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Gordon der ihn erblickt.

Es war ein Irrtum Es sind nicht die Schweden
Die Kaiserlichen sind's, die eingedrungen
Der Generallieutnant schickt mich her, er wird
Gleich selbst hier sein — Ihr sollt nicht weiter gehn

Er kommt zu spät.

Buttler.

Gordon stürzt an die Mauer.

Gott der Barmherzigkeit !

Gräfin ahnungsvoll.

3760 Was ist zu spät? Wer wird gleich selbst hier sein?
Octavio in Eger eingedrungen?
Verräterei! Verräterei! Wo ist
Der Herzog? Eilt dem Gange zu.

Zehnter Auftritt.

Vorige. Seni. Dann Bürgermeister. Page. Kammerfrau. Bes diente rennen schreckensvoll über die Scene.

Seni der mit allen Zeichen des Schreckens aus der Galerie kommt.
Oblutige, entseßensvolle That!

Gräfin.

Was ist

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Geschehen, Seni?

Page herauskommend.

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O erbarmenswürd❜ger Anblick!
Bediente mit Fackeln.

Gräfin.

Was ist's? Um Gottes willen!

Seni.

Fragt Ihr noch?

Drin liegt der Fürst ermordet, Euer Mann ist

Erstochen auf der Burg! Gräfin bleibt erstarrt stehen.
Kammerfrau eilt herein.

Hilf! Hilf' der Herzogin!

Bürgermeister kommt schreckensvoll.

Was für ein Ruf

Des Jammers weckt die Schläfer dieses Hauses ?

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Gordon.

Verflucht ist Euer Haus auf ew'ge Tage!
In Eurem Hause liegt der Fürst ermordet.

Bürgermeister.

Das wolle Gott nicht! Stürzt hinaus.

Uns alle!

Erster Bedienter.

Flieht! Flieht! Sie ermorden

Zweiter Bedienter Silbergerät tragend.

Da hinaus! Die untern Gänge sind beseßt.

Hinter der Scene wird gerufen.

Play! Plaß dem Generallieutnant!

Bei diesen Worten richtet sich die Gräfin aus ihrer Erstarrung auf, faßt sich und

geht schnell ab.

Hinter der Scene.

Besezt das Thor! Das Volk zurückgehalten!

Elfter Auftritt.

Vorige ohne die Gräfin. Octavio Piccolomini tritt herein mit Gefolge. Deverour und Macdonald kommen zugleich aus dem Hintergrund mit Hellebardierern. Wallensteins Leichnam wird in einem roten Teppich hinten über die Scene getragen.

Octavio rasch eintretend.

Es darf nicht sein! Es ist nicht möglich! Buttler !

Gordon! Ich will's nicht glauben.

Gordon

Saget nein !

shne zu antworten, weist mit der Hand nach hinten. Octavio sieht hin und steht von Entsezen ergriffen.

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Deveroux zu Buttler.

Hier ist das goldne Vließ, des Fürsten Degen.

Macdonald.

Befehlt Ihr, daß man die Kanzlei ·

Buttler auf Octavio zeigend.

Der jezt allein Befehle hat zu geben.

Hier steht er,

Deveroux und Macdonald treten ehrerbietig zurück; alles verliert sich still, daß nur allein Buttler, Octavio und Gordon auf der Scene bleiben.

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Octavio zu Buttlern gewendet.

War das die Meinung, Buttler, als wir schieden?
Gott der Gerechtigkeit! Ich hebe meine Hand auf!
Ich bin an dieser ungeheuren That

Nicht schuldig.

Buttler.

Eure Hand ist rein. Ihr habt

Die meinige dazu gebraucht.

Octavio.

Ruchloser!

So mußtest du des Herrn Befehl mißbrauchen
Und blutig grauenvollen Meuchelmord

Auf deines Kaisers heil'gen Namen wälzen?
Buttler gelassen.

Ich hab' des Kaisers Urtel nur vollstreckt.
Octavio.

O Fluch der Könige, der ihren Worten
Das fürchterliche Leben giebt, dem schnell
Bergänglichen Gedanken gleich die That,
Die fest unwiderrufliche, ankettet!

Mußt' es so rasch gehorcht sein? Konntest du
Dem Gnädigen nicht Zeit zur Gnade gönnen?
Des Menschen Engel ist die Zeit — die rasche
Vollstreckung an das Urteil anzuheften,
Ziemt nur dem unveränderlichen Gott.

Buttler.

Was scheltet Ihr mich? Was ist mein Verbrechen ?
Ich habe eine gute That gethan,

Ich hab' das Reich von einem furchtbarn Feinde
Befreit und mache Anspruch auf Belohnung.
Der einz'ge Unterschied ist zwischen Eurem

Und meinem Thun: Ihr habt den Pfeil geschärft,
Ich hab' ihn abgedrückt. Ihr sätet Blut

Und steht bestürzt, daß Blut ist aufgegangen.
Ich wußte immer, was ich that, und so
Erschreckt und überrascht mich kein Erfolg.
Habt Ihr sonst einen Auftrag mir zu geben?
Denn steh'nden Fußes reis' ich ab nach Wien,
Mein blutend Schwert vor meines Kaisers Thron
Zu legen und den Beifall mir zu holen,
Den, der geschwinde, pünktliche Gehorsam
Von dem gerechten Richter fodern darf. Geht ab.

Zwölfter Auftritt.

Vorige ohne Buttler. Gräfin Terzky tritt auf, bleich und entstellt. Ihre Sprache ist schwäch und langsam, ohne Leidenschaft.

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Octavio ihr entgegen.

O Gräfin Terzky, mußt' es dahin kommen?
Das sind die Folgen unglücksel'ger Thaten.
Gräfin.

Es sind die Früchte Ihres Thuns — Der Herzog
Jst tot, mein Mann ist tot, die Herzogin

Ringt mit dem Tode, meine Nichte ist verschwunden.
Dies Haus des Glanzes und der Herrlichkeit
Steht nun verödet, und durch alle Pforten
Stürzt das erschreckte Hofgesinde fort.
Ich bin die Lezte drin, ich schloß es ab
Und liefre hier die Schlüssel aus.

Octavio mit tiefem Schmerz.

Gräfin,

Auch mein Haus ist verödet!

Gräfin.

Wer soll noch

Umkommen? Wer soll noch mißhandelt werden?
Der Fürst ist tot, des Kaisers Rache kann
Befriedigt sein. Verschonen Sie die alten Diener,
3830 Daß den Getreuen ihre Lieb' und Treu'
Nicht auch zum Frevel angerechnet werde!
Das Schicksal überraschte meinen Bruder
Zu schnell, er konnte nicht mehr an sie denken.

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Octavio.

Nichts von Mißhandlung! Nichts von Rache, Gräfin !
Die schwere Schuld ist schwer gebüßt, der Kaiser
Versöhnt, nichts geht vom Vater auf die Tochter
Hinüber als sein Ruhm und sein Verdienst.
Die Kaiserin ehrt Ihr Unglück, öffnet Ihnen
Teilnehmend ihre mütterlichen Arme.

Drum keine Furcht mehr! Fassen Sie Vertrauen
Und übergeben Sie sich hoffnungsvoll

Der kaiserlichen Gnade.

Gräfin mit einem Bliď zum Himmel.
Ich vertraue mich

Der Gnade eines größern Herrn

-Wo soll

Der fürstliche Leichnam seine Ruhstatt finden?

3845 In der Kartause, die er selbst gestiftet,
Zu Gitschin ruht die Gräfin Wallenstein;
An ihrer Seite, die sein erstes Glück

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Gegründet, wünscht' er, dankbar, einst zu schlummern.
O, lassen Sie ihn dort begraben sein!
Auch für die Reste meines Mannes bitt' ich
Um gleiche Gunst. Der Kaiser ist Besizer
Von unsern Schlössern; gönne man uns nur
Ein Grab noch bei den Gräbern unsrer Ahnen.
Octavio.

Sie zittern, Gräfin

Sie verbleichen - Gott!
Und welche Deutung geb' ich Ihren Reden?

Gräfin

sammelt ihre legte Kraft und spricht mit Lebhaftigkeit und Adel.
Sie denken würdiger von mir, als daß Sie glaubten,
Ich überlebte meines Hauses Fall.

Wir fühlten uns nicht zu gering, die Hand

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Nach einer Königskrone zu erheben

Es sollte nicht sein — doch wir denken königlich
Und achten einen freien, mut'gen Tod

Anständiger als ein entehrtes Leben.

Ich habe Gift –

Octavio.

Orettet! Helft!

Gräfin.

Es ist zu spät.

In wenig Augenblicken ist mein Schicksal

3865 Erfüllt. Sie geht ab.

Gordon.

Haus des Mordes und Entseßens!
Ein Kurier kommt und bringt einen Brief.

Gordon tritt ihm entgegen.

Was giebt's? Das ist das kaiserliche Siegel.

Er hat die Aufschrift gelesen und übergiebt den Brief dem Octavio mit einem Blick des Vorwurfs.

Dem Fürsten Piccolomini.

Octavio. erschrickt und blickt schmerzvoll zum Himmel.

Der Vorhang fällt.

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