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Büßer, Heilige der Gottlosigkeit, die eine Sprache religiöser Salbung, Ostindien.

mystischer Verzüdung und Andacht reden, wie wir fie ähnlich nur in

den monotheistischen Religionen finden. Dies ist keine Uebertreibung, Die Religion des Buddha. *)

keine böswillige Konjektur, sondern ganz objektives, auf zahlreichen Eines der merkwürdigsten Probleme in der Geschichte der Mensch- Quellen beruhendes Ergebniß. Wenn wir oben fagten, daß Einem beit ift der in Indien entstandene Buddhismus, der, zeitig die Grän- bei näherem Eingehen in diese Anschauungen anfangs im Hirne zen feines Vaterlandes überschreitend, die Religion des größten Theiles schwindele, daß man von Staunen ergriffen werde über das, was doch der östlichen und nördlichen Asiaten geworden ist und eine Zahl von Alles zu denken möglich sei, so wird das nun wohl im Allgemeinen Bekennern zählt, wie sie nur noch das Christenthum und der Muham- gerechtfertigt sein. mebanismus aufweisen fönnen. – Seiner äußeren Gestalt nach also Nichtsbestoweniger läßt sich diese Erscheinung erklären und größteneine Weltreligion, in der Hunderte von Millionen, Inder, Birmanen, theils verstehen, wenn wir auf die geschichtlichen Vorausseßungen Chinesen, Tibetaner, namentlich die zahlreichen nomadischen Tataren- zurückgeben, auf denen der Buddhismus beruht. Er ift eine natürftämme Sibiriens ihr Heil suchen und ihre geistige Befriedigung liche Folgerung aus früheren Zuständen, eine durch Umstände bedingte finden, wenn man den Nachrichten darüber trauen darf; eine Religion, Weiter-Entwidelung des Brahmanenthums. mit einem glänzenden, meist wohlgeregelten Kultus, zahlreichen Cere Die aus dem Nordwesten eingedrungenen arischen Inder hatten monien, Klofterorden, welche die den chriftlichen genaa entsprechenden im Laufe der Zeiten bedeutende geistige Entwicelungen durchgemacht; Gelübde ablegen, eine Hierarchie mit Scholaftif, Synoden u. s. w., während die rohen, thierähnlich lebenden schwarzen Urbewohner, außer endlich mit einer milden, fanftmüthigen Moral, die selbst chriftliche Recht und Gefeß gestellt, als ein verworfenes, verabscheutes Geschlecht Miffionare in Staunen gefeßt bat.

lebten, gliederten sich die Eroberer in die Kaften der Brahmanen oder Und diese Weltreligion, dieser Kultus zahlloser Asketen, Ein- Priester, der Kesatrijas oder Krieger und der Vacajas oder Gewerbes fiedler und Klosterbrüder kennt keinen Gott, felbst nicht einmal jenes treibenden. In dem Aberglauben eines Volkes, das für Geschichte große pantheiftisde Etwas, das man Brahma, Weltseele u. f. w. nen und positive Ueberlieferung durchaus feinen Sinn befißt, wurde diese nen mag; fondern nur ein absolutes Nichts im Hintergrunde der Scheidung in Kasten von einem göttlichen, prädeftinirten Gefeße abwesenlosen Erscheinungen, die wir Welt nennen. Aufzugeben in die geleitet, und die Brahmanen, die natürlich den größten Vortheil hatfes Nichts, auszulöschen in ihm, wie ein fladerndes Licht, in dem ten, die erste Stelle zu behaupten, erfannen Mytben auf Mythen, um Nirvana zu verschwinden, das ist der legte Zweck, um dessen willen das Verhältniß der Kasten auszudrücken und ihren Ansprüchen die sich der buddhistische Mönc fafteit, Buße übt, beichtet, Werke der Form einer göttlichen Offenbarung zu geben. Manu's Gesekbuch Mildthätigkeit verrichtet und endlos meditirt. Unsere europäischen machte endlich diese lange traditionell fortgepflanzten Zustände legal. Hirne, die in den Lehren des aus dem Mosaismus hervorgegangenen Die Menschen, die in Indien leben, find demnach in Kasten einges Christenthums und der griechisch - römischen Logie geschult find, schwin- pfercht, die dem Einzelnen eine Individualität geben, welche von der deln bei folchen Vorstellungen. Wir machen mit Erstaunen die Ents des Anderen verschieden ist, wie die der Thiergattungen von einander; deckung, daß es Dinge in der Welt giebt, die in unser Gehirn nicht wie ein Esel nie zum Pferde werden kann, so ein Mann der niederen paffen, daß unsere weltumfassenden Theorieen bei weitem zu eng find, Raften nie zum Ksatrija oder Brahmanen. Um diese unnatürlichen und es kostet uns wirkliche Anstrengung, und allmählich in eine Welt- Scheidewände aufrecht zu erhalten, war es natürlich nöthig, das reliAnschauung hineinzudenken, die von der unsrigen fo himmelweit ver- giöse Gefühl vorzugsweise zu benußen und eine Religion aufzustellen, (chieden ist.

die durch die Schreden und Qualen ihrer Hölle die Gemüther in Für uns sind der Glaube an einen belohnenden und ftrafenden Schranken hielt. Alles ist in dem Brahmanenthum darauf berechnet, Gott und die höchsten Forderungen der Moral in engster, untrennbar den Menschen durch eine Unzahl ritueller Vorschriften, durch Fingifter Beziehung; Gott ist das Bestimmende, der lebte Ausgangs- und rung von Versündigungen, durch Bestimmung von Bußen und RaEndpunkt aller Moral, in unserem Westlande; darin stimmen nicht fteiungen u. f. w., so zu beschäftigen und im Zaume zu halten, daß blos Mosaismus, Christenthum und Jslam als monotheistische Reli er zu einer selbständigen Denkthätigkeit gar nicht gelangen kann. gionen überein; nein, auch das ägyptische, griechische, römische Heiden- „Vom ersten Athemzuge bis zum leßten Pulsschlage, sagt Herr thum bält, wenn auch unter mannigfaltiger Verbrämung, diesen Grund- Röppen sehr richtig, find Geist und Körper des gläubigen Hindu gedanken feft; diejenigen Götter, die am entschiedensten den Keim des mumienhaft in religiöse Saßungen eingeschnürt und an jeder freien künftigen Monotheismus in fidy tragen, wie etwa Zeus, Apollo u. f. w., Regung und Bewegung gehindert. Sein Schicksal, sein Beruf, feine find wesentlich fittliche Mächte, Schüßer von Eid und Treue, Be- Beschäftigung, Alles, was er zu thun und zu lassen hat, sind ihm bis lohner und Strafer von Gut und Böse. Kurz, alle westlichen Vöffer ins geringfügigste Detail positiv vorgezeichnet; die einzige Tugend, aller Zeiten stimmen in dem Glauben überein, daß menschliche Tu die es für ihn giebt, ist 'mithin passive Interwerfung und Geduld, gend und Sittlichkeit wesentlich bedingt und befördert werde durch den und gewiffenhafte, ängstliche, gedankenlose Erfüllung der unzähligen Glauben an Gott, als Urgrund aller sittlichen Vollkommenheit, und Vorschriften und Gebräuche, welche der Zufall der Geburt, oder, wie moralische Schlechtigkeit, Lafter und Verbrechen hauptsächlich aus dem die Inder sprechen, das Gesep Brahma's, ihm auferlegt.“ Jede felbe größeren oder geringeren Mangel dieses Glaubens abgeleitet sind. Wenn ständige Entwicklung des Geistes ist eine Empörung gegen die göttfein Gott ist, dann habe ich im Jenseits nichts zu fürchten, denktliche Weltordnung. (wenigstens nach der gäng und gäben Annahme der abendländische Inbeffen muß felbft ber heiligste Eifer und die peinlidifte GeAtheist; dann kann ich machen, was ich will: rauben, stehlen, buhlen 2c. wissenhaftigkeit daran verzweifeln, dem Gefeße immer und vollkommen In der That ist dies, wenn wir von dem doktrinären Atheismus ab zu genügen; denn die Bestimmungen desselben find so mannigfaltig, sehen, der gewöhnliche Schluß, zu dem der praktische Atheist der so unübersehbar, daß vieljährige Studien nicht hinreichen, um sie sich niederen Volksklassen kommt. Das deutsche Wort Gottlosigkeit, welches sämmtlich einzuprägen. Daher wird der Inder, vor allen der ungee buchstäblich den Sinn von Atheismus wiedergiebt, bezeichnet weniger lehrte laie, trop der angestrengtesten Sorgfalt, troß der pedantischsten den Mangel des Glaubens an die Gottheit, als vielmehr den daraus Frömmigkeit und Förmlichkeit, fündigen und wieder fündigen; ja es hervorgegangenen, schlechten moralischen Zustand.

kann in dem Leben eines gläubigen Hindu faum einen Tag, eine Nun sehe man sich den Buddhismus genauer an. Hier ist eine Stunde geben, in welcher er nicht fürchten müßte, eine Sünde beReligion der Gottlofigfeit

, d. H. des Atheiêmus, bier giebt es Asfeten, gangen zu haben. Denn hat er einen jener unzähligen Gebräuche *), Die Religion des Buddha und ihre Entstehung, von Kari Friedrich unterlassen, oder bei deren Vollziehung einen Formfebler begangen, Koeppen. Berlin, F. Schneider, 1857.

bat er bei den Opfern und Gebeten, beim Effen und Trinken,

Waschen und Baden auch nur ein Titelchen des endlosen Ceremoniells allen Hülføquellen in deutscher, romanischer und slavischer Zunge verversäumt, so ist es Sünde. Noch größer aber ist die Gefahr der traute Forschung des Oatten die bunten Stizzen der Verfasserin. Das Verunreinigung. Der Betenner des Brahma kann nicht den Fuß zur Buc mag vielleicht, wie Frau v. Düringsfeld in der Einleitung sagt, Erde feßen, nicht die Hand ausstreden, nicht das Auge aufschlagen, zufällig so entstanden sein, wie es hier mit seiner touristisden und ohne zu fürchten, verunreinigt zu werden, da es fein Ding in der seiner wissenschaftlichen Abtheilung vorliegt. Wir möchten es jedoch Welt giebt, deffen Berührung unter Umständen nicht verunreinigen allen fünftigen Darstellern wenig oder viel besuchter fremder Länder fönnte. Denn nicht blos die Berührung eines leichnams, eine als Muster empfehlen, da es in der That das „, utile dulci” in einer Tídândála u. f. w. verunreinigt, sondern auch das Betreten eines überraschenden Weise bietet. Drtes, wo Ueberreste eines Menschen oder Thieres, Knochen, Haare, Wir wählen, um eine Probe der Darstellungsweise der Verfasserin Nägel, Unrath u. dgl. gelegen haben, der Gebrauch nicht gereinigter und der Erläuterungsweise des Frýrn. v. Reinsberg zu geben, aus Gefäße, auch wenn sie rein zu sein scheinen, der Athem eines Menschen, den dreiundvierzig Skizzen des Buches, die von ebenso vielen wissender Branntwein getrunken oder Knoblauch, Zwiebeln u. dgl. gegessen schaftlichen Erfurfen begleitet sind, die Schilderung der ,, Poglizga", bat u. 1. w. Jede, auch die unwissentliche Schuld und Befleckung, die freilich ausnahmsweise Frau v. Düringsfeld, als Baron v. Reinsfo lange sie nicht gesühnt ist, kann aber die Ursache werden, daß man berg, vom historischen Standpunkte betrachten: bei der fünftigen Wiedergeburt in eine niedrige Region, wenn nicht gar in die Hölle hinabfinkt, wenn man nämlich im Zustande der

1. Sündhaftigkeit und Verunreinigung binstirbt.

Wenn einer der Spalatriner Possidenti sagt: er babe Ländereien Zu einem solchen System der Moraltheologie mußte es folge: in der Poglizza, so ineint er damit einen Landstrid mit zwölf Gerechter Weise ein entsprechendes System von Reinigungen, Sübnen, meinden, welcher von Salona bis zur Cettina und vom Kanal der Bußen und geistlichen Strafen geben. Auch hierin hat das brahmani Brazza bis Dugopolje geht. Wer vom Anfang des eilften Jahrsche System das denkbar Möglichste des menschlichen Widersinnes ges hunderts bis zum Anfange des neunzehnten die Poglizza nannte, der leistet. Die Sündenvergebung ist natürlich wieder nach den faften bezeichnete mit diesem Namen eine der Kolibri - Republiken des Mitbemeffen, so daß die höheren stufenweise besser und leichter wegkommen, telalters. die niedrigsten am schlechtesten. Kubbarn und Kubmist sind die ein Sie entstand auf eine patriarchalische Weise. Drei Brüder aus fachsten Sühn- und Reinigungsmittel, welche dann bis zu den raffi der bosnischen Familie des Grafen Miroslav verlassen, innerer Uns nirteften Folterungen und Qualen, bis zur Selbsttöbtung, sich steigern. ruben wegen, ihr Land und kommen über die Cettina. Sie finden am

Der Glaube, daß der Tod dieses Leben nidt endige, sondern Fuße des Mossor Boden zum Wein- und Delbau. Sie theilen ihn vielmehr zu einer Fortsegung der Eristenz führe, ist dem indischen und laffen sich nieder. Die Familien Tisimir, Kresimir und Elemo Geifte fo fest eingeprägt, daß ihm jeder Zweifel daran ganz unver bilden fich, und der bosnische Adel in der Poglizza ist gegründet. Die ftändlich scheint; feine rastlos thätige, Alles ins Ungeheure ausspinnende da bei ihm Schuß fuchen, wachsen allmählich zum Volte an. Phantasie hat ihm das Diefseits, welches er nur im balbwachen Zu Dann kommen ungarische Edelleute in das Land, und eine zweite stande schaut, und das Jenseits mit seinen endlosen phantastischen Partei ist da. Aber darum fein Zwiespalt. Die Bosnier und die Metamorphosen so in Eind verwebt, so unterschiedlos zusammenge- Ungarn versammeln sich auf einem Landtage und geben fich selbst und mischt, daß der physische Tod kaum für ihn da zu sein scheint. Der dem Volfe Gesege. Tod ist für den Abendländer eine dunkle Pforte, die zu einem unbe Jedes Jahr am Tage Sanct Georg erscheinen auf einer Wiese kannten lande, zu namenlosen Zuständen, ja vielleicht, wenn er zwei- unterhalb Gradat am Fuße des Mossor, gefolgt von ihren Edelleuten, felt, zu einer ewigen Bernichtung führt, gegen die fein ganzes Sein die zwölf Grafen der zwölf Gemeinden. Ein Mann in prächtiger sich empört und von Schauer durchbebt wird. Ganz anders beim Kleidung erhebt fich – er ist der Großgraf. Er trägt die Zetscherma Hindu; je mehr für ihn das dieffeitige Leben ein Traum ist, desto aus violettem Tuch mit goldenen Schnüren und silbernen Knöpfen, mehr wird das von feinen Priestern ausgeklügelte und phantastisch ebenfo verziert die Dolama, die feidene Leibbinde, ungarische Beinausgebaute Jenseits eine Wirklichkeit; er fann, wenn er will, alle fleider, an der Seite den Säbel, über Allem den rothtuchenen Mantel, Himmel und Zwischenstationen auf dem Wege zu Brahma an den auf dem Haupte, endlid, ten fdywarzsammetnen Kalpak mit einer Feder Fingern berzählen; er weiß, mit welchem Gotte er in dieser oder und goldenen Quasten. Diesen nimmt er ab, danft für das Zujener Himmelszone Bekanntschaft machen wird, wie es ba, wie es trauen, welches ihm geworden, rühmt sich, daß er es gerechtfertigt. dort aussehen wird; turz, der Zweifel an dem Jenseits fann bei der Ein Jahr hat er die Poglizza regiert. Es ist um. Er nimmt die überschwenglichen Fülle scheinbar fonkreter Vorstellungen gar nicht auf Schlüssel zu dem Kästchen, welches die Privilegien und Gefeße der kommen; er wird erdrüdt. Wie könnte das Alles so genau und aus Republik enthält; dem Kanzler fie übergebend, bittet er diesen, vor führlich, so schön und prächtig beschrieben werden, würde der Inder Adler Augen die kostbaren Urkunden nadyzuzählen. Ohne es zu thun, fagen, wenn es nicht wirklich so wäre, wie unsere Priester erzählen? – giebt der Kanzler dem bisherigen Oberhaupte die Schlüssel zurück. Und wober weiß man das? - Natürlich von denen, die dort gewesen Der Graf reicht fie nun dem Vifar der Kirchen in der Poglizza bar, find; von denen, die auf Erden wiedergeboren wurden, nadidem sie und der Vifar empfängt sie. Zum zweitenmale nimmt der Graf vielleidt dreitausend Wandlungen durchgemacht. Der Hindu hat das Wort, bittet um Verzeihung, wenn er geirrt oder Unrecht gethan, nicht einmal Verzückungen beiliger Büfer nöthig, um zu erfahren, wie versichert, daß es nicht aus bösem Willen, sondern nur aus mensches im ģimmel und in der Hölle aussieht. (Schluß folgt.) licher Schwäche geschehen, erbietet fidh zum Ersaß und ersucht den

Staat, über ihn und sein Vermögen zu verfügen. Der Vifar antDalmatien.

wortet, tadelt und lobt, schlägt vor und dankt. Die Versammlung

scheidet sich in zwei Theile. Die Bosnier bleiben, die Ungarn geben. Die Poglizza, nach Ida v. Düringsfeld und D. v. Reinsberg. Diese haben den General - Capitain und zwei Prokuratoren, Jene zwei

,,Aus Dalmatien", fo nennt sich ein Buch über das slavisde andere und den Großgrafen zu wählen. Die Stimmen werden geLittorale Desterreichs, das wir jedoch nicht zu der gewöhnlichen zählt; find fie gleich getheilt, entscheidet die des Vifars. Die Ungarn Touristen - Literatur zählen dürfen.) Aus der poetisden Feder einer senden einen aus ihrer Mitte: aus welchem Abel baben die Bosnier Frau und aus der wissensdaftlichen Feder ihres Gatten hervorgegangen, der Großgrafen gewählt? Der Priftar, der älteste Graf aus dem vereinigt dieses Buch in unterhaltender Abwechselung das Schöne mit bosnischen Commiz, überbringt dem ungarischen den Namen des Gea den Nüßlichen, Sdilderungen der gegenwärtigen, sozialen, materiellen wählten und zugleich die Bitte um Bestätigung der Wahl. Die Unund geistigen Zustände des Landes und historische Forschungen in den garn und Bosnier vereinigen sich aufs neue, und gemeinsam überJahrbüchern seiner Vergangenheit. Frau gda v. Düringsfeld, die geben sie dem Pristar das Archiv, damit er, begleitet vom Vifar, es Dichterin vieler deutschen und die Ueberseberin vieler fremden Lieder, zu dem neuen Großgrafen trage. die Verfasserin von drei Bänden , Reifestigen" aus der Schweiz und So verwaltete die Poglizza fich, bis die Könige von Ungarn aus Italien (Bremen, 1850--1851), hat jeßt diese Schilderungen famen. Dann geschah in ihr, was im ganzen Lande geschah. Das durch drei neue Bändchen vermehrt, welde das bisher von Touristen Primat ging den bosnischen Ebelleuten verloren und über auf die wenig besuchte Dalmatien zum Gegenstand haben, und dazu hat ihr ungarischen, von denen zwei als Bane regierten. Zweihundert Jahre Gemahl, der unseren Lesern durch mehrfache schäßbare Beiträge zur fpäter vermittelte Spalato die Unterwerfung der Poglizza unter Venedig, slavischen Literatur bekannte Freiherr von Reinsberg, nicht bloße und die Großgrafen wurden neununddreißig Jahre lang aus den edlen ,,Anmerkungen", wie er sie bescheiden nennt, sondern redyt reichhaltige, Spalatriner Familien gewählt. wissenschaftliche Erfurfe zur Erläuterung und Belehrung geschrieben. Aber Doimo Papali war zu streng. Indem man ibn nad SpaVon der Einfahrt des Dampfbootes, auf dem die Reisenden von Triest lato zurücksandte, versuchte man mit der abermaligen Wahl eines abgegangen waren, in den großen Quarner, bis zu ibrer nach Jahr Ungarn zu den alten Gebräuchen zurückzukehren, ein Bersud, der und Tag erfolgten Heimkehr auo Ragusa begleitet die gründliche, mit mißlang. Ein Staat entwächst seinen Gebräuchen, wie ein Mensch *) ,, Aus Dalmatien.' Ben Joa v. Düringsfeld. Mit Anmerkungen von

seinen Spielen entwädyst. Die Poglizza mußte fich verändern. Sie Otto, freiherrn von Reinsberg - Düringsfeid. 3 Bre. Preg, C. Bellmann, 1857. buchstabirte das Alphabet der kleinen Freistaaten durch, und zugleich

theilte sie das spezifisch balmatische Shidal des Schwankend. Wenn Das Bolt bestand aus Freien und Leibeigenen (kmeti). Lestere fie sich dabei bisweilen zum Halbmond binüberneigte, so war es nicht bebauten mit ihren Familien die Felder der Edelleute, zahlten diesen ibre Sdulb: der löwe war zu fern, um sie mit seinen Mähnen vor Abgaben, hingen ganz von ihren Herren ab und durften ohne deren dem verderblichen Lichte zu süßen, welches in der gefährlichsten Erlaubniß sich weder vom Dorfe entfernen, noch fica freitaufen. Bei Nabe glänzte. Den großen Kampf Venedige gegen den Türfen kämpfte Sculdforderungen an Edelleute wurden deren Leibeigene aus Haus fie muthig mit, und was sie sich erkämpfte, war der Sieg.

und Besiß gejagt. Gelang es einem Leibeigenen, auch nur eine Nacht Sie hatte Helden genug zum Siege. Um sie zu feiern, bedarf bei einem andern Herrn zuzubringen, ohne von seinem alten Herra Racić drei ganzer Lieder. Der gefeiertefte von allen ist Marco zurückgefordert zu werden, so verlor dieser fein Anrecht an ihn, und Sinovčić aus Dubrava. In venetianische Dienste getreten, verläßt jener bekam es. er fie, vom Frieden gelangweilt, um in Deutschland den Krieg zu Frei waren die, welche durch ihre Geschidlichkeit ihr Leben vera suchen. Erst als Kandia belagert wird, kehrt er zurüc. General der dienten. Sie durften, wie die Edelleute, bewaffnet geben, und die Reiterei, ift er fo tollfühn der Erste, daß binnen wenigen Tagen Waffen selbst waren, sogar bei Schulden, unantastbar. feche Pferde unter ihm erschossen werden. Mit dem lebten stürzt Die Geseße der Poglizza waren febr ftreng. Diebe wurden ger auch er und fällt, verlassen durch die Flucht der Seinen, in die Ge- steinigt, Straßenräuber wurden enthauptet und ihre Häuser nieders walt des Wesirs. Er wird gebeilt und versucht, – ein Paschalit gerissen, ihre Kleider und Güter den Anverwandten zugesprochen. soll seinen Abfall bezahlen. Wer erräth es nicht, daß der Sinovčić Landesverrath durch Wort und That wurde mit dem Tode bestraft, nicht erst zu widerstehen, sondern nur zu verachten braucht? Die ebenso Ehebruch, und Mädchenraub hatte, laut einem Gefeße vom nădyste Versuchung erbeisdt Widerstand – der Sinovčić leistet ibn. 10. Februar 1605, die Einziehung der Güter des Räubers und aller Umsonst bietet ihm Ahmed feine wunderschöne Tochter zur Gemahlin, seiner Helfer zur Folge. umsonst aud läßt er ihn die Vorbereitungen zur augenblidlichen Hin Die zwölf Grafen (knezi) waren in ihren Dörfern Richter in richtung seben; der Sinovčić bleibt Held. Nad dreizehn Monaten erster Instanz und hafteten mit ihrer Person und ihrem Vermögen kommt eine Nacht, die dunkler und günstiger ist, als andere Nächte für die pünktliche Befolgung der Landesgeseße. Der Sinovcić wird ein Hirsch, der fliebt. Wohin? Wobin anders Der Großgraf (veliki knez) urtheilte mit seiner Bank in leßter als zurück nach Kandia, zurüd in die Gefahr, zurüd zu den Brüdern. Instanz, entschied in Kriminalfällen über Leben und Tod und wachte Sein Kopf ist nun für jeden Türken, der ihn bringt, zehntausend über Alles, was das Interesse der Gesellschaft anbetraf. Seine Realen werth; aber fein Türke bringt dem Wesir Achmed den Kopf Würde wurde später durch wiederholte Bestätigung fast lebenslänglich. des Sinovčić, Der Friede wird geschlossen, Marco von Venedig zum Der Vifar stand an der Spiße der Geistlichkeit, welche in der Baron von Novaco in Istrien, vom Kaiser Leopold zum General der Poglizza so außerordentlich zahlreich war, daß fast jede Familie einen, kroatischen Reiterei ernannt. Er folgt dem Rufe des Kaisers und

Er folgt dem Rufe des Kaisers und oft auch mehrere Priester hatte. In ihrer Kleidung unterschieden sich stirbt. _ Was das Türkensdwert nicht vermocht, das thut die Krankheit. indessen diese Geistlichen wenig von den übrigen Bewohnern, und

Noch einmal blißt die Poglizza in die große Geschichte herein. nach der Messe, welche fie in slavischer Sprache und aus glagolitischen Venedig hatte sich begnügt, sie zu beschüßen. Ein Soußgeld und Kirchenbüchern hielten, griffen sie gleich den Anderen zu Hade und dreihundert Mann, um, that es Noth, die umliegenden Vesten zu bes Pflug. Ihre Bildung, welche sich auf wenig mehr, als glagolitiso Teßen und die Ranonen auf den unfahrbaren Wegen fortzuziehen, das Lesen und Schreiben beschränkte, erhielten sie auf Kosten der betreffens war Alles, was es von seinem kleinen Schwesterstaat verlangte. den Familien im Seminar zu Prifo bei Almiffa, welches später mit Desterreich hatte nicht Zeit gehabt, in Dalmatien an dem Alten zu dem in Zara vereinigt wurde. Diesen vielen Priestern ist es haupte rühren; da fam Franfreich und mit ihm das Neue. Auch die Pogliga fächlich zuzuschreiben, daß in der Poglizza der Unterricht etwas weniger zaner fürchteten einige auslöschende Federstriche. Was den Russen verwahrlost und Ackerbau, Garten- und Obstkultur zu höherer Blüthe in den Castellen nicht gelang, das gelang ihnen in der Poglizza. Sie gelangt sind, als in den benachbarten Distrikten. regten fie auf, der Aufstand brad los und währte zwei Stunden. Die Poglizza unterwarf fich am 2. Februar 1444 freiwillig Die Flotte, welche mit dem Wind in ihren Segeln ihn angefacht, Venedig. konnte nichts, als Flüchtende retten. Der Brand erlosch, die Asche Georg Sinovcich war der erste Großgraf, welcher sich vom Sulblieb, die Asche der Dörfer und der Gärten. Drei Tage lang be tan bestätigen ließ und zugleich von ihm zum Herzog ernannt und ftraften die französischen Soldaten die Poglizza, am vierten eilte mit vielen Privilegien begnadigt wurde. Aber diese Auszeichnung verMarmont berbei und gebot Einhalt. Er wollte nicht, daß, was vom dächtigte ihn. Er wurde abgeseßt und fein zweiter Nadyfolger, Georg Volfe noch nicht gefloben war, verjagt werde; er begnügte sich damit, Pavich, trat 1647 wieder unter den Shuß Venedige. Beim Ausalle Mitglieder der Regierung, sobald man ihrer habhaft werden bruch des fandianischen Krieges waren die Poglizzaner die Ersten, könne, zuin Tode zu verurtheilen. Dann wurde die Grafschaft zwischen welche die Waffen ergriffen und die Türfen aus ihrem Lande vera die Distrikte von Spalato, Almissa und Sign getheilt – die Poglizza jagten. Um sie zu strafen, rüdte ein 6000 Mann starkes Heer unter war gewesen. Dieses Mal batten die Poglizzaner nicht, wie unter Pascha Muhamed Topan 1649 über die Zrnovica. Bergeblich wandten Georg Pavich bei Zacučaz, mit Stolz die bleichen Gebeine ihrer ge fich die Poglizzaner an Venedig, um den versprochenen Schuß, nur fallenen Feinde zu zeigen.

die befreundeten Bewohner der umliegenden Drtschaften halfen ihnen,

uud fo brachten sie gegen 1000 Mann zusammen, mit denen sie sich II.

in ihre Berge zurückzogen. Greise, Frauen und Kinder fanden in Poglizza (von polje, Feld, Ebene) hat einen Umfang von gegen den Schlupfwinkeln des Mossor und Dinara Sicherheit vor den 40 Miglien, ist troß ihres Namens nichts weniger als eben und zählt Türfen, welche die Dörfer, Felder und Wälder zerstörten und die über 6000 Bewohner, die sich nicht sowohl durch Sitten und Tracht, Bewohner, die nicht geflohen waren, spießten. Eine auserwählte als durch größere Thätigkeit und Sparsamkeit unter den Morlacchen Shaar von 200 Mann unter Stephan Bobetich, dem Wojwoden auszeichnen. Die ungarischen Edelleute, welche fich Didiči nannten Georg Kulišich und dessen Anverwandten Peter Kulisich überfiel den und höher dünkten als die bosnischen, weil deren Vaterland kleiner Feind, wo es nur ging, oder locte ibn scharmüßelnd in die Schluchten sei als ihres, waren weniger zahlreich als diese. Beim Falle der des Gebirges in den Hinterbalt ihrer Kampfgenossen. Immer muthie venetianischen Republik gab es nur noch fünf Familien mit ihren vers ger durch die Erfolge, griffen endlich am 27. März 1649 die Poglizschiedenen Linien; die Pavich, Geroncich, Barich), Novacovich und zaner unter der Anführung ihres Großgrafen Georg Pavid die Sinovcich. Die Bobetich, einst eine der ersten Familien, waren für Türken in der Ebene an, warfen sie und verfolgten sie mit solchem immer aus dem Adelsstande gestrichen worden, weil ein Glied der- Ungestüm, daß die meisten der noch übrigen Türken in dem 200 Fuß felben eine schöne junge Poglizzanerin einem in fie verliebten Türken tiefen Abgrund, mit welchem die Hochebene über dem Dorfe Zacucaz in Clifsa verrätherisch überliefert hatte. Mehrere andere Familien, plößlich endigt, ihren Tod fanden. Mit gleichem Muthe wurde am wie die Marianovich, Gelid), Antonovich und Franichicvich, waren, 2. Juli 1686 ein türkisches Heer geschlagen, das in die Poglizja eins als unter der Regierung des Niccolo Sudgich und heimlich begünstigt gedrungen war. von ihm ernste Streitigkeiten mit dem bosnischen Adel ausbrachen, Das Schußgeld an Venedig betrug 3000 dalmatische lire, oder daß fie in offene Feindseligkeiten ausarteten, 1570 ausgewandert, und 250 Gulden österreichisc, jährlich. hatten fich die ersteren in Spalato, die leßteren drei in Almiffa nieder Als die Russen im Dezember 1806 die Insel Brazza belegten gelassen. Ein Ducale des Aloiso Mocenigo vom 6. Juni 1570 hatte und nun Alles thaten, um die Bewohner der gegenüberliegenden Rüfte ihnen nicht nur vollkommenes Wohnrecht im ganzen venetianischen gegen die Franzosen aufzuwiegeln, griffen die Poglizzaner zu den Gebiet, sondern auch Steuerfreiheit, den Patriziertitel und Zulassung Waffen. Sie überfielen am 6. Juni ein kleines französisches Romzu allen Aemtern bewilligt.

mando auf dem Durchmarsch durd, eines ihrer Dörfer, versuchten, oba Die bosnischen Edelfeute zählten gegen 100 Familien, zu deren wohl ohne Erfolg, ami 7. die Franzosen aus Stobrez zu vertreiben, pornehmsten die Stazich, Simunich, Giovannusich, jeßt Giovannizio und beseften in der Nacht vom 7. zum 8. Juni eine militärisd, wichtige in Spalato, und Zuricich, jeßt Giuricep in Castel nuovo bei Traú, Position, welde die Straße nad Almissa beherrscht. Die ruffisoe gehörten.

Flotte, zebna bis zwölf Segel ftark, legte sich an die Mündung der

Žrnovica por Anfer und schiffte gegen 400 Soldaten aus. A18 aber fumpenteri?" 3a, lumpenferi!" „Nun, spring lump!" am 8. bie Franzosen die Poglizzaner mit Webermadt angriffen und le Rouge d'Auneau fchwang sich nun leicht über die beiden Stöde, nad tapferer Gegenwehr zur Flucht zwangen, zogen fich auch die

die schöne Victoria ihm nach, und der Ehebund war geschlossen. Russen, ohne einen Schuß gethan zu haben, auf ihre Schiffe zurüd

Endlich, nachdem die Bande die erwähnte Gegend lange genug und gaben die Poglizzaner, welche nicht flieben fonnten, den Franzosen zum Schauplaß unerhörter Gräuel gemacht hatte, erwachte die Ge. preis, welche von Dorf zu Dorf zogen und alles vernichteten, was rechtigkeit aus ihrem Starrkrampf und ließ auf sie eifrig fabnden. nicht mitzunehmen ging. Nur fünf Dörfer, welde nicht am Aufftand Eingefangen, wurden die meisten zum Tode verurtheilt und hingeTheil genommen, blieben verschont und dienten vielen Unglüdlichen richtet; die übrigen bevölkerten die Zuchthäuser und Galeeren. zum Zufluchtsort. Marshall Marmont eilte aus Zara herbei, endete das Plündern und Morden, und erlaubte den Flüchtigen, ungehindert

Mannigfaltiges. in ihre Wohnungen zurückzukehren. Nur der Großgraf mit Fiebent Bilder aus Ungarn und Siebenbürgen. Wir fönnen Grafen, dem Wojwoben, Rangler, Vifar und vier anderen Fanpt- beute des von Frau ». Düringsfeld und Herrn *. Reinsberg berausAnftiftern des Aufruhrs sollten, laut eines Befehles aus dem Haupt- gegebenen Werkes über Dalmatien (ber beften Schrift über dieses quartier Gatta, vom 13. Juni, erschoffen, ihre Güter sollten fonfiszirt land, die es bis jeßt in deutscher Sprache giebt) nicht erwähnen, und die Häuser des Großgrafen Covich in Gatta, des Conte Marco obne zugleich zu bemerken, daß der soeben in zwei Abtheilungen era Sizich in Dftarica, beo Wojwoben Veronfich und Conte Giovanovich schienene dritte Band des ,, Vaterlandsbud" von Vogel, Wenzig und in Poftrana, und des Kanzlers Marassovich dem Boden gleich gemacht Körner, welcher Ungarn und Siebenbürgen umfaßt, auch die von zahl. werden.

reichen 3duftrationen begleiteten ,, Bilder aus Dalmatien" enthält.") Quellen: La Poglissa da P. Franceschi. (La Dalmazia 1), 6. 12. 19. Ungarn wird hier nach seiner malerischen wie nach seiner ethnographic 22. 46. 50. III, 3. 9. 15. 22.)

fden Seite hin volftändig geschildert. Von der Adelsversammlung Storia della Poglizza da Carrara. Mss. des Verfassers. auf der Rafos-Ebene bis zum neuesten Empfange des Kaisers Franz Memorie degli Avvenimenti successi in Dalmazia dopo la Joseph in Preßburg, vom beiligen Stephan bis zu Held Zriny, von caduta della Repubblica Veneta di G. Cattalinicb. Spalato

dem alten türkischen Bade zu Ofen bis zur neuen Kettenbrüde, von 1841. pg. 112. sp.

der trefflich gezeichneten Bärenjagd in den Karpathen bis zu dem Србско далматинскй магазин (Srbsko - dalmatinski Maga

Feftzuge der Siebenbürger Sachsen, werden Abbildungen geliefert, zin) 1847. Pg. 57 sp. Pravdonosa 1851 n. 28. 30. 32. 34. 36. 37; 1852 n. 2. 3. 8.

während der Tert sich in den früher bereits an diesem Werke von 13. 15. 16. 18.

uns anerkannten Gränzen einer ftrengen Objektivität erhält. Das

Buch ist übrigens auf Befehl des faiserlichen Minifteriums in sämmtFrankreich.

lichen Lebr-Anstalten Desterreichs eingeführt. Die Einheißer - Bande.

Rott's und Glid don's Forschungen über die MenEinem neuen französischen Pitaval, den „Causes célèbres de fchen - Rasen.°) Die rühmlichst befannten Verfasser des 1854 ertous les peuples", von A. Fouquier, entlehnen wir nachstehende Ge fchienenen und mit allgemeiner Anerfennung aufgenommenen Werfes: schichte der Einbeißerbande (Bande de Chauffeurs), die von dem „The Types of Mankind”, veröffentlichen unter untenstehendem Titel berüchtigten, im Jahre 1785 gehängten Poulailler organisirt, durch die eiue zweite umfangreiche anthropologisdhe Schrift, welche sich jener in entfeßlichsten Frevel, in Morb, Raub und Brandstiftung mit beispiele würdiger Weise anschließt. Dieselbe ist keine zusammenhängende syftes loser Kühnheit und haarsträubender Grausamkeit verübt, eine Reihe matische Arbeit, sondern besteht aus einer Reihe längerer Abhandvon Jahren, besonders unter ihrem Hauptmann, dem „schönen Franz, lungen und fürzerer Mittheilungen europäischer und amerikanischer die ländliche Bevölkerung des jeßigen Loiret - Departements in Angst Gelehrten, vorzugsweise über anthropologische, ethnographische und und Schreden Teste. Den Namen ,, Einheißer" hatten fie von der hiermit in Verbindung stehende archäologische Themata. Die vere erfinderischen Marter, die sie gegen die Unglücklichen anwandten, denen gleichende Geographie findet hauptsächlich Berüdsichtigung in den sie das Geständniß, wo sie ihre Baarschaft verborgen, erpressen wollten. beiden Sectionen des legten Auffages des ganzen Buches von G. ,,Papa Elouis", ein hoher Achtziger, mit ehrwürdig grauem Barte, R. Gliddon; die erfte desselben enthält nämlich einen Kommentar über rotben vollen Wangen, ftablblauen, blißenden, kleinen Augen, einer der die Haupt-Unterschiebe der verschiedenen Gruppen des MenschenWildesten und Blutdürftigsten der Bande, giebt den Jüngern in gräß- geldledts; die zweite handelt über die geographische Verbreitung der lid launiger Sprache die Lehre: ,,Sebet, Kinder, wenn unser Männ. Affen in Beziehung zu derjenigen einiger untergeordneter Menschendhen nicht plaudern will, fo zündet ihm ganz fachtchen ein Strohbündel Raçen. Jene ist begleitet von einem trefflich ausgeführten lithozwischen den Beinen an, und löst ihm das nicht die Zunge, so laßit graphirten Tableau von 54 menschlichen Portraits, diese von einer ihm mit einer Gabel an der Fußsohle zur Ader und bäbet ihm hübsch ähnlichen Tafel, enthaltend 54 Affen und sechs menschliche Köpfe. Es die Stelle. Muß fchon hartgesotten sein, wenn er das aushält, ohne würde den uns hier erlaubten Raum weit übersteigen, wollten wir bie Moneten von fich zu geben. Sind es junge Eheleute, beizt mir die ebenso interessanten als gelehrten Abhandlungen einzeln im De ja dem Manne vor der Frau oder der Frau vor dem Manne ein; tail betrachten; wir müssen uns vielmehr mit der einfachen Anführung wahrlich, nicht immer wird es der Eingebeizte sein, der zuerst das des Inhalts begnügen, woraus die Reichhaltigkeit und der wissenschaftMaul aufthut." Und diese gräßliche, auf Renntniß des mensdlichen liche Werth des Werkes zur Genüge hervorgeben wird: 1. On the Herzens gegründete Theorie, wurde von den unmenschen praktisch distribution and classification of tongues, their relation to the angewendet. - Sie hatten ihre Zwischenhändler und Hehler, die geographical distribution of races, and on the inductions which may Franken genannt, in allen Städten und Dörfern ihres Gebiets, be be drawn from these relations; by Alfred Maury. II, Iconographic sonders waren alle Abdeder auf dem Lande im Einverständniß mit researches on human races and their art (mit 98 Holzschnitten und ihnen. Bei dem Abdeder zu Gueuberville, der eine abgelegene Woh- 9 lithographirten Tafeln); by Francis Pulszky. III. The cranial nung in einem Garten besaß, famen fie in einem unterirdischen characteristics of the races of men (mit 78 Holzschnitten); ly J. AitSchlupfwinfel zusammen, um hier ihre Beute zu theilen, ihre Drgien ken Meigs. IV. Acclimation, or the comparative influence of clizu halten u. . w. - Auch an einem Priester fehlte es der Bande mate, endemic and epidemic diseases on the races of men; by J. nicht! Ein ehemaliger Maurer aus der Normandie, ein ausgedienter C. Nott, M. D. V. The Monogenists and Polygenists, being an Räuber, lejeune, leitete im Priefter-Ornat den Gottesdienft, lag die exposition of the doctrines of schools professing to sustain dogMesse, verrichtete die Gebete unter Zoten und Flüchen der kirchen- matically the unity or the diversity of Human Races; with and infänderischen Gemeinde.

quiry into the antiquity of mankind upon earth, viewed chronologiDie Beschreibung einer Vermählungsfeier unter ihnen ist ihrer cally, historically and palaeontologically; by G. R. Gliddon (mit Seltsamkeit wegen zu erwähnen. Le Rouge d'Auneau wollte die schöne 4 Holzschnitten). Der oben erwähnte Auffas deffelben Verfaffers Victoria", eine würdige Genossin der Mordbande, heiraten. Als die schließt das Werk.

(A. Petermann's ,,Mittheilungen".) Hochzeitsgäste versammelt waren, nahmen der Hauptmann, der schöne Franz“, und fein lieutenant, Chat - Gautier, jeder einen Stock und

*) Vaterländisdie Bilder aus Ungarn und Siebenbürgen, der Woiwodina

und dem Banat, Kroatien, Slavonien und der Militairgränze, sowie Dalmar stellten die beiden Stöde drei Fuß hoch von der Erde unter einem tien. In Schilderungen aus Natur, Geschichte, Industrie und Volfsleben. Winkel an einander. le Rouge d’Auneau, à l'incroyable herausge- Herausgegeben von Friedr. Körner, Professor in Pest

. Mit 135 in den Tert

gedructen Abbildungen und fünf Tondruckbildern. Leipzig, Otto Spamer, 1858. pußt, mit seiner Erefutiv macht, einen gewaltigen, gewundenen Stod

**) Indigenous Races of the Earth; or New Chapters of Ethnologiin der Fauft, führte gar zierlich die schöne Victoria" berbei. ,,lum. cal Inquiry &c. By J. C. Nott and G. R. Gliddon. Philadelphia, 1857. penkerl, willft du das lumpenmensch?" redete ihn einer der älteften Banditen mit der ftehenden feierlichen Formel an. - ,,3a, lumpenferl!" antwortete der Bräutigam. - ,,lumpenmensc, willst du ben Hierbei Titel und Inhalt des 52sten Bandes.

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Vertreter mir mindestens als Vorbereitung dienen zu einem pflicht

und berufsmäßigen ernften und vertieften Studium der berühmtesten Frankreich.

Philosophie meiner Zeit. Cousin's „Philosophischer Spaziergang in Deutschland". *) Diese Erwartung hat mich nicht getäuscht. Auf meinem raschen

Fluge durch Deutschland fab ich Dinge, die mich aufs lebhafteste anJ. Das Debüt.

geregt haben. 3° traf auf Männer, deren Wort meinen Geist be Es dürfte für jeden deutschen Gebildeten von Intereffe sein, die wegt und befruchtet hat; ich knüpfte Freundschaftsbande, welche die philosophische und literarische Bewegung in Deutschland nach dem im Zeit gefestigt und nur der Tod zerriffen hat. Dhne mich von irgend Jahre 1815 hergestellten Frieden, in dem damals jugendlich frischen einer der Theorieen, die damals um den Vorrang stritten, befangen Geifte eines Franzosen, wie Victor Cousin, wiedergespiegelt zu seben. zu laffen, war ich doch im Stande, das Charakteristische derselben Begleiten wir ihn daher auf seinem Spaziergange und geben wir die aufzufaffen, das Schlachtfeld, die Truppenmacht, die Parteibäupter Eindrücke, die er aufgenommen, auszüglich mit seinen eigenen Wors kennen zu lernen. Der Deutsde ist von Natur mittheilend und zu= ten wieder.

traulich: ein Pariser Professor, der drei- bis vierhundert lieues macht, . Seit dem Herbste 1815, wo ich Koper-Collarb auf dem Lehr um Systeme zu untersuchen, die man in dem Vaterlande Conditlac's ftuhl der Geschichte der neueren Philosophie gefolgt war und die Leis und de Tracy'8 für Narrbeiten hielt - das überraschte und rührte. tung der philosophischen Disputatorien in der Normalschule übernom- 3 batte noch etwas für mich; ich war jung und unbekannt; man men hatte, bis zu Ende des Schuljahres 1817, kam ich keinen Tag zu hatte kein Arg gegen mich; die einander schnurstracks entgegenstehenAthem. Die Obliegenheiten der beiden Lehrämter hielten Geist und den Männer bofften diefen eifrigen und begabten Schüler, den ihnen Gemüth in unablässiger Spannung. Nadh zwei Jahren wurde mir Frankreich zusandte, für ihre Fahne zu werbeu. Unwiederbringlich eine Erholung dringendes Bedürfniß. 30 beschloß, meinem Geifte verlorenes Vorrecht der Jugend! Da zeigt sich im zwanglosen Ges Urlaub zu geben und die eingetretenen Ferien zu einem Ausflug in fpräch die Seele ohne Schleier, wie der Mensch den anderen Mendie Welt zu benußen. Ein fünfundzwanzigjähriges Pariser Kind, warschen noch für jungfräulich unbefleckt von störenden Vorurtheilen hält. ich noch nicht aus den Ringmauern der großen Stadt gekommen. Die Da thut dir jeder das Allerheiligste feiner Gedanken, das Innerste äußersten Punkte, die bis jeßt meinen Gesichtsfreis beschrieben, wa seines Glaubens auf, weil du selbft noch nicht das Zeichen einer verren Sceaur, Versailles, Montmorency, Vincennes. Der bloße Geschiedenen Religion an der Stirn trägst! Heute, wo ich einen Namen danke an eine Reise war ein Fest für meine Einbildungskraft. habe, wo ich der Mann meiner Schriften und einer, wenn auch von Aber wohin? Das kostete keine lange Ueberlegung. Ich wollte

aller Persönlichkeit möglichst fern gehaltenen Theorie bin – heute mich ja zerstreuen, ohne deshalb die Zeit ganz zu vergeuden, und diese ift man schon auf seiner Hut vor mir; die Geister ziehen fich in ihre meiner Gesundheit nöthige Erholung auch für meine Studien ause absonderlichen Ueberzeugungen zurück, die Herzen felbft schließen fich, beuten. Die Bäume atein und die Felder, wie Platon fagt, wollten

und --- bittere Schabloshaltung für einen unsicheren Ruf! - je bemich nichts lebren; ich brauchte Menschen und Philosophen. Das kannter ich in Deutschland bin, defto fremder bin ich darin geworden. schöne Italien genügte mir nicht, und so hatte ich nur die Auswahl Das Jahr hat nur Einen Frühling, das Leben nur Eine Jugend und zwischen Schottland und Deutschland. Allein zwischen Edinburg und

auch unter den Gliedern der Menschheitsfamilie giebt es nur einen mir ftredte sich das Meer, vor dem meiner Bruft und meiner Mutter flüchtigen Moment gegenseitigen unbedingten Vertrauens..... bange war, während Deutschland vor meiner Thür lag. Ueberdies, offen , In Frankfurt a. M. batte ich einen Brief an den französischen gestanden, hatte ich nachgerade an der schottischen Philosophie genug. Bevollmächtigten beim Bundestag, den Grafen Reinhard, einen gea Nachdem ich sie unter Royer-Collard studirt und später selbst gelehrt bornen Deutschen, der nach einer langen diplomatischen Laufbahn in hatte, war Reid mir so geläufig, wie meine Fibel, und die Werke französischen Diensten endlich in Frankfurt den Posten fand, der seis Dugald Stewarts, den allein ich in Edinburg angetroffen hätte, nen Fähigkeiten und Neigungen zusagte. Er fannte Deutschland konnte ich am Sdnürden bersagen. Meine Blide wandten sich daher gründlich, stand mit den ausgezeichnetsten Männern feiner Zeit in seit einiger Zeit nach Deutsdland, deffen Philosophie, lange auf gers Verbindung und mit Goethe im Briefwechsel. Geschichte und Literamanisdem Boden zurüdgehalten und von Frankreich durch den Krieg tur waren zwar seine Hauptfächer; er interessirte fich aber auch für getrennt, ießt zuerst die europäische Bühne betrat. 3 hatte mich in die Philosophie. Wenn er überhaupt einer Schule angehörte, so war den von Born ins Lateinische überseßten Kant vertieft, und mehr denn es die Rantische. Er kannte Rant persönlich und verehrte Jacobi; mit Ein Bliß zudte mir aus dieser Nacht in die Augen. Ich wußte der ganzen neueren deutschen Philosophie, von Schelling anfangend, Deutsd genug, um die Stellen in der Uebersesung, die mich am lebo war er wenig vertraut, und sie erschien ihm sebr verdächtig. Ein haftesten berührten, mit dem Original zu vergleichen, und so war ich treuer Freund der Freiheit und der französischen Revolution, liebte er im Stande, während des Jahres 1817, meinen Zuhörern von der ihre Prinzipien wie ihre Freunde. "Das waren die Fäden zu einem Kritit der reinen Bernunft und der Kritit der praktischen Vernunft Bande und, id darf es sagen, zu einer Freundsdhaft zwischen uns, einen ungefähren Begriff zu geben. Ich hatte mit meinem Deutsch- die mehr als Eine Probe bestand. Durch seine Vermittelung lernte Lehrer einige Stellen in Fichte's Shriften gelesen und aus dem Gros ich Sdloffer, Manuel, Passavant und Friedrich Schlegel kennen. ben überseßt; die anderen deutschen Philosophen der Zeit kannte ich nur Fr. Schloffer war damals Bibliothefar der Stadt Frankfurt und aus der oberflächlichen Auszügen de Gerando's, den flüchtigen Uebers Professor der Geschichte am Gymnasium. Er hat eine gelehrte Ges fhauen Ancillon's und den nebelhaft glißernden, geistreichen Plau- fchichte der Bilderstürmer geschrieben.) Er ist kein Historifer ersten dereien der Frau v. Staël. 30 brannte vor Verlangen, diese Phis Ranges, kein sehr origineller Kopf; die Philosophie ist überdies sein losophen in der Nähe zu sehen. Ich schmeichelte mir keinesweges, fie Fad nicht; da aber ein Geschichtsdreiber von Allem Etwas wissen gründlich verstehen zu können und ihre transscendente Philosophie muß, so ist er 'ziemlich auf dem Laufenden mit dem Zustande der wie im Fluge zu baschen. Ich nahm mir nicht einmal vor, diese Philosophie in Deutschland, von der er mir ein Bild entworfen hat, wirtlich zu fludiren; ich wollte ja nicht arbeiten, ich wollte nur promeni- das mich an der Schwelle leicht von der weiteren Reise hätte abren; indeß schien es mir, als müßte ein Aufenthalt von mehreren sređen können. Nach seiner Ansicht geht es mit der deutschen PhiMonaten auf dem Boden und mitten unter den Sitten und den

*) Es ist eine „Geschichte der bilderstürmenden Kaiser deg oströmischen mannigfaltigen Ideen, aus denen die deutsche Metaphysik hervorge- Reiches“, also nicht das, was Herr Cousin meint. Fr. Chr. Schloffer hatte gangen und der auch nur flüchtige Umgang mit einigen ihrer neueren im Jahre 1817 allerdings noch feines der größeren historischen Werke herauss

gegeben, durch die er sich berühmt gemacht; in keinein Falle war Herr Cousin *) Promenade philosopbique en Allemague: Le Débat et l'Epilogue. zu dem Urtheil berechtigt, das er hier über den Geschichtschreiber ausspricht. Par Victor Cousin." Revue des deux Mondes. Octobre, 1857.

D. R.

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