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Er sagt:

wo man die brasilianische Menschenjagd in Deutschland möglicht er.

eigentlichstem Sinne, macht, genügt das bescheidene licht, welches giebig zu machen subt, brei oder vier protestantische Prediger an Heußer, Deben und einige , Rolonisten", denen es gelingt, ihre Bes Punkten, welche von europäischen Reisenden öfterer besucht werden, richte, troß aller strengen Ueberwachung, nach Europa gelangen zu mit färglicher Besoldung angestellt hat, ist von höchft geringer Bes laffen, aufsteden. deutung für die Frage der Religionsfreiheit in Brasilien. Daß Entschuldigen Sie, verehrter Herr, daß id in allen diesen, ficher die Fortbezahlung felbft dieser wenigen und kleinen Besoldungen mehr wichtigen Fragen teinen einzigen berühmten Lehrer des Staatsrechts, gesichert ist, als 1830 der durch Patente und die oben angeführten wie Herr Dr. França, sondern nur so unberühmte Namen als den Artifel der Constitution den Offizieren zugesicherte Sold gesichert Physiker Dr. Heußer, den ehemaligen Koloniften Deveß, ben brafie schien, möchte ich doch bezweifeln. Indeffen ist es doch nicht unwichtig, lianischen Capitain Hörmeyer und ähnliche citire; ich glaube wirklich zu bemerken, daß in der Provinz Rio grande, wo die größte Zahl im Ernst, damit nicht der Würde und dem Ernft des Gegenstandes protestantischer Kolonisten schon seit lange angesiedelt ist, dem Ver- Eintrag zu thun. nehmen nach die protestantischen Prediger keine Besoldung vom Herr Dr. França sucht auch in Abrede zu ftellen, daß die ErStaate empfangen. Uebrigens vergesse man auch nicht, daß die Pro- werbung des brasilianischen Bürgerrechts durch allerhand Mittelchen teftanten, auch wenn sie nicht Staatsbürger sind, zu den Staats- Ein- sehr erschwert wird. Ich könnte, um ihn zu widerlegen, einfach auf nahmen, aus denen die katholische Geistlichkeit befoldet wird, ebenso die Verhandlungen in der vorjährigen brasilianischen Kammer, bei gut als die katholischen Brasilianer beisteuern. — In einigen größeren Gelegenheit der Erwägung zahlreicher Petitionen um Gewährung des Städten ist man allerdings tolerant, hauptsächlich mit aus dem Grunde, Bürgerrechts, verweisen; der deutsche Leser würde aber wenig dabei weil der katholische Klerus wegen seiner Unwiffenheit und Sittenlofigo gewinnen, wenn ich nicht zugleich die Debatten überseßte und erläuterte, keit nicht geachtet und der Indifferentismus Mode ist, die deutschen wozu hier der Raum gebricht. Und so gestatten Sie mir, nur aus protestantischen „ Koloniften" im Lande, fern von den großen Städten, einen Büchelchen, das ebenso gut der „, literatur des Auslandes" als befinden fich aber in ganz anderen Händen und unter ganz anderem die Broschüre des Herrn Dr. França angehört, die beiden folgenden Druď (fiebe die Berichte von Dr. Heußer und Deves). Sie müssen Stellen überseßt mitzutheilen. Die Schrift führt den Titel: „0 goihre Kinder fatholisch, vor fatholischen Zeugen, taufen laffen; man will verno e a colonisação", Rio de Janeiro 1857, und hat den Grafen fie (siehe Kerst: „Die Rolonieen in Rio grande“) zwingen, ihre Kinder 6. Rozwadowski zum Verfasser. Der Autor hat in mancherlei dienfte in den katholischen Nationalschulen erziehen zu lassen; rein proteftan- lichen Verhältnissen einen sehr großen Theil Brasiliens tennen getische Brautleute auf den Plantagen müssen vor der Trauung das lernt, denn er war im Süden von Jaguarão (Provinz Rio grande Versprechen leisten, ihre Kinder katholisch erziehen zu lassen, man do Sal) und wiederholt am Amazonenstrom, den er im Dienft der verweigert gestorbenen Proteftanten ein anständiges Begräbniß u. f. w. kaiserlichen Regierung bis Nauta in Perú beschifft hat, beschäftigt. Daß der Bischof von Rio Janeiro Diffidenten-Ehen für ein bloßes Er hat seine Ausbildung auf der Wiener Militair-Akademie erKonkubinat erklärt hat und diesem Urtheil zufolge eine geseßlich halten und hatte in der k. k. Armee ben Grad eines Ingenieur-Hauptnicht geschiedene protestantische Frau fofort, als sie zum Ratholizismusmanns erlangt. Er ift nun brasilianischer Bürger und kann also übertrat, mit ihrem katholischen Galan trauen ließ, ist fein einzeln aus eigener Erfahrung sagen, was dazu gehört, diese Koftbarkeit zu daftebendes Faktum, welches die brasilianische Toleranz und proteftanti erlangen, und was fie, bei licht besehen, für die Gegenwart werth ift. des Eherecht in Brasilien beleuchtet.

Die Schwierigkeit, ein tadelloses Eherecht neben dem tanonis , Mögen diejenigen (in Brasilien), welche Neger bedürftig find, idhen in Brasilien zu schaffen, gebe ich zu; baß aber ein weniger un- doch aufhören, fich zu verwundern, daß Chinesen, Portugiesen, Deutsche, vollkommenes Geseß nach den bekannten Muftern leichter herzustellen iftStaliäner, Franzosen, Schweizer oder Slaven durch die Leiftung von als Herr Dr. França glauben machen will, kann nicht bezweifelt Porschuß der Reisegelder und einiger unbedeutender Geldsummen werden. Indeß hat der Senator Don Manoel (ich glaube im v. 3.) nicht zu bewegen find, fich für völlig unbestimmte Zeiten als Hands ehrlich den Gedanken ausgesprochen, der das wesentlichfte Hindernis arbeiter oder Leibeigene (servos) ,,glebae adscripti”” zu verpflichift: die Intoleranz der Staatskirche. Man vertröstet die protestantis ten, ohne Hoffnung, je eine unabhängige Eriftenz und Familien-Verfchen ,, Kolonisten“, die man bereits nach Brafilien verloďt hat, und bindungen, ohne die Möglichkeit, ihre Kinder, welche sie schon mit fich solche, die man jeßt en masse zu verlođen sucht, auf den Zeitpunkt, wo der brachten, oder die hier geboren wurden, erziehen, ohne irgend welchen Papft Brasilien erlauben wirb, praktisd tolerant zu sein, und bis man geistlichen Beiftand ihres Kultus erlangen zu können, ja fogar ohne alle Materialien für die Berathung eines muftergültigen Eherechts der bürgerliche Rechte find, welche sich felbft für Naturalisirte auf Diffidenten gesammelt haben wird. Darüber dürfte denn wohl noch die Prärogative beschränken, votiren zu dürfen, ohne felbft gewählt manche Generation binsterben. 3o denke, daß es weise gehandelt ift, werden zu können, und fie faum (die Naturalisirten) vor Deportation protestantischen Auswanderern eher abzurathen, als sie zu verloden, nach schüßen, welche der Neid oder irgend welches Uebelwollen (malquerença) Brasilien zu geben, bis der Zeitpunkt eingetreten sein wird, wo die gegen den in Fremden" zu jeder Stunde erregen kann, sobald dieReligionsfreiheit in diesem Lande unzweifelhaft conftitutionelles Recht fer durch sein Verdienft, die Unabhängigkeit seiner Meinungen, oder und jede gesebliche Bürgschaft in dieser Beziehung gegeben sein wird selbft wegen des Gedeihens feines Handels und des Wachsthums ferund bis die Religionsfreiheit in Brasilien durch internationale Ver ner Glüđegüter einigen Ehrgeizigen , de aldea"”' (vom Dorfe) unträge, nach dem von England ftets beobachteten Verfahren bei Ab- bequem wird, wie vor kurzem erft in einer der nördlichen Provinzen fóließung solcher Verträge mit fatholischen Staaten, den Deutschen geschehen; ich sage, felbft also berstümmelte bürgerliche Rechte garantirt fein wird. Die Bemerkung des Dr. França, daß die Abe können nicht erlangt werden, als nur durch eine Reihe uns fhließung solcher internationalen Verträge, in denen die Freiheiten bestimmter und komplizirter Formalitäten und mit einem und Rechte der Deutschen ftipulirt werden, fich wohl für die Argen- außer Verhältniß ftehenden Koftenaufwande (circa 100 Milreis)." tinische Conföderation (wo die vollkommenste ,, Religionsfreiheit" con Und weiter fährt er fort: „ Mögen auch diejenigen ernüchtern, die ftitutionelles Recht, die römisch-katholische Religion aufgehört hat, durch irgend welche phantaftische Jllusionen fich der Berführung aus,,Staatsreligion" zu sein) und für Marokko, aber nicht für Brasilien gefeßt feben, ihre Heimat aufzugeben, zu dem Zwede, die dabinschide, will ich nicht näher erörtern; aber ich nehme keinen Anftand, fchwindende regertafte Brasiliens zu erfeßen; denn sie werden in zu bemerken, daß ich für den Glauben der protestantischen Chriften. traurigfter Weise fich über die Zukunft, welche ihnen die brasilianis und der Juden in Brafilien, unter der som brasilianischen StaatsIdhe öffentliche Gaftfreundschaft präparirt, getäuscht finden, recht anerkannten Herrschaft des kanonischen Rechts, mehr fürchte, als indem sie fich zu dem schweren Schritte der Auswanderung durch den unter der Herrschaft des Koran in der Türkei und felbft in Marokko. Wahn beftimmen lassen, im Territorium Brafiliens nicht die Stellung

Brasilien mag immerhin sehr schöne Gefeße haben, es hat eben von Parias — welche die Gefeße und die herrschenden Vorurtheile auch, wie Jeder weiß, der Brasilien kennen gelernt und das Unglück (proccupações) ihnen bereiten, welche die Regierung felbft gegehabt hat, dort Recht fuchen zu müfsen, ganz ausgezeichnete Rabuo gen die Fremden nährt und fanctionirt, - nicht ein Eril, liften. Aber zwischen den schönen Gefeßen und ihrer Ausführung Tondern ein Baterland, nicht unbillige Unterdrüder, sondern liegt eine ungeheure Wüste voll von Parteilichkeit, Käuflichkeit, Bes gütige Mitbürger und Brüder zu finden.“ ftedung, Schifanen, erkaufbarem Meineid, Frembenhaß und anderem Wenn Herr Dr. França auf die Knownothingø Nord-Amerika's bornigen Gestrüpp, das ebenso üppig wuchert, wie nur die Cayors verweift, so können wir ihm versichern, daß diefe Minorität der Union des tropischen Brasiliens wuchern können, durch welches auch dem sich in Deutschland keiner Sympathieen erfreut, aber zugleich ist es entsslofsenften und gebildetften Fremden zunt Necht durchzudringen, unsere Pflicht, hervorzuheben, was von allen vorurtheilsfreien Beoba unmöglich wird. Der deutsche Gelehrte mag fich immerhin mit der zieme achtern, die Brasilien kennen gelernt haben, mit Recht hervorgehoben lid steriler Aufgabe amüsiren, die Weisheit der Brasilianischen Geseßt wird, daß der grimmigste Fremdenhaß in Brasilien allgemein ist, daß geburg zu analysiren; für einfacha, praktisc: Menfüen, wie z. B. die das ganze brasilianische Volf, mit äußerst wenigen, zu zählenden Auss deutschen Unswarrerer, find diese Oeimesspiele ohne allen Werty. neypen, zu denen ich init Freuden den Herrn Dr. Ferreira França Für den , Soluniflen", ver im tropisden Brofiliea den Segerskladit zähle, in die Kategorie der Knownothings gehört. erfeßen soll, genügt fef aflein bie Senntniß des Diensisotengereges Wir wünsden aufrichtig, daß es Dr. França und seinen Gesinnungsvon 1837, weldes ihn zu einem echten Stlapen, in des Wortes genossen gelingen möge, eine aufrichtige und gründliche Bekehrung

Raub an den Künstlern und zum Betrug des Publikums; denn die Deutsdland.

(wozu viele Jahre angesprengtester Arbeit nöthig sein würden), die Nachbrucer würden stets auf dem Anstand lauern, um sich irgend sich durch unzweifelbare, hervorstechende Handlungen manifestirt, in einen Formfehler in der Registrirung zunuße zu machen; wie sie das Brasilien zu bewirken; ich werde dann, wenn ich noch lebe, unter den immer bei den Patenten gethan haben. Ersten sein, einer solchen Befehrung öffentlichen Beifall zu zollen. 4) Bei der Erwägung dieses Gegenstandes ist der Punkt im Aber bei der gegenwärtigen Gestalt der brasilianischen Verhältnisse Auge zu behalten, daß die Nachbildung von Kunstsachen beeinträch. und Zustände, nach den unzähligen, vorliegenden, empörendsten That- tigender für das Publikum ist, als der Nachdruck von Sdriftwerken und sachen, ber ganzen bisherigen Geschichte der Deutschen in Brasilien, dekorativen Zeichnungen; denn hier ist der Käufer mit dem nada die so überreich an gegen dieselben verübten Treulosigkeiten, Betrug, gebrudten Werke ebenso gut bedient und befriedigt, wie mit der rechtia ungeheuren Verbrechen ist (z. B. das in der Geschichte faft beispiellose mäßigen Ausgabe, während der Eingriff in das fünstlerische Ver. ungesühnte Verbrechen, das 1838 an 500 Deutschen, die von Ham- lagsrecht für den Käufer einer Nachahmung noch benachtheiligender burg nach Perú geschleppt wurden, mit kältester Grausamkeit verübt ist, als für den Künstler. Als analoger Fall erscheint der Kommission worben), angesichts der jeßt in Deutschland in Scene geseßten Menschen der Nachdruck von Waaren-Etiketten, da das Geset hier feine ne jagd und der Mittel, deren sich Brasilien dabei bebient, ist es meine gistrirung vorsdreibt. In Beziehung auf die hier zu Lande nach und jedes ehrenhaft gesinnten Deutschen Pflicht, nach Kräften dem gebrudten fremden Waaren - Etiketten äußerte fürzlich der Kanzler brasilianischen Menschenhandel entgegen zu treten, und ich hoffe, daß Wood, er kenne nichts, was, ohne vor dem Richter belangbar zu sein, aud die verehrliche Redaction des ,, Magazin“ von diesen Gesinnun- shimpflicher wäre, als ein solches Verfahren. gen beseelt ift.

5) Es ist ferner zu bedenken, daß die Verbindlichkeit zur vors Mit vollfommener Hochachtung 2c.

gängigen Registrirung, die in das Geseß aufgenommen werden soll, mit Kerft, Geh. Reg.-Rath. der Gerechtigkeit der Sache selber gar nichts zu schaffen hat. Die NachEngland.

theile der Registrirung vielmehr, die sich bei der Gründung von Ac.

tien-Gesellschaften, bei der Rhederei und Patentverleihungen herausVerlagsrecht von Kunstfachen in England.

gestellt, haben jüngst die Geseßgebung veranlaßt, sie theils gänzlich Die am 2. Dezember 1857 eingesefte Kommission für das fünft- aufzuheben, theils bedeutend zu beschränken. lerische Verlagsrecht bezeichnete in einem kürzlich publizirten Berichte 6) Die Stellung der Künstler im Leben, die Geldschwierigkeiten, über das Ergebniß ihrer Untersuchung zuvörderst die britischen Ges mit denen so manche zu kämpfen haben, die entlegenen Orte, in feße über diesen Gegenstand als mangelhaft und ungeredyt; denn:

denen sie ihre Studien zu machen und ihre Werke zu schaffen baben; 1) Bieten sie den Verlegern feinen genügenden Schuß gegen die die häufigen Veränderungen, die sie mit diesen vornehmen, oft lange Nadbildung

nachdem sie zum erstenmal in die Deffentlichkeit und in den Handel 2) Die Käufer solcher Werke find ebenso fußlos ber Beein, gekommen sind – alle diese Umstände müßten in Betracht gezogen trächtigung und dem Betruge bloßgestellt, indem ihnen stümperhafte werden, bevor man ihnen eine so lästige Bedingung auflegt, die so Nachbildungen für echte Driginale geboten werden.

schwer zu lösen ist und so gewiß vernachlässigt wird, und die sie noth3) Die durch die mangelhaften Gefeße begünstigte Verbreitung wendig dahin bringen dürfte, daß sie, wie die Schriftsteller, ihre Ver(dlechter Kopieen bringt die Meister der Originale in Verruf und bindung mit dem Publikum nur durch Verleger oder Kommissionäre führt die Entsittlichung junger und dürftiger Künstler herbei, die bei vermitteln: ein Zustand der Dinge, der für den Einfluß der Kunst der Fabrication dieser nachgepfuschten Machwerke verwendet werden.. eben nicht wünschenswerth erscheint.

4) Ungerecht ist die mangelhafte Gesebgebung gegen das Ausland, 7) Sollte es, troß diesen Erwägungen, die Gefeßgebung dennoch das mit Großbritannien in derartige internationale Verträge getreten für geeignet halten, die Registrirung aufzunehmen, so schlägt die Komift. Denn solche Verträge beruhen auf dem Prinzip der Gegenseitig- mifsion vor, es damit anstehen zu lassen, bis das projektirte Geseß in keit; während nun die Werte britischer Künstler in dem Gebiete der Kraft und Thätigkeit getreten ist und sich durch die Erfahrung herausin den Verträgen namhaft gemachten Staaten vor Nachbruc geldüßt gestellt hat, auf welche Punkte die Registrirung zu richten und anfind, entbehren die Künftler dieser Staaten des gleichen Schußes in zuwenden ist. ben britischen Ländern. Die Kommission schlägt demnach vor, in die Bit zur Vervoll

Mannigfaltiges. ftändigung und Verbesserung der Gefeße über das künstlerische Ver

Griechenland und die ausländische literatur. Obs lagsrecht folgende Bestimmungen aufzunehmen:

gleich die Griechen unserer Tage mehr, als für sie und für ihre wahre 1) Alle vorhandenen Parlamentsafte, betreffend das fünftlerise Bildung gut und ersprießlich ist, aus fremden Sprachen, namentlich Verlagsrecht, sind aufgehoben.

auch aus der seichten französischen Roman Literatur, in ihre Sprache 2) Die amendirte Akte muß sich über alle Theile des britischen überseßen, so wissen sie doch auch mit richtigem Taft und mit GeGebietes erftreden.

Tomad manches gute und nüßliche Wert des Auslandes, welches die 3) Sie muß alle Kunstwerke britischer Meister beschüßen, auch Verpflanzung nach Griechenland wirklich verdient, in ihre Sprache za wenn sie in irgend einem fremden Staate ausgeführt oder zuerft er übertragen, und nebenbei fehlt es auch nicht an Driginalarbeiten, die fdienen sind.

dort gedrudt werden und die wieder ihrerseits der Beachtung des 4) In gleicher Weise muß die Bill unter ihren Schuß nehmen Auslandes nicht anwerth sind. Was neugriechische Ueberseßungen an. die Werke fremder Künftler, in welchem Lande auch sie ausgeführt langt, von denen uns neuerdings Kunde zugekommen ist, so erwähnen oder zuerst veröffentlicht worden, mag dieses Land mit Großbritannien wir hier das ,,Cerifon der griechischen Archäologie“, welches der in freundlicher oder feindlicher Beziehung fteben.

Griede D. Pantasis in Athen (der nämliche, der auch die dort seit Db der Erwerbung des Verlagsrechts eine Registrirung der einigen Jahren erscheinende ,,Egmuepis twv giãouafw" herausgiebt Kunstwerke voranzugeben habe, darüber erhob sich im Schoße der und auch sonst ein thätiger Schriftsteller ift), aus dem Englischen von Kommission eine weitläufige Debatte, die endlich zur Verständigung W. Smith, und zwar nach der zweiten Ausgabe, überseßt und wovon über folgende Punkte führte:

kürzlich das fünfte Heft erschienen ist; ferner die ,, Kleine Syntar des 1) In Betracht der Anzahl und der Natur der Kunstwerke, die attischen Dialektes", von Krüger, aus dem Deutschen von Konft. Xantäglich, sowie der Umftände, unter welchen sie erzeugt werden, sdien thopulos (von weldem schon früher Aehnliches nach eigener Bearbeitung es der Kommission, daß eine volftändige von allen britischen und erschienen war, und der noch im vorigen Jahre eine „Xpovohoria fremden Künstlern veranlaßte Verlags- Registrirung, die durch Modelle, iñs úexulas iotopías” herausgegeben hatte). Von selbständigen ArBeschreibungen u. f. w. die Werke charakterisirt, für welche das beiten zeichnen wir hier aus: „Das nod in Griechenland geltende Verlagsrecht beansprucht wird, schlechterdings unmöglich sei. Sie Strafrecht der Römer und Byzantiner" ("Evoxıxòy Sixaiov twv 'Powird weder von den Künstlern, noch von den Verlegern gewünscht, und uancūv xai twv Butavuvõu xal' ocov loxúɛu vw ły 'Elnudi), vom bietet auch dem Publikum nicht den geringsten Vortheil.

Professor P. Paparrigopulos in Athen, eine , Hodegetit“ (Oonyos 2) Machte man die Registrirung zur vorgängigen Bedingung, um Twv yorintāv toỦ Travenisnuiov 09wvos) für die Studirenden der das Verlagsrecht zu erwerben, dann müßte jede Skizze in des Künst- Universität in Athen, von Athanasios Rusopulos, ,,Englisde Grammas ! Terd Mappe zuvor nach london geschidt und einregistrirt werden: eine tit“ (Enirouñ ùyyhıxñs yoapparıxñs), von G. Polymeris in Hermubrüdende und kostspielige Bedingung, welcher die Scriftfteller nicht polis auf der Insel Syra. In London ersdien eine Grammatif der unterworfen find, und durch die, bei der unnöthigen Centralisation neugriechischen Sprache", von einem Griechen felbft, E. A. Sopbofles, der verwaltenden Behörde, die Masse der Künstler von der Wohlthat in englischer Sprache (Romaic or Modern Greek Grammar), wie man pes vorgesdhlagenen Geseßes ausgeschlossen bliebe. Diese Bedingung fich überhaupt gegenwärtig in England, sowie in Nord-Amerika, be würde auch den früheren Werken der lebenden Künftler die Gewährung sonders um die neugriechische Sprache bekümmert, und fast foeint es, des Verlagsrechts unmöglich machen.

daß dies dort von Seiten der Gelehrten, Hellenisten, Schulmänner ... 3) Die gestellte Bedingung wäre ferner ein Sporn mehr zu dem in einem höheren Grade der Fall sei, als namentlich bei uns in

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wider die Begehung von Verbrechen zu wappnen; der Mangel an

religiös firòlicem Sinn (mit Pietifterei und P. g. Ultramontanismus Ueber das Gefängnißwesen. *)

haben wir in vorliegenden Blättern nichts zu thun) benimmt ihnen Daß in Bezug auf das Gefängnißwesen in neuester Zeit sowohl die Widerstandskraft gegen die fündhaften und lafterhaften Gelüfte praktisch als theoretisch Bedeutendes gethan und geleistet worden ist, des Herzens. Kurz, halbe und falsche Bildung und der Mangel an wird Reiner, wenn er auch die Geschichte des Gefängnißwesens nur religiösem Glauben, womit Genußwuth, Hochmuth, innere Zerrissenganz oberflächlich kennt, in Abrede stellen können. Aber in dem Maße, beit, Zerfahrenheit und Unzufriedenheit mit Gott und Welt Hand in in welchem von den Zweden der Strafe der der Besserung immer Hand geben, das ist, nach meiner innersten Ueberzeugung, das Krebsmehr in den Vordergrund getreten ist, sind die Anforderungen an die übel der Gegenwart, die tieffte Quelle unbehaglicher sozialer Zustände, Straf- und Gefängniß-Anstalten immer größer und die Fragen in die Mutter weitaus der meisten Verbrechen und die Hauptursache, Bezug auf die Einrichtungen der Gefängniffe, in Bezug auf die Be- weshalb Strafanstalten mit gemeinsamer Haft heute mehr als je handlung der Gefangenen und in Bezug auf die Art ihrer Beschäfti- Hochschulen des Verbrechens find." - ,,Bildung der Verbrecher auf gung immer verwidelter und schwieriger geworden.

Grundlage der positiven Religion, deren schönste und reichste Frucht Man giebt ja gern zu, daß Kinder gut zu erziehen eine immer fittliche Erstartung und Erhebung ist, dies werde euer Feldgeschrei, noch unendlich schwierige Kunst ist, in Bezug auf welche nicht leicht ihr Gefängnißreformatoren, sonst werdet ihr in aller Ewigkeit nichts Zemand fich wirb rühmen können, die Meisterschaft, sei es als Theore- ausrichten, möget ihr an franken Seelen nun sozialfyftematis, Auburtifer oder als Praktiker, erlangt zu habeu. Und das Streben, die nisch, pennsylvanisd oder auf andere Weise herumdoktern!" Kinder gut zu erziehen, ist immer da gewesen; es ift so alt, wie die ,, Unter Hunderten (der Mitgefangenen) traf ich kein halbes Liebe der Aeltern zu ihren Kindern. In Bezug auf ihre verurtheilten Dußend, die offen mit ihren gemeinen Verbrechen geprahlt hätten, Verbrecher hat die menschliche Gesellschaft troßdem, daß seit Jahr. wenige, welche offen und ehrlich den Grund ihrer Verurtheilung antausenden die Pflicht der Menschenliebe in Bezug auf alle Menschen gaben, und auch nicht Einen, der seine Verschuldung als bedeutend, gepredigt wird, diese Pflicht zu üben sich erst in neuester Zeit, und sein Urtheil als gerecht und damit sein loos als ein verdientes hätte zwar in ihrem eigenen wohlverstandenen Interesse, zur Aufgabe gemacht. gelten lassen.“

Es darf uns also nicht befremden, daß in Bezug auf die Frage Nachdem der Verfaffer gezeigt, warum die Listen der Rückfälle nach der besten Einrichtung der Gefängnisse, insofern diese Erziehungs eine schlechte Grundlage für die Beurtheilung eines GefängnißAnstalten für Erwachsene, für solche sein sollen, an denen im späte- Systems oder einer bestimmten Strafanstalt find, bespricht er die ren Alter in Betreff der Erziehung nachgeholt werden soll, was in ihrer Arten von Gefängnissen, die gegenwärtig bestehen, nämlich: Jugend verabsäumt worden ist, sowohl die Theorieen wie auch die a) solche, wo die Gefangenen Tag und Nacht beisammen leben, praktischen Leistungen immer noch unendlich viel zu wünschen übrig elfen, arbeiten, schlafen Repräsentanten des s. g. Sozialsystems; bleibt. Wir müssen darum auch jeden Beitrag zur theoretischen und b) solche, worin die Gefangenen den Tag über mit einander arbeiten praftischen Lösung dieser unter den gegenwärtigen sozialen Verhält. und schweigen fotlen, Nachts aber getrennt in Zellen schlafen - Renisjen höcft wichtigen Frage in dem Maße freudig willkommen heißen, präsentanten des Schweig- oder Auburnsden Systems; endlich c) folde, als wir erkennen, daß der, welcher ihn liefert, nicht blos die dazu ers deren Hauptaufgabe nicht etwa in absoluter Absperrung von der Außenforderlich e wissenschaftliche und human-sittliche Bildung, sondern auch welt, sondern in der Trennung der Gefangenen bei Tag und Nacht die dazu unumgänglich nöthige, nur durch anhaltende und scharfe Beobs liegt - Repräsentanten des 3solirsystems, Einzelhaft. achtung der Wirklichkeit zu gewinnende, praktische Erfahrung besigt. Das Schweigsystem bezeichnet der Verfaffer als ,, praktisch auf Der Verfasser des uns vorliegenden Buches hat seine Betheiligung zugeben.“ In Bezug auf die beiden anderen Systeme sagt er: an dem Aufstande in Baden in den Jahren 1848 und 1849 als Sträf ,,Halte ich das f. g. Sozialsystem nicht für durchaus verwerflich, ling im Freiburger Zuchthause und in einem Zellengefängniß zu Bruch. To finde ich andererseits das Zsolirsystem feinesweges unbedingt emfal, von 1849 bis 1852, wo er ,,auf Wohlverhalten" begnadigt wor pfehlenswerth, Alles hat seine Licht- und Schattenseiten. Was eine den ist, gebüßt. Wer seine , Zuchthausgeschichten", den „Kalender tüchtige Oberleitung aus einer Anstalt mit gemeinsamer Haft zu für Zeit und Ewigkeit", dessen Redacteur er gewesen, und seine machen versteht, ist durch Obermaier in München längst offenbar gesonstige, durch ein gediegenes fittliches Streben ausgezeichnete literari worden; daß mangelhafte Oberleitung und verfehrte Einrichtungen sche Wirksamkeit, welcher er feit 1852 obgelegen, kennen zu lernen ein Zellengefängniß in ein Narrenspital zu verwandeln im Stande Gelegenheit gehabt, wird als ein unbefangener Beurtheiler einräumen feien, haben andererseits Thatsachen der traurigften Art mehr als gemüssen, daß die Art, wie er sich zur römisch-katholischen Kirche und nägend gelehrt. zu einem ,, positiven Christusglaubeu" bekennt, weit entfernt, ihn zu ,,Aber wären, was niemals zu erwarten steht, die Vorftände der einem Gegner der vernünftigen theoretischen und praktischen Huma- Anstalten mit gemeinsamer Haft auch lauter Obermaier's, sie würden nitätsbestrebungen der Gegenwart zu machen, vielmehr den Beweis nimmermehr im Stande sein, Hochschulen der Sünden und des Lasters liefert, wie Einer in Bezug auf den religiösen Glauben dem Alten in wahrhafte Buß- und Besserungs-Anstalten zu verwandeln. Die anhangen und doch auf dem Gebiete des Lebens ein tüchtiger, praktisch Krebsschäden des Sozialsystems find Früchte des Systems selbst, näher wissenschaftlicher Vortämpfer für das sein kann, was die Neuzeit im des Beisammenlebens von Verbrechern jeder Art, jedes Alters, jeder Intereffe der Humanität und des wahren Fortschrittes im fittlichen Bildungs- und Verbildungsstufe. Durch das Isolirsystem wird dieser Leben gebieterisch fordert.

Krebsschaden von selber aufgehoben, das ist keine Frage, sondern geDen ersten Abschnitt, in welchem der Verfasser die einsame und rabe der Entstehungegrund der Zellengefängniffe, und lassen sich einerdie gemeinsame Haft in Bezug auf die äußere Lage des Gefangenen seits mitunter sehr abschredende Früchte dieses Syftems nicht wegbespricht, eröffnet er mit einer Schilderung der Gefangenen, aus der raisonniren, so ist andererseits und namentlich in Bruchsal der thatwir die folgenden Stellen als charakteristisch für den Geist und die fädliche Beweis geliefert worden, daß eine folgerichtige, aber dabei Tendenz des Werkes hervorheben:

verständige Durchführung der Einzelhaft und zweckmäßige Einrichtungen „Weitaus die meisten haben ein verirrtes frankes Ehr, und die Uebel der gemeinsamen Haft feineswegs durch Nachtheile anderer Rechtsgefühl; sie haben keinen Sinn für Autorität und objektive Art ersege, sondern die Vorzüge jener Haft mit neuen und so großen Schranken des einzelnen Menschen; ihre Bildung reicht nicht hin, sie verbinde, daß die Regierungen in ihrem eigenen Interesse daran gut

thäten, wenn sie am 3solirfyftem feineswegco verzweifelten oder trofta *) ,,Erfalruegen in einsamer und gemeinsamer Gart, fammt unmasgeb: lichen Gedanfen über das Gefängnißwesen". Von 3. M. Hagele, Berjajjer

los baran berumerperimentirten, sondern Brudfal als Muster eines der ,, Zuchthausgeschichten“. Leipzig, Verlag von Gustav Mayer, 1857. deutschen Zellengefängnisfes gelten ließen, Zeltengefängnisse bauen und

eine immer zwedmäßigere Durchführung der Einzelhaft anstreben Emma mit der Bitte, fie zu begleiten. Er bot ihr den Arm. Un würden."

am Abend wußte es der ganze Ort; die Gattin des Vorstehers et. Nachdem Herr Hägele eine „ Widerlegung des Zellensystems, klärte es feierlich vor ihrer Magd, daß Madame Bovary fich komprowelde einer der Hauptsdriften des Ritters Appert über das Gefäng- mittire. nißwesen angehängt ist, mit dem ihm eigenen gesunden Humor als eine Um zu der Wohnung der Amme zu gelangen, mußte man sich grund- und bodenlose Chimäre abgefertigt, ftellt er uns das in Bruch. links von der Straße wenden, als wolle man auf den Todtenhof fal bestehende Gefängniß als ein Beispiel zweđmäßiger Verwirklichung gehen. Zwischen den niedrigen Häusern und Höfen führte ein jamaler der dem 3solirsystem zu Grunde liegenden Idee in allen seinen Ein- Pfad, der von Dornenheden eingefaßt war; fie standen in der Blütbe

, richtungen anschaulich vor Augen.

(Fortsegung folgt.) Gänseblümchen und frische Gräser sproßten darunter. Durch die

Lüden in den Heden konnte man auf die Höfe feben, wo friebliche Frankreich.

einige Schweine im Sonnenschein auf den Düngerhaufen ídliefen Zur Sittengeschichte.

oder einige angebundene Kühe ihre Hörner an den Bäumen probirten.

Die Beiden gingen tangsam neben einander; sie ftüßte sich auf seinen Von F. v. H.

Arm, und er regelte seine Schritte genau nach den ihrigen. Um sie Die französischen Journale haben unlängst mit vielen Lobsprüchen ber summte ein Schwarm von Fliegen in der erbigten luft. ein Buch erwähnt, das Epoche zu machen geeignet schien. Es sollte Sie erkannten das Haus an einem Nußbaum, der es beschattete; die Sitten der Provinz und zugleich eine weibliche Seele schildern, es war niedrig und mit dunklen Ziegelsteinen gededt. Am Bodens die danach strebt, die Probleme des Lebens zu lösen, zu ergründen, fenster hingen Schnüre von Zwiebeln wie Rosenkränze herab. Einige was die Bedeutung von Glüdseligkeit, von Leidenschaft und Herzens- Reiserbündel waren zum Shuß eines Beetes mit Lattidsalat, etwas trunkenheit sei. Also ein Buch, das halb von Balzac, halb von George Lavendel und einiger junger blühender Erbsen aufgestellt. Sand bätte geschrieben werden müssen. Der Titel lautete ganz in Schmußiges Wasser ergoß sich über den Rasen und auf den der Manier dieser beiden Autoren, einfach und doch verheißend: ,,Ma- Heden hingen gewaschene Lumpen, eine rothe Jacke und wollene dame Bovary, oder die Sitten in der Provinz. Der Verfasser führt Strümpfe, auch ein grobes Bettlaken. den unbekannten Namen Gustav Flaubert und hat sein zweibändiges Als die Gartenthür fnarrte, erschien die Amme mit einem saugen. Werk einem berühmten Pariser Rechtsgelehrten gewidmet, da es in den Kinde an der Brust, ein anderes hielt sich an ihren Kleidern fest, einer glänzenden Vertheidigungsrede desselben unverhofft zu einer Art sein Gesicht war voll Stropheln und sah entfeßlich aus. Es war von Berühmtheit gelangt zu sein scheint.

das Kind eines Müßenmachers aus der Stadt, dessen Aeltern zu febr Es zeugt von unbegreiflicher Gleichgültigkeit und Achtungslosig- mit ihrem Handel beschäftigt waren, um es gehörig pflegen zu können. keit gegen das lesende Publikum, ein Buch dieser Art ohne irgend ein Treten Sie ein, Ihre Kleine schläft“, sagte die Amme. Signal der Warnung in die Welt gehen zu lassen. Die Lobsprüche, Die einzige Stube des Hauses lag im unteren Stockwerke. Ein welche die nambaftesten Journale demselben ertheilt haben, werden breites Bett ohne Vorhänge nahm die eine Wand ein, der Backtrog durch die Bewohnheit erklärt, gar nicht oder nur sehr flüchtig die die andere. Das Fenster war mit blauem Papier verklebt. In einer Bücher zu lesen, die sie anzuzeigen haben, aber daß fich bis jeßt nicht Ede standen lederne Stiefel mit Nägeln beschlagen; eine Delflaide ein einziger gewissenhafter Rezensent gefunden hat, der das vielgelobte daneben, in deren Hals eine breite Gänsefeder stedte. Auf dem ftaubiBuch einer näheren Würdigung unterwarf, giebt eine sehr traurige gen Gesims des Kamins lagen Feuersteine, Schwamm und abgebrannte Ansicht von der französischen Kritik. Es wäre ihre Pflicht gewesen, Talgliste. wenigftens das voreilige Lob zu widerrufen und vor dem Buche zu Emma's Kind idlief in einer Wiege oder vielmehr einem Korbe warnen, wie vor einem tollen Hunde. Tüdisch wie ein solcher schleicht von roben Weiden geflochten. Sie nahm es auf und Hüllte es fefter es auf den ausgetretenen Babnen des Romans einher und sprißt dann in die schmußigen Decken, die es umgaben, indem sie dazu leise sang plößlich das tödtliche Gift der raffinirtesten Sittenlosigkeit aus. Man und sich kofett hin- und berwiegte. denkt anfango, es bandele fich um ein verbotenes Liebesverhältniß, Leon spazirte in der Stube umber; es tam ihm sonderbar vor, wenn auch mit all seiner Schuld, doch auch mit all seiner Strafe; aber diese schöne Frau im eleganten Nanfinkleide umgeben von diesem nur die erstere wird geschildert und mit einer Ausführlichkeit, einer schmußigen Elende zu sehen. Schärfe der Beobachtung, die eines besseren Gegenstandes würdig Madame Bovary wurde roth; Leon wendete die Augen ab, et gewesen wäre.

fürchtete, fie unbesceiden angesehen zu haben. Sie legte ungeduldig Um eine Probe von der übertriebenen Detailmalerei des Ver das Kind wieder in sein Bettchen, es hatte sich erbrochen. Die Amme fassers zu geben, wollen wir hier eine Stelle überseßen, die zugleich sprang hinzu und wischte das Bruftläßchen ab, versichernd, daß der ein Beitrag zur französischen Sittengeschichte ist. Eine junge Frau, gleichen nicht wieder vorkommen solle. ,30 babe übrigens den gan: bie seit kaum sechs Wochen Mutter und schon ebenso lange von ihrem zen Tag damit zu thun, das Kind reinlich zu halten, lassen Sie mir Kinde getrennt ist, hat den Wunsch, daffelbe bei seiner Amme, einer doch etwas Seife geben beim Kaufmann, damit ich nicht immer nothig armen Tischlerfrau, aufzusuchen. Wie kann Häuslichkeit und Pflichte babe, in 3hr Haus zu kommen." treue erhalten werden, wenn das Palladium der Familie, das Kind, ,,Sdon gut, fdyon gut“, sagte Emma und eilte fort, indem sie entfernt und Miethlingen preisgegeben wird! Rousseau hat schon fich die Füße draußen abwischte. Die Amme ging mit über den spoj diese unnatürliche Sitte zu befämpfen gesucht; eine Zeit lang schien und klagte fortwährend über das Kind, das in der Nacht ftets so uner zu fiegen, aber man ist namentlich in den mittleren Ständen all- ruhig sei. Etwas gemahlenen Kaffee für sich und Branntwein für gemein in Frankreich wieder zu derselben zurüdgekebet. Die Bequem- ihren Mann müßte dafür noch geliefert werden. lidhkeit und der Egoismus der Frauen wird dadurch in ein sehr grelles ..3hr langweilt mid, 3hr follt Alles haben", ruft Emma und ents Licht gestellt. In Deutschland giebt es gewiß feine junge Mutter, läuft der zudringliden Amme. und wäre sie noch so vergnügungssüchtig, die ihr erstes Kind nicht wie Leon gab der jungen Frau den Arm; fie ging stürmisch neben eine Löwin vertheidigen würde, wenn man es ihr nehmen und in eine ihm, ihr Auge schweifte umber. Nach und nach mäßigte sie ihre schmußige Taglöhnerhütte bringen wollte. Man höre, wie frivol Sdritte, ihr Blic fiel auf die Schulter leon's; sein Ueberrod hatte der französische Autor hierüber denkt, obwohl er volkommen fühlt, einen schwarzen Sammetfragen, fein asd blondes Haar fiel woblwie abscheulich und ekelhaft die Lage der armen Kinder ist.

gekämmt darauf. Emma bemerkte, daß er sehr lange Nägel trug; „Madame Emma Bovary empfand ein Gelüft, ihre Kleine zu be- diese zu pflegen war eine Hauptbeschäftigung des jungen Schreibers, suchen, die bei einer Tischlerfrau am anderen Ende des Dorfes unter und er hatte zu dem Zwecke beständig ein Federmesser in der Tasche ..." gebracht war. Das Häuschen lag an der Landstraße, von der einen Aus dieser gemeinschaftlichen Promenade entsteht vorläufig teine Seite durch Wiesen begränzt.

nähere Beziehung zwischen Leon und Emma, man weiß eigentlich Es war Mittagszeit; an allen Häusern hatte man die Jalousieen nicht, wozu dieselbe so genau beschrieben wird. leon liebt zwar die geschlossen, und die Schindeldächer waren von der Sonne so erhißt, junge Frau, die ihrerseits fich furchtbar langweilt und nach einem daß unzählige Funken darauf glißerten. Es wehte ein ermüdender galanten Verhältniß sehnt, aber der junge Sohreiber ist noch unver: Wind; Emma fühlte sich sdhwach, die Steine des Pflasters verursach- dorben genug, nicht zu wissen, wie man ein solches anknüpft. Er ten ihr Schmerzen an den Füßen. Sie wollte umkehren oder sich geht nach einer nahgelegenen größeren Provinzialstadt und fehrt erf irgendwo ausruben.

nach einiger Zeit zu der jungen Frau zurück. Sie hat unterberica In diesem Augenblic fam leon mit einem Aftenstoß unterm die Bekanntschaft eines ausgelernten Sünders gemacht und ganz obne Arm über die Straße; er grüßte sie und stellte sich in den Schatten alle Scheu einen Roman à la George Sand mit ihm angefangen. eines Kaufladens. Madame Bovary erzählte ihm, daß sie ihr Kind Sie besucht ihn in seiner Wohnung und will schließlich mit ihm entbesuchen wolle, aber febr müde sei.

flieben, ihren Mann und ihr Kind ohne allen Kampf verlassen. Der , Vielleicht dürfte ich..." sagte Leon, ohne den Muth zu haben, Liebhaber ist klug genug, einzusehen, daß er sehr viel Noth und Kosten feine Rede zu vollenden.

durch diese Flucht haben würde; der Verfasser hält es nicht für passend ,,Haben Sie Geschäfte?" fragte ihn Emma.

ihm auch nur einen Schatten von Gewissensangst zu geben. Er reift Auf die verneinende Antwort des jungen Mannes, erwiderte allein ab, und Emma wird frant vor Aerger und getäuschter Hoffnung;

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aud fie hat som Verfasser nicht eine einzige Regung des Gewiffens nicht übersehen muß, daß seine Schilderungen, obwohl erst jeßt im empfangen! Nachdem ihr braver Mann, der Arzt des Landstädtchens, Drud erschienen, doch schon aus dem Jahre 1851 datiren, in welchem fie mit unendlicher Liebe und vielen Geldopfern von ihrer langen fich erst die schwachen Anfänge jener Besserung zeigten, die jeßt unleuge Krankheit geheilt hat, fällt sie wieder in frühere Sündhaftigkeit zurück, bar eingetreten ist. In Belfast

, wo er zuerst and land stieg, erinnerte ohne die mindeste Reue. Der junge Schreiber erseßt den entflohenen ihn die schmucke Handelsstabt mit ihren breiten Straßen, ihren netLiebhaber; fie giebt sich in einem benachbarten Städtchen die anstößige ten Häusern und ihren zahlreichen Fabrifen noch an das gewerbften Rendez-vous mit ihm, braucht sehr viel mehr Geld als sie hat fleißige Schottland, daß er eben verlassen hatte; aber jene Stadt und und gerätt" so tief in Shulden, daß ihr Hausgeräth mit Beschlag ber die ganze Provinz Ulfter sind ja auch von scottisden Auswanderern Tegt werden muß, um sie zu decken. Der Ehemann ist mit unbegreift kolonisirt worden, die ihren Ordnungssinn, ihre Betriebsamkeit und lider Blindheit geschlagen. Er bemüht sich vergebens, Geld berbei ihren Protestantismus auf ihre Nachkommen vererbt haben. Je weiter zu schaffen; die Liebhaber, der alte sowohl als der neue, werden von aber der Reifende nach Süden vordrang, je mehr er fich in das ftode der dhamlosen Frau um Geldhülfe angesprochen, beide verweigern fle keltische und stockatholische Frland vertiefte, desto öder wurde die jedods. Diese Scenen find, beiläufig gesagt

, die einzigen, bei welchen Gegend, desto zerlumpter die Bevölkerung und desto verfallener das bem Verfaffer gelungen ist, seine Leser einigermaßen zu spannen und Anfeben der Städte und Dörfer, die sich neben den feudalen Schlöffern ein wenig poetische Geredtigkeit walten zu lassen. Emma fühlt dabei der Edlen in den Hintergrund zu verkriechen scheinen. „Wir waren“, zum ersten Mal das Samachvolle ihrer Handlungsweise und die schreibt er, ,, an der Gränzīdheide der Connemara angelangt, und das alte Wahrheit, daß bei Geldfadyen bie Gemüthlichkeit und die Liebe Elend starrte uns in seiner oft wunderlichsten Gestalt entgegen. aufhören, ist in drastischer Weise hervorgehoben. Emma macht dann Meilenweit von der nächsten Station, einem ärmlichen Dörfchen, kam noch den Versuch, bei einem alten Geizhals Geld zu erbetteln; er uns ein ganzes Rudel junger Mädchen entgegen, die zwar keine bietet es ihr an, aber unter einer ehrenrührigen Bedingung. Man Strümpfe an den Beinen, wohl aber bis zu einem halben Dußend erwartet nichts Anberes, als daß die schon so tief gesunkene Frau fich wollener Soden in der Hand trugen und, während fie neben dem ihm verkaufen werde in ihrer Noth. Aber sie ftößt ihn mit Wider

Wagen einhersprangen, mit heiserem Gefreisch zum Kauf anboten. willen von fich, eilt in die Apotheke, zwingt den Lehrling, ihr Arsenit „Wollene Soden, Euer Ehren (your Honour, in Irland die gewöhn zu verkaufen, und stirbt den fürchterlidiften Tob. Der Verfasser gefällt liche Anrede), nur Sirpence für das Paar!" Aber du siehst doch, sich bei Sdilderung desselben wieder in der genauesten Detailmalerei, ich habe bereits welche, und dieser Herr hier trägt nur leinene aber es gelingt ihm nicht, ein Gefühl von Theilnahme oder Rührung Strümpfe. ,,So geben mir Euer Ehren einen Halfpenny", und der bei dem Leser zu erweden. Nicht einmal für den Ehemann, deffen

ganze Chor ruft es wieder: „a half penny (sprich: häpiny), Sir!" blinde Liebe und Treue allenfalls ein Gegenstand des Interesses hätte Kommt man im Dorfe an, so versammelt fich in der Regel die gesein können. Derselbe findet nach Emma's Tode sämmtliche Briefe ihrer sammte Einwohnerschaft um den Wagen, voran die Krüppel und die Liebhaber, aber er ist doch nicht aufgebracht gegen die treulose, ver. Abgerissensten, und geht es weiter, so folgt wieder das Rudel Kinder brecherische Frau und stirbt ihr bald nach. Das einzige Kind kommt mit obligater Stimmenbegleitung. Zuerst zerbrach ich mir den Kopf in ein Armenbaus.

barüber, wie die Leute ein Paar ganz brauchbare Soden für achtBis zum Ende des zweibändigen Romans wird man abwechselnd zehn Kreuzer rheinisch herzustellen vermögen; aber nur kurze Zeit sollte von Abscheu und Langweil ergriffen. Auch die Nebenfiguren, ich im Ungewiffen sein. Auf dem Wege weideten gemüthlich einige die offenbar nach Didens gezeichnet sind und als Bilder aus der Schaafe, die der Pabby nad seiner Art geschoren batte - die Wolle Provinz leicht zu hübschen Zügen bätten Veranlassung geben können, war ihnen stellenweise, und je nachdem für die Strickerei das Bedürfs find ganz unerträglich langweilig und leblos dargestellt. Der Ver- niß vorhanden war, vom Leibe gerissen worden. Auf diese Weise faffer hat geglaubt, ihnen durch seine Detailmalerei Leben zu ver

verschafft sich die Zrländerin die Wolle von einem Vließe, das natürleiben, aber er ist nur langweiliger dadurch geworben, denn er ver lich nicht ihr gehört." breitet sich über Personen, die gar nicht im Zusammenhang stehen Der Verfasser ist der Ansicht, daß man Unrecht thäte, die , irische mit dem Ganzen der Handlung und, tro aller Bemühungen, fein Lazarus - Blöße einzig und allein den Bedrüđungen der Grundbesiger Interesse gewinnen. Der Apotheker einer kleinen Stadt, die Wirthin zuzuschreiben; die Ursache liege tiefer und sei vornehmlich in den eines Gasthofes, ein Krämer und ein Schulmeister werden mit ermü- dharakteristischen Gebrechen des feltischen Volkestammes zu suchen. dender Weitläufigkeit gezeichnet; sie sind vielleicht ähnlich, aber häß. Dieser Behauptung widersprechen jedoch einige von ihm felbft anlich wie ein Daguerreotyp. Die platte Wirklichkeit darzustellen ist geführte Thatsachen, aus welchen hervorgeht, daß, wo die Landlords, nicht Aufgabe der Kunst. Wie naheliegend war es, diese plumpen statt ihre Domainen den Verwaltern und Middlemen zu überlassen Gestalten durch einen fittliden Gebalt zu veredlen! Man glaubt

Man glaubt und den Ertrag derselben im Auslande zu verzehren, sich persönanfangs, der Verfaffer habe sich ihrer bedienen wollen, um einen lich um die Bewirthschaftung ihrer Güter fümmern, auch die Lage wohlthätigen Kontrast bervorzubringen zwischen ihrer unverdorbenen

der Bevölkerung eine andere wird und Armuth und Elend allmählich Rohheit und der verderbten Verfeinerung seiner Heldin; aber man glücklicheren Verhältnissen Praß machen.

glüdlicheren Verhältnissen Praß machen. So giebt er anziehende wird nur zu bald gewahr, wie stumm das fittliche Gefühl des Details über die mensdenfreundlichen Bemühungen Lord George Verfassers fich verhält. Es schweigt hartnädig, wo selbst ein Stein

Hill's, der mitten unter den unwirthlichen Haiden Donegals eine reden möchte. Der Abscheu eines jeden fittlich empfindenden Lesers Musterwirthschaft errichtet und den Beweis geliefert hat, daß „Improveerreicht gewiß seinen Gipfelpunkt, als die Sünderin den Gifttod stirbt

ments" auch in Jrland möglich sind, wenn man die Sache nur am und die ehrwürdigen Gebräuche, welche die katholische Kirche an

rechten Ende anfaßt. , Auf demselben Flede, wo vor nicht zu langer Sterbebetten ausübt, in genauester Weise mit wahrhaft empörender Zeit die Bewohner starben, ohne in ihrem ganzen Leben einen Baum, Kälte und Fronie geschildert werden. Der Verfaffer hat jedoch nicht eine Brücke, eine Treppe, ein Mäderfuhrwerf gesehen zu haben, leben etwa die Absicht, die Religion lächerlich zu machen, denn er ironisirt beutzutage wohlhabende Farmer, und der in Bunlay eingerichtete die Zweifler und Spötter mehrmals. Es ift überhaupt nicht zu

Kramladen enthält alle Gegenstände, die ein Engländer zu dem geerkennen, welche Absicht der Verfaffer bei seinem Roman gehabt hat. wöhnlichen Comfort zählt. Seit Jahrhunderten war Gweedore — fo Eine fünftlerische ist es unmöglich, eine moralische noch weniger

beißt die Pflanzung in kleine Grundstüde parzellirt, von so gerinvielleicht wollte er nur Aufsehen erregen, indem er dies traurige Bei

gem Werth, daß kein Gentleman sich entschließen konnte, die Agentspiel aus der französischen Sittengeschichte erzählte.

schaft zu übernehmen. An eine regelmäßige Bezahlung der Pacht

gelder war nicht zu denken, alle Rechnungen befanden sich in der England.

größten Unordnung, und die Pächter bezahlten, was sie bezahlen mocha Helfferich's Irische Skizzen. *)

ten. Man erzählt, daß, als der Corb - Lieutenant von 3rland im

Jahre 1837 die Grafschaft Donegal besuchen wollte, er im Moraste Seit der Zeit, als Veneder sein Buch über Irland föhrieb, bat fteden blieb und durch einen Bauern wieder flott gemacht werden sich dort Manches geändert. Der große D'Connell ist tobt, mit ihm

mußte, der feine Hausthür aushob und für Se. Lorbidhaft eine flieist die Repeal - Agitation zu Grabe gegangen, und die furchtbare gende Brüde daraus machte. Daß am schwersten zu bekämpfende Hungersnoth, die wie eine verheerende Pest über das Land herein- Uebel war aber die Trunksucht. Der Entschlossenheit und Beharrlichbrad, hat sich am Ende als eine wohlthätige Züchtigung erwiesen, feit Lord Hill's gelang es, felbft mit so verwilderten Menschen und indem sie das Vort aus dem Somuß und dem Elend emporriß, in

Zuständen fertig zu werden. Zuerst ließ er das Land vermessen und welchem es bisher verkümmerte, und allmählich einen Zustand anbahnte, in loose wertheilen, nach deren Umfang und Werth der Pachtzins der nicht mehr eine so schreiende Anomalie in unserem civilifirten berechnet wurde. Der Widerspruch war groß; G. Hill ereiferte sich Jahrhundert bildet, als die frühere tage des schönen und unglüd- nicht, ließ dagegen von den Pächtern selbst ein Comité wählen, das lichen Erin.

mit seinem Agenten und Feldmeffer die Vertheilung der Loose vorDas Bild, das Herr Helfferich von dem Lande und seiner Bevöl.

nehmen sollte. Die Einfenzung der Loose verweigerten die Bauern ferung entwirft, ift freilich noch immer trübe genug, wobei man indeß beharrlich; Lord Hill ließ aus einem entfernten Dorfe einen un*) Skizzen und Erzählungen aus Irland". Von A. Selfferidy. Berlin,

erschrockenen Arbeiter kommen, und als nächtlicherweile das Tage. 1858. Berlag von Jul. Springer.

wert immer wieder zerstört wurde, griff die Polizeimannschaft einen

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