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und nicht beneidenswertben lage befand. Jeßt ging ich durd ein spätestens 24 Stunden nach der Verhaftung verhört werden solle! Publikum, das für dergleichen ein geübtes Auge hatte und meine „Nein, mein Herr, das ist nicht Gefeß in Frankreich." - ,,J'en suis Begleiter zu würdigen verstand. Auch diese ihrerseits kannten so faché pour la France." Sie zudten die Adfel, berbeugten fich manches Gesicht, das uns von der Seite anfah, und sie warfen fich und gingen. einen Blid oder auch ein unverständliches Wort zu. Vor einer Weins Bald darauf huschte ein kleiner, blaffer Abbé herein mit unzählis kneipe stand ein Jüngling mit sehr verwegenem Gesicht, die burule gen, troftlos aussehenden Büchern unter dem Arme und fragte, ob ich gueule im Munde, die Kappe auf der Seite. Als wir herankamen, nicht der Tröftungen der Religion bedürfe? 3 dankte, und er buschte følug er die Arme in einander, wie Napoleon, und sah uns unver- noch schneller hinaus. Es sah aus, als wäre er durch das Sdlüffelwandten Auges an. ,,Der ift bald reif, sagte lachend der eine meis lod verschwunden. ner Begleiter, und der andere rieb sich die Hände. ,,Was wollen Sie 3 brauchte weniger Troft als Zerstreuung, und um diese zu bamit sagen?" fragte ich. – Nun", antwortete er, froh wie ein finden, fing ich an, bie Zelle aufs neue und ins Einzelnste zu prüfen. Landmann bei der Aussicht auf eine gute Aerndte, y nächstens haben Aber ac, fie blieb leer und fahl und dazu so foredlich rein gee wir nur zu schütteln, und dieser Knabe fällt uns von selbft in den halten, daß alle Hoffnungen auf ein freundschaftliches, durch den ljus Rachen. Aber", fügte er nachdenklich hinzu, her hat une forte Sor der Gefangenen garantirtes Verhältniß mit einer Maus oder einer bonne." Sorbonne heißt in der Diebessprache der Kopf, der Geist, Spinne verschwand. Wie glüdlich war id, als ich endlich in einem gewiß ein Kompliment für die Pariser Universität. So habe nie Winkel eine Inschrift entdeckte. Sie war sehr lakonisch, und doch ergehört, daß unsere Prager Diebe den Geift Carolina genannt haben; zählte sie mir in meiner Lage, an diesem ersten und allen folgenden nicht einmal Ferdinandeum, und das Ferdinandeum heißt doch zugleich Tagen, eine lange und rührende Geschichte. das Jefuitentlofter.

Oh Amélie! où êtes-vous à présent ?" Endlich auf dem Plaße der Bastille — wozu hat man sie nieder

Ob mes amis!” geriffen? - wozu hat man die Julifäule errichtet? - so viel Arbeit So war mir der Refrain gegeben, der immer wieder und wieder um ein Leichentud! – Endlich tauchten die schwarzen Mauern bes auftauchte, wenn ich die Zelle burdsdritt oder bei einem Glase Gefängnisses von Maza$ empor. Ich ging geraden Weges auf das Wein – denn der Leser wird bald erfahren, daß ich im Gefängniß Thor los, aber meine Begleiter machten mich auf eine Kneipe aufs ein Sybaritenleben führte an die Freiheit und an die anderen merffam, die unweit vom Thore liegt, und fragten mich, ob ich nicht fernen Freunde und Freundinnen dachte. noch ein Frühstück einnehmen wolle? Auf meine verneinende Ants Oh Amélie! où êtes-vous à-présent!" seufzte ich oft und fühlte wort gaben fie mir den Wunso zu erfennen, daß sie sich selbst gern eine unendliche Sehnsucht nach Amelie. an einem petit verre erquidfen wollten. So treue Begleiter ver Plößlich öffnete sich ein kleiner Schieber und wie ein Mähren vom bienten einen kleinen Lohn, und ich trat mit ihnen ein. Niemals Tischlein dede dich erschien auf einem Brettchen ein kleines Töpfchen werde ich das teuflische Gelächter vergessen, mit dem uns das Weib mit Fleisd, Suppe und einem großen Stüc Brodtes. Man tischte hinter dem Schenktische empfing: ,,Aha!" rief fie, ,, habt ihr den mir das Beste auf, das nach der Regel des Gefängnisses aufgetischt Vogel im Nefte erwischt!" Und das in Gegenwart des gefangenen werden darf; aber der Topf und der hölzerne löffel saben to urVogels. lachend schenkte fie den Cognac ein, und die Beiden, froh appetitlich aus, und ich vertröstete meinen Magen auf bessere Zeiten, einer solchen Würdigung von Seiten des schönen und zarten Ge- die auch bald famen; denn schon am nächsten Morgen erlaubte mar schlechts, fingen aufs neue an, von der rude besogne dieser Nacht, uns, unsere Koft vom Restaurant holen zu lassen und dieselbe mit wie von großen Thaten, zu erzählen.

civilifirtem Meffer, Gabel und Löffel zu verspeisen. Das Töpfchen Zehr Schritte führten aus der Kneipe ins Gefängniß. Ein eiser an der Luke prüfend, entdedte ich darüber ein kleines loch in der nes Gitter öffnete fich rasselnd; meine Begleiter nahmen ernfte und Thür, in welchem sich ein kleines Glas befand, das beweglich und so unterwürfige Amtsmienen an und führten mid, rechts vom Eingang, geschliffen war, daß es wohl einen Einblic von Außen nach Innen, in die Stube des Greffiers, der so früh schon mit der Feder in der aber keinen Ausblick von Innen nach Außen geftattete. 3 war also Hand da saß und sehr verschlafen und verdrießlich aussah. Es war von dem Hüter, dessen dumpfen Schritt auf der Galerie ich hören mir, als fotite ich ihn wegen feiner Bemühung um Verzeihung bitten. fonnte, beobachtet — ein höchft unangenehmes Gefühl felbft für ein Man stellte mich unters Maaß, man fragte mich nach Namen, Stand, reines Gewissen. Abends kam dieser Hüter herein, um die GasWohnung, Charakter und beschrieb mich so genau, als sollte mir ein flamme, die bis neun Uhr brennen durfte, anzusteden. Er hatte et Paß nach Nufahiwa ausgestellt werden. Die Polizei-Agenten ente höchft gutmüthiges Gesicht, und ich sah ihm an, daß er sich gern i fernten fich, und es nahm mich ein Gefangenwärter in Empfang. Er ein Gespräch eingelaffen hätte; aber die Pflicht verschloß ihm den öffnete eine Eisenthür und schob mich durch. 30 ftand in einer weis Mund. Doch konnte er die Bemerkung nicht unterdrüden, daß fich ten Halle, in welcher mehrere uniformirte Gefangenwärter auf und die neuen Gefangenen in denselben Zellen befinden, welche am 2. Des ab gingen. Einer derselben führte mid durch die Halle, rief eine zember die Deputirten der National - Versammlung aufgenommen Nummer, und es fam ein anderer Kollege, der vor fich binmurmelte: batten. In dieser Zelle, sagte er, wohnte der General Changarnier, ,, Noch Einer! aber das ist ja ein wahrer 2. Dezember!" Dieser unter dem ich in Afrika gedient habe. Bist du ein alter Soldat, Reflerionsmenso führte mich soweigend durch einen der langen Strah- dachte ich, so werde ich dich schon zum Plaudern bringen. Und in der len des in Sternform gebauten Gefängnifles. Rechts und links reibs That ift mir das schon nach den ersten Tagen gelungen, und diefef en ten sich dreifach über einander die unzähligen ftummen Thüren der fo leichter, als unsere Wächter fämmtliche neue Gefangenen für höchf Zellen, und längs der Thüren liefen lange Galerieen mit Eisengittern wichtige Personen hielten. Denn unter uns befanden fich einige bin. Ueber eine Treppe gelangte ich auf die erfte Galerie, wo mein Herzogliche und gräfliche Namen, deren Olanz in den Augen der Begleiter wieder eine Nummer rief. Es kam einer der Gefangen- naiven and von aller Welt abgetrennten Gefangenwärter auch die wärter, die ewig und regelmäßig, wie Uhrpendel, vor den Zellen- plebejischen vergoldete. Außerdem war offenbar Befehl gegeben, uns thüren auf und ab gehen, nahm mich in Empfang, steckte einen ges mit großer Rüdsicht zu behandeln. Und da man in Frankreich gewaltigen Sdlüffel in ein gewaltiges Shloß - es rasselte, es trachte, wohnt ist, dieselben Leute, die heute im Gefängniß fißen, morgen in bie Thür gähnte auf ich fand in der ftillen, einsamen, kahlen den höchften Stellen prangen zu sehen, und dies im Jahre des Heils Zelle. Der Wärter untersuchte mich oberflächlich, fragte, ob ich nicht 1853 mehr als je der Fall gewesen, und wir außerdem die Zellen eindneidende Inftrumente bei mir hätte, fügte hinzu, das sei nur für nahmen, welche vor etwas mehr als einem Jahre von den berühmbie Form, und ging. Wieder krachte das Shloß, und ic war allein. teften Männern Frankreiche, alten Ministern, ruhmgekrönten Genera

Da stand ich und blidte um mich und fab nichts; denn die Zelle len und Dichtern bevölkert gewesen - war es da nicht möglich, daß in ihrer Leerheit und Kahlheit war wie aus Nichts gebaut. Das einige dieser mysteriösen Gefangenen dermaleinst und vielleicht bald kleine Bett mit dem kleinen Tischchen und dem Strobfefsel verschwan- mächtige Protektoren der armen Gefangenwärter abgeben könnten! ! ben in Eins mit diesem Nichts. Die Zelle war drei Schritte breit, Und in der That machte mir mein Argus bald wie einem Protector sechs Schritte lang und außerordentlich hoch, so hoch, daß das kleine den Hof, erzählte vom General Changarnier und Lamoricière, von Fenfterchen mit Gitter und Blende, nah an der Dede, wie ein ferner, feinen Schlachten und Abenteuern, von seinem kleinen Gebalt un ausgebrannter Stern leßter Größe erfdien -- wie der Zeidak, an von den vielen Kindern, die er zu ernähren batte; ließ mich die N bem der Araber ein gutes Auge prüft.

men meiner Mitgefangenen errathen und fchloß seine Reden gewöhs Mübe und unausgeschlafen warf ich mich auf das Bett und Teşte lich mit der Andeutung, wie schön es von mir sein würde, wenn bald den Schlaf fort, aus dem ich so unangenehm gewedt worden ihn nach meiner Befreiung ebenfalls aus der Einsamkeit und Letter war, und als ich erwachte, fab ich zwei fremde Gesichter, die mich weil des Gefängnißlebens befreien und ihm z. B. eine Stelle a4 mit Verwunderung anblidten. Es war der Gefängniß - Direktor mit Garçon de bureau in irgend einem Minifterium verschaffen wollte. einem anderen, wie es schien, höheren Beamten. Sie fragten mich höflich, Meinen Versicherungen, daß er sich mit seinem Anliegen an den Urob ich nicht irgend etwas zu sagen, zu bemerken, zu verlangen hätte? rechten wende, feßte er einen Hartnädigen Unglauben entgegen, und 3h dankte und fragte wieder, wann ich verhört werden solle? Die ich ließ ihn am Ende, echt jesuitisch, in dem mir nüßlichen Aber

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Sürtei.

Mufti angenommen, wenn er mit der Ansicht des Sultans und bes

Voltes harmonirt; im Gegentheile läuft das Oberhaupt der Imâme Drakel der Sürken.

Gefahr, abgeseßt zu werden, und auch ein Neuerwähter theilt baffelbe Zu allen Zeiten legten die Araber sowohl als die Perser ein Geschic, oder man ignorirt seinen Spruch und bandelt nach Be großes Gewicht auf die Urtheile und Entscheidungen ihrer durch lieben. Kenntniß des Korans ausgezeichneten Gelehrten und derer, die ficy Ein Fetwa, das mit der größten und allgemeinften Zustimmung vorzugsweise einem frommen leben widmeten, sei es nun, daß sie aufgenommen wurde, und das nicht blos historisơe Merkwürdigkeit Aufschluß begehrten über ihren Seelenzuftand oder die Rechtmäßigkeit hat, sondern auch deutlich beweist, von welchen Grundsäßen die Anund den Erfolg ihrer Unternehmungen; sogar der Ausspruch eines hänger des Islam hinsichtlich der Erfüllung mit Völkern von anderer Unmündigen, der seine Meinung aus dem Buche der Offenbarung Religion eingegangener Verträge geleitet werden, und wie die Bünds oder der Ueberlieferung bewies, hatte bei ihnen göttliche Geltung. nisse der Christen mit ihnen zu betrachten sind, ist das, welches um Man erzählt fich z. B. Folgendes von Harun arrascid:*) Er ges bas Jahr 1570 nach unserer Zeitrechnung der Scheicho' I 3slam rieth einst zur Nachtzeit mit seiner Gemahlin Sobeidah in Worts Abbu’sfaûd Efendi auf Befragung des Sultan Selim' wegen des wedsel. Sobeidah fdhalt ihn mit den Worten: „D'bu der Hölle Bruches eines Friedenvertrages von fic gab. ) Die Frage Tautete: Angehörender!" Harun antwortete: ,,Wenn ich ein der Hölle An ,,Wenn ein Gebiet früher den Bekennern des 3dam gehörte, die Ungehörender bin, so bist du von mir geschieden!" Sie trennten sich gläubigen aber es okkupirten, seine Schulen und Bethäuser zerstörten, also von einander. Harun batte aber die Sobeidah sehr lieb; Web es mit den Zeichen und Gebräuchen des Unglaubens erfüllen, die klage ftieg aus seinem Geiste auf. Er befahl darum einem Herolde, Religion des 3dlam verhöhnen und ihre schändlichen Gesinnungen itt die Ulema von Bagdad zu ihm zu versammeln, und befragte sie darüber, der Welt ausbreiten, fteht da von Seiten des heiligen Gefeßes dem ob er wirklich der Hölle angehöre? Niemand frieb eine Antwort Padischab des Islam, dem Schüßer der Religion, ein Hinderniß entdarauf nieder; man sprach: ,,Ob er der Hölle oder dem Himmel an. gegen, diese Befißungen, zum Schuße des Glaubens, aus den Hängehört, das weiß Gott allein". Schafei war nod ein Kind. Dennoch den der Ungläubigen zu nehmen und, falls sie in einem Vertrage mit stand er in der Versammlung auf und sprach: „Ich will die Ants den Ungläubigen, der anderen Befißungen derselben den Frieden verwort sagen". Die Männer verwunderten sich; sie sagten: ,,Ob er bürgt, eingeschloffen sind, diesen Vertrag aufzulösen?" Das Fetwa wahnsinnig ift? Wie kann an einem Orte, wo so viele Gelehrte fagt darauf: ,,Es ist unmöglich, daß es ein Hinderniß gebe. Der gegenwärtig sind, für seine Rede Raum sein?" Harun rief ihn und Padischah, deffen Siege Gott verherrliche! ift dann mit den Ungläus sprach: ,,Sage die Antwort!" Er entgegnete: ,,Hast du wegen einer bigen Frieden zu schließen geseßlich veranlaßt, wenn dies allen MusAntwort meiner nöthig oder ich deiner?" Harun antwortete: 3 lemen zum Nußen ist. 3ft dies nicht der Fall, so ist jeder Friede bedarf beiner. Schafei sagte darauf: ,,So fteige vom Throne burchaus ungeseßlich. Mag er für die Dauer oder nur bestimmte berab! benn die Stelle der Gelehrten ist erhaben". Der Chalif Zeit geschlossen worden sein, wenn es nüßlich erschien, so wird es unließ ihn auf den Thron fich Teßen. Darauf spraday Schafei: bedingt pflichtmäßig und nothwendig sein, ihn zu brechen, wenn seine

Zuerst beantworte du mir eine Frage, damit ich dir auf die Auflösung nüßlicher erachtet wird. Der heilige Gesandte Hatte vom deinige Antwort gebe!" Harun fagte: „Welches ist deine Frage?" fechften Jahre der Flucht bis auf zehn Jahre Frieden geschloffen; Ali, Schafei erwiederte: ,,Die, ob du Macht gehabt haft zu einer Widers dessen Angesicht Gott veredle! hatte den festen Vertrag gesdrieben.

Teßlichkeit gegen Gott, von der du aus Furcht vor Gott zurüd. Als er aber bestätigt worden war und es nüßlicher schien, ihn im Teriak geblieben bift?" Harun sagte: ,, Allerdings, so ist es“, und betheuerte folgenden Jahre aufzulösen, 30g er im achten Jahre gegen seine Feinde

es mit einem Eide. Schafei (prach: ,,So urtheile ich, daß du vom zu Felde und eroberte das erhabene Mekka. Der Stellvertreter des Volte des Paradieses bift“. Die Ulema riefen: „Womit führst du Herrn der Welten folgt in seinem glorreichen Vorhaben dem vom den Beweis?" Schafei antwortete: „Mit dem Koran. Denn Gott, Stifter der Religion gegebenen edlen Beispiele. Dies schrieb der des

der erhoben fei! hat gesagt: ,, Wer da fürchtet das Gericht seines müthige Abu'ffaûd". i Herrn, und feine finnliche Seele von dem, wonach ihr lüftet, zurüd Dieses Fetwa wurde mit Freuden aufgenommen, weil man die # für hält, dem ist der Paradiesesgarten zum Aufenthalte bestimmt". Alle 393 Quadratmeilen große, fruchtbare, an Wein, Seide und Baum

die Ulema schrieen auf und sprachen: „Wenn Jemand schon in der Kind wolle reiche, mitten im Busen der islamitischen Länder liegende, schon Þatte beit also ift, wie wird er erst sein zur Zeit der Reife!"

dereinst von dent Chalifen Mowia eroberte, mit den Grabstätten - gert Wer aber einen solchen Ausspruch thut, der ist, indem er es thut vieler muhammedanischen Glaubenshelden bebedte, für den See-Veribm ein Mufti, und die Sentenz, die er spricht, heißt ein , Fetwa", wenn kehr mit dem Morgenlande undergleichlich wichtige Insel Cypern den dai er auch kein obrigkeitliches Amt bekleidet. Den höchften Imâmen gab Venetianern, die fie damals befaßen, wieder abzunehmen im Sinne

man diesen Titel als Auszeichnung, und die ihn führten, verdienten hatte, dazu auch die erforderlichen Mittel befaß. Der Rapuban Ali fge fie auch wohl wegen ihrer Gelehrsamkeit und Bildung, wie der Mufti Pascha brac baber in dem angegebenen Jahre mit einer Flotte von Бар des Sultan Saladin, Behao'ddin, der das Leben und die Thaten des 360 größeren und kleineren Schiffen zur Eroberung dieser Insel auf,

Legteren in einer Weise beschrieben hat, daß dies Buch zu den klassi- die man, obgleich nicht ohne große Berlufte, denn bei Famagusta flogen fchen Werken der arabischen Literatur zu rechnen ist. Die Fetwas durch eine Mine 3000 Menschen in die Luft, bewertstelligte. Doch,

hatten immer einen um so höhern Werth, je berühmter durch Ger abgesehen von dieser Podung, waren des Mufti Worte ganz den 1 lehrsamkeit und Frömmigkeit der Mann war, von dem sie kamen, und Grundfäßen der türkischen Sittenlehre angemessen, die nur im Noth

man legte Sammlungen davon an, und machte sie zum Gegenstande des falle Frieden mit Ungläubigen gestatten. 3hr unzweideutiger Inhalt Studiums und der Regeln für ähnliche Fälle. Aus diesem Aben er- ift: ,,Einem Padifdhah des Islam ist niemals der Friede mit den Ungiebt sich, wie es kam, daß die Türken, als sie den Islam anges gläubigen erlaubt, wenn er nicht vollkommen nöthig ist; zur Zeit der nommen hatten, ihren Scheicho' I Islam oder oberften Priester als Noth aber ift er erlaubt. Wenn indeffen der Nothwendigkeit wegen, ihren Groß- Mufti verehrten und der Sultan selbst bei wichtigeren nach dem Sprüchworte: „Wenn sie sich zum Frieden neigen, fo neige Vorfällen oder Unternehmungen fein Fetwa verlangte und dies auch du auch dich ihm zu", der Friede geschloffen worden ist, so muß bis hierher so geblieben ift. Indeffen hat das Fetwa, insofern es von man body, sobald die Nothwendigkeit beseitigt worden, den Frieden der geheiligtften Person ausgesprochen und aus göttlichen Quellen ges wegwerfen und aufs neue zum Rampfe und Streite zurüdfehren, wie in schöpft ist, einen mehr als menschlichen Werth, es ist ein Gottes- dem edlen Verse: in Wirf ihn ihnen gleicherweise wieder zurüd!". Spruch; und so sieht man, wie die Türken eigentlich immer noch das gesagt wird. Einem Padischah des Islam ift, wenn er die Länder haben, was die Alten Drakel nannten. Wie die Alten den Delphi- der verächtlichen Ungläubigen zu erobern die Macht hat, dies zu unters fchen Gott oder die Sibylinischen Bücher zu Rathe zogen, wenn lassen und zu vernachläffigen durchaus nicht gestattet, besonders diewichtige Vorfälle in Krieg oder Frieden ste zur Faffung von Bes jenigen Länder, wo schon einmal die Fahne des Islam aufgepflanzt Thlüssen drängten, also nehmen die Türken des obersten Mufti's und deren Gebiet schon früher zum Geschlechte des islamitischen Weisheit in Anspruch, um fich entweder für eine Maßregel unter Borfes gerechnet worden ist, wie die Inseln Cypern und Sicilien und mehreren zu entscheiden, oder der vorgezogenen Meinung eine um so die Länder von Andalusien“. Diese Stelle, die man im dritten Bude größere Autorität zu geben. Dabei gestattet man sich in Hinficht auf des Akhlak Ali (S. 24) findet, einem Buche, das, wie der Zusammendiese Fetwa’s auch eben dieselbe Freiheit, die sich die Griechen nahmen hang lehrt, zür oben erwähnten Zeit schon geførieben war, läßt uns in der Anwendung des Götter-Ausspruchs. Der Mensch will wiffen, was erkennen, daß das Fetwa des Abbu'ssaûd nur der Ausdruck einer schon

der Himmel urtheilt und beschließt, doch will er auch nicht auf seine festgewurzelten Meinung war, der Mufti kein anftrengendes NachBeine eigene Meinung und Einsicht verzichten. Die alten legten fick bar berilere babei motyvendig hatte und kein Widerspruch dagegen von ihm

aus- befürchtet werden durfte. führten; der Schiffsbord, sagten fie, das sind die hölzernen Mauern, Allein dies war nicht immer der Fall. Man bat aud Beispiele, hinter denen wir tämpfen sollen. Ebenso wird der Aussprud eines wo ihm die Antwort schwerer werden mußte, wo er seine Meinung

am

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Reden

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*) Taskireto' l'Aulia im Leben des Imâm Schafei Mothallebi. Mfpt.

*) S. Tochfetu' i kibar, fol. 40.

arm

bart büßte, oder wo sein Ausspruch, wie richtig er auch war, ignorirt Epifteln 2. gewiß eine werthvolle Bereicherung jeder italiänisden wurde. Und auch diese werfen ein licht auf Herrscher und Volt; Bibliothet. In poetischer und kulturhistorischer Beziehung ist jedoch worüber vielleicht nächftens ein Mehreres.

aus diesem umfangreichen Buche faum irgend ein Gewinn zu zie

hen. Der wohlunterrichtete Herausgeber der Biblioteca Italiana, Haiti.

Dr. A. Radeli, sagt in der biographischen Einleitung zu Metaftafio's Die Beschaffenheit des Meeres an der nördlichen Küste von Haiti. des Herzens und des Geiftes zu folgen.... Nur zu bald mußten

Werken selbst: ,,Frühzeitig hatte Metastasio verlernt, den Eingebungen Ueber diesen Gegenstand giebt ein in Amerika lebender deutscher die Regel und das Maaß ihm das erseßen, was der durch das Leben Gelehrter, der früher am zoologischen Museum in Berlin angestellt erftiđite Genius nicht mehr zu leisten vermochte.... Seine Sprade, gewesene Helmintholog Dr. D. F. Weinland, der eine naturwiffen- weit entfernt von toskanischer Eleganz, erscheint in seinen Verfen oft schaftliche Reise nach Haïti gemacht hatte und von dem nächstens in ja bettelhaft. Lächeln muß man über diejenigen, welche beNew-Yort ein Werk unter dem Titel: ,, Die Parasiten des Menschen, haupten, daß er die Sprache fo untergeordnet, damit sie einfacher set vom zoologischen Standpunkt“, erscheinen wird, folgende Notizen (in und sich den musikalischen Noten mehr anschmiege. Die Bariationen der New-Yorfer , Neuen Zeit"):

unserer ungemein ästhetischen und jedem Mechanismus nachgebenden ,,Die große Respiration des Meeres, die Ebbe und Fluth, be Sprache sind unendlich groß: fte kann sehr bescheiden und schüchtern, rührt kaum diese Rüfte. Weder der Küftenbewohner, noch die Capi- ja, wenn man will, monoton fein, aber sie ist ftets mannigfaltig und taine der fremden Schiffe sprechen von hohem oder niedrigem Wasser. elegant. Die Zierlichkeit Metaftafio's dagegen ist oft nichts weniger, Die hohe Fluthwelle wird nicht nur durch die Menge von Inseln, die als eine Zierde: seine Ideen find, ftatt anmuthig, was sie sein sollen, den meritanischen Golf einsdhließen, gebrochen, sondern wird auch durch geschraubt, und

geschraubt, und sein Schwung ift ein bloßer Wortschwali. ... Alles einen fortwährenden Meeresstrom, der von Oft nach Weft dieser Küste dies gehört freilich einer sowächlichen Zeit an - einer Zeit, die mit entlang läuft, neutralisirt.

ihrer Leichtfertigkeit und Verderbniß nothwendig auch auf die Sprache ,,Die ganze Meeresbewegung an dieser Rüfte beruht auf dem und das, was als schön und beifaUswürdig galt, nicht ohne Einfluß Wind. Seine Wirkungen sind zweifach: a) der tägliche Wechsel von bleiben konnte".... Gewiß dürfen wir es als ein Zeichen wachsenSee- und Landwind; der Erftere fängt früh 8 Uhr an zu wehen, der der, ästhetischer und philosophischer Bildung betrachten, daß die Sta. zweite Abends zwischen 6 und 9 Uhr. Der leßtere ift kräftiger und liäner, wie aus dem vorstehenden Urtheil zu schließen, nicht mehr in beständiger und drüđt jeden Abend die See zwischen 1 und 2 Fuß eitler Selbstverherrligung blind find für die Mängel ihrer berühmtex tief. Aber da ist b) ein anderer Wechsel der Winde, nämlich: ein Søriftsteller und dieselben vielmehr mit voller, fittlicher Strenge vorherrschender nördlicher Wind im Winter, vorzüglich Dezember, fritifiren. Januar und Februar, und ein vorherrschenber südlicher Wind im Sommer. Diese Winbe bringen einen solchen Effekt bervor, daß in - Lola Montez. Wie amerikanische Blätter berichten, ist diese der ,,Jahreszeit des Norden", wie sie hier genannt wird, die See Dame, oder vielmehr ihre Nationalität, fürzlich der Gegenstand einer beftändig 8 Fuß höher ist als im Sommer.

gerichtlichen Verhandlung vor dem Supreme Court in New-Yort ge,, Wie mächtig dieser Wechsel auf das organische Leben im Meere wesen. Es handelte sich bei diesem Prozesse feinesweges darum, o ift, muß einleuchtend sein. 3 will nur bemerken, daß während der die Dame eine geborene Spanierin fei oder nicht. Darüber scheint leßten Woche des Mai und erften Woche des Zuni am Ufer auf kein Zweifel mehr obzuwalten, daß fie den hesperischen Gefilden nicht einem Plag, nicht größer denn ein englischer Ader, mehr als 100 Ac- entsproffen fei; wohl aber ist es ftreitig, ob Irland oder Soottland Antineae und Holothuria ftarben, weil das Waffer zurüdgetreten war; sprüche auf die Ehre hat, ihr Geburtsland zu sein. Ein Mr. Shermers nicht zu vergessen, daß außerdem Tausende andere Thiere, Fisde . horn hat vor dem Sapreme Court behauptet, der ursprüngliche Name und Seepflanzen abftarben, indem sie von der See in den von der bon Lola Montez fei Betsy Watson, mit welchem Namen fie in dem tropischen Sonne erbißten Lachen nahe dem Meere, ohne neues, er schottischen Stäbchen Montrose geboren worden, wo sie auch im Gaste frisdhendes Wasser, zurüdgelassen worden waren. Dasselbe, was früher bofe ,,Star Inn" als Zimmermädchen gedient habe. Lola war selbst vor durch das vultanische Steigen des Landes aus dem Meere geschah, dem hohen Gerichtshof erschienen, um diesen Behauptungen zu widerwobei ganze Familien-Gattungen von Thieren u. für immer vertilgtsprechen. Sie gab zu, daß ihr Stiefvater, ein Major Craigie, ; wurden, geschieht hier, wenn auch in diel kleinerem Maßftabe, all Montrose geboren fei; fie felbft habe jedoch zu limerid in 3rland das jährlich. Noch außerdem wird in der ,, Jahreszeit der Nordminde" die Licht der Welt erblidt. Zimmermädchen (Chambermaid) ei fie ganze Seeküste bis zur Tiefe von 5 Faden aufgewühlt, und nicht niemals gewesen; , und wenn ich es gewesen wäre", fügte sie hinzi, allein die Ueberbleibsel abgestorbener Shellfische, sondern eine Unzahl fo würde ich jeßt ftolz darauf fein." Der amerikanische Ridter lebender werden zugleich mit großen Blöden von Korallen gegen die wollte eben eine Entscheidung in der Sache treffen, als sich zwischen felsigen Küften geworfen und zertrümmert und hoc aufs Trođene gelegt. dem Vertheidiger der Dame und ihrem Gegner ein so heftiger Streit

,,Außer der Bewegung ist hier noch ein anderer Umstand, das erhob, daß es zu einer Schlägerei fam, was in Amerifa vor Ger organische Leben betreffend, der besonderen Beachtung würdig. Es ist richtshöfen und legislaturen alerdings nichts Seltenes ift, dogs die demisde Zusammenseßung des Meerwassers. Das Meerwasser ent- mußte in Folge beffen die Verhandlung aufgehoben werden. hält in dieser Gegend, 18 Grad nördl. Br., die größte Menge Salz. Die Flüffe ber nördlichen Küste von Haïti sind nicht groß genug, um Norbide Blätter. Dieses Hamburgische Sonntagsblatt") einen bemerkbaren Einfluß auf die Zusammenseßung des Seewassers, hat neues Leben und ein viel größeres Interesse gewonnen, feitdem felbft in der unmittelbaren Rachbarschaft ihrer Mündungen, auszuüben. Herr fr. 3. Kruger, ein durch originelle Ideen, besonders auf den

,,Die Mündungen der Flüsse sind durch Sandbänke geschlossen, Gebieten des morgenländischen Alterthums und der europaműben Ausund verhindern den leichten Ausfluß des Süß- und den Einfluß des wanderung, sich bemerklich machender Schriftsteller, die Redaction Salzwassers'; dies ist so merklich, daß Schiffe ihr Trinkwasser direkt desselben übernommen hat. In zwei uns zugegangenen Nummern aus dem Flufse ganz nahe der Mündung einnehmen. Troß dieser (9 und 10) der ,, Nordischen Blätter" eröffnet Herr Kruger eine litegroßen Verschiedenheit in dem Wassergebalte, fand ich, daß viel mehr rarische Erörterung mit der Ueberschrift: ,, Möglichkeit und Vorzeidet Seefische die Flüffe heraufgeben als in deutschen, englischen, ameris einer Wiedergeburt der deutschen Dichtung und Kunft“, die wir mit kanischen 2c. Flüssen, bei denen der Salzgehalt des Wassers sich nur Intereffe gelesen haben, obwohl wir, die wir Gelegenheit haben, die allmählich verändert; dies zeigt klar, wie flexibel die Natur dieser Erzeugniffe deutscher Dichtung mit denen des Auslandes zu vergleichen, Fische Fein muß, baß sie dieses lo intensiv mit Salz geschwängerte weit davon entfernt sind, in die Behauptung des Verfassers einzuWasser neben dem ganz reinen Quellwasser vertragen können". stimmen, daß Poesie und Runft in der deutschen Gegenwart ganz vera

kommen seien, und daß wir uns angeblich wieder in einer literarisden Mannigfaltiges.

Periode befänden, die nur mit der von Lohenstein und Hoffmanns. Pietro Metaftafio. Die sonst gewöhnlich aus 16 bis waldau zu vergleichen sei. Abgesehen von dieser gänzlich aus der Luft 20 Bänden bestehenden Werke dieses Lieblingsdichters atler Höfe und gegriffenen Behauptung, bietet jedoch der Artikel des Herrn Kruger, musikalischen Salons des achtzehnten Jahrhunderts bilden in der zu der uns den Orient und besonders seinen Lieblingsdichter Firdusi at Triest erscheinenden ,,Bibliothek der italiänischen Klassiker") Einen Reiz- und Auffrischungsmittel empfehlen will, um mit ihm ner Band von 1114 Seiten in ferifonformat und kosten in dieser Aus. Ideen und neues Leben in unsere Poesie einzuführen, manchen Sif gabe nicht mehr als ungefähr zwei Thaler (3 Fl. 12 Kr. C. M.). 3n zur Erörterung unserer gegenwärtigen literarischen Zustände dar, un literargeschichtlicher und sprachlicher Hinsicht ist diese Sammlung von so haben wir uns aus dem Wunde des Verfassers nicht entziehen Opern, Oratorien, Kantaten, Gelegenheitsdichtungen, Madrigalen, mögen, mit diesen Worten mindestens darauf hinzuweisen. Triest, Literarisch - artistische Abtheilung des Desterreichischen Lloyd, *) ,,Nordische Blätter“. Gine Wochenschrift für Bildung, Unterhaltung

und Besprechung vaterländischer Interessen. Hamburg, Frig Schubarth.

1857 1858.

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er manches glänzende, originelle Werk mit so frischen, freudigen BilEngland.

dern und Natur-Anschauungen, daß seine ärgsten Feinde oft eine Korrespondenz: Berichte aus London.

Zeitlang schwiegen oder bewunderten.

Mit seiner zweiten Frau, einer Tochter Godwin's, durchreiste er Shelley und einige neuere literarische Erscheinungen. Frankreich, die Schweiz und Italien und blieb im schönen Arno

Shelley ftand lange in der englischen Literatur isolirt als ein Thale fißen, wo er sich bis heutzutage ein freundliches Andenken an unbegriffener Dämon. Jeft hat ihn Charles S. Middleton mit seine Menschenliebe und Seltsamkeit unter der Bevölkerung erhalten fammt Shelley's Schriften zu retten, zu begreifen, zu erklären gesucht hat. An den Gestaden des Somersee's, in Florenz, Neapel und Rom, und nicht weniger als zwei Bände zu diesem Zweck geschrieben.") besonders in Pisa, im Schatten des Campanile, unter den Trümmern Wir wollen nicht ins Ertreme gehen mit Mr. Middleton und alle des Campo santo und in dem halbtodten Lungarno wurde er milder Schuld an der Berzerrtheit und der Polemik des Poeten auf die eng und weniger bitter gegen das Leben und dessen Formen und Gestalten, lische Gesellschaft werfen. Shelley war von Jugend auf phyfisch und aber auch melancholischer und liebte es, aus Verfall und Tod fcheußpersönlich ein seltsamer Kauz. Hinter dem zarten Gesicht eines Mäd- liche Gespenster aufzujagen. Sein Parnaffus war finster und bevölkert chens, den hellblauen Augen und der weißen, dünnen Haut ftedte, der mit grinsenden Phantomen, feine Helikon-Quelle sprang aus dem

freischenden, tremulirenden, gebrochenen Stimme nadı, ein altes Weib, schwarzen, stillen Gewässer der Melancholie; als Musen dienten ihm id und, seinen Versen nach, ein Gigant, ein Höllenfürst mit dem Troße die Eumeniden, deren Rachegeheul ihn begeisterte, wenn sie hinter dem Iden

und dem Muthe, gegen die ganze Welt Krieg zu führen. Aufgeregt, Verbrechen herjagten, um es niederzuschmettern und zu richten. Er

kreischte er wie ein Unhold der Nacht, unter- oder überirdisch. Die ist eine Art von personifizirter Schicksalstragödie, nur viel poetischer ot

Jungen in der Schule zu Brentford ärgerten und nedten ihn oft blos, und großartiger, als jemals der mit „Sculo" und „Albaneserin" um das furchtbare, unheimliche Kreischen des schwachen, seltsamen Geld machende, trođene, sterile Müüner und Compagnie. Anaben zu hören. Weder Mitschüler, noch Lehrer wurden aus dem Middleton vergüttert seinen Helden, um Rache an seinen Feinlaunischen, schwachen, schönen, mädchenhaften, dämonischen Knaben den und der Philifterhaftigkeit derselben zu nehmen. Aber er trifft, flug und behandelten ihn deshalb boshaft, wenigstens verkehrt. Die soviel ich urtheilen kann, nirgends die rechten Punkte, worauf es anWelt trieb den schwachen Knaben und Jüngling zur Berzweiflung, zu kommt. Erftens lag Shelley's Richtung ganz wesentlich in der Epoche dem Grundzuge seines Lebens und Schreibens, fich überall für das damaliger Literatur; alle Zeitgenofsen Shelley's hatten etwas von seiGegentheil des gemeinhin Geltenden zu erklären, um sich an der ner Art, das Leben anzuschauen und zu dichten, nur, mit Ausnahme Welt zu rächen und statt der fehlenden physischen Kraft eine unbeug- Byron's, nicht soviel Bitterfeit und Genie. Zweitens mußten das sam trollige und feindliche des Wollens und der Anschauung zu zei- englische Leben und dessen Formalismus und bypokritischer Dogmatisgen.

Er machte Schiffchen von Funfzigpfundnoten und ließ fie auf mus gehörig als Quelle dieser Richtung pointirt werden. Drittens der Serpentine im Hydepart schwimmen und umkommen. Gegen war das Lebensschidsal, die Erziehung, die phyfische Individualität des seine erste liebe und Frau war er schnöde, gegen Freunde und Atle, Dichters gehörig in Rechnung zu bringen. Diese wesentlichen Agendie sich ihm in Noth näherten, aufopfernd freigebig und mitleidig. tien treten nirgends aus der dicken, breiartigen, schwammigen Apotheofe Dabei wählte er oft die schlechteften Subjekte zu Freunden und Em des Dichters als bestimmte Faktoren bervor. pfängern feiner Freigebigkeit. Seine Schulfreunde, Medwin, Hogs, Die Engländer find feine Kritifer, noch viel weniger Aesthetifer. Leigh Hunt, Trelawney *), Byron Alle gerietben mehr oder Uleber lepteren Mangel habe ich schon manchmal Gelegenheit und weniger in Krieg gegen die Gesellschaft in Form der Passion, nicht Stoff gehabt, mich auszusprechen. Jeßt habe ich mich wieder in ein der neueren (und neuesten, überwindenden und über den Feind fich ganzes Buch voll Beweise dafür bineingelesen, aber nicht wieder erhebenden Satire oder bes Humors. Eton, das Gymnasium, und heraus. Id blieb darin fteđen und warf das Buch weg, nämlich Orford, die Universität, hielten dem Genius ihre Dogmatif, hypokritie Symington's ästhetische Beobachtungen über das „Schöne in Natur, iche Formeln und den Fanatismus fanctionirter Säße entgegen. Das Kunst und Leben". a) Es find ganz hübsche Beobachtungen, Begegen empörte er fich fo, daß man ihn relegirte. Aeltern und Ges merkungen und noble Anfichten darin, aber keine Spur von der phischwister zuhause, reich, aber roh und festgeformelt, empfingen ihn mit losophischen Erkenntniß des Schönheits- Begriffes und seiner Manidemselben Geschrei, mit welchem das fromme Orford ihn vertrieben. feftationen. Er ist noch lange nicht bis zu Jean Paul's unphilosophis Sie stießen ihn von fich, den Jsmaeliten, und in den nun eigentlich fcher Vorschule der Aefthetik gekommen, geschweige in die Hegelsche beginnenden, poetischen Krieg gegen alle bestehenden Formeln der oder Kugesche wirkliche Schule (Ruge's Buch über das Komisde ift, englischen Gesellschaft.

was er and sonst an Makulatur geschrieben haben mag, eine wirka Shelley wanderte in die Welt hinaus, heiratete unbedachtsam, liche philosophische Eroberung, die wirkliche Befignahme einer Feftung, lernte Dpium effen, Geld von Wucherern borgen, lief durch Schotte an welcher alle Aefthetiker, felbft Hegel, gescheitert waren). Deshalb land, Irland and Wales, focht wie ein Don Quijote gegen imagi- tein Wort weiter über Mr. Symington. In Details, im Erperimennäre Ungeheuer, berließ seine Frau und feßte fic in London eine tellen find dagegen die Engländer vorzüglich und den Deutschen oft Zeitlang zur Ruhe, um den ganzen Tag im Britischen Museum zu weit überlegen. Dies zeigt besonders ihre präraphaelische Malerlefen. Hier lernte er Godwin näher kennen, der viel Einfluß auf schule, wie wir sie jeßt wieder in verschiedenen reichen Ausstellungen seine erste und hauptsächlichfte Schöpfung: „Queen Mab”, gehabt zu bewundern. Diese Detailmalerei ift wundervoll: der Botaniter, der baben scheint. „Queen Mab” war der Febdehandschuh gegen die Welt Architekt kann nicht klarer und konzifer im Detail sein. Freilich ist im Allgemeinen. Niemand nahm ihn eigentlich auf, aber Alles schrie das nicht die eigentliche Kunft, welche das Erscheinende und Scheinende, dagegen.

nicht die betailirten Einzelheiten der Wiffenschaft malt, aber es ift Shelley berkämpfte den folgenden Theil seines Lebens haupts bod meisterhaftes Detail. fädlich mit Verteidigung seiner Königin Mab. Dazwischen bichtete Ueber die sonst sehr fultivirte Farbengebung, über die blühende

Wasserfarben-Malerei, wie über sonstige Technik der Malerei, ent*) Shelley and His Writings. By Charles S. Middleton. 2 vols. hält Professor Barnard's Buch "s) ungemein reiche und praktische BeobLondon: Newby, 1858.

**) Trelawney, deflen „Adventures of a Younger Son" (auch ins Deutsche übersegt) in ihrer Frische, naturalifischen Derbheit und Offenheit zu ihrer *) The Beautiful in Nature, Art and Life. By A. J. Symington. Zeit großes Aufsehen erregten, hat eben ,, The Last Days of Shelley and London: Longman & Co. Byron" unter der Presse, welche bei dem Erscheinen dieses Berichtes schon im ***) The Theory and Practice of Landscape. Painting in Water - CoBuchhandel sein werden. Wir machen darauf aufmerksam, da Verfasser und lours. Illustrated. By George Barnard, Profesor of Drawing in Rugby

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achtungen und praktische Anweisungen, die vielleicht dem besten deut Der Abend, der dem Gefangenen willkommen sein sollte, weil er den Maler oder Renner noch nüßlich werden können. Holzschnitte wieder einen Tag begräbt, der Abend ist seine traurigfte Zeit, denn und kolorirte Diagramme zur Spezifizirung verschiedener Säße machen er ist die Zeit der Sehnsucht, des gemüthlichen Zusammenseins, Dem oft die feinsten Geheimnisse der Kolorirung populär und verständlich. Gefangenen wird die Sehnsucht zum Fieber. Man starrt die unbe Dabei läuft manche geistreiche und selbst wißige Anekdote mitunter, wegliche Mauer an, ob sie sich nicht doch öffnen wird, und bald hat so daß das Buch selbst als bloße Lektüre interessant ift. Ein definis man nicht übel Luft, seinen Kopf als Mauerbrecher zu gebrauchen. tives Urtheil kann ich nicht darüber fällen; ich habe blos darin herum- Ade die Gedanken, die man den Tag hindurch, über sich allein sigend, gelesen und keine Gewißheit über den ganzen Bau der Theorie, die aus Büchern geschöpft, alle die Phantasieen, Wünsche, Hoffnungen, zu Grunde liegt. Die einzelnen Partieen, mit denen ich mich bekannt Sorgen, die man selbstquälerisch oder in glüdlicher Selbstvergessen: machte: „licht und Schatten“, ,, Composition“, selbst die Urt, wie beit geweckt hat und die man im Zwiegespräche, im Austausche night man den Pinsel halten und führen muß, sind nach meinem Eindrude loswerden konnte, erheben sich des Abends im wilden Gedränge unb meisterhaft, just in der Art der Malerei, in welcher die Engländer als wollen heraus aus ihrem Gefängniß, beraus in das Leben, für das Meifter gelten.

sie geprägt sind, und arbeiten an ihren Schädelkerkerwänden, als wolle „Jack of All Trades”, von Charles Reade, einem englifirten ten sie fie sprengen. Rettung! Rettung! Und die ist della miseria kleinen A. Dumas, liegt noch auf meinem Lesetisch; ebenso ,,Andro die Erinnerung del tempo felice! Man schließt die Augen; heitere meda and other Poems" (, and other Poems”, wie es alle Dichter und traurige Bilder der Vergangenheit ziehen vorbei, man greift unmit Namen zu machen scheinen, um immer bald wieder einen Band willkürlich nach der Feder, jenem Zauberstabe, um sie festzuhalten neben einem längeren Gedichte zu füllen), von Charles Kingsley. und so begann ich, auf das Papier, das mir ein Rerfermeister gelies Auch der „Nigami-See" von Ch. A. Andersson, der vier Jahre in fert, nachfolgende Erzählungen und Skizzen niederzuschreiben. Livingstone's Regionen war (die Erpedition des legteren ist abgegan Eigentlich gehört nur so viel zu meiner Vorrede, und ich sollte gen), wartet noch auf Durchsicht

. Ueber Atkinson's „Sieben Jahre mit einigen bescheidenen, an den Leser um Nachsicht gerichteten Bitten in Sibirien“ („Oriental and Western Siberia”), habe ich bereits hier abbrechen – aber ich fühle mich gedrängt, mie prigioni fortzuberichtet. Es wird gewiß in deutschen literarischen Kreisen schon be- feßen, um dem Lande, das den Verbannten, troß jener Haft, gastlich kannt und wohl auch erzerpirt oder gar überseßt sein. Sibirien ist aufgenommen, das Zeugniß auszustellen, daß in seinem Schooße, tros jeßt zu interessant

. Es geht nicht nur ein tropisder Zug durd, diese Adem und Adem, die freiheitlichen Ueberlieferungen nicht auszusterben verschrieene, große Welt

, sondern auch ein Evangelium der Freiheit, vermögen, und daß selbst der Gefangene der Früchte jenes humanen das in dem großen Gebiete der freiesten Freiheit, in Amerika, als Instinktes genießt, der den Franzosen auszeichnet. Als ich meiner Fluch verfolgt und mit Fäusten im Kongreß, mit Gift, Dolc, Res Haft entlassen war, hatte ich das Unglüd, es vor einem Journalisten volver, Bürgerkrieg und mit dem Rainsftempel der Revolution und des auszusprechen, daß ich drei Wochen im Gefängniß von Mazas einer Hochverraths gebrandmarkt, auf Leben und Tod bekämpft wird. Von dreistündigen in irgend einem heimatlichen Gefängnisse vorziebe, und amerikanischen Zeitungen wurde felbft Rußland schon denunzirt, daß das Wort lief durch mehrere Journale. es sich einer Freibeit ergebe, die dort unbeliebt ist, indem es Sllaven 3d bätte besser gethan, es vor einem Fremden nicht auszusprechen; feffeln breche. Derindur! Derindur!

da es aber einmal gedruckt ist, will ich es um so weniger ableugnen, als der Vorwurf, den es enthält, nicht eigentlich mein Vaterland

trifft. Frankreich.

So will fortfahren, um jenen Ausspruch zu erhärten und zugleich

allen jenen Bekannten und Unbekannten zu danken, die mich während Moriß Fartmanu's: „Le mie prigioni”.

der Zeit meiner Haft und später bei ähnlicher Gelegenheit durch die (Schluß.)

zarteften Aufmerksamkeiten, durch Hülfeleistungen aller Art, durch die Shon am zweiten Tage erlangte ich die angenehme Ueberzeugung, lebhaftefte Theilnahme für immer verpflichtet haben. daß man nicht gewillt war, uns bart zu behandeln. Man erlaubte Erft drei Tage nach meiner Verhaftung wurde mir der mir, an meine Freunde, freilich französisch und in ungestegelten Briefen, aftsbefehl zugeftellt, der mir gefeßlid sogleich bei meiner Verbaftung zu schreiben und ihnen meine Verhaftung anzuzeigen und aus meiner bätte gezeigt werden sollen, und erst am fünften Tage wurde ich vor Wohnung Kleider und Wäsche kommen zu lassen. Auf diese Briefe

Auf diese Briefe den Untersuchungsrichter geführt. Er empfing mich in einer etwas bin verwandelte sich mein Gefängniß balb und wie auf einen Zauber- düsteren Stube, vor einem lodernden Kaminfeuer fißend, während fchlag zugleich in einen Garten, in eine Bibliothek und in eine lukullis binter einem Gitter ein Schreiber mit der Feder in der Hand bereit sche Speisekammer. Blumensträuße und Töpfe kamen von allen Seis war, das Wesentlichste meiner Aussagen aufzuzeichnen. 30 septe mich ten; aus dem Gewächshause Daniel Stern's, des Verfassers der auf einen am Kaminfeuer bereitstehenden Stuhl, und das ganze BerFebruar-Revolution, kamen sogar ganze Blüthenbäume, und ich war

bör nahm die Form eines freundschaftlichen Zwiegespräches an. 36 gezwungen, meine Fensterluke Tag und Nacht offen zu halten, daß wurde zuerst über meine Verbindung mit dem Herzog von Rovigo mich, wie Freiligrath’s Schöne, Blumenduft nicht tödte. Zwischen und dem Grafen St. Priest, zwei eingefleischten Legitimisten, und Bäumen ftanden hobe Pfeiler, aus Büchern aller Art aufgeschichtet, dann über meine Bekanntschaft mit mehreren Orleaniften ausgefragt, und zwischen Blumen und Bücherpfeilern, hold verstedt und wie Veil- und erkannte bald, daß Herr Maupas Republikaner, Legitimisten und den lodend, Weinflaschen aller Zonen, zeitvertreibende, berzerbeiternde Orleanisten auf das naivfte in Eine Verschwörung verwiđelt batte. Genossen, und neben ihnen die materielleren Gesellen aus Chevet's Der Instructionsrichter war fehr erstaunt, daß ich keinen der genannten Magazinen, Pafteten mit Gansleber aus Straßburg und Trüffeln aus Herren jemals gesehen haben sollte, und daß ich auch nicht der geringPerigord. Da faß ich ein gefangener

ften gebeimen Gesellschaft angehörte. Er schüttelte bebentlich der Epicuri de grege procus.

Kopf, und ich sah ihm an, daß das Schütteln nicht meinen Aussagen, Ja, wer jene Tröfterin hätte sehen können, die man in profaner sondern ganz und gar dem Polizeiministerium galt. Er batte schon Sprache ,, Kaffeemaschine“ nennt und die, von der Spritusflamme mehrere, vielleicht die größere Zahl meiner Mitgefangenen gehört und erhißt, vor mir auf dem Tische stand und Lieder fang und Mährchen war im Stande, sich eine Meinung zu bilden. Auch sprang er bald erzählte, der hätte mich auch für einen beatus ille procul negotiis von Verschwörung und geheimer Gesellschaft ab und kam auf Zeitungsnehmen können.

Korrespondenzen. Ich wurde verlegen, denn ich wußte, um was es Adh, ich war es nicht! Troß Wein und Büchern drückte die Ein- fich handelte. Die französische Polizei war vorzugsweise gegen jene famkeit wie eine Bleitappe auf mein Hirn: ich lag auf einer unsicht- Korrespondenten ungehalten, welche die Heirat des Kaisers und bei baren Folter, die mich redte und dehnte und mir Löcher in die Stirn dieser Gelegenheit die Gräfin Montijo angriffen, und diese besonders bohrte, aus denen alle fröhlichen Gedanken entflohen. Ich zählte die suchte sie zu entdeden, um sie zuchtpolizeilich oder durch Ausweisung Tage, die Stunden, die Minuten; ich schritt meine fechs Schritte auf zu beftrafen. Nun schrieb ich um jene Zeit in der That, zwar nicht und ab, bis ich vor Schwindel nicht weiter konnte und auf das Bett als regulärer Korrespondent, sondern aus Freundschaft für den No fiel; ich kletterte mit Hülfe des Tisches und Stubles, die ich auf ein- dacteur, von Zeit zu Zeit einen Bericht an eine gewisse norddeutide ander thürmte, zu dem kleinen Fenfterlein empor und betrachtete zwei Zeitung. Aber ich war vielleicht der Einzige unter allen oppositionellen und, wenn es hoc tam, drei Sterne auf dem Quadratfuß Himmel, Korrespondenten, der da glaubte, nicht mit Hülfe persönlicher, gegen der mir gegönnt war.

die schöne Gräfin gerichteter Angriffe Opposition maden zu müssen; Oh Amélie! où êtes-vous à -présent?

ich wollte, daß man die Heirat als eine Privat- Angelegenheit Louis Oh mes amis !

Napoleon's und die Gräfin Montijo als Weib behandele, und habe Die lokomotive im benachbarten Bahnhofe ließ mir keine Ruhe, in diesem Sinne fogar für sie und gegen manche Verleumdung eine ihr Pfiff, der einzige Ton, der zu mir gelangte, ging mir wie ein Lanze gebrochen. So hätte ich mir mit einem Worte und der Wabrschneidendes Messer durchs Herz. Sie erzählte mir, wie zum Hobne, beit getreu vielleicht sofort die Freiheit erwerben können - aber durfte von Italien, da bin ihre Bahn gebt, von der weiten, weiten Welt, und ich das? - fab es denn nicht aus, als strebte ich nach der Gunft

Va

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