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griechisden Revolution" von Trifupie. Er berührt dabei manche ber 1795)) reichend. Die Redactions - Kommission besteht aus folgen: interessante Seite des großen Ereignisses, er giebt manchen lehrreichen den Mitgliedern: 1) Marschall Vaillant, Präsident; 2) Baron Charles Wink, und die ganze Kritif über das wichtige Geschichtswerk des Dupin, Vice-Präsident; 3) General Aupick (fürzlich verstorben); Griechen, worauf es dabei hinauskommt, ist im Allgemeinen so be- 4) Graf Boulay de la Meurthe; 5) de Chabrier, ehemaliger Generala lehrend und anregend, daß es nicht umpafsend sein kann, Einiges da- Archiv-Direktor; 6) Graf v. Champagny, Mitglied des gefeßgebenden von hier wieberzugeben.

Körpers; 7) Chassériau, Staatsrath; 8) Cucheval -Clarigny, Custos Das Geschlecht, welchem ich angehöre, also beginnt unser an der Bibliothek von St. Geneviève; 9) General Graf v. Flabault; Deutscher landsmann, - ging noch in die Schule, als die Kunde 10) Armand Lefebvre, Direktor im Ministerium der auswärtigen Anvom Aufstande der Grieden gegen die Türfen nach Europa gelangte; gelegenheiten; 11) P. Mérimée, Mitglied der französischen Afademie; wie hallten noch die poetischen Schilderungen der alten Shriftsteller 12) General Pelet und 13) Perron, Abtheilungs-Chef des Staats-Miüber Thermopylä und Salamis nach, als wir aufs neue von den nisteriums, als Secretair der Kommission. Legtere hat an sämmtliche Thermopylen und von Salamis hörten. Der lebendige Wiederhall Archive und Bibliotheken des Landes sowie an die Familien derjenigen, der Begebenheiten der Gegenwart erhöhte ben Glanz der alten Ge die mit Napoleon in brieflicher Verbindung gestanden, und endlich auch schichten, und noch erinnere ich mich des mächtigen Reizes, den diese an die auswärtigen Regierungen 2c. Schreiben erlassen, worin Tie sie Gegenwart für unsere Leseübungen in der Schule gewährte; noch nach um Mittheilung etwaniger bisher inedirter Schriftstücke Napoleon's bitdreißig Jahren empfinde ich den Schmerz der Trauer und der Thrä- tet. Auch hat sie zur Ermittelung solcher Schriftstücke mehr als nen, die wir bei der Kunde des Fats von Miffolonghi vergoffen. Die zehntausend Werke über Napoleon und seine Zeit fatalogisiren und Griechenvereine bestanden auch damals nicht alle nur aus freigebigen durchsehen Taffen. Von allen Seiten, und zwar sowohl aus Frankreich Banquiers, Senatoren und Abgeordneten; nicht in allen dieser Ver als aus dem Auslande, find der Kommission zahlreiche Materialien zu eine war ein Eynard oder ein Herzog von Broglie der Vorsigende. diesem Zwede zugegangen. Ihre Arbeiten haben sich dadurch so gehäust, Auch wir glaubten, daß wir Freunde der Griechen seien; auch ohne daß fich bis jegt schwer bestimmen läßt, wann dieselben beendigt sein Geldmittel, Amt und Rednergaben wollten wir den Kampf beo wieder können und von welchem Umfange die Napoleon'$- Korrespondenz erstandenen Volkes doch wenigstens mit unseren unschuldigen Sym- sein wird. pathieen unterstüßen. Noch Kinder, erhoben wir unsere schwachen Stimmen mit in dem großen Konzerte des europäischen Philhellenis

Sprachliches von Jaf. Grimm und G. Michaelis. oo) mus. Mit jugendlicher Theilnahme lasen und erklärten wir uns in Die neuere Sprachforschung ist dadurch, daß sie eine Menge Sprachen bem ,,Lascaris" von Villemain die beredten Schilderungen von den mit den verschiedensten Lautverhältniffen und den abweichendsten Schrifto Leiden des unterjochten Griechenland und von seinen Freiheitsträumen. zeichen in ihren Bereich ziehen mußte, vielfach auf Fragen gestoßen,

Ueber das griechische Volt felbft kamen damals gar viele plöße von denen man früher keine Ahnung hatte und haben konnte, deren liche Unglüdsfälle

. Nach dem ersten Anlauf des im Inneren kaum köfung aber ein immer dringenderes Bedürfniß wird. Solde Fragen organisirten und von Außen nur mit Geld und durch Freiwillige aus Find z. B. die Aufstellung einer allgemeinen Lautlebre, die Identität Deutschland, Italien und Frankreich dürftig unterstüßten Aufstandes,

der Laute in verschiedenen Sprachen und ihre zweckmäßigste Bezeichnadj diesem ersten Abschnitte, welcher reich war an glüdlichen Erfolgen nung, also ein allgemeines Alphabet

, wie es bereits Bunsen, lepfius, und an Unfällen mancherlei Art, kam eine Zeit nationaler Verbrüde: Mar Müller in Vorschlag gebracht haben – die rationellste Ordrungen, endlicher Triumphe und friedlicher Verträge, und darauf er nung eines folchen Alphabets 24. Ferner ist man durch Vergleidung folgte die Errichtung des neuen griechischen Staates, anfangs unter der fremden Sprachen auf Uebelstände gestoßen, deren Beseitigung der Präsidentschaft des Grafen Kapodistrias, dann unter dem neuen wenigstens sehr förderlich wäre, z. B. die Orthographie unserer Königthume des bayerischen Königssohned. Auch dieses neue Königthum Muttersprache. Um mehrere dieser Fragen dreht sich unser Schriftohen. erfuhr von seiner Errichtung an gar verschiedene Wechselfälle des 1) Die Anordnung des Alphabets

1) Die Anordnung des Alphabets – der Verfasser ordnet Vokale, LiGlücs. Erst bestand es die schmerzhafte Probe einer halb aus Bayern, quida, lippenlaute, Zaynlaute, Gaumlaute zusammen -- a, e, i, o, u, 5 halb aus Griechen zusammengesepten Regierung, und darauf die nicht h; r, l, m, n; w (v) f, b, p; s, ß, S (sch) d, t, z; j, ) (ch) g, k, x — minder schmerzliche einer ganz nationalen Regierung auf der Grund ein noch vollständigeres Alphabet, das auch Laute aus anderen Sprachen lage einer Repräsentativ-Verfassung. Allen diesen Chancen der griechis bietet, läßt er hinterdrein folgen. – 3ch bemerke nach meiner Privatfchen Wiedergeburt entsprachen in gewisser Hinsicht auch die einzelnen Ansicht, daß es mir noch nicht vollständig erscheint und den Anforde: Wedselfälle der öffentlichen Meinung in Europa in Bezug auf Griechen, rungen, die man an ein allgemeines Alphabet ftellen muß, noch niới land. Anfänglich ein warmer Freund und Bewunderer des Heldens genügt, ebensowenig, als die bisher vorgeschlagenen, daß überhaupt muthes des kleinen Volfes, das sich so muthig und beharrlich in die die Frage gar nicht reif ist. Wenn die Buchstaben vollständige Gleich Unsicherheit eines ungleichen Kampfes mit seinen Tyrannen stürzte, werthe von Functionen der Sprachwerkzeuge fein follen – und das erkaltete bald der Enthusiasmus Europa's, als es die inneren Zwistig- müssen fie, – fo find alle bisherigen Vorschläge mangelhaft und feiten der Griechen fah, die sich leichter vorhersehen, als im voraus würden in kurzer Zeit einer Reform bedürfen. - Es giebt z. B. nicht verhüten ließen, und gegenwärtig scheint es sich sogar feine eigenen blog Ein k, Ein g, es giebt deren je zwei (guttural und palatai), e früheren Sympathieen für die Griechen zum Vorwurfe zu machen und giebt nicht blos Ein l (resp. spiritus asper), sondern mindenstens drei, die Opfer zu bereuen, welche es gebracht hat, um ein christliches Reich die aber nur unvollkommen ausgedrückt werden; es giebt zwei r, ein im Oriente ins Leben zu rufen.

gutturales, ein linguales u. f. w. Ein solches rationelles Alphabet Es ist dies eine traurige und beklagenswerthe Umkehr und Vers den Wörterbüchern zu Grunde legen zu wollen, ist vor der Hand also änderung, die kein menschlicher Verstand im voraus vermuthen, die noch gewagt und dürfte schwerlich durchdringen. . – Sehr ansprechend er noch weniger verhindern konnte, aber es ist wünschenswerth, diese ist die Befürwortung für neue und einfache Zeichen anstatt ch und Erscheinung wenigstens zu erklären. Wenn uns dabei etwas zu Hülfe sch() und S), die allerdings die Kürze des Drudes nicht unerheb: kommen kann, die Ursachen zu erkennen und die Vorurtheile von dem, lick fördern würden; doch auc, hier erhebt 3. Grimm Widerspruch, was allein wahr und gerecht ist, zu unterscheiden, so ist dies die ,, Ge- und es dürfte wohl beim Vorsdlage bleiben troß der Begutachtung fchichte des griechischen Aufstandes" von Trifupis.

von zwei Berliner Schriftgießereibesigern (F. Theinhardt und Ge (Schluß folgt.)

brüder Fidert). Wir erfennen bereitwilligst das Streben des Herrn Dr. Michaelis an, zumal uns selbst die Frage vielfach beschäftigt hat;

andererseits aber können wir uns nicht der Wahrnehmung entziehen, Mannigfaltiges.

daß die Vielheit und das gänzlich Abweichende der Vorschläge auf Napoleon's Briefwechsel. In Paris ist soeben der erste diefem Gebiet uns in eine unabsehbare Verwirrung zu bringen droht, Band der auf Anordnung des regierenden Kaifers herausgegebenen wie das mit der Orthographie bereits der Fall ist, ferner, daß die Korrespondenz Napoleon's I. erschienen.) Derselbe ist mit einem

Derselbe ist mit einem Gewohnheit ein fast unbesiegbarer Tyrann ist — felbst bei den Ge Facsimile des eigenhändigen Berichtes von General Bonaparte über lehrten

lehrten – die lateinische Schrift, die kleinen Anfangsbuchstaben u. 1. w. die Ereignisse des 13. Vendémiaire ausgestattet und bringt zunächst find heute noch, troß Grimm, nicht populär und stoßen fortwährend das von Napoleon III. erlassene Dekret hinsichtlich der mit der Samm auf Opposition - doch der Versuch ist jedenfalls löblich – die Zeit lung, Sichtung und Herausgabe der Briefe beauftragten Kommission; muß entscheiden. ferner ben Bericht der legteren an den Kaiser und 1018 Briefe und

*). Ieder der zwölf Monate des republifanischen Jahres, das am 22. Ser: andere Sdriftstüde, vom 4. Brumaire des Jahres II (25. Oktober

tember anfing, hatte 30 Tage, und am Ende des Jahres wurden fünf „Gr 1793) bis zum fünften Ergänzungdtage des Jahres IV (21. Septem- gänzungstage" eingeschaltet.

D. R.

**) ueber die Anordnung des Alphabets, besonders in wissenschaftlichen *) Correspondance de Napoléon I., publiée par ordre de l'empereur Wörterbūdiern, von G. Michaelis, mit einer Abhandlung über die für CH, Napoléon III. T. l. 4. XV ind 811 S.

SCH, SZ vorgeschlagenen Zeidhen, von Jakob Grimm. Berlin, Dümmler, 1838

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Wenn der Mensch mit empfänglichem Gemüthe, in jugendlich

vermeffener Hoffnung, den Sinn der Natur zu errathen, Gottes erEin Wohnungsschmuck für die gebildete Welt.

habenes Reich forschend und ahnungsvoll durchwandert, so fühlt er 3ft uns das Portrait eines Freundes um fo werther, wenn es in sich angeregt in jeglicher Zone zu einem geistigen Genuß höherer einer Situation und unter Umgebungen bargestellt ist, die uns an Art: fei es, daß er aufrichtet den Blick zu den ewigen Lichtern der sein persönliches Verhältniß zu uns erinnern, so ist gewiß das Bild- Himmelsräume, oder daß er ihn niedersenkt auf das stille Treiben der niß eines der ganzen gebildeten Welt theuren, von ihr hochverehrten Kräfte in den Zellen organischer Pflanzengewebe. Diese Eindrüde, Mannes, das wir umringt sehen von Denkmälern der Wissenschaft, eben weil sie so mächtig find, wirken vereinzelt. Wird nun, nach die er der Welt geschenkt, und von Erzeugnissen der Kunst, die ihm einem langen und vielbewegten Leben, durch Alter und Abnahme phydie Welt verehrt hat, eine wahre Erquidung für Jeden, der ein großes, fischer Kräfte Ruhe geboten, so vermehrt unb bereichert den Gehalt geistiges Leben zu würdigen weiß, und freudig begrüßen wir ein solches des Eingesammelten die Aneinanderreihung der selbstgewonnenen ReBild, als den schönsten Schmuck für unsere, der Kunst und ihren Er fultate, wie ihre mühevolle Vergleichung mit dem, was frühere Forzeugnissen gern sich öffnenden, häuslichen Räume.

scher in ihren Schriften niedergelegt haben. Es bemächtigt sich der ,, Alerander von Humboldt in seiner Bibliothek", ist der Geist des Stoffes und strebt, die angehäufte Maffe empirischer ErGegenstand eines von dem königlichen Hofmaler, Herrn Profeffor fabrung, wenigstens theilweise, einer Vernunft-Erkenntniß zu unterEduard Hildebrandt, in Wasserfarben gemalten, größeren Bildes. werfen. Das nächste Ziel ist dann, in dem Naturganzen das GeseßWir sehen vor uns die greise, liebevolle und beredte Gestalt des großen liche aufzufinden. Vor dem wissenschaftlichen Bemühen nach dem und edlen Lehrers der Menschheit, wie er uns in feiner Bibliothek Verstehen der Natur schwinden allmählich, doch meist erst spät, die mit aufmunterndem Blice, mit entgegenkommendem, überraschendem lang gepflegten Träume symbolisirender Mythen. Worte zu empfangen pflegt, und wie er uns fesselt durch seinen Geist, ,, Berlin, im November 1856. der mit seinen Erinnerungen Alles, was ein neunundachtzigjähriges,

Alerander v. Humboldt." ununterbrochen thätiges Leben ihm vorgeführt, noch in jugendlichster Frische fidh bewahrt hat.

Oftindien. Eine Büfte des Königo, aus Rauch's Meisterhand hervorgegangen, eine Statuette der Königin, in klaffischem Stile, fißend dargestellt,

Die Reise des Prinzen Waldemar von Preußen. *) sehen wir über dem Schreibtische Humboldt's abgebildet; daneben noch Das über die Reise des Prinzen erschienene Prachtwerf, welches manche andere Kunstwerke des Alterthums, des Mittelalters und der den Titel führt: ,,Zur Erinnerung an die Reise des Prinzen Waldes neueren Zeit, wie: ein Modell des Obelisken von Luror, die Büste mar von Preußen in den Jahren 1844-1846", war ein Denkmal, des berühmten portugiesischen Infanten und Seefahrers ber vorfolum das ein trauernder Vater und liebende Geschwister dem Andenken des bischen Periode, Dom Henrique, und Landschafts- Bilder der von Jünglings septen, der zu so schönen Hoffnungen berechtigt hatte. Zwei Humboldt in die wissenschaftliche Welt eingeführten fübamerikanischen Jahre nachdem er in die grüne Heimat an den Niefenbergen zurückTropenländer. Ein Durchblick auf das geöffnete kleine Gemad vor gekehrt, wurde er in der Blüthe der Jahre hinweggeriffen: die übermäßider Bibliothet läßt uns einen Theil der Humboldtschen Vogelsamm- gen Anstrengungen, denen er sich bei einem zarten Körperbau ausgeseßt, lung wahrnehmen, in der namentlich die Nachtvögel, „los Guacharos" die Einflüsse des tropischen Klima's batten seine Gesundheit unters (Humboldt's „Steatornis Caripensis”), interessant sind, welche die graben. Er starb am 17. Februar 1849. Das handschriftliche Material berühmte Höhle „del Guacharo" von Caripe (in den Missionen der bestand aus einem förmlichen, regelmäßig geführten Tagebuche, aus Chaymas - Indianer) bewohnen und von denen kaum irgend eine größere einer Auswahl einzelner von dem Prinzen entworfener Auffäße und zoologische Sammlung ein Eremplar aufzuweisen hat. Kostbare Werke, gesammelter Notizen; aus Briefen und dem Nachlaß des begleitenden wie die „Chalcographie du Musée Royal” (ein Geschenk Ludwig Arztes Dr. Hoffmeister, der bekanntlich in der Schlacht gegen die Philipp’s an den großen Naturforscher) und die magnetischen, astrono- Sikh's an der Seite des Prinzen fiel. Ebenso hatte derselbe eine mischen und meteorologischen Apparate, die wir hier wahrnehmen, er große Anzahl sauberer Handzeichnungen mitgebracht, die von talente innern an die Reisen und wissenschaftlichen Beobachtungen des Mannes, vollen Künstlern umgearbeitet und lithographirt wurden. Nachdem dessen Name in allen Welttheilen gleich gekannt und geehrt ist. auch Prinz Wilhelm, der Vater des Verewigten, am 28. September

Dieses studienreiche Bild, in welchem der Maler, troß der 1851 gestorben, ließen dessen hohe Geschwister, Prinz Adalbert von mannigfaltigen Gegenstände, die die Hauptfigur umgeben, durch Preußen, Prinzessin Elisabeth von Hessen und Königin Marie von meisterhafte Abftufung der Töne Ruhe und Harmonie und einen durch Bayern, das angefangene Werk fortseßen und vollenden. Alerander nichts gestörten Total - Eindruck hervorzurufen verstand, ift in der . Humboldt schrieb die Vorrede bazu. chromolithographischen Kunft-Anstalt der Herren Stord und Kramer Da dieses Prachtwerk nur in wenigen Eremplaren abgezogen und in Berlin vervielfältigt worden, und zwar in einem Farbendrud, der an hohe Personen vertheilt worden, so war, wie wir in der Einleitung ben Effekt des Originals in überraschender Weise wiedergiebt. lege erfahren, der Verfasser auf den Gedanken gekommen, einen Auszug teres sowohl, als das Recht der Vervielfältigung desselben, hat der daraus für das größere Publikum zu veranstalten, und hatte sich demKünstler dem treuen Diener und Reisebegleiter Humboldt's auf dessen gemäß an Se. Königl. Hobeit den Prinzen Adalbert mit der Bitte fibirischer Erpedition, Herrn Johann Seifert, zum Geschenk gemacht, um Erlaubniß gewendet, die ihm denn auch, wie gleichfalls von Seite und die Cottasche Verlagshandlung hat den Debit des Bildes im der anderen hohen Interessenten, gewährt wurde. Er verfaßte den Buch- und Kunsthandel übernommen. Zu diesem Behufe ist auch Auszug nach einem Eremplar, das Prinz Adalbert seinem und seines bereits eine in deutscher, englischer und französischer Sprache ab Bruders ehemaligem Lehrer, Herrn Prorektor Ender zu Hirsberg, gefaßte Erklärung des Kunstwerkes im Druck erschienen.

verehrt hatte, und versichert schließlich, daß es ihm Gewissenssache ges Auf dem Originalbilde befinden sich einige eigenhändige Zeilen wesen, troß Abkürzung und anderer Anordnung, eine möglichst voll. Alerander's v. Humboldt, die auch auf den Abdrücken facsimilirt sind. ständige und getreue Kopie des Originalwerkes zu liefern. – Nach Diese Worte, die, ebenso wie das Bild selbst, einen Rückblick auf ein der Lesung des Buches, das unser polles Interesse in Ansprudy gelanges, thätiges, ja, man kann sagen, weltumfassendes Leben gewähren, und die nod mit derselben Anmuth der Sprache ausgestattet sind, *) ,, Die Neise Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Waldemar von Preußen welche den berühmten Auffaß Humboldt's: ,, Die Lebenskraft, oder nach Indien, in den Jahren 1844 – 1846". Aus dem darüber erschienenen der rhodische Genius" (abgedruckt im Jahre 1795, in Schiller's

Þrachtwerfe im Auszuge mitgetheilt von 3. O. Rußner, Lehrer in Hirsdiberg.

Mit dem Portrait des Prinzen, 4 Karten und 4 Shladitplänen. Berlin, Ver: ,,Horen“) dharakterisirte, lauten folgendermaßen:

lag der Königl. Geh. Ober-Hofbuchdruckerei (N. Decer), 1857.

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nommen hat, sind wir davon vollkommen überzeugt, und müssen dem Elephantenjagd aus eigener Anschauung kennen zu lernen, begab er Umarbeiter die Anerkennung zu Theil werden laffen, daß er sich seiner fich an den dazu geeignetsten Ort, in den gebirgigen Distritt am Arbeit mit vielem Geschid unterzogen zu haben scheint. Kürzung Flusse Badulla. Der berühmte Elephantenjäger, Major Rogers, war ift – und namentlich bei Prachtwerten, die sich gewöhnlich etwas hierbei sein Begleiter. Wir sind natürlich hier außer Stande, von den geben lassen und gehen lassen dürfen in vielen Fällen eine Ver- prachtvollen landschaftlichen Schilderungen, der stets neuen und groß. besserung, wenigstens für den Leser, der mehr zur Unterhaltung als artigen Scenerie des üppigen Thier- und Pflanzenlebens, der Art in der Absicht ernsterer Studien liest.

und Weise und den Gefahren der Jagd, die auch der Prinz und fein Wie es vor uns liegt, umfaßt das Buch vier Absdənitte: 1) Die Begleiter kennen lernen sollten, mehr als eine bloße Andeutung zu Reise von Berlin naš Ralfutta; 2) die Reise durch Hindoftan; 3) die geben. - In welchem Maßstabe diese Jagð betrieben wird, davon Reise im Himalaya ; 4) der Feldzug gegen die Sith's.

mag uns die Notiz einen Begriff geben, zufolge welcher Major Ro. Die Reisebegleitung des Prinzen bestand aus dem Grafen Oriolla gers vor sechs Jahren (damals — also 1838) bereits volle 1100 Ele: (ießt Oberst und Commandeur des fiebenten Husaren-Regiments)," phanten erlegt hatte, bis er sie endlich zu zählen aufhörte eine welcher schon der Gefährte des Prinzen Adalbert auf der Reise nach Zahl, die freilich das Bedenken erwedt, ob nicht vielleicht dieser Brasilien und dem Amazonenstrome gewesen war; dem Grafen von ehreuwerthe Nimrod etwas von Münchausen's Natur an fich babe der Gröben (ießt Rittmeister im Garde-Dragoner - Regiment), dem vorausgeseßt, daß er es selber erzählt habe, wie es den Anschein Arzte und Naturforscher Dr. Hoffmeister und dem Unteroffizier Karl bat. Von dem Elephanten-Distrift ging es über Palmadulle, wo Werner von der Garde-Pionier-Abtheilung, der sich bereits auf der ein buddhistischer Tempel mit den heußlichsten Fraßen (z. B. der Reise des Hauptmanns von Orlich nach Indien durch Umsicht und Liebesgott – mit Ochsenkopf und Vogelschnabel vorgestellt) die AufThätigkeit sehr verdient gemacht hatte. Am 7. September 1844 vers mertsamkeit der Reisenden beschäftigte, nach Ratnapura, der Stadt ließ Prinz Waldemar Berlin und begab sich zunäcft nach München, der Edelsteine, in deren Nähe man in dem Flusse Kalu Ganga Nas um seiner hohen Schwester, damaligen Kronprinzessin, jeßigen Königin bine, blaue Sapphire, Goldtopase und Opale (die sogenannten KagenMarie von Bayern noch einen Abschiedsbesudy zu machen. Von hier augen) findet. Ein Holländer betrieb damals diese Industrie, die reiste er über Salzburg und die Radstädter Tauern nach Triest, wo mühsam für die Arbeiter und so wenig ergiebig ist, daß die englisde Dr. Hoffmeister fich ansdloß.

Regierung das frühere Monopol aufgehoben und es Zedem freis Von dort ging die Reise zur See über Antona, Korfu, Patras; gestellt hat, Edelsteine zu suchen, wo es ihm beliebt, ohne eine Abgabe Athen, wo dem griechischen Königspaare ein Besuch abgestattet wurde, dafür zu fordern. Sie werden aus dem Shlamme und Sande des Syra, Alerandrien, Kahira, Suez. Nach dreitägigem Aufenthalt am Flusses gesucht.

Flusses gesucht. Am 10. Dezember brach man zur Besteigung des Teşteren Orte trat der Prinz die Fahrt nach Ceylon an, auf dem Adamspiks auf, die in ihren legten Stadien sehr schwierig ist

. Am Dampfboote Hindoftan“, geführt von Capitain R. Scoresby, dem rühm folgenden Tage gelangte man auf den Gipfel. Er ragt zu einer lichst bekannten Vollender der Küftenaufnahme des rothen Meeres in Meereshöhe von 6,960 Fuß, schroff, fast fenfrecht nach allen Seiten den Jahren 1933—1834. Ueber das Leben auf diesem Schiffe schreibt bin abfallend, in voller Majestät über alle umliegenden Bergesder Prinz: „Ein ganz neues Leben begann für mich mit dem Tage häupter

, den Pedro Talla Gata ausgenommen. Jener Berg ist beder Einschiffung: ich war mit einem Male wie nach England ver: kanntlich durch religiöse Traditionen geheiligt: die Malabaren und fchneit. Von den hundertzwanzig Passagieren find hundertzehn Enge andere Hindu's verehren hier die Fußstapfe Shima's; den Budländer, darunter viele von Urlaub nach Indien zurüdfehrende Offi- dhiften von Ceylon zufolge, trat hier Gautama Buddha zum erstenziere, cine interessante Gesellschaft. Am meisten unterhalten mich die mal irdischen Boden, als er aus dem Himmel fam; nach muhamSailor's, deren wir von allen möglichen Nationen an Bord baben. mebanischer Sage, fab der aus dem Paradiese im ftebenten Himmel Ein langer Stettiner ist bei den Spielen der europäischen Matrosen, verstoßene Adam dasselbe zum Testenmale, und schaute 200 Jahre deren nur fiebzehn unter der hundertsiebzig Köpfe starken Bemannung lang auf einem Beine stehend, hinüber nach Meffa, wo Eva, die find, einer der bervorstechendsten. Des Abende, während die Europäer gleichfalls herabgestoßen war, fich in ähnlicher Lage befand, bis Gas auf dem Vorderbeck im Mondschein ihre wilden, kräftigen Spiele briel nach überstandener Buße Beide wieder vereinte. Der Berg ist trieben, ruhten auf ihren Matten um den Schornstein herum die Ben ein Wallfahrtsort für Buddbiften und Moslims, welche die auf dem galis, ein kleiner, gleichsam tinderartiger Menschenschlag, sich zum Gipfel, einer Fläche von nur 30 Schritt Länge und 15 Schritt Breite, Islam betennend und vortrefflich geeignet für die leichten Arbeiten befindliche heilige Fußstapfe (im Sanskrit ,,Siri Pada") Buddha's im Tafelwerf. Mittags erklingen oft aus der Tiefe, von der Mas oder Adam's, ein Naturspiel, dem die Kunst etwas nachgeholfen, beschine herauf, wilde eintönige Schreie, begleitet von Paukensdlägen; es fuchen (54 Fuß lang, 24 Fuß breit). sind Reger aus Abyssinien, die die Koblen heraufziehen. Sie scheinen Von Kolombo, wohin der Prinz zurückgekehrt, schiffte sich derselbe das Geschäft mit dem größten Bergnügen zu vollbringen bei dem eins nach Trinfomali ein und von da nad Madras. Man war nun tönigen schreienden Singen, wo immer Eine Stimme die vorherre auf dem Festlande von Indien. Die Stadt, obwohl Siß einer fchende ist und die Anderen, im Takte ihre Stimmen verstärkend, eins Präsidentschaft, scheint weniger Anziehendes zu bieten. Der Prinz fallen; bei Trommeln und Händeflatschen fangen fie an zu tanzen machte von hier einen Ausflug 'nach der sieben Meilen füblich von und sich aufzuregen und Gesichter zu shneiden, daß ihnen der Soweiß Madras gelegenen Trümmerstadt Mahamalaipur, der uralten Mas nur so herunterläuft und ihre Haut, wie Bronze, glänzt. Diese babalipuram, das bereits in dem Epos: , Mahabharata“, gefeiert Sdwarzen haben eine faft hertulisch zu nennende Gestalt, aber die wird. Unter den verfallenen Prachttempeln voll uralter Skulpturen abscheulichsten, häßlichften Gesichter von der Welt; besonders beim befindet sich ein elendes Brahmanendorf. Tanz sind sie komplet wie Affen. Eigenthümlich sticht gegen diese Von Madras (chiffte fich fodann der Prinz nad Kalkutta ein. Scene der Aufregung die Ruhe eines Arabers ab; theilnahmlos fißt Nach einer ziemlich stürmischen Fahrt fam er in dieser Metropole des er über der Maschine, rubig bareinschauend und seine Pfeife rauchend. britischen Indien an (3. Januar) und wurde von dem General-GouEin Chinese mit breitem Zopf ist der Tischler an Bord".

verneur, Sir Henry Hardinge, auf das gastlichste aufgenommen. Er In der fleinen Stadt Aden, unweit der Straße Bab-el-Mandeb, verweilte nun etwa vierzehn Tage in Kaifutta und der Umgegend wurde wieder Halt gemacht. Am 2. November ftach das Schiff und hatte Gelegenheit, dieses Gemisd von indischem und europäisdem abermals in die See. Noch einmal sab man bie Küste von Afrifa; es Wesen fennen zu lernen, das sich unter den gegebenen Verhältnissen war das Kap Guardafui, Cages darauf, am 4ten, die Insel Sofotora entwickelt hat. Die brahmanischen Dandies, reiche Kaufmannssöhne, und am 11ten die grünen Lakebiven. Endlich, am Morgen des 13. No. welche gewissermaßen den Adel vertreten, in Chaisen, Søuh und pember, dem Geburtstage der Königin von Preußen, ward Ceylon am Strümpfen, schwarzen Beinkleidern, auch wohl mit Rock und Reits Horizont sichtbar, eine langhingestreckte, grüne, lachende Küfte mit peitsche, ja sogar mit Brillen – dabei aber in rdedigen Papageienfdönen blauen Bergen. Der Hafen von Point de Galle war es, in Farben, den Roc an den Seiten offen, oder mit dhinesischen Drachen den der , Hindostan" einlief; der Prinz wurde feierlich empfangen. Auch auf bunten Ueberwürfen

in solcher Gestalt auf dem ganz europäidie braune Bevölkerung, in leichten farbigen Gewändern und Turbanen, den Rorso paradirend. Der Prinz rechnet die gränzenlose AufHatte sich herausgemacht und erwartete, nach indischen Begriffen, merksamkeit und Devotion seiner nunmehrigen Hindu-Diener zu den einen Fürsten, mit Edelsteinen bededt und mit einem Scwarme von

kleinen Leiden des menschlichen Lebens. Wie ein Prinz allein und zu Gefolge umgeben, ang land fleigen zu sehen. Sie mag fich nicht Fuße ausgehen könne, fonnten fie durchaus nicht begreifen. Auch das wenig getäuscht gefühlt haben.

große Moharremfest der Muhammedaner, das eben gefeiert wurde, Von hier begab sich der Prinz landeinwärts nach Kolombo und lernte der Prinz fennen. sodann nad Randy. Feierlich empfangen, zog er in diese Stadt ein,

Nachdem er mit einem englisden ,,Boar-sticking-club” noch einen worin er den berühmten Daladatempel und das Shloß der alten Jagdausflug gemacht, brach er am 18. Januar wieder auf die Könige von Randy zu bewundern Gelegenheit hatte. Ersterer beher Reise wurde nun in den landesüblichen Palankinen gemacht. - Ja bergt nämlich eine im ganzen Buddhistenthume gefeierte Reliquie, die Gayah, einem der Geburtsorte des Buddha, wo man Gelegenbeit Dalaba, einen Zahn des Buddha, der aber aus Elfenbein besteht. hatte, die Unverschämtheit buddhistischer Priester zu sehen, und auch Da der Prinz die Absicht hatte, die in Ceylon vielfach betriebene die ersten Fakire kennen lernte, wurde die Reisegesellschaft von einem

vornehmen Hindu (halb Buddhift, halb Deift) gastfreundlichst auf nen den vollkommensten Pendant bildet. , Reise Seiner Königl. genommen. Bald war man an dem majestätischen Ganges angelangt. Hoheit des Prinzen Adalbert von Preußen nach Brasilien“. Nach Ueber Patna (am Ganges) ging es weiter nach Nepal. Am 4. Fer dem Tagebuche Sr. Rönigl. Hoheit mit höchster Genehmigung ausbruar fah man zum erstenmal die Schneespißen des Himalaya herüber- züglich bearbeitet und herausgegeben von Herm. Klettfe.') leuchten. Sehr interessant ist nun der Besuch des Prinzen in dem Wie das große Werk über die Reisen seines verewigten Bruders, kleinen Reiche Nepal, dessen friegerische Bewohner, die Gorkha's, so war auch das Tagebuch des Prinzen Adalbert (die Reise geschah bekanntlich in dem jebigen indischen Kriege den Engländern so aus 1842 — 1843) nur als Manuskript gedruckt und in einer kleinen Angezeichnete Hülfe leisten. Sie bilden den herrschenden Stamm des zahl von Eremplaren an besonders bevorzugte Personen vertheilt landes, ein fühnes, wildes Gebirgsvolt, das feit der Mitte des vori- worden; die Arbeit Klettfe's hat also mit der eben besprochenen von gen Jahrhunderts hier seine Herrschaft gegründet hat. Der Prinz Rußner die größte Aehnlichkeit.

Kußner die größte Aehnlichkeit. - Das Wert selbst ist uns noch nicht wurde in Katmandu, der Hauptstadt, die in einem faft runden Thal. zu Gesicht gekommen follte bies balb der Fall sein, so werden tefsel gelegen ist, mit aller orientalischen Pracht empfangen; doch wir nicht zögern, dem Publikum einen ausführlicheren Bericht darüber ift das Bild, welches uns von der Herrscherfamilie entworfen wird, zu erstatten. ein äußerst trübes - die größte sittliche Verworfenheit, die sich den

Griechenland. ken läßt, die ganze Entartung, deren nur asiatische Despoten fähig scheinen. Doch wir müssen darauf verzichten, den Prinzen auf seiner

Griechenland und die französische Kritik. weiteren Reise durd den Himalaya und den Ganges hinauf zu be

(Schluß.) gleiten; die Fütle des Gebotenen ist zu groß, die Auswahl schwierig, Trifupis ist ebenso unparteiisch und geredyt, als ein echter Freund unser Raum zu gemessen, als daß wir auf interessantere Einzelheiten feines Vaterlandes und seiner Nation; aber nie tritt diese Vaterlands, eingeben könnten. Wir begnügen uns also, zu erwähnen, daß Prinz liebe des Gesdichtschreibers irgendwie der Genauigkeit der thatsäch. Waldemar zurück über Chorafpur, Benares und Allahabad nach ladno lidhen Schilderungen oder dem Bewußtsein moralischer und politischer ging, jener Stadt, die den Engländern in dem jeßigen Kriege bereits Betrachtungen zunabe, und nirgends vermag sie die eine oder das fo viel Blut gefostet hat. Auch hier ziemlich dieselbe mit europäi

Auch hier ziemlich dieselbe mit europäi- andere zu benachtheiligen und in Schatten zu stellen. Durchdrungen schem Firniß bestrichene Barbarei und Bestialität, wie in Ratmandu. von dem Geiste ftrenger Gerechtigkeit, unter deffen Einflusse der Ueber Kanodje (das alte Kanyakubja) gelangte man nach Agra, von Grieche Trifupis seine ,, Geschichte geschrieben hat, kann zwar diehier nad Bhartpur, dessen Radshah, der dem Prinzen einen Besuch felbe hin und wieder in der Erzählung der einzelnen Begebenheiten, madste, als ein sehr ernster, gefeßter und einfacher Mann geschildert namentlich was die weniger wesentlichen Thatsachen betrifft, irrig und

wird. Ueber den alten Königssiß Delhi und Rampûr ging es nörds mangelhaft fein; allein niemals täuscht und der Geschichtschreiber - lich auf den Himalaya zu; der nördlichste Punkt, den die Reisenden über den allgemeinen Charakter der Begebenheiten oder der Vorkämpfer

erreichten, war Schipke, das bereits in Tübet liegt. Dieser Theil und hauptsächlichen Leiter des Aufftandes, am atlerwenigsten täuscht der Reise hat vor allem einen großen Reiz, felbst in der bloßen er uns absichtlich. Seinen eigenen Landsleuten schmeichelt Trifupis Beschreibung; die gigantischen Verhältnisse der Natur, die uns in durchaus nicht; Bestechlichkeit neben Uneigennüßigkeit, Niedrigkeit der dunklen Umrissen vor die Seele treten, nehmen unsere Einbildung - Gefinnung neben Großherzigkeit, ehrloser Verrath neben der hinkraft gefangen; die poetischen Eindrücke, welche der leser aus der gebendsten Aufopferung, schmachvolles Verleugnen der Menschlichkeit Gebirgsnatur in der Erinnerung bewahrt hat, vergrößern und ver bei denen selbst, welche für sie kämpften, – in dieser Weise schildert klären sich ihm, zumal wenn er sie mit der fremdartigen Scenerie, Trifupis die Griechen, und wir fönnen das Gemälde, das er entwirft, dem Schauer der Religion in Verbindung treten läßt.

um fo ficherer für wahr halten, da wir in ihnen die nämlichen Griechen Wir sind hier an der Geburtsstätte der heiligen Ganga; wir wiedererkennen, wie sie uns vor zweitausend und mehr Jahren Hero1. feben die einsamen, eisbepanzerten Kuppen in den ewigen Aether dot und Thukydides geschildert haben.

ragen und lassen uns gern von den Gefühlen anwehen, die den ans Man muß es baber für eine Art Ungerechtigkeit erklären, von 3: dächtigen Hindu erfüllen, wenn er in diesen Deden, in diesen riesigen den Griechen unserer Tage Einigkeit verlangen und sie dazu anbal. de Werkstätten der Natur seine Hände betend zu Brahma emporstredt. ten zu wollen, da ihre Vorfahren selbst nicht anders gewesen sind; eit Mit Interesse lesen wir die Schilderungen der Wallfahrtsörter, an wenigstens kenne ich keinen Abschnitt jener ruhmreichen Vergangent welchen noch heute die Pilger zusammenftrömen, wie z. B. von Dwara, beit, welcher nicht durch viel öffentliches Unglüc und durch große , Hât-Ganpotri, Badri- Nad; denn die Reisenden folgten der großen Fehler bezeichnet wäre, und wobei nicht innerer Widersprudy und

Pilgerstraße, die nach dem leßteren Orte führt. Alles ist hier heilig, äußeres Widerstreben, öfter auch offenbare Zwistigkeit mit unterliefe. überall Rastorte, Tempel, beilige Quellen, Drtslegenden der unge Als einst in Athen jene unnachahmlichen Meisterwerfe in Literatur beuerlichsten Natur, Waschungen, Sühngebräuche, Fafire - kurz, es und Kunst entstanden, änderte Atben gewaltsam die weise Staats. sieht hier noch heutzutage ziemlich ebenso aus, wie etwa in Delphi, Verfassung des Solon ab, und nach der Herrschaft des Perifles ging Olympia oder an der Dase des Jupiter Ammon. Freilich verliert Athen in die Hände unwürdiger Demagogen über, die es nicht vers diese Poesie, was die Menschen betrifft, bei näherer Betrachtung durch dienten, die Nachfolger jenes großen Mannes zu sein; Athen aber aus; nicht nur der plumpste widerwärtigste Aberglaube, sondern auch ertrug in kurzer Zeit die Uebertreibungen der Oligarchie und Dolodie fittliche Verkommenheit der Priester und Heiligen tritt uns hier fratie, und dies alles während der Heimsuchungen eines blutigen entgegen.

Krieges, und als damals eine Versöhnung gar zu schnell zu Stande Wie bereits erwähnt, erreichte Prinz Waldemar auf diesem Ab- gekommen und eine Amnestie ausgesprochen worden war, opferte man stecher Tübet und betrat das Gränzdorf Shipke. Die Eigenthüm- in Athen mittelft Richterspruchs den weiseften und tugendhaftesten der lichkeiten der chinesischen Verhältnisse machten hier ein weiteres Vor: griechischen Philosophen. Allein zu der nämlichen Zeit schrieb Griechenbringen unmöglich.

land den ,,Didipus" und erbaute das Parthenon, – gleichsam zur Den Rückweg nahm man südlich wieder in das indische Flache Sühne für seine Sünden und zur Buße für seine Verbrechen. Die land (am Pendschab) hinein und machte eine längere Rast in Simla, Uneinigkeit, die an sich stets unfruchtbar ist und welche bei anderen einem Badeorte, ,, dem Baden-Baden" des britisch-indischen beau- Völfern nur einreißt und vernichtet, war bei den alten Griechen gerade monde, wo man sich von den Anstrengungen der Reise erholte. Aus das Gegentheil; denn sie gab dort gleichsam einem glüdlichen Aufder tiefen Rube, in der man alles fand, wurde man aufgeschredt sprubeln edler Gesinnungen fortwährende Nahrung. Wenn ich jedoch durd den Aufstand der Sifh's, die in dieser Zeit den Sutledsich dies behaupte, bin ich gleichwohi weit davon entfernt, die Ansprüche überschritten. Üm diese sich darbietende Gelegenheit, einem asiatischen der alten Griechen auf unsere Bewunderung irgendwie herabfeßen zu Feldzuge beizuwohnen, nicht vorübergehen zu lassen, begab sich Prinz wollen; wohl aber müssen wir uns besonders hüten und vorsehen, daß Waldemar am 20. Oktober 1845 zur englisch - indischen Armee, die zu wir nicht gegen ihre Nachkommen ungerecht zu sein scheinen, indem Amballa stand. – Die Einzelnheiten dieses Feldzuges, wie der Prinz wir von ihnen eine Literatur verlangen, welche im Stande sei, ihre die Schlachten von Firozepur und Firozeschah beiwohnte, und wie in politischen und sonstigen Fehler und Irrthümer zu fühnen. Die Zei

. lepterer Dr. Hoffmeister an seiner Seite erschoffen wurde, wie dann ten des Perifles und Alerander tehren nicht wieder, aber diese Zeidie englische Armee nach Labore ging, und wie der Frieden mit den ten haben ihre Früchte getragen: fie haben mächtig dazu beigetragen, Sikh's zu Stande fam, das ift bereits vielfac in öffentlichen Blättern uns selbst zu dem zu machen, was und wie wir find, nämlich zu den besprochen worden und gehört der Geschichte an. Zu labore empfing Führern der neuen Civilisation und Kultur. Prinz Waldemar die Nachricht von der Krankheit seiner Mutter; Wenn die heutigen Griechen sich nicht darauf beschränken, die über Bombay den Rüdweg nehmend, eilte er in die Heimat, erfuhr Volksschulen in ihrem Vaterlande zu vermehren, sondern wenn sie aber bereits in Suez ihren Hinübergang. Am 13. Juni war er in zugleich ihre Kinder nach den Unterrichts - Anstalten in Paris, BerFischbach bei den Seinigen, um ihren Schmerz zu theilen.

lin u. f. w. (chiden, damit sie daselbst das flaffisde Alterthum tennen

lernen und die Vortheile der Wissenschaften Europa's fidh aneignen, Soeben kommt uns eine Anzeige zu Gesicht, die wir hier erwähnen müssen, da sie ein Wert betrifft, das zu dem eben besproches *) Berlin, Gaffelberg, 1858.

und wenn sie die befieren unserer Schriften überseßen, fo thun fie durch den Aschenregen des Vesuv begrabenen Welt altrömischer Lebens klug und verständig baran. Was wir einst von ihnen uns gebolt und herrlichkeit.

herrlichkeit. Die Phantasie des Dichters hat dem Kandelaber vier empfangen haben, nämlich die Aufklärung, das erwarten und ver Lebenslampen gegeben: die erste mit der Gestalt des Traumgottes langen sie jeßt von uns. Sie geben damit ihr Vaterland felbst (Oneiros), die zweite mit Amor und Psyche, die dritte mit der nimmermehr auf; sie sammeln vielmehr dessen Ueberlieferungen überall, Eule der Pallas Athene, der Beschüßerin der das Leben verschönenwo sie sie finden und wo sie gute und gesunde Frucht bringen. Den Künste, die vierte mit den Gestalten des Todes und des Friedens Dem Kaiser, was des Raisers ist: Griechenlands Pflicht ist es gegen- (bes Thanatos und der Eirene). Das Menschenleben in seinen wärtig, nicht uns voranzugehen, sondern uns zu folgen, und zwar pier Altersstufen, in denen der Reihe nach die genannten vier göttnoch auf eine lange Zeit, namentlich aber in den Wissenschaften; da- lichen Mächte die Herrschaft führen, – das ist die Idee, die in den gegen ist es nicht seine Pflicht, Neues zu schaffen und zu erfinden, vier Gesängen der Dichtung veranschaulicht wird. Zuerst werden uns sondern zu übertragen und die Grundfäße und Ideen der europäischen in der Gestalt Euphorion's, eines Griechen, der, ein geborner Sklave

, Civilisation im Orient zu verbreiten."). Wenn jedoch Griechenland im Hause eines reichen Eigenthümers von Kunstwerkstätten als Spielzum Ueberfluß ein und das andere Wert seines Geistes vol Anmuth genosse der Todter des Hauses sich zum Künstler berangebildet bat, und ursprünglicher Eigenthümlichkeiten und bietet, so wollen wir ihm die himmelstürmenden jugendlich - fdwärmerischen Träume und Kämpfe dazu Glück wünschen und es als ein glüdverheißendes Zeichen einer einer Künstler-Seele, die durch eine den Menschen entwürdigende wissenschaftlichen Wiedergeburt betrachten. Wenn es irgend einmal Stellung in der wirklichen Welt sich in der freien Entwicelung ihres unserer Wissensdhaft zuvorkommt und z. B. die von seinen Archäolo. Wefens gehemmt sieht, während sie sich würdig und fähig fühlt, das gen in dem an Erinnerungen so reichen Lande seiner Väter entbed- höchste Lebensideal zu erreichen, auf eine tiefergreifende Weise ges ten Alterthümer erklärt (wie dies von Rangavis in seinen „Anti- schildert. Während der vier Jahre, welche die Jugendgefährtin ferr quités helléniques" geschehen), so wollen wir anerkennen, daß dies sein von der Heimat in Rom verlebt, um ihre Ausbildung zu vollenden, Recht ist und daß es sich selbft ehrt, wenn es dieses Recht ausübt. bat Euphorion das Kunstwert vollendet, welches, am Tage der RüdVorzüglich jedoch meinen wir, daß sich in Griechenland besonders be febr der Tochter, diese erfreuen und den Vater veranlassen folt, dem fähigte und berufene Männer mit dem Studium der Geschichte be- jungen Meister die Freiheit zu fhenken. Im zweiten Gesange fdäftigen sollten; denn die Geschichte ist die beste Sdule, in welcher dildert der Dichter, wie die beiden kindlid, reinen Seelen in der der Geist eines während langer Zeit durch Unwissenheit verdorbenen Stunde des Wiedersehens, von der Macht heiliger Liebe geleitet, und durch die Sllaverei herabgekommenen Volkes gebildet und um ohne eß zu wollen, ja in dem Augenblick, wo sie mit dem Gebanfen, gewandelt wird, und bei dem Studium der Geschichte rafft sich das daß die dem Sklaven geschenkte Freiheit ihre Trennung für immer Gewissen des Volfes, so zu sagen, am ersten auf und nimmt sich zur Folge haben werde, sich vertraut machen wollen, zur Erkenntniß besonders zusammen. Eben deshalb vornehmlich verdient das Ge- kommen, daß die Macht, welche sie eint, mächtiger sei, als ihr Wille. schichtswert des Trifupis die besondere Beachtung aller derer in Eu- Am Tage nach diesem Wiedersehen werden in der Festversammlung, ropa, denen es in Ansehung der Angelegenheiten Griechenlands um die zu Ehren der beimgefehrten Tochter veranstaltet ist, die berr. die Erkenntniß der Wahrheit zu thun ist. Wenn übrigens der neu lichen Geschenfe dem würdigen Herrn des Hauses übergeben. Das griechische Geschichtschreiber bei seinen Darstellungen namentlich Hero. Festgeschenk Euphorion's reßt Ade in freudiges Staunen. Die Gedot und Thukydides sich zu Vorbildern genommen hat, gern von ihnen stalten des Bildwerks am Kandelaber werden durch den Mund eines sich begeistern läßt und sie auch häufig anführt, so kann man dies nur Dichters den Anwesenden erklärt. Da bittet die Tochter den Vater, billigen, zumal da eß mit der gehörigen Bescheidenheit geschieht. daß er dem Meister eines solden Werkes die Freiheit schenken Denn allerdings kann in Betreff der Schönheit der Sprache auch ein möge. Der Vater erfüllt diese Bitte. Die lampen des Kandes Grieche den Herodot und Thulydides niemals erreichen. Die neu labers werden angezündet, damit sie noch dem Feste leuchten. Aber griechische Sprache hat zwar die schmußige Hülle der Barbarei, in da bricht die Katastrophe herein, durch welche Pompeji vom Erdboden welcher fie Jahrhunderte hindurch gelegen hat, abgeworfen, und sie verschwindet. Aus dem Hause des Arrius, welches nahe am Meere strebt mit Macht der schönen Sprache der alten Griechen nach, allein liegt, werden nur Euphorion, Jone und ihr kleiner Bruder gerettet. das schwierige Werf der Erneuerung, an welchem auch der Geist des Ein Gastfreund des Hauses, ein Kaufmann aus Aegypten, hat sie neunzehnten Jahrhunderts seinen Antheil verlangt, ist noch lange auf sein Schiff und nach Capri gebracht. Nun nicht bloß durch die nicht vollendet. Niemand weiß, wohin der einmal gegebene Anstoß Liebe, sondern auch durch das tragische Geschic an Euphorion gebunführen und wo die Bewegung zum Stilstande gelangen wird. Dies den, zieht Jone mit Euphorion nach Alerandrien, um eine neue Heifes aus beiden Sprachen entlehnte Gewand, diese Prosa voll altgriechie mat und in ihr auch noch webmuthvollen Frieden zu finden. scher Worte und neuer Ideen stellt zur Zeit eine eigenthümliche Als Probe der klassisch schönen Sprache, in der die Dichtung Misdung dar, die unser Gefühl geradezu offen verlegt oder wenig- verfaßt ist, mögen die folgenden Stellen aus dem vierten Gesange ftens dasselbe unangenehm berührt. Indeß hat die Schreibweise des dienen: Trifupis einen gewissen Vorzug, den man ihr ohne Rücksicht auf bes

,,Hemmt, ac hemmet die Klagen! lo grundlos schwindelnde Tiefen sondere philologische Eigenthümlichkeiten zugestehen muß; ich meine

Mißt kein Schmerz. Stumm stehet der Mensdy vor der Himmlischen Wert hier nämlich den erusten und überzeugenden Eindruck, den das Streben Rathlostaunend und läßt vollenden das Nimmererfaßte. mühvoller Untersuchungen und das Gefühl größter Ehrlichkeit macht. Fromm laßt ruhen die Todten, den Vater im heimischen Grab ruh'n, Solche Bücher sind ohne Zweifel die besten Verfechter der Gerecht Selige, welche den Sturz nicht sahn und die Wüste Pompeji'e, same der Griechen, namentlich in Europa, wo die Debatten über Sondern es raffte vom Fest fie hinüber ein himmlischer Dämon. Griechenland vor längerer Zeit begonnen haben, aber noch weit vom Also der Greis. Doch laut schrie Jon mit gellender Stimme, Ziele entfernt zu sein scheinen, und man muß daher wünschen, daß Und mit verhültem Gesicht stand bitterlich weinend der Jüngling. Griechenland mit recht vielen dergleichen Werken hervortrete, um

Aber Ione, die Hände gestredt weit gegen Pompeji's seine Feinde zu entwaffnen und den Eifer feiner ungeduldigen oder

Bläulich verschleierte Ufer, mit todtgleid, blickendem Antlig,

Schaubernd und blaß, ihr strömendes Haar um den Busen gestreuet, matt geworbenen Freunde fort und fort auf& neue zu entzünden.

Stand sie und sah in das Meer, bis wieder die mattenden Arme

Sanfen; es sank an die Schulter dem Freunde das Haupt; und das Kind auch Mannigfaltiges.

Zog vom Boden empor an den Händen Euphorion zu fich.

Aber mit Rührung sah es der Greis, wie die jungen Gestalten ,,Euphorion", eine Dichtung aus Pompeji, in vier Also die Fessel des Leide umflocht und die Fessel der Liebe. Gesängen, von Ferdinand Gregorovius.*) Im Museum der Bronzen zu Neapel befindet sich ein prachtvoller vierarmiger Kandelaber, Wohl, rief schnelle Jone, o wohl! wir tauschten des Glückes der aus dem Schutt des alten Pompeji im Hause des Aevius Dio

Gig'ne Gestalt aus. Gh' noch stand ich erhaben und glanzvoll, medes hervorgegraben worden. Dem Eindruck, den dieser Kandelaber

lind mir selber zu hoch für Wünsche, so lange gehegte.

Arm jeßt bin ich, es ist mein Malschaf Jammer und Schmerz nur. auf das Gemüth des Dichters gemacht, verdanken wir das unter dem

Aber ein Himmlifcher reichst du, ein Gebender immer, das Heil mir. angegebenen Titel uns dargebotene flaffisch-ideale Lebensbild aus der

Und wie sprech' id) es aus, was jeßt mein bebendes Herz fühlt?

Denn wie dem Schiffer erscheinet, dem sturmdurchlämpfenden, endlich *) Dem ganzen Zusammenhange nach, bezieht sidy das, was hier ausge:

Holdefte Rast in dem Hafen, so bist du Hafen des Gramo mir. sprochen wird, zunächst auf das Gebiet der eigentlichen Wissenschaften, im Wir sind bein, wir wandern mit dir; was über dem Meere Gegensaße zu den Künsten, und es fann aud) faum anders gemeint sein, wenn e8 nidht einseitig sein soll. Namentlich fann dies auf die Dichtfunst und von

Fern uns rüstet der Gott, wir tragen's in thätiger liebe. den anderen schönen Künsten auf die Sfulptur Fidy nicht beziehen sollen. Bloße

Und nun komm, es vergeht mein Herz, zum Scheiben fide sehnens. Nachahmung und Uebersepung diesfallsiger Erzeugnisse des Auslandes mråre Satt noch will ich des Grans midy weinen im Staube Pompeji's, hier wohl nicht am Orte; hier müssen der griechische Geist und das griechische Dann in das Schiff, o Greis, nimm auf gastfreundlich die Wandrer.“ Alterthum das Meiste thun.

D. E. **) Leipzig, Brodhaue, 1858.

frie

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