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gegen Indien. Alles, was die indische Rebellion kostet und kosten wird, England.

ist aus England gesogenes Geld, aus England aufgekaufte Jugend

und Arbeitskraft. Das indische Budget war schon vorher ein steigenIndische und englische Reform.

des Defizit. Man hat zuhause nicht reformirt und auswärts des Mit einer biographischen Skizze Nena Sahib's.*)

moralisirt, ruinirt. Palmerston verbot einmal den Dampfschlotten zuEngland ist groß und breit, Großbritannien beneidet und an- hause das Rauden. Mit seiner auswärtigen Politit hat er es weiter gestaunt von vielen kleinen Leuten. Allerdings ist es imposant, zu gebracht und den Dampfschlotten der Industrie und Tausenden von Feben, wie sie allein in Europa in alter Freiheit parlamentarisch gläns Heerden der arbeitenden Klassen nicht nur das Rauchen, sondern auch zen, unter allen Breiten- und Längengraden handeln und walten, das Feuer, Kochen und Effen verboten. Sie lassen sich nun für geStädte bombardiren, europagroße Länder unterjochen und über gigantis borgtes, englisches Geld anwerben, um Indien reformiren zu helfen, sche Rebellionen triumphiren, während 39 deutsche Staaten an einem Canton zu sichern und vortheilhafte Handelsbedingungen in China zu. Staate, kaum so groß, wie ein Neununddreißigstel dieser Bundes- erzwingen. Das ist ein furchtbarer Kreislauf von auswärtiger Politik ftaaten, laboriren und im Innern Geburt und Tod, Taufe und Poden- durch die innere hindurch. Wo produzirt diese Pulsation Leben? Wo Impfung, Pässe und Bürgerbriefe auf das peinlichfte buchen und die feßt sie Fleisch oder gar Civilisation an? Was ist unter Vernachlässia geledtefte Ordnung halten. Sie beschäftigen sich fast ausschließlich gung Englands aus Indien unter England geworben? mit sich selbst, während Großbritannien vor lauter Ausland gar nicht Gährend Drachengift aus der Milch frommer Denfungsart. Es mehr zu sich selbst kommen kann. Das ist slimm, wenn man nicht ist nun erwiesen, daß die Grausamkeiten der indischen Soldaten gegen nur nicht mehr zuerst vor feiner Thür, sondern gar nicht mehr zuhause englische Personen, diese furchtbaren Gemälde in der Times, größtenkehren und nur weite, ferne Heiden bekehren kann. Sie reformirten theils erlogen waren, wie die Rechtfertigung der Palmerstonschen einmal nach der französischen Juli- Revolution. Dann blieb es beim Politik gegen Canton in derselben Times durch die 73,000 von Yeh Alten bis 1848. In diesem Jahre wurde eine neue, gründliche Re- getöpften Chinesen und Schauergemälde aus Cantons Gefängnissen form zuhause versprochen. Sie kamen nicht dazu, die Reformatoren. fich wahrscheinlich als „auswärtige Politik“ heraussteffen werden. ford John Ruffedi wurde dann Premier und versprach die versprochene Aber richtig ist es doch, die Sipoys haben mande grausame Thaten Reform, aber wichtige auswärtige Verhältnisse machten eine Verta- giftiger Rache an Engländern und Engländerinnen verübt. Wer hat gung nöthig, bis Lord Derby dran fam und feierlich eine gründliche ihnen das Drachengift der Rache eingeflößt und es genährt? England, Parlamentsreform versprach. Nur bat er sich die Gnade aus, fic England, England, das civilisirende, christianisirende, zum Wohle die wichtige Angelegenheit bis zum nächsten Jahre zu überlegen. anderer Völfer vernachlässigte. Wir erinnern an die Thaten von

Aber im nächsten Jahre famen Aberdeen und Krieg. Aberdeen Clive und Hastings, die wir im vorigen Jahre refapitulirten. Wir bat flebentlich, die Aufmerksamkeit, die der Krieg mit Rußland er erinnern noch an Dalhousie und den Hauptzögling desselben, das forbere, nicht durch heimische Reform-Gedanken zu zersplittern. Nach deal von Sdeusal, Nena Sahib. dem Kriege wolle man zuhause ernftlich Kehricht wegräumen. Aber Die Engländer waren früher einstimmig über die Nobleffe, Feina Lord Palmerston führte den Krieg zu Ende und mit Glorie, damit beit, Bildung, leutseligkeit u. s. w. dieses Sheusals. Hören wir er, wie er oft in seiner Zuverlässigkeit versicherte, nächstes Jahr die aus Chambers' Edinburgh Journal (Nr. 222), wie das eble Lamm Augiasställe zuhause ausschließlich reinigen fönne. Die Türkei war zu einem wüthenden bengalischen Tiger ward. gerettet, aber England blieb ungerettet. Es hieß immer: Nächstes Nena Sahib, Radschab von Bithuur, feines eigentlichen Namens Jahr. Palmerston, der große Auswärtige, fiel über eine auswärtige Sree Munt Dhuunduu Punt, ist der adoptirte Sohn des verstorbea Frage, ohne feinen Feuereifer für innere Reform befriedigen zu fönnen. nen und von den Engländern vorher pensionirten Mahrattenhäuptling

Das Ausland ging vor. Was ist England gegen sein weites (Peischwa) Badschii Rao. äußeres Land? lord Derby kam und sagte, er werde die seit einem Leßterer hatte als Mahrattenfürst mit seiner vollen Gewalt die Menschenalter vertagte innere Reform bewirken, doch die Reform In- Ostindische Compagnie gegen Tippo Sahib, den Tiger von diens gebe bor.

Seringapatam, unterstüßt, unterstüßt mit Tausenden tapferer KrieWas hat England mit einem wildfremden, fabelhaft fernen Volfe ger, mit denen die Ostindische Compagnie den wilden Tiger erlegte. zu thun? Warum muß es felbft Jahr aus Jahr ein unverbessert blei- Die Ostindische Compagnie, aud hochherzigen, civilisirten, civilifirenben, während es fich um das Wohl und die Civilisation Hinter den Engländern bestehend, belohnte ihn dafür nach jahrelangen MißAsiens abstrapazirt? Nun, es opfert sich auf für die Welt. Es läßt handlungen und Vertragsverleßungen – durch Wegnahme, Conzuhause Alles im Schmuße liegen, um die Welt im Ganzen und fiscation, ,,Unneration“ seines ganzen blühenden landes. Großen zu reinigen. Das wäre erhaben, wenn es wahr wäre. Eng- Dies war 1817. Sir John Malcolm, der Krieger und biographische land laborirt zunehmend am Auslande, besonders an Indien. Kommt Speichelleder, zog die Friedensflagge vor dem empörten, an der Spiße ihm nun die Vernachlässigung seiner felbft zu Gunsten seiner aus. von 8000 tapferen Mahratten ftehenden Babidhii Rao auf. Dieser wärtigen Besißungen zugute? Hat es in Indien gereinigt, hat es In- ließ sich überreden, unter folgenden Bedingungen in die ,, Anneration" bien civilisirt, christianisirt? Hat die neue Reform-Bil eine solche seines Landes zu willigen. Badschii Rao soll in einer heiligen Stadt Tendenze Reform-Bil, antworte! Clive, Şastings, Dalhousie ants Indiens als Civil- und Rechtsoberhaupt residiren und von der Ostwortet!

indischen Compagnie jährlich für fich und seine Familie eine PenEs ist ein entfeßliches Faktum, daß England vor lauter auss fion von mindestens 80,000 Pfund erhalten und diese Pension ihm wärtiger Politif nicht mehr zu fich felbft und auch in der auswärtis felbft und seiner Familie gefeßlich fanctionirt werden. Badschii gen Politik zu nichts mehr kommen kann, als erhöhten, immer steigen- Rao nahm nach vielen Verhandlungen diese Bedingungen an. Er den Schulden und Laften und Verunreinigungen zuhause. Alle fabels zog nach Bithuur und lebte daselbst 30 Jahre als oberster Kriminalhaften Schäße, aus Indien herausgeplündert, sind zuhause unsichtbar und Civilrichter. Die englische Compagnie zahlte ihm die gerichtlich geworden, negativ geworden, wie die Schäße Persiens aus den ausgeseßte Pension, aber natürlich stets blos das gefeßliche Minimum, Satrapieen, wie die Schäße Noms aus seinen eroberten Ländern, wie obgleich in dem Kontrakte das mindestens" auf das generöseste die goldenen Millionen Spaniens aus den antipodischen Minen. interpretirt worden war. Man fauft zu erhöhten Preisen und erniedrigtem Größenmaße mit Die Pension war ihm und seiner Familie zugesichert worden. englischem Gelde, englischem geborgten Gelde, englische Soldaten Er selbst blieb aber ohne Kinder. Die Hindu-Schafers oder heiligen

Schriften legen nun einen schrecklichen Fluch auf Kinderlosigkeit. *) Von anfere m bonboner forrespondenten

Rinderlos aestorbene Männer fommen in ..Put''. einen Ort der Bers

dammniß, dessen Bewohner in Ewigkeit hungern und durften und un dabei! Nichtig. Aber wie haben sie es gewonnen und wieder gewongebadet (Bad ist dem Hindu religiös gleich Effen und die unverbrüch- nen? In der Politik gelten alle Vortheile, sagt man. Auch ridtig – liche Vorkost) bleiben müssen, weil kein Rind die nöthigen Dpfer dazu praktisch - politisch genommen. Aber Macaulay sagt

und Macs bringen kann.

aulay ist ein großer Mann und lord - daß die Engländer auch in Die heiligen Schriften gestatten, um Kinderlosen diesen Fluch zu Indien der Unehrlichkeit nie Vortheile verdankt hätten; das greift sparen, Adoption von Kindern, die dann als wirkliche Kinder gelten man auf jeder Seite der Geschichte mit Händen, und Macaulay bes und logisch und naturgeseklich überall als zur ,,Familie" gehörig an- ftätigt es. Es wäre zwar auch ohne Macaulay's Autorität voulomgesehen werden würden. Der finderlose Badsdii Rao nabm in sei men richtig, aber wer würde es ohne ihn in diesem Falle glauben? nen alten Tagen Nena Sahib als seinen ältesten Sohn, Erben und Nun wohl, warum haben die Engländer nicht ihre Vortheile in Repräsentanten" an und starb am 28. Januar 1851. An seine Stelle Iudien wahrgenommen? trat nun rechtlich und natürlich ,, der älteste Sohn, Erbe und Res Dod laßt die Todten ruhen! Nun reformiren sie es doch, und präsentant."

zwar auf Kosten beimisher Reformen. Nein, fie reformiren es nicht, Als Lord Dalhousie, damals General-Gouverneur, von diesem fie ändern blos die Wahlformen für Satrapen. Sie vermehren die Tode gehört, ließ er an die schwarze Tafel für amtliche Bekannt- Jäger des Satrapirens für Indien, vermehren die Soldaten, welche machungen zu Kalfutta seinen Beschluß anschlagen, daß die dem das Satrapiren schüßen sollen, und ruiniren so Indien auf neue Badschii Rao und seiner Familie rechtzuerkannte Pension nicht Rechnung, so daß auch fünftig Indien und andere ausländische Be. mehr gezahlt werden werde.

fißungen das Parlament abhalten werden, England zu reformiren. Nena Sahib, die Witwen des Verstorbenen und Angehörigen Noch mehr Füllung der Augiasställe zuhause und außerhalb. Das ist saben sich plößlich in Armuth und Entbehrung gestürzt und hatten eine zwar imposante, aber sehr unreinliche und faulige Politit. Wohl keine Eristenzmittel, als die, welche der Verstorbene zurüdgelassen. dem, der zuerst vor seiner Thür fehrt und dann Anderen in ReinlichNena Sahib (dicte eine ausführliche Begründung seiner Ansprüche feits-Bestrebungen hilft. Wer aber zuhause Schmuß häuft und dann, auf die Familien- Pension an den englischen Gouverneur der nord von Gestant vertrieben, das Ausland unter allen Breitengraden vers westlichen Provinzen. Dieser antwortete, daß die Pension nicht fer- unreinigen hilft, paßt eigentlich nicht so recht zum Muster und Mo. ner gezahlt werden könne; man wolle ihm aber dafür ein Stück (vors delle für Freiheits- und Reinigungs-Bestrebungen anderer Völker. her Anderen wegstibiztec) Land geben. Der englische Kommissionär von Bithur, ein Mann von Rechtlichkeit und Freund Nena Sahib's, fchidte ein dringendes Gesuch an den General-Gouverneur und machte die Rechtmäßigkeit, Geseßlichkeit und englische Nothwendigkeit dieser

Friedrich von Gagern. Ansprüche und deren Anerkennung geltend. Dafür erhielt er vom

(Schluß.) General-Gouverneur am 24. September 1851 einen derben Verweis, Die nächfte Zeit nach dem Frieden verbrachte Friedr. v. Gagern seine Eingabe sei , unverantwortlich. u. s. w. Nachdem er in In- in Deutschland. Sein Vater war von dem König der Niederlande dien selbst überall abgewiesen worden war, wandte fich Nena Sahib zum Gesandten bei dem deutschen Bundestage ernannt worden, die an den ,,Direktoren-Hof in Leadenhalftreet zu London“ unter dem Luremburger Stimme zu führen. Nach Frankfurt begleitete ihn der 29. Dezember 1852.

Sohn, der das Sommerhalbjahr 1816 in Heidelberg zubrachte, um In den Augen der Ostindisden Compagnie und ihrer Helferd- fich gründlicher von dem Geiste deutscher Wissenschaft durchdringen helfer waren die Ansprüche, welche beraubte und dafür kontraktlich, zu lassen. Am 5. November 1816 wohnte er der Eröffnung des englisch-gefeßlich entschädigte indische Fürsten auf Grund dieser eng- Bundestages bei. Sein Gedenkbuch enthält bei der Erwähnung dieser lischen Garantieen erhoben, nie maßgebend. Auch das Parlament Eröffnung und der dabei gehaltenen Reden nur den lakonischen Zus wies in den leßten sechs Jahren solche Ansprüche, welche acht indische faß: ,, Meine Abneigung!" - Nad den Niederlanden zurückgekehrt, Fürsten persönlich in London geltend zu machen suchten, ab und brachte war er in den Jahren 1817—1823 meist im Luremburgischen mit geosie nicht einmal zur Sprache. Ich habe selbst einige Male indis dätischen Arbeiten zum Zwede der Kartenprojectionen beschäftigt, das sche Fürsten in großen, gelbseidenen, diamantenbesepten Roben im bei seine militärische und wissenschaftliche Ausbildung nicht vernachParlamente sißen sehen. Dort saßen sie Monate, einige Jahre lang, lässigend und sich den politischen Interessen nicht entfremdend. Die beäugelt

, belächelt, spöttisch, unterthänigft verehrt und von Rechtss Wirksamkeit des Vaters in der deutschen Bundesversammlung hörte im Anwalten unterstüßt, bis ihre Gelder und Juwelen verkauft, verseßt April 1818 auf. ,,Sein nationales, auf Einheit oder fefteren und und nicht wieder einlöslich geworden waren. Dann frochen die wirksameren Bund gerichtetes Beftreben war wohl allen Theilen unFreunde und Rechtemänner in ihre löcher, und die Fürften wurden bequem gewesen; feine wiederholte Klage aber wegen Nichtvollziehung mit Regierungs- Unterstüßung wieder nach Indien geschidt.

des Art. 13 der Bundesakte und sein Drängen auf diese Erfüllung Die Advokaten Nena Sahib's trieben fich in den Vorzimmern in einer Ausdehnung, wie sie der Geist der Geschichte ausspricht, wie des Direktorenhofes herum, bis das dazu angewiesene Geld für Koften sie die anderen Nationen um uns ber bereits praktisch befolgen und verrechnet war. Im Dezember 1853 fandten die Direttoren Rena feinesweges mehr in Zweifel ziehen, das war der Stein des Anstoßes, Sahib's Dentsdrift und Petition mit dem Bescheide zurück, daß die Aergerniffes und Falles, der von den deutschen Regierungen gefordert Regierung in Indien selbft (Lord Dalhousie mit dem schwarzen Brette wurde, deren Wünschen die niederländische bereitwillig entgegenin Ralfutta) seine Ansprüche erledigen werbe. Dort waren sie schon fam." – Der Vater trat in hessen - darmstädtische Dienste, wo er erledigt, wie die weisen Direttoren und der General-Gouverneur in den Kammern feine Wirksamkeit entwidelte. lächelnd dachten. Aber sie irrten fich. Nena Sahib'& Ansprüde Ende Februar 1824 ward Friedrich von Gagern auf ein Jahr gingen, von England sanctionirt, garantirt, gebrochen, verhöhnt und der Bundes - Militairkommission in Frankfurt zugetheilt. Von Frantvergiftet, als scheußlidste Rache an allem Englischen auf. Die Wuth furt aus machte er häufig Besuche in Hornau, dem väterlichen Gute, und Morbluft gegen unschuldige englische Kinder und Weiber in dem und verlebte glüdliche Tage im heiteren Familienfreise. – Die nächeinst so gepriesenen, noblen, feinen, lustigen Prinzen ist ein Werk der sten Jahre nehmen Dienstgeschäfte und wissenschaftliche Studien in englischen Civilisation, Politik in Indien, die Frucht des Naubes und Anspruch. Beim Ausbruch der belgischen Revolution, 1830, nahm Betruges, der Unehrlichkeit, welche die ölechtefte Politik ist, wie Ehr, er thätigen Antheil an den Ereignissen. Hierüber handeln zwei lichkeit die beste.

Schriften, das Bruchstück einer Dentsdrift: ,,Von den Ursachen, dem Nena Sahib war noch ein feiner, nobler Prinz, als er so überall Verlauf und den Folgen der belgischen Revolution", geschrieben 1834, abgewiesen war. Er hatte noch Vertrauen auf englische Rechtlichkeit und „Erinnerungen aus der belgischen Revolution“, gesbrieben 1836. und ichidte einen neuen Bevollmächtigten nach London, den im Der Verfaffer hat sie zu Anfange des zweiten Bandes mitgetheilt. Westende noch rühmlich bekannten Asimullay, der im Sommer 1855 Die nächsten Jahre nach der Revolution bis zum Friedensschlusse fein Privathotel in Georgestreet, Hannover Square, zur heitersten zwischen Belgien und Holland verbrachte er meist in Sommerlagern Stätte der Gastfreundschaft, feiner Bildung und angenehmer Geselligkeit und Winterquartieren in Nord-Brabant, immer im regen Verkehr erhob und hielt, bis alle seine Hoffnungen zusammenbrachen und er mit den Seinen und mit eifriger Theilnahme an dem politisden und fich zur Abreise rüstete. Da lachte er nicht mehr; feine heitere, literarischen Leben in Deutschland. .. Im Jahre 1839 trat er nach intelligente Gesprächigkeit wurde zu unheimlichem Murmeln, sein kla- fünfundzwanzigjähriger Dienstzeit aus dem Generalftabe in die linie res Auge zu dämonischen Bligen. Als er von der Wirthin des Hau- zurück als Oberst-lieutenant und Regiments - Chef des Dragoner - Regifes Abidhied nahm, pfiff er in unheimlicher Heiserkeit die Worte heraus: ments Nr. 5. Nach kurzem Regiments-Kommando ward er vom Prinzen ,, England roll nun bereuen, was es meinem Fürften angethan.“ von Oranien designirt, den Prinzen Alerander nach Petersburg zu be

Asimullah war einer der Wüthendsten in Niedermeßelung der gleiten. Das an interessanten Bemerkungen reiche Journal dieser englisden Soldaten, Weiber und Kinder zu Cawnpore, Nena Sahib Reise wird im dritten Bande S. 337 mitgetheilt. Im Jahre 1844 der teufelischste Pfeil der Nemesis, welche neuerdings über Indien ward ihm vom Könige eine wichtige Mission nach Holländisch Ofte wüthete und England jeßt wieder hindert, zuhause zu reformiren. indien anvertraut, und nachdem er zum Generalmajor befördert wors

Nun, sie haben es doch wieder. Und welch ein Heldenthum den war, schiffte er sich den 25. Juni 1844 zu Helvoetsluis ein. Ein

{agebuch giebt karze, aber treffende Bemerkungen über die Reise diese neuen Ehren sagen wollte: er war, unentnervt vom tropischen nads Java über Falmouth, Madeira und Rio Janeiro, über den Klima, an Wissen und Erfahrungen bereichert, geistig verjüngt durch Aufenthalt in Indien, über den Besuch von Britisch-Ostindien und die mannigfaltigsten Eindrüde, welche Natur und Mensden unter die Rüdfehr über Aegypten. Sein Intereffe für Deutschland ift auch den verschiedenen Zonen und die Anschauung großartigster Verhälte dort, wo ihn wichtige Dienstgeschäfte in Anspruch nehmen und soviel nisse auf ihn geübt hatten, mit seiner ganzen Thatkraft und ThatenNeues seine Aufmerksamkeit fesselt, nicht erloschen. Der Vater hatte luft, aber auch mit seiner ganzen Vaterlandsliebe der Alte geihm die Einberufung des vereinigten Landtags in Preußen gemeldet. blieben." – Die Februar - Revolution brach in Frankreich aus. „Die

Er schreibt aus Cheribon-Samarang: „Am 5. Juni brachte mir Ereignisse in Frankreich", schreibt Heinric an Friß, am 29. Februar die Poft eine unerhörte Masse von Briefen und Paketen, darunter zwei 1848, , werden diesmal in die deutschen Zustände umgestaltend ein

Briefe des Vaters, voll von interessanten Nachrichten. Mit gespannter wirten und hoffentlich der Lösung uns näher bringen. 3m südlichen Erwartung lebe ich auf das, was in Preußen vorgeht; es kann nicht Deutschland herrscht große Aufregung; id zweifle nicht daran, auch ohne Wirkung auf die Nachbarstaaten bleiben, und wer kann die Fols in Berlin." - ,30 hoffe", freibt Friß an Heinrich am 6. März, gen voraussehen? Doch Eine Folge sebe ich voraus: 3ch behaupte, bie patriotische Bewegung wird Eindruck in den höheren Regionen daß die politische Bewegung in Preußen die religiösen Zänkereien in machen, so daß die Gemäßigten die Oberhand behalten; daß das Deutsland ganz in den Hintergrund drängen wird. Die Menschen große Ziel erreicht wird ohne bedeutende Störung des inneren Friedens müflen fid für Etwas interessiren und lebhaft interessiren, damit das von Deutschland, und daß man Kraft behält, das kommuniftische Blut in Wallung kommt. Da ihnen die politischen Schranken in Treiben zu bemeistern.“ 3mmer höher gingen die Wogen der Deutschland verschlossen waren, haben sie die alten Thefes der Ne- Revolution. Unter dem 14. März schreibt Friß an Heinrich: „,35 formationszeit bervorgesucht, um sich darüber zu zanken. Aber diese schäme mich, daß ich vom ficheren Ufer blog zusebe, wie die Schiffe Disputationen werden sich bald auf einen kleinen Kreis von Zuhörern mit den stürmischen Wellen lämpfen. Lange halte ich das nicht aus, beschränken."

besonders wenn es hier ruhig bleibt und der Kampf in Deutschland Im Januar 1847 schreibt er aus Batavia: „Auch die deuts noch ernster und hartnädiger werden sollte." - Am 25. März theilt fchen sogenannten religiösen Wirren, von denen ich jeßt neuer- ihm der Vater mit: „Es ist der Wunsch vieler Badener, dich an der dings lese, interessiren mich wenig, und ich fann ihnen die Bedeutung Spiße des badischen Armeecorps zu wiffen." — Am 1. April (dreibt nicht zuerkennen. 3oh sebe darin nur eine politische Bewegung im Friß an Heinrich: ,,So ungern man mir jeßt Urlaub giebt, so wird Sonntagsrođe. Aus Ronge's deutsch - katholischer Kirche kann nichts man mir einen kurzen von 8-14 Tagen nicht verweigern, wenn ich werden, was Bestand hat. Der Chrift, der sich der Autorität der darauf beftebe, und ich werde darauf beftehen, sobald ihr mir schreibt: Kirche unterwirft, ift Katholik, - wer seiner eigenen Ueberzeugung komme!" – Schon am 2. April forderte und erhielt er den Urlaub, folgt, Protestant; non datur tertium. Eine fanatisde oder enthufiafti- ohne jenen Ruf abzuwarten; per hatte es nidt länger aushalten dhe Aufregung begreife ich, wenn die Gemüther durch Intoleranz ers fönnen.bittert werden, wenn man Zwang anthun oder unterdrüden will, oder Am 14. April 1848 warb ihm vom Großherzog von Baden das wenn neue Ideen praktisch ins Leben treten wollen. Keines von Kommando der mobilen Truppen übertragen. Die traurige KataBeidem ist in Deutschland der Fall. Die ultrakatholischen wollen strophe bei Randern, am 20. April, bleibt unter den vielen Gräuelmittelalterliche Prätensionen wieder geltend machen; die Ultraproteftan- thaten des Jahres 1848 die verruchtefte, womit sich die Anardisten ten wollen die Volksreligion in ein abstraktes Philosophem auflösen; befleckt haben. Heinrich von Gagern zerstört das Lügengewebe, das Beides ist unpraktisch und nicht durchzuführen; aber wenn man die die Aufständisden zur Beschönigung ihres Frevels um die Ereignisse Leute ruhig geben läßt, so muß ja das ruhig ablaufen. Doch ich ras gezogen haben, und konstatirt die Thatsache: Die Aufständischen haben sonire zu abstrakt. . Hätte ich zur Zeit der Reformation gelebt, ich den General von Gagern vorgerufen, unter dem Vorwande, zu unters würde wahrscheinlich Katholif geblieben sein aus religiösem Konser- bandeln, aber in der Absicht, wenn der Plan zur Verführung der vatismus."

Truppen feitern sollte, ihn um fo ficherer zu erschießen. Friedrich Merkwürdig ist, was er über die Stimmung der Hindu und von Gagern fiel also nicht als Opfer eines unglüdlichen, aber zuMuhammedaner in Britisch-Ostindien aus Ralfutta schreibt: ,,Den fälligen Kriegsereignisses, sondern eines als Kriegsmittel völferrechtlich 17ten, Sonntags, bin ich Morgens mit Graf Görz nochmals in unerlaubten, feigen Mordes! – Der Großherzog von Baden drieb das Museum der Asiatic Society gegangen, um die Collection of an den trostlosen Vater: ,, Nicht blos Ich und Mein Land werden sein Drawings von Colonel Mackenzie zu besichtigen. Ein Hindu, der als Andenken dankbar bewahren, die große Geschichte unserer Zeit wird Unterbibliothekar angestellt ist, zeigte uns Ades. Ich habe eine Con- den Namen Gagern nennen, so lange die Menschen in rebellischer versation mit ihm angeknüpft, woraus Folgendes hervorging: Die Brah- Anarchie den größten Feind der Civilisation und der wahren Freiheit manen sind dem gar nicht entgegen, daß englische Sprache und englische erfennen werden.“ – Für ihn wirb hoffentlich auch heute noch Deutsch Wissenschaft verbreitet werde; To haben sie sich dem Medical College land eine Thräne der schmerzlichen Erinnerung haben. M. und den Sectionen nicht widersebt; aber sie sind aufgebracht über die Belehrungsversuche (conversions), die freilich bei den Hindu's eber Ein

Finnland. gang finden, als bei den aufgeklärten Muhammedanern. Ich sprach mit diesem Manne über seine Religion und ließ mir einzelne Partieen

Ueber Philologie und Linguistik. seiner Mythologie erklären. Die Hindu's nehmen eben die Avatars

Von M. A. Castrén. *) und die anderen Abfurditäten als ihre Glaubensartikel an, über die Mit der praktischen Sprachkunde hängt die Philologie in der man nicht grübeln müsse. Sie betrachten ihre Religion als die ihnen gewöhnlichen Bedeutung dieses Wortes am engsten zusammen. Diese vom Schidsal bestimmte Form des Gottesdienftes, als ihr Eigenthum, ist allerdings eine Wissenschaft, allein sie hat als Hälfswissenschaft ihre Sitte, ihre Geschichte und Nationalität, die sie Anderen aufzu- der Geschichte ihren vornehmsten Werth. Für den Philologen ift die dringen weder Beruf noch Verpflichtung fühlen, aber sich auch nicht Sprache hauptsächlich Mittel zu Erforschung des geistigen Lebens nehmen lassen wollen. Anders verhält es sich mit den Muhammedas irgend eines Volfes. Von höherem Standpunkte betrachtet, erscheint seine nern, die Haß gegen Christen nähren. Während des leßten Krieges Wifsenschaft als eine der dürftigften und inhaltlosesten, denn fie bes mit den Siths war die Furcht und die Spannung zwischen den ver- fteht einem sehr wesentlichen Theile nach aus der bis ins Kleinliche schiedenen Nationalitäten und Religionsbekennern sehr groß und er- gebenden Kritik griechischer und römischer Schriftfteller. Diese Kritit ftredte sich bis nach Kalkutta. Auch von anderer Seite habe ich ge- ist ohne Zweifel sehr nothwendig gewesen, um die schriftlichen Denkhört, daß Hindu und Muhammedaner damals schon die Köpfe erhoben mäler des flaffischen Alterthums von Zusäßen und Fälschungen späund es nicht an bedrohliden Leußerungen fehlen ließen, z. B. den terer Zeiten zu säubern, und in diesem Betrachte hat sie große BeEuropäern auf der Straße und in den Kaufläden fchon weniger ehr- deutung; alein sie kann nicht als selbständiges Ziel der Wissenschaft erbietig begegneten. Früher hatte mir Herr Clerk gesagt: Große aufgestellt werden. Mit Recht erklärt man das Studium des klassiGefahren und auswärtige Kriege haben wir für Indien nicht zu fchen Alterthums für eine Obliegenheit jedes wissenschaftlich Gebildes fürchten; die einzige Gefahr, welche die stete Aufmerksamkeit des ten; aber die Sprachforschung ist dabei eigentlich nur Nebensache, ein Gouvernements erbeischt, kommt von den Muhammedanern, bei welchen bloßes Mittel zur Erfassung des wahren Sinnes und Geistes. viel mehr Fanatismus herrscht und besonders größerer Zusammenhang In ihrer höchsten wissenschaftlichen Bedeutung führt die Sprachbesteht, als bei den Hindu's. Er hat die Ueberzeugung, daß unter kunde den Namen linguistit; ) das Ziel der leßteren ist die den Muhammedanern über den ganzen Drient eine schleichende Con- Sprache als solche. Während die Philologie ihre Nahrung nur spiration gegen die Chriften oder Europäer bestehe, und daß fie ihr in Sprachen findet, die eine Literatur besigen, so kann dagegen jede Heil von der in Europa überhand nehmenden Demagogie erwarten, wodurch die europäischen Regierungen geschwächt werden würden."

*) Aus dem fürzlich im Druck erschienenen vierten Bande seiner „NorNach der Rüdfehr in den Haag ward Friedrich von Gagern am diska Resor och Forskningar”. 12. Juli 1847 zum Kommandanten der Reserve- Brigade und fun- ießt, verstand und versteht man unter Linguistit bloße Beschäftigung mit Sprachen

**) Aber noch nicht lange; denn vormals, und in einigen Ländern noch girenden Gouverneur der Residenz ernannt. ,,Was aber mehr als im Allgemeinen, entweder als Liebhaberei oder zu Dolmetscher-Zweden.

Sprache Gegenstand der Linguiftit werden, und mehrentheils find gerade dem Blatte wiedergegebenen Farben eine besondere Platte erforderlich solche Sprachen, die aller Literatur entbehren, in linguistischer Hin: war, – auch für einen verhältnismäßig sehr billigen Preis (2 Fr.d'or) ficht die interessantesten, da diese ihren ursprünglichen Charakter am geliefert wird. reinsten bewahrt haben. Der Linguist ist also nicht nothwendig auf Literaturstudien angewiefen, denn sein ganzes Streben richtet sich auf Freigebung des Verlagø der ; Frländisden Soul. Erforscung des Wesens der Sprache selber. Während aber der Phi- bücher". Die englische Regierung hat in neuerer Zeit kundgemadt, lolog in dem Gebiet einer Einzelsprache seine Welt finden kann, muß daß fie fortan den Druc und Verkauf der unter der Benennung: der linguist größtmögliche Universalität anstreben.

,, Irländische Schulbücher, bekannten zahlreichen Drudwerke, Cand. Die Linguistit oder vergleichende Philologie ist, wie bez farten, Mufterschriften und Zeichnungen uc. der freien Konfurrenz kannt, eine neue Wiffenschaft; nichtsdestoweniger haben ihre Pfleger überlasse und nicht mehr auf eigene Rechnung durch die Irish Board schon in zwei Lager fich getheilt. Es giebt eine vergleichende Philo- herausgeben werde. Der englische Buchhandel hatte nämlich dieses logie, welde die historische, und eine andere, welche die philosos Verfahren als einen Eingriff in die gewerbliche Thätigkeit des Abgaben phische oder spekulative heißt. Der historische linguift hält fich zahlenden Volkes bezeichnet, und obwohl Niemand im Stande sein an ein Gebiet, wo er nur mit stofflich verwandten Sprachen zu thun wird, jene Shulbedürfnisse wohlfeiler zu liefern, als es die Agenten bat, mit solchen, die einen gemeinsamen Stamm haben und von Sei- der Regierung gethan, will man doch keine Wohlthaten mehr, die an ten des Lautes unter einander verwandt sind. Seine Bemühun- diejenigen des sogenannten heiligen Crispin erinnern. Bereits haben gen sind dahin gerichtet, in das ursprüngliche Wesen dieser Sprachen übrigens zwei Buchhandlungen, Collins in Glasgow und Groomeinzubringen und zu zeigen, wie sie nach bestimmten Gefeßen sich ent- bridge & Sons in London, ihre Absicht angekündigt, ähnliche wohl. widelt und im Zeitenlaufe verschiedene Gestalt angenommen, und es feile Ausgaben der ,,Zrländischen Schulbücher", wie die bisherigen ist eben diese Verfolgung des Entwidelungeganges der Sprachen, was der Regierung, zu beranstalten. die erwähnte Art von Linguistit als historische bezeichnet. Aber eine ihrer vornehmsten Eigenschaften besteht darin, daß sie, wie ge

Griechischer liederfdaß von Friedrich Dörr. Unter sagt, ihre Ergebnisse auf die lautliche Berwandtschaft der einem gleis diesem Titel ist bei Voigt und Günther in Leipzig eine höchft gedhen Stamme angehörenden Sprachen gründet.

schmadvol gedructe, dem Herzog von Sachsen-Koburg gewidmete Die sogenannte philosophische Linguistit ist zwar ebenfalls ver

Blumenlese aus Dichtern des alten Griechenlands, lyrischen und epis gleichender Natur, aliein ffe fümmert sich nicht um lautliche Ver- grammatischen, erschienen. Sie empfiehlt sich durch ihren reichen Inwandtschaft, sondern faßt eigentlich nur den Begriff ins Auge und halt und im Allgemeinen durch glüdliche Auswahl des Dargebotenen. fuct die Uebereinstimmung oder Nicht-Uebereinstimmung im Ausdrucke Die Ueberseßungen sind im Ganzen leicht und frei, und man mag sie, desselben bei den verschiebenen Völkern darzulegen. Sie beschränkt was ihr Verhältnis zu den Originalen anlangt und was deren Bers sich auch nicht auf eine gewisse Anzahl mehr oder minder verschwister- ständniß betrifft, als gelungen bezeichnen. În rhythmischer Hinsicht ter Sprachen, sondern umfaßt alle menschlichen Idiome als ein ab. sind sie nicht frei von Härten und Mängeln, die gerade hier um for geschlossenes System. Dabei kann es nun allerding& fich ergeben, störender find, je mehr sie die einfache Würde und den Adel ber daß zwei lautlich verwandte Sprachen zu verschiedenen Klassen ge: hellenischen Dichtkunst verleßen. Sie haben in diesem Betradt midt hören; dem philosophischen Forscher ist dies aber fein Hemmniß selten einen gar zu modernen Anstrich, wozu auch der zum Theil geauf seiner Bahn, da er eben mit dem Begriffe, nicht mit dem wählte Reim beiträgt. Wenn es auch wahr ist, was hier S. 183 in Laute zu thun hat. Uebrigens schwebt diese Art von linguistit noch Hinblick auf eine vom Dichter selbst verfaßte Schrift: „Der Reim dermaßen im Blauen, daß man ihren Ergebnissen keinesweges großes bei den Griechen" (Leipzig, 1857), gesagt wird, daß die Griechen Vertrauen schenten kann. Der fo verschiebenartige Organismus un

den Reim sehr oft und zwar nicht selten auch mit Absicht angewendet gezählter Sprachen unserer Erde ist noch allzu wenig untersucht, um baben“, ist dies doch nicht in der Blüthezeit der hellenischen Poesie einer Sprachphilosophie als Grundlage dienen zu können, und wirklich geschehen, und wie der Reim nur als eine charakteristische Erfindung find auch alle philosophischen Sprachlehren, die wir bis heute befigen, der romantischen Dichtkunst der modernen Dörfer angesehen werden weniger auf Einsicht in die Natur der Sprachen felber, als auf philosophi- fann, so widerstrebt er auch dem innersten Wesen ber hellenisdett fche Systeme gegründet, die in der betreffenden Epoche in der Mode Poesie. Auch in Betreff der Sprache der vorliegenden Ueberfe gungen waren. Adem Anscheine nach hat das neuefte System seine Rolle schon will es uns bedünfen, als habe Dörr bisweilen gegen die Würde der ausgespielt und andere find im Anzuge, die keine Bürgschaft längerer griechisden Poesie verstoßen, und Redensarten, wie die: das feiert Dauer in sich tragen, wie groß auch die Anmaßung sei, mit der sie mid den Rufuk (S. 32), möchten wir selbst bei Anakreon nicht billigen. auftreten mögen. Wohin wir unsere Blige wenden, fehen wir jeßt Die Schreibart des Verfaffers hat etwas gar Auffallendes, in der die Vertreter der gefunden Erfahrungs-Wiffenschaft damit beschäftigt, Eigennamen, wie in anderen Wörtern, und wohl darf man fragen, Thatsachen, und immer nur Thatsachen zu sammeln. Man fragt wenig wohin wir mit: Föbos, Sapfo 2c. fowie mit: Mut, Not, Tot ac. nach Combinationen, man ist nicht mehr so schnell mit Resultaten bei am Ende noch kommen sollen. Die Infonsequenz ist bei dieser Meder Hand, nicht mehr fertig" vor der Vollendung - es sind nur That- thode noch der geringste Fehler. fachen, die ießt gelten. So gut wie jemals, seben die historischen Forscher auch heute ein, daß eine Anhäufung vereinzelter geistiger Baustoffe

- Ein dinefilder Thaumaturg. Gegen den Ausgang des eine Wissenschaft im höheren Sinne keinesweges ausmacht, allein efften Jahrhunderts unserer Zeitrechnung lebte im oceanischen Küfterdas Maß des neu Ermittelten scheint noch lange nicht voll genug, um

lande Oft-China's ein gewisser li vom Orden der Tao fze. Diefer neue Systeme zu bauen. Ueberhaupt nehmen die Wissenschaften in Mann heilte – so wird berichtet – eine Menge Krankheiten, inben unserer Zeit eine vorzugsweise ftoffliche Richtung, und so verhält es er die Patienten eine Art Wunder-Pillen einnehmen ließ. Nach dem fich auch mit der Linguistit: die ihre Ergebnisse auf Laute, Stamm- Verschlucken solcher Pillen foul augenblickliche Genesung erfolgt sein. wörter, grammatische Formen und andere ftoffliche Elemente grün

andere ftoffliche Elemente grüns Da ließ eines Tages ein sehr vornehmer, aber geiziger Herr fica es dende historische Forschung dieses Namens geht mit raschen, aber im beikommen, den fi zu Gafte zu bitten. Während des Effens sprach der Ganzen ficheren und bebutfamen Scritten vorwärts.

gütige Wirth sein Bebauern aus, gerade am heutigen Tage nicht mit Wein aufwarten zu können. li entgegnete harmlos lächelnd : ,, Aber

zu Haupten Eueres Bettes fteht ja ein Krug Perlen-Bora!") Der Mannigfaltiges.

vornehme Herr erschrad über die Sebergabe des Gastes, die feinen „Alerander von Humboldt in feiner Bibliothet". Geiz so empfindlich bloßstellte, und befahl einem Diener, den vors Nachträglich zu Nr. 34 des ,, Magazin", wo wir dieses treffliche Bild, behaltenen Krug zu holen; der Tao fze aber sagte: „, Caffet nur den einen Deldrud in Farben, angezeigt, haben wir noch zu bemerken, vollen an seinem Orte und befehlet, daß man einen leeren bringe!" baß nicht die Cottasche Verlagshandlung, sondern die Herren Sterch Als dieser gebracht war, dedte der Wundermann ein Blatt Papier und Kramer in Berlin den Vertrieb des gedachten Kunstwerkes durch auf die Mündung, entfernte es gleich wieder, und fiebe ba - Das den deutschen Buch- und Kunsthandel übernommen haben. Das seit Gefäß war mit aromatisch duftendem Weine gefüllt! Die Gäfte labier dem in immer weiteren Kreisen bekannt gewordene Bild hat sich, fo- fich an dem herbeigezauberten edlen Naß, und alle wurden betreffen. wohl der Idee als der Ausführung wegen, der lebhaftesten Anerkennung Am folgenden Tage hatte der vielvermögende Herr andere Tifdgäste. des Publikums zu erfreuen und gereicht dem Künstler, Herrn Profeffor Dieses Mal faßte er den heroischen Entschluß, jenen aufgesparten Eduard Hildebrandt, wie der Anstalt, aus deren Preisen bas kunsts Krug holen zu lassen, aber siebe da — der Perlen-Born, den er ents reiche Blatt hervorgegangen, zu großer Ehre. Wir wiederholen, daß halten, war bis auf den leßten Tropfen fort! es für die gebildete Welt kaum einen sinnigeren und geschmackvolleren Wohnungsschmuc geben kann, als dieses Bild, das übrigens, bei seinen gleidaus Reis gewonnen, den edelsten spanischen und füvitalischen Weinen

*) Mit diesem Namen (tsch'ü ts'iuan) belegt man ein Getränf, das, che bedeutenden Herstellungskosten, da zu jeder der zahlreichen, auf täuschend ähnlich schmeckt.

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(50,000—60,000 Röpfe pro Jahr) hat aufhören müffen, und von

diesem Zeitpunkte datirt sich das Bestreben, in Deutschland und in der Brafilien und Deutschland.

Schweiz 2c. Erfaß für die abgebenden Sklaven zu suchen. Welche An den Redacteur des , Magazin ac."

Anstrengungen hierfür in diesem Augenblide gemacht werden, babe Hochgeehrter Herr!

id foeben erwähnt. Berlin, 15. April 1858.

Das Urtheil des Marquez von Abrantes (fiebe meinen Offenen In Nr. 43 Ihres Blattes geben Sie eine Analyse von der Brief“ S. 7) über den gewissenlosen Colonisationsschwindel Brasiliens Broschüre: „Brasilien und Deutsdland", von Dr. E. Ferreira França, ist heute noch ebenso genau zutreffend, als im Jahre 1853; denn welche Schrift, wie Sie wissen, eine Entgegnung auf einen „Offenen nichts, absolut nichts Nennenswerthes hat fich seitdem in den ,,mateBrief an die Redactionen der deutschen Tagespreffe" sein soll, durch riellen und moralischen Umständen“, die einer freien Einwanderung den ich aufs neue die Aufmerksamkeit der Presse auf die brasiliani- entgegenstehen, geändert. Das famose Dienstbotengesetz von 1837, fche Menschenjagd, welche gegenwärtig im größten Maßstabe in deffen Artifel 7 und 8 man wohlweislich den deutschen Arbeitern Deutschland betrieben wird, zu lenken gesucht. Gewaltige Geldmittel verheimlicht, welches auf die fogenannten ,, Kolonisten“ im Dienfte (6 Millionen Milreis), welche hierfür bem brasilianischen Gouverne, von Privaten und der Regierung angewendet wird, macht dieselben ment zur Verfügung gestellt find, große Kapitalien, welche brasiliani. zu Sklaven in der eigentlichften Bedeutung des Wortes, wozu foe Handlungshäuser und Actien-Gesellschaften in dem Handel mit die sogenannten Kontrakte, die man mit dem unwiffenden deutschen europäischen Arbeiterfamilien anlegen, die Zinsengarantie von 7 pCt., Arbeiter hier in Deutschland abschließt, die erste Einleitung find. welche die gedachte Regierung diesen Gesellschaften gewährt, außer den Die Verfassung, die Geseße, die Verkäuflichkeit und Parteilich ansehnlichen Prämien, die sie für jeden von denselben eingeführten feit des Rechtes, die Corruption der Verwaltung, furz alle die Proletarierkopf zahlt, sind die Hebel, das Geschäft in Blüthe zu brins Thatsachen, durdy welche ich die brasilianischen Zustände 1853 (siehe gen. Die brasilianisden Diplomaten und Konsuln in Deutschland Kerft: „Ueber brasilianische Zustände der Gegenwart", Berlin, 1853, find angewiesen, die größte Thätigkeit zu entwideln, diesen Menschen. Veit & Comp., besonders auch den Anhang), soweit sie für den deutbandel zu fördern. Schriften, welche bestimmt sind, unter das Volfschen Auswanderer von Intereffe find, charakterisirt babe, befteben verbreitet zu werden, malen, gegen gute Bezahlung, Brasilien in rosie noch heute ungeschwächt und ungeändert fort. Ich bitte Sie, geehrter gem lichte; verkäufliche Federn, besonders deutsche, find ein sehr geo Herr, gefälligst davon Aft zu nehmen, daß keine einzige von den von suchter Artifel, kurz, jedes ersinnliche Mittel, um ,, Propaganda“ für mir beigebrachten Thatfachen je widerlegt worden ist, daß aber seits die Auswanderung nach Brasilien zu machen, 6. h. Leibeigne, Skla- dem eine fast unübersehbare Reihe neuer, gewichtiger Thatfachen pen, für Brasilien zu gewinnen, wird ergriffen und fräftigst anges von der deutschen, zumal der foweizerischen Presse, beigebracht worden wendet. Denn natürliche Sterblidkeit, gelbes Fieber, Cholera ist, welche meine 1853 gemachten Voraussagungen über das loos und durch unersättliche Habsucht , gesteigerte grausame Behandlung" der deutschen Arbeiter in Brasilien im vollsten Maße bestätigt, ia haben, wie selbft die Lobpreiser Brasiliens eingestehen, in den legten die schlimmsten meiner Erwartungen bei weitem übertrifft. Jahren ,, furchtbar unter der Sklavenbevölkerung aufgeräumt.“ Das Mit diesen Thatsachen hat es mein , Offener Brief" zu thun; fruchtbare Brasilien steht am Rande einer allgemeinen Hungersnoth auf alle diese Thatsachen, welche zum Theil auf das genaueste durch und, wie leute behaupten, die im brasilianischen Solde stehen, zugleich sorgfältige Untersuchungen von wohlwollenden, milde urtheilenden am Abgrunde ,, von Schauderscenen à la San Domingo", o) denn die Männern, wie Dr. Heußer (auch in Berlin wohl gekannt), der Habfut näßt die Sklaven, deren man so unsicher ist, schnell und schweizerische Generalfonsul David u. U., festgestellt sind, habe ich kräftig aus, um noch Geld zusammenzuraffen, bevor die brasilianische die Aufmerksamkeit Deutsdhlands zu lenken gesucht. Daß die GegenHerrlichkeit zusammenbricht. Deshalb werden auch nur Erportartifel, schrift des Herrn Dr. Ferreira França — den ich persönlich hochfchäße namentlid Kaffee, mit Ueberanstrengung produzirt und, wie neueste und von dem ich die Hoffnung hegte, er würde, sobald er sein nächftes brasilianische Zeitungen klagen, selbst auf den Plantagen der Anbau Ziel, Abgeordneter in der brasilianischen Kammer zu werden, erreicht der ersten Lebensmittel vernachläffigt, dergestalt, daß die Plantagen- hätte, im Sinne eines Abrantes in Brasilien wirken – den Schwerpunkt befiber den Bedarf hierin für ihre Stlaven lieber in den Städten meines ,,Offenen Briefes nicht entfernt berührt, das lebrt der theuer ankaufen.

flüchtigste Blick in diese beiden Schriftstüde. Er greift einen einziBrasilien hat zwar ein so zahlreiches Proletariat unter seinen gen Passus (von 34 Zeilen) aus meinem Brief auf, der allerdings freien Staatsbürgern, wie verhältnismäßig vielleicht kein anderes Land, an und für sich bedeutsam, aber im Hinblick auf die ganze Frage, die aber diese Proletarier fterben eher, als daß fie fich den Pflanzern zu ich anrege, doch nur von sekundärer Bedeutung ist, und schreibt darLeibeignen gäben, denn, wie Hörmeyer von dem Leben der freien Bra über eine gelehrte Broschüre, die Zeugniß von seiner Belesenheit filianer rühmend bemerkt: „ Arbeiten ist das Symbol des Stlaven", giebt und ihn ficher daheim, besonders bei den brasilianisden Wäh. ,, Unthätigkeit und Wohlleben das Merkmal des Freien", „kurz, Ar- lern, empfehlen wird. Aufrichtig freue ich mich darüber, ihm diesen beit schändet" dort. Deshalb fehlt es so sehr an Arbeitern, d. h. im kleinen Dienst, wenn auch nicht gesucht, mit meinem offenen Briefe brasilianischen Jdiom an Sklaven. Ob der deutsche Arbeiter in geleistet zu haben. Auch dafür bin ich dankbar, daß er sich gehütet Brasilien fich für einen lohn, der in der Regel niedriger gehalten hat, ein Lobredner des foeben in Scene geseßten Proletarierbandels wird, als der eines faulen, gemietheten Negerstlaven, fich durch feine der brasilianischen Actien-Gesellschaften zu werden. Die Thatsachen, Arbeiten ,dhändet", das bekümmert die bezahlten Lobbubler Brafts auf welche ich hinweise, find auch allerdings nicht durch sophistische liens nicht. Ja, fie erfrechen fich, diejenigen Länder dem Auswanderer Deductionen zu beseitigen; ihm aber auf das Gebiet brasilianischer in dem allernachtheiligften lichte zu malen, wo die Arbeit des Freien Juristenweisheit zu folgen und einen fterilen Kampf mit ihm zu fechmit Ehre getrönt wird (fiebe Hörmeyer, Abschnitt x). Afrifa has ten, dazu habe ich keine Neigung und feine Muße. Doch einige prafben die Engländer seit 1852 für Brasilien geschlossen; der zwanzig tische Bemerkungen als Entgegnung mögen hier Plaß finden. Jahre hindurch geführte foloffale Schmuggelhandel mit Negern Die Artikel der Constitution, die ich im offenen Briefe angezogen,

find so klar und zugleich so bestimmt, daß meines Erachtens der bes *) Siehe Formeyer: ,,Sütbrasilien", Hamburg, 1858, weldie Sdhrift in scheidenste Scarfsinn genügt, fie richtig, und zwar, wie ich es gethan, zahlreichen Gremplaren von brasilianischen Diplomaten 2. vertheilt wird. Der Verfasser ist brasilianischer Capitain und soll der Legation in Wien zugetheilt zu interpretiren. Zum Ueberfluß aber stehen mir eine Reihe von fein. Zu Desterreich, namentlich in Eyrol, entwideln, wie man mir sagt, Thatsachen zur Seite, welche die Richtigkeit meiner Interpretation die brasilianischen Menschenjäger große Thátigfeit. Daß Reybaud, welcher Brasilien nie gesehen hat, 20 Contos für seine Broschüre : „Le Brésil", em

außer Zweifel stellen. Doch will ich damit nidyt ausschließen, daß pfangen, behauptet die Brasilianifdhe Presse mit aller Bestimmtheit. Kerst. einige feine Köpfe nach Umständen, wenn es gerade konvenirt, im

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