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1800

1805

1810

1815

1820

Ergoß sich dieser Gustav, und zu Wien
In seiner Hofburg zitterte der Kaiser.
Soldaten waren teuer, denn die Menge
Geht nach dem Glück Da wandte man die Augen
Auf mich, den Helfer in der Not; es beugte sich
Der Stolz des Kaisers vor dem Schwergekränkten,
Ich sollte aufstehn mit dem Schöpfungswort
Und in die hohlen Läger Menschen sammeln.
Ich that's. Die Trommel ward gerührt. Mein Name
Ging wie ein Kriegsgott durch die Welt. Der Pflug,
Die Werkstatt wird verlassen, alles wimmelt
Der altbekannten Hoffnungsfahne zu

Noch fühl' ich mich denselben, der ich war!
Es ist der Geist, der sich den Körper baut,
Und Friedland wird sein Lager um sich füllen.
Führt eure Tausende mir kühn entgegen,
Gewohnt wohl sind sie, unter mir zu siegen,
Nicht gegen mich — Wenn Haupt und Glieder sich trennen,
Da wird sich zeigen, wo die Seele wohnte.

Jllo und Terzky treten ein.

1825

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Mut, Freunde, Mut! Wir sind noch nicht zu Boden.
Fünf Regimenter Terzky sind noch unser
Und Buttlers wackre Scharen Morgen stößt
Ein Heer zu uns von sechzehntausend Schweden.
Nicht mächt'ger war ich, als ich vor neun Jahren
Auszog, dem Kaiser Deutschland zu erobern.

Vierzehnter Auftritt.

Vorige. Neumann, der den Grafen Terzkh beiseite führt und mit ihm spricht.

Terzky zu Neumann.

Was suchen sie?

Wallenstein.
Was giebt's?

Terzky.

Zehn Kürassiere

Von Pappenheim verlangen dich im Namen
Des Regiments zu sprechen.

Wallenstein schnell zu Neumann.

Laß sie kommen! Neumann geht hinaus.

Davon erwart' ich etwas. Gebet acht,

Sie zweifeln noch und sind noch zu gewinnen.

fünfzehnter Auftritt.

Wallenstein. Terzky. Illo. Zehn Küraffiere, von einem Gefreiten geführt, marschieren auf und stellen sich nach dem Kommando in einem Glied vor den Herzog, die Honneurs machend.

1830

Wallenstein

nachdem er sie eine Zeitlang mit den Augen gemessen, zum Gefreiten. Ich kenne dich wohl. Du bist aus Brügg' in Flandern, Dein Nam' ist Mercy.

Gefreiter.

Heinrich Merch heiß' ich.
Wallenstein.

Du wurdest abgeschnitten auf dem Marsch,
Von Hessischen umringt, und schlugst dich durch
Mit hundertachtzig Mann durch ihrer Tausend.

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Gefreiter.

1840

Die Ehr', mein Feldherr,

Um die ich bat, bei diesem Korps zu dienen.

Wallenstein wendet sich zu einem andern.
Du warst darunter, als ich die Freiwilligen
Heraus ließ treten auf dem Altenberg,
Die schwed'sche Batterie hinwegzunehmen.
Zweiter Küraffier.

So ist's, mein Feldherr.

Wallenstein.

Ich vergesse keinen,

Mit dem ich einmal Worte hab' gewechselt.

Bringt eure Sache vor.

Gefreiter kommandiert.

Gewehr in Arm!

Wallenstein zu einem dritten gewendet.

Du nennst dich Risbeck, Köln ist dein Geburtsort.

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1850

Den schwed'schen Oberst Dübald brachtest du
Gefangen ein im Nürenberger Lager.

Dritter Küraffier.

Ich nicht, mein General.

Wallenstein.

Ganz recht! Es war

Dein ältrer Bruder, der es that - du hattest
Noch einen jüngern Bruder, wo blieb der?
Dritter Küraffier.

Er steht zu Olmüß bei des Kaisers Heer.

Wallenstein zum Gefreiten.

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1860

Gefreiter.

Ein kaiserlicher Brief kam uns zuhanden,

Der uns befiehlt, die Pflicht dir aufzukünden,
Weil du ein Feind und Landsverräter seist.
Wallenstein.

Was habt ihr drauf beschlossen?

Gefreiter.

Unsre Kameraden

Zu Braunau, Budweis, Prag und Olmüß haben

1865

1870

1875

Bereits gehorcht, und ihrem Beispiel folgten
Die Regimenter Tiefenbach, Toscana.

Wir aber glauben's nicht, daß du ein Feind
Und Landsverräter bist, wir halten's bloß

Für Lug und Trug und spanische Erfindung. Treuherzig.
Du selber sollst uns sagen, was du vorhast,

Denn du bist immer wahr mit uns gewesen,
Das höchste Zutraun haben wir zu dir,

Kein fremder Mund soll zwischen uns sich schieben,
Den guten Feldherrn und die guten Truppen.

Wallenstein.

Daran erkenn' ich meine Pappenheimer.

Gefreiter.

Und dies entbietet dir dein Regiment:
Ist's deine Absicht bloß, dies Kriegesscepter,
Das dir gebührt, das dir der Kaiser hat
Vertraut, in deinen Händen zu bewahren,
Östreichs rechtschaffner Feldhauptmann zu sein,
So wollen wir dir beistehn und dich schüßen
Bei deinem guten Rechte gegen jeden·
Und wenn die andern Regimenter alle
Sich von dir wenden, wollen wir allein
Dir treu sein, unser Leben für dich lassen.
Denn das ist unsre Reiterpflicht, daß wir
Umkommen lieber als dich sinken lassen.
Wenn's aber so ist, wie des Kaisers Brief
1885 Besagt, wenn's wahr ist, daß du uns zum Feind
Treuloserweise willst hinüberführen,

1880

1890

Was Gott verhüte! ja, so wollen wir

Dich auch verlassen und dem Brief gehorchen.

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Braucht nicht viel Worte. Sprich

Ja oder nein, so sind wir schon zufrieden.

Wallenstein.

Hört an. Ich weiß, daß ihr verständig seid,

Selbst prüft und denkt und nicht der Herde folgt.
Drum hab' ich euch, ihr wißt's, auch ehrenvoll

Stets unterschieden in der Heereswoge;

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