte die von Salamanca, die in kurzem alle anderen verdunkeln soll, zu verjüngen, einen neuen Geist zu schaffen, mit Einem Sdlage jahr und nach ihr die von Balladolid. In dem Verhältniß, wie die Spabundertalte. Ueberlieferungen, eingefleischte administrative Gewohn- nier Boden gewinnen, entwideln sich die Lehr-Anstalten und verviel. heiten über den Haufen zu werfen. Ein bloßes Munizipalitätsgeseß fältigen sich in den wiedereroberten Städten, in Valencia, Sevilla, rief im Jahre 1840 einen Aufruhr hervor, der bald in eine Revolution Murcia, Saragossa, Lerida, Barcelona, besonders in Aragonien und überging, und das Geseß, ein wirklicher Fortsdritt, mußte bis zu Ratalonien, die, theils in Folge ihrer Nachbarschaft mit der romanieiner neuen Revolution vertagt werden. Als man an der Stelle des fchen Welt, theils von dem Unternehmungsgeist der Katalanen zur wüsten, alten Steuersystems ein rationaleres, besser ineinander greifen- See und von einer Art dauernden Verkehrs mit Frankreich und Itades einführen wollte, mußte eine Schlacht geliefert werden. Und es lien begünstigt, weniger gelitten hatten. Diese Bewegung hält an ist noch gar nicht lange ber, daß nach zwanzig politischen Umwälzungen und erreicht ihren Gipfelpunkt im rechzehnten Jahrhundert, als der Auflagen aus den Zeiten Karl$ V, bestanden.

große Kardinal Cisneros die Universität Alcala gründet. Das traf Mit dem öffentlichen Unterricht, der fast gänzlich vernachlässigt mit dem Moment zusammen, wo Spanien, fürderbin von den Arabern oder durch widersprechende und daher unausgeführt gebliebene Geseße befreit, durch den Kampf zum Heldenthum erstarkt, in die unselige geregelt worden, fing man erft feit etwa zwölf Jahren an, fid zu be- Politik Karl's V. hineingerissen werden und in die Geschichte Europa's fchäftigen. Einer der eifrigften und fenntnißreichsten Arbeiter an dies mächtig eingreifen sollte. Die Geburt einer großen Literatur bereitete ser 1845 begonnenen Reform war Herr Gil y Zarate, ein hochbegab sich vor. Die Halbinsel zählt nicht weniger als 40 Universitäten, die ter dramatischer Dichter, Verfasser eines bedeutenden Handbuches der in ihrer Entstehung, wie in ihrer Entwicelung, die wesentlichen und Literatur, ein gewandter Geschäftsmann, der eine lange Zeit Direktor uranfänglichen Elemente der spanisden Civilisation aufweisen: India des öffentlichen Unterrichtes, dann Staatsrath war. Wie so viele Andere viduelle Anbahnung, praktisch unabhängige Ausführung, fönigliches aber, wurde er als ,, Moderato“ von der progreffiftisden Umwälzung Patronat, tirdliche Sanction. Bischöfe, Granden, Gemeinden gründe. des Jahres 1854 zu dem Haufen der Cesantes ( Nicht - Mitspielenden) ten Schulen aus religiösem Antrieb oder um Geistesbildung zu förgeworfen, der nach einander die Besiegten aller Parteien aufnimmt; dern. Diese Schulen gruppirten sich zu einem fogenannten Estudio er verlor seine Stelle, und aus seiner Muße ist ein Wert bervor- general; die Fürften gaben diesen Corporationen staatliches Leben, gegangen, in welchem er das so einfache und so fruchtbare Thema des verliehen ihnen beträchtliche Privilegien, die sich bis zur Steuer. öffentlichen Unterrichts behandelt. Was Gil y Zarate als Staats- freiheit und eigenen Gerichtsbarkeit steigerten; die Stiftungsbulle vom Beamter gethan, das erzählt er als Schriftsteller; er zeigt in diesem heiligen Stuhl kam zuleßt, und eine Universität mehr war fertig. interessant en und belehrenden Buche, was der öffentliche Unterricht in Die Universitäten wirkten aber völlig unabhängig von einander: jede Spanien fonft gewesen, was er unter dem allgemeinen Verfall endlich hatte ihre eigene Organisation, ihre eigenen Statuten und regierte sich geworden, und was man versucht hat, zu thun, um ihm neues Leben selber. Die Lehrfreiheit bestand um diese Zeit thatsächlich in dem einzubauchen.

Sinne, daß feine gleichförmige Regel diese umfassende Bewegung Oberflädlich betrachtet, ist der öffentliche Unterricht, an fid der leitete. Wohl hatten die Könige mitunter daran gedacht, eine Art Politik fremd, eine reine Vernaltungssache; er bat, wie die Rechts gemeinsamer Verwaltung zu schaffen und in den öffentlichen Unter. pflege und das Finanzwesen, seine Regeln, seine Organisation, fein richt eine gewisse Regelmäßigkeit einzuführen - es war ihnen aber abgegränztes Gebiet, und doch reflektirt er auf jedem Schritt den nur unvollkommen gelungen. Den ersten Widerstand fanden sie in dem erftarkten oder eríklafften Nationalgenius, der sich unter mannigfalti lebhaften Gefühl der Unabhängigkeit, das alle Universitäten beseelte. gen Formen kundgiebt. Aus einem Befteuerungssystem läßt fich oft Ein zwiefaches Band knüpfte diese an einander: der allgemeine Schuss eine ganze Geschichte konstruiren. Gil y Zarate hat das Verdienft, der Krone und das bei weitem mächtigere, der kirchliche Glaube, sich bei seinem Gegenstande nicht auf Shulfragen und ftatiftisdes überall derselbe und überall gleich glühend. Die wirklichen Leiter des Detail zu beschränken, ihn von dem Gang der spanischen Civilisation spanischen Unterrichtswesens waren demnach die Päpste und deshalb zu trennen: fein Buch ist vielmehr eine Sittengeschichte der Halbinsel. suchten die Könige, wo sie nur konnten, die Vorrechte der weltlichen Gäbe bie Zahl der öffentlichen Unterrichts- Anstalten den richtigsten Gewalt geltend zu machen. Im Schoße selbst der vollkommenften Maßstab für die Civilisation eines Landes, fo würde Spanien un- fatholischen Einheit regte sich der ewige Kampf dieser beiden Gewalten. bestritten bas civilifirteste Land des Westens sein. Es hat allerdings Nicht umsonst bezeichnete man die Universitäten mit dem Namen einen Zeitpunkt gegeben, wo in Spanien zahlreiche, freigebig aus- Republifen. Salamanca nahm diesen Titel in seine Statuten auf, und gestattete Universitäten mit glänzend beseßten Lehrstüblen aller Fächer in der That war es ein kleiner Freistaat. Werfen wir einen Blick auf die fremde wie die heimische Jugend anzogen. Diese Blüthe war das Regiment dieser Universitäten. Die obersten Würbenträger waren nicht das Werk eines Tages; fie zählt mehrere Perioden. Als die der Kanzler und der Rektor. Die erstere Würde bekleidete meist, obgleidy Araber die Halbinsel überflutheten, brauchte Spanien, hinter den rau das nicht als durchgehende Regel galt, ein hoher Prälat, und wo fie ben Felsen von Covadonga zusammengedrängt, Soldaten nöthiger als an den Bischofsstuhl geknüpft war, wählte der Bischof gewöhnlich Studenten und literaten, und selbst die Priester, welche die Waffen einen Delegirten. Der Kanzler, für Lebenszeit ernannt, bildete die *) De la Instruccion publica en España, por Don Autonio Gil y Za

Spiße; er vertrat den Papft und den König; er übte die bürgerliche Madrid, 1857.

und ftrafrechtliche Gerichtsbarkeit im Gebiete der Universität. Der

rate.

obgleich in einer anscheinend untergeordneten Stellung, eine große die Frauen auf den Bewebten mit ihren Taschentüchern. An

Rektor hatte die besondere Leitung der Studieni Tund befaß daber, Der Zug in Bewegung.

Der Zug in Bewegung. Die ganze Stadt nahm an dem Fefte Theit; Macht im Innern der Schulen. Außer in Barcelona, wo er, gleich das gemeine Volt wurde Geld vertheilt. Die Feier schloß mit einem dem Kanzler, für feine ganze Lebensdauer ernannt wurde, führte er großen Gelage und Stiergefechten. Der arme Doktor, der die Roften an allen Universitäten sein Amt nur einige Jahre. Bemerkenswerth dieser Herrlichkeit zu bestreiten hatte, ungerechnet die drei Paar Hüh. ist noch, daß er öfters wirklich durch Abftimmung gewählt wurde, an ner nebst einer Kiste eingemachter Zitronenschalen, die er noch vor welcher Wahl die Studirenden selbst theilnahmen. An einigen Uni- der Aufnahme jedem seiner Eraminatoren als Geschenk überreichen versitäten mußte der Rektor Kanonikus oder Doktor sein; bei anderen mußte, sah am Abend nach dem Fefte in einen leeren Beutel. Viele war schon der bloße Baccalaureus wählbar. Der Dritte in der vor Studirende, die zu so kostbaren Ehren nicht gelangen konnten, blieben stehenden Behörde war der fogenannte Kønserbator. Es war ein bloße Baccalaureen oder gar Litentiaten... Mann von hoher Geburt oder großem Einfluß, der bei Hofe lebte Salamanca konnte sich mit vollem Recht zu den Hauptfigen und hier im Notfall die Interessen der Universität wahrte. Dem geistigen Lichtes in Europa zählen; eg hielt gleichen Schritt mit Paris, Rektor zur Seite, für die ökonomische Verwaltung der Universität, Orforb und Bologna. Die Universität prangte, eine Matrone der ftand ein Rath oder ein Kapitel, in welchem alle Doktoren Siß und Wissenschaften und der Literatur, mit ihren 27 Shulen, 27 Klöstern, Stimme hatten. Gewöhnlich aber übertrug diese, gewissermaßen res 7000 Studenten, ihren berühmten Professoren, gleich Luis de Leon, dem präsentative Versammlung ihre Functionen einem engeren Ausschusse, poetischen Doktor, der, von der Inquisition verfolgt, nach fünfjähriger einer Junta, zu der man wiederum Studirende zuzog.

Kerferhaft seinen unbeseßt gebliebenen Lehrstuhl bestieg und seinen Studenten, die ihre Leiter und Lehrer wählen daß würde Portrag wieder aufnahm, als wäre er den Tag zuvor unterbrochen Beutzutage als sehr demokratisch und höchst abnorm erscheinen; im worden, mit den Worten: 1, 3d Tagte euch gestern..." Die Univers Mittelalter fiel es gar nicht auf. Das läßt sich vielleicht besonders fität Alcala, jünger zwar als die von Salamanca, und vom Kardinal aus einem Umstande erklären, welcher der damaligen Zeit eignet: die Ximenes de Cisneros so zu sagen zum zweiten Mal gegründet, gab Universitäten waren ebenso Akademieen wie Sculen. Die Stu- ihr an Glanz nichts nach. Sie hatte 42 Lehrstühle: feche für Thebe dien fingen viel später an und bauerten vie! länger als heutzutage. logie, feche für kanonisches Recht, vier für Medizin, zwei für ánaNicht selten traf man hier auf Studenten, die längst über das tomie und Chirurgie, act für die Künste, einen für Moralphilosophie, Jünglingsalter hinaus waren, und sie verließen die Universität oft, einen für Mathematik, vierzehn für Sprachen, Grammatit und Rhetorit. um die erften Stellen in Kirche und Staat einzunehmen. Es war Sie zählte 3000 Studenten. Der Rardinal begnügte sich nicht damit, baber natürlich, daß solche wissenschaftlich gereifte Männer nicht als sie auf das freigebigste zu dotiren, er beschüßte sie mit besonderer bevormundete Schüler behandelt wurden.

Vorliebe; ihr vertraute er die Trophäen aus der Eroberung Drans; Zu den zahlreichen Privilegien, die den spanischen Universitäten in ihren Räumen wollte er fein Grab haben. Nach Salamanca und verlieben wurden, gehörte folgendes: mit dem erlangten Doktorgrad Alcala reibeten Valladolid, Sevilla, Valencia, Saragossa, Barcelona, war der Adel verbunden; die Studenten durften nicht verhaftet, ihre Santiago, Lerida. An allen diesen Universitäten lehrten hervorragende Habe durfte nicht verkauft werden; die Wohnungen der Doktoren, Lehrer Männer als Theologen, Juristen, Mediziner, literaten und Aftronooder Schüler waren jeder gerichtlichen Haussuchung verschlossen; die men. Das Gallilätsche System, in 3talien verfolgt, fand ein freundStudenten zahlten von den Gegenständen, die sie zu ihrem Lebensbedarf liches Asyrin Salamanca. Wunderbare Zeit! Neben seinen Kries brauchten, keine Steuer; ja diese Abgabenfreiheit erstredte sich auf alle gern, die Europa durchzogen, und seinen Staatsmännern besaß SpaPersonen, die irgendwie mit der Universität in Verbindung standen. nien Gelehrte, in alle Sprachen eingeweiht, Doktoren, wie Luis Vives, Es gab eine Zeit, wo in Salamanca nicht weniger als 18,000 Per- der Vorgänger Bacon's auf dem Wege der philosophischen Beobs fonen als eximirt verzeichnet waren. Mit Recht fagt Zarate, die Unie achtung. Der Matbematifer Ciruelo war als Professor von Salamanca versitätswelt habe eine besondere Gesellschaft in der bürgerlichen Ge nach Paris berufen worden. - Woher nun der Verfalt dieser geiftis fellschaft gebildet. Alle diese Schüler verbreiteten sich über die Städte,

gen Blüthe?

(Sdluß folgt.) theilten fick in Rotten, hatten ihre Häuptlinge und Abgeordnete, waren ftets schlagfertig und übten einen überwiegenden Einfluß ihrer

Nord: Amerika. Neigungen und Sitten.

Der demokratische Charakter der spanischen Universitäten zeigte Unglücs - Kalender eines Jahres in den Vereinigten Staaten. fich in mannigfaltigen Erscheinungen von tief sozialer Bedeutung. Ele. Als ein Kuriofum theilen wir nachstehenden Kalender des Jahres mentar-Shulen und Gymnasien in dem heutigen Sinne gab es 1854 mit, den ein Schweizer in Amerika, Franz Joseph Egenter, ) damals nicht; die Universitäten umfaßten Alles; burd Stipendien aber zusammengestellt und unter seinen, im ,, Magazin" bereits erwähnten, und Freitische standen sie den ärmsten Kindern des Volfes offen. Zu amerifanischen Aftenstücken herausgegeben hat. Daß er das Paffiren mander Zeit lebten über fünfhundert arme Studenten an der Uni. der Nebraska-Bil und des , wahnsinnigen" Temperenz-Gefeßes von versität Alcala. Es gab zwei Kategorieen von Studirenden: die New-York für ein ähnliches Unglück betrachtet, wie die verheerenden einen, in den zahlreichen zur Universität gehörenden Schulen, zeichne Feuersbrünfte, die zahlreichen Schiffbrüche ?c., zeugt freilich von einer ten sich durch eine eigenthümliche Kappe (la beca) aus; diesen Na etwas eraltirten Partei - Ansicht. Gleichwohl ist dieser Kalender mit men führte auch das Stipendiat, aus dem fie Unterstüßung bezogen seiner Nachschrift aus der Feder eines Angehörigen der republitanis Die freien Studenten hießen Manteiftas, von dem Manto, dem lan- fchen Schweiz ein merkwürdiges Charakteristikum für die amerikanische gen Rod von braunem Wollenzeug, den sie trugen, und das höhere Union und ihre Bewohner: Alter dieses Kleides war eine Auszeichnung für den Studenten, der

Fanuar. seine Anciennität mad den löchern in seinem Mantel zählte. Seidene 4. Január. Sheitern des Schiffes , Staffordshire", wobei Zeuge waren ftreng untersagt, sowie Alles, was an einen vornehme- 163 Personen ertranken. – Senator Douglas bringt seine ,,berfluote ren Stand erinnern fonnte. Unter der Studentenkappe verschwand Nebraska-Bia" pors Haus. jede Bevorzugung des Standes und der Geburt. Die Manteistas 5. Einsturz eines großen Hauses in Dayton, Ohio. Drei Pers wohnten in besonderen Häusern, und viele waren, um an der Unis fonen getödtet, viele schwer verwundet. bersität bleiben zu können, genöthigt, durd andere Arbeiten, felbft ale 7. Berheerendes Feuer in Portland. Das Vereinigte Staatens Bediente, ihren Unterhalt zu bestreiten. Die Begünstigteften fanden Zollhaus und zahlreiche werthvolle Gebäude zerstört. eine Pagenstette bei einem Bischof oder sonst einem Hochgestellten, in Vom gleichen Datum die Nachricht über den Unfall des Dampfers bem fle fich einen Beschüßer gewannen, der ihnen eine Laufbahn er ,, San Francisco". öffnen konnte. Andere, zu unfügsam und zu arbeitsscheu, begnügten 8. Metropolitan-Hal und lafarge-Hotel in New York burde fich mit den Speise. Austheilungen in den Klöftern; sie hießen daher Feuer zerstört. los estudiantes de la sopa (die Suppenstudenten). Dieses wandernde 9. Erdbeben in San Francisco. Zigeunerleben hatte selbft für Söhne aus wohlhabenden Familien, 14. Das Liverpooler Paketschiff Rontinent" verliert auf seiner die beffer leben konnten, einen eigenen Reiz. So wurden die Stu- Fahrt nach New-York 54 Passagiere durch die sogenannte , Səiffsdien wohl oder übel getrieben; die Kurse begannen mit dem 18. DE Cholera.“ tober, bem St. Lucastage, wurden aber durch häufige Ferien unters 15. Ashbroot's großes Schlachthaus in St. Louis duro Fener brochen.

Zerstört. Die Stunde des Doktorats, die für den Begünstigtesten erst nach 16. Zwei Hamburger Paketschiffe verlieren an der sogenannten einem fieben- bis achtjährigen Aufenthalt an der Universität schlug, „ Schiffs-Cholera", das eine 41, das andere 20 Passagiere. war eine große Stunde. Die Feier der Aufnahme dauerte mehrere 18. Eisenbahn-Rebellion in Erie. Rasende Weiber verbrennen Tage. Unter großem Gepränge überreichte der Kanzler dem Kandis die Brücke über den Harbor Creet. baten den Dottorhut, ben Ring, die weißen Handschuhe, ben Degen und die vergoldeten Sporen; bann feßte fich unter Glodengeläut,

*) „ Amerifa ohne Schminke.“. Eine Quellensammlung zur Darftellang Flatternde Fahnen, Stabträger, Alguazils und Pebelle an der Spiße, des amerikanischen Lebens in der Wirklichkeit. Zürich, Ch. Bevel, 1857.

1

1:19. Die Gebäude der sogenannten ,, Neuen City Hall" in New

September York burch Feuer zerstört.'

6. Aufruhr der amerikanischen Protestanten und irischen Katho20. Ein rasender Drfan zerstört die Orte Brandon und Mount lifen in Newark, New Jersey. Bernon, Ohio.

8. Entfeßlicher Drfan in Charleston, Savannah und Umgegend. 21. Verbeerendes Feuer in Rochester, Staat New - Yorf.

Schaden von mehreren Millionen. Dazu die verheerende Peft des :: 23. Senator Caß erniedrigt fich zum Schußredner des Schinders gelben Fiebers. . von Ugo Bassi. Abermals Douglas und seine Schandbit. - Erd. 11. Schredlicher Aufruhr zwischen Eingebornen und Irländern beben in Hillsboro, Ohio. – Drkan auf dem Ohioflaß und Zerstörung in New Orleans. von 55 Kohlenschiffen. Ein fünffach schwarzer Tag, dieser 23. Januar, 16. Ein furchtbarer Drkan zerstört die Stabt Matagorda und ein rabenschwarzer Montag.

viele Plantagen in Teras. 26. Einsturz des eisernen Daches der großen Eisengießerei in 21. Die Cholera wüthet" in Pittsburg, Pennsylvanien, und forYonkers. Mehrere Menschen getödtet und viele fower verwundet. bert an einem Tage 109 Opfer.

27. Ungebeure Theurung. Für das Bushel Weizen werben 2 Dott. 27. Untergang deß ,, Arctic". Bon 480 Menschen nur 87 gerettet. 50 C. bezahlt, der höchfte Preis, der je im Handel bezahlt wurde. Das Fab Mebl foftet im Großhandel 9 Dott. 50 C.

Dktober. 8.. 28. Die Patronenfabrit in Ravenswood, N.-3., fliegt in die 1. Untergang der , Yankee Blade"; gegen 50 Personen ertrunken. Luft und tödtet 20 Arbeiter. - Wieder 2 verbeerende Feuersbrünfte 8. Der Dampfer , Colling“ verbrennt auf dem Eriesee, dess in New-York. - Der Dampfer ,,Georgia" verbrennt auf dem gleichen der Dampfer ,, Princeße auf dem Mifriffippi, und '46 Mens Portchartrain-See, und 40 Menschenleben geben dabei zu Grunde. fchen kommen dabei ums Leben.

29. Verbeerende Feuersbrunft in Worcester, Massachusetts. Erb 26. Schredliche Ratastrophe auf ber ,,Großen Weft-Eisenbahn" beben in Manchester, Kentucky.

in Kanada; 54 Menschen getödtet und Viele verwundet.

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Februar.

November 2. Bei St. Louis 3 Dampfschiffe gänzlich zerftört durch den 2. Unglüd auf der Rod - Jøland - Eisenbahn; 12 Todte und Eisgang auf dem Miffiffippi und zahlreiche Schiffe beschädigt. 24 Verwundete.

4. Berheerende Feuersbrunft in New Orleans - 6 Dampfer 7. Konflikt zwischen der Polizei und Jrländern in Williamsburg; verbrannt und 30 Menschenleben verloren.

2 Todte und 7 Verwundete. 23. Erdbeben in Massachusetts.

9. Ein zweiter Aufruhr in Williamsburg; 1 Mann getödtet. 27. Einsturz der Galerie im Opernhaus zu New-Orleans.

13. Schiffbruch des Einwandererschiffes ,, Net-Era" bei Long

Branch. Von 410 Passagieren gegen 300 Leichen, meistens DeutMärz.

fde. — Wahlsieg der Knownothings (Fremdenhasser) in Massachusetts. 3. Im Senat paffirt die ,, Nebraska-Bill".

22. Rollifion auf der Harlem - Eisenbahn in der 57. Straße, 5. Verheerendes Feuer in der Spruce Street New-Yorks. New - York, 20 Menschen schwer verwundet. 7. Erdbeben in Lerington, Kentudy.

24. Rollifion der ,,Ranada" mit dem Dampfer ,,Ocean" bei 9. In der New-Yorfer Legislatur passirt ein wahnsinniges Tem. Boston; 3 Personen getödtet und viele verwundet. perenz-Gefeß.

29. Erfte Wahl in Kansas. Der Sklavenhalterfreund Whitfield 13. Erplosion des Dampfers „ Reindeer" auf dem Mississippi. wird von bewaffneten Banditen aus Missouri zum Kongreß-Delegaten 20. Erdbeben zu Macon, Georgka.

gewählt. 22. In der New - Yorfer Assembly paffirt das tolle Tempe

Dezember. renz-Gefeß.

11. Erdbeben in den Neu-Englandstaaten. Der , demokrati

fche" Senator Adams von Miffiffippi verlangt eine Aenderung der April.

Naturalisations-Gefeße im Sinne der Fremdenverfolger. 8. Erplofion des Dampfers , Gazelle" im Oregon-Gebiete. 20. Feuersbrunft in den City Affembly Rooms New-Yorks. Ein

Das Auswanderer-Schiff , Powhattan" geht an der Küste Feuermann getöbtet und ein Polizeimann fdwer verwundet. von New - Jersey mit über 300 Menschen meistens Deutschen, zu Grunde. 23. Verheerendes Feuer zu Warrenson, Georgia.

, 3eßt dente man sich zu diesen Zahlen noch den täglichen Kleins 25. Abermals verbeerenbes Feuer, Nr. 231 Broadway, New und Stillfrieg des Loafer- und Rowdie Lebens, zu Land und zu York, wobei 11 Feuerleute ihr Leben verlieren.

Waffer, wo nicht der zehnte Theil der Bergeben und Verbrechen zur 27. Der calorische Dampfer ,, Ericson" im Northriver gesunken. polizeilichen Anzeige kommt; die Handthierungen mit Gift, Meffer, Furchtbarer Sturm in New-York und Umgegend.

Dolch, Pistole, Ziegelstein, Faust und Knüttel; Raub- und Mort

anfälle, Verführungen, Rothzucht, Preisborereien, Feuermanns-SchlachMai.

ten, befoffene Matrosen-Metten, Bluthochzeiten u. s. w.; Feuerlegen 3. Das Schiff ,,Winchester" von einem Sturm entmaftet und und nächtliche Erfäufungen, lug, Betrug unb Prellerei in allen denkmit Waffer gefüllt. Die Passagiere werden gerettet.

lichen Materien und Weisen; dazu das unzählige Sektengeschmeiß, 7. Einsturz der Galerie der katholischen Kirche zu Erie, Penn- das geldhungrige Krämergesindel; Raufer, Diebe und Mörber, in fylvanien.

Amt und ansehen ,, polizeilicher Schußwächter", mit dem Galgenvolt 22. Die ,, Nebraska -Bill" geht mit 113 gegen 100 Stimmen der amerikanisden Advofaten und Zustizpfaffen Hand in Hand; am im Repräsentanten-Hause durch!

Ende noch Sklavenhalter und Sklavenmärkte, Sklavenfänger und 25. Die Nebraska -Bil des Hauses pafsirt im Bereinigten Staa. Bluthundsgeschichten: dann ist man ungefähr im Stande, fich einen ten-Senat.

Begriff zu machen von dem amerikanischen Freiheits-Paradies" in 26. Aufruhr in Boston wegen Ausführung des Sklavenfang- feiner nadten Natürlichkeit!"" Gefeßes. 31. Auffliegen breier Pulverivagen in Wilmington, Delaware.

Belgien.
Juni.

Vlaemische Sagen, von Cofter. 4. Aufruhr in Brooklyn, New York.

Die kürzlich in französischer Sprache erschienenen, in die ,,Collec

tion Hetzel" aufgenommenen ,, Blaemnifden Mährchen", von Ch. de CoJuli.

fter, in Anschauung, Ton und Färbung des Mittelalters gehalten, 4. Schredliches Unglüd auf der Susquehanna-Eisenbahn bei find von einem tief nationalen Sinn durchwebt, und ihre Tendenz ift Baltimore, 28 Menschen getödtet.

wesentlich patriotisch. Die Erinnerung an die spanische Tyrannei, der 13. Bombardement von Greytown durch die Kriegsschaluppe Haß der Flamänder gegen Philipp II., dieses Gespenst des Eskurials, Cyane". Eine präsidentliche, Piercesche Schandthat.

biesen unbeilvollen Vertreter der Inquisition, find darin mit der

Kraft und der Tiefe entfaltet, die ihnen der populäre Ausdrud in Auguft.

seiner anscheinenden Naivetät giebt. Man urtheile aus folgender 7. Anfang des breitägigen Aufruhrs in St. Louis.

Probe (es ift das lebte Mährchen in der Sammlung): 20. Zwanzig Einwanderer von den Snake - Indianern in Dregon Der Schmied Smetse Smee hatte dem Teufel seine Seele vergemordet.

fdhrieben, dafür sollte er sieben Jahre die schönfte Somiede in Gent 27. Schredlicher Tornado in Louisville, Rentudy. Hunderte von besißen, die feinsten Weine trinken und die ledersten Gerichte schmausen. Häusern umgeriffen und 25 Menschen getödtet.

Der leßte Tag des flebenten Jahres tommt und mit ihm des Teufelé

Büttel ,, mit aufgesperrtem Rachen, herausgeftredter Zunge und einem im Zeitalter Homer's, zum Gegenstande feiner Studien gemacht und gerlumpten Rittel am Leibe." , Bettelpad!" (gueux) entsdlüpft in dieser Beziehung ebenso interessante ale neue Gesichtspunkte er. ber Frau Smetse bei seinem Anblid. „Was, Bettelpad!" schreit beröffnet. Weniger beschäftigt er fich mit den urpoetischen Elementen Leufel, ,, das bin ich nicht und war es im Leben nicht. Tob bem des Vaters der Dichtkunst, weniger mit dem Homer der begeisterungsa Bettelpad! An den Galgen mit dem lumpenpad!") – Frau“,

,,Frau“, und fchwungvollen Jugend, als mit dem Lehrer der Bölfer und sagte Smetse, „, betrachte dir diesen Gast, und du wirst sagen können, Menschen, die in seinen beiden großen Epopõen Stoff zum Nachdenken du babest Meifter Jacob Hessels, den größten Keßer - Mähber, ge für alle Lebensalter schöpfen können. Nicht unbemerkt wollen wir sehen..... Ha, Meister, wie viel verdanken wir euch: Den Zehnten, lassen, daß Herr Gladstone dabei aud Atles fennt und anerkennt, was den 3hr dem Kaiser Rarl in die Dhren geblasen, das Urteil der Her- deutsche Autoritäten, von Friedr. Aug. Wolf bis Mar Müller, über ren Egmont und Horn, das Ihr mit Eurer schönen Hand geschrieben Homer und sein Zeitalter erforscht und der gelehrten Welt mits babt; burde Euer Zuthun find mehr denn zweitausend Menschen durch getheilt haben. Feuer, Sdwert und Strid umgekommen." Danf dem Gelübbe, bas Smetse gethan und das ber heilige Joseph

Der Thonbildner Minton. In den ersten Tagent des zu erfüllen verbeißen hatte, muß der Teufelsbote unverrichteter Sache April starb zu Torquay der ausgezeichnetfte unter den neueren engliund wohl durchgebläuet abziehen, nachdem er dem Schmied eine Frist schen Keramifern, Herbert Minton. Wie Paliffy und Wedgewood, von sieben Jahren bewilligt hat. Nach sieben Jahren wiederholt sich das war er ein Genie in seinem Fache, und sowohl in der Londoner all ähnliche Spiel. Diesmal ist der Abgeordnete der Hölle Herzog Alba in der Pariser Ausstellung haben seine Werke gezeigt, daß der Unterin Person, geschmüdt mit dem goldenen Bließ und einer schönen, rothen nehmungsgeist eines einzigen Mannes es mit der subventionirten Schärpe. Es ergeht ihm, wie Jacob Heffeld, und nachdem er Smetfe Staats- Industrie nicht allein aufnehmen, sondern dieselbe sogar über. einen weiteren siebenjährigen Aufsdub bewilligt ,, verging er in einem flügeln fann. In der Mannigfaltigkeit ihrer Erzeugniffe thut die röthlichen Dampf, wie verbunftendes Blut, und die Schmiedegesellen Fabrik Minton's zu Stoke-upon-Trent es den faiserlichen und fönighörten Tausende von luftigen und hohnlachenden Stimmen: ,,Geschla- lichen Instituten in Sèvres, Meißen, Wien und Berlin zuvor; in gen der Blutherzog! Zisch dem Herrn vom Beil! Ausgepfiffen der ihrer Fayence, ihrer Majolika, ihren Musiv-Arbeiten und ihren enfauftis Fürst vom Scheiterhaufen! Flandern für immer!. Und tausend Hände schen Ziegeln ist sie unvergleidlich; nur in dekorativem Porzellan klatschten Beifall, und der Tag brach an."

wird sie von Sèvres übertroffen. Minton erbte das Geschäft von Der dritte Höllenbote erscheint, gehüllt in einen Königsmantel, seinem Vater und erhob es durch seine Thätigkeit und Geschidlichkeit die Krone auf dem Kopfe; unter dem Mantel aber zeigt sein nadter zu dem ersten Rang unter den Töpfereien Europa's. Er besaß in Körper die schwärenden, von Würmern angenagten Glieder. In feinen hohem Grade die zäbe Ausdauer, die einen fo bervorstechenden ChaKaßenaugen lauern Heuchelei, Grausamkeit und tüdischer Groll. rakterzug feiner Landsleute bildet. Viele Jahre hindurds arbeitete ,,Aufgepaßt, Smetse" - riefen die Gesellen - „ der Blutfönig ift er an der Verfertigung von Pflasterziegeln und Mofait durch Majdi. drinnen!“ Wirklich ist das Gespenst kein Anderer, als der König von nerie, ohne sich weder durch die fast unüberwindlichen Schwierigkeiten Spanien, Herzog von Burgund und Brabant, Pfalzgraf von Holland des Unternehmens, nod durch den enormen Koftenaufwand absoređen und Seeland, Philipp II. Start in dem Vertrauen auf die verheißene zu lassen. Endlich wurde seine Beharrlichkeit durch den volftändigften Erfülung seines Gelübdes, verlangt Smetse gebieterifch die Rückgabe Erfolg belohnt, und das neue Parlamentsgebäude in London, bas seines Patts mit dem Teufel; Philipp verweigert es: ,,Ah", schreit Haus der Repräsentanten in Washington, die meisten neuen Kirchen er, ,, wenn ich noch meine Macht hätte, ich würde Flandern verwüsten in England und mehr als ein Palaft auf dem europäischen Kontinent und entvölfern und auf diesem Kirchhof ein schwarzes Kreuz mit der sind mit seinen Ziegeln gepflastert. Minton gehörte zu den Erften, Inschrift pflanzen: Hier liegt das feßerische Flandern, Philipp von die den Gedanken auffaßten, der großen Ausstellung vom Jahr 1851 Spanien hat es niedergeworfen!" – Raum ist das leßte Wort ,,kalt“, einen internationalen Charakter zu geben. Er unterstüßte aus eigenen als Smetse und seine Gesellen mit ihren schweren Hämmern über ihn Mitteln die Kunstschule in Stoke, und war überhaupt ein ebenso herfallen und jeden Schlag mit dem Zusaß begleiten: ,, Das für freigebiger Beförderer der Künfte und Wissenschaften, als tüchtiger unsere verleßten Grundrechte! Das für deine gebrochenen Eide! Das Geschäftsmann. Außer Spulen baute er auf seine Kosten aud für den Grafen Egmont! Da$ für deinen Sohn Karl, der ohne Armenhäuser, schenkte beträchtliche Summen an mildthätige Anftalten Krankheit ftarb." So zu einem , Mus von Knochen und blutleerem und pflasterte unentgeltlich eine Anzahl von Kirchen in allen Theilen Fleisch zerklopft", giebt der Teufelsfönig dem Schmied Smetse Smee Englands. Er rühmte sich beffen, daß er Alles, was er verdiene, seinen Paft zurück.

sofort auch wieder ausgebe, daß er kein Geld in Ländereien, in

Staatspapieren oder Actien anlege und daher auch keine Sorgen Mannigfaltiges.

habe. Mehrfache Einladungen, in's Parlament einzutreten, wurden Homerische Studien von Gladstone. Der berühmte ftets von ihm abgelehnt. Er war dreimal verheiratet, hinterließ aber Freund Sir Robert Peel's und des Freiherrn von Bunsen, der Right teine Kinder; die großartigen, von ihm gegründeten oder erweiterten Honourable William Ewart Gladstone, hat ein sehr gelehrtes und ums Etablissements find auf seine Neffen übergegangen. fassendes Werk über Homer herausgegeben, und zwar ist es aus der klassischen Presse der Universität Drford hervorgegangen, welche leßtere

Wöhler's Lehrbuch der Chemie in Frankreich. Eine der hochkirchliche Dr. jur., Herr Gladstone, bereits seit länger als französische Ueberseßung dieses Lehrbuchs der anorganischen und ors einem Jahrzebend im Parlamente vertritt. **) Die drei Bände ,,Stu- ganischen Chemie ist kürzlich in Paris erschienen.“) Herr Ch. Drion dien über Homer und dessen Zeitalter", die er soeben hat erscheinen fagt darüber Folgendes in der trefflichen Revue de l'Instruction pulassen, sind, wie das Athenaeum sich ausdrüdt, ein wahrer ,, Dombau blique: „Wir haben hier das Werk eines der berühmtesten Meister der von Gedanken und Gelehrsamkeit“ (a cathedral of thought and Wissenschaft vor uns. Der europäische Name dieses Nachfolgers von learning). Bisher hatte das gelehrte Parlamentsmitglied für Oxford Berzelius, der außerordentliche Ruf, den er sich durch feine schönen auf literarisdem Gebiete fidh nur durch einige politische Søriften im Entdeđungen und durch seinen ausgezeichneten Unterricht erworben, Sinne der Tory - Partei und durch seine berühmten ,,Briefe an Lorb flößen uns, die wir das Bud hier anzeigen sollen, vor unseren eiges Aberdeen" in Bezug auf die Behandlung der politischen Verurtheilten nen schwachen Kräften ein gerechtes Mißtrauen ein.... Der Unterin Neapel bemerklich gemacht. Durch sein jeßiges Werk liefert er richt in der Chemie auf den Universitäten und Schulen Deutsdlands den Beweis, daß er noch zu der Zahl der guten alten Zöglinge der weicht in mehr als einer Hinsicht von dem in unseren Fakultäten und Shule von Eton und des College von Chrift-Church in Drford gee Lyceen ab: er ist vor allem ein Unterricht im Laboratorium. Der böre. Seit Bladwell, dessen „Enquiry into the Life and Writings Professor lebt und arbeitet mitten unter seinen Zuhörern, die, nachdem of Homer" von Joh. Heinr. Voß überseßt worden und diesem un- fie seine Vorlesungen gehört, die Fähigkeit befißen, die Erperimente, Atreitig bei seiner klassischen Uebertragung der ,Iliade“ und „, Dbpflee" denen sie beigewohnt, sofort nachzumachen. Hieraus nun läßt fich ein treffliche Dienste geleistet, ist in England kein ähnliches Wert über Soluß auf den außerordentlichen, praktischen Nußen ziehen, welchen Homer erschienen. Der Verfasser hat hauptsächlich die Ethnographie solche Vorlesungen, wie die des Herrn Wöhler, bei unseren gelehrten der Alten, fowie die Ethit, die Religion, die Politik und die Kunst und fleißigen Nadbarn in weiten Kreisen schon verbreitet haben.“

*) Eléments de Chimie inorganique et organique, par M. F. Woehler, traduits de l'Allemand, par M. Louis Grandeau. "Paris et Nancy, 1858.

*) Daß gueux (Geusen) der Parteiname der verbündeten Patrioten war, und die Veranlassung dazu, wissen unsere Leser wahrscheinlich aus Schiller's „Veidichte des Abfalle der Niederlande."

**) Studies on Homer and the Homeric Age. By the Right Hon. W. E. Gladstone, D. C. L., M. P. 3 vols. Oxford, University Press.

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thum zu viel Uebergriff der Gewalt, zu viel Mißachtung des Rechte, Frankreich.

zu viel Revolution und zu wenig Freiheit."

Während aber Guizot die ungeheuren Dienfte, die Napoleon der Guizots Memoiren. *)

gesellschaftlichen Drbnung geleistet, unbefangen würdigt, verfällt er Von dem eben erfdienenen ersten Bande dieser im ,,Magazin" dabei doch nie in den Mißverstand der kleinen und leichten Schrift(Nr. 44) bereits angekündigten Memoiren geben wir heute einige linge, die auf die großen Männer der Revolution fdmähen und die Proben, die unsere Lefer in den Stand feßen werden, sich über Ge. Zeit von 1789 verwünschen. halt, Con und Tendenz dieses wichtigen Beitrages zur Zeitgeschichte ,,Mit Vergnügen", sagt er, „komme ich auf die Erinnerungen ein Urtheil zu bilden.

jener bezaubernden Gesellschaft zurüc. Herr 6. Talleyrand äußerte Ueber die Gründe, die den Verfasser bewogen, diese Memoiren eines Tages gegen mich: „Wer nicht um das Jahr 1789 gelebt hat, zu schreiben, äußert fich Guijot in der Einleitung:

der fennt die Freuden des Lebens nicht. Es fonnte in der That „Ich übergebe meine Memoiren der Deffentlichkeit, während ich keine höhere luft geben, als die große geistige und gesellschaftliche noch hier bin und das, was ich schreibe, vertreten kann. Jo fchreibe Bewegung, die, ohne die Einrichtungen der Welt zu unterbrechen oder nicht, weil der Ueberbruß an Unthätigteit, oder der Wunsd mich dazu zu stören, fie dadurch belebte und veredelte, daß sie ernfte Gedanken drängt, anftatt der jeßt geschlossenen weiten Arena einen eng abgestedten mit heiterem Scherz mischte; die, noch nicht zu Leiden und Opfert Plaß für alte Parteifämpfe zu eröffnen. 30 babe viel und eifrig aufgefordert, den Augen eine blendende und entzüdende Fernsicht ergerungen während meines Lebens; Alter und Zurückgezogenheit haben, öffnete. Das achtzehnte Jahrhundert war, ohne Frage, vor allen soweit es meine persönlichen Gefühle betrifft, ihre Friedensbede über Jahrhunderten versuchend und verführerisd; denn es versprach, zugleich die Vergangenheit gebreitet. Aus heiterem Himmel blide ich zurück der Stärke wie der Shwäche der menschlichen Natur zu genügen; auf den fturmvollen Horizont. 3d habe mein Herz bis auf den es spannte und entnervte die Seele zu gleicher Zeit; e$ fchmeichelte Grund untersuđt und kann hier nichts finden, was meine Erinnerun- abwechselnd den edelften Gefühlen und niedrigsten Neigungen; es bea gen vergält. Die Freiheit von Haß gestattet mir die unbefangenste rausdte mit übersdwenglichen Hoffnungen und fättigte mit verOffenheit. Persönlichkeit nur entftellt oder verfälscht die Wahrheit. weichlichenden Zugeständniffen. So erzeugte es im wüften Durch. Da es mein Wunsch ist, mein Leben und die Zeiten, in denen ich einander Vaterlandstrunkene und Selbsüchtlinge, Skeptiker und Fanatigelebt, zu besprechen, so will ich es lieber am Rande, als aus der fer, Enthufiaften und glaubensleere Spötter, unterschiedene Sprößlinge

Tiefe meines Grabes thun"... ,,Denen, die mir etwa nachfolgen eines und deffelben Stammes; Adle aber von der Zeit fortgeriffen, und ihre Schule durchzumachen haben werden, möchte ich etwas von fröhnend der gemeinsamen Trunkenheit am Vorabend des nabenden den Erfahrungen, die ich aus meiner Schule gewonnen, so gern mit- Tohuwabohu.“ theilen. 3d habe abwechselnd die Freiheit gegen den Absolutismus

Von seiner erften Einführung in die Pariser Gesellschaft und und die Ordnung gegen den revolutionairen Geift vertheidigt – beide seinen Beobachtungen über fie fagt Guizot: bilden in der That nur Ein Lebenselement, denn ihre Trennung führt

, Frankreich, der Irrthümer und Maßlosigkeiten mübe, wieder zum Tode beider. So lange fich nicht die Freiheit von dem Geifte nach Ordnung und gesundem Sinn verlangend, fiel in das alte Geleis der Revolution und die Ordnung von der absoluten Gewalt fühn zurüc. Ueber dem Einfluß dieser allgemeinen Reaction hielten fich losmacht: so lange wird Frankreich von Krisis zu Krisis, von Irrthum jedoch die getreuen Erben der Salon-Literatur des achtzehnten Jahr. zu rrthum hin- und herwogen."

hunderts; fie allein bewahrten zwei der edelften und liebenswürdigsten Ueber Rapoleon I. lautet fein Urtheil:

Vermächtnisse ihres Zeitalters: einen lauteren Sinn für Geiftesgenüfle „Seitdem ich an der Regierung vor land und Leuten Theil und eine warme Theilnahme für Sittenveredelung und frei erörternnahm, lernte ich gegen den Kaiser gerecht sein. Er war mit einem des Wort, das den gesellschaftlichen Verkehr mit Mannigfaltigkeit unvergleichlich thätigen und gewaltigen Genie begabt; bewunderns- und Anmuth schmüdt. Ich für meine Person schöpfte aus diesen würdig in seiner Abneigung gegen Unordnung, in seinem tiefen Herre Quellen eine erfprießliche Erfahrung. Zung, unbekannt, trat id in søer. Inftinft, in feiner energischen Raschbeit, womit er an den Auf- den erwähnten Kreis, mit feinem anderen Anspruch als dem, zu welchem bau des geselsdaftlichen Werkes ging. Aber fein Genius erkannte einiges Talent, einige Shulbildung und ein feuriger Sinn für keine Schranke, mochte sie von der Natur oder von Menschen bere eblere Genüsse, für Literatur und gute Gesellschaft berechtigen. 30 rühren, für seine Wünsche und seinen Willen an, und so blieb er redos brachte keine Ideen mit

, die mit den hier vorgefundenen harmonieten. lutionair, während er die Revolution bekämpfte; wohlbekannt mit den In Genf äußerst freisinnig, aber fittenstreng und religiös erzogen, allgemeinen Bedingungen der Gesellschaft, verstand er doch nur un ftanden meine Ueberzeugungen in einem zu schroffen Gegensaß zu der poufommen die moralischen Forderungen der menschlichen Natur; bald Philosophie des achtzehnten Jahrhunderts, um in ihre Werke und Bes befriedigte er fie mit gefundeftem Urtheil, bald wieder verleßte er fie ftrebungen bewundernd einzustimmen. Während meines Weilens in rüdfichtslos mit empörendem Stolze. Wer mochte glauben, daß der

Wer mochte glauben, daß ders Paris waren deutsche Philosophie und Literatur mein Lieblingsstudium: selbe Mann, der das Konkordat foloß und die Kirchen in Frankreich ich las Kant und Klopftod, Herber und Schiller fleißiger, als Conwieder eröffnete, den Papft von Rom entführen und in Fontainebleau dillac und Voltaire, Suard, Abbé Morellet, Marquis Boufflers. Die gefangen halten würde? . Das ift doch zu weit gegangen, Philosophen Stammgäfte in den Salons der Damen Houdetot und Numforb, die und Chriften, Vernunft und Glauben in gleicher Weise zu mißhandeln! mich mit großer Freundlichkeit aufnahmen, lächelten und gähnten mitWohl war Napoleon unter den großen Männern seiner Rategorie der unter bei meinen chriftlichen Traditionen und meinem germanischen nothwendigfte für seine Zeit

. Dean Reiner außer ihm hätte es ver- Enthusiasmus. Troß aber der Meinungsverschiedenheit, fand ich in mocht, so rasch und so wirtfam die Ordnung an die Stelle der Anar- ihrem Kreise nur Theilnahme und Gunft.“ chie zu bringen; Reiner hätte fich aber au, so sehr über die Zukunft Die Märtyrer" von Chateaubriand, die bei ihrem Erfdeinen getäufoht: denn, Herr Europa's und Frankreichs geworden, ließ er fich aus politischen Gründen in Frankreich fo heftig angegriffen wurden, von Europa sogar aus Frankreich sagen. Sein Name it größer und vertheidigte Guizot in dem ,, Publizisten“, und diese Bertheidigung dauernder, als feine Thaten, deren glänzendfte: feine Eroberungen, führte die Bekanntschaft der beiden Schriftfteller herbei und gründete jählings und für immer mit ihm verschwanden. Seinen erhabenen in der Folge eine gegenseitige Freundschaft. Eigenschaften huldigend, bereue ich es gleichwohl nicht, fie erst nach Auch zu Frau von Staël trat Guizot in freundlichen Verkehr. seinem Tode gewürdigt zu haben. Für mich gab es unter dem Kaiser- „Ich wandte mich“, erzählt er, ,, brieflich an Frau von Staël und

bat um die Ehre, fie befuchen zu dürfen. Sie lub mich zu Tische *) Mémoires pour servir à l'histoire de mon temps.

nach Cluchy bei Lausanne, Wo fie damals wohnte. Sie ließ mich

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