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zu sein.

Béranger wuchs in Peronne beran und wollte, wie Emile, einen Von den ältesten Missionen bis auf den heutigen Tag ist der Stand baben. Nachdem er es mit der Goldschmiedekunst versucht amerikanischen Ansiedlungen überall die Kirche gefolgt. Jedenfalls ist batte bei einem Meister, der ihm zu viel von seinen Liebesgeschichten in dem geiftesarmen Leben der amerikanischen Bevölkerung firdliche sprach, wurde er Schreiber bei einem Friedensrichter. Um diese Zeit Versammlung und Erbauung ein sehr dringendes Bedürfniß. Nur gründete ein hochherziger Schüler Jean Jacques', Herr Ballue de eitle Berkennung der Menschen und Dinge konnte daber gebildete Bellenglise, Erdeputirter der Assemblée legislative, nach einem neuen Deutsche in den ersten Jahren der neueren Einwanderung zu dem Muster eine unentgeltliche Scule; in diese trat Béranger ein. Er Versuche der Gründung freier Gemeinden verleiten. Die Anfänge bewahrte aus dieser Zeit die schönsten Erinnerungen; Herr de Bellen- solcher Vereine waren auch nur durch den Nachklang der Stimmung glise erschien ihm immer, wie in seinem Znnern, so auch in seinem möglich, welche aus europäischen Bewegungen damals herübergebracht Acußern, als ein repuilifanischer Fénélon.

ward. Mit dem Verflingen dieser Stimmung mußten aber dergleiBéranger wurde dann Buchdruđerlebrling beim Buchbruder den Uaternehmungen den Boden wieder verlieren, den sie in der Lainez. Während er die Arbeit mit Liebe betrieb, bemerkte er, daß Verworrenheit gefunden hatten. Verschiedene freigemeindliche Prediger gleich lange, fich reimende Zeilen noch keine Verse bilden. Der Sohn find daber zu kirchlichen Functionen zurückgekehrt, und noch in diesen feines Herrn brachte ihm die Prinzipien der französischen Sprache bei; Tagen sah id in hiesigen Blättern die Anzeigen dreier dieser Herren, die Regeln der Versification fand er ganz allein, und was die Poesie wodurch sie mit praktischer Würdigung der Zustände sich zur Verrichbetrifft, die dichtete in ihm.

tung von Trauungen und Taufhandlungen ankündigen. Indeß soll Im Jahre 1795 besuchte ihn sein Vater, Er- Intendant des Gra- in Philadelphia noch eine kleine freie Gemeinde bestehen, die aber fen von Bourmont, als Föderalist verhaftet, nach dem Thermidor wenig Lebenszeichen von fich giebt. aber wieder freigelassen; er versuchte vergeblich, den Sohn zum Andererseits mag man nicht verleitet werden, hinter dem häufis Royalismus zu bekehren; aber er ließ ibn bald darauf nach Paris gen Kirchengehen einen tiefen religiösen Sinn oder gar ein lebendiges kommen, damit er ihm in den Börsen-Operationen, denen er sich in Eindringen der religiösen Moral zu suchen. Gegen Leßteres spricht der Erwartung, daß seine legitimen Herren zurüdlebren würden, bin schon im Allgemeinen die große Verbreitung der Demoralisation und gab, Hülfe leiste. „Ach", ruft Béranger, „ich wurde ein sehr ge das faft beispiellose Ueberhandnehmen der Verbrechen, nicht zu gedhidter Financier!“ Anfangs gingen die Geschäfte sehr gut; aber denken der politisden Corruption, von der gerade jeßt eine reiche Der Vater war ebenso verschwenderisd, wie der Sohn haushälterisd; Auswahl bezeichnender Fälle die Spalten der öffentlichen Blätter füdt. er lieb mehr, als er gewann, den Royalisten - Verschwörern, und im Die Eitelkeit, Versdwendung und Prätension des weiblidhen Ges Jahre 1798 machte er Bankerott. Man bot dem jungen Béranger slechts sucht, troß unablässigen Kirchenbesuches, das Widerspiel der Kapitalien an, damit er das Geschäft wiederherstelle. Er wies die

Er wies die christlichen Demuth in schwerlich je dagewesener Uebertreibung und Anerbietungen zurück, und er hat seitdem die Börse ohne Schaudern Ausdehnung durchzuführen, und die Jugend scheint in frühreifer Vernicht wieder betreten können. Aus dieser Zeit, nach der er fich fonft dorbenheit und Zuchtlosigkeit recht augenfällig an den Tag zu legen, nicht zurüdsehnt, hat er das Andenken einer braven Frau bewahrt, daß die Verbreitung der Bibel in zahllosen Eremplaren deren Vorder er Wohltbaten erwiesen und die er unsterblich macht, indem er ihre føriften nicht eben mit Erfolg hat einschärfen können. Besonders gegen Geschichte ausführlich erzählt.

das vierte und siebente Gebot ist wohl faum irgendwo mebr als hier: Man kann sich nichts Rührenderes, nichts Einfacheres, nichts zulande von Kindern gesündigt worden. Vollfommeneres denfen, als diese Geschichte der Mutter Jary''. Nies Die Beobachtung tirdlicher Formen ist eben, wie Alles in Amemand wird diese Geschichte lesen, ohne auf das Tieffte ergriffen rifa, nur oberflächlich, Mode, Geschäft und Wertheiligkeit. Freilich

wird die Kirche burd, teine philosophische Kritik beunrubigt, aber aus In den legten Jahren des Direktoriums hatte Béranger mit sei- Mangel an Boden für wissenschaftliche Entwicelung überhaupt ist fie nem Vater ein Lesekabinet in der Straße Saint-Nicaise. Damals in seichtem Formalismus verknöchert und in besdränkte Setten zerfchon Alexandriner gegen Barras und Konsorten machend, ,applau- splittert worden. dirte er mit ganz Frankreich der Revolution des Brumaire, jedoch In jener Gegend der Insel wird Williamsburg durch eine lang. nicht ohne zu fürchten, daß der junge General bei dem Konsulat nicht gestredte Anhöhe verdeckt, und da keine besondere Straße nach der fteben bleiben würde.''

Stadt führte, ging ich nach ungefährer Richtung zwischen den Ber: In einem an Alerander Dumas veröffentlichten, sehr werthvollen zäunungen der kleinen Grundstücke durch. Die breiten Wege waren Briefe sagt er: „Ich habe für das Konsulat auf Lebenszeit, aber beschwerlich, denn die Sonne hatte den lehmigen Boden aufgeweicht. nicht für das Kaiserthum gestimmt.“ Unn dies darum, weil er immer Endlid verkündete mir der Anfang einer besseren Straße, daß id ,,den Patriotismus böher geachtet, als politische Doktrinen." Gleich mich der Stadt wieder näherte. Es lag dort gerade eine Gruppe nady diesem Geständniß zeigt er seinen echt freifinnigen Charak

von vier Häusern und darunter ein neues public house (Sdantter, indem er die Konsular-Regierung wegen der lateinisden und wirthsdaft). An einer auf dem Giebel angebrachten Stange war die griechischen Benennungen angreift, die sie den Würden und den An. Flagge der Vereinigten Staaten mit ihren heiteren Farben aufgebißt. ftalten des öffentlichen Unterrichts gegeben hatte. Er geht in seinem Es schienen bier die Verse von Göthe’s Auswanderern in Erfüllung Unwillen sogar so weit, die großen Männer Plutarch's und Plutarch zu geben: selbft anzugreifen. Er hat gewiß nicht Unrecht, indem er sagt: ,,Stu

,, Wo an wohlgebahnten Straßen diren wir das Alterthum, respektiren wir die Ueberlieferung; aber

Man in neuer Schenke weilt." entlehnen wir ihm nur das, was wir nicht entbehren können. Hier Das Junere war sauber, aber die Gesellschaft febr langweilig. ift eine Seite feiner schriftstellerischen und selbst seiner dichterisden Drei Amerikaner saßen jeder für sich auf Armstüblen, faueten Taback Persönlichkeit offenbart. Béranger hat als Dichter nicht genug Scul. und fpudten. 3. nahm den üblichen Trunk Brandy und ging bald bildung, um sllavisd die Alten nachahmen zu können; aber er bat wieder meines Weges. Ungefähr nach einer Viertelstunde gelangte aud nicht die Kühnheit, mit ihnen zu brechen und in die romantische id) an ein größeres Wirthshaus, in welchem es lebhaft berging, denn Shule einzutreten. In der Literatur, wie in der Politik, ift feine lautes Stimmengewirr sdalte daraus bervor. In einem offener Manier die des Ueberganges. „Benußen, ohne umzuwerfen", das Souppen ftanden mehrere jener leichten Wagen, die aus Fischbein ist der Wahlsprud seines Lebens.

(Schluß folgt.) gemacht zu sein deinen, und deren Bau auf die trefflichen einheimis

fchen Hölzer foließen läßt. Offenbar hatte sich hier eine Gesellschaft Nord: Amerika.

im Genusse des Neujahrstages zusammengefunden. In dem geräumiDeutsche Berichte aus New York.

gen Sdanfzimmer fand ich ungefähr zwanzig Amerikaner, die gesprädig

an der Barre ftanden und einander traktirten oder trieteten, wie die Ein Spaziergang in New-York, Brooklyn, Williamsburg Deutsch - Amerikaner sagen (treat). – Dies ist die Manier der lebund auf dem lanbe, am Neujahrstage 1858.

haften amerikanischen Geselligkeit in Schankwirthschaften, sowie jenes (Sdluß.)

ungesellige Sißen und Spuden die Form des gewöhnlichen VerweiIm Allgemeinen kann man zweierlei Baustyl unterscheiden, den lens an öffentlichen Orten. Dergleichen Luftigkeit fann unter reichälteren mit flachem Dache und antififirenden, aber mageren Formen, lider Consumtion von Brandy leicht in blutige Erzeffe überschlagen, und den neueren mit spißen Giebeln in der Manier der englischen indeß ging alles noch ganz friedlich ber, als ich das]Zimmer verließ. Cottages, lämmtlich aber von dem hier gebräuchlichen, dünnen Holz- Bald darauf gelangte ich auf die Höhe und erblickte die vielen spißen werk. Seltener findet man ganz alte einftödige Häuser mit diden Thürme von Williamsburg, welches ebenfalls mit Kirden reichlid Mauern und einem gebrochenen, weitüberschießenden Dache, in der verleben ist, wenn es sich auch mit Brooklyn in dieser Hinsicht nicht Bauart der älteren holländischen Ansiedler. Auf einer Anhöbe traf messen fann. ich ungefähr anderthalb Dußend Häuser beisammen, als den Anfang Einzelne Häuser, große Fabrikgebäude und Häuserreiben, aus einer jener projeftirten Ortschaften, der bis zu einem ansprechenden denen nod Straßen werden sollen, sind neben wüften Baustellen die Aussehen gebiehen war. Auch ein Kirchlein war schon gebaut, dessen Anfänge der Stadt. Bald gelangte ich aber in einen dicht bevölkerweißer, hölzerner Thurm in ziemlicher Ferne gesehen wird.

ten Stadttheil, welcher mit dem Spißnamen Dutohtown bezeichnet

wird. Dort wohnen Tausende von deutschen Schneidern, die unter York mit dem von Venedig oder Neapel verglichen. Von Venedig gering bezahltem Plac für die New-Yorfer Kleiderfabriken arbeiten. nach Neapel ist zwar ein großer Sprung, aber die Beleuchtung gleicht Sie leben in engen Wohnungen schlecht gehaltener Farmhäuser, zwi- in diesen Breiten Amerika's in ihrem allgemeinen Charakter niemals dhen denen bin und wieder große Wasserpfüßen liegen, worauf Enten der italiänischen und weit eher der deutschen, wenn auch an einzelnen und Gänse fchwimmen. Zahlreiche Kinder bezeugen wie anderwärts Tagen der Sonnenschein beller und der Himmel etwas blauer ist, als die Fruchtbarkeit armer Familien.

in Deutschland. Um den Unterschied scharf zu bezeichnen, müßte ich An dem schönen Neujahrstage hatte aber auch dieser sonst nicht die italiänische Beleuchtung vollftändig charakterisiren, wozu mir hier gerade ansprechende Stadttheil ein festliches Aussehen. Die Schneider der Raum fehlt, indeß will ich doch einige leicht bemerkbare Verwaren mit Beib und Kind im Sonntagsstaat herausgekommen; es wim- fchiedenheiten bervorheben. Man kann hier entfernte Gegenstände melte von Menschen, deren Physiognomieen und Haltung an Deutschland nicht so weit und deutlich sehen; des Morgens und des Abends fieht erinnerten; Männer mit Handwerksgesichtern im milden Sonnenschein man, wie in Deutschland, Morgen- und Abendroth, aber nicht jenes mit Befriedigung neben ihrer Ehehälfte einberschreitend, junge Leute, feine Goldgelb am Horizonte, wie in Italien. Der hiesige Horizont in Manier bebender Schneidergesellen, und hübsche Mädchen, deren ist nicht so hell und von Licht durchglänzt, wie der italiänische, und Körperfülle und natürlich rothe Wangen europäischen Ursprung befun- ferne Berge und andere feste Gegenstände erscheinen auf ihm nicht deten. Dutchtown schien auf den Beinen zu sein, und die deutsche lo plastisch abgehoben und fein umriffen, wie auf dem italiänischen. Sprache hörte man in allen Dialekten sprechen.

Nur an ungewöhnlich schönen Tagen find jene violetten und anderen Diese europäische lebhaftigkeit im niederen Stile verschwand, als Färbungen, welche der italiänischen Beleuchtung so wunderbaren Zauber ich in besser gebaute Straßen fam. In minderer Anzahl, aber ge- verleihen, hier schwach angedeutet. Kurz, aus Alem ersieht man, daß baltener, fab ich hier wohlgekleidete Herren und geschminkte Damen die Dünste hier gröber find, anderer Unterschiede nicht zu gedenken. in theuren seidenen Kleidern geben, indeß fehlten auch betrunkene Weit eher, als in der Schönheit des Himmels und der BeleuchRowdies und ungezogene Jungen nicht, sowie denn überhaupt der tung, kann man das milde Wetter, dessen wir uns hier bis einschließe Straßen-Unfug lärmender war, als in Brooklyn und New-York. So lich den 27. Januar zu erfreuen hatten, in der Temperatur mit einem erreichte ich denn auf einem großen Umwege Herrn B-8 Wohnung, italiänischen Winter vergleichen, und in diesem Sinne ist meine Erein nahe am Wasser wohlgelegenes Edhaus, aus dessen Fenstern man innerung an die Breite von Neapel gemeint. Der diesjährige Winter eine schöne Aussicht auf den Hafen des East River bat. Herr B ist aber ein so außerordentlicher, wie er in vielen Jahren nicht vorwar ebenfalls auf Neujahrsbesuche ausgegangen, Madame B- batte gekommen ift. Der Februar begann fälter als der Januar, indeß aber im Parlour für ihre Gäste eine Fülle trefflicher Speisen und hatten wir am siebenten einen sehr milden Tag; auch haben wir bisGetränke aufgestellt, welche nach meiner langen Wanderung mir eine her (8. Februar) weder harte Kälte, nodi (liegen bleibenden) Schnee willkommene Erfrischung gewährten, denn ich war ungefähr dritthalb gehabt. Manche Wetterkundige behaupten, der Winter werde feinen Stunden auf dem Lande berumgestreift. Madame B- batte auch

hatte auch milden Charakter beibehalten, und leiten diese Ansicht aus der frühverschiedene jener Neujahrswünsche gesammelt, wie sie die Zeitungs- zeitigen Ankunft von Zugvögeln ab. Im Norden von Jlinois find träger den Abonnenten überreichen. In denselben ist das alte Jahr nämlich Züge wilder Gänse und in Kentudy große Schwärme wilder in Bersen beschrieben, welche auf die Neigungen und Borurtheile des Tauben geseben worden. Publikums berechnet sind und die amerikanische Selbstberäucherung in Andere prophezeien als Folge des Mangels an Schnee und an vollen Zügen genießen lassen. Auch diesmal fehlte es, troß der Kla- dauerndem Frost für den Sommer gelbes Fieber, Cholera oder andere gen über schlechte Zeiten, nicht an dergleichen ergößlichen Stellen. Seuchen. Vorläufig halten wir uns nicht bei Besorgniffen für die

Auf einem der nördlichen Fährboote segte ich nach dem oberen Zukunft auf, sondern genießen wir das schöne Wetter in ungetrübter Theile von New-York über und gelangte beim Lichte der Gaslaternen Annehmlichkeit

. nach Stuyvesant - Square, wo ich nabe der 16ten Straße die Fenfter New-yort.

A. Böhme. in Herrn M—'s Hause erleuchtet fah. Dieser Plaß gehört zu den schönsten den Stadt. Die Anlagen sind neu und mit einem eleganten eisernen Stacket umgeben. Eine neue Kirche aus braunem Sandftein, mit zwei gothisden Thürmen, ziert die Umgebung, und eine an

Direktor Bogel's Wandkarten für Schulen. *) dere Kirche aus grauem Granit liegt mit ihrem spißen Thurme eben Wandfarten folien dazu dienen, dem Lebrer der Geographie ein falls nahe am Plaße, so daß an modischer Erbauung dort fein Mangel Hülfsmittel an die Hand zu geben, zur Erklärung und Erläuterung ift. Bei Herrn M. fand ich eine kleine Gesellschaft versammelt, und der verschiedenen Objekte, welche bei dem ersten oder Elementar. obgleiď ich die Absicht hatte, meine Befuche nod viel weiter, bis zur Unterricht in der Erdkunde zur Auffassung gebracht werden müssen: 51sten Straße, auszudebnen, nahm ich doch die freundliche Einladung die Vertheilung von Wasser und Land, die absolute und relative an, den Abend dort zuzubringen. Die Zeit verlief auf das heiterste; Stellung der Wasser- und Landmafsen, die gegenseitige Lage und da ich aber noch keinen Sclaf fühlte, als sich die Gesellschaft nach Größenverhältnisse der Kontinente, ihre Trennung, ihre Formen, 10 Uhr trennte, fuchte ich ein renommirtes deutsches Bierhaus auf. ihre Glieder; die Verbreitung der Eilandfluren, die Uebersicht der Als Deutscher fonnte ich billig den Tag mit Lagerbier beschließen. Stromsysteme der Erde, die Erhöhungen und Vertiefungen des Landes;

Das Bier floß in Strömen, und ich traf verschiedene Bekannte, die Uebersicht der Staaten-Eintbeilung u. s. w. – Wie muß aber nun welche ebenfalls nach ihren Neujahrsbesuchen dort den leßten Trunk ein geographisches Bild ausgeführt sein, das die Zwede einer Wandnehmen wollten. Durch den lärm der Trinker vermod te bin und karte zu erfüllen hat? Denn es kommt hier vorzugsweise auf technis wieder die dünne, aber vernehmliche Stimme eines eigenthümlichen dhe Ausführung an. Diese Frage scheint fich durd eine Vergleidung Hausirers durchzudringen. ,,Deutsche Kalender, meine Herren, deutscher zwischen einer Hand- und einer Wandkarte zu beantworten, indem Sdinderbannes!" rief ein Negerjunge, indem er seine Waare vor. man jene mit einem Produkt der Miniatur- diese mit einem der zeigte. Die Zeit, in der das Leben des Schinderhannes florirte, ist zwar Decorations - Malerei in Parallele stellen muß. Von der Handkarte aud hier vorüber, indeß mußte man doch dem Jungen diese Lektüre als fordert man die größte Schärfe im Ausdruct, von der Wandkarte eine eine unter den hiesigen Deutschen vorzüglich beliebte bezeichnet haben. gewisse Derbheit, welche den abgebildeten Gegenstand auf größere Er macht übrigens sein Geschäft auch besonders durch sein drolliges Ferne erkennen läßt. Diesen Anforderungen entsprechen die Vogelschen Wesen und weil Mandhe es spaßhaft finden, von dem Schwarzen in Wandkarten“) in jeder Hinsicht; der Delfarbendruc, in dem sie ausdeutscher Sprache angeredet zu werden. Als ich nach Mitternacht geführt sind, gewährt dem Bilde eine besondere Schärfe und Deutnach Hause ging, war das Neujahrschießen nur noch schwach zu hören, lichkeit, so daß es, selbst in sehr großen Lebrzimmern, allen Schülern denn das lärmende Personal mochte ermüdet sein oder das Pulver wohl erkennbar ist. verschossen haben.

Wir wollen hier noch einige weitere Andeutungen der VortreffAm 2. Januar machen die Damen den Herren Besuche und werden lichkeit dieser Karten geben. Die Unterscheidung von Wasser und von ihnen mit Wein und Kuchen bewirthet. Der Tag der Damen Land ist eines der größten Objekte, welches beim geographischen Unterwar auch schön und mild, obwohl nicht so sonnenhet als der vorher- richt zur Auffassung kommen muß, der in der Karte einen Wegweiser gebende. Diese Besuche find nicht so allgemein und ausgedehnt, als finden soll. Entweder macht man nun den Ocean und seine Glieder die der Herren; diesmal waren aber ganz besonders viele Damen in ganz schwarz, oder man malt das oceanische Waffer blau, und zwar reichen Kleidern und kostbarem Pelzwerk auf den Straßen zu sehen. bei den Binnenmeeren die ganze Fläche, bei den offenen Oceanen

Man wird aus den Zeitungen erfahren haben, daß wir hier im Januar ausnahmsweise mildes Wetter hatten. Da ich im Eingange *) Dr. Vogel's ,, Wandfarten und Wandneße" auf Wachstuci, und der= an Neapel erinnert habe, will ich aber vor dem Irrthum warnen, den

selben , Neß - Atlas" auf Wachspapier zum Kartenzeichnen. Verlag der 3.

T. þinrichsschen Buchhandlung in Leipzig. Himmel schöner Tage in diesen Breiten Amerika's mit dem italiäni

**) Die Karten find gezeichnet von Otto Delitsch, Lehrer an der allgemei: fden zu vergleichen, wie ich hier oft gehört und kürzlich in einer nen Bürger- und an der Realschule, denen als Direktor Dr. Karl Vogel vorsteht. Korrespondenz der Londoner Illustrated News vom 25. November ge

Lepterer ist bekanntlich der Vater des Afrifa - Reisenden, Dr. Eduard Vogel,

und war lange Zeit Rektor der höheren Bürgerschule in Krefeld, wo audi sein lesen habe. In derselben wird die Klarheit des Himmels von New Sohn im Jahre 1829 geboren wurde.

blog die Küsten, aber in gehöriger Breite. Dr. Vogel hat Blau ge Was nun den Nes-Atlas betrifft, fo geht die Vortrefflichkeit defe wählt und nur bei einigen Eremplaren, bei deren Erwerb es dem selben auf den ersten Blid zum Theil schon hervor. Er besteht nämlid Käufer weniger auf eine in die Augen springende Deutlichkeit der aus geographischen Neßen für Europa, Afien, Afrika, Nord- und Süd Küstenconfiguration ankommt als auf die Bodengestaltung, die Rüften Amerika, Deutschland und Desterreich, leßtere beide auch für andere sowie alles Fließende schwarz gelassen. Diese neuen Wandkarten sollen Länder, z. B. für Preußen, Bayern u. f. w. zu benußen. Das Badea mehr als irgend eine der bisher erschienenen dem plaftischen Elemente papier der Neße ermöglicht das Einzeichnen und Auslöschen eines Rechnung tragen und dadurch vorzugsweise mitwirken, die Vorstel- geographischen Bildes, und man ist dadure in den Stand gefegt, lung des Schülers von der Erdoberfläche zur wirklichen Anschauung Schüler nach Auffaffung eines geographischen Gegenstandes burde zu erheben. Das Mittel zur Herstellung eines solchen Kartenbildes Hülfe der Wandkarten denselben nads dem Gedächtniß in die Diese bat Herr Vogel in vier neben einander liegenden Farbentönen ge- eintragen zu laffen. Somit vereinigt sich alles, wozu sic aude wählt, von der Tiefebene bis zur Alpenhöhe, und zwar stellt der hell der außerordentlich billige Preis für jede Wandkarte sowohl wie für oder gelbbraune Ton das Flach- oder Tiefland, die brei braunen den Atlas gesellt, auf das angelegentlichfte die Anschaffung und den Schattirungen Erbebungen über 300, 1500 und 4000 Fuß dar, während Gebrauch der beiden neuen Arbeiten des Dr. Vogel zu empfehlen, die zwischen diesen Zahlen liegenden wichtigften Höhen durch Sdraf- und wir können preußischen Schulmännern nicht genug rathen, diese firungen und die Region des ewigen Schnees durch Weiß angegeben Wandkarten, sowie den Neß-Atlas, die fapt in alle Sculen des sind. Soll eine Wandfarte Ramen enthalten? Nein! Für den Königreichs Sachsen Eingang gefunden, in ihre Schulen einzuführen. Sdüler find fie überflüssig, denn er kann sie nicht lesen, ja sie sind

A. Berghaus. ihm schädlich, denn er kann die Stelle, die durch den Namen vers bunkelt ist, für irgend einen geographischen Gegenstand halten. Wozu

Mannigfaltiges. follen fie aber dienen? Für den Lehrer? Da fäbe es aber höchft - Die Schnorrsche Bilderbibel. Von der Sdnorriden traurig aus um diesen, wenn er erft aus einer Wandfarte erfahren Bilderbibel, welche ihrer Vollendung naht und nach anfänglich nur oder vielmehr lernen foll: daß die Flächen, wo auf der Karte ge- geringer Theilnahme im Publikum ießt eine außerordentliche Verschrieben fteht: das Atlantische Meer, das Mittelländische Meer, bie breitung durch ganz Deutschland erlangt hat, beabsichtigte, wie wir Pyrenäische Halbinsel u. f. w., diese Erdräume vorstellen; daß die hören, der Verleger, Herr Georg Wigand in Leipzig, eine Ausgabe Stromlinien, wobei geschrieben steht: Rhein, Donau, diese Ströme mit erklärendem Terte nicht nur in französischer und englischer, sondern ausbrüden; wenn er erft aus der Wandfarte erfahren foll, daß der in den Sprachen aller der Völfer zu veranstalten, unter denen das große Gebirgszug, der den Südrand von Hoch-Afien bildet, Himalaya Chriftenthum Befenner zählt. Der türzlich erfolgte Tob diefes allgenannt wird! So etwas läßt sich nicht leicht von einem Lebrer der gemein geachteten Mannes wird leider, wie auf mehrere andere, echt Geographie annehmen. Die Namen stehen ja im geographischen nationale Werke, so auch auf dieses großartige Unternehmen vielleicht Shulbuche, da muß der Lehrer fie hernehmen; er muß fie, nach An- hemmend einwirken. In England ist übrigens bereits eine Ausgabe leitung des Schulbuché, fo an einander fetten, daß der Schüler sofort des Shnorrschen Bilderwerkes erschienen, “) die sich jedoch, wenn man nachweisen fann, welcher Stelle auf der Wandfarte irgend ein ges eine im Athenaeum ihr zu Theil gewordene Beurtheilung als maßgebener geographischer Name entspricht! Ju richtiger Würdigung, die gebend annehmen darf, feiner besonders günstigen Aufnahme zu erneuen Karten mit äußerster Strenge nur auf das in der Schule wirklich freuen scheint. ,,Herr Sonorr" – fo beginnt der betreffende ArNöthige, d. h. nur auf das auf den Karten felbft in den größten Klassen tifel – ,, wird nachgerade langweilig, weil er Gleichförmigkeit zu Nußbare zu beschränken, hat der Herr Verfaffer feinen einzigen Namen feinem Motto genommen hat und dabei ein recht ödes Richtmaß ans oder Buchstaben darauf geseßt und nur den Titel angebracht. Wenn wendet. Seine israelitischen Jünglinge sind sehnig, feine Philifter diese Vorzüge der Wandkarten schon vor allen anderen bedeutend muskulös, seine Heiligen ehrbar, feine Matronen anständig, aber es sind, so ist die Dauerhaftigkeit und Zwedmäßigkeit des Stoffes, auf ist in seinen Zeichnungen aus der Schrift nichts, was auf das Geund mit den jene Vorzüge geltend gemacht sind, ungemein wichtig: müth einen Eindruck machen oder dem Gedächtniß einen neuen Ges die Karten find nämlich in böchst gelungener Weise auf dem Wege danken, eine neue Anschauung einprägen könnte." – Es soll hier des Wachstuchdruces auf starker Leinwand oder Malertuch ausgeführt nicht auf diese Vorwürfe geantwortet, sondern blos berichtet werden; und dadurch ebenso bequem zu sofortigem Gebraud, als dauerhaft, nur dem leßten mag, statt vieler, ein Zug gleich auf einem der ersten ja unverwüstlich, da fie Wasser und Seife vertragen und dem Brechen Bilder entgegen gehalten werden: das erste Aelternpaar begleitet bei nicht unterworfen sind. Was aber diesem Materiale für den Unter der Ausweisung aus dem Paradiese der treue Hund. Riehl madt in richt erst seinen rechten Vorzug vor dem Papier giebt, ist die Er seiner ,, Familie" (Sdnorr's Name ist dabei zwar nicht genannt) sehr möglichung, die Wandfarten zu jeder Art von augenblidlich nöthig treffend auf die Bedeutsamfeit dieses Gedankens aufmerksam. – Der scheinenden Einzeichnungen, sei es für die Zwede der physikalischen Artikel vergleicht dann unseren Meister mit den alten Niederländern und politischen Erdkunde, oder für die des geographischen Unterbaues in ihren alttestamentlichen Bildern und nennt ihn ebenso naiv, aber der Geschichte oder Ethnographie, zu benußen. Dieselbe Karte, an weniger fühn; ferner stellt er ihm den ,,alten Präsidenten West der heute die neuere Geographie besprochen wurde, fann morgen mit (Benjamin West, Begründer der königl. Afademie in London, ges dem Weltreiche Rarl's des Großen bezeichnet werden, während ein boren 1738) zur Seite und beschuldigt ihn, ebenso farblos und schaal – anderes Mal die verschiedenen Züge Alerander's, Hannibal's u. 7. w., flüchtig (quick), selbstgefällig und feicht (!) zu sein. Auch Poussin der Völferwanderung oder der Kreuzfahrer, oder die Entdeckungsreifen und Albrecht Dürer werden in der Eil herbeigezogen. Besonders des funfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts, mit farbigen Kreide- vermißt der englische Beurtheiler nationalen Typus in den Gesichtern ftiften oder gewöhnlichen Gummifarben, die auf diesem Grunde sehr und lokale Wahrheit; das führt freilich auf eine Prinzipienfrage zurüc. schnell trocknen, auf ihr veranschaulicht und firirt werden. Weld' ein Diese deutsche Schwerfälligkeit (dullness) bedürfe sehr guter Mens wesentliches Erleichterungsmittel gewährt nicht solche Darstellung zur schen, um an ihr Genuß zu finden.“ Wir sind der Zuversicht, daß schnelleren Auffassung der gegenseitigen Verhältnisse der Völfer, deren es in England und auch sonst noch eine recht große Anzahl folder Entstehens und Verschwindens oder Verschmelzens mit anderen Völfern!

very good people giebt. Solche Darstellungen auf diesen Karten bringen eine gewiffe Ordnung in die neben einander und durch einander laufenden historischen Thats

Lewes : The Life and Works of Goethe". Von diesachen, die in der blog hiftorischen Erzählung einem Labyrinthe gleichen, fem englischen Werke, deffen deutsche Ueberseßung eine so gute Aufzu beffen Uebersicht und Auseinanderwicelung der Schüler dadurch in nahme im Publikum und bei der deutschen Kritik gefunden, ist bei den Stand gereßt wird. 3ft nun dem Gange des Unterrichts Ge F. A. Brodhaus in Leipzig ein mit Genehmigung des Herrn Lewes nüge geleistet und der Zweď defselben erreicht, so stellt ein nafser veranstalteter Abdruc: „Second Edition, revised by the Author”, Edwamm das Bild dieser Karten in seiner ursprünglichen Einfachheit, erschienen. Es wird gewiß Vielen, die auf dem Kontinent eine engin der fich dieselben zum Gebrauch in jeder Volksschule eignen, lische Bibliothek besißen, angenehm sein, diese durch ein fo sdäßbares wieder her, ohne den geringsten Schaden anzurichten, ebenso, wie er Werk in billiger Weise bereichern zu können. es von Staub und Raud reinigt. Man kann diesen Vorzug der Vogelschen Wandfarten nicht hoch genug anschlagen, wenn man weiß,

*) Schnorr's Bible Pictures: Scripture History illustrated in 180 wie wichtig es ist, die Geschichte auf die Geographie und somit auf woodcuts from original desigus. London: Williams & Norgate. die Landfarten zu bauen und doch das Unbequeme der Benußung bistorischer Atlanten in zahlreichen Klassen und die große Ausgabe für Anschaffung guter historischer Kartenwerte zu vermeiden.

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Politik der Dänen, wir hasien die eigene unselige Schwädje, durch Dänemark.

die wir selbst dieselbe herausgefordert; wir verabsdeuen die robe

Gewaltthätigkeit, mit der die Dänen in Schleswig-Holstein Gesets Ludwig Holberg's Leben und Schriften.

und Redit mit Füßen treten aber sollen wir darum auch ihre Nac Robert Pruß. *)

Dichter hassen? Müfen wir uns darum auch absichtlid verblenden Wer recht herzlich lachen kann, der ist gewiß geistig und körper- gegen die Schönheiten der dänischen Kunst oder gegen die gediegenen lich gesund, in dem ist noch ein Ueberrest eines kindlich frohen Ges und schäßenswertben Leistungen ihrer Wissenschaft? Wir zweifeln. mütbes. Darum ist das ein zweideutiger Rubm, wenn es von diesem Um so mehr, da sie uns innerlich so verwandt sind und da es im oder jenem großen Manne heißt, er habe nie in seinem Leben gelacht. Grunde nur der Wiederschein unseres eigenen Geistes ist, der uns Der lachende Demokrit war gewiß schon deshalb, weil er lachte, ein aus ihnen anblidt. Wie - den Eisenfressereien der Dänen vom besserer Philosoph als der weinende Heraklit. Was von dem Einzel- neuesten Datum zum Troß, die sich so gern als Autochthonen geberden nen gilt, das gilt auch von ganzen Völfern. Nur ein jugendlich möchten

möchten - die gesammte dänische Kuitur, so ist auch die dänische frisches Volk giebt sich dem Frohsinn bin bei den ausgelassenen Schers Literatur wesentlich ein Produkt der deutschen Bildung; sie ist gleichzen von Scurren und Poffenreißern; nur ein solches hat eine fomi fam unter der Sonne des deutschen Geistes emporgewachsen. Ja, nocy sche Literatur. Ist einem Volfe die Lust am Lachen vergangen, so ist mehr als das; unsere eigene literarische Entwidelung hat innerhalb es entweder altersschwach oder frank, gleichgültig, an welchem Uebel der dänischen Literatur, wie in einer Uebungsschule, gewisse Ueberoder durch weisen Sduld, und es ist gewiß ein Verdienst, einem gänge und Durchgangsstufen durchgemacht, wir haben von ihr gewiffe soldhen Kranken durch die Luft zum lachen wieder neue Luft zum le- Anregungen und Einwirkungen erfahren, die dann für die Gesammt= ben einzuflößen. Es fehlt den Deutschen nicht an einer reichen fomis heit unserer geistigen und namentlich unserer künstlerischen Entwick(den Literatur aus der älteren Zeit; aber wer ergößt sich noch an ihr, lung von größter Bedeutung geworden sind." und wie Wenige kennen sie? Seit der Reformation ist die Lust am Es bedurfte ficherlich einer folchen Verwahrung nicht. Es wäre Scherze allmählich erloschen. Hans Sachs war der legte edit deutsche im Gegentheil Verrath an dem Vaterlande, das Gute und Schöne, Komifer. Religiöse Kopfhängerei und Hypofrisie, die unglüdlichen das von Feinden kommt, deshalb von sich zu stoßen, weil es vom Zeiten des dreißigjährigen Krieges, die innere Auflösung des deutschen Feinde kommt. *) Reiches, der Einfluß fremder Literaturen, in der neuesten Zeit ein Das Buch des Herrn Pruß ist eine Bereicherung unserer literaseitige ästhetische Theorieen, politisdhe und religiöse Rücksichten und tur und als soldie gewiß eine patriotischere That, als eine noch so hundert andere Ursachen haben eine echte Komif nicht mehr auffom- heftige Demonstration gegen das deutsfeindliche Dänemark, die, men lassen,") und wir sind gezwungen, wenn wir wieder einmal uns wie wohl gemeint fie audy fei, wenn fie von dem Einzelnen ausgeht, von Herzen satt lachen wollen, zu den alten unsterblichen Muftern doch nur fruchtlos ift. Besser, wir heben unser eigenes Nationalzu greifen. Wie beschränkt ist aber der Kreis derer, denen Aristos gefühl, so werden Unbillen wie die dänischen bald ihre Strafe finden pbanes, Plautus, Cervantes, Shakspeare den nöthigen Lachstoff bieten! und künftig unmöglich sein. Sehr richtig fagt der Verfasser (S. 9): Selbst Molière ist zu sehr Franzose und Zeitgenosse ludwig's XIV., „Wir halten es nicht blos für eine zeitweilige, sondern für eine durch als daß er bei aller Trefflichkeit sich je bei uns Deutschen ganz ein aus grundsäßliche und innerlichft wesentliche Verpflichtung eines jeden bürgern fönnte.

Gelehrten, daß seine Gelehrsamkeit ihren eigentlichen fruchtbaren Es war daber ein glüdlicher Griff, den der geschäfte Verfasser Kern in dem Leben seiner Zeit und seines Volkes habe, und daß, welder „Geschichte des deutschen Journalismus“, Herr Dr. Robert Pruß, dem Zweige menschlichen Wiffens er seine Thätigkeit auch widme, that, indem er Holberg aus dem Sdacht der Vergessenheit von neuem immer aus seiner speziellen Wiffenschaft ein rother Faden nationalen an das Tageslicht brachte. Holberg fteht uns, seiner Zeit wie seiner Na Lebens, ein warmer Blutstrom volksthümlichen Bewußtseins in das tionalität nach, unter allen komischen Dichtern am nächsten und ist schon Allgemeine seiner Zeit hinüberleite. Denn nur in unserem Volf, nur deshalb für das größere deutsche Publikum genießbarer. Freilich werden in den großen und allgemeinen Beftrebungen unseres Jahrhunderts wir uns entschließen müssen, erst manchen Vorurtheilen zu entsagen, ebe leben wir wirklich, alles andere ist toot." wir uns unbefangen dem Genusse des Dichters hingeben. Vor allem Ein zweites Vorurtheil gegen Holberg ift aus der Beschaffenheit dürfen wir uns nicht daran stoßen, daß Holberg ein Däne ift. Herr feiner Komödien selbst erwachsen. Holberg theilt mit allen echten Pruß hat selbst sich deshalb entschuldigen zu müssen geglaubt. „Auf Komifern alter und neuer Zeit die Ungebundenheit der Sitte und die Vorurtheile freilich“, sagt er in der Vorrede, ,, muß ein Buch gefaßt Derbheit der Sprache, welche moderne Prüderie für Unfittlichkeit und sein, das sich in Zeiten wie die jebigen die Aufgabe stellt, das deuts Gemeinheit hält. Seine Bauern und Bürger denken und sprechen (che Publikum mit der dänischen Literatur näher bekannt und auf die aber, wie Bauern und Bürger feiner Zeit gedacht und gesprochen Schäße derselben aufmerksam zu machen. Inzwischen hoffe ich, daß haben, und wer daran Anstoß nimmt, dem gilt der Rath, den Holes auch in diesem Augenblick, wo mit Recht jedes deutsche Herz von berg selbst einer Dame seiner Bekanntschaft gegeben hat in einem Zorn und Grou gegen Dänemark überquillt, doch noch immer eine Briefe an ihren Ehemann: „Sie haben, wie ich höre, einige Tage kleine Anzahl unbefangener Seelen geben wird, welche den alten bevor Sie Kopenhagen verlassen, mit Ihrer Frau einmal der dänischen Holberg von seinen heutigen Enkeln und Urenkeln zu unterscheiden Komödie beigewohnt und dieselbe mit Ihrem Beifalle beehrt. Ihre und aus der herben Schale der Tagespolitik die reine goldene Frucht Frau aber hat, wie ich höre, ganz anders geurtheilt, indem fie vers unvergänglichen Humors und echter Dichtergröße herauszufinden schiedene Ausbrüde, als Canaille, Jungfernschaft und dergleichen hat wissen.“ Und in der Einleitung (S. 6) heißt es: „Wir haffen die hören müssen, was ihr dem Wohlftande nicht gemäß zu sein geschie

nen und worüber sie sich denn fo heftig alterirt hat, daß fie davon *) „fudwig Holberg, sein Leben und seine Sæþriften. Nebst einer Auswahl frank geworden. Es thut mir herzlich leid, daß diese Komödie bei seiner Komödien." von Robert Pruß. Stuttgart und Augsburg, 7. G. Cotta: Shrer lieben Frau eine solche Wirkung gehabt, und wünsche derselben der Verlag, 1857.

**) Ginen lichtblick in dieser durch den dreißigjährigen Krieg über Deutsch von Herzen gute Besserung. Weil fie aber so zärtlich ist, fo rathe land heraufbeschworenen Nacht bildet Andreas Gryphius (geb. in Glogau ich ihr, als ein reblidher Freund, nicht öfter dahin zu gehen, weil die 1616 und dort als Landschafts- Syndifus 1664 verstorben), der in seinen trefflichen, wiewohl auch von den etwas derben Spaßen der damaligen Bühne nicht freien Luftspielen (6 Peter Squenz“, ,, Sorribiliffribifar“, ,,dag verliebte Ges *) Thorwaldsen, Dersted und Andersen, die nirgends so allgemein und jpenst" u. 4.) die Großsprechereien des nach dreißigjähriger Marodirung heim bereitwillig, wie in Deutschland, anerkannt werden, find rebende Zeugnisse gefehrten miles gloriosus, die Pedanterei des Schulfudsers und das

Hinübers dafür, daß wir den fünflerischen und wissenschaftlichen Genius ber Dänen greifen des Spießburgers in andere Gesellschafts- Sphären mit vieler Menschen von ihren politischen und nationalen Dummheiten sehr wohl zu unterscheiden fenntniß und dichterischer Laune geißelte. D. R. wiffen.

D. R.

Gesundheit das ebelfte Kleinod ist, was ein Mensch haben fann. Die liches Eigenthum der italischen Völkerschaften zu betrachten. Auch ift freien Ausdrücke, die man auf der Schaubühne hört und die ing es ebenso unzweifelhaft, daß diese altitalisde Romöbie bereits auf einer gemein ruchlosen Bedienten in den Mund gelegt werden, um zu zei- nicht unansehnlichen Stufe künstlerischer Bildung fich befand, da fie gen, wie schändlich das Fluchen sei, find eigentlich keine Schwüre; bereits im Stande gewesen war, so bestimmte Masfen, wie die stebenden aber das sind wirkliche Schwüre, die man täglid), mein Herr, in Figuren des Maccus, Bucco, Pappus und Dossennus auszuprägen. Allein Ihrem eigenen Hause, in der Gesindestube und vielleicht auch in wie es das Schidsal der altitalischen Nationalitäten überhaupt war, dem Kabinet Shrer Frau Gemahlin hört."

in der einen römischen unterzugehen, und wie wiederum die römische Holberg's Stücke haben durchaus eine moralische Tendenz, ja, poetische Literatur durch die unzeitige Bekanntschaft und Nachahmung Die Moral hat nicht selten die Poesie beeinträchtigt, denn noch war, der griechischen Muster auf ewige Zeiten abgelenkt wurde von der wie Pruß richtig bemerkt, Lessing nicht aufgetreten, noch hatte er das Bahn einer eigenen und selbständigen Entwidelung: To ist ebendasselbe Joch der Moral nicht gebrochen und die Kunst in ihrer eigenen natür- auch der alten Komödie widerfahren. Die Schüler der Griechen, ein lichen Berechtigung nachgewiesen; nod hatten die theologischen Nebel, Plautus und Terenz, trugen den Lorbeer des Beifalls und der litein denen die Sonne der Reformation untergegangen war, sich nicht rarischen Berühmtheit davon, während die eigentliche Volfskomödie in verzogen, noch lafteten sie mit bleiernem Druck auf dem ganzen Leo Perfall und Vergessenheit gerieth, so daß fie es niemals zu einer ben und Weben, dem Denken und Dichten der Zeit, und auch die dauerhaften literarischen Gestalt hat bringen können (Herr Pruß verPhilosophie, die Kunst, die Dichtung mußten sich ihrem Einfluß weist über diesen Gegenstand auf die Schrift von E. Munk: „De wenigstens so weit beugen, selbst da, wo sie übrigens im Begriff stan- fabulis Atellanis”, Lips. 1840). Ein unermeßlicher Umschlag, wie den, sich von der Theologie zu emanzipiren, daß sie die moralisde überhaupt in allen Verhältnissen der alten Welt, so auch namentlig Wirkung, die Besserung der Sitten als das Höchste anerkannten und für die Entwicelung des Romischen, trat demnächst mit dem Christens verfolgten, was ihnen selbst als Ziel gestedt war. Zudem ist Hol- thum ein. Ueber die Thorheiten der Erde zu lachen, war heidniso; berg, troß aller Laune, alles Wißes, alles komischen Uebermuthes, der Christ durfte sie nur beweinen oder zur Ehre Gottes verfolgen, selbst eine tief sittliche Natur; Moral und Sittlichkeit ist für ihn und wenn es auch Blut und Leben fostete. Es war daher ganz kondas natürliche Medium, durch welches er die Kunst und ihre Auf- fequent, wenn die älteste chriftliche Kirche alle Romit von fide abgaben erblickt, und so frei er sich vom Pedantismus des Gelehrten lehnte und wenn die Jünger der komischen Muse, die Schauspieler weiß, so wohlbewußt ist er sich auch der sittlichen Strenge und des und Gaukler, als Diener des Teufels, von der weltlichen sowohl als moralischen Eifers, die ihn bei seinen literarischen Arbeiten antreiben der geistlichen Gewalt persönlich mit Acht und Bann belegt wurden. und gleichsam seine Muse find.

Aber der Mensch ist der Herr der Erde und die Welt, der Boden, „Allein", fragt Herr Pruß, „wenn das wirklich so ist, wenn Holz auf dem er steht, ist sein wahres Erbtheil ; nicht auf sie zu verzichten, berg in der That solch lebhaftes sittliches Gefühl hatte und solche sondern den Himmel herabzuholen in die Welt und das Reich Gots direkte moralische Zwede in seinen Komödien verfolgte, wie war es tes zu verwirklichen auf Erden, ist seine große und glückliche Aufgabe. ihm dann möglich, eben diese Komöbien durch so viele grobe und Darum lag in jener urdhristlichen, gefliffentlichen Verschmähung der plumpe Scherze, durch so viele Zweideutigkeiten und schmußige An Welt etwas Unwahres und Unnatürliches, das sich an fich felbft bespielungen zu entstellen, wie er es doch gethan bat?" - Hierauf er ftrafen mußte. Es ift befannt, in welchem boben Grabe dies im wiedert er mit Recht: ,,Was die Verlegung des Anstandes betrifftVerlauf der Geschichte geschehen ift: dergestalt, daß die Kirche, welche so wollen wir Niemanden in dem Triumphgefühle seiner Reuschheit die Erde unterjochen wollte, umgekehrt in ihrem innersten Mark von und seines feinen, züchtigen Geschmades stören. Es gilt heute Vieles der Erbe überwunden und verweltlicht wurde. Etwas Aehnliches zeigt für anständig und erlaubt, was früher start das Gegentheil war; fich im Kleinen auch in dem Wiedererwachen der komischen Kunft aud möchten wir bei allebem die heute üblichen Wiener Possen, die innerhalb des driftlichen und sogar det kirchliden Gebiets. Die französischen Singspiele und Demi-Monde -Stücke nicht eben als Kirche war nicht im Stande gewesen, die Menschen vom lachen zu Schule der Sittlichkeit empfehlen.

entwöhnen. Den Feind erkennend, der ihrer asfetischen Besbränkt,,Messen wir aber, wie es doch allein verständig und billig ist, beit in der humoristisden Weltanschauung erwachsen mußte, beschloß Holberg an dem Geschmack feiner Zeit, so überzeugen wir uns bald, fie, die Komif, die sie nicht mehr unterdrüden konnte, selbst zu adops daß er im Gegentheil so feusch, To ehrbar und selbst auch im Aus- tiren, und so sehen wir in den possenhaften Zugaben, mit welchen die druc so gewählt und vorsichtig ist, wie nur irgend ein Schriftsteller, Kirche fortan ibre religiösen Feste und Schaustellungen ausstattet, in geschweige denn einer von den komischen Dichtern und Sittenmalern den Teufeln, Tölpeln und anderen Spaßmachern der Mysterien und seiner Zeit. Die wahre Substanz der Sittlichkeit verleßt Holberg geistlosen Spiele die komische Kunst zuerst wieder aufleben. Aber schlechthin nie; er hat keinen Begriff, keine Ahnung von dem leicht wie die Kirche die Komik nicht lange hatte unterdrüden fönnen, so fertigen Spiel mit Eid, Treue, Pflicht, das heutigen Tages auf und konnte sie noch weniger fie auf die Dauer beherrschen: die Komit außer der Bühne so vielfach getrieben wird und zwar am häufigsten emanzipirte sich von der Kirche, und diese selbst mit ihren Dienern und doch am glüdlichften von denen, die sich übrigens ftellen, als wurde der erste und vorzüglichste Gegenstand, an welchem die junge hätten sie alle Frömmigkeit und Sittlichkeit allein gepachtet. Auch weltliche Komit sich aufrichtete. Nachdem die Komik bereits einer bie Form seiner Darstellung ist nicht derber, seine Späße find nicht festen Boden gewonnen hatte, kam auch dasjenige, was von den Ueberplumper, die Farben, deren er sich bedient, nicht greller, als in seiner resten der alten italischen Komödie noch im Volke vorhanden war, Zeit üblich und gestattet war, ja als die Zeit selbft es forderte. Der plößlich wieder zum Vorsbein, als sogenannte Commedia dell' arte, Anwalt des alten kernigen Bürgerthums, der unermüdliche Verfechter die, allen Anfeindungen zum Troße, die sie von Seiten der gelehrten, altehrbarer häuslicher Sitte, der Feind jedes Lurus und jeder fremd- dem Plautus und Terenz nachgebildeten Commedia erudita erfahren ländischen Verfeinerung konnte unmöglich vor gewissen Worten und bat, bis auf diese Stunde in ununterbrochener Thätigkeit geblieben Bildern zurüdsdređen, die unseren verwöhnten Ohren allerdings nicht ift. In ihr hatte die älteste italische Volkskomödie fich siegreich reba'mehr gefallen wollen, während ihr ganzes Verbrechen doch nur darin bilitirt

. Selbst die alten Masken waren nicht verloren gegangen; besteht, gerade beraus und ungeschminkt zu sagen, was wir jeßt mit der Pappus hieß nun Pantalone, der Maccus agirte als Arlechino, tausend Komplimenten und Andeutungen umwickeln und verschleiern. der Bucco lebte als Brighella wieder auf, und der Dossennus war Das feusche Entfeßen, das bei groben Worten in Dhamacht fällt, auf zum ftreitsüchtigen, haarspaltenden Dottore geworden. 3hr Publikum der Bühne aber nachgerade nichts mehr feben will, als verführte gewann an Ausdehnung, fo daß fie bald sogar die heimatlichen GränFrauenzimmer und elegante Freudenmädchen, hätte er vermuthlich gar zen überschritt, fremde Sprachen erlernte und in fremden ländern nicht begriffen."

fic ansiedelte. Heinrich II. von Frankreich ließ 1577 italiänische Diese vermeinten Fehler liegen übrigens im Wefen des Holbergo Romödianten aus Venedig kommen. Die Truppen, die ihnen über Then Luftspiele selbst. Es hat nämlich Herr Pruß auf das über ein Jahrhundert nach Frankreich nachfolgten, aftlimatisirten fich allzeugendfte nachgewiesen, wie merkwürdiger Weise Holberg's Komödien mählich dergeftalt, daß fie auch die französische Sprache annahmen mit der alten nationalen Volfsbelustigung der Italiäner in einem und in Verbindung mit französischen Schauspielern endlicy, gegen das Zusammenhange ftehen. Wir glauben“, sagt er, auf die Zuftims Ende des fiebzehnten Jahrhunderts, das Théâtre Italien gründeten. mung unserer Leser rechnen zu dürfen, wenn wir, troß des Paradoren, Von der Thätigkeit dieses Instituts liegen die Zeugnisse in der Sammdas der Behauptung beim ersten Anblid anhaftet, fagen: es ist die lung des Gherardi vor: „Le théâtre Italien de Gherardi, ou le realtitaliänisde Volkskomödie, dieselbe Romödie, die schon vor Plautus cueil général de toutes les Comédies et Scènes Francoises jouées und Terenz die campanischen Bauern belustigt hatte, welche nach To par les Comédiens Italiens du Roy, pendant tout le temps qu'ils mancherlei wunderlichem Formen- und Schidsalswechsel zuleßt im ont été au service. VI Vol. 1700.” Dies ist die wabre Quelle, aus barbarischen Norden als dänische Komödie wieder auftaucht." Der welcher, bis über die Mitte des vorigen Jahrhunderts hinaus, die Nachweis ist in kurzem folgender: Neben der nach Italien und Rom meisten französischen, deutschen und sogar spanischen Komödianten und verpflanzten griechischen Komödie fehlte es hier auch nicht an einer Komödiendichter geschöpft haben, und auch für Holberg ift das Théâtre ursprünglich nationalen altitalisden Komödie. Die offischen Spiele, Italien die Hauptfundgrube seiner komischen Pläne, Situationen und die Ateđanen und Fescenninen find unzweifelhaft als ein ursprüng- Gruppirungen gewesen. Auf seinen wiederholentlichen Reisen hatte

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