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Die Zeit, in welcher diese Raçe Belgien bewohnt hat, gehört sicher

ibn, anzunehmen, daß die Eristenz des Mensően über die bistorijiben 'follten die vorhistorisden Menfchen nicht das Feuer gekannt haben? Zeit in dem Lande lebte, dem allgemeinen Typus nach dieselbe war, lich einer sehr fernen Vergangenheit an. Wer route, folchen alten wie die, welde zur Zeit der Entdeckung Amerika's durch die Europäer Zeugen gegenüber, nicht einsehen, daß der Geschichte der Menscheit das Land bewohnte. Unter den Thierknochen befanden fich Knochen bis jeßt ein viel zu geringer Zeitraum gegeben wird! von der gegenwärtigen Pferbeart, die zur Zeit, als die Europäer Süds Außer den im Vorstehenden mitgetheilten Beobachtungen haben Amerika entdedten, den Bewohnern unbefannt war. Das Pferd lebte wir noch andere Gründe zu der Annahme, daß auch schon vor der damals nicht mehr in Amerika, aber es hatte vor Zeiten dort gelebt. leßten geologischen Epoche, mit der unsere gegenwärtige Welt beMan kann also auf den Gedanken kommen, daß, während das Pferd gonnen hat, Menschen auf der Erde eristirt haben. in Amerika unterging und nicht wieder erseßt wurde, der Menso, der Man ist heutzutage darüber einverstanden, daß alle die Spuren, damals in Amerika lebte, am Leben blieb und aus einer geologischen aus denen folgt, daß in einem gewissen geologischen Zeitalter eine Periode in die andere überging. In Bezug auf den Hund find die Gattung existirt hat, ebenso wichtig sind, wie die wirkliden BruchPaläontologen geneigt, eine solche Annahme zuzulassen. Die gegen- stüde von Thieren der Gattung. In Bezug auf den Menschen werden wärtigen zahmen Hunde lassen sich von keiner gegenwärtig eristiren- allo Geräthschaften, Wertzeuge, kurz alles, was als ein Wert der den wilden Spezies herleiten, weder vom Fuchs, noch vom Wolf, Menschenband anzusehen ist, zum Beweise dienen, daß der Mensch noch vom Schafal. In der der gegenwärtigen vorhergehenden geolo: dagewesen ist. Forschungen in dieser Richtung hat zuerst Herr gisden Periode haben mehrere Arten existirt, die dem zahmen Hunde Boucher gemacht

. Einige Kiefelsteine, die in der Tiefe des Érdnäher verwandt sind, als der Wolf, der Schakal und der Fuchs. Herr bodens gefunden waren, (hienen ihm von Menschenhand bearbeitet zu Pictet wirft die Frage auf, ob nicht diese wilde Spezies die Ueber- fein; er sammelte solche Stüde; je mehr er suchte, desto mehr fand fchwemmungen, welche, den größten Theil von Europa begrabend, die er. Durch eine gründliche Forschung überzeugte er sich, daß die Erdlegte geologische Periode beschlossen haben, überlebt haben könnten, fhicht, in welcher sich diese von Menschenhand bearbeiteten Kiesels und ob nicht die ersten Menschen, welche unseren Kontinent bewohnt steine vorfanden, der vorhistorischen Welt angehörte. In der Vors haben, diese Gattung, die wahrscheinlich einen geselligeren und fanf- rede zu seinem Buche “) beißt es: teren Charakter gehabt hat, als der Wolf, gezähmt haben fönnten.

,,Herr Boucher hat alle Sorgfalt und Mübe darauf verwendet, Es sind nicht blos in Amerika Menschenfnochen ausgegraben wors den Beweis zu erlangen, den er suchte. Seine Nachforschungen, auf den. Auch in Deutschland hat mau Schädel aufgefunden, die mit einer ausgedehnten Fläche angestellt, haben zehn Jahre lang gedauert. denen der gegenwärtigen Bewohner dieses Landes nichts gemein haben. Die Anzahl diluvischer Sandbänke, die er in den Departements der Diese Schädel haben eine bedeutende Abplattung, wie die Schädel der Somme, der Seine und der unteren Seine hat durchsuchen lassen, ist Wilden, unter denen die Gewohnheit herrscht, diesen Theil des Schädels sehr beträchtlich. Die Brüdens und Chausseebauten, die Unterplatt zu drücken. Die Schädel, die man in der Umgegend von Baden, suchungen des Terrains bebuf& Anlegung von Eisenbahnen sind ihm in Desterreich, ausgegraben, zeigen große Aehnlichkeiten mit den fehr zu Statten gekommen. Das Ergebniß ist auch befriedigend geSchädeln der Neger-Raçe, während die an den Ufern des Rheins wesen. Zwar hat er in den Schichten, die er durchsucht, keine Menund der Donau gefundenen große Aehnlichkeiten mit denen der Ka- schenknochen aufgefunden, wohl aber, was eben soviel werth ist, inraiben und der alten Bewohner von Chili und Peru darbieten. Die Eins mitten fossiler Ueberefte von Elephanten und Mastodonten Spuren von würfe, die man diesen Aufstellungen entgegengesegt hat, find folgende: Menschen: Waffen, Geräthschaften, Alles von Stein, nicht an einer die fossilen Ueberrefte der Menschengattung sind felten; es ist ungewiße Stelle blos, sondern an vielen, und man kann annehmen, daß in ob sie ursprünglich der Erdschicht angehören, wo man sie gefunden; allen Erdschichten, in denen fossile Reste großer Säugethiere entviele zufällige Umstände fönnen bewirkt haben, daß fie in Shichten halten sind, wenn man mit Ausdauer danach sucht, foldie Spuren gekommen, die vorhistorisch zu sein deinen. Diese Einwürfe vers einer noch in den ersten Anfängen sich befindenden Industrie werden bieten ein entschiedenes Urtheil; aber sie nöthigen uns nicht, jeden aufgefunden werden." Gedanken an eine Menschengattung, die vor der gegenwärtigen eri Die Behauptungen des Herrn Boucher wurden natürlich zuerst, ftirt, mit Bestimmtheit zu verwerfen. Die Thatsache, daß die aus da sie der berr(denden Ansicht widersprachen, mit großem Mißtrauen gegrabenen Schädel denen der heutigen Bevölkerung Europa's nicht aufgenommen. Aber bald ließen sich mehrere Gelehrte für dieselben ähnlich sind, läßt fich nicht in Abrede ftellen. Freilich können diese gewinnen, unter Anderen der vor kurzem als korrespondirendes Mits Menschen vor den Kelten in Europa gewohnt und doch der historisden glied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres gestorbene Periode angehört haben; sie können untergegangen sein, ohne Er Dr. Rigollot. Derselbe bekämpfte zuerst entschieden die Ideen innerungen und Spuren zu hinterlassen. Aber die Formen, welche Boucher's. Aber als man ihm mittheilte, daß zu Saint-Acheul bei die Schädel haben, sind nicht eine vereinzelte Erscheinung; fie find Amiens in einer Erdschicht, welche fossile Knochen und Zähne von denen der Neger- oder Karaiben-Schädel ähnlich. Dies beweist, daß Elephanten enthielt, aud Beile aus Kieselstein gefunden worden seien, zur Zeit, wo diese Menschen gelebt haben, die Formen, um die es begab er sich an Ort und Stelle und stellte sich, nachdem er mit eigesich hier handelt, nicht blos in Afrika oder in Amerika, sondern auch nen Augen die Richtigkeit der Mittheilung bestätigt gefunden, auf die in Europa heimisch waren. Die Verbreitung so nabe verwandter Seite Boucher’s. Ade diese von Herrn Nigolot beschriebenen KieselOrganisationen über eine so große Strede des Erdbodens deutet stein-Geräthschaften sind auf dieselbe Art gearbeitet, und zwar mit darauf hin, daß damals die klimatischen Verhältniffe ganz andere ges einer Geschidlichkeit, die in Erstaunen feßt; Waffen oder Werfzeuge, wesen, als in der gegenwärtigen Periode.

haben sie alle die Form, die für den Zwed, dem fie haben dienen Der Fund des Herrn Spring, Professors an der medizinis follen, die geeignetste ist. Die meisten sind platt-eiförmig und haben fden Fakultät zu Leiden, bietet Ungewißheiten derselben Art dar. Schneiden und Spißen, so scharf, wie man sie bei Kieselsteinen, wenn Eine Grotte mit Knochen in der Provinz Namur, dreißig oder vier man die Kunst des Schleifens und Polirens nicht kennt, nur irgend zig Meter über dem Flußbett der Maas, barg zahlreiche Menschen- machen kann; das der Schneide entgegengesepte Ende ist ganz roh knochen, die einer von der unsrigen verschiedenen Raçe anzugehören und unbearbeitet. Andere sind einem Dolch ähnlich; noch andere scheinen. Herr Spring beschreibt einen der hier gefundenen Schädel haben die Gestalt einer dreiedigen Pyramide; die Kanten an diesen folgendermaßen: ,, Dieser Schädel ist überhaupt sehr klein und beo find ziemlich stumpf und ungenau. Die durchschnittliche Größe dieser sonders auch im Verhältniß zu den Kinnbaden; die Stirn ist zurüd- Steine ift 10 bis 12 Centimeter in ihrem größten Durchmesser; weichend, die Schläfe abgeplattet, die Nasenlöcher groß, die Baden- manche aber sind nur 8, einige 24 Centimeter lang. ,,Die Fläche", knochen stark bervortretend, die Zähne schräg gegen einander gerichtet; sagt Herr Rigollot, , auf welcher diese Steingeräthschaften gefunden der Gesichtswinkel kaum 70 Centimeter groß. Nach der Größe der worden, ist nicht sehr groß. Die große Anzahl solcher bearbeiteten Beinknochen zu urtheilen, muß der Wuchs sehr klein gewesen seinKieselsteine, die hier täglich aufgefunden wird, feßt in Erstaunen. höchstens fünf Fuß groß, wie der ber Grönländer und Lappländer. Vom Auguft bis zum Dezember hat man mehr als 400 gesammelt. Es befanden fich in dieser Grotte auch viele Knochen von Thieren: Diese große Anzahl führt auf die Vermuthung, daß die Stelle, wo von Hirschen, Elennthieren, Auerochsen, Hasen, Vögeln. Diese Knochen, sie gefunden werden, eine Werkstätte für solche Kieselstein - Arbeiten vermischt mit Menschenknochen, bildeten, durdy Kalkmasse verbunden, gewesen sein mag“.

(Schluß folgt.) Stüde, von denen ein einziges von der Größe eines gewöhnlichen Pflastersteines fünf Mensden - Kinnbaden enthielt. In einem anderen

Rußland. Stück fand man einen Vorberhauptsknochen, mit einem durch ein

Zur Erinnerung an Ulibischeff. scharfes Werkzeug bewirkten Bruch. Das Werkzeug wurde in dem

Von F. P. H. selben Stüc gefunden: es war ein rohgearbeitetes Beil ohne ein Loch zu einem Stiel. Zum Beweise, daß die Menschen, die, wie Herr Durch den am 5. Februar 0. 3. erfolgten Tod des berühmten Spring vermuthet, in dieser Höhle ein kannibalisches Mahl gehalten Kunstkritikers Ulibischeff verlor Rußland einen seiner beften Köpfe. haben, nicht vorhistorische seien, hat man auf die Asde und die Koblen, die sich in der Höhle vorgefunden haben, hingewiesen. Aber warum *) Antiquités celtiques t antédiluviennes, 1849.

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Die fünstlerische Welt ist erst vor kurzem wieder durch sein treffliches, sem Mangel ift burdy ein in Athen (1856 und 1857) in zwei Theis tiefsinniges Werk über Beethoven fich bewußt geworden, was sie an len erschienenes Werk: „Xpovoygagpla trs 'Hregov", abgeholfen worihm besessen. Die deutsche Musit war sein Lieblingsstudium, die den. Der Verfaffer desselben, Arabantinos, wie unter der Vorrede Blume in seinem Leben, das er mit ernster Stirn den Wissenschaften zu lesen.ift, hat dabei die vorhandenen, gebrudte und handschriftliche, und dem Woble feines Vaterlandes widmete. Ulibischeff war eine Quellen, auch mündliche Ueberlieferungen und Mittheilungen, benußt, jener höhern Naturen, beren geistiger Aufschwung die kleinliche am und er gewährt darin ein ziemlich vollständiges, historisches Gemälde, Boden klebende Menge lehrt, wie auch sie sich ein wenig zu erheben welches namentlich für die türkische Zeit der Wichtigkeit und dem vermag. Dbne die zeitweilige Erscheinung solcher Persönlichkeiten Interesse des Landes entspricht. Auch für die Geographie und Stawürde der Menschheit das Bewußtsein ihrer Würde und Bedeutung tistit desselben bietet es interessante und gehaltvolle Auffolüsse, die verloren gehen. Ulibischeff war nicht bloß eine Größe im Vergleich auch zugleich dem kulturgeschichtlichen Interesse entsprechen, welches zu der geistigen Kleinbeit feines kulturfernen Vaterlandes, er war ein gerade an Epirus vor allen anderen Theilen Griechenlands für die Geift von universeller Bildung und wesentlich aus den Einwirkungen neuere und neueste Zeit fich knüpft. Von Epirus aus ging das licht unserer deutscher Intelligenz hervorgegangen. Er hat seine lernbegierige einer geistigen Wiedergeburt des Griechenstammes am frühesten auf, Jugend auf deutschen Schulen zugebracht und seine Künstlerseele mit und die Strahlen beginnender Aufklärung und wissenschaftlicher Bildeutschen Kunstblüthen geschmüdt. Eine Lebensgeschichte des bedeuten- dung, die in dem opferfreudigen Patriotismus der epirotischen Gries den Mannes wird binnen kurzem erscheinen; bis dahin geben wir zur chen ihren Ursprung ünd ihr Ziel finden, scheinen hellleuchtend in die näheren Charakteriftit desselben einen Auszug aus einem französisch Wirklichkeit der Gegenwart herein. Sie begründet zugleid gewisse geschriebenen Brief, den er wenige Monate vor seinem Tode an uns Hoffnungen jenes Patriotismus auf eine politische Wiedergeburt von gerichtet hat.

Epirus (in Verein mit Thessalien), und auch von dieser Seite kommt „Nehmen Sie meinen aufrichtigsten Dank für Ihren Brief und jene .,,Geldichte von Epirus" ebenso einem äußeren Bedürfnisse als den Artikel über mein neuestes Werf, *) womit Sie ihn gütigst bes einem gewissen inneren Interesse entgegen. Dieses Leştere gilt jedengleiteten. Ich bin um so dankbarer für Ihre Lobsprüche, weil ich er- falls auch von der ,,Geschichte von Suli und Parga" (Isopía Lovawartete, in Deutschland ganz anders beurtheilt zu werden. Es giebt kíov xul lágyas), die, bereits in zweiter, verbesserter und berichtigter in Ihrem Vaterlande sehr viele Fanatifer, und der Kultus, welchen Ausgabe, in Athen 1857 in zwei Theilen erschienen ist und den Grieman großen Männern schuldet, verwandelt sich dort oft in eine blinde den Perrävos zum Verfasser hat. Dieser Peştere, der noch in Athen Anbetung; man ist unduldsam und feindselig gegen jede abweichende in hobem Alter lebt und für seine Verdienste um Griechenland, be: Meinung. Da ich nun Beethoven mit der ganzen Aufrichtigkeit meiner sonders während des Freiheitskrieges, den Titel eines GeneralSeele und mit der Freimüthigkeit meiner musikalischen Ansichten Lieutenants (Yrtogigainyós) erhalten hat, hat an den Begebenheiten beurtheilt hatte, da id seine Frrthümer und seine Verirrungen ebenso selbst, die er beschreibt, nämlid an den legten Kämpfen der Sulioten offen dargelegt hatte, wie ich seinem erhabenen Genius huldigte, so und deren späteren Schidsalen, wenn auch nur in untergeordneter konnte ich wohl mit Recht eher auf verdammenden Tadel, als auf lob Weise, Antheil genommen. midy gefaßt machen. Uebrigens bitte ich, es mir aufs Wort zu glauben, Um so lebendiger ist die Darstellung, bei welcher auch sonst gute daß ich als Autor sehr gleichgültig gegen Lob und Tadel bin. Die Quellen und mündliche Nadzrichten benußt worden sind. Dabei theilt Eigenliebe beunruhigt mich niemals, noch weniger die Sorge um peku- der Verfasser manches interessante Detail, auch einige neugriechische niären Vortheil. Und es ist dies vielleicht ein Hauptgrund, weshalb, Volkslieder mit, die einzelne hervorragende Klephthen und geschichtliche meine Werke einigen Erfolg gehabt haben. Id glaube, daß die Liebe Thatsachen zum Gegenstande haben. Als eine besonders interessante zur Wahrheit und der Wunsch, mir selbst zu genügen, ein Wunsch, der Notiz führen wir an, was der Verfasser erzählt, daß er zur Zeit der bei einem gewissenhaften Menschen mehr werth ist als die strengste leßten Kämpfe der Sulioten mit Ali Pascha von Jannina, die mit Kritik, mehr zu diesem Erfolge beigetragen haben, als mein Talent. der Uebergabe ihres Gebirgslandes an leßteren im Jahre 1803 endigIn der Zeit, worin wir leben, ist es eine große Neuheit, wahr und ten, mit einem Schreiben der Krieg obersten in Suli an Napoleon aufrichtig zu sein, und eine bewunderte Originalität ist es – nicht nach Paris gesendet worden, worin fie denselben um Kriegsmunition an das Geld zu denken! Man hat mich deshalb vielleicht für originell baten, und daß sie auch diese Unterstüßung im April 1802 von Frankgehalten, in dieser Beziehung wenigstens, aber das Verdienst ist klein reich erhielten. Diese Thatsache ist ein neuer Beleg für die Beziefür Jemand, der seit siebenundzwanzig Jahren der Welt entfagt bat hungen Napoleon's zu den freien Bergbewohnern Griechenlands (Suund ein großes Vermögen besigt. Als Literat bin ich also in einer listen und Mainoten) und zu deren Befreiungsplänen gegenüber der völlig erceptionellen Lage, die mir gänzliche Freiheit des Geistes läßt türkischen Regierung und ihren Statthaltern, den Pasha's. und mir gestattet, ohne Furcht Alles zu fagen, was ich für recht und wahr halte; darin liegt gewiß der einzige Vorzug, den ich vor anderen

Der Grieche Alerander Sutsos. Sdriftstellern habe.

Dieser „ungebändigte Dichter" des neuen Griechenland, der, ,,Wie schmeichelhaft mir auch Ihr Beifat ist, gnädige Frau, die namentlich als glüdlicher Satirifer, in Deutschland schon früher beSympathie, welche Sie für meine Landsleute, besonders für unsere kannt war, ehe Friedrich Thiersch in seinem Werke: „De l'état actuel unersdrodenen Soldaten an den Tag legen, erfreut mich unendlich de la Grèce” (1833), auf ihn und seinen Bruder Panagos besonders viel mehr und macht mich für immerbar zu Ihrem Sduldner. Sie aufmerksam machte, bat später und bis in die neueste Zeit durch die haben mich errathen, ohne mich zu kennen! Ja, ich liebe mein Vater. Politif in Griechenland und gegen Griechenland vielfac Gelegenheit land mit einer glühenden, beinahe schmerzhaften Liebe. Sie fönnten gehabt, ebenso seiner beißenden Satire als feinem Patriotismus Luft sich davon überzeugen, wenn Sie die anderen Werke kennen lernten, zu machen und gegen jene ungerechte und ungriechische Politik mit deren Verfasser ich bin. Aber Sie werden diese niemals lesen, aus aller Entschiedenheit offen sich zu erklären. Er hat die Gelegenheit, zwei Gründen: erstens find fie in russischer Sprache geschrieben; die ihm besonders die neueste Behandlung der orientalischen Frage zweitens sind sie nicht gedruđt und werden es noch lange nicht sein, gewährte, treulich benußt und in Prosa und in Poesie die scharfe denn die Zeit ist noch nicht da! (legteres deutsch im Tert). Das Geißel seines Patriotismus geschwungen. Im Jahre 1853, zur Zeit musikalische Europa mag mein Buch über Beethoven aufnehmen, wie der neuesten Berwidelungen im Driente und des Beginnes des orienes Luft bat; ich werde mich dennod freuen, es geschrieben zu haben, talischen Krieges, ließ er in Athen eine leidenschaftliche Broschüre: weil es mir Ihr Wohlwollen und Ihre liebenswürdige Kritik ein. Hannons púois Toù dvaro lixoù Zniuatos.” (die wirkliche Bes gebracht hat. Mit dieser Versicherung gestatten Sie mir, Sie zu schaffenheit der orientalischen Frage), druden, in welcher er die Pfeile bitten, immerbar zu glauben an die Gefühle der Dankbarkeit und seiner Rede gegen die falsche, ungerechte und unchristliche Politif EngHochachtung für Sie, womit zu zeichnen die Ehre hat

lands und Frankreichs in Ansehung der orientalischen Frage richtete 3hr ergebenfter Diener

und eine offene Kreuzzugspredigt für die Griechen hielt. Hatte Su4. Ulibisoeff." tsos grundfäßlich vollkommen Recht, so ging er doch in der blutigen Griechenland.

Geltendmachung dieses Rechts, wozu die Schrift aufforderte, offenbar

über die Gränzen der Klugheit und der christlichen Geduld. NeuerNeugriechische Werke über Epirus, Suli und Parga.

dings find von demselben Alerander Sutsos: Anouvnuovɛúucta Eine der wichtigften Provinzen des alten Griechenland ist Epirus nointixà inti toù åvarohexoù toatuov(Poetische Denkwürdigkeiten (heutzutage Albanien), mit dem der neuen Geschichte angehörenden, viel- während des orientalischen Krieges), Athen 1857, und zwar schon in fach interessanten Gebirgslande Suli und mit der neuen Stadt Parga. zweiter Ausgabe, erschienen. Er stellt hier in dichterischer Form bas Ueber die neue Geschichte von Epirus von Chr. Geb. an bis zu unses Thatsächliche der drei Jahre jenes Krieges zusammen, betrachtet die ren Tagen hat es bisher an ausführlichen Darstellungen gefehlt, und Ursachen und Wirkungen der Begebenheiten, knüpft daran feine Ur. namentlich über die türkische Zeit mangelte eine zusammenhängende theile, Erwägungen und Wünsche, und stellt die vielfach in der Presse Geschichte des Landes, dessen Bewohner und deren Schidsale. Dies über jenen Krieg verbreiteten lügen und Verleumdungert, dieselben

berichtigend und zurüdweisend, an den Pranger. Der Dichter ver*) Es war ein Aufsaß im ,,Magazin" (Nr. 40, 1857) über Ulibisdheff. leugnet hierbei nirgends die ungezähmte Leidenschaft seines Patriotis

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Cin, A. Asher & Comp.

mud, der man uur insoweit Unrecht geben kann und muß, als ihn das wirb, ber bie häuslichen Bande einschließt". ,,Es bleibt", fährt er Feuer feines Patriotismus zu weit führt und als es hier mit dem fort, y noch eine Empfindung der Hingebung und Anhänglichkeit übrig, römischen Dichter heißt: Facit indignatio versus! Das Ganze ist, wie welche Einem gebührt, über den ich mich aller lobsprüche enthalten er selbst sagt, eine Proteftation der gemordeten Menschheit gegen muß und hinsichtlich deffen ich aufrichtig bete, daß ich seiner niemais ihre Mörber.

als einer Erinnerung an die Vergangenheit zu gebenken haben

möge" - - woraus hervorzugeben scheint, daß man auf die Hoffnung Der neugriechische Dichter Solomos.

wird verzichten müssen, Memoiren über Pius IX. von derselben bes In Nr. 79 des , Magazin" von 1857 ward eine kurze Biogra- redten Feder zu erhalten, die feine Vorgänger so glänzend verherr. phie dieses im Jahre 1857 verstorbenen Dichters und zugleich Eini- licht hat. Wir glauben kaum, daß die Welt hierburo allzuviel verges über deffen Dichtungen mitgetheilt. Derselbe gilt, obgleich bis- lieren wird, obgleich das vorliegende Wert gewiß auf einen zahlreichen her nur Weniges von legteren ins Publikum gekommen war, als einer Leserkreis rechnen darf und auch wirklich als Beitrag zur Zeitgeschichte der ersten Dichter des neuen Griechenland, und sein Tod machte in nicht ohne Werth ift. Jedenfalls ist es vor dem Schidsal ficher, das dieser Beziehung die fühnften Erwartungen und Hoffnungen rege. einige andere ,, Geschichten der Päpste" getroffen hat es wird nicht Es mag billig dahingestellt bleiben, ob und inwiefern nach den schon auf den Index expurgatorius gestellt werden. früher bekannt gewesenen Proben des poetischen Talents des Solomos auch andere Griechen diese Erwartungen und Hoffnungen hätten thei - Dr. Mordtmann über die leßte Eroberung von Kon. len mögen, da schon die Sprache seiner Dichtungen, der gemeine ftantinopel. Bekanntlich ist dieser gelehrte Renner orientalischer Dialekt der Jonischen Inseln, gerechte Bedenken erregen mußte. Es Sprachen, orientalischen Lebens und orientalischer Dinge seit mehr als mag auch hier etwas an dem sein, was das Sprühwort sagt: Volfes zehn Jahren, und zur Zeit noch, hanseatischer Konsul in KonstantiStimme ift Gottes Stimme! In jener Beziehung kommt den Er. nopel, und er hat diesen Aufenthalt und die ihm vergönnt gewesenen wartungen und Hoffnungen eine kleine Sammlung Solomonischer Mußeftunden dazu benußt, um über die Eroberung Konstantinopelo Dichtungen (Iloinuara Polouoü) entgegen, die in diesem Jahre in durch die Türfen am 29. Mai 1453 so viele Daten als möglich einAthen erschienen ist; aber es ist die Frage, ob sie jene Erwartungen zusammeln, in Folge wiederholter Besichtigung der Dertlichkeiten die und Hoffnungen erfüllen wird. Denn die Sammlung enthält, außer Berichte der Zeitgenossen zu prüfen und die unbeglaubigte Sage von dem fchon früber bekannt gewesenen „Yuvos els try 'Eleveglav", nur der durch Augenzeugen bestätigten Thatsache zu fondern. Die auf ein längeres Gedicht auf den Tod Byron's, einige Bruchstüde aus diesen Studien, namentlich auf der Benußung der Originalquellen, einem größeren Gedichte: „ dunqos”, und mehrere kleinere lyris beruhende Arbeit ist fürzlich unter dem Titel: ,,Belagerung und Ers sche Dichtungen. Sie beurkunden einen Reichthum an erhabenen oberung Konstantinopels durch die Türken im Jahre 1453", bei Cotta Ideen und tiefen Gefühlen, hohen Schwung der Phantasie und feltene erschienen und muß als eine ebenso fleißige, wie interessante DarBilberfülle, allein in einer Sprache, die des Inhalts und des Gehaltsstellung eines der bedeutendsten und einflußreichsten Ereignisse der nicht würdig ist.

neueren Geschichte angesehen werden, beffen fortdauernder Einfluß in

unserer Gegenwart mächtiger noch und weit brohender ift, als viels Mannigfaltiges.

leicht damals, da das Ereigniß eintrat. Der Verfaffer selbst betrad. Der Freiherr vom Stein. Zur Gedächtnißfeier des tet es von dieser Seite und bringt die welthistorische Bedeutung Ronhundertsten Geburtsjahres Stein's ist vor kurzem ein fleines ftantinopels mit der europäischen Politif unserer Zeit und mit den Seriftchen: ,, Lebensumriß des Ministers Freiberrn vom Stein", leßten Dingen des Türfenreiches in genaue Verbindung. Dieser von Dr. Wiesmann (Münster, 1857), erschienen, das zugleich einen Zusammenhang bebingt vornehmlich das besondere Interesse des Buches, Beitrag zum Besten der Denkmalstiftung abgeben foll. Es kann nicht sowohl für die Vergangenheit, sondern für die Gegenwart und Jebem empfohlen werden, der mit Stein's leben, dessen äußeren für die nächste Zukunft der Türkei und deren gegenwärtiger HauptSchicksalen und Verdiensten, sowie mit dessen Eigenthümlichkeiten, stadt. Ueber die Quellen, welche der Verfasser dabei benugt hat, nicht schon aus dem Werke von Perß oder anderswober bekannt ift. spricht er fich in der Einleitung ausführlich aus, und er behandelt Der Verfasser, welcher Arzt ist und dem Verstorbenen in den leßten fobann seinen Gegenstand nach den wesentlichen Rubrifen: ,, Vorspiel Jahren seines Lebens in dieser Eigenschaft nabe stand, führt daber des Kampfes, – ,,Tagebuch der Belagerung, -- ,,Einnahme der auch den Leser nicht blos in bas äußere, vielbewegte und verhängniß- Stadt“, – „Nad der Eroberung“, in flarer und anregender Weise. – volle Leben des Mannes auf der großen Bühne der Welt, sondern 3n den Schlußbetrachtungen über das Ereigniß weist er die gewöhn. namentlich in die Geschichte seines Privatlebens und seiner Privat- lichen absprechenden und felbstgefälligen Urtheile über das ,, wobl. Tugenden ein. War auch Stein nicht frei von einer gewissen Uns verdiente" Soidfal des byzantinischen Reiches mit Ernst und Nad geduld, Reizbarkeit und Heftigkeit, was der Verfasser selbst zugesteht, druď zurück, und er findet vielmehr den Grund eben so sehr in der so lag dies doch vielleicht in gleichem Grabe an den Zeitverhältniffen, fehlerhaften europäischen Staatenpolitif" als in inneren Verhälte als an ihm selbst, und er erinnert dadurch an einen anderen deutschen niffen des byzantinischen Reiches. - In einem besonderen Anhange Mann einer früheren Zeit, der das große Werk, zu dessen Aus- ftellt er alles Sagenhafte und Unbeglaubigte über das Ereigniß zuführung die göttliche Vorsehung des Mannes sich bedient hat, mit sammen.

sammen. Das Buch kommt gerade ießt, wo sich die Schidfale der Geduld und Nachgiebigkeit auch nicht hinausgeführt hätte - an

Türfen in Europa, dieser Weder und Zuchtmeister der Chriften beit, Luther. Freilich hat Stein von dem, was er in der einen Richtung erfüllen zu sollen scheinen, zur rechten Zeit, und es tritt, wenn man wollte und erstrebte, kaum einen geringen Theil ausgeführt, und auch den verständigen Sinn und den Gedanken des Verfassers richtig zu eines Luther, wie eined Stein, möchte selbst unsere Zeit noch bedürfen: erfassen versteht, gewissen liebäugelnden Sympathieen und zornfunfeluaber nur um so mehr mögen und sollen wir das Andenken an die den Antipathieen zürnend und strafend entgegen. großen Männer in treuem Gebächtniß bewahren, die unserer Zeit doppelt fehlen!

Ein Liebesbrief an Robespierre. Vor kurzem wurde

in Paris eine Sammlung von Autographen verkauft, unter denen - Kardinal Wiseman über die vier leßten Päpfte. Aus fich folgendes an Robespierre gerichtetes Schreiben befand, welches der fruchtbaren Feder des Rardinals Wiseman ist fdon wieder ein nicht geringes Interesse erregte: ,,Seit dem Anfang der Revolution neues Werk, und zwar ein dider Band von 532 Seiten, geflossen, in habe ich Sie geliebt, Bürger! Aber ich war verheiratet und wußte welchem der hochwürdige Verfasser und seine „, Erinnerungen an die meine Leidenschaft zu beberrschen. Heute bin ich frei – mein Gatte vier leßten Päpste" mitzutheilen die Güte hat.) Das Bild, das er ift in der Vendée gefallen; id mache Ihnen diese Erklärung vor dem von ihnen entwirft, ist ein echt chinesisches ohne Schatten, was Angesicht des höchsten Wesens. Es ist keine leichte Aufgabe für eine der Herr Kardinal auch in seiner Vorrede halb zugiebt und damit Frau, ein solches Geständniß abzulegen; aber das Papier ist gedulentschuldigt, daß er in Rom überhaupt feine andere als tugendhafte dig - Sie sind meine höchste Gottheit, und außer Ihnen kenne ich Leute kennen gelernt hat. Seine Helden sind in der That wahre feine auf Erden. 39 betrachte Sie als meinen Schußengel und will Tugendherben, deren unfehlbare Weisheit fie vor den Gebrechen nur unter 3hren Gefeßen leben. Wenn Sie frei sind, will ich auf fdüßt, die sonst für das unvermeidliche Loos der schwachen Menschen Lebenszeit die Shrige sein. Ich bin zweiundzwanzig Jahr alt und natur gelten. Pius VII., leo XII., Pius VIII. – Alle sind gleich habe eine gefühlvolle Seele; ich biete Ihnen als Mitgift die Eigens vortrefflich, gleich makellos, gleich ehrfurchtgebietend, und für Gre- schaften einer echten Republikanerin und 40,000 livres Rente. 30 gor XVI. nährt Herr Wiseman noch außerdem ein Gefühl besonderer erwarte Ihre Antwort. Witwe Jacquin in Nancy, poste restante. Zärtlichkeit, vwie es selten außerhalb des engen Kreises gefunden Ich schreibe poste restante, aus Furcht, daß meine Mutter mich

wegen meines Leichtsinns schelten werde." Welchen Ausgang dieser *) Recollections of the Last Four Popes and of Rome in their

Liebeshandel genommen hat – darüber schweigt die Geschichte.

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• Diese Resultate sprechen eine berebte Sprache und müffen geben Frankreich.

zufrieden stellen, dem die Fortschritte unserer Industrie und die Bi

lang unseres auswärtigen Handels am Herzen liegen. Die lebensa Industrie und Speculation in Frankreich. *)

frische Bewegung in unseren Beziehungen zum Auslande springt in In feinem Berfe: ,,Statistik der französischen Indufirie", hat die Augen; nicht nur hat fie fich in einer zwanzigjährigen Periode es der befannte französische Statistiker, Moreau de Jonnès, unter- verbreifacht, sondern sich vornehmlich beim Schluß dieser Periode sehr nommen, die Data, bie ihm die auf Anlaß der Regierung nach der bedeutend gesteigert. Pariser Weltausstellung in vier Duartbänden veröffentlichten Unter. Was nun die Bewegung des Binnenhandels betrifft – und fie suchungen an die Hand gaben, zusammenzufassen und Plan, Ergebs giebt ja ganz besonders den Maßstab für den Wohlstand eines landed, niß und Zweck derselben darzustellen. – Wie mangelhaft und lücken

Wie mangelhaft und lüdens so läßt sich ihr Grab aus verschiedenen Anzeichen ermessen. Vor allem yoll auch jene Data find, so ist der Arbeit des Verfassers das Ver- ist die Ziffer der indirekten Steuern als das Thermometer zu beo dienft nicht abzusprechen, einen interessanten Gesammtüberblick zu geben fragen: Wenn sie einen Wachsthum der Consumtion anzeigt, so bea und in dem Leser den Eindruck einer wahrheitgetreuen Darstellung weist sie dadurch das Leben in der Production und den Fortschritt des bervorzurufen.

öffentlichen Wohlftandes. Diese Steuern in runden Zahlen betrugen: Läßt sich auch nicht mit Sicherheit feststellen, daß z. B. die

1835 578 Millionen 1855 958 Millionen i Leinenproduction, die 1788 neun Fr. auf den Ropf betragen hatte, 1850

1836 590

1856 1026 bis dreizehn Fr. gestiegen fei; daß die Baumwollenproduction fich ver

1837 616

1857 1059 vierfacht, die Eisenproduction fidh versechefacht habe) — will man es

1854 852 auch nicht als streng wahr zugeben, daß die Produkte aus dem Mines Um dem Beweis, der aus diesem so beträchtlichen Wachsthum ralreich von 7 Fr. auf den Ropf im Jahre 1788, auf 16 Fr. im hervorgeht, noch größere Ueberzeugungskraft zu geben, erinnere man

Jahre 1812, auf 24: Fr. im Jahre 1850, ja, mit Einschluß der Pariser fich, daß er mit dem Erwachen der industriellen Thätigkeit, die in - Fabrication, auf 33 Fr., gestiegen seien; daß die Produkte aus dem den Jahren nach der Februar- Revolution fo fehr daniederlag, genau & Pflanzenreich von 12 fr. bis zu 36 Fr. hinaufgerüdt seien, während zusammenfällt.

die aus dem Thierreiche in demselben Zeitraum sich blos verboppelt Ein Ueberblick der Dperationen der französischen Bank fann haben – wenn man, fagen wir, auf diese so scharf bestimmten An- ebenfalls einen Begriff von dieser Thätigkeit und einen neuen Ber

gaben auch nicht schwören will, so ist es doch nichtsdestoweniger er gleichungspunkt geben; allein, wenn auch die Entwickelung der Dis. pn laubt, aus diesen Zahlenprämissen den Schluß auf einen a priori fonto-Geschäfte diese Handelsbewegung ziemlich richtig darstellt, so ift di festgestellten Fortschritt zu machen.

doch nicht zu vergessen, daß die Geschäfte, periodischen Krisen unterUeberbies erscheinen in der Nomenklatur der Industrieen, die liegend, Wechfelfällen einer übertriebenen Entwicelung und nothwenbe

die ,,Statistik der franzöfischen Industrie" aufführt, völlig neue dig eintretender Einschränkungen ausgefeßt find. Um zwei Perioden Namen: Production und Raffinerie des inländischen Zucers, die fich mit einander zu vergleichen, müssen die Geschäfte dieser beiden Perioseit 60 Jahren an Werty verfünffacht hat; die Steinkohlen, die To- den in ähnlicher Situation sein; unvergleichbar sind sie, wenn losan mit feiner Silbe erwähnt; das Gas, ein Geschöpf von gestern Z. B. die eine in die Zeiten fühner und nicht ungünstiger Speculaher, das noch zu einer großen Entwicelung berufen ist; die Maschinen, tion fällt, die andere auf einen jener Momente unglüdlicher und gedie so lange nur bei unseren Nachbarn ihre ausschließliche Heimatzwungener Liquidirungen stößt. Man hat bemerkt, daß der Diskonto batten; die chemischen Erzeugnisse endlich, die in der Fabrication eine eine Reihe von gewöhnlich 6 bis 7 Jahren hindurch einen regelmäßig so überwiegende Rolle spielen. Andere Industrieert

, wenn sie auch aufsteigenden Gang einhält, so daß er endlich die drei- oder vierfache nicht neu find, haben doch eine folche Ausdehnung gewonnen und Ziffer des Ausgangspunktes erreicht, er bleibt dann etwa zwei Jahre 3 werden zu fo mannigfaltigem Gebrauch verwendet, daß man sie als stagnirend, nimmt einen ungeheuren Auffdwung im Momente der

neu ansehen fann. So unter Anderem die Eisen- Industrie, deren Krisis, um jählingť auf seinen ersten Stand zurüdzusinken. So z. B.: Fortschritte sich im Allgemeinen feit dreißig und Betreffs des Eisen 1832 beträgt das Diskontogeschäft.... 150 Mill. bahn-Baues im Besonderen faum seit zwanzig Jahren bersdreiben. 1835 steigt es bis zu .

445 Aus den Rechenschafts-Berichten der Bergwerks -Behörden geht her- bis 1845 schwanft es zwischen

700 u. 1000 Mill. vor, daß in dem Zeitraum von 1819-1845, troß der politischen 1847 (bas Jahr der Krisis) bebt'es fidh auf 1300 Störungen, die Production des Gußeisens fich verbreifacht, des Schmiedes 1849 finkt es zurüd auf :

256 eisens fich vervierfacht hat. Wenn nun auch in Betreff der Seiden-, bis 1853 hebt es fich wieder auf Leinen- und Hanf-Industrieen die Gegenwart feinen auffallenden von da bis 1856 fowanft es zwischen 1000 und 1100, um zulest Vorsprung vor der Vergangenheit aufweist, fo läßt sich dagegen in 1857 in Paris allein mit der Ziffer von 1817 Min. zu kulminiren; allen anderen Industriezweigen ein unermeßlicher Fortschritt konstati- ba tritt die Krisis ein. Im Journal des Economistes giebt Herr ren. Der Werth der Gesammtproduction Frankreichs wurde 1789 Clément Inglar eine Uebersicht dieser Krisen feit der Gründung der von Tolosan auf 931 Mill., 1812 von Montalivet auf 1400, von französischen Bank bis auf unsere Zeit. Gleichlaufend mit diesen Chaptal auf 1800 Mill., 1850 von Moreau de Jonnès auf 4037 Mill. wechselnden Phafen, die durch ein ftetes Gefeß die Situation des geschäßt. In diesem Totalwerthe Find die Rohstoffe mit mehr als Diskonto regeln, läßt sich sogleich eine andere aufsteigende Bewegung

die Hälfte, die allgemeinen Rosten und der Verdienst mit einem Vier- verfolgen, die unseren aufgeftellten Saß begründet. Während näm# tel, die Arbeitslöhne mit weniger als einem Fünftel vertreten. ... lich von dem Ausgangopunkte bis zum Ankunftspunkte der auf- und

In Bezug auf den auswärtigen Handel giebt die Statistik fol. absteigende Gang in den verschieden Perioden derselbe bleibt, so untera I gende Nachweisungen:

scheiden sich diese Punkte felbft wesentlich unter einander. In dem infuhr Ausfuhr

Total

kritischen Jahre 1847 erreichte der Diskonto in Paris die Höhe von 1836 906 Mit. 961 Mil. 1867 Miu.

1300 Mill., im Jahre der Krisis 1856 übertraf er, wie wir gefeben, 1837 808

758
1566

bie Ziffer 1800 Mig.
1855 (ohne Angabe der Gegensaße) 3979

Fügt man zu diesen Zahlen noch diejenigen, welche die Filialen 1856 2267 Mil. 2320 Min. 4587

der Bank liefern, so zeigt sich ein noch rascherer Fortschritt: 1855 be

trug das Diskontogeschäft der Filialen 2500 Millionen, 1856 gar *) Nach einem Auffaße von Bailleur de Marijn in der Revue d. d. Mondes. an 3000 Millionen. Ein Bergleichungspunkt in den entsprechenden *** 1788 wurde der Getrag der Eisenproduction von dem damaligen øandels Perioden läßt fich jedoch nicht auffinden, da die Gründung der FiliaInsrettor Tolosan auf 69 Mil. Fr., 1812 auf 197 mill, perspichlegt: gegen

900

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an Handel und Industrie Sache der Privatbanken war, deren Operas der Industrie und des Handels in Anschlag gebracht werden, die ihrer tionen nicht an die Deffentlichkeit kommen.

Natur nach in den obigen Zahlenreiben keinen Plat finden. Als ein weiteres Förderungsmittel der industriellen und kommers Aus al diesen Berechnungen läßt sich indefsen tein sicherer Soluß ziellen Operationen find, als eine andere Art Diskonto, die Vorschüffe ziehen. Ronnte man auch die Bewegung der Börsenspeculation zien anzusehen, die Privatleuten auf Rentenbriefe und Werthpapiere, auflich genau bestimmen, fo läßt sich der Fortschritt des Handels und Barren und Münzscheine gemacht werden. Oft freilich thaten diese der Industrie nicht mit derselben Schärfe angeben und der Gang der Vorschüsse gewiffen Speculationen Vorsdub; nichtsdeftoweniger fom- Agiotage und der Arbeit in parallelen Linien zeichnen. Dennoch bietet men sie auch dem Handel zu Hülfe: 1855 stieg die Gesammtsumme die industrielle Thätigkeit in Frankreich seit zwanzig Jahren Resultate, dieser Vorschüsse auf 903 Mill., 1856 auf 1061 Mil. Zwanzig die Allen Muth und Vertrauen einflößen dürfen, welche sich nicyt mit Jahre früher lieh die Banf auf Schiffsgut, das in den Kanälen lagerte, Worten und vorgefaßten Empfindungen abfinden lassen; neben der auf Barren und Goldscheine der Münze Höchftens 80 bis 100 Mit. Speculation, die einen sichtbaren Anlauf zum Befferen nimmt, haben Auf welche Ziffer werden die Diskonto- und Vorschußfäße hinabgeben, . fidh die reellen Geschäfte in einem solchen Umfange entwidelt, daß sie wenn die Krisis aufgehört hat? Das ist schwer vorauszusehen... jenen nicht nur das Gleichgewicht halten, sondern auch, wie die

Von dieser Bewegung können noch einige Thatsachen feit zwan Zahlen bezeugen, ihr bei weitem den Rang ablaufen. zig Jahren einen Begriff geben. Nach den in den Stanzleien der Aus dieser Gegenüberstellung der Speculation und Industrie ist Handels-Tribunale in den Departements abgegebenen Erklärungen nicht nur ein Argument herzuleiten gegen die Verdammung&urtheile haben sich 14,723 Gesellschaften mit Kollektivnamen, 2786 als ein. derjenigen, welche die befruchtende Bewegung der Geschäfte mit dem fache Kommanditen, 2781 als Actiens Kommanditen gebildet.

unfruchtbaren und fträflichen Börsenspiel zusammenwerfen – es mußte Das Kapital bei den Gesellschaften

auch bewiesen werden, daß die Industrie, bei der Entwidelung einer Durchschnittsfapital Gesammtfapital

so großartigen Thätigkeit, ihre Kräfte nicht überspannt habe und von der 1. Kategorie ift 54,578 Fr. 800 Millionen

gesunden Prinzipien und edlen Antrieben ausgegangen sei. Weldes 2. 185,559 - 516

ist der Charakter der neuzeitigen Industrie! Man wil über fie, als 3. 948,573 - 2638

eine blog andere Form der eigentlichen Speculation, den Stab brechen. Zu diesen Zablen kommen nun die des Seine - Departements nach Beide, heißt es, haben dasselbe Ziel, leichten und raschen Gewinn; folgender Rubrif:

im Auge, das sie mit gleicher Gier und Haft verfolgen. Es ift etwas Von 1836-1845 bildeten sich

Wahres in diesem Vorwurf; es ift nicht zu leugnen, daß nicht alle 4854 Gesellschaften 1. Kateg. mit einem Gesammtkapital von 231 Mill. industriellen Unternehmungen ernftlich überdacht und geführt werden. 918 2.

130 Die Lage der öffentlichen Finanzen in einem großen Theil der euros 1543 3.

- 2951

päischen Staaten, das Defizit in dem Staatshaushalt, die Zahl der Von 1846—1855 bildeten sich

Anleihen, die nicht nur in Folge politischer Ereignisse, sondern auch für 6152 Gesellschaften 1. Rateg. mit einem Gesammtkapital von 233 Mill. großartige, vielleicht zu hastig begonnene Arbeiten aufgenommen 998

228 worden, - fie haben schon einen sehr mißbehaglichen Zustand befundet, 1527 3.

4438 der bei eintretenden neuen Verwidelungen leicht in eine bebenklide

Situation umschlagen fönnte. Es ist nicht in Abrebe zu stellen, daß In diesen beiden zehnjährigen Perioden weist die zweite, naments ganz Europa, Staaten und Privatleute, darauf bedacht sein müßten, lich in der Kategorie der Actien-Kommanditen, die hödösten Zahlen auf, von all den Unternehmungen, die mehr angebahnt als ausgeführt und das, troß der Geschäftslauheit, die auf das Jahr 1848 folgte. find, eine scharf bestimmte klassifizirende Uebersicht zu gewinnen. AndererIn dem Berichte des Herrn Langlais an die Legislative über den seits aber, wenn auch die Industrie nicht, gleich der Lanze Achill's, die Gefeßentwurf Betreffs der Gesellschaften mit Actien - Rommanditen

Wunden heilt, die sie selber sølägt, find ihre Fortschritte der Art und wurde dieser Fortschritt mit großer Ueberzeugungskraft hervorgehoben. haben diese eine so unendliche Dehnkraft, daß wir noch eine lange Der ebrenwerthe Deputirte erinnerte, daß die Auseinanderseßung der Bahn zu durdlaufen haben, bevor wir an das Ziel kommen, wo ung Motive zu dem Gefeßentwurf über denselben Gegenstand im Jahre Halt zugerufen wird. Die Eisenbahnen, die Telegraphendräthe lasien 1836 den Rapitalwerth der während der vorhergehenden zwölf Jahre bis ießt die Wunder nur abnen, die sie beraufzubeschwören berufa gegründeten Gesellschaften auf beiläufig tausend Millionen angeschlagen, find; die Länder (diden sich an, durc ihre Räume Straßen zu erund machte bemerklich, daß das Journal général d'affiches in dem öffnen, die den fühnsten Völfern des Alterthums unbekannt geblieben; Zeitraum vom 1. Juli 1854 bis zum 30. Juni 1855 allein die Ver die bisher verschlossenen Reiche seben ihre Mauern fallen und die handlungen von 457 Kommanditen-Gesellschaften, wovon über die fernsten Gegenden scheinen zu zittern vor dem berannabenden Genius Hälfte auf Actien gegründete, angezeigt habe.

der modernen Civilisation. Welche Reichthümer verheißen fie, nici Ein Vergleich des beweglichen Kapitals im Jahre 1836 mit dem dem gieren Gelüsten der Spekulanten, sondern der redlichen Ardeit, im Jahre 1855 würde auf das überzeugendfte darthun, welchen der Industrie! Wo solde Aussichten in die Zukunft loden, ist ein Fortschritt die Industrie in Frankreich während dieser Periode gemacht etwas zu rascher Gang wohl zu entschuldigen, obgleich er fich is habe. Es ist zu bedauern, daß diesem Vergleich sich große Schwierig Frankreich in einem weit mäßigeren Schritt gehalten hat als sonstwo. keiten entgegenstellen. Es läßt sich aber, wie es scheint, bemerken, Es wäre ungerecht, die mit Billigkeit und Freisinn verbundene Klugdaß viele neue Industrieen, die von Zeit zu Zeit erstehen, ein beträcht- beit der französischen Industrie und des französischen Handels zu ver liches Kapital darstellen, ohne daß die früheren Industrieen etwas von Fennen, wenn man auf ihre Haltung in der gegenwärtigen Krisis ihrer Wichtigkeit verloren hätten. Diese Thatsache konstatirt demnach einen Blick wirft; wenn es konstatirt wird, daß das Loos der Arbeiter teine Verschiebung der Kapitalien, sondern die Schöpfung eines neuen sich unbestreitbar verbessert hat, daß die Beziehungen zu den benarKapitals und einen ungeheuren Anwachs beweglichen und industriellen barten Nationen immer inniger werden, wenn man in Betracht ziebt, Reichthums. Nehmen wir z. B. die Eisenbahnen: mit Ausnahme wie Frankreid in allen Unternehmungsarten, unter denen die Anlage einiger kleinen Linien des Departements Rhone und Loire find alle von Eisenbahnen in erster Reibe stebt, dem Auslande die Mits Unternehmungen neu. Nun aber betrug im November 1851 ihr Um- bewerbung frei läßt. laufskapital an Actien 1406 Millionen, an Obligationen 1260 Millio Der eben gebrauchte Ausdruck: Freifinn der Industrie, führt den nen, macht zusammen: 2666 Millionen; was aber in Folge der französischen Verfasser zu folgender Schlußbetrachtung: ,, Nein“, ruft Blüthe dieser Unternehmungen und des höheren Courses dieser Papiere er in patriotischem Feuer, „nein, das moderne Franfreid in seiner Ges über 4000 Millionen repräsentirt. – Die Kreditgesellschaften haben sammtheit betet nicht das Gold um Gold an! Es sudyt nicht lediglid ein Rapital von 560 Mill. Die Afsekuranz-Vereine sind mit einem einen leichten und sofortigen Gewinn in dem wüsten Treiben des Spiels Kapital von 287 Mill. gegründet worden, und ihre Actien haben einen und der Speculation; es strebt nach wirklicher Arbeit, es ringt nad Cours von bedeutender Höbe erreicht. Die Gas-, Waffers, Schiff- der Verwirklichung grundfester Geschäfte, ja folcher Geschäfte, die de fahrts-, Bergwerkss, Spiegel-, Zuders, Hüttenwerks., Telegraphen. Imagination schmeicheln und großherzige Gefühle befriedigen. Du Compagnieen, die Immobiliar-Versicherungs-Gesellschaften, die während bestimmte Ziel, das es in der Heimat, wie in der Ferne verfolgt, if der leßten Jahre ins Leben traten, mit denen, die von vor 1836 datiren, stets das Ziel der Verjüngung und des Fortschrittes, der materiellen vertreten ein Total von 4000 Millionen Fr. in 13 Mill. Actien und Freilassung, wenn das Wort erlaubt ist, für die Klassen der Gesell

. 1432 Millionen in drei Millionen Obligationen. In dieser Gesammt- schaft, die noch in den Fesseln der Dürftigkeit liegen, für die Völker, ziffer, wovon beinahe 2000 Millionen auf 351 anonyme Gesellschaften die mit den Wohlthaten der Civilisation spärlich bedacht find. Ji kommen, ist jedoch der Antheil der Vergangenheit sehr schwach ver- diesen vielfachen Bestrebungen scheint es unserem Lande weniger un treten, so daß 6000 Millionen Emissionswerth der Actien und den Gewinn, als um die Ehre zu thun, einen neuen Gedanken gefast Dbligationen dieser verschiedenen Kommanditen - Gesellschaften fast und ihn in Handlung geseßt zu haben. Diese Stimmung der franganz als wirklicher Zuwachs des vaterländisch -industriellen Reichthums zöfischen Industrie ist so offenkundig, daß man sogar unter uns einz anzusehen sind. Um sich aber einen vollständigen Begriff von diesem Art Sette oder Schule industrieller Philosophie bezeichnen kann, die

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