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Die Namen Cyrus und Mandane, der Hauptpersonen des Ros Frankreich.

mans, find verführerisch; fie machen an Romantisirung des altpersis

fchen Mythus von Tyrus und seiner Mutter denken oder glauben. Madeleine de Scudery.

Jedoch haben weder Cyrus und Mandane, noch die übrigen Mits Diese fruchtbare Autorin (geb. 1607, geft. 1701) bat bekanntlich handelnden, das Mindefte mit den Helden der Kyropädie, des Herodot in der zweiten Hälfte des fiebzehnten Jahrhunderts, wenigstens einige und Rtesias zu schaffen, nidhts mit ihnen gemein, als höchstens jene Dezennien hinduro, febr glänzende Triumphe gefeiert. Ihre Romane, uralten Namen. Das Verständniß des „grand Cyrus" ist einzig damals mit faft ftürmischem Applaus aufgenommen und gelesen, sind durch gründliche Bekanntschaft mit dem Zeitraum, worin Madeleine längst, gleich emeritirten Mobilien, ohne Hoffnung auf dermaleinstiges de Scudery lebte und den Noman abfaßte, zu ermitteln. Alsdann Wiederauferstehen, wie so manches andere Rococo, in die hintersten werfen Artamenes und Mandane ihre Verfappung ab und treten als Fächer bestaubter Bücherschränke verwiesen oder da vergraben, wie zwei Celebritäten des Jahrhunderts, als der große Condé und seine eingefargte und zu ewiger Ruhe gelegte leichname. Deutschen Litera. schöne Shwester, die Herzogin Anna von Longueville, auf die Vordertoren unserer Tage dürften sie kaum weiter, als vom Hörensagen, bühne. Alsdann erst lassen sich in den diese zwei umringenden etwa als Ausbund von Weitschweifigkeit und langweiligkeit, befannt Gruppen das Vollblut der damaligen hoben aristokratie Frankreichs, sein, es müßte denn der Eine oder Andere in seiner Knabenzeit (wie die Wortführer und Stammgäste des Hotel Rambouillet mit ihren es u. a. dem Schreiber dieses begegnet ift), als es noch nicht so ganz galanten Marimen, Projekten und Abenteuern wiedererkennen, wozu mit Pfeffel heißen konnte:

nach Ablauf von zwei Jahrhunderten die Portraitirung allein nicht Uns friert, und das Holz audy in unserein Hain,

einmal im Vaterlande des Romans mehr ausreichend ist. Zweierlei, So flagten die Musen, wird theuer.

fagt Cousin, muß in demselben scharf untersdieden werden: der ges Heizt, sprad Apollo, mit deutidhen Romanen ein,

schichtliche Faden und die Portraits oder die Charakterzeichnung. Die So habt ihr ein ewiges Feuer

Begebenheiten, sowie alles, was die eigentliche Geschichte ausmachen in seiner groß- oder urgroßväterlichen Bibliothek ein Eremplar von Toll, ift von nur mittelmäßiger Erfindung. Es diente, mit fehr gealtmodischer Verdeutschung irgend eines jener dicleibigen Erotifa ringfügigen Ausnahmen, kaum zur Unterhaltung der Zeitgenossen, geaufgefunden und vielleicht in aller Unschuld fich gütlich daran gethan fdweige daß es das Intereffe der Jeßtzeit zu erregen im Stande wäre. haben. Wenn indeß auch nicht einmal in ihrem Heimatlande mehr Ganz anders die Portraits. Diese find in doppelter Hinfidit aller gelefen, gehört darum der Name der Scudery feinesmeges zu den vers möglichen Beachtung werth: einmal um ihres literarischen Gehalts an schollenen. Nicht nur vererbt sich ihr Name und der Titel iører fich willen, sodann wegen ihrer historischen Wichtigkeit; fic find DokuSchriften, gleichsam als verflüchtigtes Nefiduum deffen, was fterblich mente von Bedeutung für die Geschichte der französisdhen Sozietät. an der Person' war, aus einem Geschichtskompendium französischer Schon ein Zeitgenoffe der Verfasserin, Tallemant des Réaur, sagte: Bellettriftit zum anderen, sondern taucht außerdem von. Zeit zu Zeit „Man muß im ,,Cyrus“ nur den Charakter der Personen fuchen, einmal auf der Bühne der Erinnerung wieder auf. Por nun zwölf dasjenige, was sie thun, ist nichts. Die Portraitirung (touche) ift Jahren war es Eugene Despois, welcher das Fräulein von Scudern zugleich fein und treffend wahr. Nichts Allgemeines und Vages; man feinen Landsleuten wieder in’s Gedächtniß zurückführte.) Aehnliches fühlt, daß man nicht imaginäre Typen, Gestalten der Widfür und ift foeben aud von Victor Cousin (im zweiten Februar-Heft bers Laune vor fich hat; eine Menge der feinsten Züge und Schattirungen, selben Revue) mit Beleuchtung des Nomans: „Artamène ou le von funstgewandter Hand gezeichnet und bis in's Detail ausgemalt, grand Cyrus", geschehen. Dieses zehnbändige Dpus erschien in den madt unverkennbar, daß alle diese Konterfei's aus dem Leben ge. Jahren 1649—1653 und wurde, wie fdon gesagt, mit rauschendem griffen und der Natur nachgebildet sind. “ Beifall bewilfommt, gelesen, verschlungen. Schon aber im legten Die Scudery, fährt Cousin fort, war wie geschaffen für den ConFahrzehend des Jahrhunderts, wo mit den veränderten Interessen versationston, und es läßt fich behaupten, daß ihre ,, Conversations", , Frankreichs auch ein Umschwung in der Geschmacksrichtung eintrat, „, Nouvelles Conversations", „Conversations morales" und „, Entrewo das Hotel Rambouillet ausgestorben war, wo Ludwig XIV. ficy tiens sur toute espèce de sujets” (zusammen in zehn Duodezbändchen den Einflüssen der Maintenon hingab, oder seine Geheimpolitik auf 1630–1692 herausgegeben) ebenso viele kleine Meisterstüde der Polis , Annullirung des Heiratsvertrages im pyrenäischen Frieden von 1659, tesse und des guten Geschmades sind, die ihre Verfasserin febr body mit anderen Worten, auf die spanische Erbschaft hinsteuerte, war der in der Frauen-Literatur des siebzehnten Jahrhunderts, unmittelbar Eifer für dergleichen allegorische und romantische Geisteskinder, die nach den Damen Sévigné und la Fayette, stellen. Unglüdlicherweise vierzig Jahre früher alle lesenden Zirkel in Paris, Versailles und find diese allerliebsten Plaudereien oft so schleppend, bis zur Ermüdung ganz Frankreich in Verzüdung verfekt hatten, mehr als abgekühlt, obs schleppend, und die im „grand Cyrus" verdienten wohl, daß eine schon die Person der Verfasserin bis an ihren Tod hochgeachtet bei Freundeshand die fteten Wiederholungen und die tausend kleinen und Hofe blieb. Um ihre Schriften völlig aus der Mode, wo nicht in unwesentlichen, aber im gewöhnlichen Umgang nicht leicht vermeidligen Vergessenheit zu bringen, beburfte es nur noch der fatirischen Feder Zuthaten wegschnitte; denn, fagt der Dichter, das Auge ift viel Boileau's, der in seinem: „Discours préliminaire” (erschienen 1713, weniger nachsichtig als das Ohr. Die Kunft zu sprechen leistet der, zwei Jahre nach seinem Tode) oder dem Vorwort zu feinen „Héros Kunst zu schreiben nicht geringen Vorschub, allein es find doch zwei de roman" eine Fluth bittersier Spöttereien über die Romangattung sehr unterschiedene Künste, und wer es in , geføriebener" Conversader Calprenede und Scubery ausschüttete, fie halb und halb als tion bis zur Bollendung bringen wollte, müfte, die Feder in der Hand, literarische Skandale brandmarkte. Weiß man doch, welche dämonis zweierlei Eigenschaften oder Gaben Vereinigt besigen: zuerst den nafche Gewalt der Witz oder ein einzig Bonmot über die Franzosen türlichen und freien Fluß, die glüdliche ungezwungenheit des Wortes, übt. Seit den Invektiven Boileau's galt es wirklich für eine Schande; sodann eine prompte und sichere Reflexion, welche die Inspirationen der die Romane der Scudery noch zu lesen. Mit dem Lesen hörte auch Seele bewacht, ohne ihnen zwang anzuthun, und alles Zuviel, allent das Verstehen derselben auf. Cousin spricht dem heutigen Frankreich Lurus davon absonderte, ohne doch den leichten Erguß, die Frisde und unserer Zeit überhaupt das Verständniß der „Clélie" oder des und Fruchtbarkeit der Gebanken zu beeinträchtigen. Eine fo wunderhier in Frage stehenden , Artamène" ab, und man ift ihm für die bare Kunst bat fein Sdriftfteller der neueren Zeit besefsen, felbft Data zur Aufhellung des darin Räthselhaften zu einigem Dank ver nicht Malebranche. Wir sind Geschöpfe des Mittelalters und der pflichtet.

Scholaftit, wir verstehen uns auf & Abhandeln, Dissertiren, nicht *) Le roman d'autrefois. Mlle. de Scudéry, in der Revue des deux

auf's Plaubern; id borche, mit der Feber in der Hand. Hat Einer

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Kultur und in der Blüthenzeit des hellenischen Genius zwischen geht, weil lyrische Poesie an der Tagesordnung und der Modeartifel Phidias und Ariftophanes. Er allein hat es der Muse abgelausot, ift. Unberechenbar ist die Summe Talents, die jede Generation in aber auch mit fich fortgenommen.

E. Rr. folcher Art unnüş verzettelt. Es gab in Frankreich eine Zeit, wo

Jedermann Trauerspiele verfertigte, wenigstens eine Tragödie mußte man verfertigt haben, um ein Entréebidlet in die Literatur beans

spruchen zu dürfen; wer nicht eine dieser Sünden gegen die Natur Der theatralische Erfolg in Paris.

und ben gesunden Menschenverstand begangen hatte, galt für einen Emil Montégut scheint ben durch Gustav Planche's Tod erledig- mittelmäßigen Kopf, wo nicht gar für einen inhonnetten Menschen. ten Dreifuß der dramatischen Pythia in der Revue des deux Mondes Unter der Restauration gaben einige geniale Röpfe Frantreich eine eingenommen zu haben, und solch ein besonnenter, urtheilsreifer Ersaka Gattung Poesie, die ihm zu aller Zeit gemangelt hatte. Gefühlspoesie

, mann verdient wohl auch unsererseits einer Erwähnung. Montégut hatte Poesie echter Empfindung und persönlicher, felbsteigener Rührung, und im ersten Februar - Heft unter der Ueberschrift: „Théâtre réaliste”, siehe! da fingen alle Dichter, große wie kleine, an, im Mondschein zu Alerander Dumas des Jüngeren neuestes Zugstück: „Le fils naturel", träumen, schaukelnd auf dem Nachen liebesspiel zu treiben, Strome auf das Korn genommen und mit aller der fittlichen Entrüstung, weh- und schwermüthiger Reime auszuschütten. Alsdann kommt das welche den edlen Kunstrichter kennzeichnet, die außerordentliche Zm- romantische Drama an die Reihe; alle Theater sind da vollgepfropft moralität dieses Dramas gerügt, wenn er auch in Musterung eines mit Ausgeburten des Unsinns, und die gesammte literatur läßt fich Publifums, wie dasjenige seiner französischen Zeitgenossen, einräumen herbei, nichts Anderes als Todtídlag, Unzucht, Blutsdande, Gift muß, daß von dessen Seite einem A. Dumas Erfolg und Beifall becher, Kugelbüchsen mit Feuerrad, Schreien und Toben, wie von kaum entgehen könne; denn wenn auch dieser Dramatiker keinen Fun- Beseffenen, und viermal soviel Sprachverwirrung auszubrüten. Endken Poesie in fic trage, verstehe sich doch sein klarer, eiskalter Vers lich eines Tages, wo ein Unglüđestern über Frankreich aufgegangen ftand trefflich auf Beurtheilung der Situation und des Zeitgeschmaced war, kam eine gewisse ,,Cufrezia" (NB. Ponsard) zur Welt. Mehr und wisse dessen Richtungen bestens auszubeuten. Montégut's Initia- war nicht nöthig, um eine Reaction von halb Berstand, balb Unvertive bat bereits auch in der deutschen Presse - so iu der Auge stand, verhänguißvoller für die Literatur, denn alle Ertravaganzen der burger Allgemeinen Zeitung" — Wiederhall gefunden. Er ist darauf vorherigen Jahre, in Schwung zu bringen. Von diesem Moment an im zweiten Februar - Heft einen Shritt weiter gegangen und hat mit fiel ein Plaßregen von griechischen und römischen Tragödien, Nadie Rezension der „Jeunesse", Lustspiels in 5 Aften, des neuen Akademis äffungen des Alterthums, wie ein Duschbad zur Unzeit, auf die Einkers Emile Augier, das Théâtre littéraire ins Gefecht gezogen. bildungetraft des staunenden Publikums nieder, dem noch die Zähne

Augier hatte mit der „Ciguë” seinen ersten dramatischen Anlauf davon klappern, und das nun, um die ungesunde Feuchtigkeit zu ver. genommen und war sogleich als ein der Bühne Glück verheißendes Ge- pusten, alle realistischen Alfali's, die man ihm eingiebt, eifrigft hinunter: ftirn nicht unverdient begrüßt worden. Auch seine folgenden Stücke, schludt. Was nun weiter? Das arme Publifum batte in den Rata

Gabrielle”, „Philiberte”, „L'Aventurière” u. a. hatten großen Beis komben voller Schimmel, worein man es gesperrt hatte, so sehr von fall geärndtet, obwohl sie dem ersten Stück bedeutend nachstanden. Frost gelitten. Da erlebten wir eine abermalige Reaction, nicht weNur einmal, wo er ihn vorzugsweise verdient hätte, in seinem „Mariage niger kurios als die vorhergehende. Zwei bis drei junge Leute, die d'Olympe" war das Publikum, das kurz zuvor die „Filles de marbre” nichts von Tragödie wissen wollten und zu spät gekommen waren, um beklatscht hatte, kapriziös und ungerecht gegen den Dichter und entzog die Tolheiten der Romantik zu theilen, kamen auf den Einfall, alle ihm die gebührende Ovation; es war aber das Beste, was er ihm bis die kleinen Miseren ihrer Jugend aus der Zeit, wo die Noth fie undahin gegeben hatte. Was Montégut im Bisherigen an Augier’s stät umherzustreichen und ein Zigeunerleben zu führen gezwungen literarischem Charakter vor allem tadelt, läuft auf Folgendes hinaus. hatte, nun auch in den Roman und auf die Bühne zu verpflanzen. Augier sei selten er selbst, oder zeige sich nicht, wie er von Natur Auch ihnen ist es gelungen, und alsbalo hat sich der Sowarm der sei, obwohl er die schönsten Mittel besiße; nur zu oft mache er dem Nachäffer, das leidige vulgus imitatorum, aufgemacht und es ihnen falschen Zeitgeschmack ein Zugeständniß und bringe ihm sein Besseres, wettzuthun versucht. Es kann so nicht fehlen, in kurzer Zeit werden seine Driginaliät, zum Opfer; ftatt des einfach gesunden, fernigen Aus wir von diesen neuesten romanciers alles schartig gewordene Haus bruces, ftatt des traulichen Tones, was alles ihm zu Gebote ftebe und und Kochgeräth, welches sich in den Kämmerlein der Pariser Portiers so wohl lasse, schraube er seinen Stil zu prätenziösen Tiraden hinauf auffinden läßt, bis in das Kleinste aufgezählt, ausgeframt und be: oder verliere fic in sentimentale Leidhtfertigkeiten, vermenge so das farieben erhalten. (Gilt, fragen wir, dieser Stics u. a. dem Herrn Natürliche und Einfache mit Falschem und Erfünsteltem, verstehe sich Henri Murger?). Jeßt verwundere man sich noch, daß Frankreich mithin selbst nicht recht und thue fich am meisten felbft Abbruch. das Vaterland eines Campistron, Bouchardy und Barrière,

und vor Kurz gesagt, Effekthasderei wirft er dem Dichter vor. Doch Adem das land ist, wo die Kunst nach Convention gepflegt und gefährt der Kunstrichter fort – (Heine Augier zur Besinnung zu kom- trieben wird!" men, oder sei es vielmehr schon in dem „Mariage d'Olympe". Auch babe ihn der damalige Nichterfolg mit nichten von dem besseren und allein rechten Pfade abgebracht. Zeuge dessen sei das legte, beifälligst aufgenommene Lustspiel: „La Jeunesse". Diesem Stüde, sowie dem

Ueber das magische Geistesleben. Didhter, wenn er auf dieser Bahn des echten Geschmades und der

(Fortsegung.) guten Sitte verharre, stellt Montégut das günstigste Prognostikon. Das zweite von den beiden Werfen, die wir denjenigen unserer Von dem vierten Akte fagt er: ,,3a, um dieses vierten Aftes willen, Leser, welchen es um wissenschaftliche Aufschlüsse über die noch immer find dir alle deine Sünden vergeben."

Staunen, wo nicht Grauen erregenden Phänomene ded magischen oder Wir folgen der Kritif nicht bis in die Analyse des Stüdes, das, instinktiven Geisteslebens zu thun ist, empfehlen wollen, ist das unter nach einer sehr empfehlenden Anzeige der ,, Augsburger Allgemeinen dem Titel: „Das magifdhe Geiftesleben. Ein Beitrag zur VídoZeitung" (Nr. 57, Beilage) zu schließen, bereits den Weg nach Deutsch. logie") erschienene Wert des Sanitätsraths Dr. Heinric Bruno land angetreten hat und fich hier in kurzem durch ausführliche Theaters Schindler, auf welches der ben gegenwärtigen Jahrgang des ,,MaBerichte weit und breit bekannt machen wird. Statt dessen bieten wir gazin" eröffnende Artikel, als auf eine polare Ergänzung zum ,, Kogben Lesern eine schon um ihres ganz parteilosen Standpunktes willen mos" bereits hingewiesen hat. Die in diesem Artikel gegebenen sehr lesenswerthe Erpectoration, die Montégut seiner Rezension Mittheilungen haben den wissenschaftlichen Standpunkt des Verfanero, eingereibt hat.

von welchem aus derselbe die durch glaubwürdige historisce Zeugnisse Wir Franzosen, heißt es barin, sind ein Volk von Nachbetern aus allen Völkern und aus allen Zeiten verbürgten Thatsachen det und Sdwenzern. Sobald ein succès am Horizont aufdämmert, fällt instinktartig fich bethätigenden mensdlichen Geisteslebens als Erschei die ganze franzöfische Nation auf ihre Kniee und beglückwünscht ihn. nungen darstellt, welche, so unglaublich und unmöglich sie auch einer Da, wo ein Franzose einen Sprung gethan hat, hüpft ihm ganz einseitigen und oberflächlichen Verstandesbildung scheinen müssen, ir Frankreich nady. Sobald in der Literatur etwas Neues auftaucht, dem richtig erkannten polaren Wesen des Menschengeistes ihre gesdrängt sich das ganze Volt der Kunstjünger auf dieselbe Bahn der gende Erklärung finden, in das gebührende licht gestellt. Went vir Neuerung und will gleichfalls sein Glück machen, nicht, um sich auch nun noch einmal auf das Buch zurüdkommen, so geschieht dies in W im Neueren zu versuchen, sondern einzig im Nachthun und Mitprobis Absicht, unseren Lesern auch noch eine Vorstellung von der ungebeurd ren. Zufolge dieser glüdlichen Disposition entbindet sich ein Jeder Masse interessanter Thatsachen, die darin zusammengebracht find, und von der Aufgabe, demjenigen nachzuspüren, was etwa er an Origi. von der zweđmäßigen Ordnung und Uebersichtlichkeit zu geben, da nalität besiße, und erftidt oder vergeudet luftig die Gaben, womit der Verfasser (und hierin besteht der Vorzug, den sein Buch vor dem ihn die Natur beschenkt hat. Mancher, der dazu angethan ift, Sonette Colquhounschen hat) in dieses Chaos von wirklichen oder

) vermeints zu dichten, schreibt Schauspiele, weil die Gunft des Augenblides oder lidhen Thatsachen aus dem Gebiete des Nachtlebens des Geistes a das Fahrwasser (vogue) für das Drama ift; ein Anderer, zum Lustspiel

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bringen weiß. Wie wir hören, ist Herr Dr. Schindler auch mit einer wirkt im Traume der besondere Mensd, seine Gefühle und seine biftorischen Zusammenstellung der Erscheinungen des magischen Kräfte, und der Träumer wird der Verräther des Wachenden; der Geistesleben beschäftigt, und von ihm dürfen wir nach dem, was er Traum wird das geheime Gericht des träumenden Menschen. bereits geleistet, gewiß eine viel fyftematischere und befriedigendere 1. Je tiefer der Schlaf, je abgesglofsener der Geist, desto reiner Arbeit, als die des Herrn Colquhoun, erwarten.

sein magisches Walten. So sehen wir schon im gewöhnlichen Traume Für die über dem Gegensaß von Glauben und Wissen ftebende den Geist Sachen produziren, denen er im Tagleben nicht gewachsen Weltanschauung, welder der Verfasser mit dem vorliegenden Buche war. Leonardo da Vinci, Guido Keni, Danneđer vollendeten ihre dienen will, dürften die folgenden Stellen aus der Einleitung noch Runftschöpfungen erft, als der Traum ihnen das vorführte, was fie hervorgehoben zu werden verbienen:

am Tage vergebens erstrebten. Oft steht der Schlafende auf und ,,Das hödifte Gebilde irbischer Productionskraft ist der Mensch; vollzieht das, was ihm im Wachen nicht möglich war. Reinhold fiel zwischen dem Menschen und den anderen Erbengeschöpfen ist aber kein bie Deduction der Kategorieen mit aller Klarbeit im Traume ein; der absoluter Unterschieb, sondern nur ein gradueller. So ist der Mensch Regierungs-Secretair Hoppe beendete eine Eramenarbeit im Sálafe die zum Bewußtsein gekommene Erbe, ihr intelligentes Selbftleben und fand sie beim Erwachen so gelungen, daß er feinen Anstand und ihr personifizirter Wille, der Erborganismus im Kleinen. Alle nahm, fie unverändert abzugeben; Cardanus vollendete eines seiner Kräfte der Erde finden in ihm ihren Ausdruck und das Weltall re Werke im Traum; Voltaire träumte einmal einen Gesang seiner flettirt fic in itm; denn in der organischen Natur wirfen durchaus Henriade" anders, als er ihn gedichtet u. f. w. – Zuweilen ftreifeine anderen Kräfte, als in der unorganischen.

tet man sich im Traum; man denkt nach, man sucht die Lösung eines „Der Mensch, von der Erde geschaffen, erscheint uns aber Problems; man kann sie nicht finden, und im nächsten Augenblic legt auch für die Erbe geschaffen; er schwankt nicht mehr zwischen man sie feinem Doppelgänger in den Mund. Ganz besonders aber dem Kummer um ein verlorenes Paradies und der Sehnsucht nach ist es die prophetische Abspiegelung des Zukünftigen, was dem Traume einem völlig unbekannten „ Jenseits“, während die Erde für ihn von jeher eine besondere Bedeutung gegeben hat, so daß schon bei nichts ist, als das Nichtige uud das Erdendasein nur ein Scheinleben: Mose Prophet und Träumer zusammengestellt werden. Der Traum der Mensch weiß jeßt, daß das Erdendasein sein eigener Zweck ift. zeigt Zufünftiges an, entdedt Verborgenes, und wie der Schlaf zur Nichtsbestoweniger aber weiß er, daß nichts im Weltenraum vergeht, heilbrindenden Krise wird, so deutet der Traum oft das Mittel zur daß die Idee ebenso ewig wie die Materie und daß das Erbenleben Heilung an." für ihn der Anfangspunkt einer höheren Entwidelung ist, zu der die Der Verfasser weist darauf hin, daß in den hier angedeuteten Reime bereits in ihm liegen, und deren Typus bereits in seiner jeßi- Zügen des einfachen Traumes fast alle Phänomene des bis zum Hells gen Entwidelung angedeutet ist.“

seben fich fteigernden Somnambulismus schon vorgebildet sind. Der erste Abschnitt der Werfes behandelt bad dem organischen Weiter zeigt der Verfafser im ersten Abschnitt feines Werkes noch, Doppelleben entsprechende polare Verhalten des Geiftes im Tag- und wie Adles, was die Thätigkeit des Gehirns (dwächt, die Thätigkeit Nachtleben, im Baden und im Träumen, im Wiffen und im Glau des magischen Seelenlebens steigert: die Nacht, der Winter, der Mond, ben, im Denken und im Fühlen. Das Geiftesleben ist immer, wie die Astese, Krankheit und Herannahen des Todes. in dem individuellen Menschen, so auch in der Geschichte der Völker Die Thatsache, daß alle Zustände des magischen Seelenlebens und der ganzen Menschheit, die lebendige Einheit dieser beiden Seis leicht durch Anfteđung verbreitet werden, giebt dem Verfasser Verten, eine Einheit

, auf deren bleibender Grundlage bald die eine, bald anlaffung, uns die interessantesten Erscheinungen aus der Geschichte die andere Seite das Uebergewicht hat, bald das bewußte durch die des magischen Seelenlebens aller Zeiten vorzuführen: so z. B. den Thätigkeit der Sinne und des Verstandes vermittelte Geistesleben in epidemischen Selbftmord der milefishen Mädchen, die lyfanthropie, der Selbstunterscheidung und Sonderung vom allgemeinen Leben, bald den Tarantismus, den Kinderfreuzzug, die efftatischen Zustände der das unbewußte mit dem allgemeinen Naturleben verschmolzene Geistes- Kamisarden, der Konvulsionärs, der Quäfer, der Derwische, der leben; bald die Form des wahren Geisteslebens: das verständige Schamanen, den Vampyrismus u. dgl. m. Welt- und Selbstbewußtsein; bald der Inhalt desselben: das eine, Was über die mit den efftatischen Zuständen verbundene Uns Alles in fich begreifende, in jedem individuellen Dasein sich bethä- empfindlichkeit und Unverleßbarkeit, über das Aufhören der Schwere tigende allgemeine Leben.

und über die fast gänzliche Enthaltung von Nahrungsmitteln erzählt Ade die Zustände und Erscheinungen im Geistleben, die man, wird, theilt der Verfasser nur in historischem Interesse mit; indeffen auf dem Standpunkte des alles Naturleben von sich ausschließenden zeigt er, daß auch diese Erzählungen nicht ganz aus der Luft gegriffen verständigen Welt- und Selbstbewußtseins, abnorm und unbegreiflich sein können. finden mußte, die man deshalb bisher immer entweder als unmöglich Im zweiten Abschnitt wird der innere Sinn", der für das in Abrebe stellte oder auf von außen her auf den Menschen wirs magische Geiftesleben das ist, was für das selbstbewußte Geistesleben kende gute oder böse, göttliche oder teuflische Geifter zurüdführte, fin- die äußeren Sinne, besprochen. ben, soweit sie als Thatsachen durch glaubwürbige Zeugnisse verbürgt ,, Wie die Tagfeite des Lebens ihre Sinnesorgane hat, so schidt find, in der Erkenntniß der polaren Wirtsamkeit des Menschengeistes auch die Nachtseite ihre Fühlfäden hinaus in das Universum, und der ihre ausreichende Erklärung.

Kosmos tritt in der Nacht dem Individuum mit seinem inneren ges Der Verfaffer faßt alle diese Zustände und Erscheinungen unter heimen Wirten und Walten näher. Der Menso beherrscht in seinem ber Bezeichnung des , magischen" Geifteslebens im Gegensaße zu Leibe Elektrizität, Magnetismus, Licht und demischen Prozeß, die alle dem ,,intelligenten" Geiftesleben zusammen. Ueber das Träumen,

Ueber das Träumen, aus den ungemessenen Tiefen des Weltaus auf ihn einwirken; denn welches er als die einfachste aller Welt bekannte Form des magisder alle Körper des Weltalls wirken ftetig auf alle übrigen. licht und Geifteslebens mit Recht zuerst bespricht, fagt er unter Anderem Schwere der Firsterne, ihre Attraction und Abstoßung, nichts ist so Folgendes;

fern, was nicht auf das Leben des Menschen influenzirte." ,,Die Intelligenz tritt im Traume zurüd; nicht ist es der unser Es wird weiter gezeigt, daß mit der von Herrn o. Reichenberg Seelenleben am Tage beherrschende Verstand, der im Traumleben entdecten, durch das Weltall verbreiteten Odkraft das Reich der waltet; ja selbst die Kategorieen des Denkens, Zeit und Raum, ver- Wechselwirkungen noch nicht abgeschlossen ist, da die Dd-Empfindung Tchwinden. Schon ehe man einschläft, jagen sich die Bilder ohne unser fich nur auf das Angenehme oder unangenehme bezieht. Um uns zu Dazuthun. Die Gefühle und Empfindungen unseres Herzens find überzeugen, daß es einen inneren Sinn für das innere Leben der alsdann weit lebhafter, als im wahren Zuftande, und das moralische Naturförper im Thiere und im Menschen giebt, schildert uns der Gefühl und Gewissen wird oft erst dann aus seinem Schlummer ges Verfasser die spezifische Wirkung der Arzeneimittel, den Eindruck des wedt. Kurz vor dem Erwachen findet ein ähnlicher Zustand ftatt. - Naturlebens auf den Menschen, die magische Wirkung der Steine, Zwischen den beiden Zuständen des Einschlafens und Erwachens liegt der Metalle, des Wassers, der Töne, der Pflanzen, die Macht des der tiefe Sálaf mit einer dem Tagleben febr verschiedenen Seelen- Wortes, des Blides, der Berührung, die Wirkung des Hauches, des thätigkeit. Nur selten geht der Traum des tiefen Schlafes in die Speichels, des menschlichen Willens. In Bezug auf die Frage nach Erinnerung des Tages über. - Auch die Sprache des Traumes ist dem Drgan des inneren Sinnes fagt der Verfasser: eine andere, als die des Tages (eine prägnante Bilbersprache, die ,,Daß das Gangliensystem mit dem inneren Sinn in besonderer der Verfasser mit Worten aus Schubert's ,,Symbolit des Traumes Beziehung steht, ist gewiß; aber vergebens suchen wir das Sinness fchildert). Die Reize, welche den Traum bervorrufen, sind bald Organ in ihm; es scheint nur mit dem Organe in ähnlicher Verbindung Sinnenreize, die noch in das Traumleben hineindringen, bald die zu stehen, wie die Tagessinne mit dem Gehirn. Wenn Kieser gewisse Regungen niederer Leiblichkeit, bald die Empfindungen des magischen Hautnerven, die bisher in ihrer Function noch unerforschten Paccinischen Seelenpoles, und während die Kräfte unseres Geiftes im Traume Körperchen als Drgane des inneren Sinnes ansieht, so muß das ale thätig sind, so find sie es doch auf eine eigenthümliche Weise. Grperiment darüber nodi entscheiden. Höchst wahrscheinlich ist es, daß

Die innere Welt der Erinnerung, der Phantasie, des Gefühls und jeder Tagessinn sein polares Supplement in einem inneren Sinnesdes Glaubens, der Ahnung und des Gewissens, des Instinkts und Drgan bat, und daß es ein inneres Auge, ein inneres Dhr, ein inneres

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Qunfttriebed mins

Im dritten Abidinitt des Werfes wirb ,,ber Seher, b. i. der Geist,

Zur fonfessionellen Polemit. Dbgleich das Werk bes insofern er instinktiv bie ihm durch den inneren Sinn dargebotenen Professors der Theologie zu Breslau, Dr. Wilh. Böbmer: „Die lebra Empfindungen objeftivirt, dargeftellt:

Unterschiede der katholischen und evangelischen Kirchen" u. 1. w., in Wie die Sensation der Tagesfinne der Intelligenz bas Sub dem Geiste der durch Milde verflärten Gerechtigkeit gegen sämmtftrat ihres Denkens wird, so wird die Sensation des inneren Sinnes liche Kirchen abgefaßt ift, so wird es doch, fiderem Rernehmen nad, daß Substrat der Geistesoperationen des nächtlichen Seelenpoles. von einem katholischen Geistlichen in einer Sondersdrift angegriffen Wird das Gefühl des inneren Sinnes die bestimmende Triebfraft für werden. Daß fich der Professor Böhmer auf das Hervortreten dieser eine organische Lebensthätigkeit, so nennen wir es 3nftinft; tritt e$ Sonderschrift von Herzen freut, darf versichert werden, denn er liebt in unser Bewußtsein, aber nur in der Form eines unklaren, nebelhaften troß seiner verföhnenden, theologischen Geiftesrichtung jenes Aufeinander. Lebens, so nennen wir es Ahnung; wird es bagegen deutlicher, indem plagen der Geister in der Theologie, von welchem Dr. Luther spridt, es, unserer Intelligenz entgegentretend, auf ethischem Gebiet mit ihr und durch welches sogar eine Versöhnung in theologischen Dingen vera in Streit geräth, so nennen wir es Gewissen; tritt nachtpolares Seelen- mittelt werden kann.

mittelt werden kann. Zudem wird bas Hervortreten der in Rede leben in unser Bewußtsein in der Form der Sinnesperception des stehenden Sonderschrift den schlagenden Beweis liefern, daß die MeiTages, so erhalten wir Gesichts- und Gehörbilder, benen ein reales nung falsch ist, Dr. Böhmer sei, was er in der That nicht ist und (d. i. ein außer unserem Organismus bestehendes) Substrat fehlt; wir bei der Macht des evangelischen Lebensprinzipes in seinem theologia haben Gesichte; schreiben wir aber diesen Gesichts- und Gehörbildern fchen Denken nicht sein kann, ein Pufegift. Diese Meinung ist lediga Realität zu, so haben wir Erscheinungen. Erlangt nachtpolares Seelen- lich ein logisch unbefugter Schluß, gezogen aus der Thatsache, daß leben ein bleibendes Uebergewicht über das tagpolare, so entstehen Dr. Böhmer mit einer von Milde durchdrungenen Gerechtigkeit die einerseits unter der äußeren Form des Schlafes die somnambulen Zu- gegenftändlichen (objeftiven) Bestimmtheiten der römisch-katholisden stände bis zum Hellsehen, andererseits unter der Form des Wachens Kirche in fchriftstellerifchen Erzeugnissen beurtheilt. die efftatischen Zustände bis zur Prophetie, während das Delirium bis zum Wahnsinn uns eine andere Reihe krankhafter Zustände vor

Gräfse's „Bibliographie feltener und foftbarer führt, wobei die Störung der Geistesthätigkeiten von einem bleibenden Werfe"..) Herr Direktor Gräfse in Dresden, der sich bereits durch materiellen Subftrate ausgeht."

sein ,, Lehrbuch einer allgemeinen Literatur-Geschichte als ein auss Die hier angedeuteten und alle ihnen verwandte Bethätigungen gezeichneter Kenner der bibliographischen Literatur, besonders des des magischen Seelen, und Geisteslebens werden ausführlich erörtert Mittelalters, einen großen Ruf erworben, hat es unternommen, und an interessanten Beispielen aus der Geschichte der verschiedensten den Bücherliebhabern aller Länder in einem neuen Handbuche der Zeiten und Völfer erläutert. Ueber die Mittel, die bei den Baby. Bibliographie, dessen Titel wir in der Anmerkung volftändig wiederIoniern, Hebräern, Neuplatonifern, Anachoreten, Kabbalisten, in den geben, mit Rath und That in allen schwierigen Fällen, wo auch Brus griechischen Mysterien angewendet wurden, um fünftlich efftatische Zu- net und Ebert unzureichend sind, auszuhelfen. Das erste, von Aa stände hervorzurufen, erhalten wir sehr interessante Aufídlüffe.

bis Amar reichende Heft von 12 Bogen in Großquart (Preis 2 Thaler, (Schluß folgt.)

das Ganze dürfte aus 12-16 folchen Lieferungen bestehen) liegt vor uns und liefert allerdings ben Beweis, daß die neue Bibliographie,

weniger foftspielig als Brunet's „Manuel du Libraire" (Preis Mannigfaltiges.

300 Frce.), viel vollständiger als leßteres, besonders auch auf den Die Ansichten der Völfer von der Seele. Eine kleine Gebieten der orientalisden, der germanischen und der slavischen Schrift von Professor Wuttfe in Leipzig giebt eine kurze und inter- Sprachen ist, welche drei umfassende Gebiete entschieden die fdwache essante Uebersicht der Vorstellungen und Ansichten, welche die verschiedes Seite Brunet's bilden, dem die romanischen Sprachen der Mittelpunkt nen Völker sich von dem Geiste, der Seele, D. i. dem Lebenden im aller Weltliteratur gewesen sind. Dem Verfaffer ist durch die reich. Menschen, gebildet haben von den Kaffern und Eskimo's anges haltige fönigliche Bibliothek in Dresden Gelegenheit gegeben, die fangen bis zu den größten Philofophen hinauf, bis Sokrates, Plato, schäßbarsten Notizen über viele feltene Werke zu liefern; auo fügt Aristoteles, Rant, Fichte kindische Träume und tiefe Gedanken. er, wo es irgend möglich ist, neben den älteren Preisen der Bücher, Nad den Einen ist die Seele luft, Feuer, oder fie fißt in den Adern, diejenigen Preise hinzu, zu welchen sie jeßt bei den bekanntesten in den Knochen; sie fährt nach dem Tode in Vögel und andere Thiere antiquarischen Budbändlern Deutschlands, Frankreichs unb Engund macht ihre Reisen durch die Körperwelt, oder sie fährt an einen lands zu haben sind. Als ein Beweis, auf welche ershöpfende Art unbekannten Ort, fie vereinigt sich mit dem Haude, mit der Gotte Herr Gräfse seinen Gegenstand behandelt, verdient der Artifel heit u. f. w. Die Ansichten und Lehren der Philosophen hat wohl „Amadis de Gaule” zitirt zu werden, der, über dreizehn volle Drudder Verfasser mit Absicht weniger ausführlich behandelt, und es spalten einnehmend, eine vollständige Literatur- ' und bibliographische scheint ihm mehr darauf angekommen zu sein, die Sache vom ethno. Gefdichte dieses berühmten Ritterroman-Cyklus in Spanien, Frankgraphischen Standpunkte aus zu besprechen und Befannteres als be- reich, Italien, Deutschland, Holland und England bildet. Wir hoffen, kannt vorauszuseßen. Auch die neuere Lehre der Materialisten, wo auf dieses umfassende Werk, das der deutschen Wissenschaft zur Ebre nad die Seele möglicherweise aus Phosphor besteht, ist furz bes gereichen dürfte, noch manchmal zurüdzukommen. rührt. - Was die Seele eigentlich sei, erfahren wir freilich nicht, wenn uns auch zum Schlusse die Hoffnung gemacht wird, das die

Aus Sweden. Die Societät der Wiffenschaften in Upsala Philosophie eine Frage zu lösen berufen sei, welche nicht eigentlich bat in ihrer feierlichen Sigung vom 19. d. 3., unter dem Vorlige vor das Forum der Naturwissenschaft gehöre. - Wir unserestheils des Prinzen Dscar, die Herren Bopp in Berlin, Diez in Bonn meinen, weder die Naturwissenschaft nodh die Philosophie wird uns über und Garcin de Lassy in Paris zu ihren ordentlichen Mitgliedern das eigentliche Wesen des Geistes hinreichende Auskunft zu geben im ernannt. Stande fein, wenn es ihnen bisher unmöglich gewesen seit Tausenden von Jahren. Die Wirkungen des Geistes, seine einzelnen Kräfte 2c.

Facciolati's lateinisches Lerikon. In Padua ist von fönnen wir theilweise erkennen; der Geist selbst ist für die aufmerk- dem dortigen Professor Corradini eine neue Ausgabe des „Lexicon samste Selbstbetrachtung ein x, und wenn die Fanatiker des Stoffes totius latinitatis”, begonnen von Facciolati, fortgeseßt von Forcellini dieses x um jeden Preis zu Phosphor, Käseftoff u. s. w. machen und beendigt von Furlanetti, angekündigt. Interessant ist, daß der wollen, so ist das eine jener psychischen Epidemieen, die von Zeit zu italiänische Herausgeber dabei namentlich die gelehrten Arbeiten der Zeit in die Welt kommen. Was damit gewonnen sei, wenn Fichte deutschen Lerifographen Döderlein, Freund, Hand und klos benugt ben Geift als , 3ch" erklärt, kann man freilich auch nicht begreifen, bat, die sämmtlich, sowie der französische Lerifograph Quicherat, von denn was ist „3"? - Der Ausdruck ist insofern allerdings geeignet, ihm genannt sind. als er recht gut bezeichnet, daß hier das Denken aufhört – der Geist ist fich selber das Adlerfremdefte, der Aft des Selbftbewußtseins das *) Trésor des livres rares et précieux, ou nouveau dictionnaire Unbegreiflichfte, - und dem Philosophen ftehen nur Formeln, nur bibliographique, contenant plus de cent mille articles de livres rares,

curieux et recherchés, d'ouvrages de luxe etc. avec les signes connus Urtheile in Worten zu Gebote – was freilich die heutigen Philosophen

pour distinguer les éditions originales des contrefaçons qui en ont été nicht immer zu wiffen scheinen.

faites, des notes sur la rareté et le mérite des livres cités et les prix Zufällig liegt uns ein Blatt der Mailänder Zeitschrift Il Cre que ces livres ont atteints dans les ventes les plus fameuses, et qu'ils

conservent encore dans les magasins des bouquidistes les plus renommés puscolo vor (7. März 1858), in welcher (in einer Korrespondenz aus

de l'Europe. Par Jean George Théodore Graesse etc. etc. Dresde, Berlin) dieser Arbeit des Herrn Professor Wuttke mit großem Lobe Rud. Kuntze. Paris, C. Reinwald, 1858. gedacht wird: Il celebre Wuttke.... ha pubblicato in questi giorni un opuscolo interessantissimo, intitolato: etc. ...

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Ebenso ist das Subscriptionswesen kaum geeignet, einen besonders Italien.

günstigen Einfluß auszuüben. Abgesehen davon, daß es in vielen

Fällen den Eindruck eines indisfreten Anspruds an Freundsdaft, Mits Der Buchhandel in Italien.

leid u. s. w. macht und zulegt unterschiedlos mit einem industriösen Von den in Italien lebenden deutschen Gelehrten vernehmen wir Bettel zusammenfält, hat es auch noch besonders ben großen Nachvon Zeit zu Zeit Klagen über die traurigen Zustände des dortigen theil, daß das Buch (wofern es natürlich einen wirklichen Werth hat) Buchhandels und Verlagswesens, denen gegenüber wir dann eine Art in vielen Fällen gar nicht in die rechten Hände kommt. von Stolz oder Mitleid empfinden - jedenfalls einem Deutschen wohls Doch diese und andere Uebelftände, unter welchen der italiänische thuende Gefühle. Denn wenn in sehr vielen Fällen unsere nationalen Schriftsteller leidet, sind ziemlich bekannt und vielfach besprochen wor. Wünsche, unsere pia desideria, mit denen der Italianer eine traurige ben; sie sind nur das Ergebniß der Zustände felbft, ber vollständigen Aehnlichkeit haben, so ist doch gerade unser Buchhandel ein Glanzpunkt, Plan- und Drdnungslosigkeit des Buchhandels. – Der Italiäner eine Errungenschaft unserer Nation, durch welche wir in geistiger Be- handelt mit Büchern, wie der Krämer auf einem Dorfe, der den Vors ziehung jedenfalls vortheilhafter gestellt find, als selbst unsere mächtigen rath eines Materialwaarenhändlers in der nächsten Stadt vereinzelt; und einheitlichen Nachbarvölker. Hätten wir auf anderen Feldern das heute hat er Kaffee, morgen feinen bas ift zu haben und jenes Organisationstalent bewiesen und jene Centralisirung durchgeführt, die nicht - wird auch nie zu haben sein. - Verlangst du guten Zuder, in unserem Buchhandel mit der Metropole Leipzig zu Tage tritt, wir so preist er Syrup an; denn er mache auch füß. – Die Preise steigen müßten ohne Zweifel die erste Nation der Welt fein.

und fallen, je nach den Umständen. — Mit geringen Ausnahmen ift Gewiß, die Organisation des deutschen Buchhandels gewährt uns also alles Kleinhandel; die verschiedenen Hauptstädte stehen mit eindie bedeutendsten Vortheile, Bortbeile, die wir zu unterschägen nur zu auder in feiner oder nur geringer Verbindung; Rom lebt für sich, oft geneigt sind, weil uns andererseits manche Uebelstände fühlbar Neapel für fich; was man in Florenz produzirt, kennt man in Mais werden, die daraus entspringen, z. B. die fabrikmäßige Buchverfertis land nicht, oder lernt es nur auf großen Umwegen kennen. gung, das literarische Proletariat, der rein merfantile Industrialismus. Sehen wir uns nun die Vorschläge an, die auf jenen VersammDoch, um gerecht zu werden gegen ein Institut, das bereits eine solche lungen italiänischer Buchhändler gemacht worden sind, wo man Mittel Vergangenheit hat und unsere Nationalität dem Auslande gegenüber so fuchte, den Hauptübelftänden, dem Mangel an Deffentlichkeit und der würdig repräsentirt, muß man Zustände in's Auge fassen, wie sie z. B. geringen Verbreitung der Bücher in Italien, zu begegnen. Man in 3talien obwalten.

schlug auf dem Kongreffe zu Florenz, wo man eine besondere RomMan glaube nicht, daß die Italiäner selbst sie weniger drüfend mission einsekte, die Einführung einer alljährlichen Buchhändlermesse, empfänden, weil das Nichtwiffen des Besseren und eine lange Ge- nach dem Vorbilde der Leipziger, vor; indeffen erkannte man bald, wohnheit sie unempfänglich dafür gemacht; man würde ihnen Unrecht daß eine Sache, die in Deutschland die Frucht einer alten Entwidelung thun; im Gegentheil

, sie haben in neuerer Zeit angefangen, sich ein besonderer glüdlichen Umstände ift, in Italien unausführbar sei. Nicht dringlich mit der Frage zu beschäftigen, wie diesen Uebelständen abs bloß die politische Zerstüdelung des Landes und die damit ver's zuhelfen sei, wie man bessere Zustände, ähnlich denen in Deutschland, bundene Verschiedenheit der Preßgeseße, des Zoll- und Münzsystems anbahnen könne, und zwar haben eine Anzahl bedeutender Schrifts ist ein Hinderniß; die Unmöglichkeit einer solchen Messe wird gerade steller und Buchhändler die Sache selbst in die Hand genommen und durch das Uebel selbst herbeigeführt', das fie beseitigen soll. Könnte zu bem Ende Versammlungen zu Florenz, Mailand und anderen Drten man eine Gleichbeit der Gefälle und Münzen (wäre indeß nicht abs gebalten - leider, wie es scheint, mit schlechtem Erfolge. - Es haben

Es haben folut nöthig, wie Deutschland selbst beweist), der Gefeße über literario sich bei näherem Eingehen in diese Frage, bei einer genaueren Prüfung des Eigenthum erzielen, so würde fich eine solche Büchermesse vou der gemachten Reformvorschläge eine solche Menge Schwierigkeiten selbst machen. Der Leipziger Buchmarkt wird vorzüglich ermöglicht berausgestellt, daß fie faft unbesiegbar erscheinen. Die Mailänder durch die Eristenz der großen Buchhändlerfirmen in den Hauptstädten Zeitschrift II Crepuscolo widmet seit einiger Zeit dieser Frage be- Deutschland's, welche gewissermaßen diese ganze Industrie leiten und fondere Artifel, die mit gutem praktischen Verständniß geschrieben sind regeln; son literarischer Bedeutung zählt man in Italien faum und in nüchternster Weise die Sache erörtern.

ein oder zwei Häuser, die obenein nur einen sehr bedränkten Wir fönnen nicht umhin, Einiges baraus hervorzuheben.

Geschäftsfreis haben und wenig Einfluß auf das Ganze ausübent; Die lage, in welcher sich der italiänische Schriftsteller befindet, die große Zahl der Buchhändler und Verleger besteht aus Wenigen, wenn er seine Werke veröffentlichen will, ist in den meisten Fällen die im Vergleich zu ihrem guten Willen geringe Mittel haben, und eine sehr traurige und von Aussicht auf einen felbft geringen Ges aus Vielen, die weder Mittel noch guten Willen befißen, aus winn, mit seltenen Ausnahmen, nicht die Rede. Eigentlich können nur Winkelverlegern und Büchertröblern, die nur von der bestehenden Unreide leute und solche, die der Vortheile eines reichen und opfer ordnung leben. Wie soll man folche Leute bewegen, auf die Meffe willigen Gönners genießen, es unternehmen, größere Werke zu ver zu ziehen, Leute, die die Entfernungen und die Schlagbäume als ein öffentlichen, ohne zu der jedenfalls mißlichen Auskunft einer Subs Glück betrachten, da sie nebst anderen Schwierigkeiten so gute Ausscription zu greifen - es ist aber klar, daß weder Gönnerschaft noch flucht gewähren, die Abrechnung zu verzögern? Wie kann man eine Subscriptionen geeignet sind, auf den Geift des italiänischen Volfes Gemeinschaftlichkeit der Intereffen herzustellen suchen, selbst auch nur besonders günstig einzuwirken Beides wirft demoralisirend unmittel- im Umlaufe des Geldes, wo die Handeltreibenden auf die Verbar auf den Schriftsteller, mittelbar auf das übrige Publifum. - schiedenheit der Münze als eine natürliche Quelle ihres Gewinnes Ein Gelehrter, ein Didter, dem der Drud seines Werfes durch die spekuliren? Solche Budhändler, die sich kaum Mühe geben, auf eine an Gnade eines reichen, gewiß in den meisten Fällen mehr ehrgeizigen sie gerichtete Anfrage zu antworten, zu einer jährlichen Meß-Reise einals großmüthigen Gönners ermöglicht wird, der die devoten Phrasen zuladen, wäre ein vergebliches Unternehmen. Wer kann glauben, daß des ordinären Dedicationsstiles in der Vorrede herbeten muß, um dieselben Leute, welche sich um das, was veröffentlicht wird, gar nicht seiner Verpflichtung in etwas nachzukommen, wird seinem Gönner fümmern, welche selbst die vom Publikum begehrten Werke sich nicht gegenüber eine bedientenmäßige Stellung einnehmen, wird nie sich verschaffen mögen und,' obgleich fie ohne Kosten dem Publikum ihre mit jener Unmittelbarkeit geben können, die dem echten Geistess eigene Waare anzeigen fönnten, bartnädig dem Vortheil entfagen, der leben so nothwendig ist. Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, ihnen daraus entstehen würde - wer kann glauben, daß fie im AugenUndankbarkeit ein großes Lafter, - aber wehe dem, dem die Pflicht blid ein so richtiges Verständniß ihres Gewerbes erlangen werden, der Dankbarkeit eine fittliche Fessel wird, dem fie besseren Willen und um die Messe zu beziehen und in der Fremde das zu thun, was fie

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