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der Schuldigen auf, und die Anderen erboten fich, aus Furcht vor der bedeutenden Drt geben, der, wenn nicht an einer Bucht, einem Flue Strafe, nicht allein den Schaden wieder gut zu machen, sondern auch oder See, nicht wenigstens an einem Bach läge. So liegt Westport die Fenzung zu vollenden. Da im Dorfe bis zu zwanzig Personen in einem engen und tiefen Thal, durch weldes ein Bach fließt. Da in demselben Hause wohnten, beftand der forb darauf, daß jeder sollte man meinen, das Städtchen würde an der Mündung dieses Pacter sein Haus auf seinem Grundstück baute, was ben größten Waffers aufgebaut und mit dem Meer in unmittelbarer Verbindung Widerspruch vonseiten der Weiber fand, die nicht mehr „plaudern" fein - aber weit gefehlt! Stadt und Hafen find getrennt durch den konnten. Prämien wurden ausgefeßt für diejenigen, die ihre Woh Park des Lord Sligo, und was son oder nach dem Hafen geht, mag nungen am reinlichsten hielten, das beste Bett hatten, die schönsten den steilen Berg hinan, an dem die größere Hälfte Westports terraffene Stüde Vieh futterten, die beste Leinwand bereiteten, bis berab zu förmig aufsteigt, während durch den Park ein øberer und geraber dem schönsten Halbbußend Strümpfe und dem schmadhaftesten Butter- Weg führt

. Sage man nicht, der Grundherr sei ein liberaler Mann fäßchen. Daß Wege, Brüden, Schulen nicht vergessen wurden, ver und der Pförtner weise feinen harmlosen Wanderer zurüd; gerade fteht sich von selbst. Am mißtrauisoften waren die Leute gegen den diejenigen, denen die Erlaubniß am meisten zugut käme, ale, welde Aufbau des Wirthshauses. Niemand wollte Hand anlegen, und dem Sachen vom Hafen nach der Stadt oder von der Stadt nach den ersten armen Teufel, der sich dazu verstand, wurde das Werkzeug ger Hafen zu schaffen haben, müssen den langen und äußerft beschwerlichen stohlen. Wie jedoch der Aufseher des Lorde Miene machte, anderswo Umweg machen. Besonders leiden darunter auch die armen Lafttbiere

, den Gasthof zu bauen, fanden sich nicht nur die gestohlenen Geräth- gegen die der Zrländer ohnebies so bartherzig und südlichtslog ift, schaften wieder, sondern es kam auch einer nach dem anderen, um sich als irgend ein Süd-Europäer."

als irgend ein Süb-Europäer." - ,,Das Städtchen Antrim ift nur den hübsøen Tagelohn zu verdienen. Mit unerbittlicher Strenge durch einen schmalen Streifen Landes von dem fifgreichen Loughwacht Corb Hill darüber, daß die Grundstüde nicht zerftüdelt werden; Neagh getrennt. Da follte man meinen, die ftattlichen Gewäffer die Kinder der Pächter müssen entweder in Dienft treten oder eine dieser größten aller irischen Binnenseen würden für Jedermann zute neue Farm anlegen. Wer zuwider handelt, muß das Gut verlaffen. gänglich sein. Weit gefehlt! Viscount Maffareene, der Besißer son Diefen wohlthätigen Einrichtungen hat man es zu danken, daß Gwees Antrim-Castle, liegt mit seinem Herrensiß zwischen Stadt und Ufer, dore auch die Fungerjahre glüdlich überstand und von dem Elend und nur auf einem weiten Umwege kann man zum See gelangen. verschont wurde, das die von der Natur faum weniger begünstigte Dieses abscheuliche Absperrungssystem, das in Irland nicht blos jebe Connemara in so shredlichem Grade heimsuchte." Aus neueren engli- fruchtbare Scholle, sondern auch jeden reizenden Streifen Landes für foen Zeitungen ersehen wir, daß korb George Hid seine nüßliche den adeligen Herrn, dessen Gewinn und Genuß allein in Ansprud Wirksamkeit noch jeßt, troß aller Hindernisse, die ihm Unwiffenheit nimmt, übt einen ganz unerträglichen Zwang, den ich oft, nicht sowohl und böser Wille in den Weg stellen, mit unermüdlichem Eifer aus egoistischem Interesse, als im Namen der freien Menschenwürbe, fortseßt. Unter den forgsamen irischen Gutsherren nennt unser verwünscht habe. In folchen Augenblicken möchte man verzweifelnd Reisende auch einen Namen, den man nicht gewöhnt ist, an eine so in Thomas Moore's Wort einstimmen: bescheidene Thätigkeit zu knüpfen. ,,Hier (an der Donegal-Bai)",

When will this end, ye Towers of God? fagt er, , und in der Umgegend ift Lord Palmerston der bedeutendste

She weeping asks for ever, Landlord und Pächter in einer Person. Die Einwohner des Dorfes

But only hears from out that flood Grange verehren in ihm ihren größten Wohlthäter. Er baute für sie

The Demon answer, »

Never!""" Kirche, Schule, Wohnbäufer und scheute feine Kosten, durch Troden Freilich ein trauriger Schluß, mit dem wir aber, aus den idor legung (drainage) und Düngung (top dressing) den ausgemergelten oben angedeuteten Gründen, nicht ganz übereinftimmen können. Wir Boden fruchtbar und die Lage der Einwohner erträglicher zu machen. glauben vielmehr, daß dem durch jahrhundertlanges Unglüd geprüsten Ju Mullaghmore baute er einen Sicherheitshafen und bekämpft ben Irland eine glüdlichere Zukunft bevorsteht, und daß, wenn nicht alle Flugsand durch die großartigsten Gegen-Anstalten, namentlich durd Zeichen täuschen, die Morgenröthe dieser Zukunft bereits angebrochen die Anpflanzung der Seefichte. Ehre, dem Ehre gebührt!"

ift. Dieses Resultat wird dadurch befördert, daß ein großer Theil Wie alle früheren Reisenden, ist auch Herr Helfferich von den des Grundbesißes in Folge des massenhaften Verkaufe der verschulde Naturschönheiten Irlands entzüdt, aber gleich ihnen ist auch ihm die ten Güter in andere Hände gekommen und daß fogar die Elemente merkwürdige Thatsache aufgefallen, daß fast nirgends Waldungen zu der Bevölkerung durch die Hungerseuche und die Auswanderung erbliden find – daß man überall Torf, Moor, Wiesen und prachte difizirt worden sind. Im Jahre 1821", sagte lord Glengali, vible volle, von Felsen umgürtete Seen findet, aber nur selten einen Baum. ten die Protestanten 1,900,000 Seelen bei einer Bevölkerung von „Woher diese sonderbare Erscheinung in einem Lande, deffen Klima acht Millionen; jeßt im Jahre 1851 haben die katholifer an für die Baumkultur sich besonders eignet? Wer Sicilien durchreist 1,700,000 Seelen abgenommen, so daß bei der gegenwärtigen Bes hat und die nagten Bergfuppen zwischen Syrakus und Messina fich völkerung von 6,4 Million die Protestanten nur noch in einer Mindera in Erinnerung ruft, wird um die Antwort nicht verlegen sein. Die heit von 500,000 Seelen sich befinden. Die Protestanten fterben Natur hat weder an Irland, noch an Sicilien To stiefmütterlich ge- nicht vor Hunger und Elend, und nur wenige sind auss bandelt, daß fie dieselben zu baumlosen Inseln bestimmt hätte; find gewandert." Diefe Aeußerung mag bart scheinen, allein ihre Babra fie es gleichwohl, so ist nur der menschliche Unverstand Schuld daran.... beit ist nicht in Abrede zu stellen, und sie hilft die Thatfache erklären, In Jrland ist ein Siebentel des Bodens peat oder bog. Wie viel daß in Irland jeßt so Manches anders ist als früher. oder wie wenig von diesem Torfgrund ehedem bewaldet gewesen, läßt sich mit Sicherheit nicht mehr ermitteln, gewiß aber ist, daß Irland

Mannigfaltiges. im vierzehnten und funfzehnten Jahrhundert, ja noch weit später, bes beutende Waltungen, wie Sicilien in seiner Blüthezeit, besaß, daß

Französische Memoiren. Neben den Memoiren Guizot's aber ein Wald nach dem anderen zu Grunde ging, weil recht nachy find soeben auch in Paris zwei interessante Sammlungen von Dentirischer Art Jedermann fälte und Niemand pflanzte, namentlich aber würdigkeiten und Briefen zur Geschichte unserer Zeit erschienen. Die die früher daselbst übliche Eisenbereitung den Holzüberfluß immer eine besteht aus den

eine besteht aus den „Mémoires et Correspondance politique et mehr schmälerte. Wegen Mangels an Holz mußte dieser Industrie- militaire du Prince Eugène", herausgegeben von A. Du Casse, dem zweig später ganz aufgegeben werden. Sir Robert Kane (Industrial Sammler der Briefe des Königs Joseph. Der Napoleonische ViceResources of Ireland) weist treffend nach, wie zahlreiche Ortschaften König von Italien, dessen Namen einen viel edleren Klang hat, als in allen Gegenden Jrlands darauf hindeuten, daß sie ehedem mitten der aller übrigen Marshälle des ersten französischen Kaisers, erscheint im Walde standen. Man rottete ihn zum Theil aus, um neues land auch in diesen Briefen und Denkwürdigkeiten treu seinem Wahlspruce für den Feldbau zu gewinnen und dem Diebesgesindel, sowie ander „Honneur et Fidélité", wie ihn auch das aus der Meisterhand Thorren Verbrechern, ihre Schlupfwinkel zu entziehen. Einen nicht ge- waldsen’s hervorgegangene schöne Grabdenkmal des Herzogs von ringen Theil der Schuld trägt aber auch die, wie in so manchen an Leuchtenberg in der Michaelskirche zu München trägt, das ihm dort deren, fo aud in diesem Punkte, burchaus fehlerhafte Gefeßgebung, feine Gemahlin hat seßen lassen. Die zweite Sammlung besteht aus die bestimmte, daß Bäume auf verpachtetem Grund und Boden von den Denkwürdigkeiten des Grafen Miot de Melito, eines Dina den tenant nicht sollten gefällt werden dürfen. Auch kann der Guts. maten und Ministers Napoleon's, und umfaßt die Zeit von 1788 bis besiber sie nur dann fällen, wenn sie von der Pacit ausdrücklich aus 1815. In dieser Sammlung foll Manches enthalten sein, was sitt geschlossen sind, da die Benußung der Baumfrucht dem Pächter ge eben den Glorienschein des großen Kaisers zu vermehren geeigner ift. hört. Wer von beiden Theilen wird sonad Bäume pflanzen wollen?" Sie besteht aus drei Bänden, während die Memoiren des Prinzen

Aber auch der „water privileges", wie die Amerikaner fie nen Eugen Beauharnais unter der Hand bes (chreibseligen frn. A. Da daje nen und mit denen die ,, Perle des Oceans" in folcher Fülle gesegnet zu fechs bis acht Bänden anwachsen werden, von denen bis jegt nur ist, werden die armen Irländer nicht recht froh. . In einem so der erste Band erschienen ift. Die Herren Michel Lévy Frères sind wasserreichen Lande wie Jrland kann es selbstredend keinen irgend' die Verleger aller dieser Memoiren-Sammlungen.

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imaginaire" (in Crelle's ,, Journal für Mathematit", Band XVII), Nufland:

die neuen Prinzipien der Geometrie mit einer vollftändigen Theorie

der Parallellinien" (in ben Yuen 3anucku der Universität Kafan) Der rusfische Mathematiker Lobatichevsfji.

und die , Theorie der Parallellinien" (erschienen in Berlin 1840) Von allen wissenschaftlichen Disziplinen hat die Mathematik in namhaft machen, welche leßtere in der „Pangéométrie ou précis de Rußland seit Euler's und Bernouilli's Zeiten den dankbarften Boden géométrie fondée sur une théorie générale et rigoureuse des paralgefunden. Schon Lomonofsov, der Vater der ruffischen Dichtkunft, lèles” (Kafan 1855) weiter ausgeführt wurde. Ueber die merkwürdiga war zugleich ein bedeutender Mathematiker, ebenso Rumovsfji, der ften dieser Untersuchungen verspricht Herr Professor Erman in seinem Lieblingsschüler Euler's, während in neuerer Zeit Dstrogradskji einen ,,Archiv“, in welchem bereits kritische Analysen der Arbeiten Popov's, fo geachteten Namen unter feinen Fachgenossen erwarb, daß ihn die Saweljev’s und anderer ruffischer Mathematifer, sowie Lobatschevsk ji's französische Akademie in die auf Acht beschränkte Zahl ihrer auswär- felbst, gegeben wurden, demnächft ausführlicher zu berichten. tigen Mitglieder aufnahm. Eines nicht minder ausgezeichneten Rufes Lobatichevstji starb in Kasan am 12. Februar 1856 als Profeffor genoß der verstorbene Lobatshevskji in Kafan, über den das Erman- emeritus, Mitglied der Göttinger, der Kopenhagener und anderer gefche ,, Archiv für die wissenschaftliche Kunde von Rußland" eine bios lehrten Gesellschaften, wirklicher Staatsrath und Nitter mehrerer Dr. graphische Stizze mittheilt, die wir hier im Auszuge wiedergeben. den. Einige Jahre vor seinem Tode war er erblindet, was ihn jedoch

Nikolai Iwanowitsch Lobatschevskji war der Sohn eines Bau- nicht hinderte, die Versammlungen in der Universität zu besuchen, den meisters in Nijni-Novgorod, wo er im Jahre 1793 geboren wurde. Doktor-Disputationen und akademischen Redeaften beizuwohnen. Auf Seine erste Erziehung erhielt er im Gymnasium zu Kasan, und schon den Wunsch feiner früheren Kollegen und Zöglinge ist sein Bild in 1807 konnte er in die dortige, kurz vorher gegründete Universität ein- einem der Säle der Universität aufgestellt worden, der er fast ein treten, wo durch den Einfluß des Kurators Rumovslji die eraften halbes Jahrhundert hindurch angehörte. Wiffenschaften sich einer besonderen Pflege erfreuten. Hier hatte Pobatschepstji das Glüd, seinen Geist durch den Unterricht der aus Deutschland berufenen Professoren Bartels, Littrow und Bronner auf

Ueber das Gefängnißwesen. zuklären, von denen namentlich Bartels in ihm nicht allein ein feltenes Talent für Mathematik erkannte, sondern auch seinen Zögling herzlich

(Fortseßung und Schluß.) lieb gewann, ihn mit väterlicher Sorgfalt von jugendlichen Erzeffen Als Thatsachen erkennt der Verfasser an, daß die Zellengefängabhielt und die Vorgeseßten auf seine ungewöhnlichen Fortschritte auf- niffe kostspielig find, daß ihre Leistungen hinsichtlich der Besserung merksam machte. So geschah es, daß Lobatschevskji bereits 1811 auf der Verbrecher auch billigen Erwartungen nicht entsprechen, und daß Vorstellung der Fakultät als Magister der mathematischen Wiffen. in ihnen eine bebentliche Anzahl von Seelenstörungen und Selbstschaften bestätigt wurde, in demselben Augenblick, als er von seinen morben vorkomme; aber er zeigt auch, wie eine gedeibliche DurchOberen einen Verweis wegen Verleßung der akademischen Disziplin führung der Einzelhaft bis heute überall durch verkehrte oder mangelerhielt. Nachdem er als Privatdozent den neueingetretenen Studenten hafte Einrichtungen, Hausordnungen und Gefeße gehemmt und viel. den ersten Theil von Laplace's „Mécanique céleste" und Gauß?

„Mécanique céleste” und Gauß fach unmöglich gemacht worden ist. „Disquisitiones arithmeticae” vorgetragen, ward er 1814 Adjunkt Die vorzüglidiften Ursachen der bisherigen Unfruchtbarkeit des der reinen Mathematik und 1816 Professor. Von diesem Zeitpunkt Isolirsystems sind nach des Verfassers Ansicht: an begann Lobatschevsfji eine umfassende, gelehrte und administrative 1) Prinzipielle Unklarheit oder doch Unentschiedenheit hinsichtlich Wirksamkeit. Mit unermüdlichem Eifer nahm er, anfänglich als Mits der Aufgabe eines Zellengefängnises, sowie Verkennung der Mittel glied, fpäter als Vorfißender, Theil an den verschiedensten Kom- für Erfüllung dieser Aufgabe. Wollte man mehr abidhreden oder missionen, wie Bau-, raminations-, Schul- und Redactions - Koms' mehr bessern? Man wollte Alles und erreichte wenig oder nichts. mission, an der Einrichtung der Museen, des physikalischen Kabinets, 2) Sorglosigkeit bei der Wahl der Beamten und Angestellten. der Sternwarte, des anatomischen Theaters, der Klinik, der mechanis 3) Zu kurze Strafen für den erstmaligen Diebstahl, Unterbringung fchen Werkstatt, der Bibliothek, ward fechsmal der Reihe nach zum mehrmals und oft bestrafter Individuen in Nüffällen in die Zelle Reftor der Universität erwählt und bekleidete diese Würde neunzehn erft dann, wenn sie in Amts- und Kreisgefängnissen, Arbeitshäusern 2c. Jahre lang. Als Lehrer war seine Thätigkeit außerordentlich. War bereits zu ausgeschulten und ausgefchämten Verbrechern geworden sind. einer der Professoren der physifo - mathematischen Fakultät im Auf 4) Gefeßliche Strafverschärfungen durch Hungerkoft und Dunkeltrage der Universität ins Ausland gereist, oder blieb eine vatante arrest – ein unerquiclider Versuch, große begangene Mißgriffe durch Professur längerer Zeit unbeseßt, so übernahm Lobatsdhedstji die Vor- einen wo möglich noch größeren zu verbessern. lesungen. Auf diese Weise trug er während feiner zweiundbreißig 5) Hindernisse für den Entlassenen, in der Welt fein ehrliches jährigen Amtsverwaltung als Professor abwechselnd reine Mathematit Fortkommen zu finden. von der Algreba bis zur Variationsrechnung, Mathematik, Hydrostatik, In Bezug auf den leßten Punkt spricht der Verfaffer die bea Astronomie, Experimental. und mathematische Pb9fit vor. 3m Audi- herzigenswerthen Worte: torium berstand er es, je nach dem Gegenstande, den er behandelte, ,,Es ist eine spottwohlfeile Kunst, Angesichts der botten Liften die Gemüther feiner Zuhörer entweder durch die Tiefe des Gedankens der Rückfälligen über den Mangel an Rechtssinn und Sittlichkeit im oder durch den Zauber des Vortrages zu feffeln und mit fich forts Voffe und über die Unverbesserlichkeit der ,,Spißbuben" zu deklamiren zureißen. Er liebte es, mehr seinen eigenen Weg zu gehen, als sich und über alle Rückfälligen kurzweg den Stab zu brechen. Möchten an bestimmte Schriftsteller zu halten, und überließ es den Zuhörern dod so geftrenge Herren sich bemühen, die Lebensgeschichte vieler Ver. felbft, fich mit der näheren Literatur des Gegenstandes bekannt zu brecher genauer kennen zu lernen, als dies aus Aftenfascifeln zu gemachen. Seine öffentlichen Vorträge über Phyfit wurden stets von scheben vermag; möchten fie fich recht lebhaft in die traurige und einem zahlreichen Publikum mit großem Interesse angehört, während häufig gefährliche Lage manches Entlassenen hineinverfeßen; sie wür. seine Vorlesungen über neue Prinzipien der Geometrie, die mit Recht den fich bald überzeugen, es gehöre oft nicht nur guter Wille und für scharfsinnig und tief durchdacht gelten, nur vor einem kleinen, etwas mit Klugheit gewürzte Selbstbeherrschung, sondern Riesenkraft ausgewählten Kreise von Zuhörern gehalten wurden.

des Entbehrens und Duldens, ein wahrer fittlicher Heroismus dazu, Als gelehrter Mathematiker bat lobatsdevskji zahlreiche Arbeis um nicht rüdfällig zu werden, folglich mehr, als man verfeändiger, ten herausgegeben, von denen wir nur feine Abhandlungen über die gerechter und chriftlicher Weise von einem Menschen gewöhnlichen Prinzipien der Geometrie" (Kasan, 1829–1830), feine „Géométrie Schlages begehren kann.

„Erwartet die Bestraften bei der Entlassung, statt des Laufpaffes dafür zu sorgen, daß die Geseße recht gehalten werden und in Folge in die Heimat, Gelegenheit zur Arbeit und ein Unterkommen bei rechts davon die Gefängniffe recht leer bleiben. Gute, praktische Antworten lich und chriftlich gesinnten Leuten; statt unaufhörlicher Vorwürfe, Bes hierauf find die Maßregeln der Regierungen, Handel und Wandel zu schimpfungen und Verfolgungen, und namentlich der lästigen und schäd. heben und zu schüßen, Gefeße in puncto sexi, wodurch der Ber. liden speziellen Polizeibevormundung, ein Menschenfreund, der ihnen mehrung, Aelternlosigkeit und Verwahrlosung der unehelichen Kinder mit Rath und That, mit Ermahnung, Warnung, Belehrung und etwas Einhalt gethan wird, Leibhäuser, Sparfaffen, Versorgungs-AnDrohung zu Hülfe kommt; hat der Entlassene Aussichten, durch Ar- ftalten für verwahrloste Kinder, Waisenhäuser, chriftliche und auf das beitfamkeit fein Brod verdienen und durch ein geseßmäßiges gutes praktische Leben berechnete Schulen, in denen namentlich auch alle Benehmen die Bedingung seiner Entlassung oder die bürgerlichen Fol- weiblichen Arbeiten gelehrt werden, Leih- und Sparkassen in armen gen seiner Strafe aŭgemach von sich abschütteln zu können, nun dann Dörfern, Stiftungen für Versorgung und Ueberwachung dürftiger müßte der Ergefangene ein eingefleischter Bösewicht und Dummkopf Jünglinge und Jungfrauen, Armenspitäler, Bewahrungsanstalten für zugleich sein, um rüdfällig zu werden; eingefleisøte Bösewichte und • notorische Taugenichtfe

, Organisation der Auswanderung und nod weit Dummtöpfe aber bilden innerhalb der Kertermauern ebenso wenig die mehr des Verhältniffes zwischen den Fabritherren und ihren Arbeitern, Majorität, als irgendwo außerhalb derselben."

Arbeiterwohnungen u. f. w. Dies Alles find Mittel, um die Stief3n dem Kapitel über Kleidung, Nahrung und Arbeit der badi finder der launenhaften Fortuna vor Gericht und Gefängnissen zu bes fchen Strafgefangenen werden die Behauptungen, Klagen und aus. wahren, und sie verdienen die Berücksichtigung aller Regierungen, fälle Corvin's und Schlatter's als durchaus unbegründet zurüdgewiesen. Menschen- und Vaterlandsfreunde früher und in höherem Grade als Aus dem, was der Verfasser über Belohnungen und Strafen in Ge die Gefängnißreform. Aðein es find äußere Einrichtungen, und fie fängnissen beibringt und gründlich erörtert, wollen wir nur die folgen, reichen als solche so wenig aus, den Menschen vor Sünde, Lafter und den Stellen mittheilen:

Verbrechen zu bewahren, als die vier Wände einer Zelle an und für ,,Ist die Anwendung von Hausstrafen gegen die Einen ein noth. fich einen Gefangenen zu bessern im Stande find. Die foziale Frage wendiges Uebel, so find Belohnungen für die Anderen ein bedeutender und die der Gefängnißreform insbesondere ist in leßter Instanz eine Sporn zur Arbeitsamkeit und zum Wohlverhalten. Die Erlaubniß, religiös-kirchliche Frage." fich von der Anstalt ein Stüdchen Butter oder Sanupftabad zu Den Behauptungen Corvin's gegenüber, der die große Menge kaufen, das Gutmach-Geld, Geschenke von Werkzeugen für den fünf von Verbrechen und Verbrechern in der gegenwärtigen Zeit lediglich tigen Lebensberuf, Austheilung von Schulpreisen, in Vorlegeblättern der Unfähigkeit und Sorglosigkeit der Regierungen und der Mangeloder Büchern bestehend, der Nachlaß eines Theiles der Strafzeit, daß haftigkeit unserer sozialen Einrichtungen zur Last legt, sucht der Verwaren die in badischen Strafanstalten üblichen und im Ganzen vor faffer zu zeigen, daß als die eigentliche Quelle der vielen Verbrechen trefflich wirkenden Belohnungen für die Gefangenen.

und der sozialen Uebel überhaupt der Mangel an positiver Religion , Materielle Vergünstigungen aber kann man dem Zellenbewohner anzusehen sei, und er schließt seine allgemeinen Bemerkungen in Bes mit weit mehr Gewißheit über die Würdigkeit des Empfängers und zug auf die Besserung der Verbrecher mit den folgenden Worten, denen ohne alle Gefahr für die Hausordnung zukommen lassen, als dem man von Herzen wird beistimmen können, auch wenn man das, was Opfer irgend einer anderen Haftart; – es liegt in diesem Umstande gewöhnlich als , positive Religion" oder als „positives Christenthum" offenbar auch ein Vortheil der einsamen Haft vor der gemeinsamen.“ bezeichnet wird, für nichts weniger als heilbringend halten kann:

Der Behauptung der Gegner des Isolirsystems, daß die Zellen ,, Lebendiges Christenthum pflanzen, hegen und pflegen, heißt dem bewohner von Seiten der Werkmeister und Aufseher leicht gequält Volte den Kern aller wahren Bildung und Weisheit einimpfen, ihm und mißhandelt werden können, ohne irgendwo Hülfe zu erhalten, Kraft zum Entbehren und Dulden der unvermeidlichen Uebel dieser wird durch den Hinweis auf die kollegialische Verwaltung, die ein Welt, Selbstbeherrschung und Charakter verschaffen helfen; es heißt heilsames Widerspiel der Interessen (des Direktorø, des Verwalters, aber auch weiter, zur Lösung der sozialen Fragen und namentlich zur des Hausarztes, des Geistlichen) zur Folge habe, begegnet.

Verhinderung von Verbrechen, sowie zur Befferung der Verbrecher, das Die von vielen Seiten her angegriffenen Gesichtsmasken (Kappen Höchfte beitragen, was Mensdenkraft vermag." von Tuch mit Deffnungen für die Augen) und Nummertäfelchen der In dem Abschnitt über die Strafzwede und deren Verwirklichung Zellenbewohner nimmt Herr Hägele entschieden in Shuß: ,,Wer das zeigt er zunächst, wie durch die Einsamkeit, sowie dadurch, daß die Zsolirsystem, d. h. die Trennung der Gefangenen unter fich, ernftlich leiden der gemeinsamen Haft durch die einsame geschärft werden, der will, muß aud die Kappen und Nummertäfelchen in Kauf nehmen; Zellenbewohner ein härteres Loos erdulde, als ein Gefangener anderer ihre Absdaffung muß die Durchführung des Prinzips wesentlich illu- Art, aber auch leichter zur Besinnung über sich selbst gebracht werde. forisch machen; sie gehören wesentlich zum System der Einzelhaft." ,,Der Zellenbewohner', sagt er, baust einsam mit seinen Erinne Die von Schlatter gegen diese beiden Einrichtungen vorgebrachten rungen; die Wände seiner Zelle find nur für Uneingeweihte ftumm; Gründe werden auf eine sehr überzeugende Weise widerlegt. Die dieselben können reden; fie reden eine aufregende, niedersdmetternde Vorzüge der verständig durchgeführten Einzelhaft, welche, wie der Sprache und reden dieselbe fdonungslos und unermüdlid Tag für Verfaffer sagt, durch keine Sophifterei, Mücenseiberei und Humanitäts- Tag und Nacht für Nacht, bis ihr Opfer aus liebgewordenem Stumpffowindelei wegdemonstrirt werden können, werden in die folgenden finn und Seelenschlaf erwacht und Laute giebt, mitunter laute, wie Säße zusammengefaßt:

eine gepeinigte Bestie, besonders in den ersten Monden der Einsam1) Wird der Sträfling in der Zelle nicht besser, so wird er - keit, aber Laute, die zum Guten führen können. Warum bist du hier? und damit ist schon sehr viel erreicht! – doch auch nicht schlechter. fragen die Zellenwände. Für wie viele Nächte, Stunden, Minuten?

2) Verschwörungen gegen Mitgefangene, Aufseher und Werk Warum so lange, gar so lange? -- Wie bist du hierher gekommen? meister, Shreiber und Vorstände, Verabredung von Fluchtversuchen, Hättest du dir je solche Möglichkeit eingebildet, ale du noch ein Kind von bestimmten nach der Befreiung auszuführenden Verbrechen, Ver. warst? Oder am Tage der ersten heiligen Kommunion? Ober als dächtigungen und Berunglimpfungen der Beamten, welche dem rede du den Lehrbrief erhieltft? Oder vor dem Traualtar? Wie wäre es, lichsten Wirken dieser Männer Dornen und Steine in den Weg legen, wenn du so manchem wohlgemeinten, guten Rath Folge geleistet und find in der Einzelhaft unmöglich.

krumme Wege abseits gelassen hätteft?" 3) Während der Haft kann der Zellenbewohner in weit höherem Den Begriff der Besserung giebt der Verfasser in folgenden Wors Grade individuell behandelt werden, als dies in gemeinsamer Haft ten: „Wahre Bessernng nenne ich die auf Grundlage des positiven rathsam und möglich ist, nach der Entlassung ist er im ungünstigsten Chriftenthums rubende thatkräftige Umkehr eines unsittlichen und Falle weit weniger als jeder Andere in Gefahr, durch ehemalige Mit- rechtswidrigen Willens zu Gott, näher die mit der Gnade Gottes gefangene in Verlegenheiten und Mißhelligkeiten oder auch zu neuen durch Gemüthserschütterung angebahnte, durch religiöse und intellefVerbrechen zu kommen.

tuelle Bildung bewußt und klar werdende, durch Ertragung von Im zweiten Abschnitt des Buches behandelt der Verfaffer die Widerwärtigkeiten und Leiden erftartende und im ganzen Leben und auf die Besserung der Verbrecher sich beziehenden Fragen. Unter den Streben sich bethätigende sittliche Erneuerung des Menschen.“ diesen Abschnitt einleitenden Bemerkungen verdient die folgen

Die Besserungsmittel, welche der Verfasser in Rüdsicht auf die vorgehoben zu werden:

Frage, ob gemeinsame oder einsame Haft zwedmäßiger sei, ausführ„So wichtig und tiefgreifend aber auch die Frage der Gefängniß- lich bespricht, sind: Arbeit, Gewöhnung an Disziplin, Shulunterricht, Reform für den Staatsgeldbeutel, die Sicherung der Gesellschaft, für Lektüre, Religionsunterricht, Gebet und Kirchenbefuc, Empfang ber die Volfemoralität und für das jenseitige Leben sein mag, so ist dies heiligen Sakramente, Widerwärtigkeiten und Leiden, Besuche, gutes selbe doch nur eine soziale Frage zweiten Ranges. Weit tiefgreifen- Beispiel. Der noch und wichtiger nämlich wird wohl die Frage fein: durch welche Was in Bezug auf die Arbeit dargelegt wird, ift im Wesentlichen Mittel fann der Begehung von Berbrechen wohl recht wirtsam vor dies: die Arbeit ist nur dann ein Besserungsmittel und eine Tugend, gebeugt werden? — Verbrecher beffern wollen und zu diesem Behufe wenn der Arbeitende fich bestrebt, mit der rechten Gesinnung gegen pie Gefängniffe so zwedmäßig wie möglich einrichten, ist ein schönes Gott, den Nächsten und fich felbft zu arbeiten, was aber mindeftens und löbliches Unternehmen; doch noch weit schöner und löblider ift es, foon einen ernften Anfang der Gesinnungsänderung vorausseßt, und

die Arbeit ist eher in der einsamen als in der gemeinsamen Haft ein zwar: 1) jene nicht seltene Art von Oberleitung und Kontrole der Besserungsmittel, weil jene bei richtiger Durchführung höchft wahr. Bewohner und Angestellteu eines Zellengefängniffes, welche prinzipiell fdeinlich, diese dagegen, allen Experimenten, Abschređungs- und Hus unklar und schon deshalb in ihren Anordnungen schwankend, widermanitätskuren zum Troß, höchst wahrscheinlich nicht bessert.

spruchsvoll und unpraktijd ift; 2) Aufgeben des Systems, indem man Die Disziplin betreffend, wird gezeigt, daß in der einsamen Haft die konsequente Trennung der Gefangenen unter sich aufhebt, oder indie Handhabung derselben im schlimmsten Falle minder störend und dem man die Anwendung der eigentlichen Besserungsmittel beschränkt, verberblich wirke, als in der gemeinsamen, daß in jener die Disziplin erschwert, unmöglich macht; 3) buro ein untaugliches Dienstpersonal. eber bessernd wirken kann, als in dieser, und daß nur dann, wenn C. Hungerloft unb Dunkelarreft als geseßliche Strafverschärfungen. der Geift des Christenthums die Beamten der Strafanstalt beherrsche, In Betreff des letten Punktes wird nachgewiesen, wie die Hunger die Disziplin Gutes wirfen müsse.

und Finsternißfuren, die man nur im Interesse der Abschredung an. In dem Abschnitt über die intellektuelle Bildung der Gefangenen ordnen könne, der Gesundheit, der Disziplin, dem Gewerbebetriebe, durch Lektüre und Schrift werden die Einwände, die man gegen die dem Schul- und Religionsunterrichte und auch der wohlthätigen EinSträflingsschulen vorgebracht hat, gründlich widerlegt und dann auf wirkung der Zellenbesuche nur schaden fönnen. den Nußen dieser Schulen hingewiesen, insofern Bildung nicht blos In Bezug auf die aus den Gefängnissen Entlassenen erklärt der Lafter, Leidenschaften und Affefte beherrschen lehre, sondern auch die Verfasser es für praktisch, Drtsarme und Arbeitsscheue zur freiwilligen wahre Besserung der Verbrecher fördere. Für Zellengefangene scheinen Auswanderung zu bewegen, Verbrecher zur Auswanderung zu bea die Schulen dem Verfasser nothwendig, weil Unterricht und Lektüre gnadigen. Vereine zu Gunsten entlassener Sträflinge bezeichnet der neben Arbeit und Besuchen das Meiste dazu beitragen, die Zellen- Verfasser als Vereine wider Menschenquälerei, welche weit mehr Noth gefangenen vor geistiger Verbumpfung, Erstarrung und Verirrung zu thun, als Vereine wider Thierquälerei. Dergleichen Vereine, sagt er, bewahren.

müssen die chriftliche Charitas zur Mutter haben; - ihre Gründung Die Besprechung der fittlich-religiösen Erwedung und Bildung und Leitung sollte der Kirche vorbehalten sein. Die Geistlichen sowie der Verbrecher führt den Verfasser zu den Ergebnissen, daß Zellenhaft die Frauen sind die zunächst berufenen Diener der christlichen Charitas; vor Allem anzuwenden sei bei jungen und bei solchen Verbrechern, die Gemeindebehörden und ehrenhaften Bürger haben das nächste die zum ersten Male verurtheilt sind, und daß das erste Verbrechen, Interesse, der Verkommenheit und dem Berbrechen innerhalb ihrer so namentlich der erste Diebftahl, mit möglichst langen Freiheitsstrafen Gemeinde zuvorzukommen und zu steuern. Es follte gar keine auf zu belegen sei, damit dasselbe defto weniger zum ersten Gliede einer entlassene Sträflinge beschränkte Vereine geben, sondern nur allgemeine langen Kette von Verbrechen werde.

Rettungsvereine. Die Vortheile ber einsamen Haft hinsichtlich des Religionsunters 3m legten Abschnitt handelt der Verfasser von den sogenannten richts finden wir in der folgenden Stelle zusammengefaßt:

politischen Verbrechern; er spricht fich über die Verwerflichkeit ent,, Das religiöse Bedürfniß macht sich beim Zellenbewohner weit ehrender Strafen für Verbrecher rein politischer Natur, über die ficherer und stärker geltend, als irgendwo; er muß nachdenken und in Besserung der sogenannten politischen Verbrecher und über die vers fich bliden; er bedarf des Troftes von Oben, indem er weitaus die kehrte Behandlung derselben nach ihrer Entlassung in einer Weise meifte Zeit des Tages und die ganze Nacht dazu einsam lebt und in aus, die jeder Unbefangene als vollkommen gerecht und begründet wird sich keinen oder doch sehr ungenügenden Trost findet. Mit Luft geht anerkennen müssen. er in den Religionsunterricht schon deshalb, weil der Gang in die Er zeigt, daß durch Anwendung entehrender Strafen auf sogenannte Kirche Abwechselung in sein eintöniges Dasein bringt; von Zerstreuungen politische Verbrecher das Rechtsgefühl beleidigt, daß dadurch die Wirkunbebelligt, empfängt er den Unterricht; das Gehörte flingt unwidfür- samkeit der Entehrung überhaupt geschwächt und die Gefängniß - Diss. lich in seiner Seele nach, und Manches bleibt in seinem Gedächtniß ziplin demoralisirt werde, und daß es auch politisd unflug sei, solche, hängen, mag es ihm munden oder nicht munden; eg spornt ihn zum deren Vergeben rein politischer Natur sind, wie gemeine Verbrecher weiteren Denken, zum Besprechen mit den Besuchern, zum Nachlesen mit entehrenden Strafen zu belegen. ,,Eine Regierung, welche ihre an. - Und siebe, der Religionslehrer tritt selber in die Zelle, tröstet, sonst ehrenhaften Gegner jedem Spißbuben, Brandstifter oder Mörder eraminirt, belehrt, und versteht er eg, den Gefangenen individuell zu gleichstellt, erhebt sich dadurch selbst keinesweges; sie leistet Berzicht behandeln, dann müßte dieser alle Besserungsfähigkeit eingebüßt haben, auf versöhnliche Gesinnung und Besserung der Getroffenen, hilft die um unempfindlich und verstodt zu bleiben."

ohnehin verwirrten Begriffe des Volfes über Recht und Unrecht, Ver. Die Widerwärtigkeiten, Entbehrungen und leiden der Gefangen- brechen und Strafe noch mehr verwirren, erhöht die Theilnahme für schaft zu vermehren und zu verstärken, um die Gefangenen dadurch die Opfer der Revolution, kurz: erschüttert das Vertrauen auf die desto eher zu bessern, erklärt der Verfasser für ebenso kurzsichtig und Gerechtigkeit, Klugheit und Kraft der Regierungen." unpraktisch, als unchriftlich. Er sagt hier unter Anderem:

In Bezug auf die Gesinnungsänderung sogenannter politischer , Philanthropische Faselei, unpraktisches Geschwäß! denkt vielleicht Berbrecher sagt der Verfasser sehr richtig: ein oder der andere leser. Allein ich frage ihn: woher kommt es ,,Solche Gesinnungsänderung steht keinesweges in einem nothdenn, daß ehemalige Sträflinge in allen Revolutionen so wild energi-wendigen Zusammenhange mit der moralisden Erneuerung und Beffen sche und furchtbare Rollen spielen? – Wer waren denn die Septem- rung eines Menschen; sie fann ganz gut in den Beweggründen gemeiner briseurs des Zustizministers Danton ? die Getreueften des Klee Selbstsucht und hungeriger Charakterlosigkeit wurzeln. Und weil blattes Marat, Saint Juft und Robespierre? - Antwort: es waren Leßteres gar leicht der Fall sein kann und gar oft schon wirklich der sehr viele ehemalige Sträflinge darunter, welche ihr, Herren von der Fall gewesen ist, deshalb fteht die politische Gesinnungsänderung eher Absdređung, Jahre lang gequält, unter das Vieh erniedrigt und da- in Mißkredit, als in Kredit." durch wirklich entmenscht, zu Leuten gemacht habt, denen jede Revolu Die Hinderniffe, welche der Besserung politischer Verbrecher enttion willkommen ist, welche ihnen Gelegenheit bietet, dem eingewurzel- gegengethürmt werden, veranschaulicht uns der Verfasser, indem er ten Haß gegen Gott und Menschen die Zügel schießen zu lassen. uns den Preßprozeß, in welchem er als Verfasser des Kalenders für

Die Leiden des Lebens sind Besserungsmittel nur dann, wenn Zeit und Ewigkeit (für das Jahr 1857) wegen „Gefährdung der der religiöse Glaube bereits vorhanden ist oder doch nur angefacht zu öffentlichen Ruhe und Ordnung durch die Presse" angeklagt und in werden braucht; im anderen Falle schlagen sie sogar leicht zu Ver- erster Instanz auch verurtheilt wurde, durch Mittheilung seiner Refurs. schlechterungsmitteln aus. Der Sträfling in einsamer Haft aber Ausführung in allen seinen Einzelheiten vor Augen führt. wird eber in die Arme des Glaubens geführt, nicht sowohl, weil er Die vorstehenden Mittheilungen werden unseren Lesern die Uebermehr leidet, als der in gemeinsamer, sondern weil er besser fühlen zeugung gegeben haben, daß die vorliegende Schrift ein Beitrag zur und denken lernt und mehr äußeren und inneren Anstoß zur Besserung Literatur des Gefängnißwesens ift, welchem man die weiteste Verbat, als ein anderer."

breitung und besonders bei denen, die berufen sind, praktisch für Die Kennzeichen der Besserung besprechend, die der Verfasser vore die zweđmäßigste Einrichtung des Gefängnißwesens zu sorgen, die zugsweise in der Art und Weise findet, wie der Gefangene feine Leiden gewissenhafteste Berüdsichtigung von Herzen wünschen muß. und Widerwärtigkeiten erträgt, legt er dar, wie Heuchlerrollen für

ør. die Dauer und mit dauerndem Erfolge durchzuführen dem Zellengefangenen nicht möglich ist.

Nord: Amerika. Aeußere zu beseitigende Hindernisse der Besserung bei Zellen- Aderbau, Industrie, Sandel, Wifsenschaft und Bildung in den bewohnern find nach Ansicht des Verfassers:

A. Unzweckmäßige und verfehrte Anwendung des Systems, und freien Staaten, verglichen mit diesen Zuständen in den Sklaven: zwar: 1) auf ältere Verbrecher; 2) zu späte Anwendung auch bei

staaten Amerika's. jüngeren Berbrechern, insofern diese erft in die Zellen kommen, nach Der Senator Wilson von Massachusetts hat zur Beantwortung dem fie in Untersuchungsgefängniffen mit gemeinsamer Haft die Vor- einer im Senate von Washington gehaltenen Rede des Senators foule des Verbrechend durchgemacht; 3) zu kurze Strafzeiten. Hammond von Süd - Carolina, worin dieser die Nothwendigkeit und

B. Ungwedmäßige und verkehrte Durchführung des Systems, und den Nußen des Negersflaventhums hatte beweisen wollen, einen Ver

A

gleich der Zustände in den freien und den Stravenstaaten zusammens steht, fo finden wir biefelbe Ueberlegenheit des Nordeng. in bert gestellt. Er ging dabei von den amtlichen, statistischen Angaben des Sklavenftaaten bestehen Gefeße, welche mehr als vier Millionen ihrer allgemeinen Census von 1850 aus, eines Census, wie er bekanntlich Bewohner jede Art des Unterrichtes vorenthalten, während die Ges nur alle zehn Jahre in den Vereinigten Staaten aufgenommen wirb. reße der nördlichen Staaten die Erziehung und den Unterricht aller

Im Jahre 1850, fagte Herr Wilson, gab es in den freien Staaten Volksklassen soviel als möglich befördern. Im Jahre 1850 gab es 877,000 Bauerngüter, die einen Flächeninhalt von 108 Millionen in den freien Staaten 62,000 Schulen mit 72,000 Lehrern und Acres Land hatten und auf 2143 Millionen Dollars, oder 20 Dollars 2,800,000 Zöglingen. Die Sklavenstaaten befaßen zu derselben Zeit per Acre, geschäßt wurden. Die jährlichen Produkte, welche diese fulti. nur 18,000 Schulen mit 19,000 Lehrern und 580,000 Zöglingen. virten länderein abwarfen, hatten einen Werth von 860 Mid. Doll

. Massachusetts bezahlt für den Unterricht von 200,000 Schülern jedes Nach demselben Census hatten die Sklavenstaaten 564,000 Landgüter Jahr 1,300,000 Doll., während Süd-Carolina nur 17,000 Süler it von 180 Millionen Acres Flächeninhalt, im Werthe son 1117 Mil. feinen öffentlichen Schulen zählt und dafür 75,000 Doll. pro Jahr Dollars, oder 6 Doll. per Acre, die ein jährliches Erträgniß von bezahlt. New-York hat mehr Schüler in seinen Unterrichtsanftalten 680 Millionen Dollars lieferten. Die Größe der einzelnen Lande

Die Größe der einzelnen Lands als alle Sklavenstaaten zusammengenommen in den ihrigen. Ohio güter in den freien Staaten beträgt im Durchschnitte 120, in den ließ über eine halbe Million Zöglinge in seinen Freischulen unterSklavenstaaten über 320 Acred. Die 34,000 Bauerngüter des falten, richten, Kentudy nur 76,000. Dhio bezahlte für sein Unterrichtswesen unfruchtbaren Massachusetts haben durchschnittlich nur 99 Acres im drittehalb Millionen, Kentucy nur 46,000 Dou. pro Jahr. Flächenraum, werden aber auf 32 Dott. 50 Cents geschäßt, während Die freien Staaten hatten im Jahre 1855 mehr als 15,000 Bidie 30,000 Pflanzungen Süd- Carolina’s von 540 Acres durchschnitt- bliotheken mit 4 Millionen Bänden; die Sklavenstaaten nur 760 mit lidhem Flächeninhalt nur 15 Dott. per Acre werth find. Die Bauern- 650,000 Bänden. Massachusetts allein befißt 18,000 Bibliotheken mit güter der freien Staaten werden von dritthalb Millionen Menschen 750,000 Bänden, mehr als alle Sklavenstaaten zusammengenommen. kultivirt und werfen 8 Doll. per Acre, oder mehr als 300 Doll. auf Der kleine Staat Rhode. Jsland, ein Fleck von 1300 (engl.) Quadrato jeden Kopf, ab, während auf den Pflanzungen der südlichen Staaten meilen, hat mehr Bände in seinen Bibliotheken als die fünf großen mehr als brei und eine Viertel Millionen Personen arbeiten, beren Sklavenstaaten Georgia, Florida, Alabama, Miffiffippi und Louis Arbeit nur 4 Doll. pro Acre oder weniger als 200 Doll. pro Kopffiana zusammengenommen. abwirft.

3m 3ahre 1850 befaßen die freien Staaten 1800 Zeitungen mit Wenden wir uns von der Agrikultur zur Industrie, so zeigt sich einer Circulation von 335 Millionen Eremplaren, die Sklavenstaaten die Ueberlegenheit der freien Staaten in einem noch viel glänzende- nur 700 Zeitungen mit einer Circulation von 81 Millionen. Mafiaren Lichte. Im Jahre 1850 hatte der Norden 94,000 Fabriken mit cufetto bezieht jährlich 2 Millionen Eremplare wissenschaftlicher Zeits einem Kapital von 430 Millionen Dollars, in denen für 465 Mil. driften, der ganze Süden hingegen nur 272,000. Dollars Rohmaterial verbraucht, 780,000 Personen beschäftigt, 196 Min. Nachdem der Redner gezeigt hat, daß fast 90 Prozent atler Buch Dollars für Arbeit bezahlt und Produkte im Wertbe von 842 Mill

. händler, Schriftsteller, Dichter und Künstler dem Norden angehören, Dollars geliefert wurden. Der Süden hatte nur 27,000 Etablisses fdließt er seinen Vergleich mit folgenden Worten: „Man ersieht aus ments dieser Art mit einem Kapital von 95 Millionen Dollars, ver dem Gesagten, daß die freien Staaten im Aderbau, im Handel, brauchte nur für 86 Millionen Dollars Rohmaterial, beschäftigte darin in der Schifffahrt, in Manufakturen, Schulen, Wissenschaften, Künsten, 161,000 Personen, bezahlte 33 Mill. Dollars für Arbeit und produ- Wohlthätigkeitsanstalten, kurz in Allem, wodurch sich die Nation eine zirte einen Gesammtwerth von 165 Mil. Dollars. Massachusetts ehrenvolle Stellung unter den Völfern der Erde verschafft hat, den hatte 8300 Etablissements mit einem Kapital von 83 Mil. Dollars, unzweifelhaften Vorrang erworben haben. In allen diesen Angelegenbeschäftigte 165,000 Arbeiter, bezahlte ihnen 40 Millionen Dollars beiten spielt der Süden nur die Rolle einer abhängigen Provinz des und produzirte einen Werth von 151 Millionen Dollars. Süd-Card- Nordens. Indien und Australien sind nicht in höherem Grabe von lina hingegen hatte nur 1400 Etablissements mit einem Kapital von England abhängig, als die Sklavenstaaten von den freien, und in 7 Millionen Dollars, verbrauchte nur 5 Millionen an Rohmaterial kommerzieller Beziehung sind alle 15 Sklavenstaaten nichts weiter als (gegen 86 Millionen in Massachusetts), beschäftigte darin 12,000 Per- tributäre Vorstädte von New - Yorf.“ sonen, bezahlte ihnen 2,300,000 Doll. und produzirte 9,700,000 Dott. In den Baumwollenspinnereien von Mafsachusetts werben ben

Mannigfaltiges. weiblichen Arbeitern höhere Löhne bezahlt als den männlichen Ara beitern in den Eisenwerken von Süd-Carolina. Die Produktivität

H. Heine's Gedichte in Rußland. Eine vor kurzem ers der Industrie von Mafsachusetts ist seit 1850 mit jedem Jahre stetig schienene russische Ueberfeßung Heinescher Gedichte“) veranlaßt die gestiegen und beträgt jest burdidhnittlich 280 Doll. pro Kopf, während Petersburger Wjédomosti zu folgenden Betrachtungen: „Heine ist ein die von Süd-Carolina nach De Bow nur 62 Doll. pro Kopf abwirft. unerschöpfliches Material für unsere Ueberseßer. Wie lange haben

Der Werth des in- und ausländischen Handels der nördlichen sie sich schon mit der Verpflanzung seiner Produkte auf russischen BoStaaten beträgt ungefähr 1400 Millionen Dollars; der südlichen den beschäftigt, und noch immer fahren sie fort, ein Blümchen nach Staaten nur 400 Millionen. Die Einfuhr und Ausfuhr des Nordens dem anderen aus dem üppigen Strauße zu pflüden, den der bes beläuft sich auf 400, die des Südens nur auf 132 Millionen Dollars. rühmte deutsche Dichter der Nachwelt hinterlassen. Es giebt fast feia Die Stadt New-York allein importirt und exportirt mehr als doppelt nen russischen Poeten der Jeßtzeit, der seine Kräfte nicht an Heine soviel als alle südlichen Staaten zusammengenommen, Massachusetts probirt hätte. Die besten Erzeugnisse feiner Mufe, soweit fie der ruffiden fünffachen Werth des Erports und Imports von Süd-Carolina. (den Presse zugänglich (d. h. nicht von der Censur verpönt wurden

Der Norden besaß im Jahre 1855 eine Handelsflotte von oder noc werden), find alle schon mehrfach von verschiedenen Perso4,250,000 Tonnen Gehalt, im Werthe von 212 Mill. Dollars, der nen übertragen worden; trosdem giebt es wenige Journalhefte, die Süden von 855,000 Lonnen Gehalt im Werthe von 42 Millionen eine poetische Rubrik enthalten, wo man nicht auf ein Heinesches Ger Dollars. Im Norden wurden in demselben Jahre neue Fahrzeuge dicht trifft. Am leidenschaftlichsten für Heine eingenommen sind die von 528,000 Tonnen Gehalt gebaut, im Süden 52,000 Tonnen. jungen, angebenden Talente; kaum einer von ihnen ist in den legten Mafsachusetts besaß 970,000 Tonnen, im Wertbe von 48 Millionen Jahren ohne Ueberfeßungen aus Heine auf die literarische Arena geDollars, Süd-Carolina nur 36,000 Tonnen, im Werthe von 3 Mill. treten. Wie früher Goethe und Schiller für die ruffischen Poeten

Der Norden besaß nach dem legten Census 18,000 (engl.) Meilen ein wahres Kalifornien waren, wie das frühere ruffisde Publifum Eisenbahn, die 560 Mia. Dolars tofteten, der Süden 7000 Meilen, von den Erzeugnissen der deutschen Literatur nur Goethe und Schiller die 125 Mill. Dollars fofteten. Massachusetts, das feinen Reis, fannte, lo fennt das jeßige von den deutschen Dichtern nur Heine." keinen Tabac und keine Baumwolle baut, hat 55 Millionen Dollars Die Wjédomosti sind mit diesem Heine-Kultus nicht ganz einverstanauf seine eigenen und ein noch größeres Rapital auf Eisenbahnen in den und sprechen die Ueberzeugung aus, daß man dem Dichter schließ. anderen Staaten verwendet. Es hat ein Bantfapital von 60 Mill. lich zwar eine ehrenvolle, aber nicht die erste Stelle auf dem deutschen Dollars, und seine armen ,,weißen Sklaven" haben in den Sparbanken Parnaß anweisen werbe. 35 Millionen Dollars deponirt. Das reiche Süd-Carolina mit seinen Reis- und Baumwollenpflanzungen, die Residenz des Königs ,, Cotton“, *) Стихотворения изъ Гейне. Переводъ и. Семенова. Спб. hat nur 12 Millionen Banklapital. Ueber die Summe der Erspar 1858.' (Mit Heine's Portrait und Lebensbeschreibung.) niffe seiner , gutbezahlten, ehrgeiziosen Arbeiter“ ift Herr Senator Hammond leider jeden Nachweis iduldig geblieben.

Wenn wir fragen, wie es mit der geistigen Kultur und den Hauptmitteln zu ihrer Beförderung in den beiden Sectionen der Union

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