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wenn wir bebenken, wie viel Schweiß, Blut und Thränen an der Steinfoble kleben, die man mit vollem Recht das tägliche Brod der

Mannigfaltiges. Industrie genannt hat.

Literarische Berühmtheiten des jeßigen englischen

Ministeriums. In Lord Derby's Kabinet ift, wie die Literary Japan.

Gazette bemerklich macht, die literatur in febr ehrenvoller Weise ver

treten. Der Premierminister felbst schrieb als Lorb Stanley ein Budy Etwas über die japanesische Sprache. *)

unter dem Titel: „Conversations on the Parables". Herr Disraeli, Obgleich Japan nur durch eine Art „la Manche" von China der Schaßlangler, ist als Sõriftfteller weit und breit bekannt und gea getrennt ist, hat die Sprache dieses Inselreiches des äußerften schäßt. Lord John Manners ist der Poet des jeßigen Kabinettes, Oftens einen Charakter, der sie vom Chinesischen so wesentlich unter- wie ed Lord Carlisle der des vorigen war. Sir Bulwer Lytton, fcheidet, als wären beide Nationen durch den breitesten Ocean ges der ausgezeichnete Novellist, hat zwar noch keinen Siß im Kabinet, trennt. Da bie Japaner gleichwohl ihre Gefittung zum großen Theile weil fich Zweifel erhoben, ob er wohl in der Grafschaft Hertforb aus China haben und ihre Sdriftftellerei immer ein treues Abbild wieder zum Parlamentsmitglied erwählt werden würde, doch ist es der Chinesischen geblieben ist, so sind eine Menge chinesischer Wörter sehr wahrscheinlich, daß er nächstens auch in das Minifterium einselbst in die Volkssprache eingedrungen, und Sdriftsteller, die für treten wird. Ebenso gehört Herr Samuel Warren, der Verfasser höher gebildete Leserfreise schreiben, mengen beide Sprachen mit des „Diary of a Physician", zu den Unterstüßern des Kabinettes, die großer Witfür durch einander. Sogar für die Eigennamen von eine Anwartschaft auf eine Stelle in demselben haben. Lord Stanley Menschen, Städten, Provinzen, Diftriften eristirt je ein japanesisches und Sir John Patington haben freilich unter ihrem Namen nichts und ein chinesisches Wort, und nicht selten hat der Zufall das leßtere weiter als einige Adreffen in der Eigensaft als Präsidenten der volksthümlider gemacht als das erstere. Es giebt aber in Japan eine Gesellschaft zur Beförderung der Sozialwissenschaften in Birmingham eigenthümliche Aussprache des Chinesischen, welche von den Chinesen publizirt; in anonymer Form foll jedoch der neue Kolonial - Secretair, ebenso wenig verstanden wird, als die Landessprache, übrigens den außer einer Sdrift: „Claims and Resources of the West India CoDialetten Süd-China's am nächften kommt.

lonies", sehr viel schon baben bruden lassen. Herr Abderley, ViceDie einheimische Sprache Japans - in viele Dialekte zerfallend

Präsident des Unterrichtsrathes, ist ein sehr geschäfter Schriftsteller, hat einen dem Mongolischen, Mandschuisden, Dft-Türkischen ver und Herr Sotheron-Estcourt, Präsident der Armen-Kommission, wandten Charakter, ohne darum mit diesen Sprachen des inneren hat viele Artifel für die großen politischen Zeitungen gesdrieben. Lord Hoch- Afiens erweislich stammverwandt zu sein. Sie gehört an fich Naas, der Secretair für Jrland, ist Verfaffer einer Reisebesdreibung (wenn man von gewiffen faft unaussprechbaren Lauten absieht) nicht nach Rußland, unter dem Titel: ,,St. Petersburgh and Moscow”. Lord gerade zu den schwierigsten Sprachen; desto schwieriger ift das Lesen Malmesbury ist der Sohn des Diplomaten, dessen Tagebücher und einer der beiden Silbenschriften, mit denen sie geschrieben wird — Briefe von ihm in vier Bänden publizirt und viel gelesen wurden, wir meinen das firafanna, dessen wahrhaft gefrißelte, verworrenent und Lord Colchester, der neue General - Postmeister, war eine Zeit Pflanzenfasern ähnliche Lautzeichen schon vereinzelt schwer zu unter. lang Präsident der Londoner Geographischen Gesellschaft. fcheiden sind und außerdem die Untugend haben, sich gern an einander zu hängen, wobei nicht einmal die Trennung der Wörter, sofern fie Englisches Magazin für ausländische literatur. In zu einem und demselben Saße gehören, als nothwendig erachtet wird. der Literary Gazette lesen wir: ,,Das in England täglich zunehmende Texte in Firafanna-Sakrift sind für minder geübte Personen die ärgfte Interesse an der Literatur des Auslandes ist eines der erfreulichsten Geduldprobe, die man sich denken kann.

Zeichen unserer Zeit. Wir dürfen hoffen, daß wir in Folge defien Bis in unser Jabrhundert waren hauptsächlich zwei, ziemlich reiche manches unserer insularischen Vorurtheile abftreifen und daß unsere haltige, aber sehr mangelhaft eingerichtete Lehrbücher des Japanesischen Ideen etwas weniger national abstoßend fich gestalten werden. Wir in Europa zugänglich, von denen eines den spanischen (genauer bas. begrüßen daber auch mit Bergnügen das angekündigte Magazin für tisden) Pater Dyanguren, das andere den Portugiesen Rodriguez ausländische Literatur unter dem Titel: „ The Continental Review", zum Verfasser hatte. Nicht Abel- Nemusat hat das leştere heraus, in welchem sowohl die Politit als die Literatur des Auslandes bes gegeben, sondern einer seiner Schüler, Namens Landresse, aber nur sprochen werden soll. Frankreich ist uns in dieser Beziehung bereits auszugsweise, ohne dabei an der unbeholfenen Methode etwas zu mit einer

mit einer „Revue Germanique" vorangegangen, und wir hoffen, daß ändern. Beide Herren befaßen uur fehr unvollkommene Kenntnißr aud in der neuen „, Continental Review" die deutsche Literatur eine and waß Klaproth betrifft, so erwart sich dieser bent vorübergehenden Hauptrolle spielen werde". Ruf, Japanesisch zu verstehen, durd schmähliche Plagiate, die er an bolländischen Dolmetschern beging. Dagegen können wir zweier deut

Brasilien und Deutsdland. Herr Dr. E. Ferreira ichen Zeitgenossen ung rühmen, welche tiefere Kenntniß des Japanese- França, aus Rio de Janeiro, deffen wir in diesen Blättern, bei Ges fcben befigen, als vielleicht irgend ein Europäer vor ihnen, auch die legenheit feines Aufenthaltes in Dresden, wo er Vorträge über jenigen mit einbegriffen, die in Japan felbft sich ausgebildet yaben: staatliche und geographische Verhältnisse feines Vaterlandes hielt, be mir meinen den Norb-Baper Hoffmann, Professor in Leyden, und den reits gedachten, hat soeben zur Widerlegung eines von dem Herrn Deutsch - Böhmen Pfißmayer, Professor in Wien. Die Stimme der Geheimen Regierungsrath Kerst ausgegangenen Angriffes auf die Marttschreierei kann auch auf diesem Gebiete nicht mehr Gehör inneren Einrichtungen Brasiliens, namentlich in Bezug auf die Einfinden.

wanderung und die Rechtsverhältniffe, eine kleine Gegensdrift erDas rusfisch - japanesische Wörterbuch des Herrn Goschkewitsd, ist lassen, die nicht unbeachtet zu bleiben verdient.") Herr França (der uns nod nicht zugekommen. Da der Bildungsgang des Verfaffers fich gegenwärtig in Jena aufhält) bespricht insbesondere folgende, von rein prattis gewesen und das ruffisde Wort bei ihm dem japanesin seinem Gegner angeregte Gegenstände: 1) den Erwerb des Bürgerfchen vorangeht, so ist uns ein etwaniger wissenschaftlicher Gewinn, rechts in Brasilien, woraus hervorgeht, daß es dort nicht schwieriger ben man aus seinem Werte ziehen könnte, vorläufig zweifelhaft

. Herr ist, als in den Vereinigten Staaten, das volle Bürgerrecht mit aver Godfewitsd hat sich bei der Abfassung der Beihülfe eines mitgebrach. damit verbundenen Ansprüchen auf Aemter, die durch faijerlide Er. ten Japaners bedient, welcher in Rußland den Namen Jamatov nennung oder durch Volfswahl (ohne Rüdlicht auf die Religion) vera angenommen. Rechnet man hier bas attributive russische v ab, fo lieben werden, zu erwerben. Nur um das Amt eines Staatsminifters bleibt Jamåto, der gewöhnliche einheimische Name des Landes Japan, oder Abgeordneten zur temporairen, geseßgebenden Kammer zu bes zunächft der vornehmsten Insel, auf welder Fedo und Mijato liegen. kleiden, verlangt die Verfaffung die Eigenschaft eines eingeborenen Dieser Name ist durch Versdweißung der Wörter jama, Berg, unb brasilianischen Bürgers; 2) hanbelt Herr França vom Civilrechte ato, Rüdseite, entstanden, bedeutet also: ,,was hinter Bergen liegt“. Brasiliens, welches das portugiesische Regt zur unmittelbaren Grunda Das ebenso gebräuchliche Nippon (für Nits-pon) ist nicht japanefifch, lage hat, aber seit 1822 durch die Gefeßgebung des Kaiserthums fondern gehört dem obgedachten chinesischen Dialekte an und kommt wesentlich verbessert und namentlich mit der belgischen Modification der Canton-chinesischen Form Jippun oder Jäppun (für Jit-pun, des französischen Civilrechtes in Einklang gebracht ift; 3) endlich wird Jät-pun, d. i. der Sonne ursprung) zunächft, aus welcher, wie das brasilianische Eherecht sehr ausführlich besprochen, und zwar a) was man fiebt, unser Japon oder Japan entstanden. Da I hier wie die Ehen von Inländern betrifft, die Ehe zwischen Katholifen und die im Deutschen lautet, so sollten die Engländer, Franzosen und Trans- gemischte Ehe, und b) hinsichtlich der Ehen von Ausländern die Ehe, Pyrenäer eigentlid Yapon fchreiben, um richtig zu sprechen."') wo beide Theile Ausländer sind, und die Ehe, wo nur einer der beiden

Sy Theile ein Ausländer ift. - Die ganze Schrift ift. mit Ernst und *) Vergleiche den Artifel „Nuffisch - japanefisdhes Wörterbuch“ in Nr. 37 Würde abgefaßt und fann wesentlich dazu beitragen, die in Deutsch beo ,,Magazin".

land verbreiteten irrigen Ansichten über Brafilien zu berichtigen. 'na) Die Aussprache des j nadh französischer Weise hätte zivar auch ihre Beredstigung, da man im gebildeten Nordchinesischen şi-poen sagt; dann *) „Vrasilien und Deutschland. Ein offener Brief an die Redactionen der müßte aber a mit i vertauscht werden.

deutschen Tagespresse", von Dr. E. Ferreira França. Leipzig, Brodhaus, 1858.

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natürlicher bald göttlicher, bald teuflischer geistiger Mädyte angestaunt Ueber das magische Geiftesleben.

worden sind, bei allen Völfern befannt und als etwas Thatsächliches Aden denen, welche ein wissenschaftliches Interesse an denjenigen anerkannt gewesen sei. Erscheinungen im Menschenleben nehmen, die man in neuerer Zeit Der Verfaffer zeigt, daß dem Aberglauben, der in Bezug auf als die „Nachtseite des menschlichen Seelenlebens“ zu bezeichnen fich diese Erscheinungen zu allen Zeiten in der Menschheit herrschend gegewöhnt hat, wollen wir hier zwei neuere Werke über diesen Gegen. wesen, nur durch ein gründliches Studium dieser Erscheinungen ein ftand empfehlen, welde, beide durd Gründlichkeit, durch Vollständig. Ende gemacht werden könne, insofern nur durch eine vernunftgemäße feit der barin zusammengestellten Thatsachen und durch eine echt Erkenntniß der natürlichen Ursachen dieser Phänomene und Thatsachen wissenschaftliche, ebenso sehr dem Unglauben wie dem Aberglauben alle irrthümlichen und abergläubischen Vorstellungen über dieselben entgegenwirkende Tendenz ausgezeichnet, fich einander insofern er vernichtet werden fönnen. gänzen und vervollständigen, als das eine mehr eine Darstellung der Unter den Völfern, welche als die ersten Begründer der CiviliGeschichte dieser Erscheinungen und der darauf sich beziehenden prakti- fation und der Wissenschaft in der Menschheit angesehen werden, unter schen und theoretischen Bestrebungen und Ansichten bei allen Völkern den Affyrern, Baftriern, Chaldäern, Babyloniern, Aegyptern, Hine durch alle Zeiten hindurch, das andere mehr ein Versuch ist, diese Er- du's, Medern und Persern wurde der Ausdruck „Magie“ sowohl zur scheinungen – die als Thatfachen nur von solchen in Abrebe gestellt Bezeichnung physikalischer als auch übernatürlicher Wiffenschaft gewerden können, welche in felbftischer Besdränktheit in Bezug auf die braucht; die Magie war Philosophie und Religion zugleich und umErfahrungen, die sie nicht selbst gemacht, oder die zu ihren fertigen faßte hauptsächlich Theologie, Astronomie und Medizin. Die Magier Theorieen and Ansichten nicht passen, blind sein wollen – vom Stand waren zugleich Philosophen, Priester und Aerzte. Der Umstand, daß punkte einer vernünftigen Psychologie zu begreifen und diesem Theile fie auch Aerzte waren, trug dazu bei, daß die Magie von dem Volfe, der Wissenschaft als einen integrirenden Bestandtheil einzuverleiben. und wohl auch von den Magiern felbft, weil sie vermöge ihrer Wiffen

Das erste") dieser beiden Werke ist eine deutsche Bearbeitung schaft Dinge verrichteten, die ftets als übernatürlich gegolten haben, eines im Jahre 1852 zu London und zu Edinburg unter dem Titel: auch als eine Kunst, Uebernatürliches zu wirken und zu leisten, an„An History of Magic, Witchcraft and Animal Maguetism", erschiene- gesehen wurde. Der Verfaffer zeigt, wie die Magie, als eine solche nen Werfes, welchem gleich nach seinem Erscheinen in seinem Vater- Kunst angesehen und ausgeübt, in späteren Zeiten ausartete, in Verlande seitens aller Unbefangenen großer und wohlverdienter Beifall fall gerieth und in Mißkredit fam; man unterschied zuleßt eine dopzu Theil ward. Der deutsche Bearbeiter versichert uns, daß dieses pelte Magie: die theurgische und die goëtische, die weiße und die Buch die Ergebnisse fast funfzigjähriger Studien enthält. Ein Ueber- schwarze Runft. blid über das in der deutschen Bearbeitung zwölf Seiten einnehmende Die endliche Einführung des chaldäischen Teufels und feiner Inhalts- Verzeichniß überzeugt uns, daß der Verfasser eine ungeheure infernalisden Agenten und Emissarien auf das Theater der überMasse von Thatfachen aus dem Gebiete des magischen Geisteslebens natürlichen Welt, bald nach der Verbreitung des Christenthums unter zusammengebäuft und vom Standpunkt einer ebenso sehr dem einseiti- den Halbbarbarischen Völfern Europa's, veranlaßte eine Uebertragung gen Materialismus, wie dem einseitigen Spiritualismus, entgegen. mancher Natur-Erscheinungen auf den vermeintlichen Einfluß seiner tretenden vernünftigen Weltanschauung auf eine vorurtheilsfreie Weise Satanischen Majestät, und diese verderblichen Begriffe erzeugten zulegt bespricht.

eine Reihe der außergewöhnlichsten, absurdesten, robesten und schädlich. Die Darsteứungsweise ist den Anforderungen, die wir Deutsche ften Hallucinationen, welche die Menschheit je heimsuchten, welche der an ein wissenschaftliches Werk machen, nicht entsprechend; troß der Entwicelung der Wissenschaft und der Civilisation ein gewaltiges Mühe, die der deutsche Bearbeiter angewendet zu haben versichert, die Hinderniß entgegenseßten und mehr barbarische und widrige AbscheulichBreite und Weitschweifigkeit des englischen Stils zu vermeiden, ist feiten hervorbrachten, als die, durd, welche jemals der bunfelste Aberdie Darstellung auch in der deutschen Bearbeitung immer nodi fehr glaube der heidnischen Welt bezeichnet und verunstaltet wurde." breit und weitsdweifig, und dies darum, weil ihr alle logische Syste. Zum Beweise, daß der natürliche Somnambulismus den Alten matif, ja sogar alle zweckmäßige übersichtliche Eintheilung und Grup- wohl bekannt war, werden aus den Schriften der berühmtesten Schriftpirung der Massen von Materialien, die darin zusammengehäuft sind, steller des Alterthums, aus den Sdriften Plato's, Aristoteles’, Pluabgeht.

tardy's, Cicero's, Hippokrates, Galen's u. A. m. Stellen beigebracht, Der Zwed, den der Verfasser im Auge gehabt, ist kein anderer, in denen pbyfide Erscheinungen in einer Wetse beschrieben sind, daß als der, feine in Bezug auf den durch Mesmer wiederentdeckten ani an ihrer Identität mit den in neuerer Zeit durch den Mesmerismus malen Magnetismus immer noch zweifelnden Landsleute, besonders die hervorgerufenen Phänomenen des Somnambulismus nicht gezweifelt Aerzte, die Naturforscher und die Philosophen, zu überzeugen, daß der werden kann. Aber auch der fünftlich hervorgerufene magnetische animale Magnetismus mit allen den durch die Magnetiseure in neuerer Schlaf mit dem Zwed, Krankheiten zu heilen, ist den Griechen be Zeit hervorgerufenen wunderbaren, zum Theil Staunen erregenden fannt gewesen. Aus allen Nachrichten, die wir über die dem Aeskulap Erscheinungen, wie z. B. das Fernsehen und das Fernwirken, das geweihten Tempel baben, geht hervor, daß diese Tempel zugleich HeilErkennen der Gedanken anderer Personen, das Sprechen von nicht Anstalten gewesen, in denen die Kranken in einen fünftlich bewirkten erlernten Sprachen, die Angabe von Heilmitteln gegen die eigenen tiefen Schlaf verseßt wurden, in welchem fie fähig waren, die Krantund die Krankheiten Anderer u. dergl. m., in der Geschichte der Reli- beit, an der sie litten, zu bestimmen, die geeigneten Heilmittel zu vergionen aller Völfer zu allen Zeiten eine so große Rolle gespielt habe, ordnen und außerdem prophetische Aufsdlüsse über andere Gegenstände daß die Vorstellungen, die Symbolik, das Ceremoniens, Tempel- und zu geben. 3n oder bei den Tempeln befanden sich Schlafgemächer Priefterwesen aller Religionen, auch Vieles in den Schriften der Phi- für die oft in großer Menge herbeiftrömenden Kranken. Die von losophen der alten Welt und des Mittelalters sein richtiges Verständ den Patienten gemachten Enthüllungen gingen, nach dem religiösen niß erst dann gewinnt, wenn man weiß, daß der animale Magnetis- Glauben jener Zeit, von der Schußgottheit des Tempels aus und mus sowohl als Heilmittel, wie auch als ein Mittel zur Hervorrufung wurden folglich als Drafel aufgenommen. Die Wände der Vorräume jener Erscheinungen, die von jeher als Wunder, als Wirkungen über dieser Tempel waren mit Votivtafeln bebedt, welche Beschreibungen

von Krankheiten und von wirksamen Heilmitteln gegen dieselben ent*) 3. 6. Colquhoun's, 689., Histerisdie Enthüllungen über die geheimen hielten; audy an den Säulen des Tempels waren derartige Berichte Wissenschaften aller Zeiten und aller Völker, oder vollständige Geldichte der eingemeißelt. Hippokrates selbst soll die auf den Botivtafeln des Magie, Zauberei, des thierischen Magnetismus, des Glaubens an Şererei, an Dámonen und Teufel, sowie des Åberglaubens überhaupt, bearbeitet von

Tempels zu Ros gegebenen Vorschriften befolgt und eine Sammlung Dr. Hugo Hartmann. Weimar, 1853. Verlag und Drud von V. F. Voigt. berfelben veranstaltet haben.

Ueber das weltberühmte Orafel zu Delphi sagt der Verfasser werthvolle, früher ungekannte oder unbeachtet gebliebene Wahrheiten: unter Anderem: ,,Eigenthümlich war es, daß zu den Prophezeiungen kurz, er befähigt uns zu einer genaueren Würdigung der zweifachen, meist weibliche Individuen, junge Mädchen, gewöhnlich aus den un aus Leib und Seele bestehenden Natur des Menschen und der gegenteren Volksklassen, ausgewählt wurden. Man nannte sie Pythiae, nach seitigen Beziehungen dieser beiden Seiten zu einander." dem Apollo Pythius, d. i. Wahrsager. Allgemein war der Glaube

(Fortsegung folgt.) verbreitet, daß die prophetische Inspiration dieser Pythierinnen durch unterirdische Dämpfe hervorgerufen werbe. - ,,Merkwürdig ist der

Nord: Amerika. Umstand, daß die Pythierin zuweilen auch die ,, Prophetin aus Brust oder Magen" (ventriloqua vates, {yyoorgíuavis) genannt wird. Es

Julius Fröbel's „ Amerika“. scheint hiernach den Griechen auch schon das Phänomen einer Ver

3 weiter Band.*) feßung der Sensibilität in die Herzgrube bekannt gewesen zu sein,

Seitdem wir in Nr. 84 des ,, Magazin" vom Jahre 1857 den ein Phänomen, welches auch die alten Hindu's gefannt haben." ersten Band des Fröbelschen Buches angezeigt, ist dasselbe ein Gegen

In Bezug auf die römischen Sibyllen wird eine Stelle des stand vielfacher Kritifen gewesen, die das Buch zum Theil von einem St. Justinus beigebracht, in welcher der Zustand der prophezeienden strengeren Gesichtspunkte, als wir, betrachtet haben. Man hat dem Sibylle so besdrieben ist, daß man denselben für ganz identisch mit Verfasser hier und da vorgeworfen, er sei von seiner vormaligen ur: dem Zustand einer magnetisch Hellsebenden der Neuzeit halten muß. deutschen Gesinnung in Amerika so weit zurückgekommen, daß er jegt

Was die Pythierinnen bei den Griechen, die Sibylle bei den in das umgekehrte Ertrem einer undeutschen Gesinnung verfallen sei Römern, das waren die Druiden bei den alten Kelten, die Alrunen und alles Deutsche, in der Heimat wie in der Fremde, verachte. Wir bei den alten Germanen.

gestehen, daß wir dies in seiner Darstellung nicht haben herausfinden Die Geschichte der Magie in der chriftlich gewordenen Welt leitet fönnen; allerdings deckt er zuweilen die unliebenswürdige Denk-, der Verfasser mit folgenden Worten ein:

Sprech- und Trinkweise deutscher Brüder in Amerika (chonungslos ,,Die Magie, ursprünglich die heilige Wissenschaft des Alter- auf; auch im zweiten Bande spricht er z. B. von der im Schwabenthums, ward von ihrem hohen Siße herabgeworfen und den niedrig- Viertel von Cincinnati herrschenden Rohbeit mit einer Rückhaltslosigften, verworfensten Zweden dienstbar gemacht. Soldie monströsen Ver keit, die man vielleicht von einem (wenn auch norddeutschen) lands: irrungen wurden später zur furchtbaren Quelle vieler ernsten lebel. mann nicht erwartet, - aber etwas Undeutsches haben wir darum in Fühlten wir uns berufen, ein Gemälde der brutalsten, barbarischsten seiner Darstellungsweise nicht finden können. Deutet er doch nicht im Periode in der Geschichte der Menschheit zu entwerfen, so würden entfernteften an, daß die Deutschen im Durdsdynitt ungebildet over wir nicht anstehen, die ersten Jahrhunderte nach der allgemeinen überhaupt unzivilisirter als die Anglo-Amerikaner seien Daß aber Einführung des Christenthums in Europa als diese Periode zu bezeichnen. unter den deutschen Ausgewanderten in Amerika verhältnismäßig eine

,,Die reinste, heiligste, geistigste aller Religionen ward zu einem viel größere Anzahl ungebildeter und roher Menschen sich befindet, Eysteme dunkler unverständlicher Doktrinen und nidtiger, alberner, als unter den Deutschen in Deutschland, ist leider eine Thatsache, die abergläubischer Ceremonien und Gebräuche, welche größtentheils dem nicht zuerst von Herrn Fröbel konstatirt wird. Man braucht nur die alten heidnischen Kultus entlehnt waren, aber ihre ursprüngliche tiefe erste beste deutsch - amerikanische Zeitung in die Hand zu nehmen, um Bedeutung gänzlich verloren hatten. -- Diese frühe Ausartung inne zu werden, daß durch die Fahrt über das Atlantische Meer das der christlichen Religion hatte die Wirkung, daß alles rationale Wissen Deuts(thum nicht eben an Würde und Selbstachtung gewonnen þat. verschrieen und verbannt ward, daß die Moral des Volkes durch Ver Gegenwärtig hat Herr Fröbel übrigens Gelegenheit, seine deutsche breitung eines erniedrigenden Aberglaubens vergiftet und die Mensche Gesinnung aufs neue die Feuerprobe bestehen zu lassen, indem er beit in einen Strudel von Thorheit, Gottlosigkeit und Brutalität angefangen hat, in der zu Rudolstadt erscheinenden „Allgemeinen binabgerissen wurde. Der Gott der Natur und der Offenbarung Auswanderer-Zeitung" eine Reihe von Briefen über die Kulturhatte die Herrschaft über das Weltall nicht mehr. Die Mächte der Bedingungen der von deutschen Auswanderern gegründeten Kolonieen zu Hölle und der Finsterniß regierten auf Erden und unterhielten den veröffentlichen. Seine in Amerika im Laufe von acht Jahren gesams vertrauteften Umgang mit den Bewohnern der fublunaren Welt; denn melten Erfahrungen könnten allerdings viel dazu beitragen, die Proeine züggellose Einbildungskraft schuf sich eine eigene Welt und be bleme der Auswanderer - Frage zu lösen. völferte sie mit Dämonen und anderen übernatürlichen Wesen, deren Die beiden Bücher des vorliegenden zweiten Bandes feines Wer: Einfluß auf die Gesinnungen und Handlungen der Menschen ein un kes über Amerifa umfassen wiederum die Schilderungen zweier großa aufhörlicher war. Und dieser unnatürliche Glaube unterjochte die Reisen, die Herr Fröbel im Innern der Vereinigten Staaten, das ganze Vernunft der Menschheit und gab zuleßt zur Entstehung aller einemal nad dem nördlichen Merito und das anderemal nad Son jener feltsamen psychischen Hallucinationen Anlaß, die wir in den Francisco, von New-York aus unternommen, wohin er immer wieder Geschichtsbüchern über das Herenwesen aufgezeichnet finden, und führte zurückkehrte. Das erstemal ließ er sich als Kassirer und Budhalter zu einer langen Neibe der wildesten und grausamften Verfolgungen, eines Handlungshauses in New York engagiren, dessen Chefe, die welche in der Geschichte der Menschheit ihresgleichen nicht haben." Herren H. Mayer und Samuel Kaufmann, Deutsche von jüdisder

Aus den auf und gekommenen Aften der Herenprozesse geht her. Abkunft, alljährlich eine große Waaren - Sendung nach Chibudva vor, daß die Zustände und die Phänomene, die man als Kennzeichen (sprich: Tsdiwawa) in Nord-Meriko machten, und zwar zu Lande über der Heren, als Beweise diabolischer oder dämonischer Besessenheit an Ohio und Missouri auf Dampfbooten und Eisenbahnen, aber vom sah, nichts Anderes waren, als Erscheinungen des mit Hysterie, Kata: Missouri ab, durch die Prairieen und Indianer-Gebiete, in der Form lepsie, Epilepsie und anderen Krankheiten der Art verbundenen Som von Karavanen, die ihrer ganzen naturwüchsigen Einrichtung nad, nambulismus und elastischen Hellfebens.

sowie durch die Abenteuer und Kämpfe, die in der Regel damit ver: Sehr interessante Episoden in dem durch die wenig geordnete bunden sind, an die patriarchalische Zeit des Karavanenhandels im Masse von immer gleichen Thatsachen mitunter febr ermüdenden Buche Drient erinnern. Herr H. Mayer, der das Unternehmen leitete, besind die ausführlicheren Mittheilungen über Jeanne d'Arc, Muhammed, wies fich dabei als ein ebenso praktischer, wie unterrichteter Mann, Savonarola, Cardanus, über die beseffenen Nonnen von Loudun, die fand jedoch audy in Herrn Fröbel einen muthigen und gelmidten Zrembleurd in den Cevennen, die Konvulsionärs von St. Medard, Reisegefährten, der ihn in jeder Weise unterstüßte. Die Shilderung über Theophraft von Hohenheim, Swedenborg und über viele andere dieser sich auch auf einige von Chihuahua aus unternommene Ausflüge Individuen und Seften, die in der Geschichte des magischen Geistess erstreckenden Reise, aus der wir hierunter einzelne kleine Episoden lebens eine bedeutende Stellung einnehmen.

mittheilen, ist ebenso interessant als belehrend und liefert namentlich Nachdem wir unseren Lesern nur noch gemeldet, daß sie in dem wieder manchen Beitrag zur Kenntniß der spanisch-indianisden Mild Buche aud über die Rhabdomantie, über die Hydroskopie und Metallo. Tingsraçe, sowie der noch unvermischten Indianerstämme im Norden ffopie, wie auch über die durch den Freiherrn von Reichenbad ge von Merito. machte Entdedung der durch das ganze Universum verbreiteten Odkraft Die zweite Reife ward von New-York über Neu-Orleans nad sehr interessante Mittheilungen und Aufschlüsse, in Betreff der Odkraft San Antonio in Teras und von da durch die Gila- und Colorados eine vouständige Uebersicht über alle von dem Entdecker gemachten Gegenden nad San Francisco unternommen, wo der Berfasser eine Versuche und Beobachtungen finden, wollen wir unsere Mittheilungen Zeitlang das schmerzliche Vergnügen hatte, Redacteur einer deutider über das Wert des Herrn Colquhoun mit der Antwort beschließen, Zeitung Kaliforniens zu sein, als welcher Herr Fröbel Gelegenbeit welche der Verfasser auf die Frage giebt: „Welchen Nußen hat der batte, die in Amerika weilenden deutschen Desperados volftändig und animale Magnetismus?" – Seine Antwort lautet:

von ihrer liebenswürdigften Seite kennen zu lernen. Aber audan , Dieser Nugen ist zweifach. Zunächst giebt er die Mittel zu deutschen Freunden der achtungswerthesten Art fehlt es ihm bort nidt; einer raschen und erfolgreichen Behandlung verschiedener für unbeilbar so rühmt er namentlich einige junge deutsche Raufleute aus Hamburg gehaltener oder durch die gewöhnlichen Mittel nur sehr schwer heils und Bremen, deren Einer ihm recht gediegene chinesische Korrespon barer Krankheiten. Dann aber führt er uns zu neuen höchst wichtigen

*) ,,Aus Amerifa". Erfahrungen, Reisen und Studien, von Julius fris

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benzen aus Hongkong zugehen ließ. Auch auf dieser Reise sind es über den Kopf, und unmerklich legte er ihm das Gebiß in's Maul, namentlich die den Merikanern abgenommenen Gebiete der Vereinig- was das Thier ohne allen Widerstand geschehen ließ. Ich erinnere ten Staaten, die Herr Fröbel kennen lernt und darstellt. Im fünften mich eines anderen Maulthieres, dem sein merikanischer Fuhrmann Kapitel des fünften Buches stellt der Verfasser ein neues System der den flaffisden Namen Laïs gegeben hatte. la laïs ftand bei Freund Drographie des nordamerikanischen Kontinents, und namentlich der Leanbro in ebenso großer Gunft wie la Niña bei Freund Pedro. EinRody - Mountains auf, auf das wir jedoch hier nur verweisen können. mal indeffen sah ich ihn in unbeschreiblicher Wuth auf das Thier. Dagegen wollen wir aus dem reichhaltigen, von der Verlagshandlung Vor Zorn bebend erhob er das dicke Ende des Peitschenstieles gegen aud wieder mit trefflichen, in den Tert eingedruckten Juustrationen dasselbe. „O si fueras mejicana !" -o daß du ein merikanisches ausgestatteten Buche hier einige Episoden als Proben liefern:

Thier wärest! – brummte er halblaut zwisden den Zähnen burch,

indem er den Arm wieder sinken ließ. An der angelsächfischen Bestie Anglo-Amerikaner und Merikaner.

wagte sich der Merikaner nicht zu vergreifen. Wie in der Geduld, In einer aus Anglo-Amerikanern und Merikanern gemischten der Genügsamkeit und der guten Laune bei Anstrengungen und Ents Mannschaft wird es nicht an Reibungen fehlen, und die Leßteren behrungen, so zeichnen sich die merikanischen Fuhrleute und Maulthierwerden selten einer schlechten Behandlung von Seiten der Ersteren knechte vor den anglo-amerikanischen in einer bestimmten Beziehung entgeben, bei welchen nun einmal die Ansicht, daß ein Mensch von auch durch bessere Sitten aus: sie fluchen nicht - denn die zuweilen dunklerer Hautfarbe nicht mit ihnen gleichen Rechtes sein könne, schwer vorkommende Wiederholung eines bekannten unanständigen Wortes auszurotten ist. „Sboot him!” „, hang him!”

„ whip him!"

der spanischen Sprache kommt gegen die in's Unglaubliche gebende Schießt ihn todt! - hängt ihn! – gebt ihm die Peitsche! — find Variation anglo-amerikanischer Fuhrmannsflüche gar nicht in Betracht. Aufrufe, welche bei jedem kleinen Vergeben eines Merikaners aus dem Munde seiner anglo-amerikanischen Kameraden zu hören sind, und Die Maulthiere der amerikanischen Karavanen. „I never killed a white man” ich habe niemals einen weißen Eine der auffallendsten Erfdheinungen im Charakter des MaulMann umgebracht - gilt bei diesen legteren in der Regel für eine thieres ist seine Abneigung gegen den Esel und fein Stolz auf jede vollständige Reinigung des Charakters von einem unangenehmen Ver Konnerion mit dem Pferde, welche Gefühle von dem Esel mit Zudachte. Bei Anglo-Amerikanern indessen, welche länger in Meriko ge- dringlichkeit, von dem Pferde mit Gleichgültigkeit erwiedert werden. lebt haben, findet man oftmals dieses Raçenvorurtheil verwischt und Geräty ein Esel, von der Eitelkeit getrieben, die seiner Kaçe in dem ein humaneres Gefühl an dessen Stelle getreten, wozu in der Regel berührten verwandtschaftlichen Verhältnisse eigen ist, unter eine Maulder Umgang mit merikanischen Weibern den Uebergang bildet. Auch thierbeerde, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür, daß er von den hochdie schlechten Sitten der meritanischen Gränzpläße haben also ihren müthigen Vettern lahm, wenn nicht gar todt geschlagen wird. Ein humanisirenden Einfluß, und es zeigt sich auch hierin, wie die Kultur Pferd unter einer Maulthierheerde nimmt dagegen eine hohe und bedes Menschengeschlechtes ihre wunderlichen Wege geht.

vorzugte Stellung ein. Die Maulthiere drängen sich um dasselbe, Für das Fuhrwesen muß man unbedingt den Anglo-Amerikanern folgen seinen Bewegungen und äußern unter einander eine heftige den Vorzug geben, während als Maulthierknechte – muleros – die Eifersucht, welches von ihnen dem hohen Anverwandten am nächsten Merikaner die einzigen ganz braucibaren Menschen sind. Die Ges sein darf. Man benußt diesen Charakterzug, um Maulthierheerden schäfte der Leşteren bestehen darin, die zum Relais bestimmten Thiere auf dem Marsche oder auf der Weide zusammenzubalten, indem man nachzutreiben, bei dem Anspannen die Zugthiere mit dem Laso (der der Heerde eine Pferdestute beigesellt, die, weil sie eine Glode führt, Wurfschlinge) zu fangen und dieselben dem Fuhrmanne zum An- die Glodenstute the bell mare von den Merikanern die Mutterspannen zu übergeben, bei dem Ausspannen die Heerde zusammen- stute - la yegua madre – genannt wird. Indem dieses Thier Tag zuhalten u. . w. Frländer, zuweilen auch Schottländer und Eng- und Nacht von einem Menschen am Stride geführt wird, hat man länder, gehen mit als Anglo-Amerikaner, und selbst die Deutschen gleichsam die ganze Heerde in der Hand, die sich nicht von dieser spielen den Merifanern gegenüber gewöhnlich die Rolle der „Ameri- Königin entfernt. Es ist daher sehr schwer, die Heerde zu theilen, canos”, obschon fich zwischen ihnen und den Merikanern meist ein oder einzelne Thiere von derselben abzutreiben. Der Mann, welcher vertraulicheres Verhältniß zu bilden pflegt. Als Fuhrleute haben die die Stute führt, hat den Auftrag, im Falle eines Angriffes von Seiten Deutschen den Fehler, nicht kaltblütig genug zu sein, in Beschwerden der Indianer, sich sogleich auf den Rüden des Thieres zu schwingen und Entbehrungen ärgerlich und mürrisch zu werden und dann ihren und in die Wagenburg zu flüchten, wohin ihm die Heerde unfehlbar Unmuth nicht selten an dem Zugvieh auszulassen. Diese Schwadh. folgen wird. Und selbst wenn es den Indianern gelingen sollte, eine beiten kommen bei dem Anglo-Amerikaner selten vor, welcher in seinen gewisse Zahl von Thieren abzusondern, wird es ihnen schwer werden, Anfällen von Gewaltthätigkeit in der Regel doppelt ruhig ist und dieselben fortzubringen. Sie werden jeden Augenblic versuchen, ums das Klagen, das Schreien, und die gereizte Stimmung des Deutsden zukehren, und man wird dadurch eine Möglichkeit erhalten, die Räuber verachtet. Der Merikaner zeigt in Gefahren in der Regel nur den einzuholen und ihnen die geraubten Thiere wieder abzujagen. Die paffiven Muth des Fatalismus, obschon es in diesem Volfe auch nicht Indianer freilich suchen sich aus eben diesem Grunde wo möglich der an Beispielen untadelbaften Heldenmuthes fehlt; Beschwerden und Stute zu bemächtigen, und wenn ihnen dieses gelingt, kann man ans Entbehrungen aber erduldet er in einem unglaublichen Grade mit nehmen, daß die ganze Heerde verloren ist. Geben in einer MaulGleichmuth und oft mit Heiterkeit. Nicht selten bin ich Zeuge ges thierheerde mehrere Pferde, so ist Gefahr, daß die Heerde sich theilt. wesen, wie unsere Merikaner, hungrig und naß unter dem Frachtwagen Man gestattet daher auf diesen Zügen den Reitpferden nicht, ledig im Rothe liegend, sich mit Gefang und scherzhaften Unterhaltungen zu geben, sondern bält sie an der Leine. Pferde, wenn sie auch in die Zeit vertrieben. Gegen die Zug- und Sattelthiere sind sie graus einer Heerde von ihres gleichen zusammenhalten mögen, bewahren fam, indem sie ihnen oft das Unmögliche zumuthen. Sie verstehen den Maulthieren gegenüber ihre Superiorität und Selbständigkeit zu aber ihr Naturell, besonders das der Maulthiere, durch und durch, sehr, um sidan die Gesellschaft derselben zu binden. und wissen durch Lift und Schmeichelei zu erreichen, was ein Anglo Eine größere Maulthierheerde wird indessen in der Regel auch Amerikaner vergebens auf dem Wege der Gewalt zu bewirken sucht. ein oder das andere ultrademokratische Individuum enthalten, welches Wenn der Leftere fich vergebens mit einem störrischen Maulthiere ab zum Bewußtsein natürlicher Thierwürde und angeborner Viebrechte quält und es nicht dahin bringen kann, ihm das Gebiß einzulegen, gelangt ist und demnach aus einem gewissen Individualismus Prinsieht der Merikaner ihm mitleidig und geringsdhäßig zu. „Estos zip macht. Solche im Bewußtsein fortgeschrittene Halb-Esel verlieren hombres son bárbaros, no saben nada!” – Diese Menschen sind durch die sittliche Erhebung ihre Brauchbarkeit, wie denn die Kultur Barbaren, die nichts zu machen verstehen - sagte zu mir einer dieser immer eine Eigenschaft auf Kosten der anderen zu entwideln pflegt. Leute bei einer solchen Gelegenheit. Ein kleines, feuriges Maulthier, Wir hatten bei unserer Heerde ein weißes Maulthier, welches sich welches später der Liebling der ganzen Mannschaft wurde, den regelmäßig zur Zeit des Anspannens von der Heerde absonderte. Wurde Schmeichelnamen la piña – das Rind – erhielt und lange Zeit zur diese von der Weide in die Wagenburg getrieben, wo das Einfangen Zierde ein rothes Bändchen im Shwanze führte, widerstand alien mit dem laso gesdieht, so ging das weiße Maulthier mit bis hart Bändigungsversuchen eines großen siersdrötigen Kentudyers, als vor den Eingang. Hier aber that es plößlich einen Sprung zur Pedro die Sache nicht länger mit ansehen konnte. „laß mich!" - Seite, jagte bis auf die Entfernung einer halben Meile davon und sagte er zu jenem – indem er ihm das Ende des Strides, dessen beobachtete von seinem Standpunkte mit gespannter Aufmerksamkeit Solinge das Thier um den Hals hatte, – aus der Hand nahm.

aus der Hand nahm. das Lager, bis der Zug rich in Bewegung Teßte. Dann kam es ganz Nun gab er dem vor Erregung zitternden Geschöpfe einige Sekunden unbefangen herbei und schloß sich den Relaistbieren an. Zuweilen Ruhe. Dann näherte er sich demselben langsam und fanftmüthig, wurden, ihm den Meister zu zeigen, zwei Merikaner auf fanellen fing an es über den Rüden zu streicheln, am Halse zu fraßen, hinter Pferden ausgeschickt, den Flüchtling zu fangen, und dann mußte derden Ohren zu frabbeln und mit süßen Schmeichelworten zu befänftigen. selbe allerdings auf einen Tag in's Geschirr. Der Zeitverlust und

0 niña o mulita mulita bonita" o mein Kind o mein die Ermüdung der Reitpferde veranlaßten indessen, daß man am näch. Maulthierchen - mein niebliches Maulthierchen - sprad, er ihm mit

sprad, er ihm mit ften Morgen die Strenge wieder aufgab. Das Thier behielt im zärtlicher Stimme zu. langsam zog er ihm während dessen den Zügel Wesentlichen seinen Willen, und während seine Brüder barte Arbeit

zu verrichten hatten, machte es eine Bergnügungsreise vom Missouri- erstatten über ein deutsches Wert (von Röppen), den Buddhismus bes fluffe nach Chihuahua.

treffend; nun ist auch in Franfreich eine Arbeit erschienen, die eine Frankreich.

wichtige Streitfrage auf diefem Gebiete behandelt. Es ist eine afa

demische Dentschrift, eine Monographie, “) deren Verfaffer, Herr Obry, Ueber den Müßiggang und die Unwissenheit der Kinder

sich die Aufgabe gestellt hat, die eigentliche Natur jenes berühmten reicher Leute.

,, Nirvana" zu ermitteln, das im Buddhismus eine so bedeutende Rolle Ein Professor in lyon, Herr Amédée Bonnet, hat über diesen spielt. Obry behauptet, daß Barthélemy Saint-Hilaire, der in seinen Gegenftand in der öffentlichen Sißung der Akademie von Lyon, am Vorträgen über den Buddhismus biefes Nirvana als reines, absolutes 26. Januar d. J., einen Vortrag gehalten, der jeßt auch im Druck Nichts gefaßt hatte, zu weit gegangen und dem Buddha-Glauben einen erschienen ift. 9) Es wird darin eine Erscheinung besprochen, die sich zu großen Widersinn angedichtet habe. Demgemäß sucht er das leider nicht blos auf Frankreich beschränkt. Auch in Deutschland Abenteuerliche einer solchen Lehre zu mildern und unserem Begriffs. machen erfahrene Shulmänner die Beobachtung, daß besonders in den vermögen anschaulicher zu machen; zu diesem Endzwede behandelt er legten zehn Jahren die lernluft und der Thätigkeitstrieb der den nicht blos den Buddhismus, sondern geht auf die früheren brahmaniwoblhabenderen Volfsklaffen angehörenden Jugend in auffallender fchen Systeme (Nyayà, Santhya u. s. w.) zurüd (was, nebenbei ges Weise einer gewiffen Biafirtheit und dünfelhaften Fabheit gewichen fagt, auch in Deutschland geldeben ist), um die Grundvorstellungen ift. Wäre dies eine natürliche Folge des Bewußtseins, eine gesicherte auszumitteln, die von Seelenwanderung, Reinigung, Uebergang in's Zukunft zu haben, so müßte man diejenigen jungen Leute glüd unendliche Brahma u. f. w. galten; indeffen kommt das Endresultat lidh preisen, die, in Armuth geboren, von der Nothwendigkeit durch doch wieder ziemlich (man könnte sagen, ganz“) auf das Nämliche drungen sind, das Talent, welches ihnen die Natur verliehen, aus- heraus. Wie nach den Brahmanen die einzelne Seele nach Verlust zubilden und sich dadurch zu nüßlichen Gliedern der Gesellschaft zu aller Individualität in's Brahma zurüdsinkt und in dem allgemeinen machen.

Sein aufgeht, so gelangt sie nach den Buddhisten zuleßt an einen Herr Amédée Bonnet schildert in nadstehender Weise eine jeßt ganz leeren, öden Ort, in ein Nichts, wo, bei dem Mangel aller äußeren bäufig in Frankreich vorkommende, charakteristische Erscheinung: Objekte, das Denken, Fühlen und Wollen völlig aufhört und die Seele

1, Der Sohn des reich gewordenen Bürgerlichen kauft sich ein gewissermaßen in einen tiefen Schlaf versinkt ausgebend wie ein ehemaliges Rittergut, deffen Namen er seinem eigenen plebejischen Licht. – Das Richtigste ist wohl, anzunehmen, daß die Bubbhisten selber Namen anhängt, scheinbar als ein bloßes Mittel, diesen von vielen nicht wissen, wie sie fich dieses Ding vorstellen sollen – Thatsache anderen, gleich lautenden Namen zu unterscheiden. Nach und nach ist, daß sie nicht gleichförmig barüber denken – das wäre in der fdrunipft sein Familienname zu einem bloßen Anfangsbuchstaben zu- That höchst wunderbar – der Buddhaismus bleibt, was er bleibt, ein fammen, mit dem der des ehemaligen Rittergutes durch das aristokra- fchlafsüchtiger, schlaftrunfener Atheismus, dem das Leben ein Opiumtisde ,,de" verbunden ift. Endlich wird auch sogar jener Anfangs- rausch ift. — Nach unserer Gemüthsconstitution dürften wir schwerlich buchstabe weggeworfen, und der Nachfolger der Jourdain's des fiebe im Stande sein, uns in einen solchen indischen, fiamesischen, burāti zehnten Jahrhunderts glaubt nun, er sei in einen vollkommenen Edel Tcher oder falmüdischen Atheosophen sympathetisch hineinzuempfinden. — mann verwandelt. Ich könnte das Lächerliche dieser Umwandlungen Die spißigste spekulative Frage liegt darin, zu begreifen, wie ein bervorheben, über die man fich seit einigen Jahren zwar vielfach etwas (x vein 3chts“, würde Daniel Kašpar v. Lohenstein sagen) in's lustig macht, die aber gleichwohl von der Gesellschaft mit nachsichtiger Nichts übergeben könne; denn wenn das Ichts ein wirkliches Johts Gefälligkeit hingenommen und geduldet werden. Aber die Frage bat ist, wie kann es dann fein eigenes Gegentheil, ein Nichts, werden? auch eine sehr ernste Seite: und dies ist die Versømähung des väter- Die Seele muß also auch noch in Nirvana etwas bleiben – Was? – lidhen Namens und Andenkene. Wie! Dein Vater hat dir, durch ein das mögen die Doktoren und Gelehrten der Ralmüden entscheiden. Leben voller Arbeit, Sorgen und Mühen um dich, ein Vermögen hinterlaffen, das dich sorgenfrei madt, während es mit Eyren er

Kane, der Nordpolfabrer, in der Ausgabe von Otto worben warb, und du haft nichts Eiligeres zu thun, als seinen Namen, Spamer. Die durch geschmacvolle Ausstattung der in ihrem Verden du in deiner Unwiffenheit wie einen Schandfleck behandelft, zu lage erscheinenden belebrenden Jugendschriften sich auszeichnende Budi verwischen?! Er, der, vermöge feiner musterhaften Thätigkeit, An- bandlung des Herrn Otto Spamer in Leipzig hat fürzlich auch eine spruch hatte, das Haupt einer angesehenen, nüßlichen Familie zu sein, Ausgabe der Kaneschen Nordpol-Erpedition veranstaltet, welche in hat nicht einmal die Genugthuung, die jedem armen, ebrenwerthen fed& Heften, die auch eine Abtheilung der ,, Malerischen Feierstunden" Familienvater von seinen in Kummer und Elend aufgewachsenen, aber bilden, vor uns liegt.“) Herr Herman Wagner, der die deutsche Einguten Kindern zu Theil wird, nämlich seinen Namen von ihnen leitung zu diesem Buche der Reisen und Entdeckungen geschrieben, begeachtet zu fehen! Nur wenn er für seine Kinder nicht so gesorgt findet sich zwar noch in dem Stadium einer wahrhaft paradiesischen hätte, wie er es gethan, würden diese heute noch seinen Namen Naivetät hinsichtlich der hochherzigen Freiheits- und Kulturbestrebungen führen!"

der Bewohner der Vereinigten Staaten; was er hier jedoch im VerDer Verfasser weist mit Recht darauf hin, daß gerade durch diese eine mit den Zeichnern der dem Buche beigebefteten zehn Tondrud Sucht des vermögenden Bürgerstandes, fich einer anderen gesellschaft. tafeln und der 120 in den Tert gedrudten Abbildungen geleistet, verlichen Ordnung anzuschließen, in Frankreich die bereits vorhandene dient die ungetheiltefte Anerkennung. Besonders giebt bas Titelbild: Kluft zwischen dem Menschen, der arbeitet, und demjenigen, welcher

,, Kane und seine Gefährten“, einen recht anschaulichen Begriff von müßig geht, immer mehr erweitert werde. Er warnt vor dem Hasse, den Annehmlichkeiten des Aufenthaltes in der Höhlung eines Eisden die Reichen dadurch täglich unter den besißlosen, arbeitenden berges, der selbst eine schwimmende Insel in einem rings durch EisKlaffen aussäen. Er findet das einzige Heilmittel dieser Krankheit maffen eingeschlossenen Meere bildet. Man wird frieren, auch wenn in dem Bestreben der Reichen, Gutes zu thun und selbst an der Ar

man dieses Bild am warmen Dfen oder während unserer Hundstage beit, sei es des Gedankens oder der Hand, der Nation Theil zu betrachtet. nehmen. Er fordert auf, fich, nach dem Vorgange der wohlhabenden Klaffen Englands, vorzugsweise am Handel und am Landbau zu be

- ,,Guizot's Memoiren." Von diesem seit längerer Zeit theiligen und dadurch, wie es die berühmtesten Vertreter der englie mit Spannung erwarteten Werke wird gleichzeitig in Paris bas fchen Aristokratie thun, gleichzeitig den Glanz des eigenen Namens zu Original und in Leipzig (bei Fr. Widmer) eine vom Verfasser autofördern und das loos der ärmeren Volksklaffen zu verbessern. Aller- risirte deutsche Uebersegung erscheinen. Der Preis der deutschen dings müßte aber auch in dieser Beziehung schon früh der Grund ge- Ausgabe ist für den Band von circa 30 Bogen auf anderthalb Thalegt und in den Schulen auch unter den Kindern der Wohlhabenden ler angefeßt, während das Driginal 7 Free. der Band kosten wird das Bewußtsein geweckt werden, daß fie nur dann gegen Gott und fich selbst ihre Pflicht erfüllen, wenn sie mit Luft arbeiten und mit *) „Du Nirvana indien, ou de l'Affranchissement de l'âme après la unverrüdtem Blicke einem bestimmten, ebrenhaften Ziele zustreben.

mort selon les Brahmanes et les Bouddhistes”, par J. B. F. Obry. 130 pages. Paris, Durand, 1856.

„Kane, der Nordpolfahrer". Arftisdie Fahrten und Entdeckungen ter

zweiten Grinnell - Erpedition zur Aufsuchung Sir John Franklin's in den Mannigfaltiges.

Žahren 1853, 1854 und 1855 unter Dr. Elisa (soll heißen: Glisha) Kent

Kane. Beschrieben von ihm selbst. Leipzig, Otto Spamer, 1858. Nirwana, die indische Seelenbefreiung. Wir haben vor einiger Zeit Gelegenheit genommen, unseren Lesern Bericht zu

**)

*) „De l'oisiveté de la jeunesse dans les classes riches”. Paris, Durand, 1858.

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